Leseprobe Don Potter Facing the Wall Das Geheimnis von Lobpreis und Anbetung FĂźr Lobpreisleiter, Musiker und alle, die gerne anbeten Schleife Verlag, CH-Winterthur
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Leseprobe Titel der Originalausgabe: Facing the Wall © Don Potter Published by Potterhaus Music P. 0. Box 845 Moravian Falls, NC 28654 www.potterhausmusic.com 1. Auflage Oktober 2003 © Schleife Verlag, Pflanzschulstrasse 17, Postfach 85, CH-8411 Winterthur, Switzerland. Tel. +41 (0)52 2322424 Fax. +41 (0)52 2336082 Email: publications@schleife.ch • www.schleife.ch ISBN 3-907827-29-5 Vertriebspartner Deutschland und Österreich: Gerth Medien, Asslar Schweiz: Gerth Medien AG, CH-Rothrist ISBN Gerth Medien 3-89490-513-1 Die Bibelzitate in diesem Buch sind der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift von 1980 entnommen, wenn nicht anders angegeben. Die Bibelzitate aus der Luther Bibel, Revidierte Fassung von 1984, sind mit Luth. gekennzeichnet. Die Bibelzitate aus der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, sind mit EIb. gekennzeichnet. Übersetzung: Tina Pompe Lektorat: Michael Herwig und Judith Petri Umschlaggestaltung: Markus Frehner & Stephan Jungck, fortissimo.ch Satz und Druck: Schönbach-Druck GmbH, Erzhausen
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Leseprobe INHALTSVERZEICHNIS Vorwort Einführung 1. Ein kurzer geschichtlicher Überblick Lobpreis und Anbetung Satan wollte angebetet werden Lobpreis Opfer und Gaben 2. Propheten-Musiker Prophetische Anbetung kann Herzen verändern 3. Strategischer Lobpreis Vorsicht beim geistlichen Kampf Die Bedeutung dieser Worte Wer ist unser Feind9 Kann uns das heute passieren? 4. Die Söhne Zadoks Untreue Leviten Götzen Lobpreisleiter der heutigen Zeit Die Götzen unserer Zeit Könige, die Böses taten Der Geist der Politik Sie dürfen sich nahen Sich selbst erhöhen Frage Das Blut Jesu Sie sollen andere lehren Das Gleichnis der anvertrauten Talente 5. Der Musiker und die Gemeinde Musiker, welche die Gemeinde für eigene Zwecke gebrauchen Nützliche Tipps Wenn wir Talent anbeten Leviten im Alten Testament Gott erwählte die Leviten Die Geschichte der Leviten David gab den Musikern Anweisungen Eine Vision Geschult, um die Opfer vorzubereiten Ein Levit in unserer Zeit Alles für die künftigen Arbeiter vorbereiten Gibt es heute wirklich noch Leviten? Leviten im Neuen Testament
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Leseprobe 6. Salbung Salböl Saul wurde zum König gesalbt Salbung mit oder ohne den Heiligen Geist Talente sind nützlich Frage Paulus war gesalbt, um zu den Heiden zu gehen Sind alle gesalbt? Vorsicht‘ Die Bürde der Lobpreisleitung Sich auf der Salbung anderer ausruhen 7. Unterhaltung Gericht im Theater TV-Theater Tanz/Prophetische Fürbitte Ehrgeiz 8. Talent zu verkaufen Die Geschichte des Narren Und wenn man bereits berühmt ist‘? Für die Anbetung gedacht „Jeder sagt, ich soll mein Talent einsetzen“ 9. Lobpreis im Leben Jesu Jesus tut, was er den Vater tun sieht Grund zur Freude Jesus wurde bereits gepriesen, ehe er geboren wurde Nach dem Lob von Menschen trachten Gott bereitet vollkommenen Lobpreis Lobpreis ist Macht Eine spontane Ausdrucksform Emotionalität Zitate 10. Anbetungsleiter — transparente Menschen Begegnung mit Gott Der erste Anbetungsleiter Der Esel, auf dem der Herr einzieht Christliche Versammlungen Wie können die Musiker bestehen? Gericht am Hause des Herrn Intensität Ein Fenster in den Himmel Anbetung im Glauben Was wir in unseren Liedern versprechen Lernen, auf den Herrn zu warten Warten hat viele Formen Was ist ein Leiter? Ein gefallener Lobpreisleiter
