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Inhalt

EINLEITUNG Ein Wort der Vorbereitung . .................................7 KAPITEL 1

Der Masterplan . .................................................11

KAPITEL 2

Die Metamorphose..............................................17

KAPITEL 3

Die Tage der Götter ............................................29

KAPITEL 4

Der König ...........................................................45

KAPITEL 5

Die Königin . .......................................................61

KAPITEL 6

König und Königin .............................................77

KAPITEL 7

Die Göttin ...........................................................89

KAPITEL 8

Die Tage des Königs .........................................101

KAPITEL 9

Der Widersacher . .............................................109

KAPITEL 10 Der Weinberg ...................................................121 KAPITEL 11 Die Prophetie . ..................................................133 KAPITEL 12 Das Ende . .........................................................151 KAPITEL 13 Der Tag ............................................................. 161 KAPITEL 14 Die Schattenkönigin . .......................................175 KAPITEL 15 Der Erbe ...........................................................187 KAPITEL 16 Das feindliche Königreich . ..............................197 5


KAPITEL 17 Erbe und Königin .............................................211 KAPITEL 18 Der Attentäter ...................................................221 KAPITEL 19 Der Krieg der Throne . .....................................237 KAPITEL 20 Der Krieger . .....................................................249 KAPITEL 21 Das Wettrennen . ..............................................263 KAPITEL 22 Der Umsturz .....................................................273 KAPITEL 23 Der Untergang ................................................. 283 KAPITEL 24 Die Tage des Erben ..........................................299 KAPITEL 25 Der heilige Mann .............................................309 KAPITEL 26 Die Tage der Königin .......................................327 KAPITEL 27 Der Krieger-König ............................................337 KAPITEL 28 Der Tempel .......................................................347 KAPITEL 29 Die Vorboten der kommenden Tage . ...............357 KAPITEL 30 Das Elia-Paradigma . ........................................371 KAPITEL 31 Schlußfolgerungen ...........................................387 ANMERKUNGEN ........................................................................391 ÜBER DEN AUTOR .................................................................... 409


Einleitung

EIN WORT DER VORBEREITUNG

Ich schreibe normalerweise keine Einleitungen. Aber in diesem Fall muss ich es tun. Ein Wort der Vorbereitung ist hier erforderlich. Das Paradigma ist von solch großer Brisanz, die Offenbarungen sind so spezifisch und haben einen so engen Bezug zu bestimmten Personen und Ereignissen unserer Zeit, zu den hochaktuellen Themen und zu den derzeitigen Machthabern, dass die dahinterstehende Absicht leicht missverstanden und seine Bestimmung falsch aufgefasst werden könnte. Also, was ich hier schreibe, werde ich auch innerhalb des Buches nochmals betonen. Dieser Punkt ist wichtig genug, um ihn mehr als nur einmal anzusprechen. Das Paradigma richtet sich nicht gegen eine Person oder gegen Personengruppen. Ebenso wenig richtet sich das Buch gegen irgendwelche einflussreiche Figuren in der modernen Welt. Sie werden im Zuge dessen angeführt, wo sie – wenn ich die Dinge einfach laufen lasse – zur Entfaltung des Geheimnisses passen. Wenn ich also von den einflussreichen Figuren in der Welt spreche, dann geht es dabei letztlich nicht um sie selbst. Der ultimative Schwerpunkt liegt auf den größeren und tieferliegenden Zusammenhängen, die Teil der gesamten Nation und der Menschheit sind. Die Bedeutung dieser einflussreichen Personen besteht lediglich in deren Rolle, die sie innerhalb dieser größeren Zusammenhänge und bei der Entfaltung dieser von alters her festgelegten Bestimmung spielen. Das Paradigma ist in erster Linie eine Aufdeckung der verborgenen Dinge und Geheimnisse, des ursprünglichen Planes, des althergebrachten Paradigmas, das auf außergewöhnliche 7


aus. Man könnte versucht sein, einige der Fakten wegzudiskutieren, aber bei dem, was wir hier offenlegen wollen, geht es eben nicht nur um einige oder gar mehrere Fakten. Diese Offenbarung wird in ihrem Umfang, in ihrer Ausdehnung, in ihrer Beschaffenheit und in der Tragweite ihrer Details einfach nur überwältigend sein. Hier geht es um eine Sache, die kein Mensch jemals inszenieren oder zusammenfügen könnte. Ich bete insbesondere dafür, dass Gott dieses Buch gebrauchen möge, um Seine Ziele und Bestimmungen umzusetzen, prophetisch und souverän, für eine Erweckung, für eine Erleuchtung, für eine Bevollmächtigung, für eine Ermutigung, für eine Umkehr, für eine Wiederherstellung, für eine Wiederbelebung, für die Rettung und für eine Zeit wie diese, in der wir leben.

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Kapitel 4

Der König

Der Glaubensabfall im alten Israel hatte sich über Generationen hinweg erstreckt. Es war ein langer und andauernder Prozess, der letztlich nur im Gericht über die Nation und in der Vernichtung enden konnte. Aber zwischen dem Beginn und dem Ende lag eine spezifische Zeitspanne, in der sich alles radikal beschleunigte und vertiefte. Während der Durchquerung dieser Zeitspanne, die niemals zuvor durchquert worden war, wurden moralische Wälle niedergerissen, die zuvor als heilig galten. 45


Das PARADIGMA Es geschah genau während dieser Periode, dass die Kultur eine dramatische Transformation erfuhr. Bis zu dieser Zeit gab es noch ein gewisses Maß an Erkenntnis darüber, dass es sich bei diesen Dingen um Übertretungen und Sünde handelte, obwohl auch zuvor bereits viele der Gebote Gottes übertreten wurden. Mit anderen Worten, man konnte zwar das Gesetz übertreten, aber man erkannte noch, dass man ein Gesetzesbrecher war. Aber nun veränderte sich das alles. Es war nun nicht mehr nur eine Sache des Übertretens von gewissen Standards und Regeln oder des Brechens der Gesetze, sondern jetzt wurden die moralischen Standards und Regeln selbst über Bord geworfen. Vor dieser Zeitperiode wurden die meisten dieser ungeheuerlichen heidnischen Praktiken noch im Verborgenen ausgeführt. Nun wurden sie von der Kultur auf höchster Ebene ausgeführt, in öffentlichen Tempeln und in königlichen Palästen. Die heidnische Moral wurde jetzt zur beherrschenden Ethik der ganzen Nation. Die Unmoral wurde jetzt zum neuen Markenzeichen der Nation. Übertretungen wurden per Gesetz legitimiert. Zum ersten Mal konnte die Moral der heidnischen Welt die biblische Moral völlig verdrängen, auf deren Basis die Nation eigentlich gegründet worden war. Baal war immer im Verborgenen von einigen Teilen der Gesellschaft angebetet worden, aber nun wurde sein Kult zur offiziellen Religion des Landes. Zum ersten Mal in der Geschichte der Nation verband sich die Regierung voll und ganz mit diesem phönizischen Gott. Erstmalig wurden die Methoden seines Kults offiziell vom Staat unterstützt. So führte die Regierung Baal und seine Anbetung ein und schaffte zugleich Gott und Seine Weisungen ab. Alles wurde sozusagen auf den Kopf gestellt. Aber all dies geschah nicht über Nacht. Um es erneut klarzustellen, es war die Zuspitzung und Beschleunigung einer langfristigen Entwicklung. Und es geschah nicht ohne einen 46


Der König Kampf. Die Entwicklung beinhaltete auch einen Krieg der Kultur: Die neue Moral gegen die traditionelle Moral und die Wege und Weisungen Gottes. Da standen diejenigen, die danach strebten, das biblische Fundament der Nation zu Fall zu bringen, gegen diejenigen, die sich bemühten, dieses Fundament zu bewahren. Wer war es, mit dem diese Entwicklungen letztlich begannen? Wer ebnete den Weg dafür? Wer diente als Katalysator für diese Umgestaltung der Gesellschaft? Wer war der König? Der König wurde Aehav genannt. Wir kennen ihn unter dem Namen Ahab. Er war der Sohn des Königs und Militärführers Omri, der sich gewaltsam den Zugang zum Thron der Nation erzwungen hatte. Die biblische Überlieferung berichtet uns, dass Omri in den Augen des Herrn böse handelte, sogar schlimmer als jene Könige, die ihm vorangegangen waren. Ahab wuchs somit im Schatten eines gottlosen Vaters auf. Dies sollte dann auch zweifellos Auswirkungen auf sein eigenes Handeln als König haben. Aber das wesentlichste Ereignis im Leben von Ahab war seine Ehe mit einer ausländischen Frau. Er heiratete die Prinzessin von Phönizien, Israels benachbartem Königreich. Die Prinzessin war in einer heidnischen Kultur erzogen worden und stand der Anbetung Gottes feindlich gegenüber. Sie diente dem Gott der Phönizier – dem Götzen Baal. Als sie nach Israel kam und dann auch auf dem Thron saß, war sie fest entschlossen, dem Glauben ihres neuen Heimatlandes zu widerstehen. Aber das war noch nicht alles, denn sie führte einen Krieg gegen diesen Glauben mit dem Ziel, ihn gänzlich auszulöschen. Ahab setzte ihre Wut und Rage gegen diesen Glauben in einen politischen, kulturellen und geistlichen Krieg gegen den Gott Israels und gegen diejenigen um, die Gott nachfolgten. Die biblische Überlieferung präsentiert uns Ahab als einen gespaltenen Mann. Im Gegensatz zu seiner Frau kam Ahab aus einer Kultur, die Gott gekannt hatte. So bedeuteten die 47


Das PARADIGMA Annahme Baals und der Kampf für seine Anbetung ein Schritt gegen sein eigenes Erbe und gegen den Glauben seiner Vorfahren. Seine Frau war von Grund auf heidnisch. Aber Ahab war ein Abgefallener vom Glauben. Vielleicht lag es an der falschen Erziehung, am Einfluss oder auch an einem Mangel dieses Einflusses von Seiten des Vaters. Dies alles, zusammen mit dem heidnischen Einfluss seiner Frau, führte letztlich dazu, dass er nicht standhaft blieb. Obwohl er den Gott bekämpfte, dessen Name Jehova oder Jahweh ist, gab er seinen Kindern die Namen Ahaziah, das bedeutet Jehova hat ergriffen; Joram, das bedeutet, Jehova hat erhöht; und Athaliah, das bedeutet, Jehova hat gezügelt. Auch wenn er seinen Kindern die Namen noch vor Beginn des von ihm geführten Krieges gegeben hat, so zeugt dies dennoch von einem Mann, der inmitten zweier widerstreitender Welten hin und her schwankte. Einerseits bekämpfte er diejenigen, die an der Seite Gottes standen, darunter sogar die Propheten des Herrn. Andererseits beauftragte er wiederum Propheten, die ihm im Namen des Herrn raten sollten. Er vollführte ein großes Übel gegen die Wege und Weisungen Gottes. Und dennoch bekundete er dann auch wieder öffentlich Schmerz und Bedauern über seine Sünden und erbat die Gnade des Herrn. Ahab war also ein komplizierter Mann, ein Mann mit vielen Kompromissen, ein Abgefallener, der in sich selbst gespalten war. Aber er war auch noch auf eine andere Art und Weise gespalten. Einerseits schien er ein Experte und Meister als Kommandant gewesen zu sein, taktisch klug, strategisch und berechnend in seiner Führung. Andererseits erschien er als ein Mann der Schwäche. Er wurde schwach bezüglich Moral und Willenskraft. Er konnte von einer Position zur nächsten hin- und herschwanken, von einem Gefühl zu einem anderen, und das in nur einem Moment. Er war ein Mann mit vielen Widersprüchen; letztlich war er ein großes Rätsel. Er konnte Mut und Stärke auf dem Schlachtfeld zeigen, und im nächsten Moment folgte die Feigheit. Er begann mit dem Aufbau einer Stadt, und 48


Der König dann handelte er wieder wie ein Kind. Ein Bibel-Kommentar fasst das Leben von Ahab folgendermaßen zusammen: „... moralisch schwach und angetrieben von den Schwelgereien dieser Welt. Obwohl er auch wahren Mut zeigen konnte und zuweilen sogar das Wort Gottes beachtete, so war er grundsätzlich dennoch ein Mann, der viele Kompromisse machte, was den Willen Gottes betraf. Die göttliche Bewertung bezüglich seines Charakters steht als tragische Überschrift über seinem Leben ...“1 Auf vielerlei Art und Weise verkörperte Ahab also den Abfall der Nation. Er musste viele Kompromisse schließen. Genauso verhielt sich auch die Nation. Er war ein innerlich gespaltener Mann. Das galt auch für die Nation. Er war ein Abgefallener vom Glauben. Auch die Nation war abgefallen. Er wurde inmitten dieses Abfalls hineingeboren, aber in seiner Zeit als König erhob er diesen Glaubensabfall auf ein noch viel größeres Niveau. Er war der Katalysator, durch den diese Entwicklung noch weiter beschleunigt wurde. Er tat das, was zuvor kein anderer König Israels jemals getan hatte. Er führte einen geistlichen, kulturellen und politischen Krieg gegen den biblischen Glauben der Nation und gegen die traditionellen Werte. Er beaufsichtigte den Aufstieg einer neuen heidnischen Moral und sorgte dafür, dass sie in der Gesellschaft fest verankert wurde. Er war der erste König des Nordreiches, der tatsächlich einen Tempel für Baal errichtete, und er tat dies in der Hauptstadt. Das war ein deutliches Zeichen. Ahab verknüpfte dadurch den Staat voll und ganz mit einer heidnischen Religion. Er stellte eine Verbindung zwischen der Nation und einer neuen ausländischen Moral her. Der Glaubensabfall wurde jetzt offiziell vom Staat gefördert, und die Unmoral wurde zum Gesetz des Landes. Unter seiner Herrschaft bekam die Regierung ein Instrument in die Hand, um gegen die Weisungen Gottes und gegen Gottes Nachfolger vorzugehen. 49


Das PARADIGMA Was bedeutete dies alles für Israel? Es bedeutete, dass alles, was Baal repräsentierte, nun auch die gesamte Kultur durchdringen würde. Es bedeutete die Schwächung der absoluten Wahrheit bei gleichzeitiger Abänderung und Neudefinierung von Werten. So wurde der König zum Handlanger einer Form des moralischen Relativismus. Baal war der kanaanitische Gott der Fruchtbarkeit und des materiellen Wohlstands. Seine Anbetung war sinnlicher und vulgärer Natur. So entwickelte sich die Nation unter der Herrschaft von Ahab zu einer Kultur, die immer materialistischer, lustbetonter, vulgärer, gottloser und verdorbener wurde. Ahab wurde zum Handlanger der kulturellen Abwertung. Die Anbetung von Baal beinhaltete auch die Abtrennung der Sexualität von der Ehe und die Überführung der Sexualität aus dem privaten Bereich der Ehe hin in den öffentlichen Bereich des Tempel-Kults. Weil Ahab die Schreine von Baal multiplizierte, wurde er gleichsam zum Handlanger der sexuellen Unmoral, und seine Amtszeit wurde ein Zeuge der bewussten Übertragung der Sexualität in den öffentlichen Bereich. Was war sonst noch der Inhalt dieser Anbetung von Baal? Das Grauenhafteste waren Eltern, die ihre eigenen Kinder Baal opferten. Indem Ahab ein Befürworter von Baal war, wurde er gleichzeitig auch ein Handlanger und Mittäter beim Vergießen dieses unschuldigen Blutes im Zusammenhang mit der Tötung der Kinder der Nation. Es geschah unter seiner Herrschaft, dass die Regierung die Tötung von Kindern offiziell begrüßte, und alle Bedenken gegen diese Morde wurden beiseitegeschoben.

Das Paradigma des Königs Der folgende Teil des Paradigmas bewegt sich innerhalb einer sehr spezifischen und einzigartigen Zeitspanne.

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Der König Der langandauernde Glaubensabfall der Nation tritt in eine Periode der Beschleunigung und der Vertiefung ein. Im Zuge dieser Periode wird die heidnische und antibiblische Moral die Oberhand über das traditionelle und biblische Ethos der Kultur gewinnen. Gab es eine solche Periode der Beschleunigung des Abfalls vom Glauben auch in der amerikanischen und westlichen Zivilisation? Ja, es gab sie. Dieser langandauernde Abfall vom Glauben war besonders ausgeprägt von der Mitte bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts mit einer weiter fortschreitenden Tendenz. Die 80er Jahre waren von der „Reagan Revolution“ geprägt, eine Bewegung, die unter anderem auch den Ruf nach Rückkehr zu den traditionellen Werten einschloss. Aber in dem Vierteljahrhundert, das Anfang der 90er Jahre begann, wurde das Abweichen der amerikanischen Zivilisation von den biblischen und jüdisch-christlichen Grundlagen nicht nur vertieft und beschleunigt, sondern es erreichte einen neuen Höhepunkt. Es wurden nun bedeutende Grenzen überschritten, wie es noch niemals zuvor der Fall gewesen war. In derselben Zeitepoche gab es statistisch gesehen eine massive Lossagung vom Glauben unter denen, die sich früher noch als „Christ“ bezeichnet hatten. So lautet das entsprechende Paradigma: Während dieser Periode der zunehmenden Vertiefung des Glaubensabfalls wird die antibiblische Moral zur Regierungsmoral werden. So werden antibiblische oder heidnische Werte zunehmend das biblisch-moralische Fundament, auf dem die Nation und Zivilisation einst gegründet wurde, verdrängen. Anfang der 90er Jahre begann eine Entwicklung der allumfassenden Neudefinierung von Werten und Moral. Das, was 51


Das PARADIGMA man in früheren Zeiten noch als heidnische Ethik und heidnische Methoden bezeichnet hätte, wurde nun zur Hauptausrichtung und zum Grundprinzip der Kultur und zur vorherrschenden Ethik. Der Moralkodex, der immer fundamentaler Teil der westlichen Zivilisation gewesen war, wurde in dieser Zeitepoche über Bord geworfen. Diejenigen, die gegenüber dem Wort und den Weisungen Gottes treu blieben, fanden sich jetzt als ausgegrenzt und verunglimpft und in der Gefahr, verfolgt zu werden. Gegen Ende dieser Zeitepoche war zunehmend die Rede vom Ende des christlichen Amerika und vom Ende des christlich geprägten Westens. Die Transformation wird nicht ohne einen Kampf geschehen. Es wird einen Kulturkrieg geben. Die neue Moral wird gegen die Wege und Weisungen Gottes ankämpfen, und diejenigen, die das biblische Fundament der Kultur zu Fall bringen wollen, werden gegen diejenigen wetteifern, die dieses Fundament bewahren wollen – ein Kulturkrieg findet statt. So kam es, dass in Amerika und im Westen ein Begriff geprägt wurde, der in der Geschichte verschiedene Bedeutungen innehatte, der jedoch ganz spezifisch in diesem Konflikt Anwendung fand, in dem es einerseits um die traditionellen oder biblischen Werte ging, und andererseits um jene Werte, mit denen man die bisherigen Werte verdrängen wollte. Der Begriff lautet „Kulturkrieg“. Wann kam dieser Begriff für diesen speziellen Konflikt erstmals zur Anwendung? Es geschah Anfang der 90er Jahre, also zu Beginn dieser speziellen Zeitepoche.2 Die Periode der Vertiefung des Glaubensabfalls im Paradigma entspricht der Zeit von König Ahab und seinem Haus. Das führt natürlich zu einer unvermeidlichen Frage. Wenn dies die Zeit von Ahab ist, wo ist dann der Ahab in unserer Zeit? 52


Der König Wir müssen uns an dieser Stelle an das Grundprinzip erinnern, das ich im vorherigen Kapitel aufgezeigt habe. Demnach gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Führer im Gegensatz zum alten Fall heutzutage von den Menschen gewählt werden, und sie haben heute auch keine absolute Autorität. Zudem regieren die Führer heute nicht auf unbestimmte Zeit. Deshalb können wir auch nicht einem einzelnen Führer die Schuld für den Glaubensabfall einer Nation geben. Letztlich tragen die Menschen selbst die Verantwortung für ihre eigene Ausrichtung. Dennoch sind die Führer natürlich für ihr Leitungsamt verantwortlich, und ihre Handlungen und Entscheidungen haben ein großes Gewicht für das Gute oder das Böse im Land. Wenn wir all dies bedenken, dann müssen wir uns an dieser Stelle die Frage stellen: „Hat der Ahab des Paradigmas oder das Paradigma von Ahab eine Parallele in der modernen Welt? Gibt es einen König Ahab in der amerikanischen und westlichen Zivilisation, ein Gegenbild zu diesem alten König? Und wenn dem so ist, wer ist es?“ Wir werden uns in diesem Teil des Paradigmas darauf beziehen und bezeichnen ihn nachfolgend als „der König“. Der König wird über eine Kultur regieren, inmitten eines langfristigen Abfalls vom Glauben. Aber er wird den Vorsitz zu Beginn einer speziellen Zeitepoche haben, in der dieser Glaubensabfall noch außerordentlich tiefer reicht und sich beschleunigt. Die amerikanische und westliche Kultur befand sich also inmitten eines langandauernden Glaubensabfalls. Wer führte hierbei den Vorsitz? Für den größten Teil des zwanzigsten Jahrhunderts und darüber hinaus kann es darauf nur eine Antwort geben – der Präsident der Vereinigten Staaten. Er repräsentiert die neuzeitliche Entsprechung des Königs im alten Israel. Die

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Das PARADIGMA Zeitperiode der Beschleunigung des Glaubensabfalls begann Anfang der 90er Jahre. Wer kam damals an die Macht? Es gibt nur einen Kandidaten, der infrage kommt: Bill Clinton. Er hatte den Vorsitz als „König“ oder Herrscher zu Beginn dieser Zeitepoche und war wesentlich mit einer Vertiefung des Abfalls der Nation vom Glauben verbunden. Der König wird an der vordersten Front eines Kulturkrieges stehen, der die Jahre seiner Regierung kennzeichnet. Es ist nicht nur das Timing seiner Präsidentschaft, die eine Übereinstimmung der Vorlage aufzeigt, sondern auch sein Wesen und sein Charakter. Bill Clintons Präsidentenkarriere stand von Beginn an in Verbindung mit diesem Kulturkrieg. Der Begriff Kulturkrieg in seiner modernen Anwendung wurde im Jahre 1991 ins Leben gerufen.3 Der Wahlkampf von Clinton für die Präsidentschaftswahl wurde im selben Jahr eingeläutet. In der Tat, diese beiden Ereignisse, also der Beginn der modernen Anwendung des Begriffes „Kulturkrieg“ und der Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes von Clinton, fanden innerhalb von zwei Monaten parallel zueinander statt. Im Paradigma steht Ahab nicht nur an vorderster Front des Kulturkrieges, der seine Nation spaltete, sondern er stand auch ganz klar auf einer Seite – nämlich auf der Seite der neuen Moral, auf der Seite, die gegen die traditionelle und biblische Moral vorging und kämpfte. So gibt es auch keine Frage, auf welcher Seite des Kulturkrieges Clinton stand. Er stand klar auf der Seite der Veränderung, und ganz konkret trat er dafür ein, die traditionelle und biblische Moral zu kippen. Genau wie Ahab wurde auch Clinton während seiner Regierungszeit Teil eines Kulturkrieges. In der berühmtesten Rede, die jemals bezüglich der Kultur gehalten wurde, lag der Fokus speziell auf Bill Clinton und der Agenda, die er in Amerika umsetzen wollte.4 Offenbart das Paradigma auch irgendetwas über den Mann selbst? 54


Der König Der König wird ein gespaltener Mann sein. Einerseits wird er einer Kultur entstammen, die auf dem Glauben an Gott basiert. Andererseits wird er eine Kultur und eine Gesinnung vertreten, die gegen den Gott seines Erbes ankämpft. Er wird sich denjenigen entgegenstellen, die für Gott und gegen seine Agenda eintreten. Und dennoch wird er zuweilen den göttlichen Beistand suchen. Er wird gegen die Wege und Weisungen Gottes ankämpfen und sich gegen sie versündigen, und trotzdem wird er öffentlich seinen Schmerz und sein Bedauern zum Ausdruck bringen. Er wird ein Mann sein, der mit sich selbst im Konflikt steht, kompromittiert, kompliziert und gespalten. Das ist auch das Bild, das wir von Bill Clinton haben. Es ist das Bild von einem komplizierten Mann, der innerlich gespalten ist. Er wurde als Southern Baptist erzogen und wuchs mit dem regelmäßigen Kirchgang und mit der Sonntagsschule auf.5 Obwohl Clinton mit einem biblischen Fundament erzogen wurde, nahm er eine Gesinnung und Moral an, die gegen die biblische Moral stand. Genau wie sein Prototyp, König Ahab, war auch Clinton ein gespaltener Mann. Er ging gegen jene vor, die sich auf der Basis der biblischen Grundlagen seiner modernen Agenda entgegenstellten. Dennoch suchte er zuweilen auch den göttlichen Beistand, genau wie sein alter Prototyp. Er sündigte gegen die Wege und Weisungen Gottes, und dann wiederum bekundete er öffentlich seinen Schmerz und sein Bedauern, genauso, wie es auch seine alte Entsprechung Ahab tat. Das Paradigma von Ahab offenbart uns noch weitere widersprüchliche und gespaltene Lebensbereiche:

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Das PARADIGMA Er wird ein taktischer, berechnender und strategischer Führer sein. Gleichzeitig wird er als ein Mann der Schwäche erscheinen – moralische Schwäche und Willensschwäche. Er wird ein Mann von tiefen Widersprüchen sein – ein Rätsel. So war auch Bill Clinton ein Mann mit mehr als nur einem Gesicht, ein Mann mit vielen Widersprüchen. Er war einerseits ein talentierter Politiker, ein taktischer, strategischer und berechnender Führer. Andererseits war er aber auch ein Mann mit moralischen Schwächen und Willensschwächen. Es waren diese Schwächen, die ihn überall in seiner Karriere verfolgten. Er blieb im Verlauf seiner Amtszeit ein Mann mit tiefen Widersprüchen – ebenso wie es König Ahab war. Der König wird auf vielerlei Art und Weise den Glaubensabfall seiner Nation verkörpern. So wie Ahab Israels Glaubensabfall verkörperte, so repräsentierte auch Bill Clinton den amerikanischen Abfall vom Glauben. Sein gespaltenes Wesen hinsichtlich Gott und der Moral verkörperte Amerikas geistliche Spaltung und den desolaten moralischen Zustand des amerikanischen Volkes. Der König wird zum Verfechter einer Veränderung der Moralvorstellungen. Er wird ein Fürsprecher für den moralischen Relativismus, für die Schwächung des Absoluten und für das Neudefinieren von Werten. Genau wie zur Zeit von Ahab wird auch die Präsidentschaft und das Zeitalter von Bill Clinton von der Veränderung der Standards geprägt sein – von der moralischen Zweideutigkeit über die Regierungsgewalt durch Wahlen bis hin zur Neudefinierung der Moral, der Wahrheit und der Bedeutung von 56


Der König bestimmten Worten. Der Präsident wurde zu einem Verfechter des moralischen Relativismus, der Schwächung des Absoluten und der Neudefinierung von Werten. Unter dem König wird die Kultur der Nation immer gottloser, vulgärer und verdorbener. Wie in den Tagen von Ahab, so war es auch in der Regierungszeit von Bill Clinton. Die amerikanische Kultur wurde immer gottloser und verdorbener. Besonders bekannt wurden in diesem Zusammenhang die Skandale, die im Weißen Haus selbst stattfanden. Die Augen und Ohren der Nation wurden ständig auf diese profanen Dinge gelenkt. Die Regierung des Königs förderte den Abfall und die allgemeine Vulgarisierung der Kultur der Nation. Er wird ein Verfechter des Abtrennens der Sexualität von der Ehe und der Übertragung der Sexualität aus dem privaten Bereich der Ehe in den öffentlichen Bereich der nationalen Kultur. Er wird somit zu einem Vermittler der sexuellen Unmoral. Bill Clinton war der erste Präsident in der amerikanischen Geschichte, der während seiner Amtszeit einen Ehebruch im Weißen Haus beging. Viele hatten den Eindruck, dass seine Präsidentschaft eine zersetzende Wirkung auf die Kultur hatte, und dass dadurch die sexuelle Sünde legitimiert wurde. Der Skandal führte die sexuelle Sünde aus dem privaten Bereich heraus und stellte sie auf eine Plattform, die öffentlicher nicht hätte sein können. Der Präsident wurde zu einem Handlanger für die sexuelle Unmoral. Darüber hinaus, und zugleich über allen anderen Sünden Ahabs und seiner Mitschuld am Glaubensabfall der Nation, stand das Blutvergießen, das seine Agenda prägte. Im Rahmen

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Das PARADIGMA der Ausbreitung des Baal-Kultes förderte Ahab die Tötung von Kindern, und er wurde so zu einem Handlanger des Mordes. Der König und die Regierung des Königs werden die Praxis der Kindstötung unterstützen und verfechten. Genau wie König Ahab, so steht auch Präsident Clinton in besonderer Weise mit dem Blut der Unschuldigen in Verbindung. Vor allem anderen offenbarte gerade dieser Bereich die ganze moralische Finsternis seiner Agenda. Unter seiner Präsidentschaft unterstützte die Regierung die Tötung ungeborener Kinder und trat aktiv dafür ein. Genau wie in der Regierungszeit von König Ahab, so war es auch in der Amtsperiode von Clinton, dass der Staat jetzt zu einem aktiven Handlanger und Förderer des Glaubensabfalls der Nation wurde. Der König wird dafür sorgen, dass alle Beschränkungen und Verbote gegen die Praxis der Kindstötung ausgeräumt werden. So war es denn auch bereits in den allerersten Tagen seiner Präsidentschaft, in einer feierlichen Zeremonie im Ovale Office, als Clinton eine Reihe von Durchführungsverordnungen unterschrieb, mit denen der Schutz für das ungeborene Leben aufgehoben wurde, der von ehemaligen Führern noch ganz bewusst eingesetzt wurde. Die ersten Durchführungsverordnungen von Clinton als Präsident autorisierten die Praxis der Abtreibung in Amerika und letztlich auch in anderen Teilen der Welt. Dass diese Dinge ins Zentrum der Agenda des neuen Präsidenten rückten, zeigt die Geschwindigkeit, mit der es umgesetzt wurde: „Und Ahab, der Sohn Omris, tat, was böse war in den Augen des Herrn, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren.“ (1. Könige 16,38) 58


Der König Die biblische Überlieferung präsentiert uns Ahab als einen Vorreiter, und das im finstersten Sinne des Wortes. Er beschritt neue Wege. Er tat das, was kein König Israels jemals zuvor getan hatte. Die Regierung des Königs wird in diesem Punkt historisch sein, denn er wird der erste Herrscher in der Geschichte seiner Nation sein, der für die Praxis der Tötung von Kindern eintritt. Er wird den Staatsapparat dazu gebrauchen, um diese Praxis weiter voranzubringen und zu fördern. Clinton wurde also der erste Präsident in der amerikanischen Geschichte, der öffentlich als Verfechter und Fürsprecher der Tötung ungeborener Kinder auftrat. Ungeachtet seiner öffentlichen Statements, die Abtreibung sei ja eher eine Ausnahme, so war sein Handeln bezüglich dieser Praxis ganz klar und absolut konsequent. Er war nicht nur der erste amerikanische Präsident, der den Schutz aufhob, der einst für die Ungeborenen festgeschrieben wurde, sondern er war auch der erste Präsident, der sich bemühte, diese Praxis auf andere Nationen auszuweiten. Er war ebenso der Erste, der amerikanische Steuergelder als Druckmittel gegenüber anderen Nationen einsetzte, damit diese sich gegenüber dieser Praxis öffnen, und er war auch der Erste, der Amerikas Markt für entsprechende Medikamente öffnete, damit die ungeborenen Kinder nun auch mit Hilfe von chemischen Mitteln im Mutterleib getötet werden konnten. Genau wie Ahab schien dieser Präsident fast wie besessen zu sein im Eintreten für diese Praxis der Tötung, die Millionen von Kindern der Nation das Leben kostete. Sowohl Ahab wie auch Clinton waren Katalysatoren des nationalen Abfalls vom Glauben. Beide agierten als Handlanger und Wegbereiter der gesellschaftlichen Veränderungen. Beide waren Vorreiter. Beide gingen so weit, wie zuvor keiner ihrer Vorgänger. Beide Männer führten die Nation weg von der biblischen Moral. In der Regierungszeit beider Führer beschleu59


Das PARADIGMA nige sich die Verdorbenheit und Vulgarisierung der Kultur, die Schwächung des Absoluten, die Trennung der Sexualität von der Ehe, die Verlagerung der Sexualität in den öffentlichen Raum und die Förderung der Unmoral. Beide waren an einer Kampagne beteiligt, die die Tötung von Kindern als heilig erklärte. Beide brachten eine antibiblische Moral hervor, die zum ersten Mal in der Geschichte der Nation zum Ethos der Regierung wurde. Und so weit, wie die Möglichkeit dafür bestand, wurde die Regierung in ihrer Amtszeit zu einem Instrument, um diese Moral voranzutreiben und gleichzeitig die biblischen Werte zu schwächen oder aus dem Weg zu räumen. Die Maschinerie des Staates wurde jetzt dafür eingesetzt, um den Abfall vom Glauben voranzutreiben. Auch wenn einige dieser Entscheidungen in den nachfolgenden Jahren wieder umgekehrt wurden, so hatten diese Männer doch den ersten Spatenstich vorgenommen, sie hatten moralische Grenzen durchbrochen, die zuvor noch nie überschritten worden waren. Und wegen dieser Durchbrüche und Grenzüberschreitungen waren die Auswirkungen und Konsequenzen sehr tiefgreifend, nicht nur für die Zukunft des eigenen Landes, sondern auch für andere Länder. Beide hatten die Tür aufgestoßen.

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Aber keiner dieser beiden Männer handelte allein. In jedem Fall gab es noch einen anderen Menschen an ihrer Seite. Und diesen anderen Menschen hat auch das nächstfolgende Geheimnis des Paradigmas zum Inhalt: Die Königin.

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