Rick Joyner DIE ZWEI BÄUME IM PARADIES
Schleife Verlag · CH-Winterthur
Titel der Originalausgabe: There were two Trees in the Garden © 1992 Rick Joyner Published by MorningStar Publications, Inc. Fellowship Church, 375 Star Light Drive Fort Mill, SC 29715 USA www.morningstarministries.org Die bisherigen Ausgaben erschienen im Paperback-Format 1. Auflage Dezember 2007 © Schleife Verlag, Pflanzschulstrasse 17, Postfach 85, 8411 Winterthur, Switzerland Tel. +41 (0) 52 2322424, Fax +41 (0) 52 2336082 E-Mail: publications@schleife.ch • www.schleife.ch ISBN 978-3-907827-06-2
Die Bibelzitate in diesem Buch sind der Einheitsübersetzung der Bibel in der 5. Auflage von 1988 entnommen. Übersetzung: Barbara Baumhof Lektorat: Michael Herwig Umschlaggestaltung Pia Maurer Satz und Druck: Schönbach-Druck GmbH, D-Erzhausen Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie
Inhaltsverzeichnis Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
TEIL 1 DER KONFLIKT DURCH DIE ZEITALTER . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 11. Die zwei Bäume. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 12. Die Nachkommen Kains . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Der «sündige Mensch» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 13. Das Opfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Abel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Vergebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 14. Die Ursache unseres zweigeteilten Sinnes . . . . . . . . . . . . 43 Ichbezogenheit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 Der Humanismus greift an . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 15. Babel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Wurzel der Zerstrittenheit unter Christen . Wahre Einheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Der Stolz der Nachkommen Kains. . . . . . . . . . .
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16. Das Gegenstück zu Babel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Das Werk Gottes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 Echte geistliche Vision . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 17. Abraham . . . . . . . . . . . . . . . . Echter Glaube . . . . . . . . . . . . Die grosse Aussonderung . Glaube und Ausdauer . . . . Ismael . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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18. Ausschau nach einer Stadt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 Geistliche Fundamente. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86 Wahrer Dienst. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
TEIL II DAS HERZ IST DAS KAMPFFELD. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 19. Jakob und Esau, Ruben und Josef. Mit Gott ringen. . . . . . . . . . . . . . . . . . Wovon Satan sich ernährt. . . . . . . . Leib, Seele und Geist . . . . . . . . . . . .
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10. Pharao, Mose und geistliche Autorität . . . . . . . . . . . . . . . Die Angst vor Ablehnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gottes Wege kennen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Bevollmächtigung zum Dienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mose schlägt den Felsen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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11. Gottesfurcht oder Menschenfurcht . . . . . . . Menschenfurcht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Saul und David. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die grundlegende Strategie Satans . . . . . . .
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TEIL III DER SIEG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 12. Das Paschalamm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ein neuer Anfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . In Wahrheit leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Im Geist leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wie sich das Herz verändert. . . . . . . . . . .
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13. Das Lamm ins Haus holen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157 Für wen hältst du Jesus? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
14. Wir alle haben ihn gekreuzigt Gott kritisieren . . . . . . . . . . . . . . Gerechtes Richten . . . . . . . . . . . Gottes Sprachrohr werden . . . .
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15. Im Blut ist das Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Immer mehr Erkenntnis . . . . . . . . . . . . . . . . . Mahlgemeinschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ein richtiges Verständnis vom Leib . . . . . . . Wir müssen alles essen . . . . . . . . . . . . . . . . .
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16. Der Geist ist am Wirken. . . . . . . . . . . . . . . . . . Wir müssen hastig essen . . . . . . . . . . . . . . . . Gerechtigkeit, die höher ist als das Gesetz . Geistliche Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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17. Kein Fremder darf davon essen . Leere Anbetung . . . . . . . . . . . . . . . Die Wohnstätte Gottes . . . . . . . . . Die drei Ebenen des Dienstes. . . Warum Unkraut wächst. . . . . . . .
