A. A. Allen
DER PREIS FÜR
GOTTES WUNDERKRAFT
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Der Preis für Gottes Wunderkraft
Titel des amerikanischen Originals: The Price of God‘s Miracle Working Power by Asa Alonso Allen Deutsche Übersetzung, © 2015 Alle Rechte vorbehalten. 1. Auflage, Mai 2015 ISBN 978-3-938972-34-2 Die Bibelzitate wurden, wenn nicht anders angegeben, der Revidierten Elberfelder Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, entnommen.
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Inhalt 1 Der Preis für Gottes Wunderkraft
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2 Der Jünger steht nicht über seinem Meister, noch der Sklave über seinem Herrn
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3 Aber jeder, der vollkommen ist, wird wie sein Meister sein
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4 Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist
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5 Christus – unser Beispiel
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6 Selbstverleugnung
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7 Das Kreuz
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8 ... ich muss abnehmen!
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9 Er muss zunehmen
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10 Eitle Worte und dummes Gerede
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11 Gib deinen Körper Gott hin
105
12 Teilhaber an Seiner göttlichen Natur
109
13 Persönliches
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Der Preis f체r Gottes Wunderkraft
In deinem Wandel mit Jesus brauchst du nicht f체rchten, zu weit zu gehen. Kein Gl채ubiger ist je so weit gegangen, wie Gott es von ihm w체nschte. A. A. Allen (1911 - 1970)
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1 Der Preis für Gottes Wunderkraft
Wie lange war ich nun schon in dieser Kammer? Ein paar Tage oder erst für einige Stunden? Es schien Tage her zu sein, seit meine Frau die Tür der Kammer auf meine eigene Bitte hin von außen verschlossen hatte. Was dachte sie darüber, dass ich mich selbst für so lange Zeit verbarg? Waren es wirklich schon einige Tage oder erst Stunden? Kam ich mit Gott wirklich weiter? Würde Er antworten? Würde Gott diesen Seelenhunger stillen, oder müsste ich mir wiederum eine Niederlage einräumen, wie schon so viele Male zuvor? Nein! Ich würde genau hier auf meinen Knien bleiben, bis Gott antwortete – oder ich würde bei dem Versuch sterben. Sagte Gottes Wort nicht: Aber die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft; sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht. Jesaja 40:30
Hatte meine Frau die Tür geöffnet? – Nein, sie war noch immer verschlossen. Aber wo kam dieser Lichtschein her? Langsam verstand ich: das Licht, welches meine Gebetskammer zu füllen begann, war Gottes Herrlichkeit! Nicht die Kammertür hatte sich geöffnet, sondern die Tür des Himmels. 7
Der Preis für Gottes Wunderkraft
Die Gegenwart Gottes war so real und mächtig – ich dachte, dort auf meinen Knien sterben zu müssen. Mir schien, würde Gott noch näher kommen, könnte ich es nicht mehr aushalten. Und dennoch wollte ich genau dies und war zu dieser Erfahrung entschlossen. Es überrascht kaum, dass Paulus unter ähnlichen Umständen „zu Boden fiel” (Apostelgeschichte 9:4). Und kein Wunder, Johannes „fiel wie tot zu Jesu Füßen” (siehe Offenbarung 1:17). War dies die Antwort? Würde Gott zu mir sprechen? Würde Gott zu guter Letzt, nach diesen vielen Jahren, das Verlangen meines Herzens stillen? Ich verlor das Bewusstsein für alles andere – die mächtige Gegenwart Gottes zog meinen Blick ganz auf sich. Ich zitterte, versuchte Ihn zu sehen, fürchtete mich dann aber vor Seinem Anblick – denn plötzlich realisierte ich: Sollte ich Ihn sehen, würde ich sterben. Allein Seine herrliche Gegenwart genügte doch! Dann hörte ich Seine Stimme wie einen Wirbelwind. Es war Gott! Er sprach zu mir! Dies war die herrliche Antwort, die ich so eifrig gesucht, auf die ich so lange gewartet hatte. Ja, darauf hatte ich seit meiner Bekehrung im Alter von 23 Jahren gewartet. Meine verlangende Seele hatte danach geschrien, seit mich Gott in Seinen Dienst gerufen hatte. Dieser Ruf war mit solcher Gewalt gekommen und so klar, nichts ließ mich daran zweifeln. Seit meiner Errettung hatte Gott mich vorbereitet, obwohl mein vergangenes Leben für dieses Werk in keiner Weise förderlich gewesen ist. Seit meiner Hinwendung zu Jesus war mir bewusst, viel studieren zu müssen – wollte ich je den Ruf Gottes auf meinem Leben erfüllen. Deshalb verbrachte ich viele Stunden mit dem Lesen der Bibel und dem Forschen, ihre Botschaft und Bedeutung zu verstehen. Meiner ungelehrten Seele kam es vor, als würde Gott genau das meinen, was Er sagte. Und Er schien es mir durch Sein Wort direkt zu sagen: 8
Der Preis für Gottes Wunderkraft
Wenn ihr aber hingeht, predigt und sprecht: Das Reich der Himmel ist nahe gekommen. HEILT KRANKE, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt!
