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Gesegnet Gottes Versprechen im Buch der Offenbarung für dich entdecken

Nancy Guthrie


Gesegnet Gottes Versprechen im Buch der Offenbarung für dich entdecken

Nancy Guthrie


In tiefer Demut und mit großer Bewunderung widme ich dieses Buch meinen Glaubensgeschwistern weltweit, die unter ständiger Bedrohung leben und aufgrund ihrer mutigen Zugehörigkeit zu Jesus und ihrer Kompromisslosigkeit persönlichen Verlust erlitten haben. Ihr gehört zu denen, deren die Welt nicht wert war (vgl. Hebr 11,38). In diesem Leben werde ich euch wohl nicht begegnen, eines Tages aber werde ich mich gemeinsam mit euch um den Thron Gottes und des Lammes versammeln. Gemeinsam werden wir singen, wie würdig das Lamm ist, und den allmächtigen Herrn und Gott für die Ausübung seiner Gerechtigkeit preisen. Eines Tages werden wir Angesicht zu Angesicht vor unserem Erlöser stehen, und ich erwarte, dass er euch in die Augen schauen und sagen wird: »Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod« (Offb 12,11). Und bis es so weit ist, werde ich für euch beten. Ich bitte Gott, euch mit Gnade und Frieden zu erfüllen. Ich bitte ihn, euch für das geduldige Ausharren zu stärken, während wir auf die Ankunft unseres Königs warten.


Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über dnb.de abrufbar. Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung in und Verarbeitung durch elektronische Systeme. Der Verlag behält sich die Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte dieses Werkes für Zwecke des Text- und Data-Minings nach § 44b UrhG ausdrücklich vor. Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen. Bei Fragen zur Produktsicherheit wende dich bitte postalisch oder per E-Mail über die angegebenen Kontaktdaten an uns. Titel des englischen Originals Blessed: Experiencing the Promise of the Book of Revelation © 2022 by Nancy Guthrie Published by Crossway a publishing ministry of Good News Publishers Wheaton, Illinois 60187, U.S.A. This edition published by arrangement with Crossway. All rights reserved. Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart Sonstige Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage wiedergegeben: SLT Bibeltext der Schlachter, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft.

© 2026 Verbum Medien gGmbH Kleines Lohfeld 6 D-32549 Bad Oeynhausen verbum-medien.de info@verbum-medien.de Übersetzung Janina Janzen Lektorat Bettina Spengler Umschlag und Umschlagmotiv Annika Felder Satz Satz & Medien Wieser Druck und Bindung Finidr, Tschechien 1. Auflage 2026 Best.-Nr. 8652 370 ISBN 978-3-98665-370-5 E-Book 978-3-98665-371-2 Hörbuch 978-3-98665-372-9 DOI 10.54291/n642965538

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Inhalt Einleitung Die Sieben »Selig ist«-Aussagen im Buch der Offenbarung

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1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Gesegnet durch das Hören der Offenbarung Jesu 29 Gesegnet durch den Blick auf den verherrlichten Jesus 49 Gesegnet, weil Jesus mich kennt 73 Gesegnet durch die Anbetung der Würde Jesu 105 Gesegnet, weil Jesus mich beschützt 129 Gesegnet durch den Dienst für Jesus 151 Gesegnet durch das Leben und Sterben in Christus 177 Gesegnet, weil wir bereit sind für die Wiederkunft Jesu 209 Gesegnet, weil ich als Braut für Jesus vorbereitet bin 231 Gesegnet durch die Teilhabe an der Auferstehung Jesu 255 Gesegnet durch das Leben in der Neuen Schöpfung mit Jesus 277 12 Gesegnet durch das Halten der Worte Jesu 301

Literaturverzeichnis Endnoten

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Einleitung

Ganz zu Anfang muss ich etwas beichten. Als ich vor einigen Jahren gefragt wurde, ob ich in meiner Gemeinde beim Bibelstudium über die Offenbarung mithelfen möchte, suchte ich nach einem Ausweg – nach einer guten Begründung – nein zu sagen. Ich war völlig eingeschüchtert. Für mich war die Offenbarung eine unverständliche Ansammlung seltsamer Kreaturen und Ereignisse, die ich selbst nicht verstehen konnte, geschweige denn jemand anderem beibringen. Dann aber dachte ich, bevor ich nein sage, sollte ich dieses Buch wahrscheinlich einmal durchlesen. Also begann ich zu lesen. Nach nur zwei Versen las ich: »Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe« (Offb 1,3). Als ich das las, dachte ich mir: Würde ich jemals von einem Segen Gottes sagen, dass ich kein wirkliches Interesse habe, diesen zu empfangen? Ich las weiter – bis zum Ende – und da war es wieder: »Siehe, ich komme bald. Selig ist, der die Worte der Weissagung in diesem Buch bewahrt.« (Offb 22,7) und »Versiegle nicht 9


