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WAS VÄTER ÜBER TÖCHTER WISSEN SOLLTEN
Von Gott kann ein Mann die Fähigkeiten und Eigenschaften erlernen, die aus ihm den Vater machen, den seine Tochter braucht – gleichzeitig wird er ein Vater, wie Gott ihn sich von Anfang an vorgestellt hat. Helen Burns
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ES IST EIN MÄDCHEN! „Es ist ein Mädchen!“ Diese vier kleinen Worte verursachen einen Ansturm von Freude und Vorfreude bei jedem frischgebackenen Papa – typischerweise gefolgt von einem gesunden Maß an Furcht und Besorgnis. Wie erzieht man diese in rosa Tücher gewickelte kleine, süße Prinzessin von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter in einer Weise, dass sie eine gesunde Persönlichkeit wird? Wie lehrt man sie, das Schiff ihres Lebens durch eine große und manchmal gefährliche Welt zu steuern? Ich (Helen) weiß, dass mein Vater sich am Tag meiner Geburt diese Fragen stellte. Jedes Jahr an meinem Geburtstag erzählte er mir alles über den Tag meiner Geburt (der nun über fünfzig Jahre zurückliegt). Meine Eltern waren gerade nach Kanada ausgewandert, und das Geld war knapp, darum musste mein Vater seinen Arbeitstag in der Stahlfabrik erst beenden, bevor er den Bus zur Klinik nehmen konnte, um seine Frau und seine kleine Tochter zu sehen. Dort angekommen, stieg er ganz aufgeregt aus dem Bus und knallte dabei mit dem Kopf gegen den hölzernen Pfosten der Haltestelle, zog sich dabei eine tiefe Schnittwunde zu und wurde beinahe bewusstlos. Statt direkt zum Notarzt zu gehen, um die Wunde nähen zu lassen, ging er schnurstracks zur Entbindungsstation. Dort sah er mich zum ersten Mal – die zweite seiner beiden Töchter, die ihm innerhalb von nur achtzehn Monaten geboren wurden – und fühlte sich auf einmal überwältigt von dem, was da vor ihm lag. Er musste schon mit einem neuen Land, einer anderen Kultur und einer Fremdsprache zurechtkommen. Nun hatte er auch noch eine neue Familie, die nur aus Frauen bestand. Wenn das keine Herausforderung war! 33
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Viele Jahre später entdeckte mein Mann John ebenfalls die Freude, einem Haus voller Töchter vorzustehen. Unsere drei Töchter wurden alle in der kurzen Zeitspanne von dreieinhalb Jahren geboren. Es verblüffte und amüsierte mich oftmals, John in seiner ausgeprägten Männlichkeit dabei zu beobachten, wie er sich der Herausforderung stellte, Töchter vom Kleinkindalter bis zu den Teenagerjahren und hinein ins Erwachsenenalter zu begleiten. Als Frau, die einen Haushalt mit lauter Frauen angeführt hat, hatte ich einen wunderbaren Aussichtspunkt, um den Ehemann, den ich liebe, dabei zu beobachten, wie er es lernte, sich als Vater und später als Großvater zurechtzufinden, wie er sich dabei entwickelte und immer reifer wurde. Aus dieser Sicht schreibe ich diesen Teil unseres gemeinsamen Buches. Es gibt manche Dinge, die jeder Vater, der eine Tochter großzieht, wissen muss. Wir werden auf den folgenden Seiten über ein paar dieser Dinge sprechen. Bevor wir aber beginnen, möchte ich eine Sache klarstellen. Wir leben in einer unvollkommenen Welt. Das bedeutet, dass es auf dieser Seite des Himmels keinen vollkommenen Vater gibt. Aber auf der anderen Seite Auf dieser Seite des des Himmels – nun ja, da ist alles anders. Himmels gibt es keinen Unser himmlischer Vater ist vollkommen. perfekten Vater. Von Gott kann ein Mann die Fähigkeiten und Eigenschaften erlernen, die aus ihm den Vater machen, den seine Tochter braucht – gleichzeitig wird er ein Vater, wie Gott sich ihn von Anfang an vorgestellt hat. Es ist sehr leicht für einen Mann, Vater zu werden. Aber es erfordert einen ganz besonderen, liebevollen und hingegebenen Charakter, um ein guter Papa für eine Tochter zu sein. Da Sie dieses Buch lesen, gehe ich davon aus, dass Sie einer dieser ganz besonderen Männer sind – oder dass Sie zumindest da34
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nach streben, ein solcher zu sein. Gratuliere! Ich beglückwünsche Sie. Niemand kann Ihren Platz im Leben Ihrer Tochter einnehmen. Ja, natürlich braucht Ihre Tochter ihre Mama, aber sie braucht auch Sie. Blättern Sie weiter, und wir werden darüber sprechen, warum das so ist.