Matthäus 10:7+8
All dies sollte doch in dem Ruf zum Dienst enthalten sein – aber ich erlebte es nicht! Ich selbst war kraftlos und konnte diese Befehle Christi nicht erfüllen. Dennoch wusste ich, es war möglich, denn Christus würde kein Gebot geben, welches nicht verwirklicht werden könnte. Vor meiner Bekehrung wusste ich so wenig von Gott und Seinem Wort; ich konnte nicht einmal Johannes 3:16 zitieren oder die vier Evangelien benennen. In der Methodistenkirche, in der ich errettet und deren Mitglied ich wurde, lehrte man mich nicht die Erwartung, wie die ersten Jünger am Pfingsttag mit dem Heiligen Geist getauft zu werden. Ebenfalls nicht, dass die in Markus 16:17+18 angeführten Zeichen mir als Gläubigen folgen sollten. Mir wurde beigebracht, an den Herrn Jesus Christus zu meinem Heil zu glauben. So wurde ich in herrlicher Weise errettet und von der Verdammnis der Sünde befreit. Als ich aber die Schriften durchforschte, bat ich den Herrn, mich zu den Abschnitten zu führen, von welchen ich den größten Nutzen hätte. So offenbarte mir der Herr die Wahrheiten über die Taufe im Heiligen Geist, die nachfolgenden Zeichen, die Gaben des Geistes und die übernatürlichen Dinge Gottes. Nicht lange danach führte mich Gott in eine Pfingstgemeinde, wo ich einen Teil der Segnungen Gottes und einige wenige geistliche Manifestationen erleben konnte. In diesen Gottesdiensten wurde ich davon überzeugt, die Taufe im Heiligen Geist zu benötigen, und dort begann ich zu beten und Gott ernsthaft wegen dieser Erfahrung zu suchen. 9
Der Preis für Gottes Wunderkraft
In einer Zeltversammlung der Assemblies of God in Miami, Oklahoma, wurde ich dreißig Tage nach meiner Bekehrung herrlich mit dem Heiligen Geist erfüllt und redete in neuen Zungen, wie der Geist mir auszusprechen gab. Ich hatte gelesen: Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist. Apostelgeschichte 1:8
Mit der Erfüllung durch den Heiligen Geist erwartete ich den sofortigen Empfang der Kraft, um die Kranken zu heilen und Wunder zu wirken. Aber bald erkannte ich, dass es mehr als die Taufe im Heiligen Geist braucht, um dies beständig zu erleben. Die Taufe im Geist verschafft Zugang zu dieser Kraft, aber die Gaben des Geistes sind die Kanäle, durch welche diese Kraft tätig wird. Sofort begann ich zu beten und die Gaben des Geistes zu suchen. Ich wollte die Kraft haben, um die Kranken zu heilen, denn ich wusste, Gott ruft niemals jemanden dazu, das Evangelium zu verkünden, ohne den Auftrag, die Kranken zu heilen. Die Kraft des Heiligen Geistes kann mit Elektrizität verglichen werden. Ist jemand mit dem Geist erfüllt, entspricht dies in einem Haus verlegten Kabeln, die eine Verbindung zum Kraftwerk haben. Viele Menschen verwenden Elektrizität seit Jahren nur als Lichtquelle. Nie haben sie die großen Vorteile der Elektrizität bei der Verwendung von Haushaltsgeräten genutzt. Die Gaben des Heiligen Geistes können mit diesen Hilfsmitteln verglichen werden. Kommen neue Gaben hinzu, kann mehr Arbeit bewältigt werden – und das einfacher. Die Kraft hat sich nicht verändert, wird aber nun effektiver genutzt. Nachdem Gott Sein Volk mit dem Geist erfüllt hatte, war dies nicht das Ende. Dies ist vielmehr der Anfang. 10
Der Preis für Gottes Wunderkraft
Eifert aber um die größeren Gnadengaben.
