Von David lernen Wie man Riesen bezwingt von
Andrew Wommack
Falls nicht anders vermerkt, sind alle Bibelzitate folgender Ausgabe entnommen: Die Bibel. Schlachter Übersetzung © 2000, neue revidierte Fassung, CLV; Genfer Bibelgesellschaft. Weitere verwendete Übersetzungen: Elberfelder (ELB), Luther (LUT), Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ), Neues Leben (NL)
Bei den Bibelzitaten wurden vereinzelt Hinzufügungen in runden Klammern durch den Autor gemacht. Die Worte in eckigen Klammern entsprechen der Originalwiedergabe.
Originalausgabe: Lessons from David – How to be a giant killer ISBN: 978-1-910273-04-3 © 2014 by Andrew Wommack Ministries – Europe P. O. Box 43 92, Walsall, WS1 9AR, England
Von David lernen – Wie man Riesen bezwingt ISBN: 978-1-910984-11-6
© der deutschen Ausgabe 2016 Andrew Wommack Ministries Germany e. V. Am Bahnhof 2; D-55765 Birkenfeld Telefon: 06782 989844-0 E-Mail: info@awme.de
Auch in anderen Sprachen erhältlich unter: www.awme.net
Herausgegeben von Andrew Wommack Ministries – Europe Übersetzt von Ines Piecha Lektoriert von Katja Penth
Gedruckt in Ungarn. Alle Rechte vorbehalten nach dem Gesetz für Internationales Copyright. Inhalte und/oder Cover dürfen weder im Ganzen noch auszugsweise ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form reproduziert werden.
Inhalt 1. Akzeptiere deine Verantwortung .................................................. 5 2. Bist du qualifiziert? . ................................................................... 15 3. Gehorsam ist besser ................................................................... 20 4. Geh weiter! ................................................................................. 29 5. Ein Herz für Gott ....................................................................... 35 6. Die Bundesperspektive .............................................................. 43 7. Kritik überwinden ...................................................................... 51 8. Ein sicheres Zeugnis .................................................................. 59 9. Die Kraft Gottes ......................................................................... 69 10. Stärke dich im Herrn ................................................................ 79 11. Unser Handeln und unser Herz ................................................ 86 12. „Es ist meine Schuld!“ ............................................................. 93 13. Eine Falle ............................................................................... 103 14. Eine Bestimmung, die über dich selbst hinausgeht ............... 112 15. Folge den Ordnungen Gottes ................................................. 120 16. Die Gefahr von Wohlstand ..................................................... 130 17. „Du bist der Mann!“ ............................................................... 139 18. Die Wurzel aller Sünde .......................................................... 149
19. Konsequenzen ........................................................................ 156 Zusammenfassung ........................................................................ 163 Ăœber den Autor ............................................................................. 165 Empfange Jesus als deinen Retter ................................................ 166 Empfange den Heiligen Geist ...................................................... 167 Lieferbare Titel in Deutsch .......................................................... 168
Kapitel 1
Akzeptiere deine Verantwortung
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ie frühen Lebensjahre Davids waren eng mit König Saul verwoben. Deswegen müssen wir erst einige Dinge über Saul verstehen, bevor wir uns das Leben von David anschauen können. Saul war … … stattlich und schön, sodass keiner schöner war unter den Söhnen Israels; um Haupteslänge überragte er alles Volk ... 1. Samuel 9,2
Selbst der größte Mann in Israel reichte Saul nur bis an die Schultern. Für einen Israeliten war Saul also so etwas wie ein Riese. Dennoch war er ein sehr demütiger Mensch. Zu Beginn galt er in seinen eigenen Augen nur sehr wenig (1 Sam 15,17), darum erwählte der Herr ihn als König über Israel. Das Volk stand hinter Saul und so wurde er zum König ernannt. In den ersten zwei oder drei Jahren seiner Herrschaft als König suchte er den Herrn. Gott bewirkte durch Saul einige große Befreiungsschlachten und festigte das Königreich unter ihm.
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Kapitel 1
Fremdes Feuer In 1. Samuel 13 sammelte Saul seine Truppen, um sich für den Kampf gegen die Philister bereit zu machen. Der Prophet Samuel wies Saul an, sieben Tage zu warten, bis er selbst kommen und ein Opfer darbringen würde. Nach dem Opfer durch Samuel sollte das Heer Israels dann mit dem Segen Gottes in die Schlacht ziehen. Und [Saul] wartete sieben Tage lang, bis zu der von Samuel bestimmten Zeit, aber Samuel kam nicht nach Gilgal. Und das Volk verließ ihn und zerstreute sich. Da sprach Saul: Bringt das Brandopfer und die Friedensopfer zu mir! Und er brachte das Brandopfer dar. Und es geschah, als er gerade damit fertig war, das Brandopfer darzubringen, siehe, da kam Samuel. Da ging Saul hinaus, ihm entgegen, um ihn zu grüßen. 1. Samuel 13,8-10
Entgegen der Anweisungen Gottes brachte Saul das Opfer selbst dar. Das Gesetz schrieb vor, dass nur Priester diese Opfer darbringen und den Herrn in dieser Weise bitten durften. Saul trat aus seiner Position als König heraus und versuchte sich die Rolle eines Priesters anzueignen. Er war ein weltlicher Regent, kein Priester. Selbst ein Priester musste die Opferrituale gemäß den Anweisungen Gottes korrekt durchführen. Aber die Söhne Aarons, Nadab und Abihu [Priester], nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer dar vor den Herrn, das er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer aus von dem Herrn und verzehrte sie, sodass sie starben vor dem Herrn. 3. Mose 10,1-2
Als Priester waren Nadab und Abihu berechtigt, ein Opfer darzubringen, aber sie folgten nicht der korrekten Ordnung. Weil sie es nicht auf die Weise taten, die der Herr vorgeschrieben hatte, tötete sie der Herr durch ein Feuer. Das alttestamentliche Gesetz war in diesen Fragen außerordentlich strikt. Selbst wenn jemand ein Priester war, musste er seine priesterlichen Pflichten in der exakt richtigen Weise erfüllen. Es war nicht nur, dass Saul nicht wusste, wie man ein Opfer 6
Akzeptiere deine Verantwortung
angemessen darbringt, er war nicht einmal ein Priester. Offensichtlich beging er in den Augen Gottes eine große Sünde.
