Werner Hermann
Unterwegs im Auftrag des Herrn Von Hermann Zaiss zum Predigen gesegnet
ReformaZion 3
Unterwegs im Auftrag des Herrn
Copyright © 2013 Alle Rechte vorbehalten. 1. Auflage, Mai 2013 ISBN 978-3-938972-15-1 Die Bibelzitate wurden der Menge-Bibel entnommen.
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Inhalt Vorwort 1. Meine Eltern und frühe Jahre 2. Die letzten Kriegsjahre 3. Ostflüchtling und heimatlos 4. Eine lebensverändernde Erfahrung 5. Ein ganz neues Leben 6. Nach der Bekehrung geht es weiter 7. Gott tauft mich mit seinem Geist 8. Im Rheinland gibt es Erweckung 9. Ein großartiges Angebot 10. Wo finde ich eine Frau, die zu mir passt? 11. Gib mir drei Wochen Bedenkzeit! 12. Hochzeit 13. Überraschung beim Konsulat 14. Bestätigung meiner Berufung zum Predigen 15. Meine erste große Predigt 16. Zum Dienst gesegnet 17. Ins Wasser geworfen 18. Persönliche Erlebnisse mit Hermann Zaiss 19. Heilung einer Blindgeborenen 20. In der Schule Gottes gibt es viel zu lernen 21. Chicago 22. Der Herr löst sein Versprechen ein 23. In Trübsal den Herrn preisen 24. Es gibt nicht nur eitel Sonnenschein 25. Hermann Zaiss wird in die Ewigkeit abgerufen 26. Auch reiche Leute brauchen Jesus 27. Gott lässt sich nichts schenken 28. Unter Gottes Führung 29. Unser erster Urlaub 30. Die Freundschaft wird wiederhergestellt
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Unterwegs im Auftrag des Herrn
31. Die Dienstpläne werden von Gott erstellt 32. Eine Familie ruft um Hilfe 33. Meine erste Bibelwoche und ihre Folgen 34. Eine folgenschwere Entscheidung 35. Erste Jugendfreizeit im Kleinwalsertal 36. Zweite Jugendfreizeit im Kleinwalsertal 37. Ein drittes Mal im Heuberghaus 38. Seeboden am Millstätter See 39. Umkehr durch ein Predigt-Tonband 40. Als Reiseprediger unterwegs 41. Licht und Schatten 42. Jugendfreizeit in Stein am Rhein 43. Eine neue Herausforderung 44. Eine schwere Glaubensprüfung 45. Persönliches Zeugnis von Klaus 46. Jesus kommt in das Musical „Hair“ 47. Peter Helms zieht zu uns 48. Peter geht zur Bibelschule 49. Der „Jesus Treff “ in Hannover 50. Jugendfreizeit auf Norderney 51. Freizeit in Kärnten 52. Ein revolutionierendes Zeugnis 53. In der Spur meines Dienstes 54. Das Julius-Schniewind-Haus 55. Morgen wirst du verhört! 56. Haus des Heils 57. Ein neuer Freund 58. Ein ins Wasser geworfener Stein zieht Kreise 59. Wen der Sohn frei macht ... 60. Gott geht mitunter seltsame Wege 61. Jesus rettet und heilt 62. Wollt ihr euer Haus verkaufen? Schlusswort Nachtrag: Ein großer Verlust 6
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Dieses Buch widme ich in Dankbarkeit meiner lieben Frau und treuen Gehilfin Adelheid, sowie meinen Kindern, Enkelkindern und Urenkeln zur Erinnerung.
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Unterwegs im Auftrag des Herrn
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Vorwort Man könnte fragen, warum schreibst du ein Buch? Willst du dich damit interessant machen? Nein, keineswegs. Darum geht es nicht. Ehrlich gesagt, ich habe auch lange gezögert, weil ich mir sagte, ich bin kein Schriftsteller. Andere können es ganz gewiss viel besser. Es geht aber nun gar nicht um meine Person, sondern einzig und allein darum, die Fußspuren Gottes in meinem Leben aufzuzeigen. Durch meine Erfahrungen mit Jesus möchte ich anderen Mut machen, darauf zu achten, was Gott in unserem Leben wirken will. Doch eigentlich kam es zum Verfassen dieses Buches, weil mir einige Brüder immer wieder in den Ohren lagen, meine Erlebnisse doch mal aufzuschreiben. Das vorliegende Buch ist nun das Ergebnis. Ich bin davon überzeugt, dass Gott mit jedem Menschen einen Plan hat; ob dieser verwirklicht werden kann, kommt auf den Einzelnen an. Jeder muss sich die Frage stellen: Bin ich bereit, mich von Gott gebrauchen zu lassen, oder möchte ich meine eigenen Wege gehen? Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, es ist sinnvoller, das eigene Leben mit allen Plänen und Vorstellungen Gott zu überlassen. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn man erlebt, was Gott aus dem eigenem Leben machen kann. Aber nun genug der Vorrede – jetzt will ich berichten, was ich im Laufe der vielen Jahre mit meinem Herrn erfahren durfte. Ich war 18 Jahre alt, als ich mein Leben Jesus übergab. Seither erlebe ich, wie wunderbar es ist, nicht mehr mit sich selbst allein zu sein. Nun sind bereits 68 Jahre vergangen, seit dem ich den ersten Schritt mit Jesus gewagt habe. Ich würde mich freuen, wenn der Leser durch meine Erfahrungen angeregt würde, über sein eigenes Leben nachzudenken, und meinen Weg zum Beispiel nähme.
