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Weisheit für Vielbeschäftigte
NEUFELD VERLAG
I nhalt I. Sich auf die Suche begeben 1. Grundverlegenheit ÂťDaseinskompetenzÂŤ
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Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet Ăźber www.d-nb.de abrufbar
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Bibelzitate sind, sofern nicht anders angegeben, der Zßrcher Bibel entnommen. Zßrcher Bibel 2007 Š 2007 Verlag der Zßrcher Bibel beim Theologischen Verlag Zßrich. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Verlages Umschlaggestaltung: spoon design, Olaf Johannson Umschlagbilder: Š ShutterStockŽ Satz: Neufeld Verlag, Schwarzenfeld Herstellung: Bercker Graphischer Betrieb GmbH & Co. KG, Kevelaer Š 2010 Neufeld Verlag Schwarzenfeld ISBN 978-3-86256-001-1, Bestell-Nummer 588 765 Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages www.neufeld-verlag.de
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2. Das Märchen vom Dummling
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3. Weisheitsbedarf
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4. Weisheit will Weile haben
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5. Weisheit als innere Freiheit
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6. Quellen der Weisheit
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7. Ă–stliche Weisheit
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II. Dem Pfad folgen 8. Alles, was du wissen musst, hast du schon als Kind gelernt
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9. Weisheit und Spiritualität
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10. Von der Weisheit, ganz Ohr zu sein
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11. Im Hier und Jetzt leben
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12. Charme und SchÜnheit des Alltäglichen
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13. Weise mit Scheitern umgehen
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14. Abschied nehmen
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Epilog: Gehen am Rand entlang
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T eil I
Sich auf die Suche begeben
W
eisheit gleicht einer bestimmten Ganzheitserfahrung, die unser Leben gestaltet.
3 . K aPItel
Weisheitsbedarf
RAIMON PANIKKAR
I
n der Regel suchen wir im Blick auf die Fragen, die uns in Verlegenheit bringen, nach Antworten. Diese Antworten sollen sich tunlichst als Handlungsperspektive oder sogar als leicht umsetzbare Methode empfehlen. Sonst können wir sie uns sparen. Meinen wir. Doch irgendwann merken wir: Antworten und praktische Handlungsvorgaben sind, langfristig gesehen, selten eine Hilfe. Denn morgen kann alles schon wieder ganz anders aussehen. Vor der schnellen Suche nach Antworten müsste also herausgefunden werden, was eigentlich die Fragen sind! Was aber wären die richtigen Fragen?
Späte Einsicht
Manche Menschen bekommen erst nach getaner Arbeit heraus, was die richtigen Fragen (gewesen) wären. Im Ruhestand. Traurig, aber immerhin. Spät, aber deswegen noch nicht unbedingt zu spät. eine umfrage unter emeritierten Pfarrern brachte zum Vorschein, dass viele von ihnen all die Jahre etwas verkündigt hatten, woran sie selbst gar nicht so richtig glauben konnten. Aber es gab kaum Zeit, dem nachzugehen. Die nächste Sonntagspredigt stand ja an. 32
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Teil I – S ich au f die Su che be geb en
So ist es mit manchen Wirtschaftsführern und Politikern nach Beendigung ihrer Karriere: Auf einmal ist es spannend, ihnen zuzuhören, denn sie sprechen ungewohnt mutige und nachdenkenswerte Gedanken aus – nachdem sie nicht mehr in Amt und Würden sind. Und sind nicht Großeltern oft ein wunderbares Geschenk an die Menschheit, während die Eltern verbissen und verzweifelt nach dem Kompass suchen? Offenbar lernt man die wirklichen Fragen des Lebens, wenn man nicht unter Druck steht, wenn Pause ist und Feierabend. Und wenn man die Demut erlangt, vieles loszulassen von dem, das einem früher einmal als Antwort erschienen ist und einleuchtend war. Spätes Erkennen nennt man so etwas. Bei den einen ist es mit großer Trauer verbunden, vielleicht mit Scham, Reue und Bestürzung. Aber so muss es nicht sein. Auch spätes Erkennen ist Erkennen. Und wer sagt, ob es überhaupt ein anderes echtes und belastbares Erkennen gibt als das ... späte?! Also darf man es feiern, sich daran freuen, es wie Freiheit einatmen – um fortzufahren mit dem Aufbrechen ... Zerrissene Existenz