Ausreden über Ausreden Sobald Saul das Opfer dargebracht hatte, erschien Samuel (1 Sam 13,10). Samuel aber sprach: Was hast du getan? Saul antwortete: Als ich sah, dass das Volk mich verließ und sich zerstreute, und dass du nicht kamst zur bestimmten Zeit, und dass die Philister bei Michmas versammelt waren, da sprach ich: Nun werden die Philister zu mir nach Gilgal herabkommen, und ich habe das Angesicht des Herrn noch nicht erbeten! Da wagte ich’s und brachte das Brandopfer dar! 1. Samuel 13,11-12
Samuel tadelte Saul für sein Handeln und fragte: „Warum hast du das getan?“ Statt sich zu demütigen und zu sagen: „Ich habe einen Fehler gemacht. Bitte vergib mir“, begann Saul sofort, sich zu rechtfertigen und Ausreden zu suchen, indem er sagte: „Das Volk fing an, mich zu verlassen.“ Saul war jemand, der den Menschen gefallen wollte. Er war unsicher und auf die Bestätigung anderer angewiesen. Allerdings stellte er sein Verhalten als geistlich hin, indem er behauptete: „Ich musste das Opfer darbringen, sonst hätte ich nicht in die Schlacht ziehen können.“ Das mag so üblich gewesen sein und in gewissem Maß auch gestimmt haben, aber Saul benutzte es nur als Entschuldigung, denn er suchte Gott nicht von ganzem Herzen. Dies können wir an der Reaktion des Herrn erkennen. Wäre es einfach nur ein Fehler gewesen – eine Fehlkalkulation –, hätte Gott anders darauf reagiert. Doch der Herr kannte Sauls Herz (1 Sam 16,7), wurde zornig auf ihn und ließ eine schwere Strafe über ihn kommen. Das zeigt uns, dass Saul genau wusste, was er tat. Und doch versuchte er sich herauszureden. Die meisten Menschen reagieren genauso. Statt zuzugeben: „Ich habe versagt. Bitte vergib mir“, suchen sie eine Entschuldigung und versuchen die Schuld einem anderen zuzuschieben. 7
Kapitel 1
„Es war mein Fehler, Herr“ David hingegen beschuldigte nie einen anderen für sein eigenes Versagen. Er übernahm immer die Verantwortung und gab zu: „Herr, es war mein Fehler.“ Als David das Volk zählen ließ, wurde Gott sehr zornig (2 Sam 24). Als bereits 70 000 Israeliten gestorben waren, wollte der Engel, der dieses Gericht ausführte, als nächstes Jerusalem zerstören. Doch David fiel vor dem Herrn auf die Knie und schrie: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Lass doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters gerichtet sein! 2. Samuel 24,17
David versuchte nicht, die Schuld einem anderen zu geben, wie es Saul getan hatte, indem er behauptete: „Es war ihre Schuld. Sie haben mich dazu gebracht!“ Nein, er übernahm die Verantwortung und riskierte die Strafe. Dies ist eines der Charaktermerkmale, die David zu einem Mann nach Gottes Herzen machte (1 Sam 13,14).
Opfer oder Sieger? David beging einige schwerwiegende Fehler. Wenn die Bibel über ein reines Herz spricht – über ein perfektes Herz –, bedeutet es nicht, dass man niemals sündigt. Es geht vielmehr um unsere Reaktion, nachdem wir gesündigt haben. Schieben wir die Schuld anderen in die Schuhe, wenn wir einen Fehler begangen haben? Gehören wir zu denen, die leugnen, dass es unsere eigene Schuld ist, wenn wir in Schwierigkeiten stecken? Wem geben wir die Schuld: der Vergangenheit, unseren gestörten Familienverhältnissen, den Umständen oder anderen Faktoren? Sind wir Opfer oder Sieger? Diese Opfermentalität ist in unserer Gesellschaft sehr weit verbreitet. Sie bezeichnet den Versuch, der Verantwortung aus dem Weg zu gehen und andere zu beschuldigen. Das war auch Sauls Haltung. Menschen mit einer solchen Einstellung werden nicht überleben, Segen erfahren oder ihr volles Potenzial entfalten können. Wenn du jemand nach dem Herzen Gottes sein möchtest, nimm dir ein Beispiel an David 8
Akzeptiere deine Verantwortung
und übernimm die Verantwortung, wenn du einen Fehler gemacht hast. Hör auf damit, Ausreden zu suchen und anderen die Schuld geben zu wollen! Sei ein Sieger, kein Opfer! Ich bete, dass der Heilige Geist dir diese Wahrheit vermittelt und hilft, sie auf deine Situation anzuwenden. Wenn du noch nicht akzeptiert hast, dass du das Dilemma, in dem du dich befindest, selbst verursacht hast und noch immer alles und jeden dafür verantwortlich machst, musst du anfangen, Verantwortung zu übernehmen. Warum ist das so wichtig? Weil du nur auf diese Weise die Zügel in die Hand nehmen und die Dinge verändern kannst. Wenn andere Leute oder Umstände dafür gesorgt haben, dass du dich jetzt in einer solch misslichen Lage befindest, wirst du niemals etwas daran ändern können. Es gibt vieles, worauf du keinen Einfluss hast. Du kannst die Familie nicht ändern, in die du hineingeboren wurdest, oder deine Hautfarbe, die Gegend, in der du aufgewachsen bist, andere Menschen oder die Myriaden von anderen äußeren Faktoren. Es gibt so viele Umstände und Aspekte in deiner Umgebung, über die du absolut keine Kontrolle hast. Doch wenn du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen und zu sagen: Ungeachtet dessen, was mir widerfahren ist, es war meine eigene Reaktion darauf, die mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Es ist meine Schuld, Herr. Bitte vergib mir!, dann kannst du dich verändern. Du bist der Einzige, den du verändern kannst. Um nicht länger ein Opfer zu sein und ein Sieger zu werden, musst du Verantwortung für deine Probleme übernehmen.
