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K A P I TE L 1

C

DIENSTAG, 16. JANUAR, 15.15 UHR Das lange blonde Haar des Mädchens, das auf meinem Beifahrersitz saß, flatterte wie pures Gold über ihr hübsches Gesicht. Ich blickte lange genug von der Straße auf, um ihr mein bezauberndstes Lächeln zu schenken. Sie lächelte zurück. Die Nadel auf dem Tacho des Ferrari-Cabrios tanzte um die 160 Sachen. Ich löste langsam meine rechte Hand vom kleinen Leder-Sportlenkrad und legte sie ihr ganz vorsichtig auf das Knie. Sie beugte sich herüber und küsste mich ... »Nur noch eine Viertelstunde.« Die Stimme des Lehrers riss mich unsanft aus einem tollen Tagtraum. Ich war wieder in der realen Welt angekommen und schaute mich in der Schulaula um. Es war so heiß und stickig, wie zentral geheizte und voll besetzte Räume nun mal sind. Ich lockerte mir mit den Fingern den Kragen, um mir etwas Luft zu verschaffen. Die Aula war Schauplatz unserer blöden Halbjahresprüfung (todsicher hatte die Schule sie auf den Januar gelegt, um uns die Weihnachtsferien zu verderben). Wie Gefangene saßen wir reihenweise an unseren Tischen mit ordentlichem Abstand zum Nachbarn. In diesen letzten Minuten der Prüfung schrieben nur noch die besonders Gewissenhaften. Die Cleveren waren schon fertig und bauten darauf, dass ihre genialen Antworten nicht mehr verbessert werden konnten. Im Gegensatz dazu hatten die Hoffnungslosen bereits aufgege9


ben. Aus ihren heißgelaufenen Hirnen ließ sich nichts Bedeutsames mehr quetschen. »Das war ja so unglaublich leicht!« Die Stimme war perfekt dosiert. Laut genug, damit fast jeder in der Aula sie hörte, leise genug, damit der halb taube Lehrer nichts merkte. Dieser stand mit dem Rücken zu uns an der Tafel und schrieb mit gewundener, altmodischer Handschrift seine Anweisungen. Wegen des Personalmangels (und weil der andere Lehrer einen weniger standfesten Mitschüler zur Toilette begleitet hatte) war dieses Fossil momentan der Einzige, der unsere Prüfung beaufsichtigen konnte. »Wo sind denn die echten Aufgaben? Ich brauche mal eine kleine Herausforderung.« Ich versuchte, Philip Squires Angebereien zu überhören. Vielleicht hatte ich ja Glück und er hielt einfach die Klappe. Ich fand die Prüfung nicht allzu leicht, aber mit Dummheit hatte das nichts zu tun. Verharmlosend beschreiben die Lehrer mich in Berichten an meine Eltern als »intelligent, aber zu wenig motiviert«. Wenn wir sie im Unterricht zur Verzweiflung treiben, bezeichnen sie mich als »nervtötend faul«. Na ja, ich werde mich schon durchschlagen, ein paar Zweien schreiben und damit meine Ehre als 16-Jähriger in der Gesamtschule von Southerton gerettet haben. Ich starrte auf meine fertige Arbeit nieder, die ordentlich mitten im üblichen Müll lag, der sich bis zum Ende einer Klausur so auf dem Tisch sammelt – Bonbonpapier, Ersatzfüller und Papier. Ich stützte den Kopf auf meinen Arm und warf verstohlen einen Blick nach rechts. Philip Squire saß neben mir – leider. Er hatte mit dem Angeben aufgehört, schaffte es aber immer noch, so selbstzufrieden und unberührbar wie eh und je auszusehen. Er lümmelte sich auf seinen Stuhl und blickte cool auf uns andere herab, die niederen Sterblichen. Sein linker Ellbogen war auf den Tisch gestützt und eine teure Armbanduhr blitzte unter dem Ärmel hervor. Spielerisch ließ er einen Montblanc-Füller um die Finger wirbeln, ein Teil, den er am meisten schätzte. Für seine Umwelt 10