Oft finden wir die richtigen Fragen (oder sie finden uns) aber auch in dem Augenblick, wo Beruf einerseits und persönliche Daseinsbewältigung andererseits uns in eine Zerreißprobe bringen. Dann ahnen wir: Die Welt und das Leben sind immer ein Ganzes; wer hier trennt, verliert alles. Das Fatale ist nur: Unser System, die Logik von Gesellschaft und moderner Wirtschaft zwingt uns geradezu, zu trennen; genau das ist ihr monotoner Appell. Dieser Appell lautet: Ob du dich selbst verlierst, interessiert nicht, gefragt ist dein Nutzen – und nützlich bist du nur, wenn du in der Spur der Systemlogik bleibst, wenn du keine unanständigen Zwischenfragen stellst, die uns nur aufhalten und nichts bringen. »Philosophisch« darfst du im Ruhestand werden – und dabei Forellen züchten oder zum Nordkap 34
3. Weisheitsbedarf
wandern. Hier und heute brauchen wir einzig, was das Getriebe ölt und positive Zahlen hervorbringt. Es geht schließlich um unseren Erfolg! Auf diese Weise werden Menschen in ihrer Unverwechselbarkeit und Einmaligkeit zu eigenartig verbogenen Gestalten. Und manche ähneln am Ende eher einer Karikatur ihrer selbst. Ich beobachte das immer wieder: Führungskräfte beherrschen nach einer gewissen Zeit eine bestimmte Weise, sich zu geben. Ihre Kleidung ist business-like (ausgefeilt stilvoll), ihr Umgang mit Handy und Notebook im Intercity oder am Flughafen gestaltet sich als eine perfekte Inszenierung. Gegenüber Kunden haben sie sich einen bestimmten Sprach- und Sprechstil angeeignet; gegenüber Mitarbeitern wiederum einen anderen (für beides hat man schließlich Seminare besucht). Sie zelebrieren die standesübliche Zeitknappheit, als handele es sich um eine höhere Weihe. Und sie kennen, was man kennen muss: In jeder größeren Stadt ein besonders feines Restaurant mit einem außergewöhnlichen Wein. Vor allem aber stehen sie unter Strom. Sie haben einen chronisch erhöhten Adrenalinspiegel, als ständen sie immerzu kurz vor dem Anpfiff zu einem Spitzenspiel. Alles ist wichtig, was mit ihrem Job und der Firma zu tun hat. Und das macht sie – diesen Eindruck vermögen sie jedenfalls gekonnt zu vermitteln – sehr glücklich und vital. Dieselben Individuen leben zur gleichen Zeit noch ein zweites Leben. Das ist ihnen bisweilen selbst kaum bewusst. Aber sobald sie sich unbeobachtet und außer Gefahr wähnen, klagen sie über mörderischen Stress, sind sie voll Spott, Häme und Verachtung über diesen dämlichen Vorstand; gestehen sie, dass sie abends zu viel Wein trinken, zu schlecht schlafen, bald wieder eine Diät brauchen, keine Zeit für die Kinder haben, ja, noch nicht einmal für die Beantwortung privater E-Mails – und überhaupt: Man macht das vielleicht noch zehn Jahre so weiter, aber dann ist Schluss; schließlich will man ja auch noch etwas haben vom Leben! – Wie verräterisch ist daher das Modewort von der work-life-balance: Diesem Begriff zufolge findet das 35
Teil I – S ich au f die Su che be geb en
Leben außerhalb der Arbeit, die Arbeit außerhalb des Lebens statt. Folglich gibt es einen Dualismus von Arbeit und Leben, der nur schwer auszugleichen und in Balance zu halten ist. Das Leben beginnt erst außerhalb der Arbeit. Nur kommt man so wenig dazu ... Diese Daseinsweise könnte man »zerrissene Existenz« nennen. Das ist kein Vorwurf, im Gegenteil. Es handelt sich um eine Form innerer Entfremdung, bei der mancher sich selbst so abhanden kommt, dass er sich nicht mehr antrifft, wenn er wirklich einmal »zu sich kommen« möchte. Das Fatale ist, dass viele genau das aber gar nicht bemerken. Irgendein trügerisches Licht scheint Farben, Konturen und Relationen so zu verfälschen, dass man sich täuscht über die Lage, über sich selbst – und sogar über die Großwetterlage. Es kann daher heilsam und von großem Wert sein, einmal in eine Situation zu geraten, wo man den Riss, der durch das eigene Leben geht, deutlich zu Gesicht bekommt. Wo man dieser Wahrnehmung nicht mehr ausweichen kann – einfach, weil der Leidensdruck zu groß geworden ist. Vielleicht zum ersten Mal beginnen wir zu ahnen, was gemeint sein könnte, wenn wir vom Leben – vom Leben unseres Planeten, vom Leben der Menschheit und von unserer eigenen Existenz – als einer Ganzheit sprechen und uns mit der funktionalen Zerstückelung nicht mehr einverstanden erklären. Konstruktive Unzufriedenheit
