In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie Frauen und Männern gerecht werden, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen, wo beide gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung von Frauen oder Männern.
Herausgeber und Verlag weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Hinweise in diesem Buch keine Rechtsberatung oder rechtsverbindlichen Aussagen darstellen! Stand der dargestellten Informationen ist März 2014.
Die Herstellung dieser Arbeitshilfe wurde gefördert aus Mitteln des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS).
Impressum
© 1. Auflage 2014 buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart Printed in Germany. All rights reserved. buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart ISBN Buch 978-3-86687-101-4 ISBN E-Book 978-3-86687-114-4 Verlag Haus Altenberg GmbH, Düsseldorf ISBN 978-3-7761-0313-7 Lektorat: Gestaltung und Satz: Bildrechte Umschlag, S. 3, 17, 47, 59, 73, 83, 101, 125, 167, 177, 231, 243: Bildrechte Autorenfotos: Druck und Gesamtherstellung: www.ejw-buch.de
buch+musik – Claudia Siebert, Kassel buch+musik – Fred Peper, Stuttgart
© Marina Zlochin – Fotolia.com blu:boks, REISE-WERK, privat freiburger graphische betriebe, Freiburg
VORWORT
TORSTEN HEBEL
Freizeiten sind mehr als „freie Zeit“! Es war an einem Samstagabend in Solingen. Wie so oft stand ich mit meinem Comedyprogramm auf der Bühne. Es war ein guter Abend mit ca. 250 Zuschauern und klasse Stimmung. Während ich meine Comedynummern spielte, bemerkte ich ein mir bekanntes Gesicht in der Menge: Mensch, Torsten, den kennst du doch!? Nach meinem Programm kam der junge Mann auf mich zu: „Na? Kennst du mich noch?“ Wie ich diese Frage hasse, denn ich kann mir zwar Gesichter sehr gut merken, aber mit den Namen hapert es! Nach meinem fragenden Gesichtsausdruck sagte er schließlich: „Ich bin Max. Ich war vor 15 Jahren mit auf Freizeit. Diese Freizeit hat mein Leben verändert. Das, was du mir damals gesagt hast, hat tiefe Spuren hinterlassen. Ich habe die Kurve gekriegt und arbeite heute bei der Financial Times Deutschland als Journalist.“ Max! Natürlich! Jetzt erkannte ich ihn wieder. Kaum zu glauben, dass dieses Nervenbündel, das sich keine 5 Minuten konzentrieren konnte und fast alle Gruppenstunden sabotierte, hier völlig begeistert vor mir stand. Das passiert auf Freizeiten. Menschen verändern sich. Doch warum sind Freizeiten so effektiv, wenn es um nachhaltige Veränderung geht? Vielleicht liegt es daran, dass die Teilnehmenden aus ihrem alltäglichen Kontext in eine komplett neue Struktur hineinkommen. Nach ein paar Tagen haben sie sich akklimatisiert und beginnen, sich zu öffnen. In dieser Phase sind so viele positive Impulse zur Veränderung möglich wie sonst selten im Leben. Freizeiten sind mehr als freie Zeit! Wenn man eine Vision hat. Wenn man mit Freizeiten mehr verbindet als eine inhaltsbefreite und grob organisierte Ferienfahrt. Freizeiten sind absolut notwendig, um z. B. das Jahresthema zu vertiefen, ein Thema zu bearbeiten, Beziehungen zu bauen, Begeisterung zu entfachen, Gemeinschaft zu erleben und – wie schon erwähnt – neue Strukturen kennenzulernen. Auch mich haben Freizeiten nachhaltig geprägt. Viele Bilder und Gefühle sind heute noch lebendig und nähren meinen Willen und meine Vision, Freizeiten für möglichst viele (junge) Menschen anzubieten. Doch auch für die Mitarbeitenden ist so eine Fahrt eine fruchtbare und wichtige Sache. Ich bin überzeugt davon, dass sie sich auf einer Freizeit viele wichtige und entscheidende soziale Kompetenzen aneignen können, die sie sonst für viel Geld in irgendwelchen Seminaren und Workshops teuer einkaufen müssten. Der Zusammenhalt, die Erfolgserlebnisse und auch die bewältigten Probleme während einer Freizeit lassen Mitarbeitende wachsen. An Körper, Geist und Seele.