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18. Der Sieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201 Ägypten plündern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201 Das Schwingen der Garbe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
Vorwort Das Buch «Die zwei Bäume im Paradies», ist der literarische Eckpfeiler aller weiteren Bücher von Rick Joyner und zugleich ein prophetischer Leucht turm für die christliche Gemeinde. Holzschnittartig wird darin die grosse geistliche Auseinanderset zung dargestellt, die sich hinter der sichtbaren Menschheitsgeschichte abspielt, aber auch hinter der Geschichte unseres eigenen persönlichen Lebens. Jeder von uns kommt in diesem Buch sehr real vor. In Teil I beschreibt Joyner den grundlegenden Konflikt, der sich durch die Jahrtausende hindurchzieht, in Teil II die Kampflinie, wie sie durch unser eigenes Herz geht, und in Teil III den Sieg in Jesus, den wir ergreifen können. Die zwei Bäume im Paradies – der «Baum des Lebens» und der «Baum der Erkenntnis von Gut und Böse» – repräsentieren dabei zwei völlig verschiedene Lebensweisen, ja ganze «Stammbäume», welche Rick Joyner durch die biblische Heilsgeschichte hindurch verfolgt. Letztlich sind es zwei entgegengesetzte Quellen, aus denen wir schöpfen können: die Quelle des lebendigen Gottes, die überall Heilung und Leben hervorbringt (Hesekiel 47,1–12; Offenbarung 22,1+2); und die Quelle des von Gott unabhängigen Menschen, der aus sich selbst heraus «erkennen» und wissen, bestimmen und machen will. Das Ende ist immer der Tod. Dabei treibt uns – wenn der Bruch mit Gott erst einmal geschehen ist – das sogenannte ethisch «Gute» genauso in immer weitere Got tesferne wie das offensichtliche «Böse». Es ist ein besonderes Geheimnis um diesen «Baum der Erkenntnis von Gut und Böse». Wie der Baum des Lebens steht er mitten im Garten Eden und ist zunächst einmal eine gute Schöpfung Gottes. Aber das Verbot Gottes, davon zu essen, setzt dem Menschen eine klare Grenze: Gott, der Schöpfer, al-
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DIE ZWEI BÄUME IM PARADIES
lein bestimmt, was Gut und Böse ist, nicht der Mensch, das Geschöpf – und zwar in all seinem Leben und Denken, in seinem Tun und Lassen, in den Fragen von Abtreibung bis zur Gentechnik, in den Fragen der Ausländerpolitik bis zur Stellung zu Israel im Nahen Osten. Das Wohl des Menschen hängt davon ab, diese Grenze anzuerkennen und sich diesem Willen Gottes voll Vertrauen unterzuordnen. Das Essen vom Baum der Erkenntnis, wozu die Schlange Adam und Eva und alle Menschen seither verführt hat, ist der luziferische Wille, «selber zu sein wie Gott» – selber zu bestimmen, was Gut und Böse ist. In demselben Augenblick, wo der Mensch diese Grenze überschreitet, d. h. diesen Aufstand gegen Gott begeht, fällt er aus der Gemeinschaft mit Gott. Jetzt ist er allein, dazu schuldig und nackt – und krampfhaft muss er nun versuchen, sein Leben und die Welt aus eigener Weisheit und eigener Kraft zu gestalten; dazu getrieben von dämonischen Mächten, welchen er sich durch seine Rebellion geöffnet hat. Das Ergebnis ist im Prinzip das, was wir Abend für Abend in der Tagesschau zu sehen bekommen. Und noch etwas Grundlegendes geschieht: Die Notwendigkeit, von jetzt an selbst dauernd zu entscheiden, was Gut und Böse ist, wird zu einem Beurteilungs-Zwang. Jetzt muss der Mensch – losgelöst von Gottes Gnade – ständig selber urteilen und beurteilen, kritisieren und bewerten, anklagen und richten; nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst – bis hin zu Selbstverdammnis. Er ist unter den «Fluch des Gesetzes» (Galater 3,13) gekommen. Was können wir tun, die wir alle vom «Baum der Erkenntnis» gegessen haben? Das Problem ist: Wir können ja nicht einfach noch einmal bei Null anfangen. Bevor wir auch nur den ersten Gedanken denken, sind wir schon in dieser Finsternis gefangen. Aber wir können umkehren. Und bei Jesus heisst umkehren: «Werden wie die Kinder» – die Grenzen wieder annehmen, die Gott uns gesteckt hat; nicht mehr selber entscheiden wollen, was Gut und Böse ist, sondern Gott darin vertrauen; die Abhängigkeit von Gott als Kindes-Glück willkommen