sah er bereits wie der erfolgreiche Unternehmer aus, der er werden wollte. Ich beugte mich ein winziges Stückchen weiter vor und schaute die Reihe entlang, wo ein Mädchen mit langen blonden Haaren saß. Sophie, Sophie, Sophie ... Sophie war das Objekt meines letzten Tagtraums gewesen, eigentlich aller meiner Träume. Ich brauchte sie nur anzuschauen, und schon wurde mir warm und meine Hände fingen an zu schwitzen. Ich hatte Sophie schon mit sieben gemocht, na ja, angebetet, um genauer zu sein, und durch irgendeine glückliche Fügung hatten wir immer eine Menge gemeinsame Unterrichtsstunden. Nicht, dass ich sie dadurch jemals kennen gelernt oder wenigstens ein vernünftiges Gespräch mit ihr geführt hätte. In Gesellschaft bin ich nicht gerade ein Alleinunterhalter. Ich bin auch nicht unbedingt schüchtern, aber Tatsache ist, dass mich Mädchen, vor allem solche, die ich mag, nervös machen. Ich glaube, ich bin nicht allein mit diesem Problem, aber es ist doch frustrierend. Während ich sie beobachtete, richtete Sophie sich auf und steckte sich das Ende ihres Füllers in den Mund. Konzentriert kaute sie ein Weilchen darauf herum, schaute dann ohne Vorwarnung in meine Richtung und lächelte. Sofort verknotete sich mein Innerstes auf heimtückische Weise. Ich versuchte, zurückzulächeln, aber ich war mir sicher, dass mein Gesicht sich dabei zu einer boshaften Grimasse verzog. Neben mir hob Philip beiläufig und stilsicher grüßend die Hand. Ich fluchte leise und sank wütend und verzweifelt auf meinen Stuhl zurück. Wütend, weil der arrogante, eklige Schnösel Philip von jemandem wie Sophie, der Wunderbaren, nicht mal ein Lächeln verdient hatte, und verzweifelt, weil ich mir kaum vorstellen konnte, dass irgendein Mädchen, geschweige denn eins wie Sophie, je ein Lächeln an mich verschwenden würde. Philip Squire hatte mich beobachtet. »Ich glaub es nicht«, flüsterte er. »Der kleine Dave Johnson steht auf Sophie Tanner!« Ich schaute weg und hoffte, dass der 11


Lehrer an uns vorbeigehen würde. Hoffentlich hörte Phil damit auf. »Träum weiter, Davey«, fuhr Phil fort. »Sie spielt in einer ganz anderen Liga als du. Überlass Sophie Tanner mir, Davey. Ich weiß, was ein Mädchen wie sie will. Ich denke, ich bin genau der richtige Mann, der ihr geben kann, was sie braucht. Stimmt’s, Davey?« »Die Zeit ist um. Füller auf den Tisch«, rief der Lehrer von vorn, was Phil zum Schweigen brachte und ihn ablenkte, sodass er den wertvollen Füller nicht mehr im Griff hatte, der so hübsch um seine Finger wirbelte. Das gute Stück rutschte ihm aus der Hand und fiel in den Gang zwischen uns. Instinktiv, aus Ärger und Frust, zuckte mein Fuß vor. Ich musste es Philip Squire zeigen und ihm das große Schandmaul stopfen. Ich erwischte den Füller volle Breitseite, kurz bevor er zu Boden ging. Es war ein Schuss, auf den jeder brasilianische Mittelstürmer stolz gewesen wäre. Philip fiel das Kinn herab. Der Füller ging ab wie ein Geschoss. Er schlug auf und sauste klappernd den Gang entlang. Köpfe und Blicke gingen hoch, bis die ganze Aula auf den Füller starrte, der genau vor den Füßen des Lehrers liegen blieb. Nach dem plötzlichen Geklapper war es wieder still. Alles sah nach vorn. Mr. Durge drehte das Stück des Anstoßes mit dem Fuß herum, betrachtete es einen Augenblick lang, beugte sich dann vor und hob es auf. Der Aufprall hatte die Tinte in alle Richtungen spritzen lassen, und Mr. Durge griff nach seinem Taschentuch, mit dem er vergeblich und ärgerlich versuchte, die farbechte schwarze Tinte von seinen Fingern zu wischen. Mr. Durge ist für legendäre Wutausbrüche bekannt. Er ist so alt, dass er fast senil wirkt, und ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich jemals mit modernen Unterrichtsmethoden angefreundet hat. Er spricht uns beharrlich mit dem Nachnamen an und verlangt von uns, dass wir ihn »Sir« nennen. Zu den Konferenzen kommt er mit einem schwarzen Umhang, in dem er wie Batmans klappriger Großvater aussieht. Es gehen Gerüchte um, nach denen er sich im Lehrerzimmer oft darü12


