Bestell-Nr.: 52 50127 ISBN 978-3-86773-261-1
Alle Rechte vorbehalten © 2016 cap-Verlag Oberer Garten 8 D-72221 Haiterbach-Beihingen 07456-9393-0 info@cap-music.de www.cap-books.de Umschlaggestaltung: Jan Henkel, www.janhenkel.com Fotonachweis: Michael Steden/Shutterstock.com; Tischenko Irina/Shutterstock.com Satz: Nils Großbach Printed in Germany Bibelzitate aus: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten. Zitat des Artikels auf S. 150 entnommen aus Wikipedia.
Dieses Buch widme ich meinen ausländischen und insbesondere meinen afrikanischen Geschwistern im International Gospel Center Hannover. Euer Glaube, eure Liebe und Hingabe sind eine Inspiration für mich. Ihr seid ein Segen für unser Land!
Inhaltsverzeichnis
Prolog..........................................................................................................................7 I. Die Hütte des Fischers............................................................................... 9 Gefangen im Keller ................................................................................................15 II. Belauscht.................................................................................................................. 18 III. Eine unliebsame Entdeckung ........................................................27 IV. Gefährliche Fahrt ...........................................................................................33 V. Auf der Suche nach dem Schatz ...............................................38 Johnny .......................................................................................................................44 VI. Allerlei Überraschendes ......................................................................50 Der letzte Pizzabringdienst ..................................................................................62 VII. Eine aufregende Entdeckung ........................................................67 VIII. Gefangen auf der Insel ...........................................................................73 IX. Überraschungen in der Schatzhöhle..................................80 Ein denkwürdiger Krankenhausbesuch .............................................................86 Erste Ermittlungen ..................................................................................................92 X. Die Lage spitzt sich zu ............................................................................93 XI. Emith und der Schatz des Königs ..........................................104
XII. In höchster Gefahr ....................................................................................110 XIII. Versteckspiel auf der Insel...............................................................119 Die alte Kaserne ...................................................................................................124 XIV. Wilde Verfolgungsjagd .........................................................................................133 Überraschungen in der Kaserne ........................................................................140 XV. Cynthia in Gefahr ........................................................................................145 Lenas Entdeckung.................................................................................................150 XVI. Wasser!.....................................................................................................................152 XVII. Überraschung in der Nacht.............................................................161 Nachts in der Kaserne .........................................................................................168 XVIII. Abschied von Gwinon ...........................................................................171 XIX. Im Schatten des Todes ..........................................................................179 Nico findet etwas heraus ....................................................................................190 XX. Wo ist Nachtwind?......................................................................................193 Im Kreis der Feinde ..............................................................................................204