Du bist töricht! Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt! 1. Samuel 13,13
Saul war Gott gegenüber ungehorsam gewesen. Er versuchte wegzuerklären, was er getan hatte, indem er behauptete: „Das Volk hat mich dazu gebracht. Ich musste das Opfer darbringen, weil ich nicht in den Kampf ziehen wollte, ohne vorher Gottes Gunst erbeten zu haben.“ Saul hatte eine Million Ausreden.
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Kapitel 1
Du kannst versuchen, es richtig gut aussehen zu lassen, aber wenn du Gott gegenüber ungehorsam bist, bist du töricht. Es spielt keine Rolle, was du sagst, wie du dein Handeln rechtfertigst oder welche mildernden Umstände du anführst, Ungehorsam gegenüber Gott ist falsch! So etwas wie eine „situative Ethik“ gibt es nicht. Es gibt richtig oder falsch. Du musst damit aufhören, einem anderen die Schuld zuschieben zu wollen und die Tatsache akzeptieren, dass es töricht ist, ungehorsam zu sein. Du hast töricht gehandelt! Du hast das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat, nicht gehalten! Denn sonst hätte er jetzt dein Königtum über Israel auf ewig bestätigt. 1. Samuel 13,13
Diese Aussage kollidiert mit der Theologie der meisten Menschen. Viele meinen: Weil Gott ja das Ende schon von Anfang an kennt, hat er auch die Kontrolle über alles, was dazwischen passiert. Weil Gott allwissend und allmächtig ist, glauben sie, dass ausschließlich sein Wille auf Erden geschieht. Dieser Glaubensansatz macht den Herrn folglich für alles Böse in der Welt verantwortlich. Schließlich können die Dinge nur passieren, wenn er es „gewollt“ oder „zugelassen“ hat. Diese Art von Irrlehre nennt man gemeinhin „die Souveränität Gottes“. Ich konfrontiere und widerlege diese falsche Doktrin in meiner Lehre mit dem gleichnamigen Titel (zz. nur in Englisch erhältlich).
Gottes ursprünglicher Plan Würden wir diese falschen Annahmen auf Saul anwenden, würde das heißen: Gott wusste genau, wer Saul war und was er tun würde. Er wusste, Saul würde versagen. Deswegen war Saul auch nur eine kurzfristige Wahl in Gottes eigentlichem Plan. Der Herr hatte schon die ganze Zeit geplant, dass Saul scheitern würde, sodass er David einsetzen konnte. Dies war Gottes souveräne Idee. Indem Gott durch den Propheten Samuel sprach, widerlegte er eindeutig diese Annahme. Wir können das nachlesen in 1. Samuel 13,13: Hättest du nicht dein eigenes Ding gemacht, sondern mir gehorcht und vertraut und nur eine weitere Stunde auf Samuel gewartet, 10
Akzeptiere deine Verantwortung
hätte ich dein Königreich auf ewig über Israel aufgerichtet (eigene Formulierung des Autors). Das heißt, dass David nicht Gottes erste Wahl war. Der Herr hatte Saul nicht nur für kurze Zeit zum König gemacht – als Übergangslösung sozusagen, bis die Person, die er wirklich wollte, nämlich David, alt genug war und übernehmen konnte. Nein! Gottes Wort zeigt uns deutlich, dass Saul seine erste Wahl war. Hätte Saul mit dem Herrn kooperiert, wäre sein Königreich auf ewig über Israel aufgerichtet worden. Das bedeutet: Wir hätten nie von David gehört. Das ist für Menschen, die die Bibel gut kennen, schwer zu begreifen. Warum? Weil wir David überall im Wort Gottes finden. Er war gesegnet. Es war sogar so, dass das südliche Königreich Israels bewahrt wurde und länger bestand als die nördlichen zehn Stämme, weil der Herr David ehrte. Seinetwegen verschonte er dessen Nachkommen. Heutzutage sprechen wir von den „Gnadengütern Davids“. Gott hatte einen Eid geschworen, dass er den Thron von Davids Königreich auf ewig bewahren würde. Dieser Eid wurde durch den Messias – Jesus Christus – erfüllt, der auch „Sohn Davids“ genannt wurde. Prophetien sprechen davon, dass der Messias aus dem Stamm Juda, dem Stamm Davids, kommen sollte. Aber 1. Samuel 13,13 macht ganz deutlich, dass David nicht Gottes erste Wahl war. Hätte Saul dem Herrn gehorcht, würden wir heute von den „Gnadengütern Sauls“ sprechen. Der Messias wäre dann aus dem Stamm Benjamin, dem Stamm Sauls, gekommen. Wir hätten nie von David gehört. Auch einen Salomo hätte es nie gegeben. Vielleicht wären da andere gewesen, die die gleichen oder sogar größere Dinge getan hätten, David jedenfalls war nicht Gottes ursprünglicher Plan.
Hoffnung und Zukunft Eine der wichtigsten Lektionen, die wir aus dem Leben Davids ziehen können, ist diese: Gott hat David aufgrund des Ungehorsams von Saul erwählt. 11
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Denn sonst hätte er jetzt dein Königtum über Israel auf ewig bestätigt; nun aber wird dein Königtum keinen Bestand haben. Der Herr hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht; dem hat der Herr geboten, über sein Volk Fürst zu sein, weil du nicht gehalten hast, was dir der Herr gebot! 1. Samuel 13,13-14
Der Herr suchte David, nachdem Saul sich von ihm abgewandt hatte. Dieses Ereignis fand im zweiten Regierungsjahr von Saul statt (1 Sam 13,1). Am Ende der 40-jährigen Herrschaft von Saul (Apg 13,21) wurde David König, als er gerade 30 Jahre alt war (2 Sam 5,4). Das bedeutet, dass David nicht einmal geboren war, als sich Saul von Gott abwandte und durch den Propheten Samuel von Gottes Gericht erfuhr. Acht Jahre später wurde David geboren. David war nicht Gottes erste Wahl, sondern Saul! Nur weil du über Gottes Willen für dein Leben gestolpert bist und begonnen hast, ihn zu erfüllen, bedeutet es nicht, dass du auch automatisch den Lauf vollenden wirst. Nur weil du seine Berufung, seine Salbung und seinen Segen in deinem Leben erfährst, glaube nicht, du könntest ihm keinen Strich durch die Rechnung machen. Das hat Gott zwar nicht geplant, aber du kannst es tun. Soweit es Gott betrifft, hat er für dich gute Dinge vorbereitet und geplant. Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Jeremia 29,11
Gott hat einen guten Plan für jeden Einzelnen, einen Plan, der Hoffnung verspricht – die Aussicht auf Erfolg. Der Herr hat einen Plan und eine Bestimmung für jeden. Er wünscht sich, dass jeder von uns seine individuelle Bestimmung erfüllt, aber das geschieht nicht automatisch oder weil Gott souverän ist. Du kannst Gottes Pläne für dein Leben genauso durchkreuzen, wie es Saul getan hat. Niemand, der wirklich davon überzeugt ist, dass die Bibel Gottes Wort ist, kann behaupten: Nun ja, Gott wusste, dass Saul all diese Dinge 12
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tun würde. Er war nur ein Lückenfüller für David – Gottes eigentliche Absicht. Nein! Saul war derjenige, den Gott wirklich dazu bestimmt hatte, das Volk Israel anzuführen. Genau das sagt uns die Bibel!
Gnade kann man unwirksam machen Das Beispiel von Saul kann uns allen als Warnung dienen. Der Herr hat für jeden von uns einen Plan auf der Grundlage seiner Gnade – nicht wegen unserer Leistung –, aber wir müssen mit diesem Plan kooperieren. Auch wenn wir unsere von Gott gegebene Bestimmung nicht verdienen, gibt es Dinge, die wir tun können, die diese Bestimmung in unserem Leben behindern oder aufhalten können. Also sei achtsam! Du darfst die Gnade Gottes, seinen Segen und seine Berufung für dein Leben nicht für selbstverständlich nehmen. Du musst durchhalten. Paulus hatte das verstanden und verhielt sich gemäß dieser Wahrheit. Denn ich bin der geringste von den Aposteln (…), aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Korinther 15,9-10
Die Berufung von Paulus beruhte auf der Gnade Gottes; er hatte es nicht verdient. Aber Paulus fährt fort: Und seine Gnade, die er an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen. 1. Korinther 15,10
Mit anderen Worten: Gott kann dir Gnade geben, aber du kannst sie unwirksam machen. Der Herr hat einen Plan für dein Leben, aber du kannst ihn außer Kraft setzen. … seine Gnade (…) ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle; jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist. 1. Korinther 15,10
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Kapitel 1
Paulus brachte damit zum Ausdruck, dass der Herr ihn aus Gnade erwählt hatte. Als Gott ihn berief, suchte Paulus eigentlich gar nicht nach ihm. Er war damit beschäftigt, Christen nachzustellen, sie zu verfolgen und zu töten. Nach den eigenen Worten des Herrn schlug Paulus „gegen den Stachel“ aus (Apg 9,5). Paulus wurde nicht aufgrund irgendwelcher besonderen Begabungen erwählt. Und doch meint Paulus, dass er die Gnade Gottes hätte unwirksam machen können. Gott sei Dank tat er es nicht, sondern reagierte stattdessen im Glauben auf Gottes Gnade und arbeitete mehr als alle anderen.
Ein ernüchternder Gedanke Wie für Saul hat Gott eine Bestimmung und einen Plan für jeden von uns. Nachdem Saul in 1. Samuel 13 gesündigt hatte, entfernte Gott ihn nicht sofort aus seiner Position als König. Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen. Römer 11,29
Saul blieb bis zu seinem Tod König. Seine Herrschaft jedoch entwickelte sich für Israel nicht zum Segen, sondern zu einer Belastung. Saul unterdrückte und übervorteilte das Volk. Er wurde gequält, tat schreckliche Dinge und wurde regelrecht verrückt. Auch zerstörte er das Leben seines Sohnes Jonathan. Saul hat definitiv sein volles Potenzial nicht erreicht. Gottes Plan für dein Leben beruht auf Gnade, aber du musst durch Glauben mit dieser Gnade kooperieren. Wie Saul kannst du Gottes Plan und Segen daran hindern, sich völlig zu entfalten (1 Sam13,13-14). Ist das nicht ein ernüchternder Gedanke?
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Kapitel 2
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auls Versagen war Davids Chance, denn David war Gottes zweite Wahl. Er wäre erst gar nicht in Erscheinung getreten, hätte Saul es nicht vermasselt. Das spricht Bände zu mir! Denn auch wenn der Herr mich in mächtiger Weise gebraucht, fühle ich mich absolut nicht, als wäre ich seine erste Wahl.
Früher war ich ein Ordner in den Veranstaltungen von Katherine Kuhlman. Katherine hatte einen gewaltigen, weltbekannten Heilungsdienst. Bei ihr erlebte ich einige der herausragendsten Wunder, die ich in meinem Leben je gesehen habe. Sie verschaffte dem Reich Gottes großen Einfluss. Aber ich hörte sie mehr als einmal sagen, dass sie weder Gottes erste noch zweite oder gar dritte Wahl war. In der ihr eigenen dramatischen Weise zählte sie noch weiter und sagte, dass sie auch nicht Gottes vierte oder fünfte Wahl war. Sie gab offen zu, dass sie nicht der beste Mensch für diese Aufgabe war, aber dann wandte sie sich meistens an die Prediger unter den Zuhörern und tadelte sie mit den Worten: „Gott hat einige von euch berufen, das zu tun, was ich tue, aber ihr würdet die Kritik und die Verfolgung nicht ertragen.“ Sie hätte ihnen ihren Platz einfach abgetreten!
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Das hat mich immer ermutigt, denn ich habe mich nie für den bestqualifizierten oder geeignetsten Menschen gehalten. Aber aus dem Leben von David habe ich eine Sache gelernt: Gott beruft nicht unbedingt die Wunderknaben, sondern erwählt die Hingegebenen. Der Herr ist stärker an unserer Verfügbarkeit als an unserer Fähigkeit interessiert.
*RWWHV 4XDOL¿]LHUXQJVPHUNPDOH Du denkst vielleicht über dich, dass du im Leben ganz gut zurechtkommst, aber ich war nur ein texanischer Hinterwäldler. Es gab Leute, die sich über mich lustig machten. Sie amüsierten sich über meine „Hinterwäldlerstimme“ und darüber, dass ich klinge wie diese alte Fernsehfigur namens Gomer Pyle. Ich rege mich darüber nicht auf. Genau genommen mag ich meine Stimme auch nicht sonderlich. Wäre ich Gott, hätte ich mich nicht erwählt. Als er mich berief und mir Dinge ins Herz legte, dachte ich: Gott, ich bin nicht qualifiziert. Ich bin nicht gut genug! Doch dann las ich die Liste mit seinen Qualifizierungsmerkmalen im 1. Korintherbrief: Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme; sondern das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. 1. Korinther 1,26-27
Als ich das las, dachte ich: Hey, ich bin doch qualifiziert! Das beschreibt mich ganz genau! … und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist, damit sich vor ihm kein Fleisch rühme. 1. Korinther 1,28-29
Gott wählt nicht nach den gleichen Maßstäben aus wie die Menschen. Er schaut auf das Herz. Saul hatte zunächst ein weiches Herz und Gott gab ihm eine Gelegenheit. Er erwählte ihn. Aber als sich sein Herz veränderte, verwarf ihn Gott und wandte sich von ihm ab.
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Ein hingegebenes Herz Gott wird uns neutestamentliche Christen niemals verlassen oder aufgeben (Hebr 13,5). Doch wenn unser Herz sich verändert und dem Bösen zuwendet, wird er uns nicht länger fördern. Der Herr wird uns zwar weiterhin lieben und annehmen, aber er öffnet uns keine Türen mehr, denn Gott fördert keine falsche Einstellung. So kann es an uns liegen, wenn der Segen und die Förderung Gottes in unserem Leben zum Stillstand kommen. Er wird uns nicht verlassen oder verwerfen, wie er es mit Saul getan hat, aber wir können seinen Segen auf jeden Fall behindern, aufhalten und zunichtemachen. Deswegen müssen wir erkennen, dass Gott nach einem demütigen Herzen sucht. Er schaut auf unsere Herzenshaltung. So wie bei David sucht der Herr Menschen nach seinem Herzen. Das ermutigt mich. Gott erwählte David nicht, weil er der Größte war. Saul war der Größte im ganzen Volk, doch David war bemitleidenswert klein. Saul war ein kräftig erscheinender, männlicher Typ. Sein Gesicht war vermutlich wettergegerbt, weil er so sehr der Sonne und dem Wind ausgesetzt war. David war rothaarig und gut aussehend (1 Sam 16,12). Seine Erscheinung war schön anzusehen. Mit anderen Worten: Er war ein „Muttersöhnchen“. David sah gut aus, aber er war nicht jemand, den man für einen Kampf auswählen würde. Die Menschen schauen auf das Äußere, aber Gott schaut aufs Herz (1 Sam 16,7). Indem ich das Leben Davids studierte, stellte ich fest, dass sich der Herr nicht um Äußerlichkeiten kümmert. Er interessiert sich nicht dafür, ob ich begabt oder befähigt bin oder Charisma besitze. Er schaut auf mein Herz, um zu sehen, ob ich ihm vertraue oder nicht. Sobald ich das erkannte, dachte ich: Gott, ich habe vielleicht nicht die Ausbildung, den Schliff, das Talent oder das Aussehen. Ich habe vielleicht nicht die Kraft oder die natürlichen Fähigkeiten, die andere haben, aber ich habe ein Herz. Und ich bin entschlossen, dich zu suchen wie kein anderer je zuvor! Danach wollte ich streben. Ich behaupte nicht, dass ich das gänzlich erreicht habe, aber ich habe fortwährend und ernsthaft danach getrachtet, Gott im Geist und in der Wahrheit von ganzem Herzen zu
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lieben. Das hat der Herr geehrt. Er hat mich gesegnet und Türen für mein Leben und meinen Dienst geöffnet. Ich habe erlebt, wie das Leben vieler Menschen durch die Kraft von Gottes Wort und die des Heiligen Geistes verändert worden ist. Ich habe gesehen, wie blinde Augen und taube Ohren geöffnet, tödliche Krankheiten geheilt und Menschen von den Toten auferweckt wurden – einschließlich meinem eigenen Sohn! Was für ein Segen! Warum sind diese Dinge geschehen? Weil ich begonnen hatte, Gott von ganzem Herzen zu suchen. Ich habe nicht die Fähigkeit, durch Auflegen meiner Hände jemanden zu heilen oder einen Toten aufzuerwecken, aber ich kann Gott mein Herz hingeben und er kann mich gebrauchen, um Wunder zu tun. Gott kann auch dich gebrauchen. Es hängt alles nur von deinem Herzen ab.