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Man merkt, ich bin ein absoluter Fan von Freizeiten. Doch eine kritische Anmerkung muss ich der Vollständigkeit halber auch machen. Entscheidend für das Gelingen einer Freizeit sind nicht nur motivierte Mitarbeitende, nicht nur ein gutes Programm. Es steht und fällt gleichermaßen mit der Auswahl des passenden Freizeitortes und der Unterkunft. Auch die Verpflegung ist von großer Wichtigkeit. Man tut gut daran, eine Freizeit sorgfältig zu planen und sich umfassend zu informieren, welche Möglichkeiten es für die Zwecke und das zur Verfügung stehende Budget gibt. Allein aus diesem Grund bin ich der Bitte, ein Vorwort für dieses Buch zu schreiben, gern nachgekommen. Denn selten sind Kompetenz und Wissen gepaart mit Praxiserfahrungen und wertvollen Tipps so gut zusammengestellt worden wie hier. Für mich ein längst überfälliges Buch. Ich werde es nutzen. Denn das ist das Schöne: Die ganze Zeit, die ich mit diesem Buch spare, weil es mir so manchen Umweg abnimmt, kann ich in freie Zeit investieren. Daher interpretiere ich meine Überschrift um: Freizeiten mit dem „Freizeitplaner“ geplant, bringen dem Leser mehr freie Zeit für sich selbst. Die wird er oder sie auch dringend brauchen. Denn das wissen wir alle: Für jede Freizeit braucht man nicht nur eine zielführende Vision, sondern auch ein gutes Nervenkostüm! Das kann uns leider dieses Buch nicht abnehmen. Bei vielen anderen Fragen kann es aber entscheidend helfen! Gute Freizeit, gute Fahrt,
Ihr / Euer Torsten Hebel Leiter der blu:boks BERLIN im April 2014
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EINLEITUNG
DIE HER AUSGEBER
Mit dem Freizeitplaner arbeiten „Freizeiten planen – da gibt es kein fertiges Rezept!“ Das stimmt wohl. Dennoch möchten wir mit diesem Buch die Zutaten für eine gute Basis der Freizeitplanung, -durchführung und -nacharbeit liefern. In 10 Kapiteln finden sich alle wichtigen organisatorischen und inhaltlichen Themen, die praktisch für jede Kinder-, Teen-, Jugend-, Erwachsenen-, Familien-, Gemeinde- und Seniorenfreizeit angewendet werden können; ob im In- oder Ausland, nur für ein Wochenende oder zwei Wochen in den Ferien. Alle Inhalte sind als Hinweise zu sehen, die erfahrene Freizeitleute geben möchten. Die große Autorenschaft bringt auf ganz unterschiedliche Weise und mit verschiedenen Blickrichtungen ihr Wissen für eine gelungene Freizeit ein. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Hinweise in diesem Buch keine Rechtsberatung oder rechtsverbindlichen Aussagen darstellen! Stand der dargestellten Informationen ist März 2014. Um das Lesen und Anwenden der Hinweise zu vereinfachen, ist das Buch mit verschiedenen Hilfen versehen:
Thematisch durch das Buch Auf den folgenden Seiten findet sich zunächst ein klassisches Inhaltsverzeichnis, das Kapitel für Kapitel durch das Buch leitet. Hier gibt es Schwerpunkte wie die Organisation, das Team und das Programm.
Chronologisch durch das Buch Nach dem klassischen Inhaltsverzeichnis folgt ein chronologisches Verzeichnis, das die Kapitel – und somit Aufgaben – nach dem „Erledigungszeitpunkt“ sortiert. So gibt es Aufgaben, die bereits ein Jahr vor der Freizeit anstehen, andere wiederum erst ein paar Tage davor oder direkt während der Freizeit.
Checklisten In vielen Kapiteln befindet sich eine Checkliste, die in Kürze die wichtigsten Punkte zusammenfasst. Diese Checklisten gibt es auch online zum Download (siehe Infos rechts).