1. Korinther 12.31
Nach meiner Erfahrung ist dies der Weg zu größeren Ergebnissen in Gott. Innerhalb von zwei Jahren nach meiner Bekehrung war ich glücklich verheiratet und startete meinen Dienst. Für mehr als ein Jahr predigten meine Frau und ich dieses herrliche Evangelium von der Errettung, die Taufe im Geist, das zweite Kommen Christi und Göttliche Heilung. Bei jeder Evangelisation plante ich wenigstens zwei Abende pro Woche für die Predigt über göttliche Heilung und Gebet für die Kranken mit ein. Während dieser Zeit erlebten wir viele Wunderheilungen, denn Gott ehrte die Verkündigung Seines Wortes. Doch ich wusste, der Plan Gottes für mich war größer, und ich glaubte an eine zukünftige Zeit, in welcher dieses Vorhaben in meinem Leben eintreffen würde. Viele Male suchten meine Frau und ich gemeinsam in den Schriften. Wir wurden immer überzeugter, dass Gottes Verheißungen hinsichtlich der nachfolgenden Zeichen, der Gaben des Geistes, der Heilungen und Wunder für uns heute gedacht waren. Auch war deutlich, wir besaßen die Kraft nicht in der von Gott zugesagten Fülle. Uns war klar, die Schrift würde uns den Grund zeigen können, weshalb wir so kraftlos waren. Da Gott nicht lügen kann, musste der Fehler bei uns liegen! Während ich Pastor meiner ersten Gemeinde war, einer Assembly of God in Colorado, traf ich den ernsthaften Entschluss: Ich muss vom Himmel hören und die Ursache erfahren, weshalb mein Dienst nicht von Zeichen und Wundern bestätigt wird. Ich war mir sicher, wenn ich fastete und betete, würde Gott auf irgendeine Weise sprechen und zeigen, was zwischen mir und der wunderwirkenden Kraft Gottes in meinem Dienst stand. 11
Der Preis für Gottes Wunderkraft
Mein Hunger nach der Kraft Gottes in meinem Leben war so groß – ich empfand, nicht mehr in meiner Kanzel stehen oder überhaupt jemals wieder predigen zu können, bis ich von Gott gehört hatte. Dieses Vorhaben teilte ich meiner Frau mit. Danach erlebte ich den größten Kampf meines Lebens. Satan war fest entschlossen, mich nicht fasten und beten zu lassen, bis Gott antworten würde. Viele Male schaffte er es und trickste mich aus der Gebetskammer heraus, weil er wusste, würde ich tatsächlich je mit Gott in Kontakt gelangen, würde seinem Reich viel Schaden widerfahren. Deshalb versuchte er alles ihm Mögliche, um mich davon abzuhalten, diesen Kontakt herzustellen. Tag um Tag ging ich in meine Gebetskammer, entschieden zu bleiben, bis Gott zu mir gesprochen hätte. Wieder und wieder kam ich ohne Antwort heraus. Jedes Mal sagte meine Frau zu mir: „Ich dachte, du hättest gesagt, dieses Mal würdest du bleiben, bis du die Antwort hättest?” Dann lächelte sie in der ihr eigenen, süßen Weise und erinnerte sich, „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach!” Jedes Mal antwortete ich ihr: „Liebes, dieses Mal wollte ich wirklich im Gebet ausharren, aber ...” Es schien, als gäbe es immer einen Grund, weshalb ich nicht in der Kammer bleiben könnte, bis ich von Gott gehört hätte. Stets rechtfertigte ich mich mit der Aussage, am folgenden Tag würde ich dran bleiben. Dann wäre alles günstiger. Der Herr ermutigte mein Herz, indem Er mich auf Daniels Ausharren im Fasten und Gebet aufmerksam machte, als er die Antwort den Händen Satans abrang, obwohl dies drei Wochen benötigte (siehe Daniel 10:1+12). Am nächsten Tag fand ich mich wieder auf meinen Knien in der Kammer. Ich hatte meiner Frau gesagt, ich würde niemals wieder herauskommen, es sei denn, ich hätte von Gott gehört. Ich dachte, dies wirklich zu meinen. Aber nachdem ich einige Stunden später den Geruch 12
Der Preis für Gottes Wunderkraft
