Schärfer als ein zweischneidiges Schwert von
Andrew Wommack
Falls nicht anders vermerkt, sind alle Bibelzitate folgender Ausgabe entnommen: Die Bibel. Schlachter Übersetzung © 2000, neue revidierte Fassung, CLV; Genfer Bibelgesellschaft. Weitere verwendete Übersetzungen: Elberfelder (ELB), Neues Leben (NL), Luther (LUT), Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) Bei den Bibelzitaten wurden vereinzelt Hinzufügungen in runden Klammern durch den Autor gemacht. Die Worte in eckigen Klammern entsprechen der Originalwiedergabe.
Originalausgabe: Sharper than a Two-Edged Sword ISBN: 978-1-907159-78-7 © 2010 by Andrew Wommack Ministries – Europe P.O. Box 4392, Walsall, WS1 9AR, England
Schärfer als ein zweischneidiges Schwert ISBN: 978-1-910273-02-9 (paperback) ISBN: 978-1-910273-20-3 (eBook) © der deutschen Ausgabe 2014 Andrew Wommack Ministries Germany e. V. Am Bahnhof 2; D-55765 Birkenfeld Telefon: 06782 9846405 E-Mail: info@awme.de
Auch in anderen Sprachen erhältlich unter: www.awme.net
Herausgegeben von Andrew Wommack Ministries – Europe Übersetzt von Katja Penth und Ines Piecha
Gedruckt in Ungarn. Alle Rechte vorbehalten nach dem Gesetz für Internationales Copyright. Inhalte und/oder Cover dürfen weder im Ganzen noch auszugsweise ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form reproduziert werden.
Inhalt Einleitung .......................................................................................... 4 1. Echtes Christsein ........................................................................... 7 2. Der Heilige Geist ......................................................................... 18 3. Geist, Seele & Körper .................................................................. 29 4. Du hast schon alles, was du brauchst! .......................................... 37 5. Die wahre Natur Gottes ............................................................... 46 6. Der Krieg ist zu Ende ................................................................... 54 7. Gnade, die Kraft des Evangeliums .............................................. 61 8. Leben im Gleichgewicht von Gnade und Glaube ......................... 70 9. Die Vollmacht des Gläubigen ....................................................... 77 10. Ein besserer Weg zu beten .......................................................... 88 11. Was Lobpreis bewirkt .................................................................. 97 12. Gefühle im Zaum halten .......................................................... 105 13. Vier Schlüssel, um voll mit Gott zu bleiben ............................. 114 14. Heilung: Gottes Wille für dich ................................................. 123 15. Ein verhärtetes Herz ................................................................. 133 16. Ichbezogenheit: Die Wurzel allen Kummers ............................ 142 Empfange Jesus als deinen Retter .................................................. 152 Empfange den Heiligen Geist ........................................................ 153 Weitere lieferbare Titel in Deutsch ................................................. 155 Über den Autor ............................................................................... 166
Einleitung Seit über 40 Jahren lehre ich nun die Botschaft von Gottes bedingungsloser Liebe und Gnade. In dieser Zeit habe ich eine beträchtliche Menge von Lehrmaterialien geschaffen. Viele Leser fühlen sich leicht überfordert, wenn ihnen bewusst wird, wie viel es da zu lernen und zu studieren gibt. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben und kann mir vorstellen, dass es unter meinen Büchern der Bestseller wird. Schärfer als ein zweischneidiges Schwert ist eine Sammlung und Zusammenfassung von den 16 wichtigsten Offenbarungen, die Gott mir gegeben hat. Für viele stellt es auch die Kernessenz meiner Botschaften dar. Jedes Kapitel behandelt ein bestimmtes Thema in verkürzter Form. Auf diese Weise ist es wesentlich einfacher zu erkennen, wie diese Wahrheiten miteinander zusammenhängen und voneinander abhängig sind. Wenn du beispielsweise die Botschaft von der Gnade verstanden hast, sie aber nicht mit Glauben ins Gleichgewicht bringst, dann wird keine von beiden für dich funktionieren. Deshalb habe ich das Buch Leben im Gleichgewicht von Gnade 4
und Glauben geschrieben. Das Gleiche trifft auch auf viele andere Prinzipien und Wahrheiten zu. Jede einzelne könnte missverstanden und möglicherweise ins Extreme getrieben werden, wenn sie nicht im Licht der anderen betrachtet wird. Wenn du dieses Buch liest, wirst du einen Überblick erhalten, der dir hilft, jedes Thema in seine angemessene Perspektive zu setzen. Du hast die Möglichkeit, jedes einzelne Thema zu vertiefen, indem du die gesamte Lehre zu dem entsprechenden Thema liest. Diese findest du in meinen Büchern, die den gleichen Titel wie die Kapitelüberschriften tragen. In der Bibel steht: Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen (Joh 8,32). Doch nur die Wahrheit wird dich freimachen, die dir bekannt ist. Jedes einzelne dieser 16 Themen ist grundlegend, um dein Denken zu erneuern. Diese Einblicke werden dir helfen, ein besseres Verständnis darüber zu gewinnen, wer Gott ist, was er für dich getan hat und wer du in Jesus Christus bist. Indem du diese Wahrheiten in deinem Herzen verankerst, wirst du eine stabile Grundlage bilden, um in deiner Beziehung mit Gott zu wachsen – und in dieser Beziehung wirst du Freiheit finden. Ich bete gemäß 2. Petrus 1,3-4, dass die Dinge, die Gott mir gezeigt hat und ich hier lehre, dir helfen werden herauszufinden, dass Gott uns durch die Erkenntnis Christi alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient. Durch diese Erkenntnis sind uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben worden, damit wir derselben göttlichen Natur teilhaftig werden. Christus lebt in uns und somit ist uns nichts unmöglich, wenn wir nur glauben.