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Legende Jedes Kapitel ist am Ende mit einer Legende ausgestattet. Diese zeigt schnell und übersichtlich, • zu welchem Zeitpunkt die Aufgabe erledigt werden sollte. • mit wem das Thema abgesprochen werden muss. • wer für das Thema / die Aufgabe zuständig ist. • welche Verweise (im Buch oder auf andere Literatur oder Onlineangebote) der Autor empfiehlt.
Online Zusatzmaterial Hilfreiches zusätzliches Material, z. B. Vorlagen, sowie die bereits genannten Checklisten finden sich auf der Website www.ejw-buch.de/shop/derfreizeitplaner.html zum Download. Der QR-Code führt jeweils direkt zur Website. Beachte bitte die folgenden rechtlichen Hinweise zum Download!
Rechtliche Hinweise zu Downloads Zu diesem Buch können Vorlagen und Checklisten unter www.ejw-buch.de/shop/derfreizeitplaner.html als digitale Daten heruntergeladen werden. Der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet.
Frohe Vorbereitungen und immer gute Ideen wünschen die Herausgeber
Björn Knublauch
Johanna Krohmer
Ingo Müller
Fritz Ludwig Otterbach
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INHALTSVERZEICHNIS THEMATISCH
Inhaltsverzeichnis thematisch ORGANISATION Kapitel 1: Gut organisiert 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13
Ziel und Zielgruppe ..................................................................................... Altersgruppe ................................................................................................ Dauer .......................................................................................................... Teilnehmerzahl ............................................................................................ Ort und Unterkunft ...................................................................................... Reiseanbieter ............................................................................................... Träger/Veranstalter ...................................................................................... Kooperationspartner .................................................................................... Fahrt ............................................................................................................ Begleitfahrzeug ............................................................................................ Verpflegung und Hygiene ............................................................................ Versicherung ................................................................................................ Internationale Begegnung ...........................................................................
18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 41 44
Kapitel 2: Gut finanziert 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5
Kalkulation und Kasse .................................................................................. Teilnahmebeitrag ......................................................................................... Mitarbeiterbeitrag ........................................................................................ Finanzielle Förderung und Zuschüsse ........................................................... Fundraising ..................................................................................................
48 50 52 54 56
Kapitel 3: Gut veröffentlicht 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6
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Marketing .................................................................................................... Werbemedien und rechtliche Hinweise ........................................................ Werbetexte .................................................................................................. Umgang mit Bildern .................................................................................... Freizeitausschreibung ................................................................................... Online-Dokumentation ................................................................................
60 62 64 66 68 70
Kapitel 4: Gut informiert 4.1 4.2 4.3 4.4
Teilnahmebestätigung ................................................................................. Freizeitpass .................................................................................................. Vortreffen .................................................................................................... Infobrief ......................................................................................................
74 76 78 80
Kapitel 5: Gut gestartet 5.1 5.2 5.3 5.4 5.5 5.6 5.7 5.8
Fakten-Check ............................................................................................... Materialliste und Packen .............................................................................. Abfahrt ........................................................................................................ Busfahrer/Busfahrerin ................................................................................... Ankunft ....................................................................................................... Einchecken .................................................................................................. Start vor Ort – Stimmung und Regeln .......................................................... 112 – Notfälle ..............................................................................................
84 86 88 90 92 94 96 98
MITARBEITERTEAM Kapitel 6: Gutes Team 6.1 6.2 6.3 6.4 6.5 6.6 6.7 6.8 6.9 6.10
Leitungsteam ............................................................................................. Mitarbeiterteam ......................................................................................... Teambuilding ............................................................................................. Aussendung der Mitarbeitenden ................................................................ Teambesprechung ..................................................................................... (Halbzeit)Gespräche mit Mitarbeitenden .................................................... Motivation für Mitarbeitende ..................................................................... Glaubensgemeinschaft ............................................................................... Abschluss der Freizeit als Team ................................................................... Auswertung der Freizeit als Team ...............................................................