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die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!« (Offb 22,10). Man könnte es auch so ausdrücken: Stell die Bibel mit dem Buch der Offenbarung nicht einfach ins Regal. Als ich das las, dachte ich mir: Genau das habe ich ja eigentlich auch getan. Ich habe das Buch ins Regal gestellt, in der Annahme, dass ich es sowieso nicht verstehen werde und es auch nicht wirklich brauche. Mir wurde klar, dass ich die Offenbarung aus dem Regal nehmen musste. Ich sollte dieses Buch lesen, es verstehen, befolgen und mich daran freuen. Vielleicht verspürst du in dir das gleiche Bedürfnis. In diesem Fall freue ich mich, dieses Buch mit dir gemeinsam auf den folgenden Seiten in der Tiefe zu betrachten. Bevor wir anfangen, möchte ich aber drei Dinge tun. Erstens möchte ich einige Gründe beleuchten, weshalb wir das Buch der Offenbarung ignorieren oder vernachlässigen. Zweitens möchte ich erläutern, warum es sich lohnt, sich mit diesem Buch zu beschäftigen. Drittens möchte ich einige hilfreiche Grundlagen für das Verständnis der Botschaft dieses Buches darlegen. 1. Weshalb wir die Offenbarung vermeiden Wir haben Angst, dass wir sie nicht verstehen werden. Die Offenbarung ist gefüllt mit seltsamen Kreaturen, Bildern aus einer anderen Welt und Szenen, die schwer zu verstehen und zu entschlüsseln sind. Hier ist unsere Vorstellungskraft gefragt – wir sind aber beim Lesen der Bibel nicht wirklich daran gewöhnt, diese zu nutzen. Die Offenbarung wurde in einem literarischen Genre geschrieben, das wir nicht gewohnt sind zu lesen. Daher wissen wir nicht instinktiv, wie wir es lesen und verstehen sollen. Das bedeutet, wenn wir es angemessen verstehen wollen, müssen wir unsere Fähigkeit im Lesen 10


Einleitung

des literarischen Genres der apokalyptischen Prophetie schulen. Während wir das tun, werden wir erleben, wie sich dieses Buch für uns öffnet. Die Offenbarung wurde nicht für Theologen geschrieben, also musst du auch kein Theologe sein, um sie zu verstehen. Es ist ein Brief, geschrieben im 1. Jahrhundert, an die Gläubigen, mit der Erwartung, dass sie die Botschaft verstehen würden. Dieser Brief wurde geschrieben, um versteckte Realitäten sichtbar zu machen oder zu offenbaren, nicht um es schwerer zu machen, sie zu erkennen oder zu begreifen. Die Offenbarung wurde nicht geschrieben, um Verwirrung zu stiften, Konflikte hervorzurufen oder den Lesern Angst zu machen. Vielmehr wurde sie geschrieben, damit gewöhnliche Gläubige, die sie hören und ihre Botschaft annehmen, sie nicht nur verstehen, sondern von der Botschaft gesegnet werden. Gesegnet in einer Art und Weise, die in der Welt weder verstanden noch geschätzt wird. Wir wissen, dass es viele gegensätzliche Meinungen zur Offenbarung gibt. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Herangehensweisen, wie die Offenbarung gelesen und verstanden werden kann – einige stichhaltiger als andere. Zusätzlich haben viele Leute sehr feste Überzeugungen, wie die Offenbarung zu lesen und zu verstehen ist. Diese unterschiedlichen Interpretationszugänge können leider Barrieren schaffen, die vielen den Weg zu diesem Buch versperren. Meiner Meinung nach ist das tragisch. Lass mich gleich zu Beginn klarstellen: Falls du dieses Buch in der Hoffnung liest, entweder einen Verbündeten oder einen Diskussionsgegner für deine gefestigten Überzeugungen zur biblischen Auslegung oder zu Fragen der Endzeit zu finden, wirst 11


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du enttäuscht sein. Auch wenn meine Ansichten in einigen ­umstrittenen Themen ersichtlich sein werden, ist es nicht mein Ziel, gegensätzliche Ansichten zu widerlegen. Dafür habe ich weder den Platz noch das Bedürfnis. Ich werde in den meisten Fällen nicht verschiedene Ansichten präsentieren und dann für meine eigene Meinung argumentieren. Ich werde lediglich darstellen, was uns die Schrift präsentiert. An Kritik, Kontroversen oder Spekulationen habe ich kein Interesse. Mich interessiert, was klar ist und nicht ignoriert werden kann. Wir glauben, die Offenbarung sei auf die Zukunft gerichtet und habe für uns heute keinen praktischen Wert. Die meisten Menschen nehmen an, die Offenbarung sei größtenteils oder vollständig auf die Zukunft gerichtet – aber lass uns da kurz genauer hinsehen. Würde es wirklich Sinn machen, dass Johannes seinen Brief an sieben Gemeinden des ersten Jahrhunderts adressiert, in dem es aber hauptsächlich um Dinge geht, die für die Generation wichtig und erkennbar sind, die während der Wiederkunft Christi lebt? Macht es nicht viel mehr Sinn, dass Johannes sowohl den Gläubigen seiner Zeit als auch den Gläubigen jedes Zeitalters aufgeschrieben hat, was sie über ihre Lebensführung wissen müssen, um mit den harten Realitäten unserer Welt umzugehen? Die Offenbarung präsentiert eine vergangene, gegenwärtige und zukünftige Realität, die Jesu Nachfolger, die zwischen seiner Himmelfahrt und seiner Wiederkunft leben, sehen müssen. Diese Tatsache wirft Licht auf die Geschichte, die sich in der Vergangenheit abgespielt hat und auch heute noch entfaltet. Sie korrigiert unsere Annahmen, dass der Status quo fortbestehen wird und Widerstand gegen das System dieser Welt sinnlos ist. 12