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Leseprobe Anerkennung Schütte dein Herz beim Singen aus Kommunikation zwischen Gott und seinem Volk 11. Was ist ein angenehmes Opfer? Opfer Das erste Opfer Kam erschlägt Abel Ein gerechtes Opfer 12. Die Hand in die Schüssel tauchen Was ist Salbung? Die Hand Den Tisch decken „Mit mir“ Verraten Die Kraft missbrauchen Vorsicht! Die jungen Helden fesseln 13. Die praktische Seite von Lobpreis Für Pastoren Für Lobpreisleiter Und wenn die Leute einfach nicht mitgehen7 Streben nach Perfektion im Lobpreis Wenn ich zu Hause den Herrn anbete, soll ich auch in der Gemeinde Lobpreis leiten7 Wann wird der gemeinsame Lobpreis innig und intim? Hat es Auswirkungen auf den Lobpreis, wenn jemand ein guter Musiker ist? Kann ich einem begabten Menschen helfen, sich zwischen der Gemeinde und der Welt zu entscheiden? Und wenn es in meiner Gemeinde keine begabten Musiker gibt? Fürbitte Wie kann ich den traditionellen Lobpreis aufbrechen? Streben nach Perfektion Das Tamburin Das Kreuz Schlussbemerkung Anhang: Sieben hebräische Worte für Lobpreis 193
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Leseprobe VORWORT Facing the Wall — Mit dem Gesicht zur Wand Nachdem ich über viele Jahre in einer Gemeinde den Lob- preis geleitet hatte, unterbrach mich der Herr eines Tages plötzlich mitten in einem Lied und sagte zu mir: „Ich möchte, dass du die Bühne verlässt, nach Hause gehst und mich dort anbetest, bis du meine Gegenwart erlebst.“ Mir blieb nichts anderes übrig, als nach Hause zu gehen und im Schlafzimmer meine Gitarre auszupacken. Ich sass in einer Ecke mit dem Gesicht zur Wand, da dies der abgelegenste und geschützteste Ort im ganzen Haus war. Ich begann zu spielen und fragte mich, welches Lied Gott wohl gerne hören würde. Schon bald war mir klar, dass ich für den Schöpfer des Universums keines meiner Lieder spielen konnte, die sonst den Menschenmengen so gefielen. Ich musste etwas spielen, das direkt von meinem Herzen kam und absolut authentisch war. In der ersten Woche war es noch schwierig, länger als eine Stunde am Stück zu spielen. Aber bereits nach einem Monat kam es regelmässig vor, dass ich über Stunden alles um mich herum vergass. Nach sechs Monaten begannen die Schatten an der Wand zu tanzen, während ich spielte und sang. Ich begann, seine Gegenwart zu spüren und entdeckte einen grösseren Lohn, als ich ihn je zuvor in der Welt oder der Gemeinde erhalten hatte. Nach einem Jahr sagte ich mir: „Hier will ich nie wieder weg. Das ist es, wonach ich mich schon immer gesehnt und was ich nie gefunden habe.“ Ich dankte dem Herrn und bat ihn, ob ich ihn von jetzt an immer hier preisen könnte. Aber er entgegnete mir: „Ich möchte, dass du diese Erfahrung in die Gemeinde hinein- bringst und eines Tages sogar in die Welt.“ Ich hatte das Gefühl, die Sicherheit und Geborgenheit der Wand nicht verlassen zu können; aber er zeigte mir, dass ich den Wunsch nach Gemeinschaft verlieren würde, wenn ich dort blieb. Trotzdem weigerte ich mich so lange, diesen Ort zu verlassen, bis er schliesslich seine Gegenwart von mir wegnahm. Bei all den Erfahrungen, die ich gemacht habe, und bei den Lehren, die ich mitgeschrieben habe, ist und bleibt doch eines das beste Mittel, um zu lernen, wie man den Herrn preist: Zeit mit ihm allein verbringen. Ich glaube, dass sich jeder, der sich mehr nach seiner Anerkennung als nach den Komplimenten oder der Kritik von Menschen sehnt, seiner eigenen Wand stellen muss, bis die Schatten anfangen, im Takt des Lobpreises zu tanzen.
