Gerhard Küttner
Vollmacht Vollmacht – Die Gaben des Heiligen Geistes – Binden und Lösen –
Verlag Dr. R.-F. Edel Lüdenscheid
Copyright: Verlag Dr. R.-F. Edel, Lüdenscheid ISBN 3-87598-519-2 Fensterbild: Evang. Kirche in Bräunsdorf Herstellung: Schönbach-Druck GmbH, Erzhausen Printed in Germany 2000
Vorwort Auch der Apostel Paulus lernte aus Erfahrung, dass die Macht Gottes, die „Vollmacht”, in der Schwachheit ihre Vollendung findet. Und in diesem Buch geht es nur um die Vollmacht Gottes und nicht um menschliche Macht eines geistlichen Riesen. Neben der hohepriesterlichen Vollmacht der Erlösung am Kreuz steht die königliche Vollmacht und Souveränität Jesu. An beiden bekommen die Jünger Jesu, das „Volk von Königen und Priestern” Anteil, und beide sind – ganz im Gegenteil zu weltlicher und kirchlicher Macht auf Erden – nur durch den „Lammesweg” und das Kreuz zu erlangen. Die eigene Ohnmacht ist Voraussetzung für das Wirken der göttlichen Macht. „Der Sohn kann nichts von Sich Selber”; sagt und glaubt Jesus, „nur, was Er den Vater tun sieht, das tut gleicherweise auch der Sohn”. Das hat Pfarrer Gerhard Küttner verkündigt, und der Heilige Geist hat es in den Herzen der Hörer bestätigt und versiegelt. Zur Vollmacht gehören die „Gnadengaben des Heiligen Geistes”, die hier biblisch und aus Gemeindeerfahrung ausführlich behandelt werden, die Vollmacht zu binden und zu lösen und die Gnadengaben des Herrn, Seine Ämter. Pfr. Küttner hielt diese Vorträge auf Seelsorgetagungen zum Segen und zur inneren Erneuerung vieler Christen. Dabei ging er geistlich auf viele Fragen ein und hatte die seltene Gabe, alles so in die Herzen zu predigen, dass es im Glauben erfasst werden konnte. Seine unnachahmliche Redeweise ist in diesen Texten möglichst wenig verändert worden. Allen seinen früheren Hörern wird das sicher recht sein. Auch dieses Buch soll diejenigen Menschen finden und zu ihnen reden, die „Ohren haben, zu hören”. Lüdenscheid, im September 2000
Die Herausgeber
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Inhalt Seite
Vollmacht Vorwort Vollmacht Jesu – Vollmacht der Jünger
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A) Die Vollmacht Jesu
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1. Jesus hat Vollmacht über alles Fleisch a) Er hat Vollmacht über Sein eigenes Fleisch b) Jesus hat Vollmacht über unser Fleisch 2. Die Wortvollmacht Jesu 3. Die Vollmacht Seines Handelns a) Die Dämonenaustreibungen b) Krankenheilung c) Sündenvergebung d) Vollmacht, Tote zu erwecken e) auch Macht über Wind und Wellen und damit über alle Kreatur f) Wandel auf dem Meer g) Da Er die Viertausend oder die Fünftausend speist 4. Die größte Vollmacht im Leben Jesu, die Vollmacht der Liebe 5. Das ist auch die Quelle aller Vollmachten, aus der all die anderen Vollmachten hervorfließen
B) Die Vollmacht der Jünger 1. Grundvollmacht 2. Die Spezialvollmachten 3. Apostolische Vollmachten a) die Wortvollmacht b) Vollmacht, Sünden zu vergeben c) Vollmacht, zu binden und zu lösen d) Vollmacht über die Dämonen, über die Geister, über Schlangen und Skorpione, über alle ‘dynamis’ des Feindes e) Dazu gehört auch, alle Krankheiten und Gebrechen zu heilen f) Der Herr Jesus erweist Sich als der Messias in der Vollmacht, mit Heiligem Geist zu taufen
C) Die Frage nach der Wirksamkeit dieser Vollmachten I. Vollmacht und Glaube 1. Glaube ist immer Geschenk Gottes 2. Der Glaube entzündet sich am Wort 3. Glaube ist ganz schlicht Vertrauen zu Gott 4. Glaube wächst
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Seite 5. Glaube, der sich auf Realitäten gründet a) Tilgung der Schuld b) Er hat uns erlöst von Fluch- und Vätererbe c) Er trug unsere Krankheit d) Erlösung aus des Teufels Gewalt e) Dasselbe gilt für den Tod – Rettung aus Todesbanden
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II. Vollmacht und Charisma
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1. Nun das erste, das wir dreimal untergliedern a) Charismen sind Gaben, Geschenke, die der Vater Seinen Kindern bereitet hat b) Charismen sind Dienstausrüstung, die der Herr Seinen Jüngern mit auf den Weg gibt c) Der Heilige Geist ist jeweils der Überbringer dieser Gaben 2. Die Charismen, Gnadengaben, gibt Er zur Unterstützung des noch schwachen Glaubens 3. Charismen, Gnadengaben, wirken unabhängig vom jeweiligen Heiligungsstand 4. Jesus will Selber durch uns handeln
III. Vollmacht und Heiligung 1. Wir sind Glieder am Leibe Christi 2. Heiligung heißt, sich Ihm zur Verfügung zu stellen 3. Was Gott nicht ausgeliefert ist, hindert die Vollmacht Jesu 4. Das Vorbild aller Heiligung ist Jesus Selbst 5. Darum tut die Bergpredigt einen ganz wesentlichen Dienst 6. Diese Heiligung ist ein Weg 7. Noch ein Wort zu 1. Petrus 4, 8