102 104 106 108 110 112 115 117 119 121
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INHALTSVERZEICHNIS THEMATISCH
Kapitel 7: Gut geschult 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 7.6 7.7 7.8 7.9 7.10 7.11 7.12 7.13 7.14 7.15 7.16 7.17
Schulungselemente .................................................................................... Teamregeln und No-Gos ............................................................................ Urheberrecht ............................................................................................. Aufsichtspflicht ........................................................................................... Sanktionen ................................................................................................. Freizeitregeln ............................................................................................. Bedürfnisse des Menschen ......................................................................... Entwicklungsphasen der Persönlichkeit ...................................................... Gruppenphasen ......................................................................................... Teilnehmende im Blick ............................................................................... Umgang mit schwierigen Teilnehmenden .................................................. Seelsorge ................................................................................................... Menschen prägen ...................................................................................... Prävention vor sexualisierter Gewalt ........................................................... Inklusion .................................................................................................... Andachten halten ....................................................................................... Geschichten erzählen .................................................................................
126 128 130 133 136 138 140 142 145 149 151 153 155 157 160 163 165
PROGRAMM UND INHALTE Kapitel 8: Gut vorbereitet 8.1 8.2 8.3
Vorbereitungsprozess ................................................................................. 168 Vorbereitung als Wochenendtreffen ........................................................... 171 Vorbereitung als regelmäßige Treffen ......................................................... 173
Kapitel 9: Gutes Programm 9.1 9.1.1 9.1.2 9.1.3 9.1.4
10
Programmplanung ........................................................................... 178 Programmplanung: Grundlagen ................................................................ 179 Programmplanung: erstes Treffen – Programm finden ................................ 182 Programmplanung: zweites Treffen – Programm abstimmen ...................... 184 Deadline und Termine ................................................................................ 186
9.1.5 9.1.6 9.1.7 9.1.8 9.1.9 9.1.10 9.1.11
Freizeitmotto ............................................................................................. Teilnehmende beteiligen ............................................................................ Erlebnispädagogik ...................................................................................... Tagesleitung .............................................................................................. Aufgabenverteilung ................................................................................... Freizeitpaten: Begleitung von zu Hause ...................................................... Sonstiges ...................................................................................................
9.2
Programminhalte ............................................................................. 202 Geistliche Themeneinheiten ....................................................................... 203 Musik und Band ......................................................................................... 206 Kleingruppen ............................................................................................. 208 Bibellesen .................................................................................................. 210 Gebet bei den Mahlzeiten .......................................................................... 212 Abendabschluss ......................................................................................... 215 Stille Zeit ................................................................................................... 218 Missionarische und diakonische Einsätze .................................................... 220
9.2.1 9.2.2 9.2.3 9.2.4 9.2.5 9.2.6 9.2.7 9.2.8
9.3 9.3.1 9.3.2 9.3.3
187 190 192 195 196 198 200
Weitere Programmbausteine ....................................................... 222 Workshops und Seminare .......................................................................... 223 Buntes Programm ...................................................................................... 226 Besondere Aktionen ................................................................................... 228
Kapitel 10: Gut nachgearbeitet 10.1 10.2 10.3 10.4 10.5
Feedbackmethoden während der Freizeit ................................................... Ankunft zu Hause ....................................................................................... Nachtreffen ............................................................................................... Glaube im Alltag: Familien unterstützen ..................................................... Evaluation für Kinder- und Jugendfreizeiten ...............................................
232 234 236 238 240
Die Autoren dieses Buches ...................................................................................... 244 Platz für deine Notizen ............................................................................................ 250
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ORGANISATION
KAPITEL 1
GUT ORGANISIERT
KAPITEL 1: GUT ORGANISIERT
1.1 Ziel und Zielgruppe Wer steigt schon ins Auto und sagt: „Mal sehen, wo es heute hingeht.“ Wer eine Reise tut oder eben eine Freizeit anbietet, hat ein Ziel. Dieses Ziel geht weit über das Reise-Ziel hinaus.