ber beschwert, dass laut Gesetz Züchtigungen mit dem Rohrstock nicht mehr erlaubt seien. Die ganze Aula, in Kenntnis dieser Fakten, erstarrte in Erwartung des unvermeidlichen Ausbruchs. Niemand wagte zu atmen, als die Farbe aus seinem Gesicht wich. Er hob den Füller auf. Daumen und Zeigefinger seiner Hand zitterten leicht. »Wessen Füller ist das?«, fragte er mit drohender Haltung. Niemand rührte sich. Die Spannung stieg. Philip, der unter Druck cool bleibt, wie ich zugeben muss, hatte sich seinen Ersatzfüller geschnappt und sah angestrengt gleichgültig aus. Ich atmete hastig und spürte mein Herz wie verrückt schlagen. Mr. Durge wiederholte flüsternd seine Frage mit kaum verhohlener Wut. Immer noch blieb es still. Von einem Augenblick zum anderen verfärbte sich sein Gesicht von Weiß zu Purpur (ich schwöre, dass die Übergänge rosa und rot waren). Das Zittern seiner Hand hatte sich jetzt auf den ganzen Körper übertragen. Er stürmte den Gang entlang. »Philip Squire!« Er spuckte den Namen aus, als sei er Gift. »Du dummer, arroganter kleiner Junge. Hast du gedacht, ich würde deinen Füller nicht erkennen? Wer sonst bringt denn so was mit zur Schule?« Philip drehte sich zu mir um. Ich wollte schon meine Hand heben, wurde aber durch einen harten Tritt von hinten gegen meinen Knöchel davon abgehalten – davon und auch vom gleichzeitigen nächsten Ausbruch des Lehrers. Er brüllte nun Philip direkt an. »Sieh mich an, wenn ich mit dir rede! Was für einen kindischen Streich hast du dir da ausgedacht?« Philip wollte protestieren, aber bevor er etwas sagen konnte, brüllte Durge: »Halt den Mund! Du hast meine Zeit schon zu Genüge verschwendet. Du wirst hier bleiben, bis alle anderen gegangen sind, und dann unterhalten wir beide uns mal. Ihr anderen legt eure Arbeiten auf das Pult und verschwindet aus meinen Augen. Aber leise!« Ich versuchte es noch einmal. »Bitte, Mr. Durge, es war mein ...« 13