Anmerkung des Herausgebers zur deutschen Ausgabe Das auf Deutsch erhältliche Vertiefungsmaterial kann über Andrew Wommack Ministries Germany e.V. bezogen werden. Die Bücher True Christianity (Echtes Christsein, Kapitel 1) und Discovering the Keys to Staying Full of God (Vier Schlüssel, um voll mit Gott zu
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bleiben, Kapitel 13) sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf Deutsch verfügbar. Darüber hinaus bieten wir einige deutsche Bücher auch als Hörbücher im MP3-Format als kostenlosen Download an. Auch dieses Angebot wird ständig erweitert. Im Anhang zu diesem Buch sind weitere auf Deutsch lieferbare Titel von Andrew Wommack sowie unsere Kontaktdaten und Internetadresse aufgeführt.
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Kapitel 1
Echtes Christsein
W
ährend des Vietnamkriegs traf ich viele Männer, die sich als Atheisten bezeichneten. Doch ihre Weltanschauungen, deren sie sich in Zeiten des Friedens so sicher waren, gerieten schnell ins Wanken, als Gefahr drohte. Sobald die ersten Bomben zu hören waren und die Geschosse durch die Luft flogen, schrien dieselben Männer aus Leibeskräften zu Gott. Der Grund, dass Leute im Angesicht des Todes zu Gott schreien, anstatt einfach aufzugeben, liegt darin, dass sie intuitiv wissen, dass er real ist. Sie wissen auch, dass er sie erretten kann. Dabei spielt es keine Rolle, welche intellektuellen Argumente vorgebracht werden. Auf der Ebene des Herzens weiß jeder, dass es Gott gibt.
Sicherlich wird der eine oder andere behaupten, dass er Atheist oder Agnostiker sei und daher nicht an Gott glaube, aber das sind letztendlich nur Gedankenspiele. Im Grunde kommt ihnen diese Einstellung gelegen, um ihre Lebensweise zu rechtfertigen oder vielleicht um Aufmerksamkeit zu bekommen, aber in ihrem Herzen wissen sie es besser. Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben hat jeder schon erkannt, dass Gott existiert. Es ist möglich, sein Herz so sehr zu verhärten, dass man die Gegenwart Gottes nicht mehr spürt, aber Gott hat sich jedem Menschen offenbart, der jemals geboren 7
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wurde (Röm 1,18-20). Es ist so, als ob in jedem Menschen eine Art Peilsender ist, der ihm permanent anzeigt, dass Gott real ist und ihn in eine Beziehung zu ihm zieht. Wenn man in einer Stresssituation zu Gott schreit, bedeutet dies jedoch nicht, dass man eine Beziehung zu ihm hat. Eine wahre Beziehung zu Gott umfasst mehr, als nur vom Kopf her zu wissen, dass er existiert. Jesus sagte, dass nicht alle, die zu ihm „Herr, Herr“ sagen, ins Himmelreich kommen. Viele werden sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?, aber Jesus wird dann zu ihnen sagen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir (Mt 7,21-23). Diese Leute behaupteten, Gott zu kennen, aber sie haben keine Beziehung zu ihm gehabt. Es ist interessant, dass Jesus nicht gesagt hat, er habe sie mal gekannt, aber ihre Beziehung zu ihm sei irgendwie eingeschlafen oder sie seien von ihm abgefallen. Nein, er sagte: „Ich habe euch nie gekannt.“ Die Leute, die in diesem Gleichnis zu ihm geschrien haben, waren lediglich religiös. Sie hatten keine echte Beziehung zu ihm. Die Pharisäer und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu führten ein sehr heiliges Leben. Sie hatten strenge Regeln, was ihr äußerliches Verhalten betraf, aber es war alles nur religiös. Sie kleideten sich in einer ganz bestimmten Weise. Wenn sie ihre Almosen gaben, taten sie es so, dass jeder es bemerkte. Sie beteten an den Straßenecken, wo sie von allen gesehen werden konnten. Sie führten all diese Rituale durch, aber den Herrn kannten sie nicht. Jesus nannte sie Heuchler und getünchte Gräber, die von außen zwar gut aussahen, aber innen voller Totengebeine waren (Mt 23,27). Offenbar hat nicht jeder Mensch, der an Gottes Existenz glaubt, eine Beziehung zu ihm. Die Bibel macht dies im Jakobusbrief deutlich, wo es heißt: Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es – und zittern! (Jak 2,19). Dies ist eine der sarkastischsten Aussagen der gesamten Bibel. Dort heißt es: „Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Sehr gut! Aber du hast nichts getan, was der Teufel nicht auch getan hätte!“ Satan glaubt an Gott, doch wir wissen, dass er nicht den richtigen Stand vor ihm hat. Satan ist 8
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nicht errettet; er wird die Ewigkeit im Feuersee verbringen, der für ihn und seine Engel bereitet wurde, wo sie Tag und Nacht für alle Ewigkeit gequält werden (Mt 25,41 und Offb 20,10). Der Teufel glaubt an Gott, aber sein ganzes Leben und alles, was er tut, ist eine einzige Rebellion gegen Gott. Also, einfach nur zu glauben, dass Gott existiert, versetzt dich nicht in den richtigen Stand vor Gott. Um in eine richtige Beziehung mit Gott zu kommen, musst du dich ihm hingeben. Du musst dich ihm unterordnen, um eine Beziehung mit ihm aufzubauen. Eines Nachts wurde Jesus von Nikodemus besucht, einem der führenden Juden, der ihm einige Fragen über seine Lehre stellte. Nikodemus wollte wegen der Kritik, die er zu erwarten hatte, nicht während des Tages mit Jesus sprechen, wo ihn jeder sehen konnte, aber sein Herz war ehrlich genug, sodass er Jesus in der Nacht aufsuchte. Er stand in einem Konflikt, denn er sah die Salbung Gottes in den Wundern, die Jesus vollbrachte, aber Jesus selbst war so anders als alles, was das religiöse System seiner Zeit den Leuten zu glauben lehrte. Nachdem Nikodemus Jesus befragt hatte, antwortete dieser: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! Johannes 3,3