Die häufigsten Freizeit-Ziele • Ich biete eine Freizeit an, damit Gemeinschaft erlebbar und gestärkt wird. • Ich biete eine Freizeit an, damit die Teilnehmenden Glauben erleben und Jesus Christus kennenlernen. • Ich biete eine Freizeit an, um den Teilnehmenden zu helfen, in ihrem Glauben zu wachsen. • Ich biete eine Freizeit an, weil ich mit den Teilnehmenden etwas erarbeiten oder gestalten will. Manchmal spielen alle vier Ziele eine wichtige Rolle. Trotzdem möchte ich Mut machen, sich für eine Gewichtung zu entscheiden. Es ist meist gewinnbringender, ein klares Freizeitprofil zu entwickeln, als einen großen „Freizeiteintopf“ zu kochen. Man muss nicht alles anbieten. Aber das, was angeboten wird, muss zum Team und zu den Teilnehmenden passen. Wer also ganz neu in der Freizeitleitung ist, sollte sich fragen: „Für welches Freizeit-Ziel schlägt mein Herz? Und wen will ich auf die Freizeit einladen?“ Wer die Leitung einer Freizeit übernimmt, die im Gruppen- oder Gemeindekontext schon lange angeboten wird, wird sich ganz ähnlich fragen: „Wofür schlägt mein Herz? Wer sind die Leute, die (wahrscheinlich) auf die Freizeit mitkommen werden? Und was brauchen die?“
EC CH
Wofür schlägt dein Herz? • Ich möchte mit den Teilnehmenden christliche Gemeinschaft leben. • Ich möchte die Teilnehmenden mit Jesus bekannt machen. • Ich möchte die Teilnehmenden im Glauben fördern. • Ich möchte die Teilnehmenden zum Handeln bewegen.
K
Checkliste
Wenn die Vorbereitungen Fahrt aufnehmen, wird manches vom Ziel abhängen. Wahrscheinlich wird ein Team zusammengestellt. Das Team einer missionarischen Freizeit wird anders aussehen (eine Bandbreite von Leuten, die Kontakt zu Jugendlichen und ein Herz für Jesus haben) als das einer Weiterkommen-Freizeit (Vorbildtypen, die schon eine Zeit mit Jesus unterwegs sind), eines Workcamps (das Team lebt von fröhlich glaubenden Fachleuten) oder einfach einer Gemeinschaftsfreizeit (neben einem kleinen Leitungsteam können anfallende Aufgaben gemeinschaftlich verteilt werden). 18
ORGANISATION
EC CH
Tauscht euch im Team über diese Ziel-Fragen aus • Was erträumt ihr euch von dieser Freizeit? • Was muss auf der Freizeit geschehen, damit du am Ende sagst: „Das war eine gute Freizeit!“? • Was meinst du, was Gott auf dieser Freizeit mit uns vor hat?
K
Checkliste
Das erste Vorbereitungstreffen sollte dafür Zeit geben. Während der Vorbereitungsphase kann man darüber hinaus immer wieder prüfen, ob die angemeldeten Teilnehmenden – wenn man sie bereits kennt – zu dem Programm passen, das man plant, sowie auch für die Teilnehmenden beten. Außerdem ist eine Erinnerung an das Ziel ein guter Einstieg für die Teamrunden während der Freizeit. Und es ist auch ein gutes Raster, um die Freizeit am Ende auszuwerten. Autor: Torsten Kiefer
Zeitpunkt >> noch über ein Jahr noch 6 Monate noch 12 Wochen noch ein paar Tage in dieser Sekunde die Stunden danach
Absprache >> mit Vorstand/Gemeindeleitung >> mit Mitarbeiterteam mit Eltern und Teilnehmenden
Aufgabe >> für Leitung für Mitarbeitende für Teilnehmende für Externe
Verweis >> auf Kapitel 9.1.2 Programmplanung: erstes Treffen – Programm finden
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KAPITEL 1: GUT ORGANISIERT