Durge wandte sich mir zu. »Ruhe, habe ich gesagt. Jetzt raus mit dir.« »Aber Sir ...« »Raus mit dir, augenblicklich – oder du musst auch nachsitzen.« Bevor ich weiter protestieren konnte, griff eine starke Hand nach meinem Arm und zog mich gewaltsam vom Pult weg. Nachdem wir in der Sicherheit des lauten und überfüllten Flurs angelangt waren, fuhr ich meinen besten Freund ärgerlich an. »Das hat weh getan!« Ich ging in die Knie und massierte mir den schmerzenden Knöchel. »Was denn?«, fragte Charlie mit gespielter Unschuld. »Der Tritt von dir, das meine ich. Warum hast du mich nicht auspacken lassen?« »Hätte doch keinen Zweck mehr gehabt.« Charlie zuckte übertrieben die Schultern. »Durge hatte es auf Phil abgesehen. Bestenfalls hättest du zusammen mit ihm nachsitzen müssen, also was soll’s? Ich hab dir bloß einen Gefallen getan.« Ich grummelte, aber auf Charlie kann man unmöglich lange sauer sein. Selbst Lehrer in ihrer übelsten Laune mussten das feststellen. Charlie, dessen wirklicher Name lang und lateinisch ist (ich kann ihn nicht aussprechen, geschweige denn schreiben), ist schon seit Grundschulzeiten mein bester Freund, und seine Freundschaft macht die Gesamtschule in Southerton erträglich. »Alleinunterhalter« passt zwar nicht auf mich, aber auf Charlie umso besser. Er wird auf jede Party eingeladen, die in unserer Schule stattfindet. Sogar kleine Jungs betteln darum, dass er auftaucht und damit ihren Ruf auf Dauer festigt; selbst die Sechstklässler wissen schon, dass er sich auf jeder Gästeliste gut macht. Er hat mehr Freunde und Bewerber um seine Freundschaft, als er jemals brauchen könnte. »Meine Mutter nimmt mir sowieso ständig das Versprechen ab, gut auf dich aufzupassen«, sagte Charlie. »Deine Rolle als hilfloser kleiner Junge, die du immer bei uns spielst, 14


hat noch jedes Mal funktioniert. Du hast sie davon überzeugt, dass du süß, unschuldig und einfach zu gut für diese Welt bist.« Ich finde Charlies Mutter toll, und er hat Recht damit, dass ich mein bestes Benehmen an den Tag lege, wenn ich bei ihm zu Hause bin. Ich war lange der Meinung, dass Charlie ihr alles zu verdanken hat (sein südeuropäisches gutes Aussehen, seinen Charme und die unerschütterliche Selbstsicherheit) – sie ist eine klassische italienische Schönheit. (Die beiden sind vor Charlies Vater aus Italien geflohen, der, wenn man Charlies Andeutungen glauben kann, eine Art Mafiaboss ist.) Abgesehen davon, dass sie absolut sensationell Pasta kochen kann, ist sie vernarrt in Charlie und behandelt ihn wie einen Prinzen. Mal ehrlich, wer würde denn bei so einer Mutter nicht vor Selbstsicherheit und Charme strotzen? Genau in diesem Moment entdeckte ich Philip Squire, der den Korridor entlangschritt. Ich sprach ihn an, aber er glitt an uns vorbei, ohne auch nur meine Existenz zu würdigen. »Oho! Das riecht nach Ärger«, flüsterte Charlie, als Mr. Durge herannahte. »David!« Der alte Lehrer hatte einen zu freundlichen Ton gewählt, als dass er einen Arrest vergeben wollte. »Schön, dass wir uns am Freitagabend sehen.« »Am Freitagabend?« »Im Schachclub natürlich«, erwiderte Durge. Er war sichtlich beleidigt, dass ich ein so wichtiges Ereignis vergessen haben könnte, aber eine Saison im Schachclub hatte mir völlig gereicht, und ich marterte mir das Hirn, um eine vernünftige Ausrede zu finden. Ich fing an irgendwelchen Blödsinn zu stottern, als Charlie mir aus der Patsche half. »Dave kann nicht, Mr. Durge.« »Was?«, fragte Durge. »Dave kann nicht kommen. Ich meine zum Schachclub«, ergänzte Charlie freundlich, als müsse ein Mann in Durges Alter schon vergessen haben, wovon die Rede war. »Inzwischen ist er nämlich Mitglied im Schwimmverein.« 15


