Claudia Stangl
24 Sternstunden fĂźr Himmelssucher
Lese probe
Druck und Bindung des vorliegenden Buches erfolgten in Deutschland
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar Bibelzitate wurden der Hoffnung für alle entnommen. © 1983, 1996, 2002 by Biblica Inc. TM
Claudia Stangl
24 Sternstunden für Himmelssucher
Lektorat: Dr. Thomas Baumann Umschlaggestaltung: spoon design, Olaf Johannson Umschlagbild: Tomsickova Tatyana/Shutterstock.com Bilder Innenteil: losw, Tanja Esser, zorbital, Lukas Hodon, Volodymyr Martyniuk, Romolo Tavani, Boguslaw Mazur, Alexander Erdbeer, matka_Wariatka, Anna Grishenko, Jullia_L, KIDSADA PHOTO, Four Oaks, Digital Storm, Nejron Photo, Yulia Grigoryeva, AnimalName-Design, InnervisionArt, stock_photo_ world, ideafactory250, Stefano Garau, Drew Rawcliffe, Irena Mila, jorisvo; alle: Shutterstock.com
NEUFELD VERLAG
Satz: Neufeld Verlag Herstellung: CPI – Clausen & Bosse, Birkstraße 10, 25917 Leck © 2018 Neufeld Verlag, Sauerbruchstraße 16, 27478 Cuxhaven ISBN 978-3-86256-095-0, Bestell-Nummer 590 095 Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages www.neufeld-verlag.de / www.neufeld-verlag.ch Bleiben Sie auf dem Laufenden: newsletter.neufeld-verlag.de www.facebook.com/NeufeldVerlag www.neufeld-verlag.de/blog
NEUFELD VERLAG
Dem Stern folgen
I
ch liebe die Weihnachtszeit. Nicht wegen der Traditionen. Ich bin keine Frau von Ritualen. Plätzchen backen, Adventskranz anzünden, „Stille Nacht“ singen und Christbaumschmücken – all das rührt zwar in warmen Kindheitserinnerungen, aber wirklich mein Herz berühren Worte. Worte, die nicht nur leer dahingesagt sind, sondern die gelebt werden und aus einem liebenden Herzen kommen. „Am Anfang war das Wort“, beginnt so bedeutsam das Johannesevangelium. „Und das Wort wurde Mensch und lebte unter uns“ (Johannes 1,1.14). Das ist für mich das Wunder von Weihnachten, so viel Liebe Gottes in einem Menschen in dieser Welt! Es heißt auch: „Doch obwohl er unter ihnen lebte und die Welt durch ihn geschaffen wurde, erkannten ihn die Menschen nicht. Er kam in seine Welt, aber die Menschen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden“ (Johannes 1,10.11). 5
Deswegen fasziniert mich diese Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die den Stern entdeckten und erkannten: Hier passiert gerade etwas ganz Großes! Von ihnen möchte ich lernen, aufmerksam zu werden für die Spuren Gottes in dieser Welt. Aufzubrechen und meiner Sehnsucht zu folgen. Vielleicht ist der Weg weit. Vielleicht werden Zweifel, Erschöpfung und Umwege ihn kennzeichnen. Vielleicht finde ich am Ende etwas, das ganz anders ist, als ich erwartet habe. In dieser Adventszeit möchte ich dich einladen, mich ein Stück Weg zu begleiten. Lass uns jeden Tag eine Stunde unter dem Stern verweilen. Darüber nachdenken, warum wir aufgebrochen sind. Spüren, wonach wir uns sehnen und was uns treibt. Worte dafür finden. Orientierung suchen. Und Kraft schöpfen zum Weiterwandern. Ich wäre gerne deine Weggefährtin. Claudia Stangl
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16. Dezember: Mitbringsel.......................................72 17. Dezember: SternApp...........................................76 18. Dezember: Wegzehrung..................................... 80 19. Dezember: Sternstunden....................................84 20. Dezember: Nachtstille........................................88
Inhalt
21. Dezember: Sternzeitalter....................................92
Dem Stern folgen......................................................... 5
23. Dezember: Den ganzen Weg zurück...............100
22. Dezember: Weihnachtssterne........................... 96 24. Dezember: Wahrheitssucher............................104
1. Dezember: Sternweh............................................. 12 2. Dezember: Himmelsduft...................................... 16 3. Dezember: Sternspiele..........................................20 4. Dezember: Sonnenstern.......................................24 5. Dezember: Nebelwandern....................................28 6. Dezember: Sternschnuppenwünsche.................. 32 7. Dezember: Verlaufen............................................36 8. Dezember: Gegenverkehr.................................... 40 9. Dezember: Aus den Augen verloren...................44 10. Dezember: O-Stern.............................................48 11. Dezember: Sterngefährten.................................. 52 12. Dezember: Weißt du, wie viel Sternlein stehen?..........................................56 13. Dezember: Es werde dunkel.............................. 60 14. Dezember: Gestirngespinste...............................64 15. Dezember: Pilgervertrauen................................68
Über die Autorin..................................................... 107