1.2 Altersgruppe Eine der wichtigsten Fragen, die im Vorfeld einer Freizeit zu klären sind, ist die nach der Altersbegrenzung der Teilnehmenden, vor allem im Kinder- und Jugendalter. Welche Altersgruppe an einer Freizeit teilnimmt, bestimmt das Programmangebot wesentlich mit. Seit Jahren bewährt hat sich im Freizeitangebot vieler Veranstalter die Aufteilung in Kinder (6–11 Jahre), Teens (13–16 Jahre), ältere Jugendliche (16–19 Jahre) und Junge Erwachsene (18–27 Jahre) sowie Erwachsene. Außerdem gibt es zunehmend Angebote für „Pre-Teens“ (10–13 Jahre; in der Vergangenheit zählte man die Pre-Teens zu den Kindern, doch weil die Pubertät immer früher einsetzt, unterscheiden sich die Interessen dieser Altersgruppe zunehmend). „Nirgendwo sonst im Leben unterscheiden sich Gleichaltrige so deutlich voneinander wie im Jugendalter.“ (Oerter/Montada: Entwicklungspsychologie; Beltz, Weinheim, 7. Auflage 2012, S. 335) Schon diese jeweils relativ enge Altersbegrenzung umfasst Menschen mit sehr unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen, die eine hohe Anforderung an das planende und durchführende Team stellt. Doch immer wieder stellt sich aufgrund von Teilnehmerzahl oder guten Kontakten die Frage, ob diese enge Altersbegrenzung erweiterbar ist. Grundsätzlich gilt, dass hier das Entwicklungsalter oft nicht dem tatsächlichen Alter entspricht, eine Entscheidung im Einzelfall also durchaus begründet sein kann. Gleichzeitig ist unbedingt zu beachten, dass Kinder und Teens sich sehr stark in den Bedürfnissen und Ansprüchen unterscheiden, die sie an eine Freizeit stellen. Eine Mischung der Altersgruppen kann für einzelne Tage oder bestimmte Aufträge sinnvoll und bereichernd sein, auf längere Sicht frustriert sie die Teilnehmenden. Insbesondere bei den PreTeens ist in der Programmplanung zu beachten, dass Mädchen in diesem Alter in der Regel körperlich und z. T. auch geistig weiter entwickelt sind als Jungen. Ob Teens und Jugendliche auf unterschiedliche Freizeiten fahren oder gemeinsam ihren Urlaub verbringen, hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich ist es reizvoll und lohnend für Teens und Jugendliche jeweils ein spezifisches Programm zu entwickeln. Dabei brauchen die Teilnehmenden, je jünger sie sind, mehr (tages-)strukturierende Angebote. Bei der Ausweitung der Altersstruktur einer Junge Erwachsenen-Freizeit auf unter 18-Jährige ist zu beachten, dass für Minderjährige andere Anforderungen bezüglich der Aufsichtspflicht gelten als für bereits Volljährige. Das Gleiche gilt entsprechend für unter 16-Jährige. Die zentrale Frage für Teens, Jugendliche und auch Junge Erwachsene ist die Frage nach der eigenen Identität. Wer bin ich? Wen sehen die anderen in mir? Wer bin ich ohne meine Eltern? Eine Freizeit bietet einen idealen Rahmen für die Erforschung dieser Fragen und im besten Fall einen Schutzraum für ein Sich-selbst-Erproben!
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ORGANISATION
EC CH
• Welche Altersgruppe habt ihr bei euren Planungen vor Augen? • Ist es sinnvoll, die Altersbegrenzung stärker einzugrenzen / zu erweitern? • Ist das Team breit genug aufgestellt, um alle Teilnehmenden anzusprechen? (Und homogen genug, um gut als Team arbeiten zu können?) • Soll es besondere Angebote für Ältere/Jüngere oder Mädchen/Jungen geben?
K
Checkliste – im Vorfeld der Planung zu klären!