Suche ihn von ganzem Herzen! Obwohl David nicht Gottes erste Wahl war, schau dir an, was Gott mit ihm tun konnte. David bewirkte etwas. 3 000 Jahre später lernen wir noch immer von seinem Leben und sprechen davon, was für ein großartiger Mann er gewesen ist. Das Leben vieler Menschen wurde durch ihn verändert. Gott gebrauchte ihn, um die Israeliten aus einem zusammengewürfelten Haufen von Stämmen in eine Nation zu verwandeln. Sie erlangten Bekanntheit und wurden zu einer Nation aufgerichtet, die bis heute besteht. Großartige Dinge passierten! David war nicht Gottes erste Wahl. Er hatte nicht all die Qualifikationsmerkmale, die die Welt an einem Leiter suchen würde, aber er gab sein Herz ganz für Gott hin. Der Herr erwählte ihn und Gottes Plan B war besser, als wir uns Plan A je hätten vorstellen können. Die gute Nachricht ist, dass Gott dasselbe für dich tun kann. Vielleicht bist du nicht so begabt. Möglicherweise hältst du dich sogar für schwach, gering und verachtet. Nun, dann bist du gemäß 1. Korinther 1,26-29 qualifiziert! Alles, was du tun musst, ist, ihm dein Herz hinzugeben.
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Vermutlich war auch ich nicht Gottes erste Wahl. Aber ich habe Gott erwählt und deswegen hat er sich entschlossen, mich zu gebrauchen. Vielleicht wäre ein anderer besser geeignet gewesen, aber dennoch gebraucht er mich. Ich preise ihn einfach nur für jede Gelegenheit. Gott ist großartig! Du musst nicht perfekt sein, damit der Herr dich gebrauchen kann. Du musst ihn nur von ganzem Herzen suchen. Wenn du nach Gott hungerst und dürstest, sollst du gesättigt werden (Mt 5,6)!
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Kapitel 3
Gehorsam ist besser So spricht der Herr der Heerscharen: Ich will strafen, was Amalek an Israel tat, indem er sich ihm in den Weg stellte, als es aus Ägypten heraufzog. So ziehe nun hin und schlage Amalek, und vollstrecke den Bann an allem, was er hat, und schone ihn nicht; sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel! 1. Samuel 15,2-3
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ies war der Auftrag, den Gott Saul durch Samuel gab. Amalek war heraufgezogen und hatte die Israeliten angegriffen, als sie verwundbar und gerade auf dem Weg aus Ägypten waren (2 Mose 17,8-14). Nun, da Israel ein Reich war und einen König hatte, wollte Gott sich an den Amalekitern rächen. Das erscheint uns aus heutiger Sicht ziemlich hart, denn ehrlich gesagt sind Rachegedanken im Neuen Testament kein akzeptables Verhalten. Nachdem Jesus gekommen ist, hat er eine gewaltige Veränderung gebracht. In meinem Buch Die wahre Natur Gottes stelle ich gegenüber, wie Gott im Alten Testament gehandelt hat und wie er es im Neuen Testament tut, und bringe diese beiden Seiten Gottes in Einklang. Diese Lehre beleuchtet, wie der Herr einerseits der Gleiche gestern, heute und in alle Ewigkeit sein kann und doch im Alten 20
Gehorsam ist besser
Testament gänzlich anders erscheint als im Neuen. Diese Lehre wird dich freisetzen! Im Alten Testament waren die Menschengruppen, die sich dem Götzendienst und der Unmoral hingegeben hatten, wie ein Krebsgeschwür im Körper der Menschheit. Ohne Behandlung würde sich diese Krankheit schnell auf den ganzen Leib ausbreiten. So schlimm es ist, jemandem eine Hand, einen Arm oder ein Bein zu amputieren, der Verlust eines Körperteils ist immer noch besser als der Tod dieses Menschen. Manchmal muss man ein krankes Körperteil entfernen, um den Rest des Körpers zu retten. Genau dazu wies Gott – in seiner Liebe und Gnade – die Israeliten an. Indem sie diese Männer, Frauen, Kinder und Tiere ausrotteten, schnitten sie ein Krebsgeschwür heraus, das den Rest der Menschheit umzubringen drohte. Bevor Jesus kam und die Menschen von Neuem geboren, verwandelt und von Dämonen befreit werden konnten, gab es ganze Kulturen, die dem Teufel so sehr übergeben waren, dass sie von Dämonen besessen waren. Männer, Frauen, Kinder und sogar die Tiere waren von Dämonen besessen. Es gibt viele archäologische Funde – Statuen, Schriften und Ähnliches –, die das belegen. Die Sünde dieser Kulturen war grässlicher, als wir uns in unserer heutigen Gesellschaft vorstellen können, und dabei sind unsere Sünden heute schon schlimm genug. Diese Menschen beteiligten sich an einer großen Bandbreite von Bestialität, Sodomie, Kindsopfern und all diesen Dingen, und zwar in einem Ausmaß, dass sie davon nicht kuriert werden konnten. Vor Jesus gab es keine Lösung dafür. Obwohl also Saul den Befehl bekommen hatte, Gericht an bestimmten Individuen zu vollziehen, war es ein Akt der Barmherzigkeit für die Welt, sodass die Taten der Israeliten eigentlich dazu gedacht waren, dieses Krebsgeschwür herauszuschneiden und zu zerstören.