Mr. Durge und ich sahen Charlie mit offenem Mund an, aber während Mr. Durge sich lehrermäßig darüber ausließ, wie man sich korrekt abmeldet und dass man auf Prioritäten achten müsse, ließ ich Charlie einfach machen. Er manövrierte mich wie schon so oft aus einer schwierigen Situation hinaus. »Danke, Charlie«, murmelte ich, als Durge außer Hörweite war. »Nichts zu danken«, erwiderte er. »Es kann sogar meinen Ruf schädigen, mit dem Mitglied eines Schachclubs gesehen zu werden. Mit dem Schwimmen hab ich es übrigens ernst gemeint.« »Vergiss es. Ich hab die Nase voll von Schulvereinen.« »Wir brauchen dich aber«, sagte Charlie. »Am Ende des Schuljahrs finden die nationalen Schulmeisterschaften im Schwimmen statt.« »Charlie, ich bin jahrelang nicht mehr geschwommen – ich würde schon vor der Hälfte der Strecke absaufen.« »Komm schon, Dave! Ich hab dich gerade erst vor dem Nachsitzen und dem Schachclub bewahrt. Da hab ich was gut.« In diesem Augenblick ging Sophie den Korridor entlang. Sie lachte und war von der Schar ihrer wie immer kichernden Freundinnen umringt. Völlig unkontrolliert folgten ihr meine Augen und verweilten auf ihr. Charlie folgte meinem Blick und machte einen neuen Anlauf. Er kannte meinen schwachen Punkt. »Hast du Sophie schon mal im Badeanzug gesehen?«, fragte er. »Sie ist nämlich auch im Schwimmverein. Tolles Mädchen, aber traurig, einsam und ohne Anhang, seit sie mit diesem Typen aus der Zehn Schluss gemacht hat – Rob Sowieso, stimmt’s?« »Robert Young«, erwiderte ich abwesend. Sophies Freundeskreis war schon seit Jahren mein geheimes Fachgebiet. »Genau der«, bestätigte Charlie. »Aber jetzt, wo er aus dem Rennen ist, solltest du dich mit ihr verabreden.« 16


»Charlie, ich hab kein Interesse.« Sogar mir fiel auf, dass meine Stimme überhaupt nicht überzeugend klang. Ich hätte mir am liebsten auf die Zunge gebissen. Charlie spürte seinen Vorteil und hakte nach. »Hör mal, ich mach keinen Druck. Lass dich einfach freitags beim ersten Halbjahrestraining sehen, schwimm ein paar Runden, geh hinterher mit ein paar von uns Jungs einen trinken – und mit den Mädchen«, ergänzte er sehr entschlossen. »Wenn du dann immer noch kein Interesse hast, werde ich dich nie mehr mit dieser Sache belästigen.« »Na schön, vielleicht.« Ich zuckte mit den Schultern. »Wenn ich nicht zu beschäftigt bin, denk ich drüber nach, aber nur, weil ich Training gebrauchen kann. Aber nicht«, und dabei versuchte ich, ihn bedeutungsvoll anzuschauen, »weil ich mich für irgendwelche Mädchen interessiere.« Charlie wusste, dass ich ihm so weit wie möglich entgegengekommen war. Also brach er schleunigst zu einem Treffen mit anderen Freunden auf, nachdem er noch gefragt hatte, ob ich mitkommen wolle.

Ich packte meine Sachen zusammen und ließ die Schule hinter mir. Der Januarnachmittag war kalt und nass. Von einer Minute zur anderen wurde es dunkler. Ich musste ab und zu beiseite springen, um den Spritzern der Autos auszuweichen, die dem Bordstein zu nahe kamen. Das erinnerte mich an ein Spiel, das Charlie und ich schon mal im Regen gespielt hatten. Wir hatten LKW-Fahrer mit beleidigenden Gesten geärgert und waren dann losgerannt, knapp verfolgt von einer Wasserwand, mit der sie uns zu ertränken versuchten. Über meine Freundschaft mit Charlie staunte ich immer wieder; wir waren so verschieden, und doch verstanden wir uns so gut. Vielleicht deshalb, weil wir beide keine Geschwister hatten. Früher waren wir immer gemeinsam nach Hause gegan17


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