Leseprobe zu: Kurt Scherer, Werft euer Vertrauen nicht weg. 366 Andachten in großer Schrift. Verlag Johannis, Lahr/Schwarzwald
Vorwort „Werft euer Vertrauen nicht weg!“ Im Gegenteil – Glauben wagen: „... aber auf dein Wort ...!“ Welch eine Ermutigung, wenn wir erleben: Da ist einer, auf dessen Wort kann ich mich verlassen. Und das in einer Zeit, da wir es mit einer Inflation der Worte zu tun haben. „Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ.“ Petrus, einer der Männer, die mit ihm gelebt haben, verbürgt sich dafür, dass man Jesus uneingeschränkt vertrauen kann. Viele unterschreiben das bis zum heutigen Tag, weil sie das ebenfalls erleben. Daher bekennen auch sie: Jesus Christus kann ich aufs Wort glauben! Sicherlich: Vertrauen ist Wagnis. Doch: Wer lebt, was er glaubt, erlebt, was er glaubt! Die folgenden Denkanstöße – Bibelworte (am besten im Zusammenhang lesen!), eigene und anderer Erfahrungen, Lebensweisheiten, Parabeln, Gebete ... – wollen Mut machen, täglich dieses Glaubenswagnis einzugehen, damit auch Sie erleben: „Auf dein Wort kann ich mich verlassen! Du, Herr Jesus, hältst Wort!“
Ihr Kurt Scherer
1. Januar
Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Lukas 5,5
Ein ermutigendes Wort am Anfang eines neuen Jahres. Gehen wir doch mit ganz unterschiedlichen Gedanken und Gefühlen in die vor uns liegende Zeit. Einerseits erwartungsvoll; andererseits vielleicht auch mit einem bangen Herzen. Da ist ein solches Wort, das beides beinhaltet, eine wohltuende Ermutigung. Petrus und seine Mitarbeiter haben umsonst gearbeitet! Sie sind entmutigt. In dieser Situation spricht Jesus sie an und fordert sie auf: „Werft die Netze aus, ihr werdet einen Fang machen.“ Petrus meldet zwar seine Bedenken an, aber er vertraut dann nicht seiner menschlichen Logik, seinem Fachwissen, sondern den Worten Jesu. Er folgt der Aufforderung und fährt hinaus aufs Meer, wirft die Netze aus – und erlebt: Jesus hält Wort auch in unmöglich erscheinenden Lebenslagen. Auf ihn ist Verlass! Auch wir wollen Glauben wagen in Situationen, die uns unglaublich erscheinen. Denn: „Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen!“.
2. Januar
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebräer 11,1
Gott vertrauen, ihm „aufs Wort glauben“ – darum geht es in diesem Andachtsbuch. Glauben ist tatsächlich das Wagnis des Gott vertrauendes Denkens, das Gott Recht gibt in dem, was durch den Heiligen Geist inspirierte Menschen in der Bibel niedergeschrieben haben. Der Glaube vertraut Gott und den Worten Jesu, die er über Gott gesagt hat. Das Gott vertrauende Denken besteht nicht in menschlicher Logik, nicht in Leistungen, auch nicht im Befolgen von Geboten, wie der „unheilbar religiöse Mensch“ meint, sondern darin, sich Gottes Liebe gefallen zu lassen, die sich in seinem Sohn, dem Menschen Jesus, offenbart. Das ist die Kardinalfrage: Sind wir der festen Zuversicht, dass stimmt, was wir in der Bibel lesen: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“(Johannes 3,16)? Wenn wir diese Überzeugung als Gewissheit im Herzen haben, werden wir auch erleben, was wir hoffen und erwarten.
3. Januar
Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr. Jeremia 29,13.14
Dieses Andachtsbuch ist eine Einladung an Sie, in der Bibel zu lesen, dem „Buch der Bücher“, dem weltweit am meisten gelesenen Buch. Wer regelmäßig in ihr forscht und entsprechend lebt, hat nicht nur mehr vom Leben, sondern er findet darin das ewige Leben. In diesem Buch ist der Weg zur Versöhnung mit Gott durch seinen Sohn Jesus Christus (Johannes 14,6) eindeutig und verständlich beschrieben. Durch Ihr Bibelstudium heben Sie einen unvergänglichen Schatz an Lebensweisheit; Gottes guter Heiliger Geist, um den Sie bitten dürfen, hilft Ihnen dabei. Sie entdecken ganz praktische Anleitungen, Lebens- und Glaubenshilfen für Ihren Alltag und finden den Schlüssel zu einem Dasein in Frieden und Zufriedenheit. Sie lernen Werteordnungen für ein verantwortliches Miteinander, das den Nächsten respektiert. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen anderer, die sich an den Weisungen und Zusagen Gottes ausgerichtet haben und in der Bibel bezeugen, dass dies der Weg zu einem sinnvollen, reichen Leben ist.
4. Januar Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Psalm 119,105 Der Psalmist berichtet davon, was ihm Gottes Wort bedeutet. Es lohnt sich, über die vielfältigen Aussagen dieses längsten Psalms der Bibel nachzusinnen. Sein Verfasser gehört zu den über 40 Autoren, die in 66 Büchern – die Bibel ist eine richtige kleine Bibliothek – niedergeschrieben haben, was ihnen Gott durch seinen Heiligen Geist gesagt hat und was sie mit ihm erfahren haben. Die Bibel ist Gotteswort im Menschenwort; nicht diktiert, aber inspiriert! Sie ist gleichsam eine „Bibliotherapie“, eine Heilstätte für Geist, Seele und Körper. Allen Autoren geht es um das eine Thema: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16). Dieses „Buch der Bücher“ ist kein harmloses Buch. Sosehr die Menschen darin ermutigt werden, zu ihrem eigenen Besten in Gemeinschaft mit Gott zu leben, so eindeutig werden wir vor den Folgen eines eigenwillig gestalteten Lebens gewarnt.