IV. Vollmacht und Nachfolge 1. Jesu Weg verläuft in drei Phasen a) Die Zeit der Bereitung b) Die Zeit der Sendung c) Die Zeit der Vollendung 2. Unsere Nachfolge umschließt das ganze Jesusleben, also das Leben Jesu in allen drei Phasen 3. Sendung nicht ohne Nazareth a) Sendung Jesu ohne Nazareth-Zeit undenkbar b) Was Nazareth im Einzelnen umschließt b l) Leben in der Familie b 2) Leben der Unterordnung b 3) Unterordnung in der Kirche b 4) Untertan aller weltlichen Obrigkeit b 5) Nazareth, das heißt auch, das schlichte Leben im Beruf b 6) Nazareth ist das Leben in der Verborgenheit b 7) Eine kleine Zusammenfassung
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Seite 4. Sendung nicht ohne Passion, also ohne Kreuz und Leiden a) Die Sendung Jesu vollendet sich in Seiner Passion b) Die Lammeslinie ist die eigentliche Segenslinie c) Offenbarung 5: Die Lämmer sind die Segensträger d) Löwe und Lamm, das müssen auch wir zusammenschauen lernen e) Für jedes Gotteskind kommt der Tag, da Gott es an den Opferaltar führt f) In der Schule des Lammes von einer Lektion zur anderen g) Die Lammes- und Leidenslinie ist die Vollmachtslinie h) Das persönliche Zeugnis des Apostels Paulus i) Das Kreuz, das uns im Leben widerfährt, ist das größte Geschenk Gottes
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V. Vollmacht und Königsherrschaft Jesu Christi
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1. Generalthema Jesu und der Bibel, die Königsherrschaft Gottes 2. Der Geist Gottes eifert darum, Jesus auf den Thron zu erheben 3. Dem geht voraus die völlige Entmächtigung dieser Jünger 4. Vor Pfingsten sind die Jünger alle bereitet für den Einen 5. Und eben das meint Gott auch in unserer Zeit
Die Gaben des Heiligen Geistes Frucht – Ordnungen – Gaben Geistesgaben heute Rechter Gebrauch und Missbrauch Die Gaben in der eigenen Gemeinde 1. Korinther 12 und 13 und 14 Gabe und Karikatur Die Sprachengabe Psalmen singen mit dem Verstand Ja, nun auch die Liturgie, die einer Einübung bedarf Durch die Gnadengaben rückt die himmlische Welt sehr nahe Ich will beten im Geist, und ich will Psalmen singen im Geist Wer mit Zungen redet, der erbaut sich selbst Es gibt verschiedene Zungen Die Auslegung der Zungen Geisterunterscheidung Prophetische Rede Durch Weissagung werden bestimmte Segnungen ausgesprochen Auf dem Wege der Weissagung werden Gaben mitgeteilt Die Kraft, Wunder zu tun Dann kommt als nächste Gabe die Krankenheilung Das Wort der Erkenntnis und das Wort der Weisheit
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Jetzt noch mal in Kürze: Die Gaben des Geistes – wozu? 1. Die Gaben des Geistes dagegen sind Ausrüstung für den Dienst Wir sind der Leib Christi 2. Gott gibt die Gaben für den Dienst der Auseinandersetzung 3. Gaben zum Dienst für die Ausbreitung des Wortes Geistesgaben bringen immer Kreuz 4. Gaben zum Dienst im Blick auf die Befestigung der Gemeinde 5. Gaben zum Dienst, um den Bestand der Gemeinde zu sichern
Die Gaben des Geistes, wie sie sich entfalten 1. Die Gaben empfangen wir mit der Wiedergeburt 2. Die Entfaltung der Gaben geschieht wachstümlich 3. Die Entfaltung der Gaben – persönliche Verantwortung a) Wir können dem Heiligen Geist widerstreben b) Wir können den Heiligen Geist betrüben c) Wir können den Heiligen Geist dämpfen Keine Automaten!
Was das Ideale ist: der Mensch der Liebe 1. Kor. 13 – das richtige Klima für die Gaben des Geistes 1. Das erste war die Bußgesinnung a) Buße ist Hinwendung zu Jesus b) Buße ist entschiedenes Wegwenden von der Sünde und von uns selber c) Echte Buße ist zugleich auch immer die Hinwendung zum Bruder d) Buße heißt auch, man muss nun die Dinge ans Licht bringen 2. Die Luft des Glaubens bekommt den Gaben des Geistes am besten Autogenes Training Heilung – eine göttliche Tatsache Watchman Nee: ‘Das normale Christenleben’ und die grundlegenden Erlösungstatsachen ‘Chinesische Mauer’: Tatsache – Glaube – Erfahrung Tatsachen Wir sind durch Gottes Handeln in Christus In Christus mitgestorben Mit Jesus auferweckt Letzter Adam – zweiter Mensch Hingabe an Jesus Tiere – prophetische Bilder für Wesenszüge des Lebens ohne Gott Stille – Gehorsam – Armut 3. Weg der Heiligung ist der Weg der Loslösung 4. Weg der Heiligung ist auch Weg des Dienstes Der Heiligungsweg ist immer der Weg des Kreuzes Alle die Menschen gehören zum Kreuzweg dazu Jesu Weg – unser Weg. Das ist Heiligungsleben