„Das Volk …“ Saul hatte den Befehl bekommen, alle Amalekiter – Männer, Frauen, Kinder und Tiere – zu töten, aber er tat es nicht. Er verschonte den König und brachte ihn zusammen mit den besten Schafen, Ochsen
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Kapitel 3
und Rindern zurück. Als Samuel ankam, behauptete Saul, er hätte den Willen des Herrn ausgeführt (1 Sam 15,13). Aber Samuel fragte: Und was ist das für ein Blöken von Schafen in meinen Ohren, und Brüllen von Rindern, das ich da höre? 1. Samuel 15,14
Mit anderen Worten fragte Samuel: Wenn du wirklich den Willen des Herrn ausgeführt hast, warum höre ich dann diese Tiere? Ich habe dir befohlen, alles zu vernichten – Männer, Frauen, Kinder und Tiere! Und Saul sprach: Man hat sie von den Amalekitern hergebracht. 1. Samuel 15,15
Er gab anderen erneut die Schuld und behauptete: Das Volk hat mich dazu gezwungen! Denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie dem Herrn, deinem Gott, zu opfern; an dem Übrigen haben wir den Bann vollstreckt! Samuel aber antwortete dem Saul: Halte still, und ich will dir sagen, was der Herr diese Nacht zu mir geredet hat! Da sprach er zu ihm: Rede! Und Samuel sprach: Ist es nicht so, als du klein warst in deinen Augen, wurdest du das Haupt der Stämme Israels, und der Herr salbte dich zum König über Israel? 1. Samuel 15,15-17
Samuel offenbarte die Wurzel von Sauls Sünde. Er sagte: Als du in deinen eigenen Augen noch klein warst, hat Gott dich gesalbt und befördert. Aber als du erhoben warst, machtest du dich unabhängig, fingst an, die Dinge auf deine Weise zu regeln und entschiedst dich, nicht länger zu tun, was Gott dir aufgetragen hat. Statt all diese Tiere zu töten – wie dir befohlen war –, hast du dich entschlossen, sie mit zurückzubringen und zu opfern. In dem Moment, wo du hochmütig wurdest, hat Gott dich verworfen.
Stolz & Demut Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall. Sprüche 16,18 22
Gehorsam ist besser
Denn Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade. 1. Petrus 5,5
Demut ist nötig, um mit Gott zu wandeln. Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Was anders als recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott? Micha 6,8
Wenn wir mit Gott leben wollen, müssen wir demütig sein. Das ist eine Lektion, die wir von David lernen können. Manchmal hat er auf der ganzen Linie versagt und schreckliche Sünden begangen, aber wenn er dafür getadelt wurde, versuchte er niemals, einem anderen die Schuld zu geben. Er nahm die Schuld auf sich, tat Buße und ging vor den Herrn. David war ein demütiger Mann. Demut bedeutet nicht, dass man immer alles richtig macht und nicht mehr sündigt. Demut bedeutet, ein Herz zu haben, das für den Herrn sensibel ist. Selbst wenn sich jemand ab und zu aufführt, als hätte er den Verstand verloren, kann er noch immer Gott von ganzem Herzen lieben. Demut unterscheidet sich von Hochmut. Saul war in seinem Hochmut gefangen. Stolz bedeutet nicht nur, sich selbst für besser zu halten als alle anderen. Stolz bedeutet im Kern, sich mehr auf sich selbst zu verlassen als auf Gott. Diese Haltung der Unabhängigkeit ist eines der größten Einfallstore Satans in unser Leben. Stolz führt zu Streit. Sprüche 13,10 (NL)
Ich habe ein Buch mit dem Titel Ichbezogenheit: Die Wurzel allen Kummers geschrieben, das dieses Thema vertieft. Das Einzige, was Menschen zornig macht, ist ihre Ichbezogenheit und Unabhängigkeit – Satans größter Zugang in unser Leben. Wenn du Satan den Zutritt in dein Leben verschließen und stattdessen wachsen, gedeihen und den Segen Gottes in deinem Leben erleben willst, musst du in Demut vor Gott wandeln. Du findest erst dann zu Gott, wenn du ans Ende deiner selbst gelangst. Erst dort begegnest du ihm! 23
Kapitel 3
Halte dich selbst für gering Samuel sagte zu Saul: „Als du klein in deinen eigenen Augen warst, wurdest du zum Haupt über die Stämme Israels erhoben.“ Solange Saul demütig war, erhob ihn Gott. Ich war einmal Mitglied einer Gemeinde, die ursprünglich in Kellerräumen gegründet worden war. Innerhalb von zwei Jahren wuchs sie auf 300 Mitglieder an. Der Platz reichte nicht mehr aus und die Gemeinde zog um in ein ehemaliges Supermarktgebäude nebenan. An der Eröffnungsfeier nahmen ungefähr 500 Leute teil. Die Gemeinde hatte sich fast verdoppelt. Es war großartig, ein Teil davon zu sein. Die Menschen priesen Gott, aber sie priesen auch den Pastor und sich selbst. Sie sagten: „Schaut uns an!“ Sie schenkten ihren Errungenschaften enorme Aufmerksamkeit. Das erschien mir grundlegend falsch. Leute standen auf und prophezeiten: „Diese Gemeinde wird explodieren. Sie wird dieses und jenes tun!