XXI. Cynthias Trick ...............................................................................................204 XXII. Ein Pfeil aus dem Hinterhalt ...........................................................213 XXIII. Eine schwere Entscheidung .........................................................226 XXIV. Hilfe in höchster Not .............................................................................. 234 Nächtliche Spurensuche ......................................................................................240 XXV. Feuer!.........................................................................................................................249 Schrecken im Morgengrauen .............................................................................256 XXVI. Die Kraft des Buches ..............................................................................259 XXVII. Ein neuer Anschlag.................................................................................265 Ein Pizzabringdienst-Gutschein und eine Versöhnung .................................274 XXVIII. Wie am Ende alles gut wurde...................................................282 Schulfest mit Überraschungen ...........................................................................287 Epilog ......................................................................................................................294
Prolog
Gehetzt schaute der Junge sich um. Seine Verfolger waren nicht mehr weit entfernt. Was sollte er nur tun? Er war zwar ein gut trainierter Läufer, aber sie jagten ihn jetzt bereits seit über einer Stunde erbarmungslos kreuz und quer. Langsam ging ihm die Puste aus. Es waren einfach zu viele. Und sie hatten sich über das ganze Stadtviertel verteilt. Hatte er gerade gedacht, er wäre entkommen, warteten hinter irgendeiner Ecke schon wieder welche auf ihn. Wohin sollte er jetzt gehen? Noch einmal schaute er sich um. Er schauderte, als er die gefürchteten Gesichter sah. Mit eiskaltem, hasserfülltem Blick und siegessicherem Grinsen rannten sie auf ihn zu. Die Angst fuhr wie ein Energieschub in seine Knochen. Nein, er würde sich nicht erwischen lassen! Auf keinen Fall würde er ihnen diesen Triumph gönnen! Kurzentschlossen schlug er einen Haken nach links und rannte auf ein Hochhaus zu. Das war die letzte Möglichkeit, die ihm noch einfiel. Und siehe da: Er hatte Glück! Gerade öffnete sich die Tür und ein älterer Herr kam heraus. Schnell schlüpfte er an ihm vorbei ins Treppenhaus. Aus dem Augenwinkel sah er, dass seine Verfolger die Tür ebenfalls fast erreicht hatten. Doch er hatte keine Zeit, abzuwarten, ob sie noch hereinkommen konnten, bevor sie zuschlug. So schnell er konnte, raste er die Treppe hinunter in den Keller. Dort schaute er sich um. Der Keller war riesig. Plötzlich hörte er aus dem Treppenhaus über sich eine Stimme: „Kommt, er ist irgendwo im Keller! Hier runter!“ Er erschauderte, denn er wusste genau, wem die Stimme gehörte. Schon polterten laute Schritte die Treppen herab. Kurzentschlossen öffnete er die nächstbeste Tür. Es war der Müllkeller. Ein bestialischer Gestank 7
kam ihm entgegen. Hier standen mindestens zehn große Mülltonnen. Ohne zu überlegen, öffnete er eine von ihnen, schlüpfte hinein und schloss den Deckel über sich. Einen kleinen Spalt ließ er offen, damit er genug Luft bekam. Dann saß er still und wartete ab, während sein Herz so laut pochte, dass er befürchtete, man könne es außerhalb der Mülltonne noch hören.
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I. Die Hütte des Fischers „Da ist das Meer!“, rief Emith und deutete auf die silbern schimmernde Fläche, die plötzlich vor ihnen auftauchte. Der sonnengebräunte Junge mit den kurzen, schwarzen Haaren und den hellblauen Augen strahlte vor Begeisterung. „Oh, ich bin so aufgeregt!