Autorin: Judith Otterbach
Zeitpunkt >> noch über ein Jahr noch 6 Monate noch 12 Wochen noch ein paar Tage in dieser Sekunde die Stunden danach
Absprache mit Vorstand/Gemeindeleitung >> mit Mitarbeiterteam mit Eltern und Teilnehmenden
Aufgabe >> für Leitung für Mitarbeitende für Teilnehmende für Externe
Verweise >> auf Kapitel 7.4 Aufsichtspflicht >> auf Kapitel 7.8 Entwicklungsphasen der Persönlichkeit >> auf das Buch Schneider, Wolfgang/Lindenberger, Ulman (vormals Oerter/Montada): Entwicklungspsychologie; Beltz, Weinheim, 7. Auflage 2012
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KAPITEL 1: GUT ORGANISIERT
1.5 Ort und Unterkunft Wenn geklärt ist, für welche Altersgruppe eine Freizeit stattfinden soll, kommt als nächstes die Frage nach dem richtigen Ort und der richtigen Unterkunft auf. Unterkünfte können durchaus unterschiedlich sein: Das Spektrum reicht von Häusern mit Selbst- bzw. Vollverpflegung über Campingplätze bis zu Segelschiffen. Bei der Wahl des Ortes hilft es, sich die Teilnehmenden vor Augen zu führen: Bei einer Kinderfreizeit ist es sicherlich ideal, eine Freizeit im Nahbereich oder nahen Ausland (mit kurzer Busfahrt, max. 3–4 Stunden) durchzuführen, sodass „Heimweh-Kinder“ im Notfall leichter und schneller abgeholt werden können. Bei den meisten Jugendlichen ist das Motto „Sommer, Sonne, Strand und Meer“ deutlich attraktiver als der nächste Ostsee- oder Wanderurlaub. Folgende Fragen können helfen, dem richtigen Ort und der richtigen Unterkunft näher zu kommen: • Wie groß ist unsere Gruppe – wie viele Betten benötigen wir? • Wird die Unterkunft allein genutzt oder ist möglicherweise eine weitere Gruppe gleichzeitig vor Ort? Wenn ja, was muss beachtet werden? (Alter der Teilnehmenden, Größe der Gruppe usw.) • Wie ist die Zimmeraufteilung? (Wie viele Betten pro Zimmer? Gibt es für Mitarbeitende Einzel- bzw. Doppelzimmer? Dusche und WC auf dem Zimmer?) • Ist das Gelände / die Unterkunft für die gesteckten Ziele geeignet? (Sportmöglichkeiten, genügend Räume für Kleingruppenarbeit bzw. ein großer Gruppenraum für alle, Grillund Feuermöglichkeit, technische Ausstattung usw.) • Ist die Küche für die Gruppengröße ausgelegt und ausgestattet? Wo ist die nächste Einkaufsmöglichkeit? • Wie weit ist es zum Meer, zum Dorf, zur nächsten Stadt, zum nächsten Ausflugsort, zur Skipiste ...? • Können mögliche Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln getätigt werden? • Sind bei der Unterkunft Kanus, Fahrräder usw. vorhanden? • Gibt es in der näheren Umgebung Gefahren, die im Zuge der Aufsichtspflicht zu berücksichtigen sind? Wenn möglich, ist es sinnvoll, sich sowohl den Ort als auch die Unterkunft persönlich anzuschauen. Wenn eine Besichtigung nicht möglich ist, kann vielleicht ein Veranstalter, der bereits dort war, Auskunft geben. Es sollte ein Anbieter gefunden werden, der alle nötigen Auskünfte zu seinen angebotenen Freizeitunterkünften geben kann. So können ein geeigneter Ort und eine geeignete Unterkunft nach den eigenen Erwartungen und Vorstellungen gefunden werden.
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ORGANISATION
Abschließend muss geklärt sein, wer Ort und Unterkunft letztendlich festlegt: • Entscheidet die Leitung allein oder entscheiden alle Mitarbeitenden gemeinsam? • Dürfen die Teilnehmenden Wünsche äußern bzw. mit abstimmen? Wenn möglichst alle Fragen geklärt sind, gilt es Angebote einzuholen und die Freizeitunterkunft verbindlich zu buchen.
Checkliste
EC CH
Step 2 • An welchen Ort fahren wir? • Welche Unterkunft brauchen wir? • Welche Reiseanbieter haben an dem Ort Unterkünfte? • Welche Angebote kommen in Frage?
K
Step 1 • Gruppengröße: Daher brauchen wir ... • Altersgruppe: Daher brauchen wir ... • Ziel der Freizeit: Daher brauchen wir ... • Wer entscheidet?
