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Mathias Schn端rle

Sei stille dem Herrn und warte auf ihn Worte f端r die Stille

Verlag Linea Bad Wildbad 2014


© 2014 Verlag Linea, Bad Wildbad Gesetzt aus der Adobe Caslon

Herstellung CPI – Ebner & Spiegel, Ulm ISBN 978-3-939075-62-2 ISBN 978-3-939075-63-9 eBook (epub)


– Vorwort –

Die hier für Zeiten der Stille zusammengestellten Worte, Ge­danken und Ge­bete sollen Hilfe und Begleitung sein, um sich in der Stille auf Gott auszurichten und auf ihn zu hören – Gott zu begegnen. „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn“ (Ps. 37, 7) ist ein Aufruf des Psalm­ be­ters an sich selbst, die Stille und in ihr den Herrn zu suchen. Es ist eine Ent­ schei­dung, sich Zeit zu nehmen, Prio­ri­tä­ ten zu setzen, sich anhaltend, im Glau­ben und Ver­trauen zum Herrn auszustrecken. „Stille dem Herrn“ ist nicht nur äußerliche Stille. Es bedeutet nicht nur, den äußerlichen Lärm zu reduzieren, sondern ist das Aufhören der inneren Unruhe im Aufblick zu Gott und im Gebet. Wenn diese Stille eingekehrt ist, dann ist aller äußere Lärm vergangen und auch alle 3


– Vorwort –

Unruhe im Herzen. Dann sind die vielen Gedanken, Sorgen und Zweifel verflogen. Da wird alles andere nebensächlich und unwichtig. Dann stehe ich vor Gott, habe ihn vor Augen und höre auf seine Stimme. Es ist gut, regelmäßig Zeiten der Stil­ le und des Gebets zu suchen; täglich, am besten zu Beginn des Tages. Wie eine Oa­se in der Wüste kann ein „stiller Mor­ gen“ oder „stiller Tag“ unserem Le­ben neue Kraft und Richtung geben. Be­son­ ders hierfür ist dieses Büchlein gedacht. Auf den folgenden Seiten sind zu je einem Bibelwort kurze Ge­danken und Gebete oder Liedstrophen ergänzt, die aber nur Anregung zu eigenen Ge­dan­ ken und eigenem Beten bieten sollen. 4


– Vorwort –

Für eine längere Zeit der Stille gibt es wahrscheinlich nichts Besseres, als Bi­bel­worte zu bedenken, im Herzen zu bewegen und zu sich reden zu lassen. Es ist eine eindrückliche Erfahrung, ein einziges Wort oder wenige Worte z.B. einen ganzen Morgen lang zu betrachten. Mancher altbekannte Vers wird auf diese Weise ganz neu lebendig und kann zu einem Wort werden, durch das Gott ganz neu und überraschend redet. Im betenden Nachdenken und Nach­ sinnen über Gottes Worte, das Wesen des himmlischen Vaters und des mensch­ gewordenen Gottessohnes erschließt sich ein neues Bewusstsein für die Größe und Herrlichkeit Gottes. Ein solch neues Er­ kennen führt zu Dankbarkeit und zur An­be­tung des himmlischen Vaters. 5


– Vorwort –

Wenn wir unser eigenes Leben und unsere Situation im Gebet vor Gott bringen, schenkt er uns göttliche Per­spek­tive, Wegweisung und Klärung. Im Gebet – in Bitte, Dank und Für­ bitte – können wir Probleme, Sorgen und Anliegen, von uns selbst und anderen, dem hinlegen, der die Welt geschaffen hat und regiert. Ihm sind unsere Bitten weder zu groß noch zu klein. Nicht immer wird man in einer solchen Zeit der Stille umstürzende Gottes­ begegnungen erleben; erwarten wir nicht zu viel. Doch erwarten wir auch nicht zu wenig. Er hört unser Beten, er sieht unsere Sehnsucht nach einer Begegnung mit ihm – und ihm ist viel mehr daran ge­legen als uns selbst. Wir werden nicht jedes Mal neue Wahrheiten erkennen – 6


– Vorwort –

aber seinen Frieden will er uns schenken, neues Vertrauen und neuen Glauben, um ihn ganz neu vor Augen zu haben. „Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.“ ( Jeremia 29, 13.14 Elb.) Die Bibel­worte in den Übersetzungen der Lutherbibel 1984 (Lu.) und der revidierten Elberfelder Bibel (Elb.) sind nach folgenden Themen zusammengestellt: Gott begegnen in der Stille ......... Seite 8 Das Wort Gottes ......................... Seite 17

Gebet / Bitte ................................ Seite 24

Gebet / Dank ............................... Seite 34

Gebet / Anbetung ........................ Seite 39

Leben aus Glauben ...................... Seite 44

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– Gott begegnen in der Stille –

Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.

Psalm 37, 7 (Lu.)

Es braucht Stille und Warten, um der Unruhe unserer Welt und unseres Her­ zens zu entfliehen. Heute wahrscheinlich mehr als jemals zuvor. Stille vor Gott, Stille im Aufblick zu ihm – Warten auf ihn, sein Reden und sein Handeln. War­ ten in Geduld und Demut aber gleichzeitig in zuversichtlicher Erwartung. Herr, schenke mir diese Stille in meinem Her­zen. Du kennst meine vielen Gedanken, Pläne und Sorgen. Richte sie aus auf Dich. Schenke, dass ich auf Dich und Dein Reden warte. Herr, begegne Du mir und rede Du! 8


– Gott begegnen in der Stille –

So schaue ich im Heiligtum nach dir, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu Psalm 63, 3 (Elb.) sehen. Ich will gehn zum Heiligtum – zum Va­ ter und zu Jesus Christus! Will mich im Gebet ihm nah’n. Weg von allem Lärm, weg von allen unruhigen Gedanken und weg von allem, was mein Herz gefangen nehmen will. Bei Gott, dem Heiligen, sind Macht und Kraft und Herrlichkeit. Nun lieg ich schweigend hier vor Dir, Du heil’ge, ew’ge Majestät, und harre still und warte hier, bis mir die Pforte offen steht. (Eva von Tiele-Winckler)

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– Gott begegnen in der Stille –

Lasst uns hinschauen auf Jesus, den An­ fänger und Vollender des Glaubens.

Hebräer 12, 2 (Elb.)

Die „Augen des Herzens“ hin auf Jesus gerichtet – weg von dem, was beschwert, aufhält und gefangen nimmt. Weg von Sünde und Versuchung. Allein auf den schauend, der für mich am Kreuz gestorben ist. Jesus, schenke mir solchen Glauben, der den Blick erhebt, der die Hände zum Himmel ausstreckt und mit dem ich die Welt überwinde. Beginne Du mit solchem Glauben in mir und lass ihn wachsen bis zur Voll­ endung! 10


– Gott begegnen in der Stille –

Naht euch Gott, und er wird sich euch Jakobus 4, 8 (Elb.) nahen.

Was für ein wunderbares „Naturgesetz“! Wir dürfen uns Gott nahen, dem König über alle Könige. Er erlaubt es, er lässt es zu – mehr noch, er freut sich darüber. Er kommt uns entgegen und naht sich uns! Gib dich, mein Herz, gib dich nun ganz gefangen. Wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Lass los, lass los; brich alle Band entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. (Gerhard Tersteegen)

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