Skip to main content

821138

Page 1


Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.

Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG („Text und Data Mining“) zu gewinnen, ist untersagt.

© 2026 Gerth Medien in der SCM Verlagsgruppe GmbH

Max-Eyth-Str. 41 · 71088 Holzgerlingen gerth.de

Sofern nicht anders angegeben, wurden die Bibelzitate der folgenden Übersetzung entnommen: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006 R. Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen (www.brockhaus-verlag.de)

Weitere verwendete Übersetzungen:

Hoffnung für alle®, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung von Fontis – Brunnen Basel. Alle weiteren Rechte weltweit vorbehalten. (Hfa) Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (LÜ)

1. Auflage 2026

Bestell-Nr. 821138

ISBN 978-3-98695-138-2

Bearbeitung: Ellen Nieswiodek-Martin, Nicole Schol, Yannika Bolz

Umschlaggestaltung: Maren Habla

Umschlagmotiv: Pexels

Satz: satz-bau Leingärtner, Nabburg

Druck und Verarbeitung: GGP Media GmbH, Pößneck

Printed in Germany

Im Leben und im Sterben zutiefst geliebt ...........

von Ina Eichler

Ein Geschenk für Robert .....................  57 von Christina Feuchtmüller de Ramirez

Die Thuja-Hecke meines Lebens ................  60 von Elisabeth Flanz

Mami ..................................  64 von Gina Jenkins

Vater und Tochter ..........................  70 von Dorothee Kowalke

Mein Jahr der Wunder .......................  75 von Hanna Friedrich

Sei still und erkenne, dass ich Gott bin! ............  80 anonym

Von Mutterwunden und Herzensverbindungen .......  83 von Johanna Liebold

Die Perlenkette ...........................  88 von Ira Schneider

Geschichten der Heilung

Mein Traum von Israel .......................  93 von Christina Schmidt

Leben 2.0 ...............................  97 von Esther Lieberknecht

„Sorgt euch um nichts“ ...................... 102 von Anna K.

Ein Leuchtturm im Sturm ..................... 106 von Franziska Kaps

Alpen und andere Berge ......................  111 von Christine Schlagner

Von Gott getragen..........................

von Kerstin Zobeley

Zwischen Leben und Tod .....................

von Rebekka

Gott hört unser Gebet, noch ehe wir es aussprechen ....

von Sonja Kilian

Vertrauen üben

von Anna Kompanez Eine

von Andrea Hoppstädter Warten auf ein Wunder

von Stefanie Klingelhöfer

von Angela

Vertrauen wagen

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist manchmal überraschend groß. Kennst du das auch?

Ich habe in der Theorie längst verstanden, dass ich Gott vertrauen kann, dass er gute Pläne für mein Leben hat. Die Bibel ist voll von solchen Zusagen, die ich über die Jahre immer wieder gelesen habe.

Aber dann kommen diese Momente – Herausforderungen, Probleme oder schwierige Lebensphasen –, in denen Gott mir plötzlich so weit entfernt zu sein scheint. Ich frage mich dann im Stillen: Wird er mir wirklich auch diesmal beistehen? Oder muss ich mich allein durch diese Situation kämpfen? In solchen Augenblicken reicht das theoretische Wissen nicht aus.

Was mir dann hilft, sind die Erinnerungen an das, was ich bereits mit Gott erlebt habe. Die Momente, in denen er schon früher Gebete erhört hat – auch wenn ich das oft erst im Nachhinein erkenne. Manchmal sogar viel später, wenn ich staunend feststelle: So also hat Gott mein Gebet beantwortet! Nicht selten hat er meine Anliegen anders gelöst, als ich es mir gewünscht hatte – und fast immer war es eine weisere Lösung, als ich sie mir hätte ausdenken können. Diese Erinnerungen schenken mir Mut und Zuversicht für die Herausforderungen von heute.

In „Momente der Hoffnung“ teilen 30 Frauen ihre persönlichen Erfahrungen mit Gottes Wirken in ganz unterschiedlichen

Lebenssituationen. Sie erzählen von schwierigen Beziehungen, von Krankheiten, von Träumen und unerfüllten Wünschen. Von Krisen und den oft unerwarteten Wegen hindurch.