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Binden und Lösen Vorgeschichte 1. Es gibt einen Teufel Die Benennungen dieses Teufels als Person 2. Der Teufel ist immer Widersacher Dem widersteht fest im Glauben! 3. Er, der Teufel, hat seine ganz bestimmten Methoden 4. Seinen Generalangriff führt er gegen das Wort Gottes Er sät Zweifel! Gott bindet immer durch das Wort Gottes 5. Der Teufel macht auch vor der Jüngergemeinde nicht halt Eine Krisenstunde im Kreis der Jünger Jesu 6. Zu Satan gehören die Satansboten Wir sehen hinter allem Gott Wir werden von solchen Geistern angelaufen, zumal in der Endzeit Kinder Gottes haben Vollmacht 7. Sie bilden den dunklen Hintergrund des Weltgeschehens Der Auftrag der Gotteskinder 8. In diese Welt der Sünde und des Fluches ist Jesus gekommen 9. Der einzige Weg der Befreiung aus Satans Macht und Gewalt und der Weg der Aufrichtung der Königsherrschaft Gottes führt über Golgatha a) Er erlitt die Krankheit b) Er erlitt allen Fluch c) Er erlitt das Gericht der Gottferne d) Er erlitt die Hölle e) Er erlitt den Tod Die Ganzhingabe Jesu am Kreuz gibt Ihm Recht und Macht Jesus hat das Recht, mir Sünden zu vergeben Jesus hat Macht, Sünde zu vergeben Krankheit heilen Dämonen austreiben und aus der Hölle befreien 10. Das ganze Leben wird so zum Siegeszug Typische Symptome der Besessenheit Die Dämonen zittern vor dem Abgrund Wenn die Dämonen raus sind Der Epileptiker 11. Predigen und Dämonen austreiben – predigen und aus der Gewalt der Hölle und des Teufels befreien 12. Die Unterstellung der Pharisäer
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13. Jesus lässt die Jüngergemeinde an diesem Sieg teilhaben „Wer nicht mit Mir ist, der ist wider Mich; und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut” 14. Wir haben das Recht, zu handeln aufgrund des Opfers, das auf Golgatha geschehen ist. Und wir haben Macht, zu handeln im Namen des auferstandenen Jesus Recht – Macht. Wir wollen das unterscheiden lernen 15. In diesen Zusammenhang hinein gehört auch das Lösen 16. Drei Arten von Gebundenheiten, die zu beachten sind a) Gebundenheit als Folge unserer eigenen Sünde b) Gebundenheit als Folge von Sünden, die durch andere an uns geschehen sind c) Gebundenheit als Folge der Vätersünden Wenn aber nun einer so gebunden ist, dass er das nicht fassen kann und dass er das nicht erfahren kann, was ihm zugut geschehen ist? 17. Die Lösung wird wirksam an Leib und Seele und Geist a) Am Leib Die eigene Erfahrung der Befreiung b) Die Loslösung kann wirksam werden an der Seele c) Die Lösung des menschlichen Geistes Der Geist ist die Antenne für Gott Was bleibt nach der Lösung? 18. Die Lösung ist Entfaltung und Verwirklichung dessen, was uns bereits in der Heiligen Taufe geschenkt ist Kindertaufe Aneignung und Entfaltung 19. Der Lösungsbefehl Jesu Gemeindeordnung – Gemeindezucht – Gemeindezugehörigkeit Befreiung aus der Umklammerung der Todesmächte
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Vollmacht Gebet Das ist unsere Freude, lieber Vater, dass Jesus da ist, Jesus in Seinen Heiligen. Der Himmel ist da, Jesus in uns, Haupt Seiner Gemeinde, des Leibes Christi. Jesus ist da, um zu reden, mit uns zu reden. Und der Geist ist da, uns die Herzen aufzutun und es uns deutlich zu machen, was Du in dieser Rüste uns erschließen willst. Und jedem hast Du eine besondere Gnade zugedacht. Und wir alle sind geliebte Kinder. Danke für das, was bereitet ist heute Abend und auch für die kommenden Tage. Amen. Vollmacht Jesu – Vollmacht der Jünger Die Frage nach der Vollmacht wird viel bewegt und immer wieder gestellt. Und wir wollen in diesen Tagen dieser Frage nachgehen. Im geistlichen Leben ist alles wachstümlich. Auch Vollmacht ist nicht etwas, was einer bekommt – fix und fertig, sondern was sich entfaltet, ist also überhaupt ganz eng verbunden mit dem geistlichen Wachstum in unserem Leben. Und wenn wir der Vollmachtsfrage nachgehen, dann können wir gar nicht anders, als den Fragen geistlichen Wachstums nachzugehen, und das wollen wir tun. Wir setzen ein bei Jesus, wie könnte es anders sein, und wollen immer wieder vor Ihm stehen. Ich werde also jetzt schreiben:
A) Die Vollmacht Jesu Ich nenne die Bibelstellen. Weil der Stoff so reichlich ist, zu viel fast für die Zeit, die zur Verfügung steht, will ich’s so halten, dass ich selber die Bibelstellen lese. Vollmacht Jesu, Matthäus 28, 18, Er spricht: „Mir ist gegeben alle Vollmacht” – da steht dieses Wort ‘e)xousi/a’, ‘exusia’ – „alle Vollmacht im Himmel und auf Erden.” An Jesus können wir studieren, was das heißt, ein Leben in der Vollmacht, in der von Gott verliehenen Vollmacht, was ein Leben der Vollmacht ist, woher diese Vollmacht kommt und wie sie wirkt. Es mag Hilfe sein, wenn ich so etwas aufgliedere. Es ist dann leichter, es zu behalten.
