Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern Worin anticharismatische Autoren irren Autor: Riccardo Meusel © Verlag für Weltmission 2010 ISBN 978-3-942501-04-0 4. überarbeitete Auflage 2011
Alle Rechte vorbehalten. Die kostenfreie Weitergabe ist gestattet. Die Urheberrechte verbleiben bei Autor und Verlag. Kommerzieller Nachdruck und Vertrieb dieses Buches bedürfen der schriftlichen Einwilligung des Autors. Alle Rechte verwendeter Zitate liegen bei den entsprechenden Verlagen und Autoren. Alle Bibelstellen – mit wenigen Ausnahmen – wurden der Konkordanten Wiedergabe des Neuen Testaments, Auflage 6 und 4, entnommen. © Konkordanter Verlag Pforzheim, www.konkordanterverlag.de
Umschlaggrafik: Viktor Mildenberger / pixelio.de Verlag für Weltmission www.verlag-fuer-weltmission.de info@verlag-fuer-weltmission.de
INHALTSVERZEICHNIS
TEIL 1 – EINLEITUNG
01.01. Vorwort
007
01.02. Erklärung des Begriffes „anticharismatisch“
017
01.03. Juristische Betrachtung und Beweisführung
018
01.04. Prämissen und Glaubenssätze
019
01.05. Ehrfurcht vor dem Wort Gottes
021
01.06. Die fehlende Legitimität anticharismatischer Bibelauslegung
023
01.07. Prinzipien legitimer Bibelauslegung
025
01.08. Motive und Stellung gegenüber Brüdern
028
TEIL 2 – INHALTE UND ANALYSE ANTICHARISMATISCHER LEHREN
02.01. Inhalt und Analyse anticharismatischer Lehren – Einführung
031
02.02. Die Entstehung anticharismatischer Lehren
034
02.03. Übersicht anticharismatischer Lehren
036
02.04. Anticharismatische und charismatische Annahmen
040
02.05. Die Bibelkritik bibelgläubiger Christen
044
02.06. Die Methodik anticharismatischer Bibelauslegung
046
02.07. Kampf auf dem falschen Schlachtfeld
052
TEIL 3 – WIDERLEGUNG ANTICHARISMATISCHER LEHREN AUS DEM NT
03.01. Widerlegung anticharismatischer Lehren – Einleitung
056
03.02. Bedeutung und Vorbildwirkung der Apostelgeschichte
057
03.03. Differenzierungen welche Schriftstellen an wen gerichtet wurden
062
03.04. Gab es Apostel nur zur Zeit des Neuen Testaments?
065
03.05. Tat Gott nur durch die Apostel Zeichen und Wunder?
070
03.06. Führten göttliche Zeichen im Neuen Testament zu Gemeindebildung?
072
03.07. Zusammenhang zw. göttlicher Bestätigung und der Gewinnung von Menschen
086
03.08. Spricht das Wort Gottes vom Aufhören von Heilungen, Zeichen und Wundern? 092
03.09. Spricht Paulus in 1. Kor. 13, 8 – 13 vom Aufhören der Geistesgaben?
096
03.10. Die Lehre des Dispensationalismus – Teil 1
101
03.11. Die Lehre des Dispensationalismus – Teil 2
110
03.12. Widerlegung Kapitel 16 des Buches „Wenn ihr in meinem Worte bleibet, ...“
120
03.13. Haben Heilungen, Zeichen und Wunder zu Lebzeiten der Apostel aufgehört?
140
03.14. Ist aus der Vergangenheitsform die Ableitung des Aufhörens zulässig?
143
03.15. Die Übersetzung des Aorist
147
03.16. Finden seit dem Tod der Apostel ausschließlich dämonische Zeichen statt?
150
03.17. Dämonische Zeichen und Wunder in 2. Thess. 2, 9 und Matth. 24, 24
153
03.18. Fanden zwischen Mose und Jesus Zeichen und Wunder statt?
159
03.19. Tat Gott Zeichen nur zu wichtigen Wendepunkten der Heilsgeschichte?
161
03.20. Gibt es dämonische Zungenrede?
164
03.21. Wozu sollte Paulus mehr in Zungen reden als alle Korinther?
166
03.22. Die Ordnung der Versammlung
168
03.23. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist
172
03.24. Die Gaben des Heiligen Geistes
176
03.25. Gibt es eine Ausgießung des Geistes in den letzten Tagen?
178
03.26. Die Leitung des Heiligen Geistes im Dienst Jesu
181
03.27. Würde Gott Seine Kinder täuschen?
183
03.28. Wieviel mehr wird Gott denen Heiligen Geist geben, die ihn bitten
186
03.29. Hat Jesus unsere Krankheiten getragen?
189
03.30. Heilungen, Zeichen und Wunder im Dienst Jesu
190
03.31. Heilungen, Zeichen und Wunder in der Apostelgeschichte
194
03.32. Die Kraft des Heiligen Geistes im Dienst und in der Lehre von Paulus
200
03.33. Ist der Missionsbefehl (Aussendungsbefehl) bereits erfüllt?
204
03.34. Die kleine Herde und die unzählbare Schar
210
03.35. Dämonenaustreibung und Befreiung
217
+DQGDXÀHJXQJ 03.37. Betrachtungen über Irrlehre im Neuen Testament
221
03.38 Jesu Stellung zu Wundern von Nichtjüngern
223
03.39. Gründe weshalb Heilungen und Wunder biblisch sind
225
03.40. Zusammenfassung
227
TEIL 4 – ZEICHEN, WUNDER UND HEILUNGEN IM NEUEN TESTAMENT
04.01. Heilung und Befreiung als Teil der Sendung Jesu
231
04.02. Gottes Absicht bei der Erweisung Seiner wunderwirkenden Kraft
234
TEIL 5 – WIDERLEGUNG ANTICHARISMAT. LEHREN DURCH WATCHMAN NEE
05.01. Widerlegung anticharismatischer Lehren durch Watchman Nee
237