Dies ist eine erstaunliche Aussage, die bei Nikodemus nicht ohne Wirkung blieb. Er fragte Jesus: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden? (Joh 3,4). Nikodemus dachte an eine physische Geburt, aber Jesus fuhr fort: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! Johannes 3,5
Manche diskutieren über die Bedeutung von „aus Wasser geboren“, aber ich denke, Jesus bezieht sich hier einfach nur auf die natürliche Geburt. Bei einer schwangeren Frau spricht man ja auch von Fruchtwasser, welches das Baby im Mutterleib umgibt, und das kurz vor der Geburt abgeht. Diese Bibelstelle besagt lediglich, dass 9
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du nicht in Gottes Reich eingehen kannst, wenn du nicht durch zwei Geburten hindurchgegangen bist: die natürliche (als du aus Wasser geboren wurdest) und die geistliche (als du aus dem Geist Gottes geboren wurdest). Die zweite Geburt ist das, was wir „Wiedergeburt“ nennen. Genauso sicher wie du physisch geboren werden musst, um in dieser Welt zu existieren, genauso sicher musst du im Geist wiedergeboren werden, um in Gottes Reich eingehen zu können. Einige Bibelübersetzungen geben diesen Vers mit „von oben geboren“ oder „aus Gott geboren“ wieder. Als Gott Adam erschuf, formte er seinen Körper und dann blies er ihm den Odem des Lebens ein (1 Mose 2,7). Das gleiche hebräische Wort, das mit „Odem“ bzw. Atem übersetzt wird, ist das Wort, das im ganzen Alten Testament für „Geist“ benutzt wird. Mit anderen Worten: was Gott in den Menschen hineinblies, war sein Geist! Ich bin sicher, wenn wir uns Adams Körper hätten anschauen können, bevor Gott den Odem des Lebens in ihn hineingeblasen hatte, hätte er genauso ausgesehen wie unser Körper. Aber es war kein Leben in seinem Körper, bevor Gott nicht seinen Geist in ihn hineinlegte. Dein Geist ist der lebensspendende Teil in dir. Das Neue Testament bestätigt dies, indem es sagt, dass es der Geist ist, der dem Leib Leben gibt (Jak 2,26). Die meisten Menschen in der Gesellschaft verpassen, worum es im Leben wirklich geht, weil sie sich auf die falschen Dinge konzentrieren. Sie richten all ihre Aufmerksamkeit auf den Körper, indem sie jedem Appetit nachgehen wollen und jedes aufkommende Gefühl zu befriedigen versuchen. Der Körper ist aber nicht der wichtigste Teil im Leben. Der Geist ist der echte, lebensspendende Teil eines Menschen. Das ist auch der Grund, warum jemand alles nur Erdenkliche haben kann wie Geld, Ruhm und Besitztümer und dennoch arm dran ist. Darum wenden sich Menschen Drogen und anderen Abhängigkeiten zu. Sie versuchen Leben und Glück im Fleisch zu finden und erkennen dabei nicht, dass das, was sie suchen, nur durch den Geist kommen kann. Als der Mensch erschaffen wurde, war sein Geist lebendig, denn er war aus Gott geboren. Als er jedoch sündigte, starb der Geist des Menschen. Der Herr gab Adam klar zu verstehen, dass er an dem Tag 10
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sterben werde, an dem er die Frucht des Baumes von der Erkenntnis des Guten und des Bösen essen würde (1 Mose 2,17). Doch Adam und Eva lebten noch Hunderte von Jahren, nachdem sie von diesem Baum gegessen hatten. Also kann es nicht der physische Tod gewesen sein, von dem Gott sprach. Als sie sündigten, starb ihr Geist, nicht ihr Körper. Das Wort „Tod“ hat für viele unterschiedliche Bedeutungen. Manche Leute interpretieren den Tod als das Aufhören unserer Existenz, doch in Wahrheit hört man niemals auf zu existieren. Obwohl der Körper stirbt und letztendlich zerfällt, leben unser Geist und unsere Seele irgendwo ewig weiter – diejenigen, die wiedergeboren sind, werden beim Herrn sein. Gott hat uns auch versprochen, dass er eines Tages unseren Körper auferwecken wird und unser Körper wird mit unserem Geist und unserer Seele wieder vereinigt werden (1 Kor 15). Der natürliche Verstand sieht den Tod als das Ende, aber die Bibel lehrt uns, dass es kein Ende gibt. Von der Bibel her bedeutet Tod Trennung. Als Adam sündigte, starb er geistlich. Sein Geist hörte nicht auf zu existieren, aber er war von Gott getrennt. Er hatte nicht länger Gottes Leben in sich. Ursprünglich wurde der Mensch geschaffen, um von Gott abhängig zu sein (Jer 10,23). Wir waren mit ihm verbunden. Sünde verursachte aber eine Trennung und so starb der Geist, der in uns war. Nachdem die Sünde in die Welt kam, wurden wir unserer eigenen Weisheit ausgesetzt. Die Natur des Menschen wurde vom Teufel beherrscht und kontrolliert. Sie wurde lüstern, selbstsüchtig und voll von Hass und Elend. Die gegenwärtige sündige Natur im Menschen bedeutet, dass Leid, Schmerzen und negative Einflüsse nicht von einer äußeren Quelle kommen, sondern von innen her. Nachdem Adam und Eva gesündigt haben, bekamen sie Kinder und gaben ihre Sündennatur an jeden Menschen weiter, der jemals geboren wurde – mit Ausnahme von Jesus. Da Jesus von einer Jungfrau geboren wurde (Jes 7,14 und Lk 1,26-38), ist er von dieser Sündennatur ausgeschlossen. Sein Leben erhielt er nicht von Menschen. Seinen Körper erhielt er von einer Frau, aber sein Leben kam direkt von Gott. So ist jeder Mensch, der jemals auf dieser Erde geboren wurde – mit Ausnahme von Jesus –, in Sünde und mit einer 11
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Natur geboren worden, die von Gott getrennt und verdorben ist. Dies erklärt, warum Jesus sagte, dass du „von Neuem geboren“ werden musst, denn der Geist eines jeden Menschen, der Jesus nicht als seinen Herrn angenommen hat, ist noch tot. Die Trennung des Menschen von Gott hat nicht mit individuellen Taten oder Sünde zu tun; deine sündhaften Taten sind vielmehr ein Ergebnis deiner Sündennatur. Du musst ein Kind nicht lehren, Böses zu tun; es wird es ganz von allein – ganz natürlich – tun. Die Sünden, die wir begehen, verursachen aber nicht unsere Sündennatur. Es ist umgekehrt: Durch unsere Sündennatur sündigen wir. Der Apostel Paulus schrieb: Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben. Römer 5,12
Echtes Christsein bedeutet keine Veränderung im Benehmen. Es ist nicht nur das Kontrollieren deiner Handlungen. Es ist unmöglich, sich perfekt zu verhalten. Außerdem bemisst Gott uns nicht auf einer Vergleichsskala, deshalb kannst du nicht einfach besser leben als andere Menschen und Errettung verdienen. Du musst entweder perfekt leben oder du musst einem Retter vertrauen, der an deiner statt perfekt war. Es gibt keine andere Option. Selbst wenn du dich von jetzt an vollkommen perfekt verhalten könntest, so würde es nichts an der Tatsache verändern, dass du in der Vergangenheit gesündigt hast. Die meisten Menschen glauben, dass Gott eine Waage hat, auf der er ihre guten Taten gegen ihre schlechten Taten aufwiegt, und wenn ihre guten Taten überwiegen, werden sie angenommen. Doch das lehrt die Bibel nicht. Errettung ist nicht das Ergebnis von einem guten Leben oder dem Tun von guten Dingen. In der Bibel steht: Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten (Röm 3,23). Gott bittet uns nicht, einen Minimalstandard an Heiligkeit zu erreichen. Er erschuf den Menschen, um vollkommen zu sein, und jeder einzelne von uns hat gesündigt und diesen Standard verfehlt. Jesus ist die perfekte Darstellung dieses vollkommenen Standards von Gott und keiner von uns kann diesen Standard erreichen. Der Preis für die Sünde, die wir 12
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begangen haben, ist der Tod. Jemand muss bezahlen und da wir nicht für unsere eigenen Sünden bezahlen können, musste Gott uns einen Retter schicken. Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. Römer 6,23
Hier driften echtes Christsein und religiöses Christsein sowie jede andere Religion auseinander. Die meisten Religionen lehren, dass es ein übergeordnetes Wesen gibt, das alle Dinge geschaffen hat und dass es bzw. dieser Gott zornig ist. Um diesen wütenden Gott zu besänftigen und seinen Zorn auf dich wegen deiner Sünden zu überstehen, musst du versprechen, dich richtig zu verhalten und dich selbst zu verleugnen. In einem gewissen Sinn legen diese Religionen die Last der Errettung auf deine Schultern; es hängt also einzig und allein von dir ab, ob du heilig genug leben kannst, um Errettung zu verdienen. Jede andere größere Religion und sogar ein großer Teil von dem, was sich Christenheit nennt, lehrt, dass du dir eine Beziehung zu Gott durch „Gutsein“ verdienen musst. Man muss ganz klar unterscheiden, dass nicht jeder, der behauptet, Christ zu sein, auch wirklich einer ist. Echtes Christsein lehrt, dass wir niemals unsere Schuld bezahlen können, die durch die Sünde entstanden ist. Das ist der Grund, warum Gott selbst Mensch wurde und unsere Schuld bezahlt hat. Jesus Christus war Gott im Fleisch (1 Tim 3,16) und er führte ein sündloses Leben (1 Petr 2,21-22). Seine Beziehung zum Vater erhielt er durch seine eigene Tugend. Obwohl Jesus nichts Falsches getan hatte, litt er für unsere Sünden und starb am Kreuz. Er trug unsere Strafe. Er opferte sich selbst für uns. Gottes Zorn auf die Sünde traf Jesus und dem Zorn Gottes auf die Sünde der gesamten Menschheit wurde für immer Genüge getan. Jesus hat für alle Sünde für alle Zeit bezahlt und aus diesem Grund können du und ich ewiges Leben haben. Nicht indem wir gut sind, nicht indem wir es uns selbst verdienen, aber indem wir den durch Jesus bezahlten Preis annehmen. In der Bibel steht: 13
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Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Johannes 3,16
Jesus hat bereits für unsere Sünden bezahlt. Das Ausmaß deiner Sünde oder das Ausmaß deiner Tugend ist nicht die entscheidende Frage. Es gibt nur eine Sünde, die dich von Gott trennt – und das ist nicht an Jesus zu glauben (Joh 16,9). Errettung lässt sich auf einen Punkt reduzieren: Wirst du das annehmen, was Jesus für dich getan hat? Falsches Christsein und falsche Religionen lehren, dass du versuchen musst, gut zu sein, um irgendwie die Beziehung mit Gott zu verdienen. Aber so kann es nicht funktionieren. Stell dir einmal vor, wie du eines Tages vor Gott stehen wirst. Wenn er dich fragt: „Warum sollte ich dich in den Himmel aufnehmen, anstatt dich für alle Ewigkeiten in die Hölle zu verbannen?“, was wirst du dann antworten? Ich war ein guter Mensch? Ich habe wie ein Mönch gelebt? Ich ging in die Kirche und gab meinen Zehnten? Ich las die Bibel und versuchte so heilig wie möglich zu leben? Jede dieser Antworten wird dich verwerfen und in die Hölle schicken. Die einzig richtige Antwort ist: „Ich habe mein Vertrauen in Jesus gelegt.“ Du magst ein gutes Leben geführt haben, aber ohne Jesus kannst du nicht errettet werden. Und wer möchte schon der beste Sünder sein, der jemals in die Hölle gekommen ist? Wenn du versuchst mit deiner eigenen Leistung vor Gott zu bestehen, wird es dir schlecht ergehen. Wir alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit Gottes. Das Einzige, das dich würdig macht, den Himmel zu betreten, ist die Tatsache, dass Jesus für deine Sünden bezahlt hat und du dich darauf berufen hast, dass er dein Herr und Erretter ist. Du musst dein Vertrauen in die Güte Gottes durch Jesus setzen. Jeder, der Jesus vertraut, wird in den richtigen Stand vor Gott gesetzt. Aber jeder, der auf seine eigene Leistung vertraut, wird niemals in der Lage sein, Gottes Vollkommenheitsstandard zu erreichen. Nur durch den Glauben an Jesus können wir in eine Beziehung mit Gott treten – es gibt keinen anderen Weg. Mit Gott in Beziehung zu treten ist nichts, was du dir verdienen kannst – du kannst es nur empfangen. Wenn du Jesus annimmst, wirst 14
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du in deinem Innern verändert – du wirst von oben wiedergeboren. Echtes Christsein spricht zwar davon, dass du ein heiliges Leben führen sollst, aber ein heiliges Leben ist nicht die Wurzel deiner Beziehung zu Gott – es ist die Frucht aus deiner Beziehung zu ihm. Du führst ein heiliges Leben als Ergebnis der Beziehung zu Gott, nicht als Mittel zum Zweck. Dies ist ein kleiner Unterschied, aber von großer Tragweite – und das ist es, was wahres Christsein von jeder anderen Religion auf der Welt unterscheidet. Bei Errettung und ewigem Leben geht es einzig und allein um Jesus. Manche Leute sagen, dass Jesus ein großartiges Beispiel an Liebe war, aber dass er nur ein Weg zu Gott sei. Jesus ist nicht ein Weg; er ist der einzige Weg zum Vater. In der Bibel heißt es: Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen! Apostelgeschichte 4,12
Jesus sagte von sich selbst: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! (Joh 14,6). Jesus behauptete also, dass er der absolut einzige Weg ist. Entweder ist er wirklich der, der er vorgibt zu sein oder er war ein Betrüger und Scharlatan. Es gibt keine andere Möglichkeit. Du kannst Jesus nicht einfach nur als guten Menschen sehen. Entweder ist er Gott oder er war ein Lügner. Ich und unzählig viele andere Menschen bezeugen, dass Jesus der Herr ist. Er ist genau der, der er vorgab zu sein: der Sohn Gottes. Die Wunder, die er tat, die Prophezeiungen, die er erfüllte, und das Zeugnis von Gott, dem Vater, bezeugen alle, dass Jesus unser Retter ist. Jesus ist real und er lebt. Er veränderte mein Leben und er kann das Gleiche für dich tun. Du kannst Jesus als deinen persönlichen Erlöser kennenlernen und heute noch von Neuem geboren werden. In der Bibel steht, dass wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du errettet werden (Röm 10,9). Sei dir bewusst, dass es mehr sein muss als eine innere Entscheidung! Jesus sagte, dass 15
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wer immer sich vor den Menschen zu ihm bekennt, zu dem wird auch er sich vor seinem Vater bekennen (Mt 10,32-22). Errettung zu empfangen muss real genug sein, sodass du es lebst und mit anderen Menschen teilen kannst. Jesus als deinen Retter anzunehmen und von Neuem geboren zu werden, ist die wichtigste Entscheidung in deinem Leben. Alles Sichtbare auf dieser Welt ist vergänglich, aber diejenigen, die Jesus als Herrn kennen, werden niemals sterben (Joh 11,25-26). Wenn du verstanden hast, was echte Errettung ist und du bereit bist, sie zu empfangen, dann sprich dieses Gebet laut aus und du wirst von Neuem geboren werden. Es ist so einfach. „Vater, es tut mir leid, dass ich gesündigt habe. Ich glaube, dass Jesus starb, um meine Sünde zu vergeben und ich nehme diese Vergebung an. Jesus, ich mache dich zu meinem Herrn. Ich glaube, dass du lebst und nun in mir wohnst. Ich bin errettet. Mir ist vergeben. Danke, Jesus!“ Wenn du dieses Gebet gesprochen und es in deinem Herzen geglaubt hast, dann bist du von Neuem geboren! Du magst äußerlich noch genauso aussehen wie vorher, aber du bist ein vollkommen neuer Mensch. Dein Geist ist nun lebendig durch das Leben Gottes. Du bist von der Macht der Finsternis befreit und hineinversetzt worden in das Reich des geliebten Sohnes Gottes. Von Neuem geboren zu sein ist mehr, als einfach nur in den Himmel zu kommen, wenn du stirbst. Jesus starb, um dir ewiges Leben zu schenken, und ewiges Leben ist eine Beziehung zu Gott – eine Beziehung, die in dem Moment beginnt, wo du von Neuem geboren wirst (Joh 17,3). Nun, wo du wiedergeboren bist, ist es wichtig, dass du deine neue Identität in Christus kennenlernst, damit du im Sieg leben und Gottes Pläne erfüllen kannst, die er für dein Leben hat. Gott möchte seine Segensströme über dir ausschütten, aber du musst lernen, wie du mit ihm zusammenarbeiten kannst, um all das zu empfangen, was er für dich hat. Deshalb bleibe hier nicht stehen; es gibt noch so viel zu lernen. In der Zwischenzeit erzähle jemandem von der Entscheidung, die du gerade getroffen hast. 16
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Zusatzmaterial von Andrew Wommack zur Vertiefung des Themas: 1. Dein neues Ich & Der Heilige Geist ist ein Doppelband, der darüber berichtet, was geschehen ist, als du Jesus zu deinem Herrn und Erlöser gemacht KDVW XQG ZLH GHU +HLOLJH *HLVW GHU 6FKO•VVHO ]X GHP •EHUÀLH‰HQGHQ /HEHQ LVW das Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung vorbereitet hat. 2. Verändert werden ohne Mühe macht dir deutlich, wie dich die Kraft von Gottes Wort ohne Mühe verändern wird. Weiteres Material von Andrew Wommack in Englisch: 1. Eternal Life is an audio teaching available to listen to or download for free at http://www.awmi.net/extra/audio/k60 2. A Sure Foundation LV D VXPPDU\ RI WKH ¿UVW IRXU WHDFKLQJV $QGUHZ JLYHV DW Charis Bible College in Colorado. It is a four-part audio teaching available to listen to or download for free at http://www.awmi.net/extra/audio/1034
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Kapitel 2
Der Heilige Geist
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er Heilige Geist ist keine Illusion, doch in den Kirchen und Gemeinden von heute bleibt er des Öfteren unbemerkt. Allzu oft wird er gänzlich aus der Gemeindelehre ausgeschlossen – so als ob nur diejenigen, die wirklich reife Christen werden wollen, ihn kennen sollten. Wir müssen erkennen, dass der Heilige Geist in unserem Leben als Christen eine wesentliche Rolle spielt. Jesus trug seinen Jüngern auf, nirgendwo hinzugehen und nichts zu sagen, bis der Heilige Geist gekommen wäre (Lk 24,49 und Apg 1,4-5). Mach dir das einmal bewusst: Jesu Tod und seine Auferstehung waren das größte Ereignis, das die Welt jemals vernommen hatte, aber er trug seinen Jüngern auf, es niemandem zu erzählen, bis sie die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hätten! Der Heilige Geist ist es, der uns befähigt, ein Leben als Christen zu führen. Ohne ihn können wir es nicht und wir sollten es auch nicht versuchen. Jesus selbst begann sein öffentliches Wirken ja auch nicht, bevor er eine Salbung vom Heiligen Geist empfangen hatte, obwohl er von Geburt an Gott war. Die Engel sangen Herrlichkeit ist bei Gott in der Höhe und sie nannten Jesus Christus, den Herrn (Lk 2,11.14). Jesus wurde nicht erst Gott, nachdem er einen gewissen Prozess der Reife durchlaufen hatte. Er wurde als Gott geboren. Dennoch begann Jesus 18
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seinen irdischen Dienst nicht, bevor er den Heiligen Geist empfangen hatte (Mt 3,16-17) und die Bibel nennt kein einziges Wunder, das er davor vollbracht hätte. Wenn Jesus die Kraft des Heiligen Geistes brauchte, bevor er seinen Dienst begann, und wenn er seinen Jüngern auftrug, nicht ohne die Kraft des Heiligen Geistes zu dienen, wie arrogant ist es dann von uns zu glauben, dass wir irgendetwas aus eigener Kraft vollbringen könnten? Wir brauchen die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt, uns inspiriert und die Worte salbt, die wir reden. Und doch haben heute unzählige Menschen, die sich Christen nennen, die Kraft des Heiligen Geistes zu einer Nebensache gemacht. Sie haben den Heiligen Geist beiseitegeschoben und entschieden, dass er nicht wichtig sei. Ja, sie möchten noch nicht einmal über ihn sprechen. Dies ist auch der Grund, warum wir heutzutage so viele Menschen haben, die zwar Worte aus der Bibel sprechen, aber keine Resultate aufweisen – sie haben die Kraft des Heiligen Geistes nicht in sich. Sie sind nicht im Heiligen Geist getauft worden. Nach seiner Auferstehung befahl Jesus seinen Jüngern, Jerusalem nicht zu verlassen, bevor sie die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hätten. Seine letzte Anweisung an sie, bevor er in den Himmel auffuhr, wird uns in Apostelgeschichte 1,4-5 berichtet: Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, die ihr [– so sprach er –] von mir vernommen habt, denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
Nachdem Jesus zu seinen Jüngern über den Heiligen Geist gesprochen hatte, öffnete sich der Himmel und er verschwand aus ihrem Blickfeld. Allein schon die Tatsache, dass dies die letzten Worte Jesu waren, gibt dem Ganzen eine gewaltige Bedeutung. Wir legen deshalb so viel Wert auf die letzten Worte eines Menschen, weil dies seine letzte Gelegenheit ist, etwas Wichtiges zu sagen. Daher widmen Menschen den letzten Worten einer Führungspersönlichkeit auch besondere Aufmerksamkeit, sei es von einem Geistlichen, Geschäftsmann oder Politiker. 19
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Jesus war gerade dabei, die Zukunft des Reiches Gottes an die Jünger zu übergeben. Sie waren nun dafür verantwortlich, der Welt die Gute Nachricht zu verkündigen und Gottes Erlösungsplan aufzuzeigen. Er war dabei, alles wofür er gearbeitet und gelitten hatte, in ihre Hände zu legen. So waren die letzten Worte Jesu an sie mit Sicherheit wichtig. Er sagte: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde! Apostelgeschichte 1,8