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1. Jesus hat Vollmacht über alles Fleisch Wir denken an das Hohepriesterliche Gebet Johannes 17. Da sagt der Herr: „Vater, die Stunde ist da, verherrliche Deinen Sohn, auf dass Dich der Sohn verherrliche, wie Du Ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch.” Und das heißt: a) Er hat Vollmacht über Sein eigenes Fleisch Gottes Sohn im Fleisch, Gott ward Fleisch, Mensch – dir Mensch zugute, das heißt also auch: das Leben Jesu, was Sein Menschsein betrifft, ein Glied in der Kette der Generationen und trägt in Sich Seiner menschlichen Abstammung nach das Erbe von Generationen. Und nun das ganz Wesentliche: Er hat Vollmacht über das Fleisch, über Sein Fleisch. Das heißt aber auch, die Herrschaft über Sich Selber, die Herrschaft über das menschliche Ich. Und das heißt (Hebr. 4, 15): keine Sünde, versucht wie wir, ohne Sünde. Oder 1. Petrus 2, 22: „Welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in Seinem Munde erfunden.” – Und das heißt: b) Jesus hat Vollmacht über unser Fleisch Nachdem Er erhöht worden ist, hat Ihm der Vater Vollmacht gegeben über alles Fleisch, über alles, was nur Mensch ist. Und nun: Er hat Vollmacht – du kannst das jetzt ganz persönlich für dich sagen – Vollmacht über mich und mein Fleisch! – eine ganz wesentliche Perspektive. Hier ist der Mann, der helfen kann. 2. Die Wortvollmacht Jesu Weil wir es auch gerade in diesen Tagen erst gelesen haben, Markus 1, 21. 22: „Sie gingen hinein nach Kapernaum. Und alsbald am Sabbat ging Er in die Synagoge und lehrte. Und sie entsetzten sich über Seine Lehre, denn Er lehrte mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten.” Gelehrt worden ist viel, aber Er lehrt in Vollmacht, so dass Menschen sich entsetzen über dem, was Er sagt und wie Er’s sagt. Wir denken auch an den Schluss der Bergpredigt, wo das ebenso verzeichnet wird (Matth. 7, 28f): Er lehrt in Vollmacht, nicht wie die Schriftgelehrten – und sie verwundern sich. Oder ich denke an ein Wort wie Lukas 4, 32, hier wieder: „Er lehrte sie am Sabbat. Sie verwunderten sich Seiner Lehre, denn Er predigte in Vollmacht.” Eigentlich steht da: „In Vollmacht war Sein Wort.” Und da dürfen wir getrost sagen, nicht nur das Wort der Verkündigung, der Lehre, der Predigt, sondern Sein Wort überhaupt. Wir dürfen
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da alles Reden mit einbeziehen. Und was Er sagt, was Er sagt im schlichten Alltag, es ist immer in Vollmacht gesagt als das Wort Gottes. Auch Sein Schweigen geschieht in Vollmacht. In Seiner Passion, das ist vollmächtiges Schweigen, nicht trotziges. Und dann wieder vollmächtiges Reden da, wo wir vielleicht schweigen würden. Oder Seine Weisheit, zu antworten denen, die Ihm immer wieder neue Fallen stellen, auflauern, Ihn fangen wollen in Seinem Wort. Und dann sind es wenige Sätze, und sie sind schachmatt und können Ihm darauf nichts antworten, bis es schließlich heißt: „Sie wagten hinfort nichts mehr zu fragen” (Matth. 22, 46; Luk. 20, 40). Die Wortvollmacht Jesu. 3. Die Vollmacht Seines Handelns Dass wir es nur erst einmal an Jesus studieren, Leben in Vollmacht, und da gehört das hinzu: Vollmacht des Handelns. Eigentlich könnten wir das als einen Unterabschnitt unter Wortvollmacht setzen. Es ist wahr, immer wieder ist das Wort, das Er sagt, Mittel, durch das Er auch Seine Taten tut und die größten Taten tut. Es wird hier deutlich: Es ist derselbe, durch den Gott die Welt erschaffen hat. Er spricht: „Es werde!” Und es geschieht. „Es ward.” Man könnte sagen: Seine göttliche Befehlsgewalt. Niemals ist das brachiale Gewalt, niemals sind es menschliche Manipulationen, mit denen Er es schafft. Sondern ganz schlicht der Befehl, das gesprochene Wort, löst Größtes aus. a) Die Dämonenaustreibungen Lukas 4, 35. 36: Ein Besessener in der Synagoge – die Gottesdienste wickelten sich offenbar nicht so harmlos ab – besessen mit einem unsauberen Geist, und der schrie laut: „Halt, was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu verderben. Ich weiß, wer Du bist: der Heilige Gottes.” „Und Jesus bedrohte ihn” – weiter nichts – „und sprach: Verstumme und fahre von ihm aus. Und der böse Geist warf ihn mitten unter sie” – im Gottesdienst – „und fuhr von ihm aus und tat ihm keinen Schaden” – weil er’s nicht durfte, – „und es kam eine Furcht über sie.” – Beachtet immer wieder, wo von der Vollmacht die Rede ist, heißt es dann auch gleich: Es kam Furcht über sie. Sie entsetzen sich, sie verwundern sich. Und sie reden miteinander, tuscheln sich das so zu – „und sprachen: Was ist das für ein Ding? Er gebietet mit Vollmacht und Kraft.” Es steht übrigens beieinander Exusia, Vollmacht, und Dynamis, Kraft. Vollmacht und Dynamis gehören auch wieder ganz eng zueinander. „Er gebietet mit Vollmacht und Kraft den unsauberen Geistern. Und sie fahren aus.” 13
b) Krankenheilung Nur Beispiele, das ganze Leben Jesu gibt ja davon ein beredtes Zeugnis. Matthäus 4, 23. 24: „Jesus ging umher im ganzen galiläischen Lande, lehrte in ihren Synagogen, heroldete das Evangelium von der Königsherrschaft und heilte alle Krankheit und alle Gebrechen im Volk. Und die Kunde von Ihm erscholl durch ganz Syrienland. Und sie brachten zu Ihm alle Kranken, mit mancherlei Leiden und Plagen behaftet, die Besessenen, die Mondsüchtigen und die Gichtbrüchigen. Und Er machte sie gesund.” Die Vollmacht, Kranke zu heilen, und nun: c) Sündenvergebung Die Vollmacht, Sünden zu vergeben, nicht nur Worte zu sagen, sondern Vollmacht, Sünden zu vergeben. Wieder Matthäus 9, 1–8, allen vertraut, und dennoch ist es gut, es zu hören: Der Gichtbrüchige, den sie da von oben herablassen und Jesus zu Füßen legen. Liebe ist erfinderisch und weiß immer noch einen Weg. Da liegt der arme Kerl. Und jeder hat an einem Zipfel angepackt, um ihn herzubringen. Und sie blicken von oben herab voller Erwartung. Was nun? „Sei getrost, Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.” Und was das auslöst! – Den inneren Aufruhr der Frommen! Anmaßung, so etwas zu sagen, das nur zu denken: „Dir sind deine Sünden vergeben.” Und dann Jesus mit Seiner Frage, der ihre Gedanken erkennt – aber die Vollmacht des Blickes Jesu, ein ganzes Kapitel für sich – und dann die Frage: „Was ist nun leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben!, oder zu sagen: Stehe auf und wandle!” Offenbar geben sie keine Antwort. Oder wartet Er sie gar nicht erst ab? Sondern nun spricht Er: „Damit ihr seht, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben: Nimm dein Bett, stehe auf und gehe heim!” Das heißt also: Diese Heilung, die Er vor den Augen aller vollführt, ist nur eine Unterstreichung, ein Sichtbarmachen dessen, dass das Wort, das Er spricht, immer vollmächtiges Wort ist und dass es das wirkt, was es sagt. Und wenn Er zu dem Gichtbrüchigen sagt: „Stehe auf!”, so steht Er auf. Und wenn Er zu dem Sünder sagt: „Dir sind deine Sünden vergeben”, dann sind das nicht leere Worte, sondern da fällt die ganze Last weg. Das ist Entlastung, das ist Befreiung, das ist Reinigung, das ist Erneuerung. Er spricht, es geschieht, die Vollmacht des Wortes Jesu! Und wiederum löst das Lobpreis aus und Furcht, Vers 8, dass wir’s nur mit bedenken: „Das Volk, da es dies sah, fürchtete sich und pries Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben hat.”