“, wiederholte er ein ums andere Mal. Sein Bruder Johrin und er waren schon seit einigen Tagen unterwegs. Nun waren sie auf der Spitze eines Hügels angekommen und der Ausblick von dort oben war atemberaubend! Bis zum Horizont erstreckte sich der Ozean. Soweit das Auge reichte, glitzerte helles Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche. Durch die Wellenbewegungen sah es aus, als würde das Licht tanzen. Emith ließ den Anblick auf sich wirken. Noch nie zuvor hatte er das Meer gesehen. Doch nun hatte ein Auftrag des Königs ihn und Johrin an die Nordgrenze Coloranias geführt, direkt an den großen Coloranischen Ozean. Er kniff die Augen zusammen und ließ den Blick schweifen. Die Küste war teils sandig, teils felsig. Auch einige Meter von ihr entfernt ragten noch Felsen aus dem Wasser. Etwas weiter draußen waren ein paar Inseln. „Eine davon wird unsere Schatzinsel sein!“, sagte er zu Johrin, der neben ihm still auf seinem Pferd saß. Beide schwiegen einen Augenblick und atmeten die salzige Meeresluft ein. Johrin fuhr sich mit der Hand durch seine rötlichen Haare. Seine braunen Augen sahen ernst aus, als er sagte: „Wenn da unten alles so felsig ist, wird es nicht ungefährlich sein, mit einem Boot hinzufahren. Aber 9
lass uns jetzt erst mal die Hütte des Fischers suchen, von dem der König uns erzählt hat!“ Langsam ritten die beiden Jungen wieder los. Dabei wanderten Emiths Gedanken zurück zu dem denkwürdigen Tag, an dem der König ihnen diesen ungewöhnlichen Auftrag erteilt hatte. Emith hatte vorher eine wirklich aufregende Zeit gehabt. Er war einer geheimen Verschwörung auf die Schliche gekommen, hatte sich dabei jedoch ziemlich ungeschickt angestellt. Wieder einmal hatte er es dem Eingreifen des Königs zu verdanken gehabt, dass er aus dieser Situation mit heiler Haut herausgekommen war. Und seinem neuen Freund, der Taube. Der König hatte bei seinem Abschied von Colorania jedem seiner Freunde eine weiße Taube geschenkt. Unwillkürlich drehte Emith sich ein wenig zu der Taube um, die auf seiner Schulter saß, und warf ihr einen dankbaren Blick zu. Die Taube war wirklich wunderbar und hatte ihm schon unschätzbare Dienste erwiesen. Sie leuchtete in der Dunkelheit und konnte sogar sprechen. In vielen Situationen hatte sie ihm wertvollen Rat gegeben. Und das Beste war: Durch die Taube konnte er jederzeit mit dem König in Kontakt bleiben, obwohl der im Wald der singenden Birken war, dem wunderschönen Ort, an dem er mit seinem Vater und vielen Freunden zusammenlebte. So war es auch während eines Gesprächs mit der Taube gewesen, als der König Emith und Johrin diesen Auftrag erteilt hatte: „Ihr müsst etwas für mich holen und nach Colorania zurückbringen“, hatte er ihnen gesagt. „Es ist ein sehr wertvoller Schatz, unermesslich wertvoll.“ Emith und Johrin hatten die Augen weit aufgesperrt. Sie sollten auf Schatzsuche gehen? Das hörte sich wirklich aufregend an! Als kleiner Junge hatte Emith immer davon 10
geträumt, einmal einen Schatz zu finden. Einen verschollenen Piratenschatz oder ähnliches. Er stellte sich eine große, alte, hölzerne Truhe vor, randvoll gefüllt mit Goldmünzen und Juwelen. Noch aufgeregter war er gewesen, als der König ihm eine Schatzkarte gegeben und ihm erklärt hatte, der Schatz befände sich auf einer kleinen Insel im Coloranischen Ozean. Das hörte sich doch wirklich ganz so an, als würden sich seine Träume von einem geheimnisvollen Piratenschatz erfüllen! Doch seine Begeisterung war sofort wieder gedämpft worden durch eine ernste Warnung des Königs: „Seid vorsichtig und achtet genau auf das, was die Tauben euch sagen. Es gibt Leute, die verhindern wollen, dass dieser Schatz gefunden und nach Colorania zurückgebracht wird.“ Der König hatte dabei sehr ernst ausgesehen und Emith hatte verstanden, dass dieser Auftrag gefährlich war … In dem Moment unterbrach Johrin seine Gedanken. „Schau mal: Da hinten ist der Fischerei-Hafen. Und dort stehen einige Hütten, die so aussehen wie die, die der König uns beschrieben hat. Dort sollten wir hin reiten!“ Aufmerksam schaute Emith sich um. Johrin hatte Recht. Sie konnten jetzt nicht mehr weit entfernt sein von der Hütte des Fischers, bei dem sie übernachten sollten. Am Strand standen viele kleine Hütten. Sie waren aus Holz gebaut und mit Strohdächern gedeckt. Viele von ihnen waren schmutzig, manche sogar schon halb verfallen. Auf jeden Fall sah man ihnen von weitem schon an, dass die Fischerei kein Beruf war, mit dem man in jener Gegend viel Geld verdienen konnte. „Wie heißt der Fischer noch mal, zu dem wir gehen sollen?“, fragte Johrin. „Ich vergesse den Namen immer!“ 11