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Leseprobe EINFÜHRUNG In einem weissen, zweistöckigen Farmgebäude im Norden des Staates New York versammelten sich einige Veteranen. Tagsüber arbeiteten sie als Farmer, und abends verwandelten sie sich in Musiker. Sie trugen ihre wertvollen Instrumente in den unterschiedlichsten Behältern und Koffern unter dem Arm, als sie sich im Gänsemarsch der Hintertüre des alten Hauses näherten. Es war mitten im Winter und etwa 7 Uhr abends. Draussen war es kalt und dunkel, aber der gemütliche Holzofen brannte lichterloh. Schon bald wurde es zu warm im Zimmer, weil so viele Menschen anwesend waren. Die Seitentür wurde geöffnet. Die eiskalte Luft von draussen vermischte sich mit der Ausdünstung der vielen Körper und beschlug die einfachen Glasscheiben der Fenster, wo sich innerhalb kürzester Zeit die herrlichsten Eisblumen bildeten. Es war ein beeindruckendes Bild. Die Menschen bezogen ihre Plätze überall im Wohn- und Esszimmer, weil dort das Klavier stand. Sie sassen auf den harten Holzstühlen aus der Küche. Der breite Durchgang zwischen den beiden Räumen diente als Stehplatz, wenn man alle Beteiligten an diesem Orchester hören wollte. Gaius Truman Potter, auch bekannt als „GT“, war der Gastgeber. Er spielte Fiedel und Waschbrett. Man spielte das Waschbrett, indem man die Finger der rechten Hand mit Fingerhüten versah, die man zum Rhythmus des jeweiligen Liedes über das Brett rattern liess. Sein Sohn Jerry hatte in der Highschool Geigenunterricht genommen, wo er Notenlesen gelernt hatte. So war es nur natürlich, dass er die Leitung übernahm und die anderen ihm bei diesen zeitlosen Melodien folgten. Bertha, Jerrys Frau, spielte das Klavier im Esszimmer. Sie musste mit dem Rücken zu den anderen sitzen, weil das Klavier an der Wand stand. Wenn sie einen Fehler machte, sahen sich die anderen Musiker nur lächelnd an und verloren kein Wort darüber. Es ist schwierig, dem Leiter zu folgen, wenn man mit dem Rücken zu ihm sitzt. GT war stolz auf seinen Sohn, auch wenn ich nie gehört habe, dass er das gesagt hätte. Es war leicht, den Vaterstolz in seinen Augen zu erkennen, wenn sie sich mit Tränen füllten, nachdem Jerry etwas Grossartiges gespielt hatte. Jedes Mal, wenn er befürchten musste, dass ihm eine Träne über die Wangen rollen könnte, brach er in lautes Gelächter aus und spuckte in den grossen Napf, den er immer zu seiner Rechten hatte. Nach einem tüchtigen Ausspucken von Tabak war es zulässig, sich den Mund abzuwischen; bei dieser Gelegenheit konnte er sich gleich über die Augen wischen, ohne weiter aufzufallen. In dieser Familie bestand Liebe und Anerkennung aus einem lauten Lachen und einem Spucken in den Napf. Die anderen Musiker im Zimmer waren nicht immer in der Lage, mit Jerry Schritt zu halten; daher gab es Momente, in denen sie ihm einfach zusahen, wenn er in Gefilden der Musik schwebte, die sie nicht verstanden. Das trieb GT eine weitere Träne in die Augen, und Jerry rief meist sehr bald: „Auf geht‘s, Leute. Macht mit!“ Die Musik ging oft bis in den späten Abend, und der Lärm der Rufe und des Gelächters schwoll immer mehr an. Wenn ich dachte, die Eisblumen an den Scheiben hätten angefangen im Rhythmus der Musik zu tanzen, schickte meine Mutter meinen Bruder und mich zu Bett. Ich war der jüngere von Jerrys beiden Söhnen. Selbst oben im Schlafzimmer dieses alten Hauses konnte ich noch jeden Ton hören, den mein Vater spielte. Ich kannte den Klang seiner Musik, ganz egal, wie viele anderen Fiedeln noch spielen mochten, und konnte erst einschlafen, nachdem er aufgehört hatte zu spielen. Mein Vater war ein Mann, der von allen geliebt wurde. Aber nachdem er sich auf eine © Schleife Verlag CH-Winterthur