Allersheim, im Mai 2013 9
Unterwegs im Auftrag des Herrn
18. Persönliche Erlebnisse mit Hermann Zaiss Mit Hermann Zaiss unterwegs Zusammen mit Reiner Edel hatte ich das Vorrecht, einmal für eine Woche in Ohligs zu sein. Wir übernachteten beim Friedhofsgärtner Alfred Martiz. Jeden Abend durften wir Hermann Zaiss in eine andere Gemeinde begleiten. Man fuhr mit der Bahn. Eine ganze Reihe seiner örtlichen Geschwister begleiteten ihn. Bruder Zaiss sagte mir dann: „Schau doch mal, wie viele Leute das sind, ich kaufe ihnen immer die Fahrkarten.“ So war er eben!
Versammlungen in Frohnhausen und Dillenburg Mein Wunsch war, Hermann Zaiss auch einmal nach Dillenburg einzuladen. Also fragte ich ihn, ob er kommen würde. „Wenn du einen Raum findest, wo tausend Leute reinpassen, dann werde ich deiner Einladung folgen, wenn nicht, dann komme ich nicht. Ich kann es den Menschen, die von weit entfernten Orten anreisen, nicht zumuten, keinen Platz zu bekommen.“ Ehrlich gesagt wollte ich ihm das nicht so recht abnehmen. Wo sollten denn die vielen Leute herkommen? Doch suchte ich einen geeigneten Ort und fand eine Reithalle, in der tausend Sitzplätze hergerichtet werden konnten. Der Besitzer des Hessischen Landgestüts in Dillenburg gab die Erlaubnis, dort eine christliche Versammlung durchzuführen. Die Bänke hatte ich von der Stadt gemietet. Nun war es für Hermann Zaiss klar, dass er nach Dillenburg kommen sollte. Alle Plätze waren besetzt, als er zu den Versammelten sprach. Wie gesagt, für mich war dies sehr verwunderlich. Soviel Werbung hatten wir nun auch wieder nicht gemacht. Aber es war so, wie Bruder Zaiss gesagt hatte. Mit großen Bussen kamen die Leute angereist; woher sie wussten, dass er in Dillenburg war, vermag 66
Persönliche Erlebnisse mit Hermann Zaiss
ich nicht zu sagen. Später konnten wir ihn noch einmal gewinnen, nach Dillenburg zu kommen. Für diese Veranstaltung mietete ich das Kurhaus. Als Hermann Zaiss ankam, holten wir ihn von der Bahn ab. In einem nahe gelegenen Hotel aßen wir zu Mittag. Laut betete Bruder Zaiss über dem Essen. Am Nebentisch saßen einige junge Leute, sie müssen wohl gelacht haben. Er stand auf, ging zu ihnen und sagte: „Sagt mal, schämt ihr euch denn gar nicht, dass euch das lächerlich vorkommt, wenn ich mit der höchsten Autorität, nämlich mit Gott, rede? Ihr solltet Euch was schämen!“ Dann saßen sie tatsächlich ganz beschämt da. Keiner wagte mehr, etwas zu sagen. Bevor die Versammlung in Dillenburg stattfand, hatten wir mit Bruder Zaiss einen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche von Frohnhausen. Die Kirche war überfüllt, die Leute saßen sogar noch auf den Treppen zur Empore. Hermann Zaiss sprach über Johannes 3, Vers 16: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.“ (Menge) Zuerst einmal machte er klar, das Gott der Schöpfer und Urheber der ganzen Schöpfung ist. Dafür brachte er ein Beispiel: Er erzählte, seine Eltern seien Besitzer eines Weingutes und deshalb vielfach im Weinberg beschäftigt gewesen. Er sprach davon, dass er sich als kleiner Junge für alles interessiert habe; und so auch für den Kachelofen im Zimmer. Dieser Ofen besaß eine Röhre, in welche man Speisen hinein stellen konnte, um sie warm zu halten. Im Sommer sei der Ofen natürlich außer Betrieb gewesen. Während dieser Zeit wollte er einmal sehen, ob da nicht doch noch etwas in der Röhre wäre. Und tatsächlich, er fand eine Zigarrenkiste, mit allen möglichen Schräubchen, die der Vater aufgehoben hatte. Manchmal habe er mit diesen Schrauben gespielt, ließ er uns wissen. 67