Die Verheißung, den Heiligen Geist zu empfangen, erfüllte sich am Pfingsttag. An diesem Tag wurden sie alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab (Apg 2,4). Wir würden das, was sie taten, in Sprachen reden oder beten nennen. Das Sprachengebet ist zu einer Streitfrage geworden und es gibt diesbezüglich eine Menge falscher Vorstellungen. Insbesondere meinen einige Leute, dass die Taufe im Heiligen Geist mit der Begleiterscheinung des Sprachengebets keine Gabe ist, die Gott den Gläubigen heute noch gibt. Sie sind der Meinung, dass dies etwas war, das Gott nur den Gläubigen der Urgemeinde gab. Das sehe ich ganz und gar nicht so und wenn wir Jesu letzte Worte im Kontext betrachten, dann sehen wir, dass das Sprachengebet auch eine Gabe für unsere heutige Zeit ist. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung erschien Jesus seinen Jüngern zu verschiedenen Gelegenheiten. Als er ihnen das erste Mal erschien, war Thomas, einer der Jünger, nicht anwesend. Die anderen Jünger erzählten Thomas, dass Jesus von den Toten auferstanden war, aber Thomas glaubte ihnen nicht. Er sagte: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und meinen Finger in das Nägelmal lege und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich es niemals glauben! (Joh 20,25). Acht Tage danach waren die Jünger erneut zusammen und Thomas war bei ihnen. Da trat Jesus in ihre Mitte und sagt zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! (Joh 20,27). Thomas antwortete daraufhin: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte: 20
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Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh 20,28-29). Von der Bibel wissen wir, dass es bei der Wiedergeburt auf dies ankommt: Du musst mit deinem Mund bekennen, dass Jesus der Herr ist und in deinem Herzen glauben, dass Gott ihn vom Tod auferweckt hat (Röm 10,9-10). Thomas bezeugte, dass Jesus der Herr ist und Jesus sagte über Thomas, dass er glaubte. Daraus können wir schließen, dass Thomas wiedergeboren sein musste. Doch Thomas war einer der elf Jünger, denen Jesus auftrug, auf den Heiligen Geist zu warten. Also können die Wiedergeburt und die Erfüllung mit dem Heiligen Geist nicht die gleiche Erfahrung sein. Um diese Bibelstellen in Einklang zu bringen, habe ich Leute behaupten hören, dass dies ein besonderer Umstand war, da der Heilige Geist bisher noch niemandem gegeben worden war. Sie erklären, dass alle Menschen bei der Wiedergeburt alles an Kraft und Gegenwart vom Heiligen Geist empfangen würden, was möglich ist. Doch die Apostelgeschichte ist voll von Beispielen, die aufzeigen, dass die Wiedergeburt und die Taufe im Heiligen Geist auch nach dem Pfingsttag getrennte Erfahrungen bleiben. Bei einer Begebenheit predigte Philippus in Samaria und die ganze Stadt glaubte an Jesus (Apg 8,4-8). In dieser Zeit vollbrachte Philippus viele Wunder und es gab eine große Erweckung in der Stadt. Aber dann heißt es: Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist HPS¿QJHQ GHQQ HU ZDU QRFK DXI NHLQHQ YRQ LKQHQ JHIDOOHQ VRQGHUQ sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie LKQHQ GLH +lQGH DXI XQG VLH HPS¿QJHQ GHQ +HLOLJHQ *HLVW Apostelgeschichte 8,14-17
Diese Bibelstelle verdeutlicht, dass die Samariter wiedergeboren waren. Sie hatten auch die Wassertaufe empfangen, die man gemäß der Bibel nur empfängt, nachdem man errettet wurde (Apg 8,36-37). 21
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Philippus hätte sie nicht getauft, es sei denn sie hätten geglaubt und wären bekehrt gewesen. Diese Leute waren ganz klar wiedergeboren. So waren sie also schon Christen, hatten den Heiligen Geist aber noch nicht empfangen. Die Apostel kamen in ihre Stadt hinab und beteten für sie, damit sie den Heiligen Geist empfingen – nach ihrer ersten Erfahrung der Wiedergeburt. Das Gleiche wird uns berichtet, als der Apostel Paulus einigen Leuten begegnet, die zwar schon Jünger, aber noch nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt waren (Apg 19,1-10). Als Paulus sie fragt, ob sie den Heiligen Geist schon empfangen hätten, als sie gläubig wurden, antworten sie: „Wir haben nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist da ist!“ Es gibt überall auf der Welt Menschen in den verschiedensten Gemeinden und Denominationen, die das Gleiche sagen könnten. Paulus betete für diese Männer und sie empfingen den Heiligen Geist und redeten in Sprachen. Die Taufe im Heiligen Geist ist neben der Errettung eine weitere, separate Erfahrung. Sie ist eine zweite Begegnung mit Gott, bei der du Kraft von oben empfängst. Die Apostelgeschichte berichtet uns von ungefähr zwölf Begebenheiten, bei denen Menschen die Taufe im Heiligen Geist empfangen haben und bei jeder einzelnen redeten sie in Sprachen. Sie redeten nicht nur bei manchen oder den meisten Begebenheiten in neuen Sprachen, sondern jedes Mal. In Sprachen reden ist heute noch eine gültige Gabe und es begleitet die Taufe im Heiligen Geist. Wenn du nicht in Sprachen redest, dann hindern dich entweder deine Glaubensüberzeugungen daran, es zu tun oder du hast die Taufe im Heiligen Geist noch nicht empfangen. Ich empfing den Heiligen Geist ungefähr zehn Jahre nach meiner Wiedergeburt, aber ich brauchte dann noch drei Jahre, um in neuen Sprachen reden zu können. Ich wollte in Sprachen reden und ich bat Gott um diese Gabe, aber ich war so vieles gegen die Sprachenrede gelehrt worden, dass ich es nicht konnte. Ich hatte zu viel Angst und daher wuchs Unglaube in mir. Es kostete mich eine gewisse Zeit lang, bis das Wort Gottes schließlich meinen Sinn erneuerte und der Unglaube von mir abfiel.