TEIL 6 – EIN ERNSTHAFTES WORT AN ANTICHARISMATISCHE DIENER GOTTES
'H¿QLWLRQ YRQ (UUHWWXQJ LP 1HXHQ 7HVWDPHQW 06.02. Worin Anticharismatiker dem Wort Gottes entgegenhandeln
259
06.03. Schriftgelehrtheit schützt nicht vor Irrtum
262
06.04. Die Verantwortung der Diener Gottes beim Lehren Seines Volkes
263
06.05. Brüder nicht richten
265
06.06. Brüder (Geschwister) lieben
268
06.07. Die Einheit der Gemeinde Jesu
271
TEIL 7 – RÜCKKEHR IN DEN WILLEN GOTTES
07.01. Die Bedeutung des Willens Jesu
274
07.02. Einheit mit dem Willen Jesu
276
07.03. Rückkehr in den Willen Jesu
278
07.04. Der Missionsbefehl
280
07.05. Die Gewinnung großer Menschenmengen durch die Kraft des Heiligen Geistes 282 07.06. Schlusswort
285
07.07. Gebet zur Rückkehr in den Willen Gottes
287
TEIL 8 – ANHANG
08.01. Literatur- und Quellennachweis
290
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
Teil 1
Teil 1 – Einleitung
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01.01. Vorwort Durch die Christenheit zieht sich ein Graben. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die allen Aspekten des Wortes Gottes Glauben und Ehrfurcht entgegenbringen, einschließlich göttlicher Heilung, den Gaben des Geistes, der Erfüllung durch den Heiligen Geist sowie Zeichen und Wundern in Begleitung der Verkündigung des Evangeliums. Auf der anderen Seite stehen Brüder, welche mit der Bibel in der Hand weite Teile des Neuen Testaments für ungültig erklären, während sie Christen auf der anderen Seite als dämonisiert, und sich selbst mehr oder weniger als die einzig wahre Gemeinde betrachten. Die Beweislast liegt jedoch nicht auf der Seite jener, welche alle Aspekten des Neuen Testaments im Glauben annehmen, sondern auf der Seite derer, die bestimmte Teile leugnen oder für ungültig erklären. Dieses Buch vertritt nicht die Interessen einer bestimmten Gemeinde oder Glaubensrichtung, weder pfingstlich noch charismatisch noch irgend einer anderen. Jede Gemeinde und jede Glaubensrichtung hat die Verantwortung, zu jeder Zeit am Wort und am Geist Gottes zu prüfen ob sie nach Seinem Willen lebt. Wie die Sendschreiben an die sieben Gemeinden zeigen, haben Gemeinden unterschiedliche Bereiche, in denen sie sich von Jesu Willen entfernen, und in der Folge unterschiedliche Bereiche, in denen der Herr sie zum Überwinden auffordert. Anticharismatische Lehre bezüglich der strittigen Themen geschieht in weiten Teilen fahrlässig, polemisch und verworren. Aus welchem Grund sollte der Heilige Geist die Apostelgeschichte inspiriert haben und sie in das Neue Testament aufnehmen lassen, wenn die in ihr beschriebene Art der Erfüllung des Missionsbefehls und des Gemeindebaus für uns tabu wäre?
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
Wie kann es dämonisch sein, dem Vorbild Jesu und dem der ersten Christen nachzufolgen? Ist es soweit gekommen, dass Christen, die den Worten Jesu und dem Vorbild der Apostelgeschichte Glauben schenken, sich dafür entschuldigen, ja sich dem Vorwurf der Dämonie ausgesetzt sehen müssen? Anticharismatische Argumentationen in Bezug auf die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, die Gaben des Geistes, göttliche Heilung sowie Zeichen und Wunder zur Bestätigung des Evangeliums Jesu erweisen sich in jeder Grundannahme wie auch in jedem einzelnen, mir bekannten Detail als falsch. Sie verletzen die Logik, sie leben von Weglassung, von Ausblendung und Ignoranz gegenüber einer Vielzahl wichtiger Worte Gottes. Sie sind inkonsequent, und darüber hinaus oft untereinander widersprüchlich. Manchmal habe ich mir gewünscht, während meiner Studien auch nur ein einziges anerkennenswertes Argument anticharismatischer Logik erkennen zu können. Aber so traurig diese Erkenntnis ist: Ich konnte noch nicht einmal eine einzige zutreffende anticharismatische Lehraussage, und noch nicht einmal ein einziges logisch überzeugendes Argument finden. Wir werden anticharismatische Lehren vollständig aus dem Wort Gottes, und zusätzlich aus den Schriften anerkannter Bibellehrer widerlegen. Dieses Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für neutestamentliches Christentum. Es wendet sich gegen jede Leugnung, gegen jeden Versuch des für ungültig erklärens, jede Ignoranz und jede Umdeutung des Wortes Gottes; jenes Wortes, das Er uns im Neuen Testament für unser Christsein übergab. Wie in jeder anderen Gruppe von Menschen werden sich unter den mehr als 600 Millionen heute lebender pfingstlicher und charismatischer Christen immer auch eine Fülle an Irrtümern, Übertreibungen, Fehlbetonungen oder Entgleisungen finden lassen.