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d) Vollmacht, Tote zu erwecken Wenn wir jetzt nur an den Lazarus denken und alles, was da vorausgegangen ist, Sein Mühen um Martha, und dann wieder die Maria und wie viel es Ihn gekostet hat, bis sie endlich doch den Stein vom Grabe wälzen, als Glaube praktisch werden sollte. Wunderbare Glaubensbekenntnisse sind vorausgegangen, als Er sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an Mich glaubt, wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebt und glaubt an Mich, wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?” Selbstverständlich hat sie geglaubt. Und die Martha legt ein wunderbares intaktes Glaubensbekenntnis ab. Aber jetzt wird’s praktisch: Der Stein vom Grabe! Und: „Er stinkt doch schon!” „Habe Ich dir nicht gesagt, so du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen.” Und dann geschieht’s. Und nun Jesus in Johannes 11, Vers 43: Er betet vor dem offenen Grab. Und da Er gebetet hat, ruft Er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!” – Man muss das hören: „… ruft Er mit lauter Stimme” – nicht heimlich und leise und zaghaft flüsternd, sondern klar und hörbar für jeden in dieses dunkle Grab hinein: „Lazarus, komm heraus!” Und dann regt sich’s im Grab, und der Tote steht auf, und Er gibt ihn seinen Schwestern zurück. Das ist Befehlsgewalt, Vollmacht des Wortes. e) auch Macht über Wind und Wellen und damit über alle Kreatur Matthäus 8, 26. 27: Die Jünger, die Ihn wecken. Die Wellen schlagen ins Boot. – Wie oft solche Situation im Alltag, wo die Wellen ins Boot schlagen und wir meinen, wir müssten sinken und ertrinken, in den Fluten umkommen! Das sind Situationen des Alltags. – Und Jesus schläft. Der schlafende Jesus – welch ein Zeugnis des Ruhens in Gott, des Vertrauens zu Gott, des Geborgenseins bei Gott, bis die Jünger Ihn wachrütteln und Ihm einen Vorwurf machen: „Herr, hilf uns, wir verderben!” Im anderen Evangelium wird es noch deutlicher gesagt: „Denkst Du nicht daran, dass wir verderben?” Und Er sagt ihnen: „Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?” Und Er stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Und bedrohte den Wind und das Meer! Da ward eine große Stille. Die Menschen aber verwunderten sich. f) Wandel auf dem Meer Jesus, der über die Wogen hinschreitet zu den Jüngern, die um ihr Leben rudern, um im rechten Augenblick bei ihnen zu sein. Und Sein Wandel auf dem Meer ist nichts anderes als Herrschaft über die Naturgesetze. g) Da Er die Viertausend oder die Fünftausend speist 15
Fünf Brote, ein wenig Fischlein – was ist das für die vielen? Aber Er hält es dem Vater hin, spricht die Danksagung und gibt’s den Jüngern zurück. Und am Ende sind sie alle satt. Und sie sammeln zwölf Körbe Brocken. Wenig wird viel. Schöpfung aus dem Nichts, möchte man hier sagen. Das sind die Vollmachten Jesu. Dazu kommt ein Viertes: 4. Die größte Vollmacht im Leben Jesu, die Vollmacht der Liebe Vielleicht viel zu wenig beachtet, Johannes 10, 17. 18: „Darum liebt Mich Mein Vater, weil Ich Mein Leben lasse, auf dass Ich’s wieder nehme. Niemand nimmt es von Mir” – wirklich – „niemand nimmt’s von Mir, sondern Ich lasse es von Mir selber. Ich habe Vollmacht, es zu lassen” – es dahinzugeben, ans Kreuz zu gehen – „Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Solch Gebot habe Ich empfangen von Meinem Vater.” Das ist das Ungeheuerlichste: die Vollmacht der Liebe im Leben Jesu, Macht, Sein Leben hinzuopfern, nicht Sich Selber zu leben, Sich zu opfern für die Sünder, für die Gottlosen, für die Feinde Gottes, für die Verlorenen, nicht für die Guten – für die Schlechten Sich hinzuopfern, Vollmacht der Liebe! „Ich habe Vollmacht, Mein Leben zu lassen.” – In dieser Vollmacht der Liebe vollzieht sich immer neu das ganze Einssein mit dem Vater auf Schritt und Tritt bis zum letzten Atemzug. Und