Leseprobe Affäre mit einer Frau eingelassen hatte, die sich von so einem begabten Musiker den Kopf hatte verdrehen lassen, verliess er unser Zuhause. Mutter war gleichzeitig wütend und verletzt. Sie beschloss, meinen Bruder und mich zu ihrer Mutter zu bringen, bis sie selbst wieder auf die Füsse gekommen war. Das Haus von Grandma Greene war nur 15 Kilometer von dem der Potters entfernt, aber für mich lagen Welten dazwischen. Die Schwester meiner Mutter lebte mit ihrem Mann und den drei Kindern ebenfalls dort. Nun war das alte Haus von fünf Kindern erfüllt, und Grandma Greene hatte den Vorsitz. Onkel Bill, der Schwager meiner Mutter, war ein sehr sanfter Mann. Er lachte kaum jemals wirklich laut, obwohl er ständig irgendwelche Witze machte. Er schien Kinder zu lieben und kümmerte sich um meinen Bruder und mich ebenso wie um seine eigenen Kinder. Er hatte auch noch eine weitere Fähigkeit: Er war Musiker. Er spielte nicht nur Fiedel, sondern auch noch Geige. Er hatte eine klassische Geigenausbildung erhalten, und bisweilen traf er sich abends mit einem Freund, mit dem er Geigenduette spielte. Sie sassen dann immer in der Küche und verschlossen die Tür vor dem Rest der Familie. Aber ich fand stets einen Weg, um mich in den Raum zu schleichen und zuzuhören. Vor diesem Zeitpunkt hatte ich nur den Klang von Volkstänzen oder Square Dance gehört; aber diese Musik schien in der Lage zu sein, meinen Geist zu entrücken. Dennoch vermisste ich den Klang der Musik meines Vaters. Im Wohnzimmer von Grandma Greenes Haus stand ein Klavier. Ich versuchte die Tasten zu erreichen, um darauf zu spielen, wenn ich dachte, dass niemand sonst da war. Obwohl ich erst sechs Jahre alt war, hatte Onkel Bill das Gefühl, nicht einfach nur ein Kind würde auf dem Klavier herumklimpern. Er brachte mir einige Akkorde bei und spielte auf der Geige, während ich versuchte, ihm zu folgen. Er erwähnte bei Grandma Greene immer Wieder, wie schnell ich zu lernen schien. Eines Abends, als Grandma in der Küche mit dem Abwasch beschäftigt war und die anderen Kinder irgendwo im Haus verstreut waren, begann ich, ein Lied zu spielen und zu singen, das ich in der Kirche gehört hatte — Grandma bestand darauf, dass wir alle dort hingingen. Es hiess: „Only Believe“ (Glaube nur). ich suchte die passenden Akkorde zusammen und sang den einzigen Teil des Liedes, an den ich mich erinnern konnte, den letzten Vers und den Schluss. Der Schluss war wirklich cool, weil er sehr hoch war. Sobald ich den hohen Ton am Ende des Liedes getroffen hatte, hörte ich meine Grossmutter in der Küche rufen: „Preist den Herrn! Halleluja!“ und „mercy me“ (Gott sei mir gnädig), was ihr Lieblingsausspruch war. Sie betete Jesus unmittelbar an ihrem Spülbecken an, ihre Hände voller Seifenschaum hoch erhoben und mit Tränen in den Augen. Nachdem der Lobpreis in der Küche verklungen war, kam Grandma ins Wohnzimmer und rief die Treppe hoch: „Bill, Gertrude, kommt sofort runter!