Teil 1 – Einleitung
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Darüber hinaus wird auch noch lange nicht jede Lehre innerhalb des charismatischen Lagers nur dadurch richtig, dass sie von einem Charismatiker verkündet wird. Ich vertrete sogar die Ansicht, dass Anticharismatiker in manchen Aspekten ihren Finger auf vorhandene Schwachpunkte legen, dort, wo es sich um Leben, Praxis und aus dem Neuen Testament nicht klar belegbare Sonderlehren einiger Charismatiker handelt. Doch dieses Buch ist nicht dem Sachverhalt gewidmet, dass Charismatiker nicht an bestimmten Punkten irren, sich vom Wesentlichen entfernen oder Gott Unehre bereiten könnten. Dies ist offensichtlich. Inhalt dieses Buches sind nicht mögliche Verfehlungen in der Praxis, sondern die Grundlagen der Lehre. Wo Anticharismatiker ihren Finger auf unehrenhaftes Leben oder biblisch schwer zu begründende charismatische Sonderlehren legen, werde ich ihnen immer mein Ohr leihen. Wo sie jedoch aus der Ablehnung gegenüber pfingstlich-charismatischen Brüdern eine Lehre der Leugnung neutestamentlicher Wahrheiten entwickelten, wird dieses Buch sie aufgrund zwingender biblischer Beweisführung widerlegen. Mögliches unehrenhaftes Leben bestimmter charismatischer Christen mit der Leugnung „charismatischer“ Themen im Neuen Testament zu vermischen wäre ebenso unsinnig, wie aus dem unehrenhaften Leben mancher Christen eine biblische Lehre gegen das Christentum entwickeln zu wollen. So seien auch an dieser Stelle die Prinzipien genannt, welche ich diesem Buch zugrunde lege. Das erste ist die vollständige Anerkenntnis der Bibel als Gottes Wort. Dabei beachten wir, dass der Alte Bund in vielen Aspekten durch den Neuen Bund abgelöst wurde, und viele Dinge im Alten Testament vor-
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
bildhaft und auf Jesus weisend waren, während das Neue Testament die göttlichen Ordnungen des Neuen Bundes repräsentiert und Richtschnur und Vorbild unseres Lebens in Christus ist. Das zweite Prinzip ist Achtung und Ehrfurcht vor Seinem Wort. Das dritte die Entscheidung, Dinge im Neuen Testament auch im Licht des Neuen Testaments zu betrachten. Das vierte besteht darin, alle Stellen einzubeziehen, die zu einem bestimmten Thema in Bezug stehen. Das fünfte ist, der Betrachtung des Neuen Testaments die Gesetzmäßigkeiten der Logik zugrunde zu legen, keine Stelle umzudeuten, keine unbewiesenen oder unbeweisbaren Schlüsse zu ziehen, keine Worte der Schrift gegeneinander auszuspielen, keine freien Behauptungen aufzustellen, das Wort Gottes niemals zur Bestätigung eigener Meinungen zu missbrauchen, den Zusammenhang zu beachten, die Absicht des Schreibers nicht außer Acht zu lassen, sowie jedem anderen anerkannten Prinzip legitimer Schriftauslegung zu folgen. Sollte ein Leser den Eindruck gewinnen, oder nachweisen können, dass an einer Stelle dieses Buches eines der genannten Prinzipien verletzt würde, so werde ich dankbar sein, von ihm darauf aufmerksam gemacht zu werden. Unser Herr sagt von sich, dass Er die Wahrheit ist, und Sein Geist uns in alle Wahrheit leitet. Jeder Kampf gegen die Wahrheit, und jedes SichVerschließen vor ihr könnten erkennbar nicht Sein Wille sein. Ziel dieses Buches ist es nicht, anticharismatische Autoren in irgend einer Weise persönlich anzugreifen. Gern würde ich anticharismatischen Autoren reine Liebe zur Wahrheit unterstellen. Doch die vielen Fehlargumentationen sowie der Widerspruch, in welchem sie sich zu klaren Worten des Neuen Testaments befinden, sind zu offensichtlich.
Teil 1 – Einleitung
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Obwohl ich sehr viel darüber nachgedacht habe ist mir nie klar geworden, aus welchen Motiven heraus Alexander Seibel, Wolfgang Bühne, Rudolf Ebertshäuser, Benedikt Peters und ihre Autorenkollegen zu ihren Thesen gekommen sein mögen. Es wäre möglich, dass sie diese von einem oder mehreren, in diesem Punkt irrenden Bibellehrern der Vergangenheit übernahmen, die sich meiner Kenntnis entziehen. Es wäre möglich, dass sie sich durch ihre Thesen von Schwärmerei, fehlender Fundierung und Wundersucht mancher charismatischer Kreise bewusst distanzieren wollen. Nichts aber rechtfertigt es, Worte Jesu und ihr Erleben nach dem Vorbild der Apostelgeschichte als für die heutige Christenheit ungültig zu erklären. Unter den anticharismatischen Autoren ist es Rudolf Ebertshäuser gelungen, ein umfassendes Buch zu allen wesentlichen Aspekten des Gegenstandes zu verfassen. Sein Buch verbindet die nach meiner Kenntnis größte erreichbare Plausibilität anticharismatischer Lehren mit relativer Sachlichkeit und vergleichsweise angenehmer Schreibweise. Sollte es also möglich sein, die Widersprüche aufzuzeigen, in die er innerhalb seiner eigenen Darstellungen gerät, und darüber hinaus zu beweisen, dass nahezu jede der Aussagen seines konstruierten Systems sich im Widerspruch zu eindeutigen Stellen des Neuen Testaments befindet, dann sollte es schwierig werden, einen anticharismatischen Autor zu finden, der die Dinge plausibler erklärt, und es wird nicht möglich sein, Lehren zu retten, die Rudolf Ebertshäuser nicht belegen konnte. Anticharismatische Argumentation erinnert in vieler Hinsicht an die Verteidigung der Evolution durch ihre Anhänger. Evolution ist nicht beweisbar, wird aber von ihren Vertretern als die einzige Alternative zum Glauben an Gott bevorzugt. Für einen Anticharismatiker ist es außerordentlich schwer, sich neutestamentlichen Tatsachen in Bezug auf die bekämpften Themen zu öffnen.
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
Würde er anerkennen, dass Geistestaufe, die Gaben des Geistes, Dämonenaustreibung, göttliche Heilung sowie Zeichen und Wunder der Lehre des Neuen Testaments entsprechen, so würden ihm die Grundlagen zur praktischen Ablehnung charismatisch-pfingstlicher Christen entzogen. Aus einem eigenartigen, schwer verständlichen Grund stellen charismatischpfingstliche Christen für viele Anticharismatiker das größte vorstellbare Feindbild dar. Der Punkt ist jedoch, dass geistlich gesunde charismatischpfingstliche Christen sich – mehr als jede andere Form des Christentums – im Zentrum neutestamentlicher Beschreibungen befinden. Anticharismatiker vertreten die Ansicht, dass all dies für uns heute nicht mehr verfügbar, nicht mehr Gottes Absicht, und außerhalb des Willens Gottes liege. Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie die Behauptung aufstellen, mit der Fertigstellung des Neuen Testaments hätten nicht nur die neutestamentlichen Wunder aufgehört, sondern Heilungen, Zeichen und Wunder, die Gaben des Geistes und die „Geistestaufe“ seien – wenn sie seitdem erlebt werden – in sich dämonisch, bzw. könnten nur „von unten“ sein. Die Annahme, das uns im Neuen Testament gezeigte Handeln Gottes und Leben der ersten Christen könne nicht nur aufgehört haben, sondern sei, wenn es heute erlebt würde, Zeichen dämonischer Aktivität, ist – analytisch betrachtet – eine sehr fernliegende These. Die Normalität sollte sein, dass Gott uns in der Apostelgeschichte das zeigt, was Seinem Willen für uns entspricht, nicht das, was nicht Seinem Willen entspräche, insbesondere da sich im Neuen Testament nicht der leiseste Hinweis dafür findet, das in der Apostelgeschichte berichtete Wirken der ersten Christen könne aus Gottes Sicht kritikwürdig sein. Charismatische wie auch anticharismatische Christen wertschätzen den Heiligen Geist als Urheber und Inspirator des Neuen Testaments. Zu
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vermuten, der Heilige Geist habe uns in etwa 20 Prozent der Evangelien und weiten Teilen der Apostelgeschichte von Dingen berichtet, die nach Fertigstellung des Neuen Testaments für uns nicht mehr erlebbar und sogar gefährlich wären, ist keine kluge Annahme. Das Neue Testament berichtet in außergewöhnlicher Fülle vom übernatürlichen Handeln Gottes, welches sich durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, göttliche Heilungen, begleitende Zeichen und Wunder, apostolische Vollmacht, Befreiung von Dämonen und die Gaben des Geistes ausdrückt. Wenn Anticharismatiker die These aufstellen, dieses gesamte übernatürliche Handeln Gottes habe nicht nur aufgehört, sondern sei heute sogar ein Zeichen dämonischer und antichristlicher Aktivität, dann sollten sie für diese These eine wirklich gute Begründung haben. Die Analyse ihrer Argumente zeigt jedoch, dass diese so außerordentlich schwach sind, dass sie in keinem anderen Bereich ernsthaft auch nur als Argument angesehen, und vor keinem ordentlichen Gericht jemals akzeptiert werden würden. Die These, nur durch Apostel wären Zeichen und Wunder geschehen, ist klar erkennbar falsch, wie Berichte über die Diakone Stephanus und Philippus zeigen. Zudem bezieht Jesus große Zeichen und Wunder in keiner Weise auf den Kreis der zwölf Apostel, sondern auf die Glaubenden (Markus 16, 16 + 17 und Joh. 14, 12), ebenso wie die Gaben der Wunderwirkung und der Heilungen zusätzlich zum Dienst der Apostel genannt werden. Die These, es hätte ausschließlich die ersten zwölf Apostel und den Apostel Paulus gegeben, entspricht nicht den neutestamentlichen Tatsachen, und wird unter anderem von Watchman Nee in seinem Buch „Das normale Gemeindeleben“ (Seite 66 - 156) klar widerlegt. Die These, Heilungen, Zeichen und Wunder hätten aufgehört, versucht sich auf 1. Kor. 13, 8 - 13, und die deutsche Übersetzung der Vergangenheitsform einiger Stellen (Markus 16, 20 / 1. Kor. 12, 12 / Hebräer 2, 4 und
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Römer 15, 18 - 19) zu stützen, in denen der Verfasser des Markusevangeliums, der Schreiber des Hebräerbriefes sowie Paulus davon berichten, dass Gott das Evangelium Seines Sohnes durch göttliche Zeichen bestätigt(e). Aus der (übersetzten) Vergangenheitsform versuchen anticharismatische Autoren den Schluss zu ziehen, das Neue Testament würde uns sagen wollen, göttliche Zeichen hätten aufgehört, was jedoch weder grammatikalisch noch historisch den Tatsachen entspricht. In 1. Kor. 13, 8 - 13 wiederum sagt Paulus, Zungenrede, Erkenntnis und prophetische Rede werden aufhören. Nahezu alle Ausleger sind sich darin einig, dass der Kontext dieser Aussage die Zeit beschreibt, in der wir beim Herrn sein und Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Sogar nichtcharismatische Ausleger geben zu, dass ihre anderslautenden Thesen zu dieser Stelle nicht als sicher angesehen werden können. Selbst wenn jedoch – was dem gesamten Kontext des Neuen Testaments als auch dem göttlichen Sinn von Geistesgaben widersprechen würde – Zungenrede, Erkenntnis und Prophetie bereits aufgehört hätten, so wäre 1. Kor. 13, 8 - 13 dennoch nicht anwendbar auf göttliche Heilungen, Zeichen und Wunder, welche das Evangelium begleiten, da an dieser Stelle gar nicht von ihnen gesprochen wird. (Der Versuch, Zungenrede in dieser Stelle als Zeichengabe zu betrachten und somit 1. Kor. 13, 8 - 13 automatisch auf alle Zeichengaben zu erweitern, widerspricht legitimer Bibelauslegung, ist willkürlich und unzulässig.) Würde Gott tatsächlich das Ende von Heilungen, Zeichen und Wundern deklarieren wollen, dann sollte man erwarten, dass Er dies im Neuen Testament wenigstens ein einziges Mal, wenn nicht sogar ausführlich über ganze Absätze und Kapitel, in absolut eindeutiger Weise aussagt, was Er jedoch an keiner Stelle tut. Wenn Markus 16, 20 / 1. Kor. 12, 12 / Hebräer 2, 4 und Römer 15, 18 - 19 davon berichten, dass Gott das Evangelium Seines Sohnes bestätigt(e), dann