Einleitung

In diesem Buch werden eindeutig Dinge beschrieben, die noch nicht geschehen sind. Der anhaltende Konflikt, der sich in unserer Welt manifestiert, seitdem Gott in Eden Feindschaft zwischen der Schlange und der Frau gesetzt hat, wird in der Zukunft einen Höhepunkt erreichen. Es wird einen finalen Kampf geben. Jesus wird wiederkommen. Die Offenbarung wird uns dabei helfen, diese Dinge deutlicher zu erkennen. Das bedeutet aber nicht, dass sie gänzlich – oder hauptsächlich – zukunftsorientiert ist. In der Offenbarung geht es tatsächlich weniger darum, wann Jesus wiederkommen wird, sondern vielmehr darum, was wir tun sollen, wer wir sein sollen und was wir aushalten müssen, während wir darauf warten, dass Jesus wiederkommt und sein Königreich etabliert. Wir neigen dazu, pragmatisch zu sein. Wir möchten das Bibelstudium mit einer To-Do-Liste verlassen und gehen vielleicht davon aus, dass sich der kosmische Kampf, beschrieben in der Offenbarung, nicht für eine praktische Anwendung anbietet. Doch so einfach ist das nicht. Die Offenbarung stellt einen wiederholten Aufruf dar, dem jeder von uns dringend folgen muss – heute noch, jetzt gleich. Außerdem ist die Offenbarung ausschlaggebend, wenn es darum geht, worin wir unser Lebenskapital investieren, worüber wir uns freuen oder wovor wir Angst haben. Die Offenbarung spricht über unsere großen und kleinen Kompromisse mit der Welt um uns herum, davon, wie wir politische und staatliche Systeme betrachten, und darüber, was wir von unserem Geld erwarten. Wenn uns die praktische Seite wichtig ist, so werden wir eines Tages zurückblicken und erkennen, dass es nichts Hilfreicheres als das Gebet gegeben hat, nichts Nützlicheres als Ausharren und nichts Sinnvolleres als den dreieinigen Gott im Angesicht des Bösen zu loben. Wir werden feststellen, dass Anbetung der »ultimativste Akt des Widerstands« in einer Welt der Götzenan13


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betung und des Materialismus war.1 In unserer Treue zu König Jesus auszuharren – selbst wenn es uns etwas kostet – und so zu leben, als erwarteten wir weder den Beifall noch die Anerkennung noch die Erfüllung durch diese Welt, ist wahrlich ultimativer Widerstand. Das ist schockierend. Gleichzeitig aber ist das ein ganz gewöhnliches Christenleben. Genau das wird von einem Bürger des himmlischen Königreichs, der in dem Reich dieser Welt lebt, erwartet. Wir wissen, dass es in der Offenbarung um die Verfolgung von Gläubigen geht, und dies bereitet uns Unbehagen. Vielleicht ist es gar nicht so sehr die Andersartigkeit oder die umstrittene Auslegung der Offenbarung, die uns von diesem Buch fernhält. Vielleicht ist es für einige von uns eher unsere Liebe zur Bequemlichkeit und die fehlende Fähigkeit, damit umzugehen, dass wir als Gläubige angegriffen werden. Die Bedrohung, auf eine Gefängnisinsel verbannt zu werden, weil man König Jesus die Treue schwört, ist von dem komfortablen Leben, das viele von uns führen, unglaublich weit entfernt. Es fällt uns nicht leicht, die Anspannung, die Bedrohung und die Leben-oder-Tod-Situationen in diesem Buch nachzuvollziehen. Es ist schwer, sich mit einem »Wie lange noch?« zu identifizieren, wenn wir die Sicherheit eines schönen Zuhauses und einer guten Arbeitsstelle haben, auf großen Bildschirmen Fußballspiele verfolgen und uns das Essen bis zur Haustür geliefert wird. Wenn wir ganz ehrlich sind, dann sind wir mit unserem komfortablen Leben und all dem, was wir in diesem Leben noch erreichen, schaffen und erleben wollen, ziemlich zufrieden. Uns gefällt die Aussicht, dass Jesus noch eine Weile braucht, um wiederzukommen und in unser Zeitgeschehen einzugreifen. 14