1. Dezember
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Sternweh
I
still haven’t found what I’m looking for“, sang 1987 die irische Band U2. Damit drückte sie ein Lebensgefühl vieler Menschen musikalisch aus: immer auf der Suche … nach was eigentlich? Auch ich bin eine Suchende. Ab und zu meine ich, „es“ gefunden zu haben. In einer Leidenschaft, die mich ganz in Beschlag nimmt, in einem Beruf, der zur Lebensaufgabe wird, in der Familie, in der ich mich sicher fühle, in einer Beziehung, die mich Heimat ahnen lässt. Dann ist die Versuchung groß, sich dort niederzulassen. Ein paar Sterndeuter im Orient lagen einst wach und beobachteten ein astronomisches Schauspiel am Himmel. Es wäre ein Leichtes gewesen, diese ungewöhnliche Konstellation weiterhin aus der Ferne zu bewundern, sich regelmäßig Notizen zu machen und den Verlauf für die Nachwelt zu dokumentieren. Wer weiß, wie viele Menschen damals dieses Ereignis ebenfalls wahrnahmen? Aber bei diesen Wissenschaftlern leuchtete der Stern in ein vorbereitetes Herz. Wie lange sie wohl schon an Fernweh gelitten hatten? An der Sehnsucht nach dem unbekannten Irgendwas, das einen vorwärts leben und hoffen lässt auf eine Erfüllung, von der man nicht sagen kann, wie sie aussieht, deren Fehlen man aber spürt wie ein beständiges Ziehen unsichtbarer Fäden. Lächerlich, sich auf12
zumachen nur aufgrund einer Vermutung. So viel Aufwand, so viele Strapazen, so ein langer Weg, so viel Spott, so viel Zweifel, so viel Angst, dass am Ende alles ein Irrtum war. Sie wussten nicht einmal genau, wonach sie suchten. Und ging es ihnen nicht gut, dort, wo sie waren? Fernweh ist eine starke Kraft. Sie lässt uns leben, hoffen, weitermachen. Bis eines Tages vielleicht etwas geschieht, das die Hoffnung schürt, dass das Ziel unseres Sehnens existiert. Ein Stern leuchtet in unser Dunkel – die Klänge einer Musik, die Stille eines Wintermorgens, die wärmende Liebe eines Menschen – und weckt Sehnsucht nach mehr. Fernweh ist Heimweh. Ist die Sehnsucht, ankommen zu dürfen. Hören: Es ist alles gut. Du bist geliebt. Ich warte auf dich. Du bist zu Hause! Mach dich mit den Sterndeutern auf die Reise. Gib dich nicht so schnell zufrieden. Und verwechsle keinen noch so hellen Stern mit dem Kind in der Krippe!
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2. Dezember
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Himmelsduft
E
s klingelt an der Haustür. Draußen stehen die Sternsinger. Sie ziehen hier traditionell um den 6. Januar von Haus zu Haus. Kinder, meist Ministranten, in prächtigen Gewändern, einer das Gesicht geschwärzt, weihrauchkesselschwenkend. Sie sagen ein Gedicht oder singen ein Lied von ihrer langen Reise unter dem Stern und der Suche nach dem neugeborenen König. Dann die rituelle Beschriftung der Haustüre: C – M – B, umrahmt von der neuen Jahreszahl. „Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die Kinder sind schon längst zur Nachbarin weitergezogen, da hängt der Weihrauchduft noch im Eingangsbereich und ich denke mir: Ja, danke euch für diesen Segen! Im Lukasevangelium wird berichtet, wie Jesus seine Schüler in diese Welt schickt: „Es wird nicht einfach sein“, prophezeit er. „Ihr werdet euch fühlen wie Schafe unter Wölfen. Fremd und fehl am Platz. Bedroht und schutzlos. Aber sichert euch nicht ab, nehmt keine Vorräte mit und auch kein Geld. Gott wird für euch sorgen. Haltet euch unterwegs nicht mit belanglosen Gesprächen auf, die Zeit ist zu kostbar, euer Auftrag zu wichtig. Und dann, wenn ihr in ein Haus eintretet, wünscht den Bewohnern Frieden! Das ist alles.
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Ihr müsst euch nicht um die Wirkung kümmern. Das ist meine Aufgabe. Und die Verantwortung der Bewohner. Wenn sie eure Friedensbotschaft annehmen, werde ich bei ihnen bleiben. Wenn sie sie ablehnen, dann lehnen sie damit auch mich ab und es wird kein Friede in ihrem Haus sein.“ Dieser Auftrag ist über 2 000 Jahre alt und auch heute noch aktuell. Nein, es ist nicht einfacher geworden. Es braucht mutige Menschen, die sich nicht auf eigene Sicherheiten verlassen, ihrem himmlischen Versorger vertrauen und keine Angst haben vor verschlossenen Türen. Und es braucht demütige Menschen. Denn das, was wir zu bieten haben, haben wir nicht aus uns selbst. Wir sind genauso auf der Suche. Wir haben nur schon den Stern gesehen und haben uns auf den Weg gemacht. Weil wir uns auch nach Frieden sehnen. Manche werden den Kopf schütteln. Andere werden uns dankbar dienen mit dem, was sie haben. Am Ende werden wir die Gesegneten sein. Ich wünsche dir in diesen Tagen viele gute Erfahrungen auf deinem Weg als Friedensverkünder. Ich wünsche dir offene Türen in den Herzen der Menschen. Und dass, wenn du weiterziehst, ein himmlischer Duft in ihnen hängen bleibt.
