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In den leuchtenden Augen eines Kindes, im ausgefüllten Alltag der mittleren Jahre, in den Lach- oder Kummerfältchen des Alters spiegelt sich das Leben. Menschen, Umwelt, Ereignisse graben ihre Spuren ein. Erfahrungen von Annahme oder Ablehnung zeichnen sich ab. Nicht immer führt ein leichtes Dasein mit geringen Hindernissen zu echtem erfüllten Leben. Manchmal sind es gerade die tiefen Einschnitte, schwierige Ereignisse, die Menschen zu anziehenden Persönlichkeiten reifen lassen. Erlebt und erzählt im vorliegenden Band. Brigitte Hauth, wohnt bei Karlsruhe, ist liebend gerne Familienfrau und geht mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Das Leben bietet ihrer Ansicht nach eine reiche Vielfalt interessanter Ereignisse, die es sich aufzuschreiben lohnt.

mediaKern Nr. 5.122.615

Brigitte Hauth · Spuren, die unser Leben schreibt

Brigitte Hauth

Spuren,

die unser Leben schreibt · erlebt · erzählt ·


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Brigitte Hauth

Spuren, die unser Leben schreibt erlebt ¡ erzählt


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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-8429-2615-8 Bestell-Nr. 5.122.615 Rechte Lied »Womit hab ich das verdient«: Text & Melodie: Manfred Siebald © 1976 SCM Hänssler, 71087 Holzgerlingen © 2013 mediaKern GmbH, 46485 Wesel Umschlagbilder: oben: © stevengaertner/Fotolia; Lupe: © Orlando Florin Rosu/Fotolia Umschlaggestaltung, Layout, Satz: Ch. Karádi Gesamtherstellung: Drukarnia Dimograf, Bielsko-Biała, Polen Printed in the EU 2013 www.media-kern.de


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Inhalt Womit hab ich das verdient, diesen Überfluss … Kleiner Stern aus Kenia In königlicher Freiheit Sanierte Lichtquelle Anna Marie Glück auf Umwegen Geliebtes Feuerland Mit Risiken und Nebenwirkungen Er versteht auch mein Stottern Spuren – jeder Mensch wird geprägt … Ereignisse, die richtungsweisend sind … Das Vermächtnis im Geldbeutel Ein Engel für Timmy Schön sind wir nicht mehr, das ist vorbei … Es war nur ein sonniges Lächeln Ich wünsch mir was Laufzeiten Auch in der Wüste bist du da

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Womit hab ich das verdient, diesen Überfluss … Diese Worte aus einem Lied von Manfred Siebald habe ich oft gesungen, wenn mich unsere Kinder als wahre Temperamentsbündel an den Rand der Belastungsgrenze brachten. Manchmal musste ich an Mark Twain denken, der von seiner Mutter gesagt hat: »Meine Mutter hatte einen Haufen Ärger mit mir. Aber ich glaube, sie hat es genossen!« Natürlich befasse ich mich auch ernsthaft mit diesem tiefsinnigen Lied und denke dabei an die Kinder in Südamerika. Unserer Schwiegertochter, die aus Argentinien kommt, tat einmal ein Arbeiter hier in Deutschland leid. Er beklagte, dass er so wenig Geld verdiene. Als sie dann seine Kinder mit hübscher Kleidung, etlichen Paar Schuhen und mit vielen Spielsachen erlebte, war sie äußerst erstaunt. »Wenn bei uns jemand arm ist, haben seine Kinder keine Schuhe!« Da sich Kinder aus solchen ärmlichen Ver4


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hältnissen nicht regelmäßig satt essen können, haben Christen in Argentinien eine wöchentliche Kinderspeisung organisiert. Danach hören diese Kinder Geschichten aus der Bibel. Und es gibt auf dem afrikanischen Kontinent viele verlassene Aids-Waisen. Einer Missionarin, die bereits im sogenannten Ruhestand ist, liegt diese Not in Kenia am Herzen. Durch sie wurden andere motiviert, sich um diese Kinder mit dringend notwendiger praktischer Hilfe und mit dem Evangelium anzunehmen. In diesem Buch wurden Erlebnisse gesammelt, um mit dem Erlös die genannten Projekte zu unterstützen. Mit den Aktionen sollen Spuren der Liebe Gottes zu seinen Menschenkindern sichtbar werden. Danke an den Käufer dieses Buches, dass dadurch noch ein paar Reiskörner mehr ausgeteilt werden können! ***

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Dass ich hier lebe, hier, wo das Brot ist, und nicht da draußen, wo gerade Not ist – das hat mich oft geplagt, ist das nicht ungerecht? Warum geht mir’s so gut, warum den andern schlecht? Womit hab ich das verdient – diesen Überfluss, dass ich essen kann und dass ich nicht hungern muss? Auch wenn ich nicht reich bin, bin ich viel besser dran als so mancher, der nicht leben und nicht sterben kann. Ich ess’ zu Hause, ich esse im Lokal, und wenn ich seufze, dann vor der Qual der Wahl. Ist mein Gewissen schon mit Erfolg betäubt, dass mir kein Bissen im Halse stecken bleibt? Niemals hab ich das verdient – diesen Überfluss, dass ich essen kann und dass ich nicht hungern muss. Auch wenn ich nicht reich bin, bin ich viel besser dran als so mancher, der nicht leben und nicht sterben kann.

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Dass ich hier lebe und hier geboren bin – bei Gott hat alles das schon lange seinen Sinn. Er schüttet nicht umsonst mir meine Hände voll. Er gibt mir das, was ich für ihn verteilen soll. Was ich tun kann, will ich tun, geben, was ich kann. Gott macht mir die Augen auf, zeigt mir wo und wann, zeigt mir Städte auf der Welt, wo man Hunger hat, und dann macht er durch mein Geld einen Menschen satt. Gott braucht mich heute hier, braucht mich in dieser Stadt, wo mancher Satte lebt, der Hunger nach ihm hat. Doch schickt er mich hinaus, wo Münder offen stehn und Herzen obendrein – dann will ich gerne gehn. Was ich tun kann, will ich tun, geben, was ich kann. Gott macht mir die Augen auf, zeigt mir wo und wann, zeigt mir Städte auf der Welt, wo man Hunger hat, und durch meine Arbeit macht er dann Menschen satt. Manfred Siebald 7


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Kleiner Stern aus Kenia Wir wohnen im Osten Kenias. Schon oft blieb der Regen aus. Mais und Bohnen vertrockneten. Unsere Lebensmittel wurden knapp. Weil auf unseren Feldern nichts mehr wuchs, musste Papa weggehen. Er wollte doch für uns sorgen, damit wir etwas zu essen haben! In Mombasa suchte er Arbeit. Mombasa ist eine sehr große Stadt in unserem Land. Sie liegt am Meer und ist die wichtigste Hafenstadt Ostafrikas. Leider brachte Papa bei seinen Besuchen nicht viel Geld mit. Mutter wurde wieder schwanger. Ich freute mich sehr, als meine kleine Schwester Naumi geboren wurde. Später kam noch unser Bruder Musee dazu. Eines Tages kam ich gerade von der Schule nach Hause. Papa war wieder einmal da. Er lag auf einer Matte im Schatten der Hütte. Doch wie erschrak ich, als ich zu ihm hinging. Dünn und abgemagert war er, kaum wiederzuerkennen. Er war krank geworden. Mama pflegte ihn liebevoll. 8


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Es war schrecklich, als ich es begriff. Offensichtlich litt mein Vater an der tödlichen Krankheit Aids. So viele waren daran schon gestorben! Die Nachbarn redeten darüber. Wir wurden von ihnen gemieden. Sie behandelten uns wie schlechte Leute. Nach kurzer Zeit starb Papa. Was war nur jetzt mit Mama los? Sie arbeitete nicht mehr auf dem Feld. Ständig war sie müde und musste sich ausruhen. Als Älteste bekam ich große Angst vor der Zukunft. Was sollte aus uns Kindern werden, wenn Mutter auch sterben muss? Ich konnte nicht mehr zur Schule gehen. Die Arbeit zu Hause musste getan werden. Das war jetzt meine Pflicht. Niemand im Dorf wollte etwas mit uns zu tun haben. Wie froh war ich, dass Pastorin Annah uns besuchte! Als unsere Mama starb, klammerten wir uns angstvoll aneinander. Wir wollten unbedingt zusammen bleiben. Doch wie sollte das gehen? Was sollten wir essen, womit sollten wir uns kleiden? Unsere Großeltern lebten nicht mehr. Keiner aus der Verwandtschaft wollte uns haben. 9


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Wir wurden abgelehnt, weil wir Aids-Waisen waren. Wieder besuchte uns die Pastorin. Bei ihr konnte ich alle meine Sorgen aussprechen. Annah erzählte uns von dem Projekt Neema ya Mungu. In unserer Sprache Suaheli bedeutet das: Durch Gottes Hilfe. Und diese Hilfe wurde für uns konkret. Annah nahm uns in das Projekt auf. So konnten wir in der Hütte unserer Eltern wohnen bleiben. Wir erhalten Bohnen und Mais von Annah. Täglich können wir uns damit eine warme Mahlzeit kochen. Es gibt auch einen Kindergottesdienst, wo wir gerne hingehen. An Weihnachten bekamen wir eine Bibel geschenkt. Annah kannte auch meinen sehnlichen Wunsch, wenigstens die Grundschule abschließen zu können. Ich durfte wieder zur Schule gehen! Wir sind so dankbar, dass Annah und das Komitee des Aids-Waisen-Projekts dafür sorgen, dass wir alle eine handwerkliche Ausbildung erhalten. »Vielen, vielen Dank«, sagen meine Ge10


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schwister Naumi, Musee und ich allen, die das Aids-Waisen-Projekt unterstützen. »Ihr habt euch darum gekümmert, dass wir keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden müssen. Unsere eigenen Leute verachten uns. Aber wir dürfen vom lebendigen Gott hören, der auf die Waisen achtet und sie mit dem täglichen Brot in Form von Bohnen und Mais versorgt.« Wir waren sehr traurig. Die Liebe Gottes und eure Gaben machen uns immer wieder froh. Wir haben neuen Mut und eine Zukunftsperspektive bekommen. Ihr seid daran beteiligt, dass unsere Augen wieder fröhlich strahlen wie kleine Sterne. Es grüßt euch herzlich Esther (Bedeutung: Stern, die Leuchtende, Strahlende), der dankbare kleine Stern aus Kenia

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