darum könnte man sagen: 5. Das ist auch die Quelle aller Vollmachten, aus der all die anderen Vollmachten hervorfließen Aus dem Einssein mit dem Vater rührt alle Vollmacht, die Jesus in Seinem Leben betätigt, aus dem Einssein mit dem Vater! Eine Stelle, die mir ganz wichtig ist. Es gibt viel falsche Sicht Jesu unter den Frommen, etwa in der Richtung: „Ja, das war ja auch der Sohn Gottes. Und der konnte ja!”, gleichsam so, als habe Er aus dem Himmel die ganze herrliche Sohnesvollmacht mitgebracht – und übersehen dabei ganz, dass von Jesus geschrieben steht (Phil. 2, 7ff): Er wurde zu nichts. „Er entäußerte Sich Selbst”, eigentlich wörtlich: „Er wurde zu nichts.” Nichts! Er hat Sich aller Dinge entäußert, Seiner Sohnesherrlichkeit, Schönheit, Macht – Mensch wie wir, an Gebärden wie ein Mensch erfunden. Aber dass Er den Weg des Gehorsams ging auf Schritt und Tritt, das war für Ihn das Einssein mit dem Vater, das Leben in dieser ganzen Einheit mit Gott (Joh. 4, 34; 6, 38): „Ich suche nicht Meinen Willen, sondern den Willen dessen, der Mich gesandt hat.” „Das ist Meine Speise, den Willen Gottes zu tun.” Das ist Meine Kraft, davon lebe Ich. Und Ich wäre kraftlos, das 16
heißt auch ohnmächtig, ohne diese Speise, von Augenblick zu Augenblick den Willen des Vaters zu tun – eins mit Gott. Und aus diesem Einssein mit Gott heraus kommt alle Vollmacht in Seinem Leben. Welche Vollmacht du auch nennen magst: alles aus dem Einssein mit Gott heraus. Sein Reichtum ist der Vater. Wenn man mal solch Wort bedenkt wie Johannes 5, 19f, wo der Herr Jesus zeugnishaft – ganz stark jetzt zeugnishaft sagt: „Der Menschensohn kann nichts von Sich Selber tun.” Der Menschensohn kann nichts von Sich Selber tun! „Aber der Vater hat den Sohn lieb und zeigt Ihm alles … und Er wird Ihm noch Größeres zeigen” – als das, was bis dahin geschehen ist. Sein Reichtum ist der Vater. Von Sich muss Er sagen: ‘Ich kann nicht. Ich habe nicht, Ich weiß nicht. Aber der Vater!’ Es ist ganz wichtig, ganz wichtig! Vielleicht kommen wir noch wieder drauf in diesen Tagen, dass uns das mal ganz deutlich wird: Der Reichtum Jesu ist der Vater. Er hat nichts in Sich Selber. Er hat Sich entäußert, ganz arm – aber der Vater, mit dem Er auf Schritt und Tritt in ganzer Einheit lebt. Und nun kann der Vater Sich des Sohnes bedienen und durch den Sohn handeln. – Bewegt es! Das ist sehr wichtig. Johannes 14, Sein eigenes Wort, offenbar ist es auch den Jüngern so schnell gar nicht eingegangen. Er hat es oft genug gesagt, und gehört haben sie’s nicht. Johannes 14, Abschiedsreden, also das Letzte im Kreis Seiner Jünger, ehe Er den Weg nach Gethsemane, Gabbata, Golgatha geht, und alles, was Ihn da so bewegt. Und dann Philippus, der noch gar nicht begriffen hat. „Herr, zeige uns den Vater!”, sagt Philippus. Jesus: „So lange bin Ich bei euch, und du kennst Mich nicht, Philippus? Wer Mich sieht, sieht den Vater. Wie sprichst du denn: Zeig uns den Vater! Glaubst du denn nicht, dass Ich im Vater bin und der Vater in Mir? Die Worte, die Ich zu euch rede” – Vollmacht des Wortes – „die rede Ich nicht von Mir Selbst. Der Vater aber, der in Mir wohnt, tut Seine Werke.” In Jesus, durch Jesus spricht Gott zur Welt. Durch Jesus handelt Gott in der Welt. Und was Jesus tut, ist das Handeln Gottes. Und dann ist Jesus Mund, durch den Gott spricht. Und dann ist Jesus Werkzeug, dessen der Vater Sich bedient, Waffe, die Er gebraucht wider alle Macht der Finsternis. Die Vollmacht Jesu ist der Vater und Sein Einssein mit Gott und Seine Gemeinschaft mit Ihm. Vers 11: „Glaubt Mir doch, dass Ich im Vater bin und der Vater in Mir. Wenn nicht, glaubt Mir doch um der Werke willen, die Ich tue.” Wie dick kann unser Fell sein, ehe das eingeht, was Er will und was Er meint. Er sagt’s, und wir hören’s nicht – auch die Jünger. – Die Jünger, das ist ein Kapitel für sich. Gott sei Lob und Dank!
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Übrigens wichtig, sehr wichtig ist, dass der nächste Satz heißt: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer an Mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die Ich tue, und wird größere als diese tun, denn Ich gehe zum Vater.” Von Seiner Vollmacht geht Er unmittelbar über zu dem Thema: Vollmacht der Jünger. „Ihr auch! Ihr auch!”, sagt Er. „Ihr auch!” Matthäus 4, 23: „Jesus ging umher im ganzen galiläischen Land, lehrte in ihren Synagogen, heroldete das Evangelium von der Königsherrschaft” – vom Reich, steht da. An den meisten Stellen, wo die Rede ist vom ‘Reich’, tun wir gut, dafür einzusetzen: ‘Königsherrschaft’. Beides ist möglich. Die ‘basilei/a’, Basileia, ist Königtum, ist Königreich und ist Königsherrschaft. Viele Stellen fangen an zu leuchten in ganz anderer Weise, wenn wir sagen: „Königsherrschaft!” Sein Evangelium von der Königsherrschaft Gottes. Die Frage, um die es geht im Leben Jesu und die Er uns aufgibt, ist: Wer soll Herr sein? Im Leben Jesu ist die Königsherrschaft Gottes angebrochen. In diesem Leben ist Gott Herr, und darum ist es ein Leben der Vollmacht. Und dann will Er uns mitnehmen, ein Leben unter die Königsherrschaft Gottes gebracht. Die Zeit der Königsherrschaft Gottes ist angebrochen. Wer soll Herr sein bei dir und in deinem Leben? Gott will Herr sein. Er hat uns erlöst zur Herrschaft Gottes hin. Das ist die Frage der Vollmacht. Vielleicht noch die Stelle Apostelgeschichte 10, 38, die Geschichte vom Kornelius. Man möchte gar nicht so vorübereilen, aber bewegt’s nur weiter im Herzen. Auch das hat dem Heiligen Geist manche Mühe gekostet, den Petrus in Bewegung in Richtung Kornelius zu setzen, nun endlich mal die Schwelle eines heidnischen Hauses zu übertreten. Und Petrus kommt hin, sie warten schon auf ihn, und dann fängt er an zu predigen. Was soll er auch anderes tun? Die Botschaft ihnen sagen, das Evangelium von Jesus ihnen verkündigen. Nun sagt er ihnen von dem, der ans Kreuz gegangen ist, von dem, der auferstanden ist. Und V. 38, dieser Vers: „Diesen Jesus von Nazareth hat Gott gesalbt mit Heiligem Geist und Kraft.” – Auf Jesus liegt die Salbung Gottes, die Salbung des Geistes und der Kraft, Dynamis. – „Der ist umhergezogen” – der, den Gott gesalbt hat mit Geist und mit Kraft, den Gott bevollmächtigt hat – „der ist umhergezogen und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit Ihm.” Dies kleine Sätzlein, das ist das Geheimnis Seiner Vollmacht. Jesus sagt uns ganz bescheiden: „Ich kann nichts von Mir Selber tun, aber Gott ist mit Mir”, und „Gott handelt durch Mich”. Er ist so ganz Mensch geworden, nichts geworden. Und nun: Welch große Dinge geschehen, wenn Gott Sich eines solchen Menschen bemächtigt, der nichts
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geworden ist in sich selbst. Dass wir die Vollmachtslinie von hier angehen! Da wird sehr vieles deutlich.
B) Die Vollmacht der Jünger Sie fließt aus derselben Quelle, aus Gott: Es gibt keine andere Quelle der Vollmacht als Gott, die Quelle, aus der Jesus geschöpft und gelebt hat. Sie wirkt durch die Verbindung mit Jesus in der Kraft des Heiligen Geistes: Aus Gott – durch unsere Verbindung mit Jesus allein – in der Kraft des Heiligen Geistes – Vollmacht! Weil wir Jünger sind, Leute, die zu Jesus gehören, unlöslich mit Ihm verbunden, ein Leib, eingerenkt im Leibe Christi, weil wir Jünger sind, haben wir teil an Seinen Vollmachten, wobei ich betone: haben wir teil. Das heißt, jeder hat sein Teil. Das heißt auch, jeder hat ein anderes Teil, aber jeder hat Vollmacht. Und es gibt kein vollmachtloses Leben der Gotteskinder. Nur dass jeder sein Teil hat an diesem umfassenden, großen, herrlichen Leben Jesu. Wir haben teil an den Vollmachten Jesu – Glieder an Seinem Leib. Es ist doch ganz logisch! Wenn man Glied am Leib Christi ist, muss man teilhaben an dem Leben des Sohnes. Dann lebt Er Sein Leben weiter. Wir alle sollen teilhaben. 1. Korinther 1, 9, eins dieser so ganz bedeutsamen Worte gerade in dem Brief an die Gemeinde, die am stärksten charismatisch bewegt war, was Paulus nur positiv würdigt, mit keinem negativen Wort oder Wort der Kritik (oder Fragezeichen: Ist das Heiliger Geist oder Geist von unten?), bei allem, was in Korinth los war. Aber wie er sie dann ganz seelsorgerlich weiterführt. Gleich in den ersten Versen (4–7) erst einmal Lob und Dank: All der Reichtum ist bei euch aufgetan. Lob und Dank! Aber dann: „Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft Seines Sohnes Jesus Christus.” Es gibt mehr als Gaben von Gott und Geschenke von Jesus: IHN Selber. Zur Gemeinschaft mit dem Sohn sind wir berufen, teilzuhaben am Leben Jesu, des Sohnes Gottes. Das ist das große und herrliche Evangelium. Man könnte 2. Thessalonicher 2, 14 etwa hier mit lesen, viele andere Stellen auch, da heißt es – ich lese es jetzt aber wörtlich, wie es dasteht: „Dass wir berufen sind zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.” Habt ihr das schon mal richtig gehört? Wir sind berufen, zu erlangen die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus. Da ist Er in Seiner ganzen Herrlichkeit, Macht und Kraft und Vollmacht und sagt: „Ihr sollt alle teil haben!” „Berufen zur Erlangung der Herrlichkeit Jesu Christi.”