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stellt es eine schwer nachvollziehbare Umdeutung des Wortes Gottes dar, wenn Anticharismatiker versuchen, aus diesen Stellen den Beweis für ein Aufhören der berichteten göttlichen Bestätigung herauslesen zu wollen. Wäre diese These wahr, so hätten göttliche Zeichen und Wunder bereits zu Lebzeiten der Verfasser des Neuen Testaments aufgehört haben müssen. Eine solche Annahme wäre in sich erkennbar falsch, denn selbst nach anticharismatischer These hätten Heilungen, Zeichen und Wunder, wenn sie nur den ersten Aposteln anvertraut worden wären, wenigstens während ihrer Lebzeiten existiert haben müssen, so wie auch bis in das letzte Kapitel der Apostelgeschichte berichtet wird, dass Paulus die Kranken der Insel Melita heilte (Apg. 28, 7 - 9). Die Fertigstellung der kanonischen Schriften als das Ende göttlicher Machtwirkungen anzusehen, dieses Ende jedoch bereits während der Erstellung der kanonischen Schriften als beschriebenerweise stattgefunden zu erklären, kann keiner legitimen Logik entsprechen. Aus einem Bericht oder einer zusammenfassenden Aussage den Beweis für ein Aufhören des Gesagten ableiten zu wollen, ist unzulässige Willkür im Umgang mit dem Wort Gottes. Weder der Kontext der betreffenden Stellen, noch ihre Aussage selbst geben auch nur im geringsten Anlass für eine Legitimität dieser anticharismatischen Auslegung. Darüber hinaus verwendet der Urtext in den betreffenden Stellen den griechischen Aorist, eine Zeitform, in welcher sowohl die grammatikalische Vergangenheit wie auch die Zukunft enthalten sind, und welcher eine Tatsache mit zeitlich unbestimmtem Aspekt ausdrückt, was den Aorist zur Begründung eines Auf hörens der beschriebenen Handlungen Gottes denkbar ungeeignet macht. Im Kapitel „Die Übersetzung des Aorist“ werden wir dieses Argument ausführlicher betrachten. Viele weitere anticharismatische Thesen und ihre eindeutige Widerlegung aus dem Wort Gottes werden wir in diesem Buch betrachten. Darüber hinaus möchte ich Ihnen die Faszination und Schönheit neutestamentlichen Christentums vor Augen führen, welches sich im Dienst Jesu und der ersten Jünger zeigt.
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Anticharismatische Autoren versuchen, die Erfahrbarkeit weiter Teile der Evangelien und der Apostelgeschichte in unserer Zeit als Irrlehre darzustellen. Naheliegender ist, dass es sich bei der Leugnung der Erfahrbarkeit weiter Teile des Neuen Testaments um den Tatbestand der Irrlehre handelt. Lassen Sie uns fĂźr diese MĂśglichkeit offen sein, die Argumente dieses Buches mit aufrichtigem Herzen bedenken und danach zu einer Reaktion kommen, die im Einklang steht mit Gottes Willen und Wort.
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01.02. Erklärung des Begriffes „anticharismatisch“ Unrichtige Lehren werden immer von Menschen vertreten. Zwar setzen wir uns in Wirklichkeit mit den falschen Lehren auseinander; dennoch müssen wir an manchen Stellen die Personen ansprechen, die sie vertreten. Während wir anticharismatische Brüder als Geschwister achten, widersprechen wir aufgrund des Wortes Gottes bestimmten ihrer Thesen. Obwohl das Wort „anticharismatisch“ möglicherweise nicht optimal ist, fanden wir keines, das auf gleiche Weise und in einem einzigen Wort die unterschiedlichen Positionen auszudrücken vermag. Nach der Aussage des Neuen Testaments sollten Charismatiker eigentlich nicht charismatisch heißen, sondern einfach Christen oder Jünger des Herrn, denn sowohl die Christen in Jerusalem, als auch in Galatien (Galater 3, 2 + 5), Korinth (1. Kor. 12), Samaria (Apg. 8, 5 - 8 + 14 - 17), Thessaonich (1. Thess. 1, 5) und Ephesus (Apg. 19, 1 - 12) waren vertraut mit göttlicher Kraft wie auch der Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Es ist mir nicht bekannt, ob Gegner des Charismatischen sich selbst als Anticharismatiker bezeichnen. Das Wort „anticharismatisch“ wird von mir jedoch in keiner abfälligen Weise gebraucht. Es stellt einfach den begriff lichen Gegensatz zu charismatisch dar. Ich könnte auch schreiben „acharismatisch“ (nicht-charismatisch), aber das würde uninterpretiert nur schwer verständlich sein. Darüber hinaus ist es kein Geheimnis, dass anticharismatische Autoren außerordentlich aktiv sind in der Bekämpfung, mindestens aber in jedweder Warnung vor charismatischen Belangen. Sicher werden sie mir deshalb nachsehen, wenn ich ihren aktiven Kampf mit dem Wort „anti“ beschreibe. Sie selbst sind nicht gerade zurückhaltend in ihrer Wortwahl; Begriffe wie „dämonisch“, „satanisch“, „Irrgeist“, „Irrlehrer“, „falscher Prophet“, „antichristlich“ und viele mehr fallen in ihren Publikation ununterbrochen, wenn sie über charismatisch-pfingstliche Christen schreiben. Insofern sollte es sicher erlaubt sein, aus Gründen der Zweckmäßigkeit den Begriff „anticharismatisch“ zu verwenden.