Unser persönlicher Weisheitsbedarf meldet sich meist zuerst in einer konstruktiven Unzufriedenheit im Blick auf das, was wir tatsächlich Tag für Tag leben: dass wir nur noch aus dem Augenblick und für den Augenblick planen, entscheiden und handeln, ohne die Kraft zu haben, über die Folgen für morgen, übermorgen, für die Zeit in zehn oder fünfzig Jahren nachzudenken. In der Wirtschaft zeigt sich Weisheitsbedarf in alarmierender Weise überall dort, wo ein Unternehmen krankmachende 36
3. Weisheitsbedarf
oder entfremdende Arbeitsbedingungen in Kauf nimmt oder hervorbringt, weil man glaubt, nur so am Markt bestehen zu können. Dazu gehören nicht nur körperliche, psychosomatische oder psychische Erkrankungen, sondern auch die Erkrankung unserer lebenswichtigen Beziehungen: zum Partner, zu den Kindern, zum Freundeskreis. Und schließlich meldet sich aufkommender Weisheitsbedarf überall dort, wo unsere Fähigkeiten, Kompetenzen und unsere noch so gute Position einfach nicht mehr ausreichen, um das eigene Handeln verantworten zu können. Vielleicht stellt sich zunächst nur das diffuse Gefühl ein: Ich benötige noch ein anderes Können und Wissen als jenes, was ich mir in meiner Ausbildung, in Seminaren und Trainings angeeignet habe; ein Können und Wissen auf einer ganz anderen Ebene. So etwas wie Navigationswissen oder Richtungssicherheit, wie die Seeleute sie besaßen, bevor sie unsere modernen Navigationsinstrumente und -computer kannten. Und es müsste etwas zu tun haben mit dem Zusammenhang von • Handeln und Sinn, • Entscheidungskompetenz und Lebensdienlichkeit, • Erfolg und Hoffnung für die kommenden Generationen. Genau darum geht es, wenn wir nach Quellen der Weisheit und einer weisheitlichen Lebensgestaltung fragen. Wir »wissen seit langem«, schreibt der Franziskanermönch und Führungskräfteberater Helmut Schlegel, »dass Menschen dann beruflich gut sind, wenn sie sich als Menschen in allen Dimensionen ihres Daseins entfalten können.«9 »Zwölf geistliche Grundwerte« zählt er auf: • Achtsamkeit,
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Helmut Schlegel, Spiritual Coaching. Führen und Begleiten auf der Basis geistlicher Grundwerte. Echter, Würzburg 20092, Seite 7.
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• Beharrlichkeit, • Echtheit, • Gerechtigkeit, • Gottvertrauen, • Klugheit, • Lebensfreude, • Liebe, • Maßhalten, • Mut, • Selbstvertrauen und • Zuversicht. Persönlicher Weisheitsbedarf – er kommt uns zum Bewusstsein, wenn wir uns an die Regel erinnern, auf der unser Dasein und unser ganzes Universum aufgebaut ist: Alles ist eins. Alles hat mit allem zu tun. Wer spaltet (das Leben, sich selbst, die Welt, die Werte), verliert nicht nur etwas. Er verliert alles. Kindererziehung
Schließlich wäre von einem Weisheitsbedarf zu sprechen auf einem Feld, das von einer kaum zu überschätzenden existentiellen und gesellschaftlichen Bedeutung ist: der Erziehung unserer Kinder. Gelingende Erziehung – so etwas gibt es nämlich. Wo es dazu kommt, sprechen Eltern und ihre Kinder und sprechen Menschen um sie herum und darüber hinaus von einem großen Glück, von einer eigentümlichen Gnade, einem Geschenk – aber auch einer hohen Kunst. Jedoch ist die Verwirrung in unserer Gesellschaft fast nirgends größer als hier – und dementsprechend auch die Aufgabe. Notker Wolf zitiert einen Lehrer, der seit dreißig Jahren im Schuldienst ist: 38
