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Hella Heizmann / Gertrud Schmalenbach

Die sonderbare Nacht Ein Musical für Kinder Arbeitsheft

Text: Gertrud Schmalenbach Musik: Hella Heizmann Bearbeitung: Dirk Schmalenbach © 1991 Gerth Medien, Asslar Herausgegeben von Klaus Heizmann Singstimmen mit Akkorden und Sprechertexten Arbeitsheft


Das Arbeitsmaterial zu diesem Musical: CD 938674 Klavierpartitur 857130 Orchesterpartitur 857141 Im Download unter www.gerth.de: Musical DL938674 Playbacks zum Musical DL963674 Szenentexte L7140002 Orchestereinzelstimmen Flöte L41101 Flöte 2 L41102 Violine 1 L41103 Violine 2 L41104 Violoncello L41105 Viola L41106 Oboe 1+2 L41107 Posaune/Synthesizer L41108

Hinweis für Veranstalter Öffentliche Aufführungen von Musik werden in der Regel über die GEMA lizensiert. Aufführungen von Musicals werden dem „Großen Recht“ zugeordnet und von den rechtsinhabenden Verlagen genehmigt. Wenn Sie eine Aufführung planen und dafür eine Genehmigung benötigen, wenden Sie sich bitte an: musical@gerth.de Bearbeitungen von Werken dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers bzw. des rechtsinhabenden Verlages veröffentlicht oder verwertet werden. Verfilmungen müssen vor Anfertigung genehmigt werden. (UrhG §23)

Die Lieder, Texte und Illustrationen in diesem Heft sind urheberrechtlich und wettbewerbsrechtlich geschützt. Aus diesem Grund ist jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung nicht gestattet. Alle Rechte vorbehalten. All rights reserved.

Cover, Satz und Umschlaggestaltung: Lisa Antonacci Zeichnung: Holler Design, Wiesbaden Notengrafik: Klaus Silber, Berlin © 2017 Gerth Medien, Asslar Bestell-Nr. 857140 ISBN 978-3-89615-140-7 13. Auflage 2017 Druck: CVJM Westbund, Wuppertal Printed in Germany Auslieferung: Gerth Medien, Postfach 1148, D-35607 Asslar www.gerth.de


Vorwort Nach 25 Jahren immer noch brandaktuell! Trotz mittlerweile reichlich Konkurrenz hat das Weihnachtsmusical „Die sonderbare Nacht“ nichts an Beliebtheit verloren und wird immer noch wieder gerne aufgeführt. Wen wundert’s? Schließlich geht es hier um ein Weltereignis, das IMMER aktuell sein wird! Außerdem haben die Autorinnen ihr Können bewiesen und alles hineingepackt, was ein gutes Musical braucht. Wer eine eigene Aufführung plant, stellt sich das Praxismaterial ganz nach seinen Möglichkeiten und Verhältnissen vor Ort zusammen. Möglich ist sowohl eine einfache Instrumentalbesetzung (Keyboard, Klavier und Gitarre), als auch eine aufwendige Inszenierung mit Orchester. Die Orchesterpartitur enthält alle Instrumentalstimmen, Sprechertexte und Singstimmen. Die Instrumentalstimmen sind auch als Einzelblätter erhältlich. Falls kein Pianist oder Gitarrist zur Hand ist, besteht die Möglichkeit, ein Playback unter www.gerth.de zu erwerben. Zum Lernen des Musicals empfiehlt es sich, jedem Kind eine Aufnahme der Lieder zur Verfügung zu stellen. Ganz gleich, für welche Art der Aufführung Sie sich entscheiden – wichtig ist die Botschaft: Das Kind in der Krippe ist Gottes Sohn. Jedes Jahr an Weihnachten feiern wir seine Geburt in der Gewissheit, dass wir erlöst sind und er eines Tages wiederkommt. Wenn Kinder auf diese Art erfahren, was die Heilige Nacht wirklich bedeutet, dann darf auch das andere, wunderbare „Christkind“ ruhig weiter an Weihnachten seine geheimnisvolle Arbeit tun. Hella sah das genau so, das weiß ich! Nun wünsche ich dem Musical „Die sonderbare Nacht“ weitere 25 Jahre und allen, die es selbst umsetzen, viel Freude beim Einstudieren und gutes, erfolgreiches Gelingen bei der Aufführung!

