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Big-Splash-Theorie Die ganz schlauen und gebildeten Fische in unserem Aquarium, die ihren Bereich für sich haben, sind die Doktorfische. Die meisten von ihnen behaupten, dass sich alles selbst entwickelt habe – über viele, viele Jahre hinweg. Am Anfang, sagen sie, habe es eine riesige Flutwelle gegeben, die alles durcheinanderwirbelte, und in so einer Flutwelle würden wir auch wieder enden, in vielen, vielen Jahren … Es fällt mir schwer, daran zu glauben, dass ich mich aus dem Wasser entwickelt haben soll, in dem ich schwimme. Diese Gelehrten glauben nicht nur an ihre Big-Splash-Theorie, sondern meinen sogar, sie zu wissen und belegen zu können. Was sind eigentlich Glaube und Wissen? Manche sagen, Glaube sei Nichtwissen, und meinen, dass sich das Leben über all die Jahre hinweg selbst weiterentwickelt, verbessert 33


und nur das Starke überlebt habe. Andere sind zu dem Schluss gekommen, dass sich das Leben gar nicht selbst entwickelt haben könne – zu viele und unmögliche Zufälle hätten passieren müssen, dass aus Wasser ein so wunderbarer Fisch, wie ich es bin, hätte entstehen können. Etwas in mir sagt mir, dass ich kein Zufallsprodukt, sondern das Werk eines Schöpfers bin, seine Absicht, und ich frage bei ihm nach. – Ich habe ja jetzt die Möglichkeit dazu … Doch bevor er mir Antwort auf diese Frage gibt, zeigt er mir seine Unbegrenztheit und meine Grenzen auf: „Mein Geschöpf, du lebst in diesem hellen Quader, du kennst seine Länge und Breite und Höhe. Du kannst diese drei Dimensionen beherrschen. Du kannst von hier zur großen Wurzel schwimmen und auch wieder zurück. Du kannst bis an die Wasseroberfläche schwimmen, an der wir uns zum ersten Mal begegnet sind, aber nicht weiter. Für alles, was du tust, brauchst du Zeit, und Zeit hast du nur in einem von mir beschränkten Maße zur Verfügung. Du meinst, über die Zeit herrschen 34


zu können, indem du sie einteilst. – Und die Zeiteinteilung habe ich dir übrigens auch geschenkt – den Tag, wenn das Licht scheint, die Nacht, wenn es dunkel ist.7 So kannst du deinem Leben ein Nacheinander geben, aber du kannst es nicht auch nur einen Tag länger machen. Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen und auch nicht vor. Ohne mich bist du in dieser Dimension gefangen, so wie in diesem Aquarium, das du für sehr gut erforscht hältst. Aber – weißt du, wer das Licht ein- und ausschaltet, wer das Wasser in das Becken sprudeln lässt, wer die Heizung einstellt, wer die Nahrung auf das Wasser streut? In diesen Grenzen leben alle Fische, seit die ersten Fische in das seichte Wasser geschwommen waren, um das große Geheimnis um Gut und Böse zu ergründen. Ich aber bin zeitlos, ich bin der, der ich schon immer war und immer sein werde. Für mich sind tausend Jahre wie ein Tag und ein Tag wie tausend Jahre.8 Für mich gibt 7 8

1. Mose 1,14 2. Petrus 3,8

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es kein Gestern, Heute und Morgen – meine Zeitrechnung ist die Ewigkeit. Ich kenne Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und lasse dir trotzdem deinen eigenen Willen. Mir ist nichts zu klein und nichts zu groß. Mir ist nichts unmöglich. Ich habe keinen Anfang und kein Ende. Um meine herrliche Schöpfung meinen Geschöpfen zu offenbaren, habe ich in all den Jahren einigen Fischen Einblick in mein Werk gestattet, ihnen gezeigt, wie Leben funktioniert, und gehofft, dass sie mich darin erkennen. Aber die Doktorfische haben eine Wissenschaft daraus gemacht und die Wissenschaft zum Schöpfer erhoben. Sie belächeln mein Wort, in dem ich beschreibe, dass ich alles erschaffen habe, und gründen alles auf die paar Einsichten, die ich ihnen in meine Schöpfung gegeben habe, und auf ihre Beobachtungen und Berechnungen. Sie meinen, durch ihre Wissenschaft alles erklären zu können, und wollen einfach nicht mich als Urheber des Unerklärlichen sehen. Dinge, die sie nicht erfassen können, nennen sie Chaos und berechnen dessen Wahrscheinlichkeit. 36


Dabei war ich es, der aus einem öden Durcheinander ein prächtiges Aquarium geschaffen hat, aber sie belächeln die Fische, die an mich und mein Wort glauben. Sie belächeln den Falterfisch, den auch du für verrückt gehalten hast, sie belächeln jetzt auch dich. Und dabei sind sie es, die sich mit ihrem Alles-erklären-Wollen zu Narren machen.9 Meinst du, Leben sei nur das Resultat von Körperfunktionen? Hast du schon einmal einen anderen Fisch sterben sehen? Hast du seine Augen gesehen – kurz vor und nach seinem Tod?“ Ich erinnere mich an das Sterben meiner Eltern und daran, wie auf einmal das Funkeln aus ihren Augen verschwand, als Atmung und Herz aufhörten. Da war so plötzlich diese Leere in ihren Augen. Ich verstand, dass dieses Funkeln ihr Leben war, das in diesem Moment aufhörte. So wie es ihnen Jahre zuvor gegeben wurde, und sie ein lebendiges

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1. Korinther 3,19

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Wesen wurden.10 In diesem Moment wird mir klar: Meine Eltern kamen zusammen und haben mich gezeugt, aber mich geschaffen, mir Leben gegeben, haben sie nicht. „Ich hatte dich von Anfang an geplant, lange bevor dieses Aquarium entstand, ich habe dich schön und einzigartig gemacht.11 Ich habe dir die Fähigkeit gegeben, Neues auszudenken und zu schaffen – nur Leben, das kannst du nicht schaffen. Leben, das kommt nur von mir.“

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1. Mose 2,7 Psalm 139,13-16


Bild 4: Lebensatem


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