3. Weisheitsbedarf »Mittlerweile müssen wir uns fast mehr um die Eltern als um die Kinder kümmern ... Warum? Weil Eltern heute entweder zu viel oder zu wenig tun. Entweder vernachlässigen sie ihre Kinder oder erdrücken sie und nehmen ihnen durch ihre ständige Sorge die Luft zum Atmen. Bei den einen werden die Kinder sich selbst überlassen, bei den anderen dürfen sie keinen unbeobachteten, unbewachten Schritt machen. In vielen Fällen gibt es überhaupt keine innere Verbindung mehr zu den Kindern. Meine Elterngespräche drehen sich daher oft darum, den Müttern und Vätern ein vernünftiges Verhältnis zu ihren Kindern nahezulegen. Ihnen zu erklären, dass es genau so falsch ist, sie auf Schritt und Tritt zu bemuttern, sie überall hinzufahren und alles für sie zu organisieren, wie sie aus falsch verstandener Freiheit einfach sich selbst zu überlassen.«10
Mit diesem Zitat kann ich das Feld der Erziehung mit seinem erheblichen Weisheitsbedarf nicht mehr als markieren.11 Bevor wir uns in den nächsten Kapiteln auf Spurensuche nach dem Wesen und den Quellen der Weisheit begeben, an dieser Stelle zunächst einmal eine kleine Wegzehrung. Der recht bekannt gewordene Text »Desiderata« gilt irrtümlicherweise als alt, denn unter vielen Abschriften steht: »Aus der alten Pauls-Kirche, Baltimore 1692.« Dies ist leider ein Irrtum. Der
10 Abtprimas Notker Wolf, Schwester Enrica Rosanna, Die Kunst, Menschen zu führen. Rowohlt, Reinbek 20075, Seite 132f. 11 Weisheit und Erziehung bzw. Pädagogik – dazu bedürfte es eines ungleich tieferen Nachdenkens, das aber den Rahmen dieses Buches sprengen würde. Im Blick auf die immense Bedeutung des Kleinkindalters möchte ich besonders dieses Buch empfehlen: Jirina Prekop, Gerald Hüther, Auf Schatzsuche bei unseren Kindern. Ein Entdeckungsbuch für neugierige Eltern und Erzieher. Kösel, München 20064.
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Text ist dennoch ehrwürdig und kostbar. Ich lese ihn oft in Seminaren vor, und jedes Mal löst er lebhafte Gespräche aus. Desiderata Gehe ruhig und gelassen inmitten von Lärm und Hast und sei des Friedens eingedenk, der in der Stille ist. So weit als möglich – ohne dich selbst aufzugeben –, stehe in freundlicher Beziehung zu allen Wesen. Äußere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu, auch wenn sie langweilig und unwissend sind; auch sie haben ihre Geschichte. Meide die Lauten und Streitsüchtigen, sie verwirren das Gemüt. Wenn du dich mit anderen vergleichst, könntest du hochmütig werden oder dir nichtig vorkommen, denn immer wird es jemanden geben, größer oder geringer als du. Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner Pläne. Bleibe weiter an deiner eigenen Laufbahn interessiert, wie bescheiden auch immer. Sie ist ein echter Besitz im Wandel der Zeit.
3. Weisheitsbedarf Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber beunruhige dich nicht mit Einbildungen. Viele Ängste sind Folge von Erschöpfung und Einsamkeit. Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin sei gut zu dir selbst. Du bist ein Kind des Universums, nicht geringer als die Bäume und die Sterne, du hast ein Recht, hier zu sein. Und ob es dir nun bewusst ist oder nicht: Zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen. Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung du auch von ihm hast, und was auch immer dein Mühen und Sehnen in der lärmenden Wirrnis des Lebens ist, bewahre den Frieden in deiner Seele. Trotz all ihrem Schein, der Plackereien und der zerbrochenen Träume ist diese Welt doch wunderschön. Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein. Max Ehrmann, 1927
In deinen geschäftlichen Angelegenheiten lass Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrüger. Aber dies soll dich nicht blind machen, denn Rechtschaffenheit ist auch vorhanden. Viele Menschen ringen um hohe Ideale, und überall ist das Leben voller Heldentum. Sei du selbst, vor allen Dingen täusche keine falschen Gefühle vor. Noch sei zynisch, was die Liebe betrifft; denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht, sondern wächst weiter wie das Gras. Höre freundlich und gelassen auf den Ratschlag des Alters, gib die Dinge der Jugend mit Anmut auf. 40
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