Inhaltsangabe Die siebenjährige Julia - genannt Julchen - erfährt zufällig, dass es kein Christkind gibt. Die Schulklasse ihres Bruders Jens soll als Hausaufgabe auf dem Weihnachtsmarkt Passanten interviewen und sie nach dem Sinn von Weihnachten fragen. Julchen beschließt, das auch zu tun. Auf dem Weihnachtsmarkt begegnet Julchen einer älteren Dame, die ihr von Gott erzählt, der seinen einzigen Sohn auf die Erde geschickt hat. Dem Musical liegt die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2,1-20 zugrunde, die in eine Rahmenhandlung eingefügt wurde. Sie wird pantomimisch dargestellt und vom Chor durch die passenden Lieder ergänzt. Die Bühnenversion wurde im Vergleich zur Hörspielversion an einigen Stellen geändert. Besetzung (Rahmenhandlung): Erzähler Julia, genannt Julchen Frau Pieper (Lehrerin) Dame vom Weihnachtsmarkt

Julchens Mutter Julchens Vater Jens (Julchens Bruder) Eine Schulklasse Glasbläser

Eiliger Mann Sternsinger (3 Kinder) Junges Mädchen Ältere Frau

Statisten: Käuferin Maria Josef

4-6 Hirten Ein Engel Zwei Wirte

Einige Marktbesucher


2. Szene Ausführende: Die Schulklasse von Julchens Bruder Jens mit ihrer Lehrerin, Frau Pieper, Julchen, Erzähler Während sich die Kinder aus Jensʼ Klasse mit ihrer Lehrerin als Chor vorne auf der Bühne aufstellen, erklärt der Erzähler die Situation: Erzähler:

Julchen hat beschlossen, sich von ihrem großen Bruder Jens helfen zu lassen. Der ist nämlich oberschlau und hat bestimmt eine brauchbare Idee, wie das Christkind zu überlisten wäre. Gleich auf dem Heimweg von der Schule will sie alles mit ihm besprechen. Doch es kommt ganz anders...

Der Chor singt die 1. Strophe des Liedes „Alle Jahre wieder“ nicht sonderlich schön. Einige brummen absichtlich.

3. Alle Jahre wieder

© 1991 Gerth Medien Musikverlag, Asslar

Nach der 1. Strophe bricht die Lehrerin ab ... Lehrerin:

Stopp, aus – aufhören! Das klingt ja zum Weglaufen! Ruhe! Könnten vielleicht unsere Herren auch mal versuchen, wenigstens ein paar Töne zu treffen? Also, auf geht’s, 2. Strophe!

Der Chor singt die 2. Strophe. Ein Junge singt wie ein Opernsänger. Kinder kichern. Julia kommt langsam wieder nach vorne.

6


Lehrerin:

Also jetzt reicht’s! Deine Opern-Arien kannst du zu Hause üben, Ludwig! Und ihr hört jetzt auf zu lachen, sonst lass ich euch das Lied noch dreimal hintereinander singen – und da es euch ja scheinbar nicht gefällt...

Inzwischen ist Julia an der Bühne angekommen und begrüßt die Lehrerin, die sich verwundert umschaut. Julchen:

Tach, Frau Pieper!

Lehrerin:

Ach, Julchen, gut, dass du kommst. Vielleicht brauchen unsere Herrschaften einfach nur Publikum, damit sie sich mal ein bisschen anstrengen. Darf ich bitten?!

Die Lehrerin wendet sich zum Schulchor und dirigiert die 2. und 3. Strophe. (Der Chor singt nun ein wenig besser.) Lehrerin:

Na ja, reif für eine Aufnahme war es zwar nicht gerade, aber immerhin.

Kinder wollen gehen, werden unruhig. Lehrerin:

Moment, die Hausaufgaben ...

Einzelne Schüler:

(maulen) Wir haben doch Ferien!