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Ich erzähle von meiner persönlichen Erfahrung, um aufzuzeigen, dass es durchaus möglich ist, wiedergeboren zu sein und eine Begegnung mit dem Heiligen Geist gehabt zu haben, aber nicht in neuen Sprachen reden zu können. Wenn du eine Begegnung mit dem Heiligen Geist gehabt hast, aber nicht in Sprachen reden kannst, dann bist du etwas gelehrt worden, das dich daran hindert. Die Fähigkeit, in Sprachen beten zu können, ist im Leben des Gläubigen wichtig – und es ist eine Gabe von Gott, die wir heute brauchen. Eine weitere falsche Auffassung besteht darin zu glauben, dass alle Wunder und Gaben des Heiligen Geistes (wie die Sprachenrede) aufgehört haben, als der letzte Apostel starb. Dieses Argument geht davon aus, dass Gott Wunder nur gebrauchte, um sein Wort zu bestätigen, solange die Bibel noch nicht vollendet war. Nun aber, da wir die ganze Bibel haben, brauchen wir weder Wunder noch die Taufe im Heiligen Geist. Dieses Missverständnis resultiert aus der falschen Interpretation einer Textstelle, die der Apostel Paulus im ersten Brief an die Korinther geschrieben hat: Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan. 1. Korinther 13,8-10
Diese Verse besagen, dass eine Zeit kommen wird, wo Weissagungen, Sprachenrede und Erkenntnis aufhören bzw. weggetan werden. Gewiss, diese Zeit wird sicherlich kommen – aber wann? Gegner der Sprachenrede glauben, dass es schon so weit ist. Sie zitieren den Vers, der besagt: wenn aber einmal das Vollkommene da ist und glauben, dass hier von der Bibel die Rede ist. Daher folgern sie, dass Weissagungen und Sprachenrede aufgehört haben. Die Bibel ist vollkommen abgeschlossen, aber ich glaube nicht, dass der Apostel Paulus in diesen Versen von der Bibel spricht. Die gleiche Passage besagt auch, dass wenn Weissagungen und Sprachenrede aufhören, Erkenntnis weggetan wird – doch Erkenntnis wurde nicht weggetan. Im Übrigen gibt es im Alten Testament eine Weissagung, die 23
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besagt, dass die Erkenntnis in der Endzeit zunehmen wird (Dan 12,4). Schau dich um und du wirst sehen, dass Erkenntnis weltweit enorm zugenommen hat. Die Anhäufung von Wissen der Menschheit bezüglich des Universums, der Biologie und der Technologie wächst in einem rasanten Tempo – deshalb hat die Erkenntnis eindeutig noch nicht aufgehört. Diese Schriftstelle von 1. Korinther besagt ja nicht nur, dass Erkenntnis aufhören wird, wenn einmal das Vollkommene da ist, sie besagt auch, dass wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen werden: Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört. Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 1. Korinther 13,11-12
Nun sehen wir schemenhaft wie mithilfe eines Spiegels, aber dann (wenn das Vollkommene da ist) werden wir klar sehen, von Angesicht zu Angesicht. Es ist offensichtlich, dass wir noch nicht an dem Punkt sind, wo wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen können. Ich sage damit nicht, dass Gott nicht jemandem erscheinen kann, doch in diesem Text handelt es sich um eine allgemeine Aussage, die sich auf jeden bezieht. Es geht um die Wiederkunft des Herrn bzw. unserer Vereinigung mit ihm. Wir werden den Herrn von Angesicht zu Angesicht sehen, wenn das Vollkommene da ist. Weiter heißt es: Wenn das Vollkommene da ist, dann werden wir erkennen, wie wir erkannt wurden. Gott kennt uns in vollkommener Weise, aber wir erkennen mit Sicherheit noch nicht alles in vollkommener Weise. Die Dinge, die diese Verse beschreiben, werden zur gleichen Zeit geschehen, wenn Weissagungen und Sprachenrede aufgehört haben – doch dies ist bisher noch nicht eingetreten. Erkenntnis hat noch nicht aufgehört, wir haben Gott noch nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen und wir erkennen noch nicht alles in vollkommener Weise – so 24
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wie wir das in der Ewigkeit tun werden. Man kann nicht einfach diese Verse benutzen, um zu behaupten, dass die Sprachenrede aufgehört hat, und alles andere, das zur gleichen Zeit geschehen wird, außer Acht lassen. Es ist offensichtlich, dass das Vollkommene, von dem hier gesprochen wird, noch nicht eingetroffen ist. Ich glaube, dass sich das Vollkommene auf unseren verherrlichten Körper bezieht. In neuen Sprachen beten hilft uns nur so lange, wie wir in diesem irdischen Körper stecken und unser noch nicht komplett erneuerter Verstand begrenzt ist. Dein Geist betet, wenn du in Sprachen redest und der Heilige Geist kann durch dich beten (Röm 8,26). Du redest im Geist Geheimnisse und erbaust dich selbst (1 Kor 14,2.4). Sprachenrede umgeht den Unglauben in deinem Verstand und macht es dir möglich, direkt zu Gott zu sprechen. Sie ist kraftvoll, aber nur für dieses Leben. Wenn wir unseren verherrlichten Körper erhalten, werden wir keine Schwäche in uns haben, wie die des Mangels an Erkenntnis. Zu dieser Zeit werden wir alles erkennen, gleichwie wir erkannt sind. Wir werden wissen, wie wir in einer vollkommenen Art beten können. Wir werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen und wir brauchen nicht mehr in Sprachen zu reden. Aber bis es so weit ist, bis unser Körper verherrlicht und unser Sinn komplett erneuert ist, brauchen wir die Gaben des Heiligen Geistes. Wir brauchen die Gegenwart und die Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben, insbesondere die Kraft der Sprachenrede. Jeder, der von Neuem geboren wurde, aber die Kraft des Heiligen Geistes noch nicht hat, braucht sie. Du kannst nicht das Leben führen, das Gott für dich beabsichtigt hat, wenn du nicht die Taufe im Heiligen Geist und die Sprachenrede empfangen hast – denn diese Kraft ist nötig, um echtes Christsein zu leben. Es gibt noch so viel mehr über das Sprachengebet, das ich in dieser kurzen Abfassung nicht abhandeln kann, aber ich garantiere dir, dass die Geistestaufe und das Reden in neuen Sprachen eine radikale Veränderung in deiner Beziehung zu Gott herbeiführen wird. Das Wort Gottes wird lebendig werden und du wirst anfangen Dinge zu sehen und zu begreifen, die du vorher nicht wahrgenommen hast. Du brauchst diese Fähigkeit. 25