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eck Christina Bruder Miriam Gamper

&

FrauenVertrauen Zeilen voller Zuneigung fĂźr Freundinnen, Schwestern und andere Sympat hisantinnen


Widmung Christina Brudereck widmet dieses Buch: Miri, die aus meinem Schwarz-auf-Weiß wahre Bilder macht. Roxi & Linda. Frida & Marla. Miriam Gamper widmet dieses Buch: Meiner Mutter Ursel, die mir ihre Liebe zu Büchern und Geschichten vermacht hat. Du fehlst! Meiner Mutter Bärbel, die ein wahres Geschenk ist, und deren Power für uns alle reicht.

© 2011 SCM Collection im SCM-Verlag GmbH & Co. KG,Witten Gesamtgestaltung: Miriam Gamper, Essen, www.dko-design.de Druck und Bindung: Dimograf ISBN: 978-3-7893-9505-5 Bestell-Nr. 629.505 Fotos: © Shutterstock © photocase.com: Titelfoto, Engel ohne Flügel, Hier lebe ich (mi.la), Generationen von Frauen (Judywie), Gemeinsam das Ganze (Flügelfrei), Große Mütter (cydonna), Angehörige (schachspieler), Ohne Unterschied (kemai), Entschluss gegen den Neid (Miss X), Als ich einmal nicht aufhören konnte … (benicce), Seelenschminke (jameek), Ein Flügel nur (boing), Drei Wünsche für eine Freundin (stop-sells) © akg-images: Susan Sontag, Joan Baez, Astrid Lindgren, Else Lasker-Schüler, Simone de Beauvoir


l ne Flüge Engel oh

Sie hat keine Flügel, aber Ausdauer bis ganz zum Ende. Sie hat keine Flügel, aber sie hat Hände. Sie hat keine Flügel, aber sieht, ich ginge diesen Weg nicht gern alleine. Sie hat keine Flügel, aber sie hat Beine.


Sie hat keine Flügel, aber sie fragt nach dem eigentlichen Grund. Sie hat keine Flügel, aber einen Mund. Sie merkt, ich muss mal reden, sprachlos, wie ich bin, die Worte fast verloren. Sie hat keine Flügel, aber sie hat Ohren. Sie hat eine Liebe zum Detail und übt die Sorgfalt bis in jede Kleinigkeit. Sie hat keine Flügel, aber sie hat Zeit. Sie lässt auch die gewaltigen Gefühle zu, kennt Leidenschaft und Liebe, Ohnmacht, Wut, sie kennt mich gut. Sie hat keine Flügel, aber sie hat Mut.

Sie ist nah und zugewandt und aufmerksam, gönnt den Erfolg und teilt den Schmerz. Sie hat keine Flügel, aber sie hat Herz. Sie hat keine Flügel. Sie geht oft unter in der Menge, im großen Chor der Stimmen, in der Hektik, in der Fülle der Termine, im Gedrängel. Sie hat keine Flügel, aber ja, sie ist ein Engel.


ehen Frauen s Mein Blick wandert durch den Raum, ich sehe die anderen Frauen. Da ist er wieder, mein Wunsch, mein Gebet, meine Hoffnung: Ich möchte sie sehen. Und wenn sich mein Blick dann mit den Augen einer Freundin trifft und ich ohne Worte verstehe, was sie fühlt, wenn er das Zwinkern meiner kleinen Nichte erwidert, die Hände meiner Mutter streift und einen Moment auf ihrem vertrauten Gesicht ruht, wenn mein Blick zufällig in den Spiegel fällt, auf alte Fotos oder auf die Titelseite eines Modemagazins, dann möchte ich zu jeder von uns, ohne jede Ausnahme, sagen:

„Originell!“ und „Wunderbar!“ und „Schön!“

Wenn meine Augen uns Frauen sehen, soll es jedes Mal ein Widererkennen geben. Ich möchte sie anschauen, offen, wohlwollend, liebevoll, in ihre Augen sehen, ihre Wahrnehmung teilen, mit Lachfalten, Wimperntusche oder Tränen, und dann möchte ich zu jeder von uns, ohne jede Ausnahme, sagen:

„Schwester!“ und „Bedeutend!“ und „Geliebt!“


en von Frau n e n o i t Genera

(für Josra Riecke)

Meine Großmutter hat den Krieg zwei Mal erlebt. Meine Mutter kennt ihn noch aus nächster Nähe. Ich weiß von ihm nur aus dem Fernsehen und lebe in Frieden. Josra, kleine Nichte, ich wünsche dir: Lebenszeit ohne Bomben, ohne Tränengas, ohne Flucht. Meine Großmutter hat den Hunger am eigenen Leib gespürt. Meine Mutter hat noch Geschichten von Brotrationen gehört und weiß noch, wie eine Essenmarke aussieht. Ich kenne ihn nur aus fernen Ländern und bin immer satt gewesen. Kleine Nichte, ich wünsche dir: Lebenszeit ohne Not, und die Erfahrung, wie das ist, Bonbons zu teilen und Spielzeug abzugeben, die wünsche ich dir auch. Meine Großmutter sagte: „Menschenrechte haben kein Geschlecht“ und vertrat eigenwillig ihre Position. Meine Mutter hat die Freiheit selbstverständlich genutzt, für ihre eigene Würde und für viele andere. Ich profitiere von den Generationen vor mir und gehe weiter. Kleine Nichte, ich wünsche dir: Gleichberechtigung, Wahlfreiheit, Charakter, Ausstrahlung und dass jede Gabe in dir wachsen darf.

Ich wünsche dir: dass du in Frieden lebst, satt bist, teilen kannst, glücklich wirst, stark und frei. Geh sorgsam damit um. Nach dir kommen wieder andere.


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