Lehrerin:

Ja, klar habt ihr Ferien. Gerade deswegen. Ihr habt jetzt so viel Zeit – und eure Mütter sind bestimmt froh, wenn sie euch mal für ein paar Stunden los sind, um in Ruhe Geschenke einzupacken oder Plätzchen zu backen. Also, ich möchte, dass ihr mit Handy und Schreibblock bewaffnet auf den Weihnachtsmarkt geht und Interviews macht. Ja, ja, genau, ihr hört doch so viel Radio und seht doch jeden Tag im Fernsehen, wie die Reporter das machen. Das Thema der Umfrage: Alle Jahre wieder kommt das Christuskind – Fragezeichen. Ich sag euch ehrlich: Ich glaub weder ans Christkind, noch dass es jedes Jahr auf die Erde fliegt und Geschenke mitbringt, und das Lied habe ich mit euch gesungen, weil mir die Melodie gefällt – aber der Text hm – hm – hm. Ich feier’ Weihnachten, weil`s gemütlich ist und weil ich gerne was Gutes koche und backe und endlich Zeit für meine Familie habe.

Während der letzten Sätze der Lehrerin werden Julchens Augen immer größer, sie schaut entsetzt, dreht sich schließlich um und schleicht sich leise weinend nach hinten. Ihr seid ja inzwischen auch zu groß, um das alles noch zu glauben. Aber denkt euch ein paar Fragen aus, und nach den Ferien tragen wir die Antworten zusammen. Bin gespannt, ob ihr überhaupt jemanden findet, der mit dem Christkindl noch was anfangen kann. Aber ich lass mich gerne überraschen. So, ihr Lieben, schöne Ferien und frohe Weihnachten, ab mit euch! (Die folgende Szene ist anders als auf der Aufnahme) Die Klasse geht auseinander, Jens bleibt zurück, vielleicht mit einigen Freunden. Jens:

Nanu, Julchen ist weg!

Erzähler:

Jens ist sehr erstaunt. Niemand hatte gemerkt, wie Julchen sich leise aus dem Musikraum geschlichen hatte. Das war aber auch sehr schlimm für die Kleine, was die Lehrerin gesagt hatte.

Jens:

Na ja, vielleicht ist sie schon nach Hause gelaufen. Bei der weiß man ja nie. 7


3. Szene Ausführende: Jens, Mutter, Vater, Julchen, Erzähler Mit vorher bereitgestellten Requisiten wird ein Wohnraum dargestellt (Tisch, Stühle, Fernseher usw.). Anwesend: Vater (Zeitung lesend), Mutter (geschäftig), Jens kommt dazu, mit einem Handy in der Hand. Jens:

Hallo! (Schaut sich erstaunt um) Ist Julchen nicht hier?

Mutter:

Was? Hast du sie denn nicht mitgebracht? Sie wollte dich doch von der Schule abholen.

Jens:

Ja, ja – sie war auch da, doch als wir gehen durften, war sie plötzlich weg. Ich dachte, sie sei schon nach Hause gelaufen.

Mutter zu Vater:

Klaus, hast du das mitgekriegt? Julchen fehlt!

Vater:

Ach ja, unser Julchen! Dass ich nie in Ruhe meine Zeitung fertig lesen kann! Vorsichtshalber gehe ich sie mal suchen.

Vater zieht sich an und trifft am Bühnenrand mit Julchen zusammen, die schluchzend von hinten nach vorne gelaufen ist. Vater:

Hoppla! Schätzchen, da bist du ja! Aber, aber, was ist denn, was hast du denn?

Julchen:

Lass mich, lass mich! (Schluchzen) Gelogen habt ihr alle, du und der Fernseher, und – und das mit dem Christkind ist gar nicht so, wie ihr es erzählt habt! Und du auch,

Mama! Mutter:

Wein doch nicht, Julchen!

Julchen:

(ärgerlich) Ich heiße Julia!

Mutter:

Oh natürlich – Julia!

Erzähler:

Das ist eine schöne Bescherung! Die Eltern sind nun in großer Verlegenheit, denn mit keiner Erklärung gibt sich das Kind zufrieden.

(Die folgende Szene ist anders als auf der Aufnahme) Julia sitzt am Tisch, den Kopf in die Hände vergraben. Wird von allen getröstet. Weint weiter. Vater zieht die Mutter beiseite. Vater:

(halblaut) Weißt du, irgendwann hätte Julia sowieso nicht mehr ans Christkind geglaubt.

