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Dr. rer. nat. Sigrun Zimmermann

Alzheimer & Co. Der Einfluss des Essens auf Gedächtnis, Konzentration, Geist, Gemüt, Denkvermögen, Intelligenz

LUQS-Verlag 2008


2. Auflage – September 2008 Copyright © 2007 by LUQS-Verlag Sämtliche Angaben dieses Buches sind nicht zur Eigenbehandlung von Krankheiten, auch nicht als medizinische Beratung, gedacht. Bei allen Krankheiten ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen. LUQS-Verlag c/o ChrisMedia GmbH Robert-Bosch-Str. 10 35460 Staufenberg www.luqs.de Printed in Germany ISBN 978-3-940158-12-3 Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Bestell-Nummer: 561 812


Inhalt Die aktuelle Forschungslage „Urtyp der Senilität“ Ungelöste Abfallbeseitigungs-Probleme Krankheitsentstehung – Vernachlässigte Punkte Ordnungskräfte im Körper

Stoffe für Geist und Gemüt Beobachtungen nach dem 2. Weltkrieg Mangel an B-Vitaminen macht geisteskrank Die B-Vitamine: Heilmittel der Zukunft?

Die wunderliche Arznei

Geänderte Essgewohnheiten als Wendepunkt in der Gesundheit Stoffwechselstörungen im Gehirn Der vernachlässigte Wissenszweig Eugenozym 100 Prozent Erfolg!

Ernährung und Intelligenz

Erkenntnisse auf ganz überraschendem Gebiet Die ungeahnten Potenziale unserer Nahrung Ein interessantes Experiment

Das Leber-Hirn-Syndrom

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Drehscheibe des Cholesterinstoffwechsels: Die Leber Vorbeugung

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Laufburschen des Nervensystems Wissenschaftswirbel um Cholin Der Stoff, aus dem die Boten sind Eine Alternative aus der Natur

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Über die zentrale Bedeutung von Cholin für das Denkvermögen

Mangelhafter Geruchssinn entlarvt früh ein Risiko für Alzheimer Allergien und psychische Störungen Weniger Gedächtnisschwund bei Klugen Intelligente Kinder durch Mutterliebe

Zentrum der Intelligenz im Hirn lokalisiert Alternativen zu Auswüchsen des technischen Fortschritts Die Rosenhan-Studie Grenzen der Psychoanalysen

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Die aktuelle Forschungslage Viele Jahrhunderte lang war es ein Rätsel, was wohl den Erscheinungen der Senilität, also dem Verlust geistigen Vermögens im Alter zugrunde lag. Von den bösen Geistern oder Dämonen als Verursachern oder anderen heute zumeist skurril anmutenden Erklärungsversuchen hatte man sich sehr bald verabschiedet, nachdem man systematisch daranging, das menschliche Zentralorgan Hirn mit den Mitteln vergleichender Anatomie zu untersuchen. Dabei kam es jedoch auch zu modernen Mythenbildungen. Eines dieser neuzeitlichen „Wissenschaftsmärchen“ war die Theorie, dass das Altern und der Verfall geistiger Leistungsfähigkeit untrennbar verknüpft seien. Vor einiger Zeit fiel auch das Dogma vom altersbedingten Hirnzellenverlust. Ort des Geschehens war die kleine Universität Lübeck, wo ausgedehnte Untersuchungen des Neuroanatomen Herbert Haug ergaben, dass im Normalfall die Zahl der Nervenzellen bis zum 60. Lebensjahr konstant bleibt (erst jenseits des 65. Lebensjahres beginnt ein sehr langsamer und keineswegs dramatischer Verlust an Gehirnsubstanz). Ein jeder von uns hat also bis ins höchste Alter alle Chancen, geistig „mithalten“ zu können, selbst dann, wenn in punkto Körperkräfte der Zenit schon lange überschritten ist. Andererseits ist es für Fachleute unübersehbar, dass die Zahl der Menschen wächst, die unter Intelligenz- und Gedächtniseinbußen leiden. Vieles deutet überdies daraufhin, dass es sich dabei um keine „Bagatellen“ handelt, sondern um Warnsignale des Organismus, die sehr ernst genommen zu werden verlangen.

„Urtyp der Senilität“ Völlig auf den Kopf gestellt wurde in jüngerer Zeit das Erklärungsmodell für Hintergrund und Entstehung der bedrohlich um sich greifenden Hirnleistungsstörungen. Im „Mittelalter der Forschung“ (das übrigens bis weit in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts reichte) war man davon ausgegangen, dass Altersvergesslichkeit und Desorientierung im Wesentlichen eine Folge von Durchblutungsstörungen sind (volkstümlich fälschlich „Verkalkung“ genannt) und in fortgeschrittenen Fällen auf einer Vielzahl kleinerer Hirninfarkte beruhen. In den vergangenen 20 Jahren hat man die Alzheimer-Krankheit als eine Art „Urtyp der Senilität“ erkannt, als die eigentliche Ursache für den „altersbedingten“ Verlust des klaren Denkens, schnellen Erfassens und


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Alzheimer & Co. zuverlässigen Erinnerns – ein kompliziertes Stoffwechsel-Leiden, das mit Durchblutungsstörungen so gut wie nichts zu tun hat. So kommen viele Fachleute gegenwärtig zu dem erschütternden Schluss, dass bis zum heutigen Tag gerade die Hirnleistungsstörungen grundsätzlich falsch behandelt worden sind. Denn es kommt in der Mehrzahl der Fälle nicht darauf an, gefäßerweiternde Mittel zu geben und die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu verbessern, wie es in der Praxis immer noch gang und gäbe ist. Wirkliche Hilfe vermögen hier nur Mittel zur Steigerung des zerebralen Stoffwechsels zu bringen. Und in diesem Zusammenhang erweist sich, wie wir noch sehen werden, ein bekanntes Wort des französischen Aufklärers Voltaire (1694-1778) immer noch als brauchbarste therapeutische Leitlinie: „Diät ist besser als Medizin“. Doch zuerst müssen wir noch ein paar Worte darüber verlieren, was sich denn nun konkret im „zerbrechlichen Haus unserer Seele“ abspielt, wenn es zu den gefürchteten alzheimerartigen, krankhaften Veränderungen kommt.

Ungelöste Abfallbeseitigungs-Probleme

Am auffälligsten und charakteristischsten für Erkrankungen des Alzheimer-Umfeldes sind offensichtlich ungelöste Abfall-Beseitigungsprobleme. Dies äußert sich in folgenden typischen Besonderheiten: • Einer Art „Verschlackung“ des Gehirns – D. h. es finden sich in den Nervenzellen von Betroffenen komplexe Substanzen, die dort nicht hingehören, die als Ballast ganze Abschnitte des Gehirns funktionsuntüchtig machen und sich immer weiter ausbreiten. Die Wissenschaft nennt diese verschlackten Areale „neufibrilläre Verklumpungen“. Man weiß inzwischen, dass sie schon im besten Erwachsenenalter auftreten können und lange Zeit nicht zu auffälligen Symptomen (geistigen Fehlleistungen) führen müssen. Schreiten die Veränderungen jedoch kontinuierlich fort, so kommt es unweigerlich zu merklichen Hirnleistungsausfällen. • Endzustand einer langen Entwicklung – Über die Natur dieser „Verklumpungen“ ist sich die Forschung durchaus noch nicht im Klaren. Auf jeden Fall handelt es sich um ein rein „menschliches“ Phänomen, für das es im Tierreich keine direkte Entsprechung gibt. Hochinteressant ist, dass solche Schlacken sich auch vermehrt bei erwachsenen Mongoloiden (Down-Syndrom), teilweise bei Parkinson-Kranken oder im Falle wiederholter Hirn-Traumata (wie dies bei Boxern der Fall sein kann) sowie bei Alkohol-Abhän-


3 gigen finden. Für die letzteren Fälle hat man im angelsächsischen Raum den Ausdruck Punchdrunk-Syndrom1 geprägt. Bei all den Rätseln, die diese „Schlacken im Gehirn“ heute noch aufgeben, ist eines doch sicher: Hier handelt es sich um den Endzustand einer langen Entwicklung und es muss vernehmliches Ziel der Therapie sein, diese Prozesse aufzuhalten oder überhaupt zu verhindern. Von welcher Bedeutung gerade dieser Punkt ist, zeigt auch folgendes: Bei fortschreitendem Alter lagert sich der beschriebene „Ballast“ vornehmlich in den Gehirnregionen ab, welche für das Kurzzeitgedächtnis und für Gefühlsregungen zuständig sind (sog. „limbisches System“), ein Umstand, der die Erinnerungsschwäche für aktuelle Ereignisse sowie Verhaltensänderungen (Abstumpfung) bei vielen älteren Menschen erklärt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in dieser Verschlackung der Nervenzellen die Hauptursache für die Senilität zu sehen ist. • Neben die Verschlackung tritt noch eine direkte Degeneration oder Verkümmerung von Hirnzellgewebe in Erscheinung. Auch hier sind ganze Teile des Gehirns erfasst, und es spielen Fremdsubstanzen eine Rolle (Eiweiße und Immunglobuline). Diese Ansammlungen unbrauchbar gewordenen Gewebes nennt man senile Plaques. Sie stehen zweifellos in Verbindung mit Gedächtnisstörungen und der Alzheimer-Krankheit, zumal sie häufig zusammen mit den „Verklumpungen“ auftreten. • Schließlich fanden die Anatomen als weitere pathologische Veränderung flüssige Einschlüsse in den Nervenzellen, eine Beobachtung, der man die Bezeichnung „granulovakuoläre Degeneration“ beilegte. • Verödete Ablagerungsstätte – Auch in diesem Falle wird aus Funktionszellen eine tote, verödete Ablagerungsstätte überflüssigen Materials, das offenbar nicht ausgeschieden werden kann. Es scheint also, dass hier Entgiftungsvorgänge außer Kontrolle geraten sind, an deren Ende ein geradezu verheerender „Flurschaden“ im Wunderwerk des menschlichen Gehirns steht. Das Gehirn des Betroffenen „schrumpft“ zwar nicht unbedingt im eigentlichen Sinne, ist jedoch durch den Verlust von funktionsfähigen Nervenzellen übersät von funktionsuntüchtigen Bezirken.   Punch bedeutet auf Englisch soviel wie mit Faust schlagen und drunk – betrunken

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