von Essen wahrnahm, das meine Frau für sich und unseren kleinen Sohn vorbereitete, war ich bald aus der Kammer heraus und in der Küche mit der Frage: „Was riecht so lecker, meine Liebe?” Als ich ein paar Momente später am Tisch saß, sprach Gott zu meinem Herzen. Ich hatte nur einen Bissen zu mir genommen, dann hielt ich inne. Gott hatte zu mir gesprochen, und ich wusste: Bis ich mehr als irgendetwas in der Welt von Gott hören wollte, Seinem Reden Vorzug vor Essen und der Befriedigung des Fleisches gäbe, würde Gott mir niemals die Antwort auf die Frage in meinem Herzen schenken! Schnell stand ich vom Tisch auf und sagte zu meiner Frau: „Liebling, diesmal meine ich es ernst mit Gott! Ich gehe zurück in diese Kammer, und ich möchte, dass du mich einschließt. Ich werde dort bleiben, bis ich von Gott gehört habe.” „Oh”, antwortete sie, „du wirst in etwa einer Stunde klopfen, damit ich die Tür öffne.” Sie wusste um die vielen Male meiner Beteuerung, dieses Mal würde ich bis zum Erhalt der Antwort bleiben. Sie begann sich zu fragen, ob ich mein Fleisch wirklich lange genug unterordnen konnte, um den Teufel zu besiegen. Wie dem auch sei – ich hörte, wie meine Frau die Tür von außen verschloss. Ehe sie ging, sagte sie: „Ich werde dich herauslassen, sobald du klopfst.” Meine Antwort war: „Ich werde nicht klopfen, bis ich die langersehnte Antwort habe.” Endlich hatte ich mich zum Bleiben entschieden, bis ich von Gott gehört hatte, egal wie hoch der Preis war. Stunde um Stunde kämpfte ich gegen Teufel und Fleisch. Oft hätte ich beinahe aufgegeben. Es schienen Tage zu vergehen, und mein Fortschritt war so gering! Viele Male wollte ich alles aufgeben und versuchen, ohne die Antwort zufrieden zu sein – und weitermachen wie zuvor. Aber tief in meiner Seele wusste ich, nie könnte ich so zufrieden sein. 13
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Dies hatte ich versucht, und herausgefunden, es genügte nicht. Nein! Bis Gott antwortete, würde ich genau hier auf meinen Knien bleiben oder bei dem Versuch sterben! Dann begann die Herrlichkeit Gottes die Kammer zu füllen. Für einen Moment glaubte ich, meine Frau hätte die Tür geöffnet, als von dort Licht schien. Aber nicht sie hatte die Kammertür geöffnet, Jesus hatte die Tür des Himmels geöffnet, und der Raum war von Licht geflutet, dem Licht der Herrlichkeit Gottes! Wie lange ich in der Kammer war, ehe dies geschah, weiß ich nicht, aber es ist auch nicht wichtig. Ich will es gar nicht wissen. Alles, woran ich mich erinnere, ist mein Gebet bis …! Die Gegenwart Gottes war so real, so wundervoll und so stark, ich glaubte, direkt dort auf meinen Knien zu sterben. Es schien, würde Gott noch näher kommen, könnte ich es nicht aushalten. Dennoch begehrte ich dies und war so entschlossen, es zu erleben. War dies meine Antwort? Würde Gott zu mir sprechen? Würde Gott endlich, nach diesen vielen Jahren, das Verlangen meines Herzens stillen? Wie lange war ich schon hier drinnen? Ich wusste es nicht und schien das Bewusstsein für alles zu verlieren – ausgenommen für die mächtige Gegenwart Gottes. Ich versuchte, Ihn zu sehen, und dann fürchtete ich, Ihn zu sehen – denn plötzlich realisierte ich: Sollte ich Ihn sehen, würde ich sterben (2. Mose 33:20). Allein Seine herrliche Gegenwart genügte! Wenn Er jetzt nur zu mir sprechen und nur die eine Frage beantworten würde: „Herr, wieso kann ich die Kranken nicht heilen? Weshalb kann ich keine Wunder in Deinem Namen wirken? Warum folgen die Zeichen meinem Dienst nicht so, wie es bei Petrus, Johannes und Paulus war?“ Dann, wie einen Wirbelwind, hörte ich Seine Stimme! Es war Gott! Er sprach zu mir! Dies war die herrliche, langersehnte Antwort. In Seiner Gegenwart fühlte ich mich wie ein kleiner 14