Vater setzt sich in seinen Sessel und vergräbt sich wieder in seine Zeitung. Mutter geht – je nach Räumlichkeit – ab. Jens nimmt sein Handy und stülpt sich den Kopfhörer über. Geht ebenfalls, sich im Rhythmus bewegend, ab. Julchen:

Das Christkind hat mir im Traum ein Buch geschenkt. Wenn ich bloß wüsste, was für ein Buch das war…

Julchen setzt sich an den Tisch, malt oder spielt und singt noch einmal die 3. Strophe des Liedes Nr. 2 (Das Christkind sprach …) 8


Erzähler:

Ja, immer, wenn’s im Traum spannend wird, wacht man auf! Julchen hat plötzlich eine Idee: Die Lehrerin, die Hausaufgabe – das ist die Lösung! Sie selbst wird auf den Weihnachtsmarkt gehen, um zu hören, was die Leute über Weihnachten und das Christkind denken.

4. Szene Ausführende: Julchen, Glasbläser, eiliger Mann, Sternsinger, junges Mädchen, ältere Frau, Dame vom Weihnachtsmarkt, einige Marktbesucher, Erzähler Während der Erzähler spricht, wird ein Weihnachtsmarkt mit Marktständen, Tannenbaum usw. aufgebaut, verschiedene Marktleute. Ein Glasbläserstand muss gut erkennbar sein. Käufer gehen hin und her, unterhalten sich, Kinder quengeln, Mütter ziehen. Einige trinken Glühwein. Julchen taucht mit ihrem Handy auf (ab sofort darf die Marktszene nur noch lautlos gespielt werden) und bleibt am Stand des Glasbläsers stehen. Julchen:

Oh, ein Glasbläser! – Guten Tag!

Glasbläser:

Grüß Gott!

Julchen:

Haben Sie Kinder?

Glasbläser:

Jo, freili – a ganzn Haufn, drei Madln und an Buam

Julchen:

Echt? Das ist bestimmt lustig.

Glasbläser:

Ha, recht host. Do is fei scho wos los.

Julchen:

Sie sprechen aber komisch.

Glasbläser:

Komisch? Jo mei, i kum ausm Bayrischen Wald und do sprechen olle a so, ha, ha.

Julchen:

Darf ich mein Handy hier ablegen? Ich möcht’ Sie nämlich was fragen.

Legt ihr Handy am Markstand ab. Glasbläser:

Mi? Wos frogn? Schieß los, awer beeil di, wenn Kundschaft kummt, ko i mi nimmr um di kümmern.

Julchen:

Glauben Sie an das Christkind?

Glasbläser:

Jo freili! Sonst gäb’s jo d’Weihnacht net!

Julchen:

Also, ich mein’, ob Sie echt glauben, dass das Christkind jedes Jahr vom Himmel auf die Erde kommt, mit Flügeln und so.

Glasbläser:

Jo mei – so genau ko ma des net wiss’n, ower ich glab scho, dass es nunderkummt und nochschaugt, ob die Kinder alle brav san. Wega die G’schenkerln! Woasst, Spatzerl, vielleicht hom die Leit des olls erfunden, weils die Wunder so gern ham. Awer – wer woass – vielleicht wor de jo wirkli a Wunder. Damals – Grüß Gott!

9


6. Ochs und Esel

Le s

ep rob

e

(Tiergedanken)

© 1991 Gerth Medien Musikverlag, Asslar

15


9. Gloria! Ehre sei Gott

Le s

ep rob

e

(Finale)

© 1991 Gerth Medien Musikverlag, Asslar

21


Inhaltsverzeichnis Lied

Seite

3

6

Anbetung der Hirten

18

Die Verkündigung

12

Ein Engel ist gekommen

12

Alle Jahre wieder

4

Finale 21 Fürchtet euch nicht

7

17

Gloria! Ehre sei Gott

9

21

Ich hab geträumt heut Nacht

4

Introduktion

1

4

Julias Traumlied

2

4

Keiner hat einen Platz für euch

5

13

Kind in der Krippe

8

18

Ochs und Esel

6

15

Tiergedanken 15 Was liegt denn heute in der Luft

17

23


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