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
01.03. Juristische Betrachtung und Beweisführung Ich werde anticharismatische Argumente mit juristischer Präzision betrachten und beweisen, dass sie nicht nur grundsätzlich, sondern darüber hinaus in jedem einzelnen Detail dem Neuen Testament widersprechen. Unser Gott ist ein Gott der Gerechtigkeit. Wenn sich herausstellt, dass anticharismatische Autoren mit vorsätzlichen und offensichtlichen Falschaussagen operieren, dann ist es an der Zeit, diese zu korrigieren. Es ist nicht möglich, dem Gott der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu dienen und gleichzeitig das Volk Gottes mit falschen Aussagen zu falschen Glaubenssätzen zu bringen; Diener Gottes sollten sich dieser Verantwortung bewusst sein.
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01.04. Prämissen und Glaubenssätze Uns ist bewusst, dass – während manche anticharismatische Autoren viele wichtige Stellen des Neuen Testaments verschweigen – sich andere unter ihnen zur Aufgabe gemacht haben, für jede einzelne dieser Stellen eine Umdeutung in ihrem gewünschten Sinne vorzunehmen. Wir kennen diese Umdeutungen, doch wir akzeptieren sie nicht, weil sie – was die Stellen selbst betrifft – in unzulässiger Auslegung geschehen, und die Versuche der Umdeutung darüber hinaus im Widerspruch zur Gesamtheit des Neuen Testaments stehen. Diesem Buch liegt nicht die Prämisse zugrunde, Dinge innerhalb des Neuen Bundes hätten sich seit der Apostelgeschichte geändert. In manchen anticharismatischen Publikationen wird die These vertreten, bei der Apostelgeschichte handele es sich um eine Übergangszeit zwischen Altem und Neuem Bund. Nun, vor Beginn der Berichterstattung der Apostelgeschichte wurde unser Herr von den Toten auferweckt, die Himmelfahrt findet in der Mitte des ersten Kapitels statt, und der Heilige Geist wurde zu Beginn des zweiten Kapitels ausgegossen. Wenn Jesu Auferstehung, Seine Himmelfahrt und die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Gemeinde nicht den Beginn des Neuen Bundes darstellen (sofern dieser nicht bereits mit Seiner Menschwerdung, Seinem Dienst auf der Erde oder Seinem Kreuzestod begann), dann gibt es keinen weiteren Zeitpunkt, zu welchem der Neue Bund begonnen haben könnte. Es entzieht sich unserer Kenntnis, welche und wie viele anticharismatische Kreise obenstehende These vertreten. Wir bekennen uns jedoch dazu, das Neue Testament in seiner Gesamtheit und Fülle als Gottes inspiriertes Wort anzuerkennen und ihm gehorsam sein zu wollen. Wir sehen die göttliche Sendung Jesu, um das Evangelium der Gnade Gottes zu verkünden, die Kranken zu heilen und die Gebundenen zu befreien. Jesus sagt von sich, dass Er derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit. Wir können nicht erkennen, dass Er sich geändert haben sollte.
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Wir sehen die Apostelgeschichte, den einzigen im Neuen Testament befindlichen Bericht über das Leben der ersten Christen, und finden in ihr eine unübersehbare, außergewöhnliche Kette göttlichen Mitwirkens im Dienst der ersten Christen zur Gewinnung großer Scharen von Gott geliebter Menschen für Jesus und Sein Reich. Wir glauben, dass der Heilige Geist, als Er das Neue Testament inspirierte, in Weisheit auswählte, was für uns von Bedeutung ist, und Er deshalb nicht ohne Grund über nahezu unzählbare Heilungen, Befreiungen, Zeichen und Wunder berichten lässt. Wir glauben, dass Gott als guter Vater Seinen Kindern keinen Stein, keine Skorpione oder Schlangen geben wird, wenn sie Ihn um den Heiligen Geist und um gute Gaben bitten (Lukas 11, 9 - 13). Wir richten uns nach den Worten von Paulus, welcher sebst mehr in Zungen redete als alle Korinther (1. Kor. 14, 18), der uns auffordert, nach den größeren Gaben des Geistes zu eifern (1. Kor. 12, 31) und den Geist nicht zu löschen (1. Thess. 5, 19), welcher will, dass wir alle in Zungen sprechen, viel mehr noch prophetisch reden (1. Kor. 14, 5), und der gleichzeitig die Ordnungen festlegt, innerhalb derer die Gaben des Geistes in der Gemeinde zu ihrer Auferbauung gebraucht werden sollen (1. Kor. 12 und 14). Wir glauben, dass göttliche Bestätigung und Mitwirkung bei der Verkündigung des Evangeliums – so wie wir es in der Apostelgeschichte sehen – der Rettung von Gott geliebter Menschen dient. Göttliches Mitwirken ist weder ein Garant für eine Hinwendung der Menschen zu Jesus, noch der zentrale Inhalt unseres Glaubens, doch es ist das von Gott gewählte Mittel, um die Aufmerksamkeit großer Menschenmengen zu wecken, Sich als der lebendige, wahre Gott zu erweisen, Sein Erbarmen mit Kranken und Gebundenen auszudrücken und Menschen den Glauben an Ihn zu erleichtern.