5. Januar
Ich komme in der Frühe und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich. Psalm 119,147
Das ist ein guter Start in den Tag: stille werden vor Gott; die ersten Gedanken zu ihm gehen lassen; sich freuen über seine Gegenwart; mit ihm ins Gespräch kommen, Gedankenaustausch haben; seinem Wort vertrauen. Dadurch finden wir Orientierung für die Gestaltung unseres Tages mit den bekannten und noch nicht bekannten Herausforderungen und Begegnungen. Gottes Wort will uns dabei Anspruch und Zuspruch zugleich sein. Es ist Licht auf unserem Weg, das uns erleuchtet und inspiriert. Es lädt uns ein, mit dem Wirken des Heiligen Geistes konkret zu rechnen. Beide, Gottes Wort und Geist, wollen der wesentliche Faktor in unseren Überlegungen, Planungen und Entscheidungen sein. Das zu beachten, ist Teil unserer Verantwortung, wenn wir Paulus richtig verstehen wollen: „Mein Leben wird nicht mehr von meinem alten Ich bestimmt, sondern von dem auferstandenen Christus, der in mir lebt“ (nach Galater 2,20). Seine Worte geben uns Weisung, zeigen uns die Richtung. Da lässt es sich getrost und zuversichtlich in und durch den Tag gehen. Jesus geht voran!
6. Januar
Siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland. Matthäus 2,1 Am heutigen Tag gedenkt man der „Heiligen Drei Könige“. Sie waren Weise aus dem Morgenland, die dem neugeborenen König, dem in Bethlehem geborenen Jesus, huldigten und ihm ihre Gaben darbrachten: Gold (bezeichnet die einem König gebührende Weisheit), Weihrauch (das ergebungsvolle Opfer und Gebet) und Myrrhe (die rein haltende Kraft der Selbstbeherrschung). Heute ziehen in manchen Gegenden als Erinnerung daran wieder die Sternsinger von Haus zu Haus, um eine Gabe – meistens für einen besonderen Missionszweck – zu erbitten und das Haus zu segnen, wobei die jeweilige Jahreszahl und die Buchstabenkombination C + M + B an die Haustür geschrieben werden. „C + M + B“ ist ein Haussegen: „Christus Mansionem Benedicat“; das heißt: „Christus segne das Haus.“ Ein guter Wunsch! Machen Sie sich doch einfach einmal Gedanken darüber: Was könnten denn Ihre Gaben sein, die Sie Jesus schenken? Gold, Weihrauch und Myrrhe waren ja keine „Kollekte“, sondern ein Opfer, das aus Liebe von ganzem Herzen kam. Gibt es da etwas, was Sie nicht bereit sind zu geben? Warum nicht?
7. Januar
Sie fanden das Kindlein, fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Matthäus 2,11
In der russisch-orthodoxen Kirche gibt es die „Legende vom vierten König“, der ebenfalls dem Stern von Bethlehem folgt. Doch auf seinem Weg dorthin wird er immer wieder aufgehalten. Liebe lässt sich aufhalten. Sie tut das Nächstliegende! Er begegnet Menschen, an denen er nicht einfach vorbeigehen kann. Ihm wird klar: Diese Menschen brauchen mich. So tröstet er zum Beispiel ein Kind, das weinend am Wegesrand sitzt. Er kehrt um und findet im Dorf eine Pflegemutter für dieses Kind. Einer verarmten Familie hilft er mit Geld aus ihrer Not. Wo Streit ist, wird er zum Friedensstifter. So vergehen die Jahre. Schließlich kommt er alt und arm nach Jerusalem. Er folgt einer aufgebrachten Menschenmenge auf dem Weg nach Golgatha. Über dem gekreuzigten Jesus sieht er den Stern hell leuchten und hört eine Stimme, die sagt: „Du hast mich getröstet, als ich weinte, mir geholfen, als ich in Not war ...“ Der vierte König will uns den heilsamen Weg der praktischen Nächstenliebe lehren!
8. Januar
... Anhänger des neuen Weges ... Apostelgeschichte 9,2 Bevor die Nachfolger Jesu Christen genannt wurden, bezeichneten sie sich als Leute des „Weges“. Damit war ihre Lehre gemeint (Apostelgeschichte 18,25.26). Denn Jesus sagt ja von sich: „Ich bin der Weg“ (Johannes 14,6). Christen sind also Menschen, die miteinander auf dem Weg der Wahrheit und des Lebens sind. Wie bei ganz normalen Wanderungen kann ich auch in der Nachfolge Jesu nicht einfach draufloslaufen. Wenn ich ans Ziel kommen will, muss ich mich an den Wegweisern orientieren; ansonsten gehe ich in die Irre. Christen fragen daher nach Gottes Wegweisungen, die zum ewigen Leben führen. Dieses Fragen wird dem Nachfolger nicht zur Last, sondern ist ihm eine Ermutigung, denn es hilft ihm, auf dem Weg des Lebens zu bleiben und ans Ziel zu kommen. Ganz konkret: Dazu gehören das regelmäßige Lesen in der Bibel, das tägliche Gebet, die Gemeinschaft mit anderen Leuten Jesu, die „des Weges“sind, ebenso wie das Erleben der Ermutigung und des Zuspruchs der Vergebung beim Abendmahl. Anweisungen nutzen nur, wenn sie befolgt werden!