Was alle diese wahren Geschichten verbindet: Sie blicken auf herausfordernde Zeiten zurück und zeigen, wie die Autorinnen Gottes Fürsorge und Nähe erlebt haben – manchmal erst nach langen Durststrecken.

Für mich war es ein großes Geschenk und Privileg, all diese Erfahrungsberichte lesen zu dürfen. Sie haben mein Herz mit Zuversicht und Hoffnung erfüllt und genau das wünsche ich auch Dir beim Lesen dieser Seiten!

Denn ja, Gott hat wirklich gute Absichten für jede von uns.

Manchmal merken wir erst im Rückblick,

wie Gott uns geholfen

und für uns gesorgt hat.

Roter Faden

Wenn ich zurückblicke, dann kann ich ihn erkennen, den roten Faden deiner Treue in meinem Leben.

Manchmal liegt er ganz gerade da, wie eine Konstante, und erinnert mich daran, wie du tausendmal versorgt, beschützt, geholfen hast!

Manchmal krümmt er sich aber auch oder verläuft in eine andere Richtung, als ich es erwartet habe.

Dann braucht es etwas länger, bis ich deine Spur finde.

Aber sie ist da! Auch bei Umwegen!

Und dann sind da noch die Wollknäuel.

Alles scheint verwickelt, verknotet und durcheinander.

Da gelingt es mir nicht immer, den Anfang und das Ende zu finden und der Spur zu folgen.

Wie gut, dass ich mich gerade in solchen Zeiten in deinen liebenden Händen wissen darf!

Hände, die halten und nicht abschneiden!

Hände, die trösten und zärtlich berühren, wo Knoten im Faden schmerzen!

Hände, die ein Bild weben, das mich dir ähnlicher macht.

Der rote Faden deiner Treue!

Du schreibst mit mir Geschichte und liebst mich nach Hause, bis es nichts mehr zu entwirren gibt!

Andrea Brickey Jahrgang1969, Lehrerin, Korntal

„Denn ich weiß genau, welche

Pläne ich für euch

gefasst habe“, spricht der Herr.

„Mein Plan ist,

euch Heil zu geben

und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung.“

Jeremia 29,11

Bedürfnisse und Wünsche

Trinkpause mit Botschaft

Vorne links kommt eine Hütte. Mach dort eine Trinkpause!“

Deutlich vernehme ich eine Stimme in meinem Inneren, die mich aufhorchen lässt. Ich bin in einem Waldstück unterwegs, das mir nicht vertraut ist. Und tatsächlich: Nach ein paar Hundert Metern gelange ich an eine Weggabelung – dort steht eine Hütte. Im ersten Moment freue ich mich über diese unerwartete Rastmöglichkeit. Doch als ich näher komme, sehe ich, wie dunkel und ungemütlich sie wirkt. Ich beginne, mit Gott zu verhandeln: „Gibt es keine schönere Hütte auf meinem Weg?“, frage ich ihn.

Ich bekomme keine Antwort. Aber die Anweisung, hier eine Pause einzulegen, war eindeutig. Also beschließe ich, ihr zu gehorchen, und lasse mich herausfordern. Schließlich kann ich auch sehr gut in einer dunklen, schäbigen Hütte eine Trinkpause machen und gespannt sein, was Gott damit bezweckt.

Auf der Bank nehme ich Platz und trinke meinen Tee. Mein Blick gleitet über die Wände. Namen und Daten sind hier eingeritzt. Müll liegt herum. Auf dem Boden entdecke ich einen Fetzen Papier.

Das könnte von einem Abreißkalender stammen, denke ich.

In diesem Augenblick höre ich wieder Gottes Stimme: „Sammle die Puzzleteile auf!“

Verblüfft schaue ich mich nach weiteren Papierfetzen um. Doch in der Hütte finde ich nur diesen einen. Ich hebe ihn auf und wische den Schmutz ab. Er ist beidseitig beschriftet. Die

wenigen Worte darauf lassen erahnen, dass er von einem christlichen Kalender stammt.