“ Dann sprach der Herr mit genau dieser Bibelstelle aus 1. Samuel 15,17 zu mir. Also „schwamm“ ich an diesem Tag gegen den Strom, indem ich aufstand und sagte: „Es ist wundervoll, was Gott getan hat, aber all das hat begonnen, als wir in unseren Augen klein und demütig vor dem Herrn waren. Wenn wir stolz und überheblich werden, kann all das so schnell verschwinden, wie es gekommen ist.“ Danach war ich nicht mehr besonders beliebt, aber genau das geschah. Die Gemeinde durchlebte eine Zeit lang eine wirklich schlimme Phase. Der Pastor geriet schließlich in Probleme, ließ sich scheiden und verließ den Dienst. Die Gemeinde zerfiel. Inzwischen wurde sie mit einem neuen Pastor wiederaufgebaut und steht heute besser da als je zuvor. Dieses Prinzip gilt für Einzelne wie auch für Gemeinden. Vor einigen Jahren gab es einen bekannten Fernsehprediger, der in sexuelle Sünde verstrickt wurde. Sein Vergehen geriet in die Öffentlichkeit und schließlich musste er es in seiner sonntäglichen Sendung thematisieren. Ich hörte mir an, was er zu sagen hatte und wunderte mich, wie so etwas überhaupt passieren konnte. Während er seine Sünde bekannte, sprach er darüber, dass er stolz geworden war 24
Gehorsam ist besser
und sich die Erfolge, die er Gottes Güte verdankte, selbst zugeschrieben hatte. Er hatte jeden Monat ein Einkommen von acht Millionen Dollar und war auf mehr Fernsehsendern zu sehen als irgendjemand sonst. Er sagte: „Ich erreiche mehr Menschen, als Jesus je erreicht hat.“ Und dann sagte er: „Ich dachte, mir wäre nichts unmöglich.“ In diesem Moment erkannte ich, warum der Mann gefallen war. Er war nicht mehr demütig und abhängig von Gott. Er glaubte, er selbst würde für all den Wohlstand in seinem Dienst sorgen. Aus dem Leben Davids lernen wir, dass wir demütig vor Gott sein müssen. Saul, Davids Vorgänger, war Gottes erste Wahl als Anführer Israels, aber er ging nicht länger mit Gott, weil er stolz wurde, seine eigenen Pläne verfolgte und ungehorsam war.
„Es ist nicht meine Schuld!“ Und Samuel sprach: Ist es nicht so, als du klein warst in deinen Augen, wurdest du das Haupt der Stämme Israels, und der Herr salbte dich zum König über Israel? Und der Herr sandte dich auf den Weg und sprach: Zieh hin und vollstrecke den Bann an den Sündern, an den Amalekitern, und bekämpfe sie, bis du sie ausgerottet hast! Warum hast du denn der Stimme des Herrn nicht gehorcht, sondern bist über die Beute hergefallen und hast getan, was böse ist in den Augen des Herrn? 1. Samuel 15,17-19
Samuel tadelte Saul, aber Saul behauptete weiterhin: „Es ist nicht meine Schuld! Du verstehst das nicht. Ich war Gott gehorsam!“ Aber das stimmte nicht. Und Saul antwortete dem Samuel: Ich habe doch der Stimme des Herrn gehorcht und bin den Weg gezogen, den mich der Herr sandte, und habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann vollstreckt! Aber das Volk hat von der Beute genommen … 1. Samuel 15,20-21
Saul rief aus: Es ist nicht meine Schuld! Das Volk hat das getan. Sie haben von der Beute Schafe und Ochsen genommen. Aber Saul war der König und hatte die Verantwortung. Er wusste, was sie getan hatten und 25
Kapitel 3
hätte ihnen befehlen können, den Anordnungen Gottes zu gehorchen. Der Herr hätte ihn nicht für schuldig erklärt, wäre es wirklich das Volk gewesen. Doch Saul war dafür verantwortlich und das Volk hatte seine volle Zustimmung. Aber das Volk hat von der Beute einige Schafe und Rinder genommen, das Beste von dem, was dem Untergang geweiht war, um es dem Herrn, deinem Gott, in Gilgal zu opfern. 1. Samuel 15,21 (EÜ)
Dieser Vers offenbart eindeutig, dass Saul wusste, dass diese Dinge hätten vernichtet werden müssen. Ihm war bewusst, was das Volk tat. Also versuchte er sich selbst zu rechtfertigen, indem er behauptete, das Volk hätte diese Dinge als Opfer darbringen wollen. Samuel aber sprach zu Saul: Hat der Herr dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, dass man der Stimme des Herrn gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern! 1. Samuel 15,22
Wenn Gott dir etwas zu tun aufträgt, ist das keine Verhandlungssache. Du musst sein Gebot nicht „interpretieren“, sondern einfach nur tun, was er dir gesagt hat.
Gehorche Gott Zu mir sind Leute gekommen, die sagten: „Gott hat mir aufgetragen, auf das Charis Bible College zu gehen. Ich weiß, ich sollte es tun, und zwar jetzt, aber es sind nur noch ein paar Jahre, bis ich frühzeitig in Rente gehen kann. Wenn ich bis dahin warte, hätte ich mehr Geld. Außerdem ist jetzt kein guter Zeitpunkt, mein Haus zu verkaufen. Der Markt sollte besser sein, wenn ich noch ein oder zwei Jahre warte.“ Sie gehen die Dinge rational an und sind Gott gegenüber ungehorsam. Sie verlassen sich auf ihren Verstand und wundern sich, wenn nichts klappt. Dann sagen sie mir: „Ich verstehe nicht, warum nichts funktioniert. Ich begreife einfach nicht, was gerade vor sich geht!“ Ich antworte dann: „Nun, du bist Gott gegenüber ungehorsam.“ 26