Vorwort
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heissen. Umkehren heisst: heimkommen zum Vater. Und wie bei der «Geschichte vom verlorenen Sohn» wartet der Vater im Himmel mit offenen Armen darauf, dass eine ganze Menschheit, die vom Baum der Erkenntnis gegessen und sich von Gott losgerissen hat, wieder heimkehrt in diese Kindschaft. Der Schlüssel dazu ist das Kreuz, an dem Jesus alles für uns vollbracht hat. Das Kreuz, aus Holz, ist der wahre «Baum des Lebens». Hier finden wir Vergebung für unsere Rebellion. Hier kommt alle Anklage zur Ruhe, auch alle Selbstverdammnis. Hier können wir bekennen, dass wir aus uns selber gar nicht wissen, was Gut und Böse ist. Hier nehmen wir unsere Grenzen an. Hier heilt der Riss in der Gemeinschaft mit Gott. Hier kommen wir nach Hause zu unserem Vater im Himmel. Hier werden wir als Gottes Kinder neu geboren. Hier bekommen wir ein neues und williges Herz. Hier ordnen wir uns gerne dem Willen Gottes unter. Hier lernen wir, auf Gottes Stimme zu hören. Und hier beginnen wir, uns Tag für Tag vom Heiligen Geist führen zu lassen. Am Baum des Lebens essen wir vom Brot des Lebens: das ist Jesus selbst. Ein Tropfen von seinem Blut, ein Wort aus seinem Mund, eine Berührung durch seinen Geist schafft mehr Leben als alles, worum wir uns aus eigener Anstrengung bemühen. Jeden Tag stehen wir vor der Entscheidung, von welchem Baum wir essen wollen: dem Baum des Lebens – Jesus selbst – oder dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, wobei wir unser Leben selber bestimmen wollen. Von welchem Baum wir essen, dessen Frucht werden wir bekommen. Wir freuen uns über dieses Buch von Rick Joyner, das uns die ganze Dimension dieser Entscheidung, vor der wir stehen, in all ihren Aspekten so deutlich vor Augen führt. Michael Herwig
TEI L 1
Der Konflikt durch die Zeitalter
Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, die Pläne seines Herzens ßberdauern die Zeiten. Psalm 33,11
Kapitel 1
Die zwei Bäume Gott, der Herr, liess aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse Genesis 2,9 Im Garten Eden standen zwei Bäume, die den ganzen Lauf der Menschheit entscheidend beeinflusst haben – der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und der Baum des Lebens. Dieselben zwei «Bäume» stellen für uns bis heute eine Herausforderung dar. Wenn jemand Christus begegnet, nehmen die Herausforderungen des Lebens nicht ab. Ganz im Gegenteil, oft nehmen sie sogar zu. Wir werden uns oft zwischen den Früchten dieser Bäume entscheiden müssen. Zwischen diesen Bäumen liegt der Brennpunkt des Konflikts zwischen dem Reich Gottes und dem Reich der Finsternis. Der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens stehen für zwei geistliche Abstammungslinien oder auch «Stammbäume». Die Bibel ist, angefangen von Genesis bis zur Offenbarung, eine Geschichte zweier Geschlechter. Wenn wir begreifen, was es mit diesen Abstammungslinien auf sich hat, fällt es uns leichter, die am weitesten verbreiteten Irrtümer zu verstehen, denen die Menschheit bis heute zum Opfer fällt und durch die auch die Christenheit immer wieder in die Irre geführt worden ist. Satan hat Eva mit der Frucht vom Baum der Erkenntnis nicht nur versucht, weil der Herr es verboten hatte. Er ver-