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Kieselstein am Fuß der alles überragenden Felsen. Ich empfand meine Unwürdigkeit, Seine Stimme auch nur zu hören. Aber Er sprach nicht zu mir, weil ich würdig war. Er sprach zu mir, weil ich dieses benötigte. Jahrhunderte zuvor hatte Er versprochen, dieser Not zu begegnen. Dies war die Erfüllung jener Verheißung. Es schien, als spräche Gott zu mir schneller, als irgendein Mensch hätte sprechen können und schneller, als ich gedanklich folgen konnte. Gott redete zu mir, und mein Herz rief: „Sprich ein wenig langsamer, ich möchte mir alles merken!” Es war, als spräche Gott so schnell und über so Vieles, dass ich das niemals alles hätte erinnern können. Doch ich wusste, dies würde ich niemals vergessen. Gott zählte mir auf, was zwischen mir und der Kraft Gottes stand. Nachdem jede neue Forderung dieser Liste meinen Gedanken hinzugefügt war, folgte eine knappe Erklärung – eine Kurzpredigt, welche die Anforderung und ihre Wichtigkeit erläuterte. Einige der Mitteilungen hörten sich wie Bibelstellen an. Dies war mir bewusst, aber diese ersten drei … konnten die der Bibel entstammen? Hätte ich geahnt, dass es so vieles gab, an das es sich zu erinnern galt, hätte ich einen Bleistift und Papier mitgebracht. – Aber ich hatte nicht erwartet, dass Gott so deutlich zu mir sprechen und mir dazu solch eine lange Liste geben würde. Nie hätte ich gedacht, dass mir so viel zur Herrlichkeit Gottes fehlte, und welch große Zahl an Dingen in meinem Leben Zweifel erzeugte und meinen Glauben verhinderte. Während Gott weiter zu mir sprach, ertaste ich in meiner Tasche einen Bleistift, er war kurz und die Spitze war abgebrochen. Schnell schärfte ich ihn mit meinen Zähnen. Nun suchte ich nach einem Stück Papier, konnte aber keines finden. 15
Der Preis für Gottes Wunderkraft
Plötzlich dachte ich an den Pappkarton mit Winterkleidung, den ich als Altar verwendete. Ich würde auf den Karton schreiben. Nun war ich bereit! Ich bat den Herrn, von neuem zu beginnen und mich eines nach dem anderen notieren zu lassen … und dabei langsam genug zu sprechen, damit ich es auf Papier festhalten könnte. Noch einmal begann Gott ganz vorne und nannte mir dann eins nach dem anderen des schon Erwähnten. Währenddessen schrieb ich alles auf. Als die letzte Voraussetzung aufgelistet war, sagte Gott: „Dies ist deine Antwort. Wenn du dies alles auf den Altar der Absonderung und des Gehorsams gelegt hast, wirst du nicht allein die Kranken heilen, sondern in meinem Namen Teufel austreiben. Du wirst mächtige Wunder sehen, während du in meinem Namen das Wort predigst, denn siehe, ich gebe dir Vollmacht über alle Kraft des Feindes. Auch offenbarte mir Gott, dass die Dinge, welche Hindernisse für meinen Dienst waren und Gott davon abgehalten hatten, durch mich zu wirken und das Wort mit begleitenden Zeichen zu bestätigen, ebenso vielen anderen Gläubigen im Weg standen. Dann wurde es in der Kammer dunkler. Ich spürte, wie sich Seine mächtige Kraft zu heben begann. Noch ein paar weitere Momente blieb Seine Gegenwart, und dann war ich allein. Alleine, und doch nicht alleine. Ich zitterte unter der mächtigen nachklingenden Gegenwart Gottes. Dann ertastete ich den Boden des Kartons, auf welchen ich geschrieben hatte. Im Dunklen riss ich den beschriebenen Teil ab und hielt die Liste in meiner Hand. Schließlich war mir der Preis, den ich für die Kraft Gottes in meinem Leben und Dienst zu zahlen hatte, bekannt. Das Preisschild für die wunderwirkende Kraft Gottes! 16