Autor: Manuel Huser
Zeitpunkt >> noch über ein Jahr noch 6 Monate noch 12 Wochen noch ein paar Tage in dieser Sekunde die Stunden danach
Absprache >> mit Vorstand/Gemeindeleitung >> mit Mitarbeiterteam mit Eltern und Teilnehmenden
Aufgabe >> für Leitung >> für Mitarbeitende für Teilnehmende für Externe
Verweis >> auf Kapitel 1.6 Reiseanbieter
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KAPITEL 1: GUT ORGANISIERT
1.6 Reiseanbieter Bei der Suche nach dem geeigneten Reiseziel kann man sich im Internet auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft machen. Interessant ist das vor allem, • wenn die Gruppe schon in Teilen feststeht. • wenn die Teilnehmenden genaue Vorstellungen haben. • wenn es ein großes Mitarbeiterteam gibt oder sich viele innerhalb der Gruppe an der Organisation beteiligen möchten. Unerlässlich ist dabei, dass alle Leistungen und Zeiten aufeinander abgestimmt werden. Daher müssen sich alle, die an der Planung beteiligt sind, auf einen guten Informationsfluss einigen. Es gibt inzwischen viele Vermittler von Unterkünften in Deutschland. Der Vorteil hierbei ist, dass ein deutscher Vertragspartner nach deutschem Recht die Unterkunft vermietet oder vermittelt – auch dann, wenn sie sich im Ausland befindet. Beispiele dafür sind „NWOReisen“, „AmLo-Gruppenreisen“, „Jugendreisen Henser“ und „Thomas Grether Reisen“. Bei Studien-, Städte- und Fernreisen ist eine genaue Kenntnis des Zielgebietes wichtig. Dadurch und durch eine ständige Präsenz im Zielgebiet können die Unterkünfte über Reiseanbieter meist zu besseren Preisen eingekauft und außerdem auch Führungen und Besichtigungen organisiert werden, ohne dass zeitraubende Recherchearbeiten oder Verhandlungen notwendig sind. Durch die Komplexität der Leistungen und die Höhe des Freizeitpreises treten die Reiseanbieter in diesen Fällen oft auch als Reiseveranstalter auf. Beispiele hierfür sind „Biblische Reisen“, „Tour mit Schanz“ und „Reise-Mission Leipzig“. Darüber hinaus gibt es viele Freizeiten, die relativ standardisiert organisiert werden, z. B. wenn 30 bis 70 Personen für zwei Wochen in ein Haus oder ein Camp im europäischen Ausland reisen wollen. Dafür haben sich in den letzten Jahren viele sogenannte „Paketanbieter“ etabliert, die ein fertiges Paket aus Anreise (z. B. Bus und Fähre) und Unterkunft (z. B. in einem Haus oder einem fertig aufgebauten Camp) anbieten. Der Anbieter stimmt hierbei alle Leistungen aufeinander ab. Die Gruppe muss sich z. T. mit festen Vorgaben arrangieren, beispielsweise bei den Reise- und Fahrtzeiten (besonders Ankunft am Ziel und Rückreise). Wichtig ist, dass die Reisedaten möglichst frühzeitig feststehen. Damit kann man das Programmraster auch für den An- und Abreisetag erstellen und das Programm darauf abstimmen. Durch die starke Wettbewerbssituation sind die Preise der Pakete oft günstiger als die von selbst organisierten Reisen. In diesem Paketsegment gibt es z. B. „Donell-Reisen“, „Ferienwerk Kurhessen“, „Reise-Werk“, „Voyage-Reiseorganisation“ sowie die „Top-TravelGroup“ mit „Akzente-Reisen“, „Horizonte-Reisen“ und „Machs“. Die letztgenannten Anbieter greifen größtenteils auf die gleichen Angebote zu; es ist also nicht verwunderlich, wenn man u. U. exakt die gleiche Unterkunft von mehreren Anbietern angeboten bekommt. Autor: Fritz Ludwig Otterbach 28
ORGANISATION
Zeitpunkt >> noch über ein Jahr noch 6 Monate noch 12 Wochen noch ein paar Tage in dieser Sekunde die Stunden danach
Absprache >> mit Vorstand/Gemeindeleitung >> mit Mitarbeiterteam mit Eltern und Teilnehmenden
Aufgabe >> für Leitung >> für Mitarbeitende für Teilnehmende für Externe
Verweis >> auf den Download „Übersicht Reiseanbieter“
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