Ich suche weiter nach den dazugehörigen Puzzlestücken. In einem Umkreis von zehn Metern werde ich fündig und mit acht Teilen ist das Kalenderblatt schließlich komplett. Es stammt aus dem Abreißkalender „Die gute Saat“ und ist bereits drei Wochen alt.

Nachdem ich die Puzzleteile eingesteckt habe, wandere ich weiter. Meine Gedanken und Gebete sind zunächst bei der Person, die dieses Blatt vielleicht gelesen, dann aber zerrissen und weggeworfen hat. Was wohl der Grund dafür gewesen sein mag?

Mein Weg führt mich kurz darauf zu einer Lichtung. Dort strahlt mir in hellem Holz eine einladende Hütte entgegen. „Du hast vielleicht Humor!“, sage ich zu Gott. „Du wusstest, dass es eine viel schönere Hütte gibt.“ Die außen liegende Hüttenbank hat eine glatte Fläche. Darauf puzzle ich das Blatt zusammen und fotografiere es.

Ich bin nun sehr neugierig, was Gott mir zu sagen hat. Vielleicht möchte er mich ermutigen.

Denn es gibt einen Grund, warum ich täglich durch den Wald laufe: Ich befinde mich in einer Phase akuter Erschöpfung. Ich sehne mich nach Ruhe und Trost, danach, aufzutanken und Gemeinschaft mit meinem himmlischen Vater zu haben. Auf dem Kalenderblatt wird mir Jesus als Lehrer präsentiert. Und weil ich die Puzzle-Botschaft ernst nehmen will, bitte ich ihn, mich zu lehren.

Behutsam lenkt er an den folgenden Tagen meinen Blick auf verschiedene Dinge im Wald: Pilzgeflechte, eine Feder, die sich in einem Spinnennetz verfangen hat, und noch viele weitere Dinge. Er legt mir seine Gedanken dazu ins Herz, erinnert mich an Bibelverse und verknüpft diese mit meiner Lebenssituation.

Es entspinnt sich ein Dialog zwischen Herz und Kopf, zwischen Jesus und mir. Was er mir erklärt, tut mir gut. Meine Seele kann aufatmen und ich komme zur Ruhe. Nach und nach finde ich Kraft für den Alltag, nehme die Arbeit wieder auf – und vergesse, dass Jesus mein Lehrer ist.

Vier Monate nach meinem „Schülerdasein“ im Wald ploppt eine Erinnerung auf meinem Handy auf: „Beitrag für Lydia schreiben“ ist dort zu lesen. Ich verschiebe die Erinnerung mehrfach. Doch als ich mit meinem Mann eine kleine Radtour unternehme, fahren wir im Wald auf eine Kreuzung zu. Plötzlich erkenne ich den Ort wieder. Da steht die schäbige Hütte. Eine stumme Erinnerung an den Tag, an dem Gott zu mir gesprochen und mir das Kalenderblatt geschenkt hat. Als wir nach Hause kommen, beginne ich zu tippen.

Ich blättere noch einmal in meinem Tagebuch und lese den Eintrag über das Puzzle-Fundstück im Wald. In diesem Moment erkenne ich: Auch wenn ich vergesse, dass Jesus mein Lehrer ist – er vergisst es nicht. Er blieb die ganze Zeit an mir dran und nahm meine damalige Bitte ernst, mich zu lehren.

Denn vor sechs Wochen erst brachte er mich dazu, an einem Jüngerschaftskurs teilzunehmen. Zunächst wollte ich mich nicht anmelden, doch nach dem Schnupperabend war ich von den Inhalten fasziniert und neugierig auf den weiteren Verlauf des Kurses.

Rückblickend erkenne ich, dass die Entscheidung, in der schäbigen Hütte meine Trinkpause einzulegen, der Beginn einer neuen Trainingsphase war, in der ich im Glauben wachsen durfte und darf.

Sabine Wiediger

Jahrgang 1972, Grundschullehrerin und Autorin, Freudenstadt

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook