Manfred Engeli
Gottes Angebote Final ausgerichtete Seelsorge
Bibelzitate wurden den folgenden Übersetzungen entnommen: (EÜ) Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart (GN): Gute Nachricht Bibel (Bibel in heutigem Deutsch) © 1982 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (HfA): Hoffnung für alle® © 1983, 1996 by International Bible Society® (LU): Bibel in der Übersetzung von Martin Luther in der revidierten Fassung von 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (NZH): Zürcher Bibel 2007 © 2007 Verlag der Zürcher Bibel beim Theologischen Verlag Zürich (ZH): Zürcher Bibel 1942 © Verlag der Zürcher Bibel beim Theologischen Verlag Zürich Alle anderen Zitate: (EF) Die Bibel. Elberfelder Übersetzung © 1985/1991/2006, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar Lektorat: Roland Nickel, Altdorf/Böblingen Umschlaggestaltung: spoon design, Olaf Johannson Umschlagbild: © monami/ShutterStock.com Satz: Neufeld Media, Weißenburg in Bayern Printed in the EU © 2012 Neufeld Verlag Schwarzenfeld ISBN 978-3-86256-020-2, Bestell-Nummer 588 719 Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages www.neufeld-verlag.de Folgen Sie dem Neufeld Verlag auf Facebook® und in unserem Blog: www.neufeld-verlag.de/blog
Inhaltsverzeichnis Vorwort
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Einführung ins Thema
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Hinweise für den Leser
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1. Die Grundlagen 1.1. Final ausgerichtete Seelsorge 1.2. Gott sucht Mitarbeiter 1.2.1. Gott beruft Menschen 1.2.2. Die doppelte Grundentscheidung 1.2.3. Ein Lernprozess beginnt 1.3. Gottes Angebote 1.3.1. Die biblischen Angebote 1.3.2. Vergeben 1.3.3. Erlösung aus dem unguten Erbe 1.3.4. Sorgen abwerfen 1.3.5. Gottes individuelle Angebote 1.4. Gottes Wege 1.5. Finale Logik 1.6. Das Lob der Torheit
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2. Menschliche Nöte – Gottes Angebote 2.1. Ein biblisches Menschenbild 2.1.1. Ursprung und Ziel 2.1.2. Verantwortlichkeit des Menschen und Antriebe des Handelns 2.1.3. Entwicklung und Veränderung 2.1.4. Der Mensch als Beziehungswesen 2.2. Die Wurzel aller Not 2.3. Die Zerbrochenheit des Menschen 2.3.1. Belastende Erbanteile 2.3.2. Unvollkommene Gegenüber
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2.3.3. Das Leben als Kampfplatz 2.3.4. Das Gesetz der Perpetuierung 2.4. Nöte und Störungen einordnen 2.4.1. Nöte in der Beziehungsfähigkeit 2.4.2. Entwicklungsbedingte Nöte und Lerndefizite 2.4.3. Bedürftigkeit und emotionale Defizite 2.4.4. Geistliche Nöte 2.4.5. Und die Diagnose? 2.5. Gottes Angebote 2.5.1. Gottes Teil – unser Beitrag 2.5.2. Heiligung
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3. Veränderung durch Gesinnungswandel 3.1. Herz – Gesinnung – Verhalten 3.2. „Willst du gesund werden?“ 3.3. Veränderung als Prozess 3.3.1. Die Etappen der Veränderung 3.3.2. Zucht 3.4. Grundregeln der Veränderung 3.5. Wenn Gott Regie führt 3.5.1. Ein gemeinsamer Schritt 3.5.2. Die Auswirkungen 3.5.3. Wie Gott uns einsetzt
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4. Stationen einer Finalen Seelsorge 4.1. Finale Seelsorge als vorbereitetes Werk 4.2. Anfrage und Erstgespräch 4.2.1. Die Anfrage 4.2.2. Das Erstgespräch 4.2.3. Die Entscheidung 4.2.4. Die Seelsorge-Vereinbarung 4.3. Die Anfangsphase 4.3.1. Die Vertrauensbasis 4.3.2. Das Schwungrad der Veränderung
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4.4. Der Verlauf einer Finalen Seelsorge 4.4.1. Wahl und Abfolge der Themen 4.4.2. Der Verlauf 4.4.3. Meilensteine 4.4.4. Standortbestimmungen 4.5. Das Einbeziehen des sozialen Umfeldes 4.5.1. Einzelseelsorge mit verheirateten Klienten 4.5.2. Die Ko-Evolution fördern 4.6. Eine Finale Seelsorge abschließen 4.6.1. Das Abschlussgespräch 4.6.2. Abbrüche
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5. Arbeitsweisen 5.1. Mit Gott zusammenarbeiten 5.2. Den Glauben einbeziehen 5.2.1. Kanäle für Gottes Kraft 5.2.2. Begleitende Fürbitte 5.2.3. Den Glauben in die Gespräche einbeziehen 5.2.4. Finale Seelsorge mit Nichtchristen 5.3. Verschiedene Arbeitsweisen 5.3.1. Spiralen- oder Sektoren-Arbeit? 5.3.2. Arbeit am Aktuellen 5.3.3. Thematische Arbeit 5.3.4. Erlebnis-Aufarbeitung 5.3.5. Entwicklungsarbeit 5.3.6. Grundstörungen angehen 5.3.7. Die Krisenintervention 5.3.8. Geistsorge 5.3.9. Körperliche Heilung 5.3.10. Befreiung von finsteren Mächten 5.4. Möglichkeiten und Grenzen der Finalen Seelsorge
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6. Finale Gesprächsführung 6.1. Gesprächsführung und Grundeinstellungen
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6.2. Die Kunst der Gesprächsführung 6.2.1. Aufgaben der Gesprächsführung 6.2.2. Das Gespräch als Rangierbahnhof 6.2.3. Die Kunst des Weiterführens 6.2.4. Die Echtheit bewahren 6.3. Finale Gesprächsführung 6.3.1. Zielgerichtetheit 6.3.2. Die drei Fragen 6.3.3. Leitung durch den Heiligen Geist 6.3.4. Tiefgang 6.3.5. Konzeptuelles Arbeiten 6.4. Die Phasen und Stationen des finalen Gesprächs 6.5. Liebe im Gespräch 6.5.1. Agape-Liebe 6.5.2. Hören 6.5.3. Reden 6.6. Geistgeleitet beten 6.6.1. Gebet als Grundkompetenz 6.6.2. Seelisches Gebet 6.6.3. Geistgeleitet beten 6.6.4. Hörendes Gebet
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8. Weiterwachsen 8.1. Kontinuierliche Zurüstung 8.2. Die vier Formen der Supervision 8.2.1. Intravision und Supravision 8.2.2. Intervision und Supervision 8.3. Wissen und Abhängigkeit von Gott 8.4. Vom Wert der Ausbildungen
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Nachwort
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Anhang Begriffserklärungen
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Verzeichnis der Abbildungen
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Verzeichnis der Übersichten
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Finale Eheseelsorge – Ehewochen und A usbildungskurse LiSa Eheatelier
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7. Der Seelsorger 235 7.1. Mein Weg 236 7.2. Mit- oder Für-Arbeiter Gottes? 239 7.3. Die Entscheidung fällen 244 7.4. Eigenerfahrung und Golddeckung 247 7.5. Der Lebensstil der Sohn- oder Tochterschaft 252 7.6. Auf sich selbst achten und Psychohygiene 255 7.6.1. Die privilegierte Situation der Mitarbeiter Gottes 255 7.6.2. Eigenverantwortlichkeit 256 7.6.3. Gottes Ratschläge für innere Stabilität 257 7.6.4. Beziehungshygiene 258 7.6.5. Geistliche und seelische Hygiene 260 7.7. Kompetenzen für Gottes Mitarbeiter 263
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Vorwort Vor einigen Jahren fiel mir in einer psychologischen Fachzeitschrift der Titel eines Artikels auf: Lösungen erfinden statt Probleme lösen – Lösungsorientierte Kurzzeittherapie1. Er löste bei mir ein Aha-Erlebnis aus: „Das ist es! Der Titel umschreibt meine Arbeitsweise!“ Was mich damals angesprochen hat, ist der hier indirekt ausgedrückte Wechsel von einer vergangenheitsbezogenen zu einer vorwärtsgerichteten Sicht- und Arbeitsweise, von der Problemorientierung zu einem lösungsorientierten Vorgehen, und das Bestreben, mit einer Kurzzeittherapie nachhaltige Veränderung zu bewirken. Dabei wurde mir aber auch das Privileg meines christlichen Ansatzes bewusst: Ich brauche mit dem Klienten keine Lösungen zu „erfinden“; es geht in einem Gespräch jeweils einfach darum, miteinander zu entdecken, welche einmalige Lösung Gott in seiner liebevollen, schöpferischen Kreativität für mein Gegenüber vorbereitet hat, und ihm zu helfen, Gottes Angebot anzunehmen. Diese Feststellung hat mich tief beglückt. Die „gute Nachricht“ von Gottes Angeboten zur Lösung unserer Nöte, die ich in meiner therapeutischen Tätigkeit entdeckt habe, will ich an andere weitergeben. Das ist der Sinn dieses Buches.
Einführung ins Thema Meine Arbeitsweise hat sich in meiner mehr als zwanzigjährigen vollzeitlichen Tätigkeit als christlicher Psychotherapeut entwickelt und immer klarer herausgebildet. Dabei kam mir die Herausforderung zustatten, meinen ganz in der Praxis entwickelten Ansatz in Seelsorgeaus- und -weiterbildungen immer wieder theoretisch und biblisch klar begründen und einfach, verständlich und praxisbezogen lehren zu müssen. Erst durch die Ausbildungstätigkeit wurde mir bewusst, dass sich in meiner Arbeit ein eigenständiger, kohärenter Ansatz entwickelt hatte, den nicht nur Psychotherapeuten, sondern auch Laienseelsorger aufnehmen und
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Manfred Vogt/Wolfgang Eberling in: Psychoscope 3/2003.
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umsetzen können. Was ich hier weitergebe, ist also die Frucht meiner Erfahrung als Psychotherapeut und Ausbilder. Es ist aber auch Ausdruck der Entwicklung meiner Denkweise und meiner Person; das Vermittelte soll in Übereinstimmung mit meinen tiefsten Überzeugungen stehen2, es soll „Golddeckung“3 haben in meinem Leben. Auch für mich gilt die Regel: Wir haben die Meinungen und Theorien, die sich aus unserem Leben ergeben, und vertreten das, wovor wir selber bestehen können. Deshalb will ich Ihnen als Leser zunächst meinen persönlichen Weg und die Hintergründe meiner Überzeugungen offenlegen. Nach fünfzehn Jahren Lehrtätigkeit in den Fächern Deutsch, Französisch und Geschichte entschloss ich mich mit 38 Jahren, das Psychologiestudium an der Universität Bern aufzunehmen. Als Nebenfächer wählte ich Psychopathologie und Schweizergeschichte. Schon während des Studiums begann ich mit einer Ausbildung in Verhaltens- und in Gesprächspsychotherapie. 1982 promovierte ich mit dem Thema: „Das handlungsbegleitende laute Selbstgespräch“. Nach dem Abschluss begann ich, psychotherapeutisch zu arbeiten, und baute die Christliche Beratungsstelle Bern auf. Ausbildungsmäßig bin ich Gesprächspsychotherapeut und Supervisor SGGT, Fachpsychologe FSP für Psychotherapie und habe später noch eine Weiterbildung in Paar- und Familientherapie gemacht. Ich und die wachsende Zahl meiner Mitarbeiter4 – zuerst eine Psychologin, dann ein Psychiater, eine Psychiaterin und ein Psychologen-Ehepaar – hatten uns zum Ziel gesetzt, unsere ausbildungsspezifische Arbeitsweise mit dem christlichen Glauben zu verbinden. Dies wurde zum Markenzeichen der Christlichen Beratungsstelle. Es zeigte sich sehr rasch, dass dieses Angebot einem großen Bedürfnis gläubiger Menschen entsprach. Trotz der wachsenden Mitarbeiterzahl wurde der Zudrang so stark, dass ich pro Jahr oft bis zu hundert Menschen die ge-
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In meinem Buch Makarios – Der Weg, ein glücklicher Mensch zu werden, das ebenfalls im Neufeld Verlag erschienen ist, habe ich diese Überzeugungen ausgeführt. Ich werde sie in diesem Buch nur andeuten, in den Anmerkungen aber darauf verweisen.
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Vgl. hierzu die Begriffserklärung im Anhang.
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Um einfach und lesbar zu schreiben, verwende ich meistens nur die kürzere männliche Form (Mitarbeiter, Seelsorger, Helfer usw.), schließe aber die weibliche Form darin ein.
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wünschte Therapie versagen musste und ihnen höchstens ein einzelnes Gespräch anbieten konnte. Seit 2002 bin ich nun pensioniert; die anderen Therapeuten führen das Christliche Therapiezentrum im Siloah Gümligen, wie die Beratungsstelle nun heißt, weiter. Von Anfang an war es mein Ziel gewesen, zuerst die psychologische Sicht des Menschen und die menschlichen Hilfsangebote kennen zu lernen und dann zu entdecken, welche Angebote Gott, der Schöpfer des Menschen, für diesen hat. Zu Beginn meiner Tätigkeit erlebte ich dann die freisetzende und verändernde Kraft des Glaubens an mir selbst: In einer Woche für Gebetsseelsorge erfuhr ich eine befreiende und tief greifende Veränderung meiner Person. Gott hat mich mit dem Geschenk der Freiheit der Kinder Gottes, dem Leben aus der Liebe des Vaters und der Hilfe des Heiligen Geistes so überrascht, dass ich den Entschluss fasste, ihm mein ganzes Wissen und Können abzugeben; er sollte darüber verfügen können und mich durch seinen Geist leiten. Das eigene beglückende Erleben hat den Wunsch geweckt, anderen Menschen die gleiche Erfahrung zu ermöglichen. Es hat die weitere Entwicklung meiner therapeutischen Tätigkeit stark bestimmt und zudem zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Zusammenspiel von psychologischen Kenntnissen, psychotherapeutischen Vorgehensweisen und der Kraft des Glaubens geführt.5 Auch meine Zertifizierung als Gesprächspsychotherapeut wurde zu einer überraschenden Erfahrung. Ich hatte mich mutig entschlossen, den Experten Therapien und Tonbänder vorzulegen, die mein Einbeziehen des Glaubens in klarer Weise dokumentierten. Nun war ich gespannt auf ihre Reaktion. Würden sie mir die Zertifizierung verweigern? Das Gegenteil trat ein. Der eine Experte sagte: „Ich beneide diese Frau um das Veränderungspotential, das in ihrem Glauben liegt.“ Der andere ging noch weiter: „Was in dieser Therapie geschehen ist, beeindruckt mich so …; eigentlich müsste ich persönliche Schritte tun in dieser Richtung.“ Dann ermutigten sie mich, über das Thema „Der christliche Glaube als Veränderungspotential“ zu schreiben.6 Diese erstaunlichen Re-
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Nähere Einzelheiten beschreibe ich in Kapitel 7.1., „Mein Weg“.
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Ihr Wunsch erfüllt sich mit diesem Buch.
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aktionen werden verständlicher, wenn man den überzeugungsmäßigen Hintergrund der Gesprächspsychotherapie kennt: Sie geht davon aus, dass das Beziehungsangebot des Therapeuten das eigentliche therapeutische Agens ist. Das Veränderungspotential des Klienten wird durch eine therapeutische Haltung von bedingungsloser Wertschätzung, Empathie (einfühlendes Verstehen) und Kongruenz (Echtheit) freigesetzt. Damit wird Gott zum besten therapeutischen Gegenüber, denn er verkörpert diese Haltung in vollkommener Weise, und die Gottesbeziehung wird zum idealen Raum für tief greifende Veränderung. Für jede Art von christlicher Psychotherapie oder Seelsorge müsste die Arbeit mit dem Klienten an einer durch Liebe geprägten Gottesbeziehung eigentlich zur Priorität Nr. 1 werden. Die Erfahrungen des Anfangs haben sich in der Folge vertieft und bestätigt. Ich könnte meine Überzeugung heute so zusammenfassen: Gott ist in jeder helfenden Tätigkeit der eigentlich Wirkende; es ist seine Gnade, die dem Menschen Veränderung ermöglicht7. Der Ausruf Jesu am Kreuz: „Es ist vollbracht“8 bedeutet, dass alles, was zur Freisetzung, Stillung, Heilung und Veränderung eines Menschen nötig ist, schon für ihn bereitsteht. Wenn ein Mensch im Glauben sich nach Gottes Angeboten ausstreckt, kann seine Kraft viel mächtiger wirksam werden.9 Dort, wo die Motivation eines Klienten aus dem Glauben kommt und er Gott vertraut, steigern sich die Intensität, die Effizienz, die Kürze und die Nachhaltigkeit des therapeutisch-seelsorgerlichen Prozesses. Je mehr Gott in den Gesprächen direkt zum Zuge kommt, desto effizienter werden sie. Durch das Einbeziehen des Glaubens erhöht sich die Kompetenz des Helfers. Als Gottes Mitarbeiter tätig zu sein, bewirkt viel Entlastung, bringt aber auch große Herausforderungen mit sich und bedingt eine eigene, anspruchsvolle Professionalität. Auf der Basis des Glaubens Hilfe anzubieten, verstehe ich als ein fachkompetentes Handeln in Verant-
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Dies gilt für alle Menschen (vgl. Ps 145,9); auch dann, wenn er nicht bewusst einbezogen wird.
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In Joh 19,30.
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Jesus sagt zur blutflüssigen Frau: „Dein Glaube hat dich geheilt“ (Mt 9,22).
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wortung vor Gott, dem größten therapeutischen Experten, dessen Mitarbeiter wir sind. Was ist nach meiner Grundentscheidung, mich Gott zur Verfügung zu stellen und ihm all mein Wissen und Können abzugeben, geschehen? Aus dem Neuen, das ich in der Zusammenarbeit mit ihm entdeckte, dem psychologischen Wissen, an das Gott mich von Zeit zu Zeit erinnerte, gewissen therapeutischen Regeln, die sich von ihm her bestätigten, und der wachsenden praktischen Erfahrung hat sich mein Ansatz Schritt um Schritt entwickelt. Er ist für mich ein unteilbares Ganzes geworden. Auf die immer wieder gestellte Frage: „Welches ist der Anteil Ihres Psychologiestudiums und Ihrer psychotherapeutischen Ausbildung in dem, was Sie heute tun?“, musste ich immer dieselbe Antwort geben: „Ich kann es nicht mehr auseinander halten“. Da Gott als Schöpfer des Menschen der größte psychologische Experte, als sein Erlöser der kompetenteste Therapeut und in seiner Liebe der immer Wirkende ist, ist es für mich und für den Klienten das Beste, wenn ich mich Gott unterordne und mich seinem Wirken anschließe. Dabei komme ich kaum je in Konflikt mit dem, was ich in meinen Ausbildungen gelernt habe; und wenn dies einmal geschieht, dann erachte ich Gottes Weisheit als höher und dem menschlichen Erkennen weit überlegen. So ist Gott für mich das Modell geworden, von dem ich lerne, der Meister, mit dem ich zusammenarbeite, der Supervisor, vor dem ich mein Tun verantworte, und der Lehrer, den ich frage, wenn ich etwas nicht verstehe. Gott ist die wirkliche Quelle aller therapeutisch-seelsorgerlichen Weisheit und Erkenntnis.10
Hinweise für den Leser Dieses Buch ist einerseits als Sachbuch gedacht: Ich möchte den Leserinnen und Lesern, ob sie nun Laien oder Fachleute sind, meine Arbeitsweise möglichst klar und praktisch umsetzbar darlegen. Ich gehe dabei nicht geradlinig-systematisch, sondern spiralförmig-vertiefend vor. Dies bedeutet, dass gewisse Grundgedanken und wichtige Themen mehrfach
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Vgl. Kol 2,3: „In Christus sind verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.“
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angesprochen werden. Nach einer ersten Erwähnung oder kurzen Einführung taucht das gleiche Thema in einem neuen Zusammenhang erneut auf, wird aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet und vertieft; dies kann mehrfach geschehen. Auf diesem Weg kann das menschliche Herz Neues entdecken und die Dinge immer tiefer verstehen. Zwischen dem Verstehen eines Inhaltes und der eigenen Erfahrung besteht eine Wechselwirkung: Je größer die Erfahrung, desto tiefer das Verstehen. Deshalb habe ich das Buch auch als Erfahrungsbuch konzipiert. Ich möchte meine Leser ermutigen, das Gelesene für ihr eigenes Leben nutzbar zu machen. Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sich beim Lesen für das öffnen, was Sie anspricht, wird Gott Sie anleiten, wie Sie eines seiner Angebote annehmen, wo Sie eine klare Entscheidung treffen und wie Sie Ihren Entschluss nachher umsetzen können. So können Sie das, was Jesus durch seinen Tod am Kreuz für Sie vollbracht hat, portionenweise für sich in Besitz nehmen; Sie begeben sich damit in „Gottes Therapie“. Aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen, dass es spannend, beglückend und äußerst lehrreich ist, beim „großen Helfer“ Klient zu sein. Es lohnt sich, die persönliche Betroffenheit und den inneren Weg beim Lesen des Buches in einem Lese-Tagebuch festzuhalten. Wenn Sie sich darauf einlassen, werden Sie reich gesegnet werden. Dessen bin ich gewiss. Für Menschen, die anderen helfen wollen, ist die eigene Erfahrung mit dem Ansatz, den sie vertreten, von grundlegender Bedeutung. Von Gott her selber Veränderung zu erfahren, macht uns brauchbarer für ihn; dabei lernen wir unseren Meister besser kennen und mehr lieben. Wenn wir erleben, wie Gottes Kraft an uns wirkt, stärkt das unseren Glauben und erweitert unsere Hoffnungskapazität auch für andere. Wenn wir wahrnehmen, wie Gott mit uns umgeht, können wir von ihm als Modell lernen. Indem wir die Stationen des Veränderungsprozesses selber durchlaufen, können wir andere besser darin begleiten. Die eigene Erfahrung bringt uns mehr Entfaltung, Zurüstung von Gott, wachsende Kompetenz als Helfer und die „Golddeckung“ im eigenen Leben. Die knappen Hinweise am Ende eines Kapitels sind als Anregungen zu verstehen, eigene Erfahrungen zu machen. Durch die Lektüre dieses Buches
soll nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch persönliche Veränderung ermöglicht werden. Wenn Sie sich auf eine vertiefte Lektüre dieses Buches einlassen, könnte noch etwas anderes geschehen: Sie könnten eine Berufung für eine helfende Tätigkeit empfangen11; oder eine bereits empfangene Berufung könnte sich klären oder verändern. Wenn ich von Berufung spreche, so denke ich zuerst einmal an ein Angesprochen-werden durch Gott, wie viele biblische Gestalten im Alten und im Neuen Testament es erlebt haben. Eine helfende Tätigkeit in göttlichem Auftrag auszuüben schafft viel Entlastung und es vermittelt die ermutigende Erfahrung, anderen zum Segen gesetzt zu sein und durch diese Tätigkeit selber gesegnet zu werden. Ich widme dieses Buch allen, die dadurch gesegnet werden sollen; für sie habe ich es geschrieben!
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Mehr dazu in Abschnitt 1.2.1., „Gott beruft Menschen“.
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1. Die Grundlagen Jede Art von helfender Tätigkeit, ob es nun Psychotherapie, Seelsorge, Coaching, Beratung oder Mediation ist, muss sich einer Reihe von Fragen stellen. Damit werden die Grundannahmen und Überzeugungen offengelegt, die das Handeln des Helfers bestimmen. Viele Helfer haben sich diese Fragen nie gestellt und sind sich ihrer Grundannahmen und deren weitreichenden Auswirkungen auf ihr Tun sowie der Rückwirkungen auf ihr eigenes Leben nicht bewusst. Dass wir in vielen Situationen aus einer unüberlegten Selbstverständlichkeit heraus handeln und uns der zugrundeliegenden Motive und Überzeugungen nicht bewusst sind, gehört zum normalen menschlichen Verhalten. Weil aber mit einer helfenden Tätigkeit eine so hohe Verantwortung verbunden ist, müssen wir uns der Auseinandersetzung mit diesen Grundfragen stellen. Auf diese Grundannahmen werde ich immer wieder zurückkommen. Um ihre große Bedeutung anzudeuten, möchte ich kurz auf ihre Auswirkungen auf unser helfendes Handeln und auf ihre Rückwirkungen auf die eigene Person eingehen. Diese Grundannahmen bestimmen unsere Arbeitsweise, zum Beispiel: Unsere innere Zielsetzung; das Maß der Hoffnung, das wir für eine Situation haben; welche Rolle wir übernehmen; unsere Gesprächsführung; was wir aus den Äußerungen des Klienten heraushören und aufgreifen; welche therapeutischen Methoden und Wege wir wählen; welchen Stellenwert der Glaube und das Gebet in unserer Arbeit einnehmen. Ebenso groß sind auch die Rückwirkungen auf unsere Person und unser Erleben. Diese Grundannahmen bestimmen das Maß an Verantwortung, das wir zu tragen haben, wie viel Hilflosigkeit, Überforderung und Stress wir erleben, ob und wie weit die Klienten uns vertrauen können, wie kompetent wir uns fühlen und wie „erfolgreich“ wir sind. Sie bestimmen unser therapeutisches Selbstwertgefühl. Von ihnen hängt ab, wie viel Kraft die helfende Tätigkeit uns kostet, wie wir regenerieren können und wie viel Psychohygiene für uns nötig ist. Es lohnt sich also, sich diesen Fragen zu stellen.
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Ü b e rsic ht 1
Grundfragen für helfende Tätigkeiten • In welcher Art helfender Tätigkeit stehe ich (z.B. Seelsorge, Beratung o.a.)? • Wie definiere ich diesen Begriff? Welche Ziele werden dabei angestrebt? • Wie sieht mein Menschenbild aus? • Ist bleibende Veränderung für Menschen möglich? Wenn ja, wie geschieht sie? • Welchen Platz hat Gott in meiner helfenden Tätigkeit? • Wie definiere ich meine Rolle? • Worin besteht meine Verantwortung, worin die des Klienten?
Bevor Sie weiterlesen, möchte ich Sie bitten, diese Fragen für sich selbst schriftlich zu beantworten. Sie können dies auch dann tun, wenn Sie noch gar keine helfende Tätigkeit ausüben; wir haben alle eine Antwort auf diese Fragen und können uns diese bewusst machen.
1.1. Final ausgerichtete Seelsorge Es ist Ihnen sicher aufgefallen, dass ich mich bislang nicht darauf festgelegt habe, wozu ich meinen Ansatz zähle: zur Psychotherapie (dies ist mein gelernter Beruf) oder zur Seelsorge (ich beziehe ja den Glauben mit ein)? Da ich bewusst auf Ratschläge verzichte, auch auf „geistliche“, handelt es sich bei meinem Ansatz sicher nicht um Beratung; auch Coaching trifft nicht zu, da mir eine tief greifende Hilfestellung am Herzen liegt.1 Weder die Begriffe „Psychotherapie“ noch „Seelsorge“ werden meinem Ansatz ganz gerecht. Weil es mir um tiefe Heilung geht, handelt es sich eigentlich um einen therapeutischen Ansatz. Da dabei aber den 1
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Vgl. dazu die Begriffserklärungen im Anhang.
„geistlichen Mitteln“, d. h. dem Glauben, weit größere Bedeutung zukommt als den psychotherapeutischen, habe ich mich schließlich für „Seelsorge“ entschieden. Es ist mir wichtig, nicht nur Psychotherapeuten, sondern auch Laien mit einer klaren göttlichen Berufung dazu zu ermutigen, gemäß meinem Ansatz anderen Menschen Hilfe zu leisten. Dabei geht es immer um alle Dimensionen des Menschseins, um Geist, Seele und Leib. Gottes Fürsorge richtet sich ja auf die ganze Person. Seine Erlösung betrifft auch unseren Leib (Heilung, leibliche Auferstehung), mit seinen Angeboten kommt er unserer Seele zu Hilfe (Stillung, Vergebung, Frieden2 usw.) und unseren Geist, dem für unsere Gottesbeziehung eine zentrale Rolle zukommt, will er stärken. Es geht Gott um die Einheit und Entfaltung der ganzen Person. Das meinem Ansatz gemäße seelsorgerliche Handeln baut ganz auf der biblischen Tatsache des göttlichen Angebotes der Neuschöpfung auf. Es ist vorwärts gerichtet, es soll auf Gottes Ziel hin führen, es ist final ausgerichtet. In der „Finalen Seelsorge“, wie ich meinen Ansatz von nun an nenne, lassen wir uns auf Gottes finale Denk- und Handlungsweise ein. Welches wären nun die Antworten der Finalen Seelsorge auf die Grundfragen in Übersicht 1? Im finalen Ansatz kommt Gott die wichtigste Rolle zu. Er soll im seelsorgerlichen Geschehen den Platz einnehmen, den auch Jesus als Mensch ihm gegeben hat; und als Seelsorger nehmen wir Gott gegenüber die Haltung der Hingabe und Unterordnung ein, die Jesus uns vorgelebt hat. In Johannes 5,17–20 sagt er: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke. … Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was der tut, das tut ebenso auch der Sohn. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut. Weil Jesus unser Vorbild ist, wollen wir den Inhalt dieser Aussage genau verstehen und die Schlussfolgerungen für die Finale Seelsorge ziehen:
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In Mt 11,29 verspricht Jesus: „Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“
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• „Mein Vater wirkt bis jetzt“ gilt auch heute noch. Ich kann also davon ausgehen, dass Gott im hilfesuchenden Gegenüber bereits am Wirken ist. • Ich erkenne an, dass ich nichts aus mir selber heraus tun kann, was Gottes Willen entspricht3. Deshalb vertraue ich darauf, dass Gott mir als seinem Mitarbeiter zeigt, wo und wie er in meinem Gegenüber am Werk ist. • Dort, wo Gott wirkt, lege auch ich Hand an und versuche, mich dabei ganz von seinem Geist leiten zu lassen. • Hingabe an Gott und Liebe zu ihm sind die Grundlagen für die Mitarbeit am göttlichen Werk.
• Im ganzen seelsorgerlichen Prozess und in jedem Gespräch soll Gott der eigentlich Handelnde sein. Der Seelsorger ordnet sich ihm als Mitarbeiter unter. Er ist bemüht, Gottes Denk-, Sicht- und Handlungsweise zu übernehmen. • Ohne die Bereitschaft des Klienten, sich auf Gottes Wege einzulassen und in Freiheit seine Angebote anzunehmen, ist keine tiefe Veränderung möglich. Weil Gott den Menschen immer freilässt, verzichtet auch der Seelsorger auf Druck.
Impulse zur Vertiefung: Welche Grundannahmen prägen meine helfenden Tätigkeiten?
Aus der grundsätzlichen Entscheidung, sich in der Finalen Seelsorge nach dem Vorbild Jesu als Gottes Mitarbeiter zu verstehen, ergeben sich alle anderen Antworten auf die oben aufgeführten Fragen. Da sie in den kommenden Kapiteln tiefer bearbeitet werden, genügt hier eine zusammenfassende Übersicht:
Wie groß ist meine Offenheit für neue Gedanken und Sichtweisen? Was spricht mich am Ansatz der Finalen Seelsorge an?
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1.2. Gott sucht Mitarbeiter
Charakteristiken der Finalen Seelsorge
Ist es nicht beeindruckend, dass Gott Menschen als Mitarbeiter sucht? Welche Liebe muss er zu den Menschen empfinden, dass er sie beteiligen möchte an dem, was er tut. Er kennt ja unsere Begrenztheit und geringe Kraft, unseren Mangel an Liebesfähigkeit und Weisheit, unsere Unfähigkeit zum Guten und unsere Versuchbarkeit und Unzuverlässigkeit. Dennoch scheint er sich dazu entschlossen zu haben, durch Menschen an Menschen zu handeln.4 Dies zeigt sich auch darin, dass er seinen Sohn Mensch werden ließ, damit dieser als „Menschensohn“5 die Erlösung für alle bewirke und als „zweiter Adam“ einen Neuanfang setze.6 In seiner Liebe zu uns geht Gott das Risiko ein, sich von uns abhängig zu machen; wir lassen ihn im Stich, wenn er nicht durch uns wirken darf.
• Die Finale Seelsorge ist ein seelsorgerlicher Ansatz, der ganz von der Neuschöpfung ausgeht, die in Jesus Christus für uns bereitsteht (2Kor 5,17). • Sie kann als „Geburtshilfe“ für den neuen Menschen verstanden werden. • Das biblische Menschenbild ist die Grundlage: Der Mensch braucht Erlösung, um in die Bestimmung der Gottebenbildlichkeit und der Liebesfähigkeit hinein zu kommen. • Durch Gottes Kraft ist bleibende Veränderung möglich. Der Beitrag des Menschen besteht darin, Gottes Wege und Angebote anzunehmen. Mittels der „Kunst der kleinen Schritte“ kann er lernen, im von Gott geschenkten Neuen zu leben.
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Vgl. dazu das Gleichnis vom Weinstock und den Reben in Joh 15,1–8.
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In Apg 10,3–6 z. B. will Gott sein Werk klar durch einen menschlichen Zeugen tun.
5
So nennt sich Jesus selbst immer wieder (z. B. in Joh 5,27).
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Vgl. dazu in Röm 8,14–17.29–30; 1Kor 15,45–47 u. a.
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1.2.1. Gott beruft Menschen Wie Gott Menschen in die Mitarbeit beruft, dafür gibt es im Alten und im Neuen Testament viele Beispiele. Er wählt seine Mitarbeiter nicht aufgrund ihrer natürlichen Begabungen oder äußerer Kriterien aus, sondern er sieht auf ihr Herz. Gott sucht nicht begabte, sondern hingabefähige Menschen; diese kann er dann auch begaben.7 Die Berufung des Jesaja und was er erlebte, als er in Gottes Gegenwart stand, wollen wir genauer ansehen und daraus die für uns wichtigen Schlüsse ziehen: Da sprach ich: Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, … Da flog einer der Seraphim zu mir; und in seiner Hand war eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Und er berührte damit meinen Mund und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt; so ist deine Schuld gewichen und deine Sünde gesühnt. Und ich hörte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich! 8 • Gott beruft immer unwürdige Menschen. Sich dessen bewusst zu sein, bewahrt uns vor Stolz und bewirkt den tiefen Wunsch, für den Dienst gereinigt und geheiligt9 zu werden. • Auch für den Dienst der Seelsorge brauchen wir gereinigte und geheiligte Lippen. • Gott sucht Mitarbeiter, um zu den Menschen reden und ihnen das Gute, das er für sie bereithält, anbieten zu können. • Wir sind frei, auf Gottes Ruf zu antworten oder nicht. Ihn anzunehmen heißt, uns ihm so zur Verfügung zu stellen, dass er in allem Regie führen und seine Werke durch uns tun kann.10
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Vgl. als Beispiel Bezalel und Oholiab in 2Mo 31,1–6.
8
Auszüge aus Jes 6,1–8.
• Unsere Hingabe geschieht aus Liebe zu Gott und in ganzer Freiwilligkeit; Gott sucht Söhne und Töchter nach dem Vorbild Jesu, keine Marionetten. 1.2.2. Die doppelte Grundentscheidung Wenn Gott wirklich Mitarbeiter sucht, stehen wir vor einer doppelten Grundentscheidung: 1) Will ich mit Gott zusammenarbeiten oder will ich versuchen, das Gute in eigener Regie und mit meinen eigenen Mitteln zu vollbringen? 2) Wenn Zusammenarbeit: Will ich Für-Arbeiter für Gott oder Gottes Mit-Arbeiter sein? Von der ersten Art hat er wohl viele; die zweite, deren Vorbild Jesus ist, ist seltener.11 Es ist ein mutiger und folgenreicher Schritt, sich für die Zusammenarbeit mit Gott zu entschließen. Die klarste Art, wie der Entschluss vollzogen werden kann, zeigt uns Paulus: Weil Gott so viel Erbarmen mit uns hatte, rufe ich euch zu: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung! Bringt ihm euch selbst als lebendiges Opfer dar, an dem er Freude hat. So vollzieht ihr den Gottesdienst, der Gott wirklich gemäß ist. Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr im Innersten von Gott umwandeln. Lasst euch eine neue Gesinnung schenken. Dann könnt ihr erkennen, was Gott von euch will. Ihr wisst dann, was gut und vollkommen ist und was Gott gefällt.12 Paulus weiß, dass man die Barmherzigkeit Gottes an sich selber erfahren haben muss, bevor man sich ihm so bedingungslos hingeben kann. Deshalb möchte ich Sie an dieser Stelle dazu einladen, sich auf den durch die weitere Lektüre des Buches in Ihnen ausgelösten persönlichen Prozess einzulassen. Machen Sie selbst möglichst viele eigene Erfahrun-
9 ��������������������������������������������������������������������������������������� „Heiligen“ bedeutet, dass Gott einen Menschen für seinen Dienst aussondert und zubereitet.
11
„Gott hat viele Menschen, die für ihn etwas tun wollen, aber nur wenige, die bereit sind, mit ihm etwas zu tun“. (Oswald Chambers). Vgl. dazu auch Kapitel 7.2.
10
12
Röm 12,1–2 (GN).
24
Nochmals Jesus: Joh 5,19 und 8,28; zur Grundhaltung siehe Joh 7,18.
25
gen mit Gottes Angeboten und seinem barmherzigen Handeln und setzen Sie sich ehrlich mit den vermittelten Erfahrungen und Schlussfolgerungen auseinander. Gegen Ende des Buches, wenn Sie besser wissen, worum es sich bei der Zusammenarbeit mit Gott und dem Ansatz der Finalen Seelsorge handelt, werde ich auf diese grundsätzliche Entscheidung zurückkommen und Sie ermutigen, den großen Schritt, den ich selber nie bereut habe, auch zu wagen.13 1.2.3. Ein Lernprozess beginnt Mit dieser Grundentscheidung beginnt ein herausfordernder Lernprozess.14 Er hat damit zu tun, dass unser Verhalten stark durch Gewohnheiten und Automatismen geprägt ist. Man ertappt sich deshalb immer wieder bei Regungen, Gedanken und spontanen Handlungen, die im Gegensatz zum gefällten Entschluss stehen. Hier gilt es dann, um Vergebung zu bitten, umzukehren und unsere getroffene Entscheidung wieder zu bekräftigen. Wenn wir unserem Entschluss in dieser Weise treu bleiben, werden die alten Gewohnheiten und Reaktionsmuster abgebaut und die dem neuen Mitarbeiterstand gemäßen aufgebaut. So wird sich die neue Gesinnung immer klarer in uns ausprägen. Es gilt aber nicht nur umzulernen. Es gibt auch neue Kompetenzen zu erwerben, die für Gottes Mitarbeiter unverzichtbar sind.15 Dies hat damit zu tun, dass die Professionalität der Mitarbeiter Gottes andere Anforderungen an uns stellt als die menschliche Professionalität; in der Herausforderung, die sie für uns bedeutet, steht sie dieser aber in keiner Weise nach! Wie und wo können wir diese Kompetenzen erwerben? Hier macht Jesus uns ein Angebot: Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.16
13
Mehr dazu in Kapitel 7.3.
14
Mehr dazu in den Kapiteln 7.1. und 7.4.
15
Vgl. dazu Übersicht 28 in Kapitel 7.7.
16
Mt 11,29–30.
26
Jesus ruft uns an seine Seite und bietet sich uns als Modell an. Er ist ein liebevoller, geduldiger und demütiger Lehrer. Er lädt uns ein, die drückenden Joche unserer Verpflichtungen zu verlassen und unter das leichte, sanfte Joch der Sohnschaft und der Freundschaft mit ihm zu treten. Er will die Richtung bestimmen und den Karren ziehen; wir dürfen einfach mitgehen und von ihm lernen, wie er seine Beziehung zum Vater lebt und tut, was er den Vater tun sieht. Unser Alltag ist der Ort, wo wir mit diesem Modellern-Prozess beginnen müssen; er beginnt mit der Treue im Kleinen.17 Wie könnte dieser Lernprozess ganz konkret aussehen? In meiner therapeutischen Tätigkeit hat sich erwiesen, dass das innere Zwiegespräch mit Jesus, dem Jochgenossen, so etwas wie ein Geheimtipp ist: Die Menschen, die nach dem Hingabeschritt von Römer 12,1–2 sogleich begonnen haben, durch ihren ganzen Alltag hindurch alles mit Jesus zu besprechen, habe ich erstaunlich schnell wachsen sehen. So wie alle Menschen das innere Selbstgespräch entwickeln können, sind wir grundsätzlich auch zum Zwiegespräch mit Gott befähigt.
Impulse zur Vertiefung: Gott sucht Mitarbeiter. Was löst diese Feststellung in mir aus? Worin möchte ich Gottes Barmherzigkeit erfahren?
1.3. Gottes Angebote Wenn wir Gottes Mitarbeiter sein wollen, ergeben sich weitere Fragen: Wie geht Gott auf die Nöte und Leiden seiner Geschöpfe ein? Welche Angebote und Wege hält er für die Menschen bereit? Aus meiner langen Erfahrung heraus bin ich davon beeindruckt, wie vollkommen Gott mit seinen Lösungen auf den Menschen eingeht: Er liebt ihn, achtet seine Würde und weiß um seine Schwachheit:
17
Vgl. dazu Übersicht 29 in Kapitel 7.7.
27
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.18 Es lassen sich zwei Arten von göttlichen Angeboten und Wegen unterscheiden: einerseits biblisch begründbare und allgemeingültige; andererseits individuelle und einmalige, ganz auf die einzelne Person zugeschnittene göttliche Lösungen. 1.3.1. Die biblischen Angebote Übersicht 3 vermittelt einen Eindruck vom Reichtum der göttlichen Gaben und Hilfestellungen. Gott macht uns wirkliche Angebote – der Mensch ist nicht dazu verpflichtet, darauf einzugehen. Sie müssen freiwillig beansprucht und in Besitz genommen werden. Im Gegensatz zu vielen menschlichen „Angeboten“ verdienen sie diesen Namen, denn vom Anbieter her sind keine eigennützigen Interessen damit verbunden; Gottes einziges Ziel ist, das Schwere stellvertretend für uns zu tun, uns entgegenzukommen, Entlastung zu schaffen und es uns einfach zu machen. Der folgende Überblick über die biblischen Angebote (vgl. die angegebenen Bibelstellen) ist aus meinen Erfahrungen in der Finalen Seelsorge und meiner täglichen Bibellektüre über die Jahre entstanden. Er entspricht dem heutigen Stand; aber ich bin auf weitere Entdeckungen gespannt.
Ü b ers ic ht 3
Gottes Angebote • Versöhnung mit Gott – in die Gottes-Kindschaft eintreten (2Kor 5,18–20; Joh 1,12; Röm 8,14–16) • Die Freiheit der Kinder Gottes empfangen und bewahren (Joh 8,36; Gal 5,1; Jak 1,25; 1Kor 6,12) • Nur einen Herrn haben: alles für Gott tun – niemanden sonst zufriedenstellen (Apg 5,29; Mt 23,8–10; 1Kor 4,1–4; Kol 3,17) • Der Heilige Geist: Beistand, Tröster, Ermutiger, Lehrer, Ausrüster (Gal 4,6; Joh 14,26; 2Tim 1,7; 1Kor 12,4–11) • Gottes Wort als Brot des Lebens, Wegweiser und zurechtbringende Kraft (Mt 4,3; Ps 119,105; Hebr 4,12–13; Jes 55,10–11) • Aus der unguten Erblinie austreten – ins göttliche Erbe eintreten (1Petr 1,18–19; Röm 8,17; Kol 1,12; 1Petr 3,9) • Liebesfähigkeit: Die Frucht des Hl. Geistes – Gottes Kleiderschrank (Mt 22,36–40; Gal 5,22; Kol 3,12–14) • Versöhnung mit dem Leben: mit der Vergangenheit – dem Heute – der Zukunft (Lk 9,62; Phil 3,12–14; Ps 31,16) • Versöhnung in den Beziehungen: Vergebung empfangen – Vergebung schenken (2Kor 5,18–19; 1. Joh 1,8–9; Eph 4,32; Mt 6,14–15) • Stillung: Gottes Liebe empfangen – Defizite Gott zur Stillung übergeben (Röm 5,5; Joel 2,25; Joh 7,37–39) • Heilung für die Wunden der Seele und des Geistes (Jes 53,2–5; 57,18–19) • Befreiung von menschlichen Bindungen – von finsteren Mächten (Joh 8,36; Mt 18,18; Kol 1,13–14; Lk 10,17) • Heilung für den Körper (Jes 53,4–5; Mt 10,1; Mk 16,18; Jak 5,16) • Gott für uns sorgen lassen – ohne Sorgen leben (Mt 6,34; 1Petr 5,7)
Vielen Menschen fällt es schwer, dies zu glauben und Gottes Gnade auch anzunehmen. Dies zeigt das folgende Beispiel (Beispiel 1): 18
28
Ps 103,13–16 (LU).
29
D
ie vom Leben enttäuschte, übergewichtige Frau war in einer Klosterschule erzogen worden. Sie litt unendlich unter der Schuld einer Abtreibung, die sie klar als Mord erkannt hatte. Als ich zu ihr von Gottes Angebot der Vergebung sprach, fuhr sie mich an: „Das ist zu billig! Dafür muss ich büßen und leiden!“ Trotz allem, was sie in ihrer Jugendzeit gehört hatte, konnte sie es nicht annehmen, dass Jesus die Strafe stellvertretend für sie getragen und einen unvorstellbar hohen Preis dafür bezahlt hatte. Ihre Antwort machte mich hilflos – es gab keine andere Hilfe für sie.
Dieses Beispiel macht deutlich, dass hinter allen göttlichen Angeboten und Lösungen das Werk der Erlösung steht, das Jesus durch seine Menschwerdung und seinen Tod am Kreuz vollbracht hat. Gott hat sich entschieden, die zerstörerischen Auswirkungen des Sündenfalls19 nicht durch kleine „Reparaturen“ zu beheben, sondern schöpferisch zu überwinden: durch eine neue Schöpfung des Menschen in Jesus Christus. Dies ist das Grundangebot Gottes für jeden Menschen.20 Durch die klare Hinwendung zu Jesus Christus als Erlöser und Herrn, die im Neuen Testament als Umkehr oder Bekehrung umschrieben wird, eröffnet sich für jeden Menschen der Weg in die Gotteskindschaft und in die in Jesus für ihn vorbereitete Neuschöpfung: Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.21 Wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.22 Gott will uns einen neuen Start ermöglichen, es uns einfach und leicht machen. Dafür hat er alles, bis hin zu den einzelnen Werken, die wir tun sollen, liebevoll für uns vorbereitet. 23 Die Angebote Gottes sind wie einzelne Facetten des Erlösungswerkes Christi; sie ermöglichen es uns, portionenweise in unsere individuelle Neuschöpfung einzutreten. Wenn
19
Mehr dazu in Kapitel 2.2., „Die Wurzel aller Not“.
20
Vgl. Apg 3,19; Joh 1,12-13.
21
2Kor 5,17.
22
Eph 2,10.
23
Vgl. in Makarios: Der Lebensstil der Söhne und Töchter (S. 89f.).
30
wir ein göttliches Angebot annehmen, tragen wir zum wachstümlichen Umgestaltungsprozess bei, den das Neue Testament „Heiligung“ nennt. In der Finalen Seelsorge kommt Gottes Angeboten eine solche Schlüsselstellung zu, dass ich einige Hinweise geben möchte, wie sie im seelsorgerlichen Gespräch eingeführt und angenommen werden können. Der Beitrag des Helfers besteht je in drei Dingen: • Beim Versuch zu erkennen, welches für den Klienten der nächste Schritt in die Neuschöpfung sein könnte, wird dem Helfer auch oft klar, welches Angebot Gott ihm machen möchte. • Er teilt dem Klienten seine Gedanken mit und macht ihm Gottes Angebot verständlich. Dabei ist es wichtig, dass der Klient Gottes Hilfestellung als Entlastung versteht und sie nicht zu einer „frommen Pflicht“ macht. Gottes Angebote sollten nicht in bitterem Gehorsam angenommen werden. • Nun lässt er den Klienten frei entscheiden, ob er Gottes Angebot annehmen möchte oder nicht. Falls ja, wird besprochen, wie dies im Gebet geschehen kann. Im Umgang mit Gottes Angeboten sind viel Sorgfalt und Behutsamkeit nötig, um keinen Druck auszuüben oder den Klienten zu manipulieren. Diese liebevoll freilassende Gesprächsführung gehört zu unserem Auftrag, „die Seele des Klienten einen Weg zu führen“. An drei göttlichen Angeboten – Vergebung, Reinigung der Erblinie und Sorgenfreiheit – möchte ich nun exemplarisch aufzeigen, wie der Weg aussehen kann, den wir die Seele des Klienten führen wollen, damit Gottes Angebot zum Ziel kommt; sein Ziel ist immer Friede.24 1.3.2. Vergeben Dieser biblische Auftrag25 ist eigentlich ein göttliches Angebot. Dass wir vergeben, ist für uns selber so unverzichtbar wichtig, dass Gott daraus ein Gebot gemacht hat. Wenn Gott uns einen Auftrag gibt, gilt immer:
24
Wie wichtig Gott dieses Ziel ist, zeigt sich z. B. darin, dass Jesus als Auferstandener seine Jünger immer so begrüßt: „Friede sei mit euch!“ (Joh 20,19–20; LU); vgl. auch Joh 14,27.
25
Vgl. etwa Mt 6,12; 18,21–35; Mk 11,25; Eph 4,32.
31
„Dieu donne ce qu‘il ordonne.“26 Er will uns also helfen, diesen Schritt, wie schwierig er auch sein mag, tun zu können. Weil er die zerstörerischen Folgen des Unversöhntseins kennt, verlangt Gott aus Liebe zu uns, dass wir vergeben sollen. Das Unvergebene zerfrisst den Menschen wie eine Säure; Unversöhntheit macht lebensunfähig. Wer nicht vergibt, hält seinen Schmerz fest, und seine Seele kann nicht gesunden; Vergebung ist der Schlüssel zur inneren Heilung. Wer Menschen nicht aus ihrer Schuld entlässt, lebt in seinem Lebenshaus unaufhörlich mit ihnen zusammen. Deshalb schafft Vergebung eine große Befreiung: Wer andere Menschen entlässt27, kann in seinem Lebenshaus wieder Ruhe und Frieden finden. Juristisch gesehen, ist Vergebung ein einfacher Willensakt. „Ich vergebe meinem Vater alles, was er mir Ungutes getan hat“, würde genügen; diese Vergebung hat Gültigkeit. Aber Gott geht es um mehr. Der Schritt der Vergebung soll in unserer Person Frieden schaffen. Dafür genügt der Willensakt nicht. Um ans Ziel zu gelangen, muss unsere Seele einen Weg gehen können. Als Seelsorger müssen wir diesen Weg kennen und die Seele des Klienten führen können. Wir sollten aber auch verstehen, worum es beim Vergeben eigentlich geht: Es geht dabei nicht um die Frage der Wahrheit und der Gerechtigkeit – die ist allein Gottes Sache –, sondern um das Ausräumen der Vorwürfe. Überall, wo eine innere Anklage ist – sie möge gerechtfertigt sein oder nicht28 –, braucht es Vergebung. Übersicht 4 zeigt die wichtigsten Etappen auf dem Weg des Vergebens auf (gegebenenfalls sind nicht alle nötig; es gilt, sich von Gott leiten zu lassen).
Ü b ers ic ht 4
Vergeben – die Seele einen Weg führen: • Das Herz ausschütten; Schmerz, Wut, Scham usw. aussprechen und zu Gott hin abfließen lassen (vgl. Ps 62,9). • Sich der inneren Vorwürfe bewusst werden, die Anklage formulieren; der Helfer fragt nach und ermutigt, bis alles klar beim Namen genannt auf dem Tisch liegt. • Eintreten in Jesu Vergebungsbereitschaft. • Im lauten Gebet Punkt um Punkt im Namen Jesu vergeben; der Helfer kann nachfragen und gewisse wichtige Vergebungsschritte im Gebet bestätigen. • Ist die Bereitschaft zur „2. Meile“ (vgl. unten) vorhanden? Dazu ermutigen. • Wenn Beziehungen noch weiter bestehen: Annahme des anderen in seinem So-Sein; in die vergebende Grundhaltung gemäß Römer 15,7 eintreten. • Bitte um innere Heilung, Wiederherstellung, Wiederaufrichtung der Würde usw.; falls nötig auch um Löschung quälender Erinnerungen. • Von nun an gilt über dem Vergebenen Römer 8,28: alles muss denen, die Gott lieben, zum Guten mitwirken – es gibt keine Ausnahmen. Diese Verheißung im Glauben anzunehmen und an der gewährten Vergebung festzuhalten, bewahrt das Herz im Frieden.
Gewisse Etappen des Weges, den unsere Seele gehen muss, um zu Gottes Ziel zu kommen, fallen uns manchmal schwer. Zu diesen gehört die Notwendigkeit, uns die inneren Anklagen ehrlich einzugestehen. Hierzu ein Beispiel (Beispiel 2):
A
26
Ein französisches Wortspiel: „Gott gibt, was er verlangt.“
27
Das griechische Wort für „vergeben“ in Mt 6,14 bedeutet „entlassen, wegschicken“.
28 �������������������������������������������������������������������������������������� Wir müssen Menschen immer wieder auch Dinge vergeben, für die wir sie ungerechtfertigter Weise anklagen. Dazu und zur „Interpretationsfalle“ in unseren Beziehungen siehe in Makarios: Was der Entflechtung dient (S. 51ff.).
32
ls die Diakonisse bei der Bearbeitung ihrer Mutterbeziehung zum Ausdruck brachte, sie möchte ihrer Mutter vergeben, erklärte ich ihr, welchen Weg wir miteinander gehen würden. Da rief sie aus: „Sie anklagen, das werde ich nie tun; das darf man doch nicht!“ Ich erklärte ihr, dass es ja nur darum gehe, die Anklagen, die sie seit Langem in ihrem Herzen trage, klar zu formulieren. Sie blieb bei ihrer Weigerung; und ich beharrte darauf, die Anklage müsse formuliert werden.
33
Erst im übernächsten Gespräch war sie dazu bereit. Als sie ihre Vorwürfe dann laut auszudrücken begann, verstand ich, weshalb sie sich geweigert hatte: „Mutter, ich hätte dich umbringen können!“, brach es aus ihr heraus. Sie erschrak selber über die Tiefe ihrer Wut. Ich half ihr, so gut ich konnte, formulierte gewisse Anklagen klarer, fragte nach, bis alles ausgeräumt war: „Gibt es nicht noch mehr? Ist das alles? Ist der Sack ganz leer?“ Mitten in der Anklage wurden ihr ihre eigenen Fehler so stark bewusst, dass sie gleich auch ihre eigene Schuld vor Gott bringen wollte. Sie war dann aber einverstanden, den Weg des Vergebens zuerst zu Ende zu gehen, bevor wir ihre Schuld vor Gott brachten.
Und wenn der Schmerz und das Leiden zu groß sind und die Seele es nicht schafft zu vergeben? Wie kommt Gott diesen Menschen dann zu Hilfe? Dieser Frage bin ich in meiner Arbeit immer wieder begegnet. Ich verstand jeweils so gut, dass sich in der Seele des Opfers alles dagegen sträubte und es ihm menschenunmöglich schien zu vergeben. Andererseits wusste ich zu gut, dass es für die betroffene Person lebenswichtig war, es zu tun. Der erste Schritt bestand oft in der Einsicht, dass sie um ihrer selbst willen vergeben müsste; und so bewirkte Gott dann das Wollen. Aber der Schritt zum Vollbringen war auch dann oft noch groß. Deshalb beteten wir manchmal um die innere Bereitschaft und die Kraft dafür. Und wenn es auch dann zu keinem Durchbruch kam? Durch die unten geschilderte Erfahrung wurde mir zum ersten Mal klar, dass auch Vergeben-Können ein göttliches Angebot ist: Wir dürfen Gott unsere Unfähigkeit bekennen und in die Vergebungsbereitschaft Jesu eintreten. So wird auch das Vergeben zu einem von Gott vorbereiteten Werk. Dies wird hier deutlich (Beispiel 3):
I
m ersten Ehejahr hatte das junge Paar eine hilfsbedürftige junge Frau bei sich aufgenommen. Nach Jahren hatte meine Klientin dann erfahren, dass Ihr Mann sie während fünf Jahren mit der jungen Frau betrogen hatte. Nun war die Ehe am Ende, und wir arbeiteten die verletzenden Erfahrungen auf. Heute war schon das dritte Gespräch, in dem die Frau versuchte, ihrem Mann zu vergeben. Und wieder sagte sie unter Tränen: „Ich schaffe es nicht!“ Was konnten wir tun? Ich schlug eine Zeit des hörenden Gebets vor: „Herr, wie möchtest du Frau B. zu Hilfe kommen?“ Ich hatte einen bildhaften Eindruck: Jesus stand Herrn B. gegenüber und schaute ihn mit seiner ganzen Barmherzigkeit und Liebe an; die
34
von ihm ausgehende Gnade war wie ein Lichtkegel. Ich verstand, dass Jesus Frau B. einlud, sich vor ihn hinzustellen und so in seine Vergebungsbereitschaft einzutreten. Dazu war sie bereit. Im Gebet stellte sie sich vor Jesus hin; so stand sie auch selber im Lichtkegel der Gnade. Als sie ihren Mann dann mit dem Blick der Barmherzigkeit Jesu ansah, brach sie in Tränen aus und sagte: „Der arme Kerl!“ Nun war das Tor für sie offen, den Weg des Vergebens zu gehen.
Zuletzt noch etwas zum Geheimnis der „zweiten Meile“29: Die „erste Meile“ des Vergebens ist unverzichtbar, die zweite ist freiwillig. Sie besteht in dem, was Jesus bei der Kreuzigung und Stephanus bei seiner Steinigung getan haben30: Sie haben das Maß an Barmherzigkeit und Gnade vollkommen gemacht, indem sie Gott nun auch noch darum baten, ihren Mördern zu vergeben. Ich habe immer wieder erlebt, dass Menschen nach der „ersten Meile“ die zweite gerne tun, wenn wir sie auf diese Möglichkeit hinweisen. Und etwas ist mir dabei aufgefallen: Wer zur „zweiten Meile“ bereit ist, in dessen Herz kommt das göttliche Angebot des Vergebens wirklich vollkommen zum Ziel: der Friede Gottes kehrt ein in seine Seele. 1.3.3. Erlösung aus dem unguten Erbe Gott kennt das Gesetz der Perpetuierung31 und weiß, dass jeder Mensch bei seiner Zeugung in die beiden elterlichen Erblinien mit ihren Anteilen an Segen und an Fluch eintritt. Dieses Erbe hat nicht nur eine körperliche Dimension, sondern auch eine seelische und eine geistliche. Nach der Geburt beginnt dann die Prägung durch die elterlichen Lebensweisen: Wir lernen von ihnen, indem wir Reaktionsmuster abgucken und Grundeinstellungen übernehmen – hilfreiche und wenig hilfreiche, denn das kindliche Modelllernen ist nicht selektiv. Gottes Angebot in
29
Vgl. Mt 5,41.
30
Lk 23,34 und Apg 7,60.
31 ��������������������������������������������������������������������������������������� Siehe hierzu die Erklärung im Anhang und den Abschnitt 2.3.4., „Das Gesetz der Perpetuierung“.
35
1. Petrus 1,1832 besteht nun darin, dass Jesus uns durch seinen Tod aus der unguten Erblinie und den unbrauchbaren Prägungen „losgekauft“ hat.33 Dies bedeutet, dass wir aus diesen belastenden Mustern austreten und in die zur Neuschöpfung gehörenden eintreten können. Sätze wie: „Das muss ich einfach tun!“ oder „Ich bin eben so!“ haben dann keine Gültigkeit mehr. Gott bietet uns eine Reinigung der Erblinie an, sodass wir aus den problematischen Bereichen unseres menschlichen Erbes austreten und in das Erbe unserer Gotteskindschaft eintreten können, damit der Segensfluss aus „tausend Generationen“34 ungehindert durch unser Leben fließen kann. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob der Klient Gottes Angebot wirklich annehmen und eigenverantwortlich werden will, oder ob er sein Verhalten weiterhin mit diesen Prägungen entschuldigen möchte. Dieses Angebot kann in fünf Schritten angenommen werden: • Die Person bekennt die unguten Reaktionsweisen oder Muster vor Gott als Schuld und bittet dafür um Vergebung. • Sie legt die unguten Prägungen ab und nimmt Gottes Angebot des Loskaufs für sich in Anspruch; der Seelsorger bestätigt die Gültigkeit von Gottes Zusage und setzt die abgelegten Muster außer Kraft. • Die Person zieht die neuen, gottgemäßen Haltungen und Lebensweisen an; sie tritt in diesem Bereich in das ihr als Gotteskind zustehende Erbe ein. Der Helfer kann diesen Schritt bestätigen (Zeugengebet35). • Fürbitte für die Menschen, die bisher durch diese unguten Reaktionen betroffen worden sind, Gott möge es gemäß Römer 8,28 an ihnen gut machen. • Falls die Person Kinder hat: Gebet, dass dieser ungute Strang der Erb linie auch für kommende Generationen durchtrennt sein möge.
32
„Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel.“ (1Petr 1,18–19; EÜ).
33 ��������������������������������������������������������������������������������������� In der Antike konnte man einen Sklaven mit einer Geldsumme loskaufen; dann war er wirklich frei und sein eigener Herr. Die Hingabe seines Lebens am Kreuz ist der Preis, den Jesus bezahlt hat. 34
Vgl. 2Mo 34,7. Jesus hat uns aus dem „Gesetz der Heimsuchung“ losgekauft; die Gnade siegt.
35
Siehe die Begriffserklärung im Anhang.
36
1.3.4. Sorgen abwerfen Auch hier ist Gottes liebevolle Absicht wieder klar spürbar. Wenn wir es ihm überlassen, möchte er für uns sorgen; und wenn wir uns keine Sorgen um morgen machen müssen, können wir ganz und voll im Heute leben und Gott zur Verfügung stehen. Das wünscht sich Gott.36 Deshalb schreibt Petrus: All eure Sorge werft auf ihn, denn er kümmert sich um euch (1Ptr 5,7 EÜ). Wenn wir eine bedrängende Sorge los werden wollen, so sollten wir Gottes Angebot wörtlich ernst nehmen. Solange wir bitten: „Nimm mir meine Sorgen doch ab!“, wird wohl kaum etwas geschehen. In 1. Petrus 5,7 steht: „… werft auf ihn!“ Dies ist eine bewusste, aktive Handlung, hinter der ein klarer Entschluss steht. Um diesen Schritt im Gebet mit Entschiedenheit zu vollziehen, kann man ihn mit einer symbolischen Handlung begleiten. Immer wieder habe ich Klienten ermutigt, sich Zeit zu nehmen, um ihre Sorgen klar zu formulieren und auf ein Blatt Papier zu schreiben. Wenn sie dann bereit waren, sie loszulassen, nahmen sie mit einem letzten Blick auf das Blatt Abschied von ihnen, zerrissen das Blatt dann betend, und ich entsorgte die Fetzen im Papierkorb. Hier die Entdeckung eines Klienten (Beispiel 4):
W
elche Kraft in einer symbolischen Handlung liegt, hat ein Klient, mit dem ich über seine Sorgen und die Jakobus-Stelle gesprochen hatte, von sich aus intuitiv erfasst. Beim nächsten Termin berichtete er mir, was er anschließend an unser Gespräch aus eigener Initiative getan hatte: Er hatte sich am Fluss, an dessen Ufer die Christliche Beratungsstelle lag, einen flachen Stein ausgesucht, seine Sorgen darauf geschrieben und diesen dann betend in den Fluss geworfen. Wie befreiend war es, die Sorgenlast versinken zu sehen!
Dieses Angebot anzunehmen ist für manche Menschen gar nicht so einfach. Einige scheinen durch ihre Erziehung einen inneren „Sorgen-Auf-
36
Vgl. Mt 6,25–34. Mehr dazu in Makarios: Versöhnt leben (S. 77ff.); Der Lebensstil der Söhne und Töchter (geistlich-seelische Hygiene und Prophylaxe) (S. 89f.).
37
trag“ empfangen zu haben, sodass ihr Gewissen sie dazu drängt. Andere besitzen so etwas wie einen gewohnheitsmäßigen „Sorgen-Rucksack“, den sie immer wieder zu füllen wissen. Für andere sind die Sorgen der Fluchtweg aus den schwierigen Fragen des Heute, Ausdruck ihrer Unfähigkeit, im Heute zu leben. Wenn es in der Seelsorge um das Ablegen der Grundhaltung des unguten Sorgens geht, können wir Gott bitten, er möge uns in einer Zeit des gemeinsamen Hörens37 den nächsten Schritt zeigen; er wird uns gewiss antworten. Wie wir oben angedeutet haben, geht es Gott immer um unsere ganze Person. Deshalb hat er auch Angebote für unseren Geist und für die Heilung unseres Körpers. So kann es in der Finalen Seelsorge auch dazu kommen, dass Gott den Geist eines Menschen heilen, stärken und für seine Aufgabe innerhalb der Person zurüsten will. Ich habe es auch mehrfach erlebt, dass das Gebet für körperliche Heilung Teil meines seelsorgerlichen Auftrages war.38 1.3.5. Gottes individuelle Angebote
an Maleachi 2,15–16 erinnern können. Aber die innere Stimme hielt mich zurück, ihm eine Antwort zu geben. So fragte ich nur: „Wollen Sie es wirklich wissen?“ „Ja“, sagte er. „Dann bitten wir jetzt Gott, dass er es Ihnen bis zum nächsten Gespräch zeigt.“ Als wir das getan hatten, entließ ich ihn. Was würde nun geschehen? Er war ganz beglückt, als er das nächste Mal kam: „Er hat es mir wirklich gezeigt, es ist ganz klar: Ich kehre zu meiner Frau und meiner Familie zurück.“ „Wie hat er es Ihnen gezeigt?“, fragte ich ihn. „Er hat mir die Liebe zu meiner Frau wieder geschenkt.“ Welch liebevolle, gnädige Antwort von Gott! Darauf wäre ich nie gekommen.
Als Schöpfer-Gott mit unendlicher Kreativität fehlt es ihm nie an Lösungen und Wegen. Auch seine individuellen Angebote sind immer Ausdruck seiner Weisheit und seiner allparteilichen39 Liebe. Gottes Lösungen machen uns nie von anderen Menschen abhängig; er selber tritt in die Lücke und schenkt uns, was wir brauchen. Sie bewirken zudem den größtmöglichen Segen für alle Beteiligten. Auch dazu ein Beispiel aus der Praxis (Beispiel 6):
I
n einem Paargespräch ging es um das Chaos, das jeweils losbrach, wenn der Mann abends nach Hause kam und mit den Kindern noch etwas „Freude“ haben wollte. Seine Frau fürchtete sich oft vor seiner Heimkehr: In kurzer Zeit brach die sorgfältig bewahrte Atmosphäre von Frieden zusammen; es war häufig kaum mehr möglich, die Kinder vor dem Schlafengehen wieder zur Ruhe zu bringen. Beide waren frustriert: Der Mann, weil ihm seine Frau die Freude mit den Kindern anscheinend „nicht gönnte“, und die Frau, weil er die Bemühungen eines ganzen Tages jeweils „in kürzester Zeit zunichtemachte“40. Welches konnte hier Gottes Lösung sein? In einer Hör-Stille machte Gott dem Mann ein Angebot: „Ich hänge dir meine Freude an die Klinke der Haustüre. Wenn du heimkommst, kannst du sie anziehen, bevor du hinein gehst.“ Dies empfand auch die Frau als Geschenk für sie; sie verstand, dass Gottes Freude nicht Chaos stiftet, sondern den Frieden bewahrt.41
Mein Staunen gilt aber nicht nur den für alle Menschen gültigen, biblischen Angeboten Gottes, sondern noch mehr seinen individuellen Angeboten, Wegen und Lösungen, die er für die einzelne Person bereithält. Es ist beeindruckend, die Kreativität Gottes zu entdecken und zu sehen, mit wie viel wohlwollendem Entgegenkommen, Gnade, Weisheit und Feinheit er auf die einzelne Person in ihrer einmaligen Wesensart und Situation eingeht. Hier ein Beispiel dafür aus meiner seelsorgerlichen Praxis (Beispiel 5):
D
er Mann stand zum vierten Mal in einer außerehelichen Beziehung und lebte getrennt von seiner Frau. Nun wollte er aus dem inneren Hin-und-her-gerissen-Sein herauskommen. Die Gefühle zogen ihn zur Geliebten, die Treue seiner Frau und die Erwartungen der Kinder zogen ihn zurück nach Hause. Gegen Ende eines Gesprächs sagte er: „Wenn ich nur wüsste, was Gott mir raten würde!“ Ich war überrascht – das war doch klar. Ich hätte ihn 39
Gottes Liebe gilt allen Beteiligten gleich. Vgl. hierzu auch die Erläuterung im Anhang.
37
Mehr zur „Hör-Stille“ in Abschnitt 6.6.4., „Hörendes Gebet“.
40 �������������������������������������������������������������������������������������������� Dies war je die subjektive Interpretation des Verhaltens des Partners. Zur „Interpretationsfalle“ vgl. in Makarios: Was der Entflechtung dient (S. 51).
38
Vgl. Abschnitt 5.3.9., „Körperliche Heilung“.
41
38
Mehr zu diesem Beispiel in Abschnitt 3.3.1. unter 5. und 7.
39
Gottes Lösungen und Angebote sind oft so überraschend und unerwartet, dass sie Erstaunen auslösen. Was mir dabei besonders aufgefallen ist, ist Gottes feiner Humor, der dem Klienten eine hilfreiche Distanz zu seinem Problem ermöglicht. So ist in meinen Gesprächen auch immer wieder ein herzhaftes Lachen ausgebrochen. Selbst mir gegenüber hat Gott seinen Humor schon oft eingesetzt (Beispiel 7):
I
n einer meiner ersten Gebetsseelsorge-Wochen, an der ich teilnahm, erzählte mir ein Seelsorger gegen Ende der Seelsorgezeit ein inneres Bild, das Gott ihm für mich geschenkt hatte: Ich lief kreuz und quer auf einem Hügel umher; über mir schwebte ein kleines Wölkchen, aus dem Segens-Regen auf mich fiel. Dazu kam einfach der Satz: „Könntest du es mir ein bisschen einfacher machen und weniger umher rennen?“ Wie liebe- und humorvoll Gott seinen Rat ausgedrückt hatte, brachte uns zum Lachen. Das Bild sprach zu mir und prägte sich mir ein. Wenn ich dann später wieder in der Gefahr stand, überaktiv zu werden, hörte ich in mir nur: „Wölkchen!“ Und dann wusste ich, was Gott sich jetzt wünschte.
Impulse zur Vertiefung: Wenn ich aus Gottes Angeboten leben will – mit welchem beginne ich? Wie kann ich Gottes individuelle Angebote und Lösungen persönlich erfahren?
festhalten. Es soll genügen, an einige zu erinnern: „Wenn man etwas begriffen hat, kann man es auch tun“; „Man kann, wenn man will“; „Ohne Fleiß, kein Preis“ usw. In der Realität unseres Lebens bewähren sich diese Theorien aber nicht. Die menschlichen Wege haben viel mit Anstrengung, Mühsal und selbstverdientem Erfolg zu tun. Sie überschätzen die Möglichkeiten des Menschen und überfordern ihn. Es gibt aber auch christlich-religiöse Handlungsanweisungen, welche an der Realität des Menschen vorbeigehen und ihn überfordern, indem sie das Ziel durch eigene Leistung und Anstrengung erreichen wollen: „Man muss nur tun, was die Bibel sagt“, verbunden mit der Aufforderung zu einem Willensakt, bei dem die Seele nicht mitkommt.42 „Man muss nur richtig beten, dann …“, verbunden mit einem Gebets-Programm, durch welches der Erfolg garantiert werden soll.43 „Reiß dich ein bisschen zusammen; den Rest, den du nicht tun kannst, den tut Gott dann schon“, als ob Jesus nicht alles für uns vollbracht hätte. Gottes Wege verlangen ganz andere innere Haltungen: Das ehrliche Eingeständnis des Unvermögens, Demut, bitten können, ein unverdientes Geschenk annehmen und Dankbarkeit. Sie sind Ausdruck von Gottes Gnade, seinem stellvertretenden Handeln und seiner Barmherzigkeit. Auf Gottes Wegen können wir seine Angebote in Besitz nehmen und durch seine Kraft von innen heraus verändert werden. Sie führen alle auf ’s Ziel der Neuschöpfung zu. Wenn wir uns im Gespräch von ihm führen lassen, wird Gott uns zeigen, auf welchen seiner Wege er diese Person jetzt führen will. Hier nun ein Überblick über die Wege, die Gott uns anbietet:
1.4. Gottes Wege In Gottes Wort können wir nicht nur Angebote, sondern auch Wege entdecken, wie wir zum Ziel kommen können. In den Hinweisen zu den drei Angeboten Gottes habe ich einige wichtige Wege Gottes bereits angedeutet. Was ist aber mit dem Begriff der „göttlichen Wege“ gemeint? Darunter verstehe ich die Art, wie das Ziel der Neuschöpfung angestrebt werden kann. Gottes Wege stehen oft im Gegensatz zu unseren menschlichen Theorien und Wegen, an denen wir trotz aller Misserfolge oft hartnäckig
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42
Ein Beispiel dafür findet sich in 1.3.2.: Pauschales Vergeben führt nicht zum Ziel Gottes, dem inneren Frieden.
43
Mehr dazu in Abschnitt 6.6.2., „Seelisches Gebet“.