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1. Grundvollmacht Es gibt eine Grundvollmacht. Von der redet Johannes 1, 12: „Wie viele Ihn – Jesus – aufnahmen, denen gab Er Vollmacht, Exusia, Gottes Kinder zu werden, die an Seinen Namen glauben.” Es gibt eine Vollmacht, die Gotteskindschaft zu leben, heißt das. Nicht bloß Gott-Kind zu sein dem Namen nach, nominell, sondern wirklich und wahrhaftig und lebensmäßig, Vollmacht, Gottes Kinder zu werden. Das umschließt das Wort, das über unsere Lippen geht – nicht bloß an so heiliger Stätte wie hier. Das umschließt jedes Werk, das wir tun, auch wo es keiner sieht. Das umschließt unseren Wandel, wie wir wandeln – nicht bloß an den schönen Festtagen, sondern so ganz in den Tiefen des Alltags und mitten in dieser Welt. Das umschließt unser Wesen, wie wir sind, also alles, was wir leben. „Er gab ihnen Vollmacht, Gottes Kinder zu werden.” Merkt ihr, dass die Vollmachtsfrage eine Frage ist, die uns alle angeht, und wie entscheidend und wichtig es ist und wie letztlich alles davon abhängt, dass diese Vollmacht in meinem wie in deinem Leben wirklich wirksam wird? Wir haben Vollmacht empfangen, Gottes Kinder zu werden. Was wir auch leben, es steht unter Seiner Vollmacht. Paulus sagt es ganz anders, im tiefsten ist dasselbe gemeint, Kolosser 3, 17: „Alles, was ihr tut” – alles, jetzt ist nichts ausgenommen, alles, was ihr tut, vom Morgen bis zum Abend, du kannst auch sagen, vom Abend bis zum Morgen – „das tut alles in dem Namen Jesu Christi” – das heißt, in der ganzen Einheit mit Jesus, so dass die Vollmachten Jesu in dem, was du auch tust, wirksam werden – „und danket Gott und dem Vater durch Ihn.” Das sind ja ungeheure Sätze: Alles, was ihr tut, alles – da gibt es nicht einen heiligen Bezirk und dann einen menschlichen Bezirk. „Alles, was ihr tut, das tut in dem Namen Jesu Christi” – so, dass es das Siegel des Herrn hat und es Gott preist. Grundvollmacht! Die Voraussetzung dafür: „Wie viele Ihn aufnahmen, wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden.” Und jetzt unterstreicht euch ruhig einmal das Wörtlein: Ihn. Wie viele Ihn aufnahmen, also nicht nur: Wie viele sich beschenken ließen von Seinen Gaben. Und Er hat viele der Gaben. Wie viel irdische Güte Gottes fließt uns zu, aber jetzt auch mal die Gnadengaben, eine Fülle, ein Reichtum an Gnadengaben. Aber Gaben sind nicht Er! Die Perlenkette, die der Bräutigam seiner Braut schenkt, ist nicht er. Das ist ein Geschenk von ihm. Welche Braut wird sich damit zufrieden geben, dass sie eine Perlenkette hat von ihm! Wie viele Kinder Gottes sind glückselig – und ich bin’s mit – darüber, dass charismatisches Leben ganz neu aufgebrochen ist und pulsiert: Gaben, die nur Er zu schenken weiß. Aber hier
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steht: „Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Vollmacht.” Vollmacht hängt immer mit Ihm persönlich zusammen. Denen gab Er Vollmacht! Jesaja 53, dieses große, gewaltige Jesaja-Kapitel von dem Allerverachtetsten und Unwertesten, keine Gestalt noch Schöne. Fürwahr, Er trug unsere Krankheit. Da heißt es dann auch im 10. Vers jetzt im Blick auf den Auferstandenen, denn Sein Leben ist ja nicht am Kreuz zu Ende und im Grab zu Ende, sondern der da aufersteht: „dass Er Seine Tage in uns verlängert.” So steht’s da. Das sind Worte, die ungeheures Gewicht haben. Jesus, der Auferstandene, will Seine Tage, wie Er sie hier gelebt hat auf der Erde, in uns verlängern. Dazu hat der Vater uns dem Sohn gegeben, dass Er Seine Tage in uns verlängert. „… die Du Mir gegeben hast”, sagt Er. Pfingsten, (ich meine jetzt nicht das Pfingsten der Dreitausend, wir kommen dieser Tage noch einmal darauf), das Pfingsten der Apostel: Feuer auf ihrem Haupt. Darüber könnte man schreiben: ‘Das Leben Jesu geht weiter!’ Die Feinde Jesu hatten gedacht: Jetzt sind wir fertig damit. Und jetzt sind es zwölf oder die Hundertzwanzig. Das Leben Jesu geht weiter. Es hat nie aufgehört. „Dass Er Seine Tage in uns verlängert”, das ist Vollmacht. Ich bin lange im Dienst gewesen, das Thema Vollmacht habe ich immer gescheut und habe es auch nie behandelt, erst jetzt am Ende, immer irgendwie aus dem Wissen heraus: Ich kann doch gar nicht von ‘unserer Vollmacht’ reden. Wir haben nämlich auch keine. Wenn Vollmacht, das ist Er. Und vielleicht wird’s noch deutlich: In die Ohnmacht hinein, in die menschliche, gibt Er Seine Vollmacht, Sich Selber. Drum sind das Bereitungswege. Der Heilige Geist, wenn Er in uns wohnt, hat nur noch ein Ziel, ein großes Verlangen, dass nur Er, Jesus, verherrlicht wird in uns und durch uns. Es geht Ihm um die Verherrlichung Christi, Ihm den Thron zu bereiten. Das ist also die Grundvollmacht. Jünger Jesu haben als Grundvollmacht die Vollmacht, dass sie als Kinder Gottes leben. 2. Die Spezialvollmachten Ja, die gibt’s auch. Das heißt also: Vollmacht, die nicht jeder hat, Spezialvollmacht. Markus 13, 34, ein Gleichnis, Jesus sagt: „Seht euch vor, wachet! Ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Gleichwie ein Mensch, der über Land zog und verließ sein Haus und gab seinen Knechten Vollmacht, einem jeglichen seine Arbeit” – sein ‘e}rgon’, ‘ergon’ im Griechischen, Werk, Vollmacht, dass jeder sein ihm aufgetragenes Werk ausrichte. Hier in Gleichnisrede: Er Selber ist es, der über Land gezogen ist, Sein Haus verlassen, aufgefahren zum Vater, und der nun Seinen Knechten 21