“ Grandma rief nach meinem Onkel und meiner Tante genau so, wie sie nach ihren Enkeln rief. Dabei hatte ihre Stimme einen gewissen schneidenden Klang, der besagte, dass es ihr ernst war. „Wir müssen sofort für diesen Jungen beten“, erklärte Grandma meiner Tante und meinem Onkel. Sie verbrachte viel Zeit auf ihren Knien im Wohnzimmer, ebenso wie mein Onkel und meine Tante; daher war es nur natürlich, dass sie ihre Plätze einnahmen. Alle drei riefen gleichzeitig zum Herrn. „0 Herr, zeig uns, wie wir für diesen Jungen beten können.“ Auch ich ging auf die Knie und vergrub mein Gesicht in dem noch freien Stuhl. Nach einer Weile standen sie auf und kamen zu mir herüber. Sie legten mir die Hände auf und fingen an zu beten. „0 Herr, wir weihen diesen Jungen dir und bitten dich, dass er nur Musik macht, um dich zu ehren.“ Ich hatte keine Ahnung, was dieses Gebet für mein Leben bedeuten würde. Wenn © Schleife Verlag CH-Winterthur
Leseprobe ich Weisheit mehr geschätzt hätte, wären vielleicht keine weiteren dreissig Jahre Gebet nötig gewesen, um diese kostenlose Gabe zu empfangen. Ich habe während meiner Zeit im Musikgeschäft viele unterschiedlichen Erfahrungen gemacht, aber dabei nie Gott die Ehre gegeben — immer nur mir selbst. Aber letzten Endes — nachdem meine Grossmutter, mein Onkel und meine Tante genug gebetet hatten, wandte mir der Herr sein Angesicht zu und rief mich. Dieses Buch ist dem Gedenken an meine preisende und betende Grossmutter gewidmet. Gleichzeitig ist es auch meiner Tante Gert und meinem Onkel Bill gewidmet, die nach dem Tod von Grandma die Stafette übernommen haben.
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Leseprobe KAPITEL 1 Ein kurzer geschichtlicher Überblick Lobpreis und Anbetung Als junger Christ war ich überrascht, als ich herausfand, was das Wort „Anbetung“ wirklich bedeutet. Ich hatte immer gedacht, Anbetung bedeutet, Lieder über Gott zu singen. Ich war auch davon ausgegangen, dass Gott umso mehr angebetet würde, je lauter ich sang. Ich lebte viele Jahre in dieser Überzeugung, ohne mich jemals zu fragen: „Bete ich Gott wirklich an oder nicht?“ Aber ich machte die Entdeckung, dass Liedersingen nicht gleich Anbetung Gottes ist. Auch auf das Risiko hin, etwas naiv zu klingen, möchte ich doch näher ausführen, auf was ich gestossen bin. In der Enzyklopädie von Grolier wird „Anbetung“ als „ehrfürchtige Liebe und Hingabe an eine Gottheit oder einen heiligen Gegenstand“ definiert. Es sind „die Rituale oder Gebete, durch die diese Liebe ausgedrückt wird‘.‘ Das stimmte genau mit dem überein, was ich früher dachte, aber wenig mit dem, was die Bibel darüber zu sagen hat. Nachdem ich meine erste griechisch/hebräische Konkordanz bekam, entdeckte ich etwas ganz anderes über Anbetung. Das griechische Wort proskyneo bedeutet „küssen, wie ein Hund die Hand seines Herren leckt; in Ehrerbietung und als Respekterweis vor einer höher gestellten Person zu knien.“ Im Griechischen wird auch das Wort sebomai verwendet, das „Ehrfurcht“ oder „Respekt“ bedeutet. Es gibt noch andere griechische Worte für Anbetung, aber das sind die gebräuchlichsten. In keiner dieser griechischen Definitionen wird ein Ritual erwähnt, durch das Liebe ausgedrückt werden soll, so wie ich es in der Enzyklopädie gefunden habe. Das hebräische Wort shachah bedeutet, „sich vor jemandem zu beugen“ oder „vor ihm niederzufallen.