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Verzeichnis der Abbildungen Abbildung 1: Finale Logik
S. 45
Abbildung 2: Der Mensch als Beziehungswesen
S. 58
Abbildung 3: Heiligung
S. 75
Abbildung 4: Herz und Gesinnung
S. 79
Abbildung 5: Vom Umgang mit Rückfällen
S. 92
Abbildung 6: Die Vertrauensbasis
S. 117
Abbildung 7: Meilensteine
S. 124
Abbildung 8: Von der Seelsorger- zur Gottesbeziehung
S. 146
Abbildung 9: Spiralen- und Sektoren-Arbeit
S. 152
Abbildung 10: Treppenbau-Arbeit
S. 155
Abbildung 11: Der Beziehungsraum der Finalen Seelsorge
S. 189
Abbildung 12: Das Gespräch als Rangierbahnhof
S. 196
Abbildung 13: Der finale Gesprächsverlauf
S. 201
Abbildung 14: Die Stationen des finalen Gesprächsverlaufs
S. 212
299
Verzeichnis der Übersichten Übersicht 20:
Aufgaben und Gefahren der Gesprächsführung
S. 194
Übersicht 21:
Vom Wert der Konzepte
S. 208
Übersicht 22:
Lieben, wie Gott liebt
S. 217
Übersicht 23:
Formen des Gebets
S. 229
Übersicht 24:
Richtlinien für das Gebet in der Finalen Seelsorge
S. 233
Wie Gott seine Mitarbeiter in sein Wirken einbezieht
S. 243
Übersicht 1:
Grundfragen für helfende Tätigkeiten
S. 20
Übersicht 2:
Charakteristiken der Finalen Seelsorge
S. 22
Übersicht 3:
Gottes Angebote
S. 29
Übersicht 4:
Vergeben – die Seele einen Weg führen
S. 33
Übersicht 5:
Gottes Wege
S. 42
Übersicht 6:
Der Beistand des Heiligen Geistes
S. 49
Übersicht 7:
Grundfragen des Menschseins
S. 53
Übersicht 8:
Gott verändert uns
S. 56
Übersicht 9:
Gottes Angebote
S. 70
Übersicht 26:
Der Lebensstil der Söhne und Töchter Gottes S. 254
Übersicht 10:
Etappen auf dem Weg der Veränderung
S. 85
Übersicht 27:
Übersicht 11:
Grundregeln der Veränderung
S. 97
Gottes Ratschläge für Frieden und innere Stabilität
S. 258
Übersicht 12:
Das Erstgespräch
S. 110
Übersicht 28:
Teil 1: Kompetenzen für Gottes Mitarbeiter
S. 263
Übersicht 13:
Gott im Gespräch eine Chance geben
S. 139
Übersicht 28:
Teil 2: Spezifische Kompetenzen für die Finale Seelsorge
S. 265
Übersicht 14:
Den Glauben einbeziehen
S. 144
Übersicht 15:
Aufbaureihe zur ehelichen Liebe
S. 155
Alltagstraining zum Erlernen der Mitarbeiterkompetenzen
S. 265
Übersicht 16:
Die Aufarbeitung von Missbrauch
S. 158
Symptome einordnen
S. 296
Übersicht 17:
Die seelsorgerliche Krisenintervention
S. 165
Übersicht 18:
Fragen zur Suizidalität
S. 167
Übersicht 19:
Spontanes Reden und Verhalten – Reden und Handeln in der Finalen Seelsorge S. 192
300
Übersicht 25:
Übersicht 29: Übersicht 30:
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Finale Eheseelsorge Ehewochen und Ausbildungskurse LiSa Eheatelier Finale Eheseelsorge Wenn Ehepaare Hilfe suchen, brennt das Haus. Durch festgefahrene Beziehungsmechanismen, Bedingungen, Rechtsansprüche und eskalierende Konflikte sind die Partner so ineinander verhakt, dass die Ehe zum Gefängnis geworden ist; und wo es keine Freiheit mehr gibt, geht die Liebe verloren. Die Paare brauchen zuerst Entflechtung und ein neues Eheverständnis, das Entlastung und Hoffnung schafft. Hier kommt dem Konzept des Gott-Ehe-Dreiecks große Bedeutung zu. Es zeigt den Partnern auf, dass Gott aktiven Anteil an ihrer Ehe haben möchte: Er will für beide das erste Gegenüber sein, die Einheit bauen und die Partner mit Liebe beschenken. Bereits im ersten Gespräch sollte sich vor den Hilfe suchenden Paaren ein Weg in die Zukunft öffnen, damit sie wieder Hoffnung schöpfen können. Wie kann das möglich werden? Im Suchen nach einer Antwort hat Dr. Engeli in der Arbeit mit Paaren eine lösungsorientierte, vorwärtsgerichtete Arbeitsweise entwickelt, die Finale Seelsorge. Die gute Nachricht von Gottes Geschenk der Neuschöpfung – dass Gott Angebote und individuelle Lösungen bereithält – bringt Entlastung, eröffnet den Partnern neue Perspektiven und gibt ihnen wieder Mut. Zum Grund-Konzept des Gott-Ehe-Dreiecks kamen bald weitere dazu, welche entflechtend wirken und konkrete Wege zur Gestaltung der Beziehung aufzeigen. So kommt das Schwungrad der Veränderung oft schon durch wenige Gespräche in Gang.
Ehewochen und Ausbildungskurse für Finale Eheseelsorge Als Referent bei Aus- und Weiterbildungen für Seelsorger machte Dr. Engeli dann die Erfahrung, dass auch interessierte Laien seinen Ansatz
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verstehen und übernehmen konnten. So entwickelte er einen Ausbildungskurs für Finale Eheseelsorge. Nach seiner Pensionierung bildete er Paare aus den ersten Kursen, die seinen Ansatz in der Eheseelsorge praktizierten, zu Mitarbeitern aus und führte mit ihnen zusammen in Deutschland und der Schweiz weitere Kurse für Finale Eheseelsorge durch. Die wachsende Gruppe von Mitarbeiter-Ehepaaren übernimmt bei den Schulungen und bei der Weiterentwicklung der finalen Arbeitsweise immer mehr Verantwortung. In den Kursen für Finale Eheseelsorge wird der Inhalt dieses Buches auf die Arbeit mit Paaren übertragen. Die besonderen Herausforderungen der Ehearbeit, die beziehungsmäßige und seelsorgerliche Komplexität des Vierergesprächs und die größere Verantwortung der Seelsorger bedingen aber weitere Themen und das Erlernen zusätzlicher Kompetenzen. Die Kurse dauern 1 ½ Jahre und bestehen aus 13 Wochenenden (oder 4–6 längeren Blöcken) und einer doppelt geführten Praxiswoche, in der die Paare Gespräche mit Ehepaaren von außen führen. Neben der biblischen Grundlegung des finalen Ansatzes kommt dem Erlernen der nötigen Kompetenzen, dem Lernen vom Modell und dem Einüben der Gesprächsführung in Gruppenzeiten und durch Live-Gespräche hohe Bedeutung zu. Die durch Offenheit, Annahme und Ermutigung geprägte Kursatmosphäre bewirkt bei den Teilnehmern auch persönliche Entfaltung und Vertiefung der Gottesbeziehung. Wie die Rückmeldungen zeigen, ist der Kurs vielen Ehepaaren zu einem großen Segen geworden. Das der Finalen Eheseelsorge zugrundeliegende Eheverständnis wird in den „LiSa Ehewochen“ vermittelt, dem Grund-Baustein der Ausbildung. Diese Seminare stehen aber allen Ehepaaren offen, die in ihrer Beziehung wachsen oder sich auf irgendeine Art von Ehearbeit vorbereiten möchten. Für Paare in einer akuten Ehekrise ist die Woche nicht geeignet. Die teilnehmenden Paare erleben in dieser Woche Heilung und Entfaltung, indem sie das Vermittelte auf die eigene Ehe anwenden. Die Teilnahme an einer LiSa Ehewoche ermöglicht den Paaren anschließend die Anmeldung für einen Ausbildungskurs in Finaler Eheseelsorge.
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Der Verein LiSa Eheatelier 2005 wurde der Verein „LiSa Eheatelier“ gegründet. Er setzt es sich zum Ziel, durch Seminare, Ausbildungskurse und die Vermittlung von Seelsorge-Ehepaaren für Hilfe suchende Paare dazu beizutragen, dass die Ehe wieder zum Ort des Segens, der Liebe und der Entfaltung werden kann. Gott will Ehen heilen und stärken, damit sie in unserer Gesellschaft „Licht und Salz“ sein können (siehe Mt 5,13–16). Diese Zielsetzung drückt sich im Namen „LiSa“ aus. Der Verein führt im ganzen deutschen Sprachraum LiSa Ehewochen durch, immer häufiger in Zusammenarbeit mit christlichen Werken, Instituten oder Gemeindeverbänden. Er organisiert auch die auf den Ehewochen aufbauenden Ausbildungskurse für Finale Eheseelsorge. Den ausgebildeten Paaren bietet der Verein die Mitgliedschaft, die Teilnahme an einer regionalen Intervisionsgruppe und regelmäßige Weiterbildungstage und -Wochen an. Der Verein LiSa Eheatelier hat einen französischsprachigen Zweig: „LiSa – Sel & Lumière“. Auch im französischen Sprachgebiet werden LiSa Ehewochen und Ausbildungskurse für Finale Eheseelsorge durchgeführt.
Informationen und Kontakt Informationen zum Eheverständnis und zur Finalen Eheseelsorge: Dr. Manfred Engeli, Finale Eheseelsorge (3. Auflage). Scesaplana Verlag, Seewis 2011. ISBN 978-3-9523310-0-2 Im selben Verlag: „Final“ Marriage Conunselling (2. Auflage). ISBN 978-3-9521992-5-1 / Consulenza Matrimoniale Finalizzata. ISBN 978-3-9521992-9-9 Informationen zu den geistlichen Grundlagen: Manfred Engeli, Makarios – Der Weg, ein glücklicher Mensch zu werden (2. Auflage). Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2011. ISBN 978-3-86256-019-6 Französische Übersetzung: Makarios ou En route vers le bonheur (4e édition), Editions Je Sème, Genève 2008. ISBN 2-940330-08-5
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Kontakt zum Verein LiSa Eheatelier und Informationen über die Kursangebote: Verein LiSa Eheatelier, CH-3612 Steffisburg, www.lisaeheatelier.ch, info@lisaeheatelier.ch
NEUFELD VERLAG
Kontakt zum französischsprachigen Zweig: www.lisa-sel-lumiere.ch, info@lisa-sel-lumiere.ch
BUCHHINWEIS
Manfred Engeli
Makarios
Der Weg, ein glücklicher Mensch zu werden
Makarios [griechisch] glückselig Wir alle sehnen uns nach einem glücklichen Leben – und beherrschen die fragwürdige Kunst, unglücklich zu sein. Doch der Weg, ein glücklicher Mensch zu werden, steht uns offen. Er führt zurück zur Beziehung zu Gott und in die Einfachheit. Ein Mensch, der zufrieden und mit sich und mit Gott im Einklang ist, wird in der Bibel als makarios beschrieben. Diese Art von Glück ist nicht abhängig von den äußeren Umständen unseres Lebens. Wer sich, wie Jesus, auf das Abenteuer der Abhängigkeit von Gott einlässt, der ist auf dem besten Weg zu einem erfüllten Leben. Dr. Manfred Engeli zeigt praktische Schritte auf dem Weg, ein glücklicher Mensch zu werden. Sie basieren auf biblischen Inhalten sowie seiner persönlichen und seelsorgerlichen Erfahrung. 127 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-86256-019-6, 2. Auflage
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NEUFELD VERLAG
BUCHHINWEIS
Brad Huebert
Die Stimme des Königs Eine dramatische Reise nach Hause Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Gebete reichen nur bis zur Zimmerdecke, Stille Zeit ist nur noch eine lästige Pflicht und Gottesdienste sind Orte, wo man von der Kanzel aus erfährt, wie überaus unzulänglich man ist, dann ... könnte es Zeit sein für dieses Buch. Brad Huebert erzählt die Geschichte des eher lauwarmen Christen Ivan, der sich – nachdem er sich aufgerafft hat, mit Jesus Ernst zu machen – unversehens in der mittelalterlich anmutenden Stadt Basileia wiederfindet. Auf seiner dramatischen Reise nach Hause vernimmt Ivan zwar immer wieder die Stimme des Königs, wagt es aber nicht, ihr wirklich zu trauen. Der Autor schildert Ivans Abenteuer so lebendig und farbig, dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Er packt den Leser am Herzen und berührt ihn da, wo die Sehnsucht steckt – nach einem befreiten und echten Leben in der Beziehung zu Jesus. 144 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-937896-91-5, 3. Auflage Folgen Sie dem Neufeld Verlag auch auf Facebook® und in unserem Blog: www.neufeld-verlag.de/blog www.neufeld-verlag.de ❦ www.neufeld-verlag.ch