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01.05. Ehrfurcht vor dem Wort Gottes – Ein Vorwort für anticharismatische Autoren Ich habe in meinem Leben die Entscheidung getroffen, dem Wort Gottes niemals zu widersprechen, es mit Ehrfurcht und Demut zu studieren, Sein Wort niemals umzudeuten, es niemals zu verfälschen und niemals über Dinge zu lehren, solange ich keine ausgewogene Erkenntnis darüber erlangte, welche auf der Kenntnis und unvoreingenommenen Anerkenntnis aller entsprechenden Stellen des Wortes Gottes beruht. Wir sind Diener Gottes. Als solche unterstehen wir der Autorität Gottes. Es steht uns nicht frei, beliebige Dinge zu lehren. Rudolf Ebertshäuser, Alexander Seibel, Benedikt Peters und andere Autoren nehmen für sich in Anspruch, Lehrer des Wortes Gottes zu sein. So erscheint es legitim, wenn ich ihren Aussagen den Maßstab des Wortes Gottes anlege. Ich möchte anticharismatischen Autoren drei entscheidende Frage stellen: 1. Stehen Sie zu Ihrer Aussage, dass das Neue Testament vollständig von Gott inspiriert ist? 2. Geht es Ihnen unbedingt um das Werk und den Willen Gottes, für welche Sie bereit sind, alle eigenen Belange zurückzustellen? 3. Sind Sie der Wahrheit Gottes unbedingt verpflichtet? Diese Fragen sind von entscheidender Bedeutung. Wenn ein Lehrer des Wortes Gottes seine eigene Erkenntnis oder eine von ihm bevorzugte Meinung im Zweifelsfall über das Wort Gottes stellen würde, disqualifiziert er sich selbst. Ist ein Lehrer des Wortes Gottes der Wahrheit nicht unter allen Umständen verpf lichtet, so wäre es ergebnislos, ihn auf die Wahrheit hinweisen zu wollen.
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
Ich habe in meinem Leben die Entscheidung getroffen, die Bibel, und als Teilhaber des Neuen Bundes insbesondere das Neue Testament, als das inspirierte Wort Gottes zu achten, mich ihm aufrichtig und mit einem offenen Geist zu nähern, dem Wort Gottes niemals zu widersprechen, es niemals umzudeuten, nichts davon zu verschweigen, und niemals über Dinge zu lehren, über die ich keine klare Erkenntnis erlangte. Wenn diese Haltung auch der anticharismatischer Autoren entspricht, uns also die Ehrfurcht vor dem inspirierten Wort Gottes verbindet, würden Sie mit mir einen aufrichtigen Blick auf wichtige Worte Jesu richten? Ich werde auf den folgenden Seiten nicht ein einziges Mal den Versuch unternehmen, das Wort Gottes in einem bestimmten Sinne zurechtzubiegen; ich werde keine einzige Spekulation anstellen; ich werde keine einzige Stelle weglassen, weil sie nicht ins Konzept passen würde, und ich werde keine feinsinnigen, scheinbar aus dem griechischen Urtext abgeleiteten Argumentationslinien entwickeln müssen, um das Unbeweisbare beweisen zu wollen, wie es in den Büchern mancher Anticharismatiker der Fall ist. Es gibt für Diener Jesu nur einen einzigen wichtigen Punkt: Der Wille dessen, dem wir unser Leben gegeben und dem zu dienen wir uns verpf lichtet haben. Lassen Sie uns – auch in jedem über den Inhalt dieses Buches hinausgehenden Bereich unseres Lebens – ein neues Bewusstsein dafür entwickeln, was es heißt, Jesus unseren Herrn zu nennen und uns in Seinem Willen zu bewegen.
Teil 1 – Einleitung
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01.06. Die fehlende Legitimität anticharismatischer Bibelauslegung Wenn es um Ruhen im Geist, Lachen im Geist und Innere Heilung geht, führen anticharismatische Autoren an, dass diese im Neuen Testament kein erkennbares Vorbild haben. Die Begründung, etwas danach zu beurteilen ob es Praxis in der Apostelgeschichte war oder nicht, ist in der Tat die beste, die sich überhaupt finden lässt. Interessanterweise wird diese jedoch in anticharismatischer Argumentation dadurch ad absurdum geführt, dass es Anticharismatiker überhaupt nicht interessiert, wie die ersten Christen lebten und was wir in der Apostelgeschichte finden. Die Apostelgeschichte ist voll von Berichten über die Erfüllung mit dem Heiligen Geist als unabhängiges Erlebnis zur Wiedergeburt, von göttlichen Wundern und Bewahrungen, von der Bekehrung großer Menschenmengen, Zeichen, Wundern und Heilungen. Anticharismatische Autoren führen zu Recht das Argument an, dass wir alles am Neuen Testament prüfen sollen, halten sich aber nicht daran. Finden sie etwas nicht im Neuen Testament, dämonisieren sie es; finden sie es im Neuen Testament, dämonisieren sie es auch. Die Großzügigkeit, mit welcher anticharismatische Argumentation den einen Teil charismatischer Belange ablehnt, weil es sich nicht im Neuen Testament finden lässt, während sie alles andere ablehnt, obwohl das Neue Testament voll davon ist, zeigt in offensichtlicher Weise, dass für anticharismatische Autoren in der Beurteilung der charismatischen Bewegung das Neue Testament in Wahrheit nicht die Richtschnur ihres Denkens ist, sondern es von ihnen dort, wo es ins Konzept passt, für argumentative Zwecke verwendet wird, während sie seine Inhalte an allen anderen Stellen, die sie nicht mögen, als Maßstab verwerfen.