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Als er älter geworden war, wollte er wieder einmal in die Röhre gucken und sehen, ob die Kiste sich noch darin befände. Er sei sehr erstaunt gewesen, diese Taschenuhr darin zu finden, die er uns dann zeigte. Zunächst hätte er es sich gar nicht erklären können, wie diese Uhr da hineingelangt sei. Aber nach einiger Überlegung hätte er es herausgefunden. Es seien ja so viele Schräubchen und andere Teile in der Kiste gewesen. Deshalb konnte es nur so sein, dass die Uhr wie das Universum entstanden sei – durch Hitze und Kälte, mit zusätzlicher Bewegung, wie die Wissenschaftler behaupten. Man kann sich denken, dass Hermann Zaiss nun sehr ungläubig angeschaut wurde. Er sagte dann: „Ich sehe schon, dass ihr mir das nicht abnehmen wollt, und seid wohl der Meinung, das müsse ein Uhrmacher gemacht haben. Aber interessant ist es schon, das so eine Uhr von einem Uhrmacher hergestellt werden muss. Und das Universum dagegen soll von allein entstanden sein? Die himmlische Uhr arbeitet so präzise, dass sich alle Uhren danach ausrichten. Hinter diesem Wunderwerk der Schöpfung steckt ein großartiges Genie. Und dieses Genie ist der allmächtige Gott. Aus lauter Liebe zu uns hat er seinen Sohn geopfert, damit wir nicht verloren gingen.
Hermann Zaiss hinter dem Rednerpult 68
Persönliche Erlebnisse mit Hermann Zaiss
Der Geber ist immer oben Als Adelheid und ich heirateten, war meine Tante aus Amerika gekommen. Sie wollte gern einmal Bruder Zaiss kennenlernen. So sind wir mit ihr und meiner Mutter zunächst nach Düsseldorf gefahren. Wir wussten, dort würde er am Abend sprechen. Im Anschluss fuhren Adelheid und ich mit einem aus Ohligs stammenden Bus wieder zurück.
Hermann Zaiss und Martha Hermann (meine Mutter)
In Ohligs angekommen, setzte man uns in einem Hotel ab. Es wurde uns gesagt, wir sollten nichts bezahlen, das würde Bruder Zaiss erledigen. Nachdem wir dort zu Abend gegessen hatten, teilte man uns mit, sie hätten kein Zimmer frei, aber schon in einem andern Hotel eins für uns gebucht. Am anderen Morgen wollte uns Bruder Zaiss mit dem Wagen zur nächsten Versammlung abholen und danach wieder beim Hotel absetzen. Doch wir sagten ihm, wir hätten die Zimmerrechnung schon beglichen und wollten gleich nach der Versammlung wieder nach Hause fahren. Daraufhin sagte er: „Was, das gibt es doch nicht, die haben von euch Geld angenommen? Dass die das nicht lernen, die wissen doch, dass ihr meine Gäste seid!“ Er griff in die Tasche, und ohne zu sehen, was er in der Hand hielt, gab er es uns. Es war mehr, als wir bezahlt hatten. Ich wollte es nicht annehmen. Aber er bestand darauf und sagte, das sei schon 69
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so in Ordnung. In seiner Weste und auch in anderen Taschen hatte er überall Geld stecken, und wo es nötig war, verschenkte er es mit vollen Händen. Er sagte immer: „Geben ist seliger als nehmen. Der Geber ist immer oben, der Nehmer dagegen hält die Hand auf und ist immer unten. Ein Geber ist noch nie arm geworden. Und einen freiwilligen Geber hat Gott lieb.“
Ganz links außen bin ich zu sehen, und rechts neben mir Hermann Zaiss. Wir trafen uns bei meinem Freund Reiner Edel, der heute in Lüdenscheid lebt und Pfarrer der Evangelischen Kirche ist. Das Bild wurde in Marburg fotografiert.
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