“ Bisweilen wird es auch mit „zurückfallen“ übersetzt. Das Wort cegid bedeutet, „sich vor jemandem niederzuwerfen.“ Auch hier geht es nicht um Rituale als Ausdruck der Liebe. Es gibt keinerlei Zweifel an der Tatsache, dass es wichtig ist, Gott anzubeten. Uns wird sogar ausdrücklich befohlen, den Herrn anzubeten (vgl. Matthäus 4,10 und 5. Mose 6,13). Aber um Gott wirklich anbeten zu können, müssen wir bereit sein, uns zu beugen und ihm zu dienen. Uns wird auch geboten, den Herrn, unseren Gott, von ganzem Herzen. ganzer Seele und ganzem Verstand zu lieben (vgl. Matthäus 22,3637). Verschaffen unsere sonntäglichen Lieder über den Herrn ihm die Anbetung und Liebe, die er möchte? Ich werde gar nicht erst versuchen, die Frage für dich zu beantworten, aber mir wurde klar, dass ich eine Veränderung brauchte. Satan wollte angebetet werden Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: „Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“ Da sagte Jesus zu ihm: „Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: ‚Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Matthäus 4,8-10) Als der Teufel versuchte, Jesus dazu zu bewegen, sich vor ihm zu beugen, gibt es im Griechischen zwei Worte für „anbeten“. Proskyneo (die Hand küssen) und enopion, was bedeutet, „jemandem ins Gesicht zu sehen“ oder „auf seine Gegenwart zu reagieren.“ Satan wollte, dass Jesus seine Gegenwart als würdig anerkannte, um ihm zu dienen. Die Menschen sollten sein Angesicht suchen und nicht das Angesicht Gottes. Der Kampf, in dem wir uns auch heute noch befinden, wird immer noch © Schleife Verlag CH-Winterthur
Leseprobe darüber ausgefochten, dass der Feind alles daransetzt, uns dazu zu bringen, ihm zu dienen und ihn anzubeten und nicht den Herrn. Der Teufel verlangt von niemandem, ihn zu lieben; er will lediglich, dass wir für ihn arbeiten. Wie ich bereits an anderer Stelle gesagt habe, war ich fest davon überzeugt, den Herrn anzubeten und ihm zu dienen, wenn ich ihm in der Kirche einige Lieder sang. Dabei diente ich aber Menschen und arbeitete für sie. Ich erwies ihnen sogar Ehre. um gute Beziehungen zu fördern. Was würde geschehen, wenn du eines Tages zur Arbeit gehst und deinem Chef ein Lied singen würdest, anstatt das zu tun, wofür du bezahlt wirst? Das alles bedeutet lediglich, dass es höchste Zeit ist zu verstehen, dass Gott an- gebetet werden muss. Das heisst, dass wir ihm dienen, ihm ehrfürchtigen Respekt erweisen und ihn auch lieben, was so viel bedeutet, wie unsere Beziehung, Nähe und Freundschaft mit ihm zu pflegen. Er verdient auch allen Lobpreis; ich werde später versuchen, eine nähere Definition davon zu geben. Gott wird nicht vollständig angebetet, wenn ich zwar sage: „Ich liebe dich“, aber nicht seinem Wort gehorche (vgl. Lukas 6,46-49). Anbetung schliesst aktives Handeln ein. Der Dienst steht immer im Zentrum dieses Handelns. Lobpreis und Anbetung unterscheiden sind eindeutig voneinander. Ich möchte dieses zunächst etwas genauer definieren, damit ich Lobpreis besser erklären kann.
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