Einleitung

Vielleicht werden wir diese Sehnsucht der Gläubigen in der Offenbarung nach Christi Wiederkunft erst verstehen, wenn wir uns darauf einlassen, von den Berichten über Gläubige bewegt zu werden, die in anderen Teilen dieser Welt für ihren Glauben gequält oder ermordet werden. Vielleicht verstehen wir die Sehnsucht erst dann, wenn wir mit einer Frau zusammensitzen, die vergewaltigt wurde oder deren Ehemann vor ihren Augen von islamistischen Terroristen ermordet wurde. Vielleicht aber auch, wenn wir an Menschen denken, deren Kirchen niedergebrannt und deren Pastoren hingerichtet wurden. Die Offenbarung lädt uns ein, den Schmerz der Verfolgung zu teilen, den unsere Glaubensgeschwister auf der ganzen Welt und im Laufe der Geschichte erlitten haben. Außerdem spricht sie in diesen Schmerz hinein, indem sie uns sagt, dass die Tage des Bösen in dieser Welt gezählt sind. 2. Gründe, weshalb wir die Offenbarung studieren sollten Auch wenn wir nicht alle Aspekte der Offenbarung verstehen, die zentrale Botschaft können wir begreifen. Wenn es unser Ziel ist, die Offenbarung so zu studieren, dass wir die Bedeutung jedes Bildes, jeder Symbolik und jedes Details exakt herausfinden können, werden wir wahrscheinlich frustriert sein. Stattdessen sollte es unser Ziel sein, darauf zu hören und uns zu Herzen zu nehmen, was eindeutig ist. Um die zentrale Botschaft der Offenbarung zu erkennen, kann es sehr hilfreich sein, die entsprechenden Abschnitte in der Bibel vorher zu lesen. Wenn du ein wenig Zeit damit verbringst, dir selbst ein paar Fragen zu dem Bibeltext zu stellen, bevor du hier die einzelnen Kapitel liest, wirst du viel mehr von diesem Buch profitieren. 15


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Wir leben in einer absolut zwiegespaltenen Zeit. Wir alle haben unsere Meinungen. Wir haben auch Meinungen dazu, welche Meinungen es wert sind, gehört zu werden. Genau das trifft auch auf das Buch der Offenbarung zu. Einige von uns mögen sich wohler damit fühlen, sich auf die genaue Interpretation zu konzentrieren oder die Details festzuhalten, anstatt das zu tun, was dieses Buch von uns verlangt – das eigene Leben genau zu reflektieren. Wir können die zentrale Botschaft dieses Buches verstehen. Die wichtigere Frage ist, ob wir bereit sind, diese anzunehmen und in ihrem Licht zu leben. Wir müssen diese Welt und unser Leben in dieser Welt aus der Himmelsperspektive betrachten. Manchmal sind wir so naiv, zu denken, wir hätten alle nötigen Daten, um die Geschehnisse unserer Welt zu begreifen – aber das stimmt nicht. Unser Menschsein und unser irdischer Blickwinkel limitieren unsere Perspektive. Im Buch der Offenbarung erleben wir, wie ein Vorhang vor Johannes weggezogen wurde, sodass er über Zeit und Raum des irdischen Lebens hinaus in das Herz der ultimativen Realität sehen konnte. Er wurde befähigt, zu sehen, was in dieser Welt geschieht, nicht aus einer irdischen, sondern aus einer himmlischen Perspektive. Wenn wir uns auf das, was er gesehen hat, einlassen, merken wir, dass wir die wahre Natur der Dinge deutlicher erkennen. Anstatt die Angebote dieser Welt als attraktiv wahrzunehmen, sehen wir aus der himmlischen Perspektive, wie schädlich und unbefriedigend sie sind. Anstatt die Verfolgung eines treuen Gläubigen als bittere Niederlage zu werten, sind wir in der Lage, dies als herrlichen Sieg zu erkennen.

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Einleitung

Wir wollen den Segen, der denjenigen versprochen wurde, die »hören und behalten«. Viele von uns haben eine recht oberflächliche Vorstellung davon, was es bedeutet, gesegnet zu sein. Die Offenbarung wird einige unserer Annahmen darüber korrigieren, wie ein gesegnetes Leben für ganz normale Gläubige wie dich und mich aussieht. Der in der Offenbarung versprochene Segen ist für diejenigen reserviert, die »hören und befolgen« wie dort beschrieben ist. Dadurch werden wir herausgefordert, nachzudenken, was dieses Hören und Befolgen für uns bedeutet und von uns fordert. Die Offenbarung wird unser Verständnis davon, was ein gesegnetes Leben ist, vertiefen. Wir müssen aus der Geschichte leben, die die Offenbarung erzählt. Jeder von uns lebt nach der Geschichte, die er für wahr hält. Einige von uns leben den sogenannten »Amerikanischen Traum«. Einige andere leben eine Geschichte, die mit einen »Happy End« enden muss. Wieder andere sind zu dem Entschluss gekommen, ihre eigene Lebensgeschichte zu schreiben, die mit einem für sie angenehmen Ende schließt. Allerdings gibt es eine Geschichte, aus der du und ich leben sollten – eine Geschichte, die unser Leben heute und alle Tage formen sollte. Jesus sagt, es ist die Geschichte des Königreiches Gottes. Das Buch der Offenbarung hilft uns, zu sehen, wohin diese Geschichte führt, sodass wir in freudiger Erwartung leben können.