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Über die Autorin Claudia Stangl, Jahrgang 1969, seit 23 Jahren verheiratet, drei Kinder im Teenageralter, ausgebildete Krankenschwester, aber seit 20 Jahren wegen Familienphase nicht mehr in diesem Beruf tätig. Stattdessen vor allem ehrenamtliche Predigerin in einer evangelischen Freikirche. In den letzten Jahren Ausbildung in Christlicher Beratung und Seelsorge an der IGNIS Akademie Kitzingen. So meine klassischen Eckdaten: Name, Alter, Familienstand, Beruf. Aber ob sie mir wirklich gerecht werden? Die Bezeichnung für mein Leben müsste man wohl erst noch erfinden, weil es so viele Facetten hat und sich kaum mit einem Wort definieren lässt :) Ich selber würde wahrscheinlich von mir sagen: Aufgewachsen im Fichtelgebirge habe ich von dort die Liebe zum Wald in den leider etwas baumlosen niederbayerischen Gäuboden mitgebracht. Mein 107
An der Weihnachtszeit liebe ich besonders die ruhigen langen Abende, das Kerzenlicht, die Dunkelheit und die Stille, um darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist im Leben. Die Stille zu suchen, ist für mich lebensnotwendig.
Bestseller
NEUFELD VERLAG
großes Bedürfnis nach Stille und Einsamkeit kollidiert des Öfteren mit meinem Familienalltag und meiner Liebe zu Menschen. Ich bin eine leidenschaftliche Gottsucherin und denke gerne über die Geheimnisse des Lebens nach, insbesondere in der Natur und in Beziehungen. Ich kann stundenlang dasitzen, beobachten und die Gedanken laufen lassen, das ist quasi mein liebstes Hobby … Auch Kommunikation ist mir sehr wichtig, Gefühle und Gedanken in passende Worte zu kleiden, um ebenfalls zum Nachdenken anzuregen, einander besser zu verstehen und Versöhnung zu schaffen. Als Sprachhelferin für Flüchtlinge denke ich auch gerne über konfessionelle und religiöse Grenzen hinaus und suche Verbindung und Einheit. Ich schreibe gerne und teile meine Gedanken in Predigten und Artikeln. Als Ausgleich arbeite ich gerne im Garten, wühle mit den Händen in der Erde, freue mich an dem Lebendigen und denke wieder darüber nach …
André Trocmé
Von Engeln und Eseln
Geschichten nicht nur zu Weihnachten
Spannende Erzählungen, die Kinder und Erwachsene inspirieren, neu auf das zu achten, was wirklich zählt. Diese Geschichten erzählte Pfarrer André Trocmé (1901–1971) in Le Chambon-surLignon, während Frankreich von Hitlers Truppen besetzt war und vom Vichy-Regime regiert wurde. Sie veränderten und retteten Leben: Die etwa 9 000 Bewohner jener Gegend leisteten auf ihre Art Widerstand. Als der Krieg zu Ende war, hatten sie fast 5 000 Flüchtlingen geholfen, darunter etwa 3 500 Juden. Gebunden, 159 Seiten, mit Illustrationen 7. Auflage 2018, ISBN 978-3-937896-52-6 Hörbuch, gelesen von Philipp Schepmann ISBN 978-3-86256-003-5, vier Erzählungen aus dem Buch Von Engeln und Eseln
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NEUFELD VERLAG
B u c h h i n w ei s
André Trocmé
Engel singen nicht für Geld und andere Geschichten zu Weihnachten
Wenn André Trocmé seiner Gemeinde Weihnachtsgeschichten erzählte, dann merkten alle sofort, dass es nicht (nur) um das erste Weihnachtsfest vor 2 000 Jahren ging. Trocmé war zutiefst überzeugt, dass „Friede auf Erden allen Menschen guten Willens“ tatsächlich möglich ist. Deshalb sind seine Geschichten – auch in diesem zweiten Band – voller Hoffnung. Gebunden, 158 Seiten, mit Illustrationen sowie einer Geschenkkarte ISBN 978-3-86256-002-8
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Der Neufeld Verlag ist ein unabhängiger, inhabergeführter Verlag mit einem ambitionierten Programm. Wir möchten bewegen, inspirieren und unterhalten. Unser Motto: Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist! Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat. Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben: Bei Gott bin ich willkommen. Unser Slogan hat eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Sie haben uns etwas zu sagen und zu geben. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen. Folgen Sie uns auch auf www.facebook.com/NeufeldVerlag und in unserem Blog unter www.neufeld-verlag.de/blog!