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
Das Mittel ihrer Wahl ist die gezielte Umdeutung, bzw. ein für ungültig erklären aller Stellen, denen charismatisch-pfingstliche Kinder Gottes Glauben schenken. Dabei ist bedeutsam zu sehen, dass anticharismatische Umdeutung des Neuen Testaments sich ausschließlich auf charismatische Themen beschränkt. Es gibt keinen anderen Bereich, in welchem sie die Behauptung aufstellen würden, Dinge hätten sich seit der Zeit des Neuen Testaments geändert, außer charismatisch-pfingstlichen Aspekten. In vielen Brüdergemeinden ist selbst Frauen das Lehren untersagt und sie sind angehalten, ihren Kopf zu bedecken. In ausnahmslos jedem anderen Punkt wird das Neue Testament wörtlich genommen, außer in Bezug auf Themen, durch die man sich vom pfingstlich-charismatischen Bereich abgrenzt. Ist es wirklich logisch, das Neue Testament bis hin zum Lehrverbot und der Kopf bedeckung für Frauen wörtlich zu nehmen, während man gleichzeitig absolut zentrale Themen wie die Kraft des Heiligen Geistes, göttliche Heilung sowie Zeichen und Wunder in Begleitung des Evangeliums, welche ca. 20 Prozent der Evangelien und weite Teile der Apostelgeschichte ausmachen, für ungültig erklärt? Es ist offensichtlich, dass das selektive für ungültig erklären des Lebens und Dienstes der ersten Christen nicht als legitim anerkannt werden kann. Es ist weiterhin offensichtlich, dass nicht gleichzeitig (zu Recht) damit argumentiert werden kann, bestimmte Phänomene in Teilen der charismatischen Bewegung ließen sich nicht im Neuen Testament finden, während anticharismatische Autoren das Neue Testament in allen Punkten ignorieren bzw. für ungültig erklären, die ihren Ansichten, für die sie sich entschieden haben, widersprechen.
Teil 1 – Einleitung
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01.07. Prinzipien legitimer Bibelauslegung Wir kennen vier wesentliche Aspekte legitimer Bibelauslegung: 1. Was ist die Aussage einer Stelle? 2. Was ist die Aussage des Kontextes, in welchem die Stelle zu finden ist? 3. Steht eine Auslegung im Widerspruch zur Gesamtheit des Neuen Testaments? 4. Befindet sich eine Auslegung im Einklang mit dem Wesen Gottes? Darüber hinaus kann im Bereich der Auslegung nicht eine beliebige Übersetzung in einer bestimmten Sprache maßgebend sein, sondern die Aussage des griechischen Urtextes und daraus folgend eine richtige Wiedergabe desselben. Die Methoden, mittels derer anticharismatische Autoren das Neue Testament in Bezug auf die strittigen Themen auslegen, würden jeder Person die Verbreitung beliebiger Irrlehren erlauben. Falsche Grundannahmen, unsaubere Auslegung, willkürliche Behauptungen, unzulässige Schlussfolgerungen, unbewiesene und unbeweisbare Thesen, Weglassung und Umdeutung klarer Worte Gottes sind die Quellen bzw. Methoden aller christlichen Irrlehren. Leider finden sich genau diese in vielen anticharismatischen Publikationen, während offensichtlich ist, dass die genannten Methoden zur Auslegung des Wortes Gottes weder akzeptabel noch geeignet sind. Dieses Buch legt den Maßstab an sich selbst, auf alle zuvor genannten Quellen des Irrtums zu verzichten.
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Evangelisation in der Kraft von Zeichen und Wundern
Ich werde diesem Buch keine falschen Annahmen zugrunde legen. Ich werde das Wort Gottes sauber und gemäß anerkannter Maßstäbe auslegen. Ich werde keine unzulässigen Schlussfolgerungen ziehen und keine willkürlichen Behauptungen aufstellen. Ich werde keine einzige These vertreten, die sich nicht aufgrund klarer Stellen des Neuen Testaments und des Wesens Gottes beweisen lässt. Und ich werde keine einzige relevante Stelle des Neuen Testaments in Bezug auf die behandelten Themen ausblenden, ignorieren, verschweigen oder umdeuten. Als Diener Gottes haben wir die Verantwortung, im Auftrag Gottes zu lehren. In Seinem Auftrag bedingt, in Seinem Sinne zu lehren; andernfalls fehlt uns die Legitimation. Wiederholt sagt Gott in Seinem Wort: „Sie sprechen, was Ich ihnen nicht aufgetragen habe.“ So ist es nicht unsere Aufgabe als Seine Diener, unrichtige Privatmeinungen zu vertreten, denn jeder Bote, der die Botschaft verfälscht, ist ein Absurdum in sich selbst. Das Wort Gottes beleuchtet – um im Bild zu sprechen – viele Themen wie das Spektrum eines Regenbogens. Es ist unmöglich und unzulässig, eine Lehre auf einer einzigen Stelle aufzubauen, während man zur gleichen Zeit das Spektrum der neutestamentlichen Aussagen zu diesem Thema unbeachtet lässt. Timotheus erhielt von Paulus den Rat, Hände nicht vorschnell aufzulegen. Auf dieser Stelle jedoch die Lehre aufzubauen – wie einige anticharismatische Autoren es tun – Handauf legung innerhalb der charismatischen Bewegung wäre unbiblisch, steht in klarem Widerspruch zu der Tatsache, dass Handauf legung im Dienst Jesu und in der Apostelgeschichte außerordentlich häufig praktiziert wurde.
Teil 1 – Einleitung
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Sollte ein Leser in meinem Buch auch nur einen einzigen Widerspruch zur ausgewogenen Lehre des Neuen Testaments oder auch nur einen einzigen logischen Fehler entdecken, bitte ich ausdrücklich um Mitteilung desselben, und sollte eine Prüfung die Richtigkeit eines Hinweises ergeben, würde ich dies öffentlich in Ehrfurcht vor dem Wort Gottes korrigieren. Ich lade Sie ein, meine Worte aufrichtig zu prüfen (Apg. 17, 11) und ihr Herz nicht zu verschließen, wenn Sie in Aufrichtigkeit spüren, dass ich die Wahrheit schreibe und der Geist der Wahrheit zu Ihnen spricht.