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DIE HERAUSFORDERUNG Haben Sie schon einmal zugehört, wie ein erwachsener Mann mit einem kleinen Jungen spricht? Seine Stimme klingt dabei tief und laut; wenn er jedoch mit einem kleinen Mädchen spricht, benutzt er eine sanfte, hohe Flüsterstimme. Warum geschieht das? Weil die Andersartigkeit eines kleinen Mädchens von einem sehr frühen Alter an offensichtlich ist – und sie kommt immer deutlicher zum Vorschein, je größer und reifer das Mädchen im Laufe der verschiedenen Lebensphasen wird. Tatsache ist, Gott schuf Mädchen absichtlich anders – es steht ein göttliches Ziel dahinter. Er bildete Eva aus dem Teil, den er Adams Körper entnommen hatte. Folglich wurde Adam zu einer Person, der etwas Jedes kleine Mädchen fehlte, um ganz zu werden; Eva wurde zu will die Prinzessin sein, einer Person, die ihre Zugehörigkeit such- die das Herz ihres te, um ergänzen zu können. Es ist der Papas erobert. Wunsch einer Frau, einen Mann zu ergänzen. Und der Wunsch eines Mannes ist es, seine Ergänzung zu finden, aber auch gleichzeitig seine Frau zu ergänzen mit dem, was ihr fehlt. Wer aber ist der erste Mann im Leben eines kleinen Mädchens? Es ist ihr Papa. Jedes kleine Mädchen will die Prinzessin sein, die das Herz ihres Papas erobert. Er ist ihr erster Prinz. Sie sehnt sich nach der Gewissheit, dass sie von ihrem Papa angenommen und bestätigt wird. Sie will von ihm bemerkt und wahrgenommen werden – nicht nur für das, was sie leistet, sondern für das, was sie ist. Während ein Mädchen heranwächst, wird das Bild, das sie von sich als Frau hat, sowie ihr Selbstwertgefühl in erster Linie von der Beziehung geprägt, die 37
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sie zu ihrem Vater hat. Ihren Wert sieht und erkennt sie durch das, was er ihr widerspiegelt. So war es auch bei mir. Ich bin sehr gesegnet, da ich immer die Liebe, Wärme und Annahme meines Vaters gespürt habe. Jedes Mal, wenn ich als junges Mädchen in ein Zimmer kam, in dem er saß, leuchteten seine Augen auf, und er lächelte über das ganze Gesicht. Ich erlebte das Wunder, nach dem jedes Mädchen sich sehnt, das Wunder, von seinem Papa bedingungslos geliebt zu sein. Bei meinen drei Töchtern war es genauso. Angela, Danica und Ashley haben die Annahme und Bestätigung, die ihnen ihr Vater entgegenbrachte, immer geschätzt. Als sie klein waren, ging ich bei besonderen Anlässen mit ihnen in die Stadt, um Kleider für sie einzukaufen (zum Beispiel zu Ostern oder Weihnachten), und sie suchten dann immer Kleider aus, von denen sie glaubten, dass sie John gefallen würden – Kleider, die wir dann irgendwann begannen, „Papa-Kleider“ zu nennen. Die Mädchen liebten es, wenn ihr Vater sie beachtete! Wenn sie sich schön machten, sollte es vor allem ihn erfreuen. John war dann in der Verteilung seiner Komplimente stets sehr großzügig, sodass die Mädchen vor Freude gar nicht mehr aufhören konnten zu kichern. Und wenn ich diese Situationen beobachtete, war auch ich von Freude erfüllt. Seine Liebe zu allen drei Mädchen war freigebig und bedingungslos. Ihr Leben lang sagte er zu jeder Einzelnen: „Ich werde dich immer lieben, und daran wird sich nie etwas ändern. Nichts, was du tun könntest, könnte mich dazu bringen, dich mehr zu lieben. Nichts, was du jemals tun könntest, würde mich dazu bringen, dich weniger zu lieben. Du wirst immer meine Prinzessin sein.“ Wo fand John die Kraft und das Vertrauen, seine Töchter so uneingeschränkt zu lieben? Eine Quelle kann ich nennen: die Beziehung zu seinem himmlischen Vater. Zum Glück liebt Gott uns nicht 38
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für unsere Leistung und unser Aussehen, auch nicht wegen der Größe unseres Bankkontos, wegen unserer Arbeitsstelle oder irgendetwas anderem, das in dieser Welt so hoch gewertet wird. Gott liebt uns einfach nur, weil wir seine Kinder sind. „Seht doch, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns schenkt! Denn wir dürfen uns nicht nur seine Kinder nennen, sondern wir sind es wirklich“ (1. Johannes 3,1). Gott schenkt uns seine Liebe ohne Bedingungen, verschwenderisch und im Überfluss. Durch seinen Sohn, Jesus Christus, öffnete Gott jedem von uns die Tür zu seiner überströmenden, bedingungslosen Vaterliebe. Ein Vater, der die Liebe seines himmlischen Vaters kennt, kann seinerseits die Liebe, die er von Gott empfangen hat, an seine eigenen Kinder im Übermaß weitergeben. Kleine Mädchen wissen intuitiv, dass sie geschaffen wurden, um ihren Papa zu lieben und von ihm geliebt zu werden. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass viele Frauen bei Vätern aufwachsen, die aus dem einen oder anderen Grund die Liebe ihres himmlischen Vaters nie kennengelernt haben – auch nicht die Liebe eines irdischen Vaters. Diese Mädchen werden demzufolge oft von Vätern großgezogen, die distanziert, wütend, missbräuchlich oder einfach abwesend sind. Ihre Definition von Vater wird gleichbedeutend mit Missbilligung, Enttäuschung oder Ablehnung. Wenn eine Tochter so eine Erfahrung macht, kann es sein, dass es für sie sehr schwer ist, Gott als Vater zu erleben (obwohl Gott ein vollkommener Vater ist, der sie mit bedingungsloser, ewiger Liebe liebt). Sie spürt, dass ihr innerlich etwas fehlt, und versucht vielleicht, dieses Vakuum mit Leistungen und Erfolg zu füllen, in dem Glauben, dass diese Dinge irgendwie die von ihr wahrgenommenen Defizite ausgleichen werden und vielleicht, aber nur vielleicht, die Annahme und Bestätigung bringen werden, die sie sich so sehr von ihrem Vater wünscht. 39
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Das Papa-Vakuum Wenn nur jeder Vater erkennen würde, wie wichtig er für sein kleines Mädchen ist! Ein Vater hat einen sehr großen Einfluss auf das Leben seiner Tochter – zum Guten wie zum Schlechten. Ob es ihm bewusst ist oder nicht, er spielt eine bedeutende, unersetzliche Rolle dabei, die Welt seiner Tochter zu formen. Ich hatte durch meine Arbeit das Vorrecht, die ganze Welt zu bereisen, und habe dabei eine tiefe Not unter den Frauen bemerkt, die überall gleich zu sein scheint. Um diese Not zu beschreiben, benutzen John und ich den Ausdruck „Papa-Vakuum“. Sehen Sie, im Herzen eines jeden kleinen Mädchens gibt es einen großen, offenen Raum, der für ihren Vater reserviert ist. Wenn ein Vater diesen Raum nicht ausfüllt, wenn er missbräuchlich ist, emotional nicht erreichbar oder körperlich abwesend, wächst ein Mädchen mit dieser inneren Leere auf. Die Leere, die sie empfindet, verursacht ein hohes Maß an Schmerz sowie zahlreiche Blockaden in Bezug auf zukünftige, gesunde Beziehungen zu Männern. Es ist traurig zu sehen, dass extrem viele Frauen rund um den Globus tief verletzt und unfähig sind, positive Beziehungen zu Männern zu entwickeln, weil sie nie die sanfte, fürsorgliche, bedingungslose Liebe eines Vaters erfahren haben. Das ist ein schwerer Verlust, und die Folgen sind katastrophal – nicht nur für diese Frauen, sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Mädchen, deren Väter nicht zu Hause sind beziehungsweise am Leben ihrer Töchter nicht Anteil nehmen, früher in die Pubertät kommen, früher sexuell aktiv werden, und dass die Wahrscheinlichkeit, in ihren Teenager-Jahren schwanger zu werden, größer ist. Wenn man bedenkt, wie groß das Bedürfnis einer jeden Frau nach Zuneigung ist, sind solche Ent40
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wicklungen wirklich vorhersagbar. Diese jungen Frauen sind nicht „schlecht“, sie sehnen sich einfach nur verzweifelt nach der Nähe und Bindung, der Liebe und Sicherheit, die sie als kleine Mädchen nie empfangen haben, da es ihnen an aktiven und fürsorglichen Vätern fehlte. Gott hat sie mit dieser Sehnsucht ausgestattet. Und er schuf Väter, um sie zu stillen. Unglücklicherweise wachsen heute viele Kinder ohne die Unterstützung eines Vaters in der Familie auf. Diese weitverbreitete Vaterlosigkeit formt unsere Kultur vielleicht mehr als jeder andere Faktor. Die große Anzahl von Vätern, die sich von ihren Familien zurückgezogen haben, hat in der Gesellschaft als Ganzes eine tiefe Kluft gerissen. Eine Folge davon ist, dass viele Frauen angefangen haben zu glauNur, wenn wir dieses ben, dass sie keine Männer brauchen, dass biblische Fundament Männer immer nur Ärger machen und dass für heile Familien sie ganz gut ohne sie auskommen. Nichts wieder aufbauen, könnte weiter von der Wahrheit entfernt können wir funktionstüchtige Gemeinsein! Frauen und Männer müssen unbeschaften bilden. dingt zum Fundament aller Wahrheit – dem Wort Gottes – zurückfinden, das uns klar und deutlich Gottes Absicht für Beziehungen zwischen Männern und Frauen zeigt. Gemäß Gottes Plan ist die Grundlage einer heilen Familie eine intakte Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau, die durch eine vertrauensvolle Kommunikation und gegenseitigen Respekt und Verständnis zwischen den beiden entwickelt wird. Nur wenn wir dieses biblische Fundament für heile Familien wieder aufbauen, können wir funktionstüchtige Gemeinschaften bilden, die dann eine gesündere Gesellschaft für alle schaffen können.
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