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3. Was wir benötigen, um aus dem Buch der Offenbarung den größtmöglichen Nutzen zu erzielen Wir müssen bereit sein, unsere visuelle Vorstellungskraft zu benutzen. Die biblischen Autoren sagen uns an vielen Stellen der Heiligen Schrift, was sie von Gott gehört haben. Die Offenbarung ist anders. Johannes schreibt über das, was er in vier Visionen gesehen hat – eine Vision von Christus, eine Vision des Himmels, eine Vision in der Wildnis und eine Vision auf einem hohen Berg. Johannes malt mit seinen Worten herrliche Bilder – Bilder, die Eindruck machen und Realität vermitteln sollen. Du und ich leben in einer Welt, die uns sehr lebendig vorkommt. Im Laufe eines typischen Tages werden wir von Bildern und Eindrücken überschwemmt. Genau diese Bilder drohen, unsere Realität zu definieren. Sie bilden aber nicht die gesamte Realität ab. Die Offenbarung präsentiert uns ein vollständigeres Bild der Realität, das wir mit unseren physischen Augen nicht sehen können. Sie bietet uns die Möglichkeit, über Raum und Zeit dieser Welt hinaus zu sehen und alles aus einer himmlischen Perspektive zu betrachten. Die Bilder, die uns die Offenbarung zeigt, können seltsam oder in einigen Fällen unsinnig sein. Diese überraschenden, faszinierenden, ja schockierenden Bilder sollen uns aus unserer Gleichgültigkeit gegenüber dem Bösen dieser Welt und dem unvorstellbaren Segen der zukünftigen Zeit herausreißen. Während wir die lebhaften Bilder der Offenbarung verarbeiten, sollen wir den heißen Atem des Tieres spüren, den Schwefel aus der Grube riechen und den Regenbogen um dem Thron sehen. Diese Bilder sollen uns aus unserer Schläfrigkeit und Apathie und unserer gelassenen Akzeptanz der Wege dieser Welt aufrütteln. Es sollte unser Gebet sein, dass die Dinge, die wir dort sehen, einen tiefen Ein18


Einleitung

druck in uns hinterlassen und unser Empfinden, unsere Ängste und unsere Wünsche verändern. Das ist ihr beabsichtigter Zweck. Wir müssen unsere Fähigkeit trainieren, Symbole zu interpretieren. Die Offenbarung nutzt viel Symbolik. Johannes’ Vision umfasst Beschreibungen physikalischer Objekte oder Phänomene, die eigentlich für etwas ganz anderes stehen. Natürlich ist die Offenbarung nicht das erste Buch der Bibel, in dem Symbole verwendet werden. Als Gott beispielsweise in 2. Mose 19,4 zu den Israeliten sagte: »Wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln«, meinte er damit nicht, dass er Adler benutzt hatte, um sein Volk aus Israel herauszufliegen. Das Symbol des Adlers sagt etwas über die Geschwindigkeit und Kraft seiner Rettung aus. Jesus benutzte viele Symbole, um Aspekte seines eigenen Lebens und seines Wirkens darzustellen. So sagte er, er ist ein guter Hirte, das Brot des Lebens und der Weinstock. Ähnlich, wenn auch etwas umfassender, benutzt Johannes Symbole, um die manchmal komplexen Realitäten zu beschreiben. Babylon als Symbol weltlichen Götzendienstes und der Unmoral. Das Meer als Symbol für das Chaos und die Bedrohung durch das Böse. Auch Farben und Zahlen haben eine symbolische Bedeutung. Manchmal ist die Deutung in der Offenbarung ganz einfach oder wird explizit benannt, beispielsweise dann, wenn uns erklärt wird, dass die Leuchter Gemeinden repräsentieren (vgl. Offb 1,20), dass die weiße Seide die gerechten Handlungen der Heiligen sind (vgl. Offb 19,8) und die Schlange von damals der Teufel ist (vgl. Offb 20,2). Manchmal allerdings ist es deutlich herausfordernder, die eigentliche Botschaft zu erkennen. Einige Ausleger bestehen darauf, dass wir die Bibel nicht ernst nehmen, wenn wir nicht jedes Bild der Offenbarung wortwörtlich 19


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nehmen. Ein wichtiger Teil davon, die Bibel ernst zu nehmen, besteht aber darin, jeden Bibelteil in dem literarischen Genre zu lesen, in dem es von dem menschlichen Autor, inspiriert von dem göttlichen Autor, verfasst wurde. Symbole symbolisch zu verstehen, heißt nicht, den Text willkürlich geistlich zu deuten, sondern ihn seiner Bedeutung gemäß auszulegen. Wenn wir beispielsweise über das Lamm lesen, das aussieht, als sei es geschlachtet worden, wissen wir instinktiv, dass Johannes diese Symbolik benutzt, um etwas über den gekreuzigten Christus mitzuteilen. Wenn er über Gott und das Lamm auf dem Thron spricht, wissen wir, dass er die Symbolik nutzt, um etwas zur Souveränität Gottes über das Universum und die Geschichte zu sagen. Wenn er von dem Tier spricht, sagt er etwas über die Natur und die Absichten Roms seiner Zeit, wie auch jeder Regierung, die sich seitdem gegen Gott und sein Volk gestellt hat. Wenn er einen Drachen mit sieben Köpfen und zehn Hörnern beschreibt, spricht er über die schreckliche Macht Satans. Indem Johannes Symbole auf diese Weise verwendet, offenbart er die wahre Natur der Dinge. Der erste und beste Schritt zur korrekten Interpretation verschiedener Symbole besteht darin, zu erforschen, ob und wo ein Symbol in früheren Büchern der Bibel vorkommt, und dies in unser Verständnis einfließen zu lassen. Dann müssen wir darüber nachdenken, was dieses Symbol für die Leser des ersten Jahrhunderts bedeutet hätte. Viele der Symbole im Buch der Offenbarung finden in dieser sozialen, politischen, kulturellen und religiösen Welt des ersten Jahrhunderts ihren Widerhall. Es handelt sich nicht um ein System von Codes, die nur darauf warten, Personen und Vorkommnissen unserer Zeit zugeordnet zu werden. Vielmehr hatten sie eine theologische und geistliche Bedeutung für die Erstleser der Offenbarung – und diese Bedeutung muss unsere heutige Auslegung prägen.

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Wir müssen unsere Augen und Ohren für neutestamentliche Bilder und Anspielungen offen halten. Johannes schrieb im Buch der Offenbarung eindeutig das auf, was er sah und hörte. Dieses Buch ist aber auch mit Anspielungen auf das Alte Testament gefüllt, wofür es mindestens zwei Gründe gibt. Der erste Grund ist, dass Johannes in die gleiche himmlische Realität hineinsah und über diese schrieb, die auch Jesaja, Daniel, Hesekiel und Zefanja sahen und beschrieben. Da verwundert es nicht, dass der Thron, den Johannes sah, dem Thron ähnelt, den Jesaja sah. Kein Wunder, dass die Beschreibung des Königreichs, das andere Königreiche zerstört, stark an das von Daniel beschriebene Königreich erinnert. Außerdem ist es auch nicht erstaunlich, wenn das neue Jerusalem, das Johannes sah, der Stadt gleicht, die schon Hesekiel beschrieben hatte. Sie sahen dieselben Dinge! Der zweite Grund, weshalb die Offenbarung so viele Bilder des Alten Testamentes aufgreift, ist die Tatsache, dass Johannes durch und durch von den hebräischen Schriften geprägt war. Diese Bilder waren in seinem Bewusstsein und seiner Vorstellungskraft fest verankert. Es macht Sinn, dass er sich der bekannten Worte und Bilder bedient, um aufzuschreiben, was er gesehen hat. Anders als in anderen Teilen des Neuen Testamentes, die Zitate aus dem Alten Testament enthalten, weist die Offenbarung nicht auf die alttestamentlichen Zitate und Anspielungen hin. Hier ist es eher subtil. Es wird davon ausgegangen, dass die Leser und Hörer erkennen werden, dass es alttestamentliche Anspielungen sind und die Verbindung herstellen können. Anstatt also ständig das Alte Testament zu zitieren, sieht und beschreibt Johannes alles durch die Brillengläser des Alten Testamentes.

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Gesegnet

Wir müssen ein Gespür dafür haben, wie dieses Buch aufgebaut ist. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, den Aufbau der Offenbarung zu verstehen.2 Kevin DeYoung präsentiert unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten, zum einen die Aufteilung der Offenbarung in zwei Hauptteile: Kapitel eins bis elf, in denen die Geschichte des Triumphes Gottes eingeleitet wird, und Kapitel zwölf bis zweiundzwanzig, in denen die Geschichte detailliert beschrieben wird; zum anderen die Aufteilung in vier Teile, wo jeder Teil mit Johannes’ Aussage »was geschehen soll« beginnt (vgl. Offb 1,1.19; 4,1; 22,6). Eine andere Möglichkeit der Unterteilung in vier Abschnitte, die DeYoung vorschlägt, wäre, das Buch nach den Zeiten zu organisieren, in denen Johannes sagt, er sei im Geist ergriffen worden und habe eine Vision erhalten (vgl. Offb 1,10; 4,2; 17,3; 21,10).3 Wir werden sehen, dass Zahlen eine besondere Rolle in der Offenbarung spielen. Sie bringen die Souveränität Gottes über die Geschichte zum Ausdruck. Die Zahl vier steht für die Vollständigkeit der Schöpfung. Die Zahl sechs bezieht sich auf die Menschheit. Die Zahl sieben verkörpert Vollkommenheit, Perfektion und Errettung. Sie repräsentiert Gottes erhabenen Plan in seiner Perfektion und Vollkommenheit. Die Zahl zehn weist auf die Vollkommenheit einer menschlichen Erfahrung oder Dimension hin. Und die Zahl zwölf spricht von Vollkommenheit im Rahmen der Gemeinschaft von Gottes Kindern, einer Einheit in Vielfalt. In der Offenbarung ist die Zahl sieben besonders wichtig (sie wird 53-mal benutzt), sodass wir nicht überrascht sein sollten, dass eine weitere Aufteilungsmöglichkeit sieben Sets von jeweils sieben Dingen sind.

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Einleitung

Prolog (1,1–3) 1. Sieben Gemeinden (1,4–3,22) 2. Sieben Siegel (5,1–8,5) 3. Sieben Posaunen (8,6–11,19) 4. Sieben große Zeichen (12,1–15,4) 5. Sieben Schalen des Zorns (15,5–16,21) 6. Sieben Botschaften des letzten Gerichts (17,1–18,24) 7. Sieben letzte Dinge (19,1–22,5) Epilog (22,6–20) Das Wichtigste, was wir über die Struktur der Offenbarung verstehen müssen, ist, dass verschiedene Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln nachverfolgt werden, jede mit einem anderen Fokus oder einem anderen Schwerpunkt. Als moderne Denker und Leser tendieren wir zu der Erwartung, dass schriftlich festgehaltene Geschehnisse in einem chronologischen Ablauf dargestellt werden. Tatsächlich versuchen viele Ausleger, die dargestellten Ereignisse in eine chronologische Abfolge hineinzupressen. Bei diesem Versuch werden wir aber feststellen, dass Jesu Wiederkunft mehrfach dargestellt wird und es mehrere »letzte« Gerichte gibt. Bei dem Versuch einer chronologischen Darstellung würden wir ein Hin und Her sehen zwischen Menschen, die das Volk Gottes verfolgen, dafür verurteilt werden und dieses dann erneut verfolgen. Allerdings wissen wir, dass es so keinen Sinn ergibt. Anstatt die Offenbarung als chronologische Darstellung von Ereignissen zu lesen, sollten wir erkennen, dass Johannes wiederholt Ereignisse zwischen dem ersten und zweiten Kommen Christi schildert. Auf diese Weise bringt er uns im Buch immer wieder bis zum Ende der Geschichte, nur um dann wieder neu zu starten, indem er diesen Zeitabschnitt aus einem anderen Blickwinkel zeigt. Zu Beginn des Buches fokussiert er sich mehr auf die Phase, die 23


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zum zweiten Kommen Christi mit dem letzten Gericht und der Erlösung führt. Später im Buch liegt der Fokus dann auf diesen letzten Ereignissen. In »jeder Siebener-Serie (sieben Siegel, sieben Posaunen, sieben Schalen) und auch im Zwischenspiel von Offenbarung 12 bis 14 wird der Leser ›ans Ende‹ gebracht«.4 Und so scheint es, als würde Johannes zu Beginn jeder Serie seine Kamera in die Hand nehmen, sie an einen anderen Ort oder aus einem anderen Winkel bewegen und dieselbe Szene erneut aufnehmen. Dabei stellt er sein Objektiv jedes Mal so ein, dass es auf einen anderen Aspekt der Szene fokussiert und dies mit größerer Intensität. Das bedeutet, dass die Offenbarung aus sieben Sektionen besteht, die parallel zueinander verlaufen – sieben Sektionen, die dieselbe zeitliche Periode beschreiben – die Zeit zwischen Jesu erstem und zweitem Kommen – aus einer Vielzahl von Blickwinkeln.5 Wir müssen die ungute Faszination für die Zukunft mit einer Entschlossenheit ersetzen, Christus in der Gegenwart zu folgen. Während einige Leute die Offenbarung meiden wollen, sind andere enorm an ihr interessiert. Doch manchmal ist dieses Interesse nicht besonders gut. Einige sind von der Möglichkeit fasziniert, das, was sie in den Nachrichten hören, mit den seltsamen Details oder Bildern im Buch abzugleichen. Falls du in diesem Buch darauf hoffst, sollte ich dir wohl jetzt schon sagen, dass du enttäuscht sein wirst, vielleicht sogar genervt. Beachte: Wenn es das ist, was du dir beim Studium der Offenbarung erhoffst, wirst du zu beschäftigt mit der Zukunft sein, um die Auswirkungen für dich in der sehr realen Gegenwart zu begreifen. Die Offenbarung wurde nicht zur Unterhaltung geschrieben oder um einen Zeitstrahl der Zukunft festzulegen oder unsere Neugier über die Wiederkunft Christi zu befriedigen. Die Offen24


Einleitung

barung wurde geschrieben, um Christen zu bestärken, in dieser Welt zu leben und den harten Umgang und die Entfremdung auszuhalten. All das sollen sie mit der festen Sicherheit ertragen, dass diese Welt nicht alles ist und dass etwas, das wie eine Niederlage aussehen mag, in Sieg übergehen wird. Wenn wir nach diesem Studium jedes Symbol erklären, jede alttestamentliche Anspielung verstehen und jede Verbindung nachverfolgen können, aber immer noch von der Meinung dieser Welt über uns eingeschüchtert werden, haben wir die Botschaft nicht richtig gehört und verinnerlicht. Ebenso haben wir die Offenbarung nicht wirklich verstanden, wenn wir immer noch in den Reichtum dieser Welt verliebt sind und von dem Komfort und dem Vergnügen dieser Welt angezogen werden. Mein Ziel ist es, diesen Text für dich zu öffnen und die einschüchternden oder beängstigenden Faktoren zu entfernen. Ich möchte deine Aufmerksamkeit auf das Lamm richten, das wie geschlachtet dasteht, um dir zu helfen, die Stimme des Einen zu hören, der treu und wahrhaftig ist. Dies soll dich ermutigen, dem, der anklopft, die Tür zu öffnen, und dich herausfordern, die Autorität des Königs aller Könige anzuerkennen. Dies soll dich einladen, bei der Hochzeit des Lammes dabei zu sein, und dich leiten, deine Heimat im Neuen Jerusalem zu finden. Es ist mein Ziel, die Verwirrung zu beseitigen und dir die Schönheit, Hoffnung und Hilfe zu zeigen, die in diesem Buch auf einzigartige Weise präsentiert werden. Ich möchte deinen Blick auf den herrlichen Menschensohn richten und in dir die Entschlossenheit pflanzen, diese Welt zu überwinden. Ich möchte dich in die Anbetung vor dem Thron einladen. Ich möchte, dass du Erleichterung fühlst, dass jemand gefunden wurde, der würdig ist, die Schriftrolle zu öffnen. Ich möchte, dass du sowohl die Realität des kommenden Gerichts für alle, die nicht mit Jesus vereint sein möchten, spürst als auch die Erleichterung, die Ruhe und die 25


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Belohnung für diejenigen, die zu ihm gehören. Ich möchte dir helfen, diese Welt als das Babylon zu sehen, das sie ist, sodass du motiviert bist, in das Neue Jerusalem zu fliehen, wo Gott selbst mit dir wohnen wird. Ich möchte, dass du eine Gänsehaut bekommst, weil du das Essen beim Hochzeitsmahl beinahe schmecken kannst, weil du fast spüren kannst, wie dir deine Tränen abgewischt werden. Du sollst bewegt sein, weil du die Augen deines Erretters sehen kannst, die dir in deine Augen schauen, während du ihn endlich von Angesicht zu Angesicht sehen kannst. Mir ist beim Studium der Offenbarung etwas klar geworden. Wir beginnen unsere Beschäftigung mit diesem Buch mit der Annahme, dass unsere größte Herausforderung darin bestehen wird, es zu verstehen. Ist sie aber nicht. Die größte Herausforderung ist, uns für die Veränderungen in unserem Leben, die dieses Buch fordert, zu öffnen. Diese größte Herausforderung verspricht uns aber auch den größten Segen. Lasst uns also unseren Weg durch das Buch der Offenbarung gehen und immer wieder anhalten, um zu überlegen, was es für uns bedeutet, zu hören und zu befolgen, was darin geschrieben steht, damit wir die versprochene Segnung erwarten können.

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Sieben »Selig ist«Aussagen im Buch der Offenbarung

»Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.« Offenbarung 1,3

»Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke folgen ihnen nach.« Offenbarung 14,13

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»Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Blöße sehe.« Offenbarung 16,15

»Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes.« Offenbarung 19,9

»Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.« Offenbarung 20,6

»Siehe, ich komme bald. Selig ist, der die Worte der Weissagung in diesem Buch bewahrt.« Offenbarung 22,7

»Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie Zugang haben zum Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt.« Offenbarung 22,14

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Gesegnet durch das Hören der Offenbarung Jesu Offenbarung 1,1–8

Die große Enthüllung. Heimwerker-Sendungen drehen sich genau darum. Es startet mit einem Haus, das … Potential hat. Aber es gibt natürlich auch Hürden. Die Handwerker machen ihre Pläne. Unerwartete Probleme treten auf – gammelige Böden und unsichere Fundamente. Die Uhr tickt. Das Budget ist erschöpft. Zahlreiche Elektriker, Schreiner und Dekorateure waren hinter den Kulissen im Einsatz. Endlich kommen wir zu dem, worauf wir alle gewartet haben – der großen Enthüllung. In der Fernsehserie Zuhause im Glück wurde gezeigt, wie eine Innenarchitektin und ein Architekt sowie zwölf weitere Handwerker pro Sendung ein Haus einer in Not geratenen Familie innerhalb von acht Tagen umbauen. Die Renovierung jedes Hauses begann mit der Übergabe des Schlüssels 29


Gesegnet

an das Renovierungsteam und den Umzug der Familie in ein Hotel. Anschließend wurde zur Eröffnung der Baustelle ein großes Banner am Haus befestigt. Nach acht Tagen bei Wiederankunft der Familie wurde das Banner entfernt und die Familie durfte ihr umgebautes Haus besichtigen. Das Bild des weggezogenen Banners, damit wir die abgeschlossene Arbeit der Renovationsexperten sehen können, hilft uns zu verstehen, worum es in diesem Buch wirklich geht. Gott war und ist in einer Sphäre am Werk, in die wir mit unseren menschlichen Augen nicht hineinschauen können. Damit wir aber wissen können, was er getan hat, gerade tut und noch tun wird, um das Zuhause zu renovieren, das er mit uns teilen möchte, zog Gott den Vorhang zurück und lud Johannes ein, hineinzuschauen. Johannes schrieb das, was er gesehen hatte, für uns auf. Die Offenbarung ist Johannes’ schriftlicher Bericht der Dinge, die er hinter dem Vorhang gesehen hat, der Himmel und Erde trennt. Das ist die größte aller Enthüllungen, insbesondere, wenn wir bedenken, wer sie uns zeigt. So beginnt das Buch: »Dies ist die Offenbarung Jesu Christi.« (Offb 1,1) Wenn wir dieses Buch auf Griechisch lesen würden, würde es uns sagen, dass dies die »Apokalypse« von Jesus Christus ist. Eine Apokalypse enthüllt oder deckt etwas auf, das zuvor nicht sichtbar war. Es ist hilfreich, unsere Reise durch dieses Buch hier zu beginnen, weil so viele von uns die Offenbarung als ein mysteriöses und verschlossenes Buch betrachten. Für viele ist es auch ein Buch, das schwer zu deuten ist – vielleicht sogar ein Buch, über das die Menschen eher zu streiten scheinen, als es zu verstehen oder anzuwenden. Offensichtlich wurde dieses Buch aber nicht geschrieben, um uns zu verwirren, uns Angst zu machen oder uns aufgrund unserer Meinung zu spalten. Vielmehr wurde es geschrieben, um den 30


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