Christoph Bauer
Jenseits des Unmöglichen
Befreit von ME/CFS – eine wahre Heilungsgeschichte
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Jenseits des Unmöglichen
© 2026 Christoph Bauer. Alle Rechte vorbehalten.
Pferdemarkt 1 D – 31737 Rinteln Fon (05751) 7019 229 info@king2come.de www.king2come.de 1. Auflage, Juni 2026 ISBN 978-3-98602-115-3 Bibelzitate sind in der Regel der Schlachter 2000 (SLT) entnommen: Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft Bildnachweis: Elisa Seifert (Zeichnerin der Bilder auf dem Cover) Veronika Frank (Fotos S. 181, 220) Marcus Hengst (Foto Cover und S. 207) Lisa Gippe (Fotos S. 188, 211)
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Inhalt Vorwort von Thomas Georgi 7 Prolog 11 1 – Boca, mi buen amigo 15 Vaterfreuden 19 Von Schlaganfall-Befürchtungen zum Rettungswageneinsatz 25 Exkurs – Theorie ME/CFS 31 2 – Ein Leben in Ahnungslosigkeit 39 Der zweite Aufprall 42 Ein letzter Grenzübertritt 46 3 – Psychiatrie – ein letzter Monat unter Menschen 51 Dr. Google 54 Warum lässt Gott Leid zu? 56 Schrumpfender Radius 60 4 – Handlungsunfähig zu Hause 67 Medizin-Checks in letzter Sekunde 69 Die unbekannte Krankheit 73 Getragen vom König der Könige 75 5 – Nach 13 Jahren zurück im Elternhaus 81 Von der Übergangs- zur Dauerlösung 84 6 – Zehn Stunden Narkolepsie-Verdacht 91 Unmögliche Symptome 97 7 – Behält Gott die Kontrolle? 101 Die Zwei-Wochen-Regel 103 Der Schlüssel der Anbetung 107 5
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Physische Reinheit 110 „Chris wird aufstehen!“ 111 Zwischen Hoffnung und Tränenbächen 116 8 – 24 Stunden Alltag 121 9 – Mein Friseur-Dilemma 131 Geburtstag: Qual oder Freude? 133 10 – Das Leben auf der Kippe 137 Medizinische Experimente 141 Verbotene Zone 143 Fünf Minuten heile Welt 146 11 – Feindliche Zerstörungswut 149 12 – Orte der Gefangenschaft 155 Vision der Befreiung 159 Die geistliche Welt in Bewegung 161 Ermutigungen rund um die Uhr 164 13 – Tag X 167 Ich bin frei! 172 14 – Nachwehen 177 Läutende Hochzeitsglocken 180 Ein letzter Verzweiflungsversuch des Feindes 184 Herausforderungen im Freundeskreis 191 Wieder in den Medien 196 Eine perfekte Geschichte 198 15 – Über 42 Kilometer durch die Heimatstadt 203 Epilog – Neues oder altes Leben? 209 Gebet für Betroffene 212 Gebet für Ärzte 213 Nachwort 1 – Annette 215 Nachwort 2 – Rainer 217 Anhang – Auszug aus der Bibelstellenuhr 221 Kontakt 223 6
Vorwort Wenn Gott dem Unmöglichen widerspricht
I
ch erinnere mich noch sehr gut. Es war ein sonniger Tag im Mai des Jahres 2022, als plötzlich mein Telefon klingelte. Ich war gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, als ich die Stimme einer Frau hörte. Es war Annette, die Frau von Christoph Bauer. Sie erzählte mir von der dramatischen Situation ihres Mannes und von der Diagnose, die felsenfest im Raum stand: ME/CFS. Doch sie sprach nicht nur davon; sie berichtete vor allem von dem Herzenswunsch von Chris, sich für unsere Jüngerschaftsschule zu bewerben, die im September starten sollte. Nach menschlichem Ermessen machte es die gesundheitliche Entwicklung um Christoph völlig undenkbar, dass er jemals diese Schule besuchen würde. Doch Annette und ich machten uns eins im Glauben, dass Gott ein Wunder tun kann und will. Ich versprach ihr: Wir halten Chris auf jeden Fall einen Platz frei, selbst wenn die Bewerbungsfrist längst verstrichen ist. Wochen vergingen. Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahres klingelte das Telefon erneut. Wieder war es Annette. Die Neuigkeiten, die sie mit mir teilte, machten mich sprachlos und ließen mich jubeln: Chris ging es besser – so viel besser, dass er tatsächlich an unserer Jüngerschaftsschule teilnehmen konnte! Das war ein Wunder, das mich völlig aus den Socken haute. Aber es war Realität. Umso tiefer war die Freude, Christoph wenig später persönlich begegnen und ihn in die Arme schließen zu können. Seitdem durfte ich ihn und seine Familie ein Stück des Weges begleiten, wie auch jetzt beim Schreiben des Vorwortes zu seinem Buch. 7
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Was mich an diesem besonders berührt, ist der Stil, in dem Christoph uns an seiner Reise teilhaben lässt. Er schreibt nicht wie jemand, der einfache Antworten parat hat. Wer ihn kennt, nimmt ihn als rationalen Kopfmenschen wahr – jemand, der die Dinge verstehen, analysieren und hinterfragen will. Und genau so ist dieses Buch geschrieben: Authentisch, intellektuell ehrlich und ohne jeden religiösen Filter. Chris nimmt uns mit in ein „höllisches Tal“ und beschreibt eine Zeit, in der ME/CFS wie ein „lebendiger Tod“ wirkte: Momente, in denen er physisch von seiner Frau und seinem Sohn getrennt war und sein Radius auf ein dunkles Zimmer schrumpfte. Er verschweigt den Schmerz nicht, er glättet die Verzweiflung nicht – und genau das macht sein Zeugnis so kraftvoll. Während die medizinischen Befunde eine unumstößliche Endgültigkeit diktierten, begann sich im Stillen eine Geschichte zu entfalten, die sich jeder rationalen Erklärung entzog. Es war, als bräche ein Licht in die bleierne Schwere dieses Krankenzimmers ein, das sich nicht aus menschlichen Quellen speiste. In der Rückschau auf diesen Weg, den Christoph mit so viel Ehrlichkeit und Ausdauer beschritt, wird deutlich, Gottes Handeln hier war kein plötzlicher, simpler Knall. Vielmehr begegnen uns in seinem Erleben drei ganz unterschiedliche Facetten – oder wie ich es nenne: drei Dimensionen des göttlichen Wirkens –, die uns helfen zu verstehen, was Unfassbares da eigentlich geschah: Zuerst sehen wir Gottes schöpferische Kraft (griech. dynamis). Es ist die Kraft, von der die Apostelgeschichte spricht: „... wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft (dynamis); der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht“ (vgl. Apostelgeschichte 10,38). Diese Kraft hat bewirkt, dass die Diagnose „unheilbar krank“ weggewischt wurde. Dann erlebten wir das Staunen über das Unbegreifliche (griech. teras). In der Bibel lesen wir oft von diesen Staunen 8
Vorwort
erregenden Taten, die Menschen fassungslos machten (vgl. Apostelgeschichte 2,22). Wer Chris heute sieht, wie er über 42 Kilometer einen Marathon durch seine Heimatstadt läuft, dem bleibt buchstäblich der Mund offen stehen. Sein Leben ist der Beweis für das Wort, das er selbst als zentrales Thema gewählt hat: „Bei den Menschen ist das unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich“ (Lukas 18,27). Doch das Wichtigste an Chris’ Geschichte ist das Zeichen (griech. semeion). Ein Semeion ist die Unterschrift Gottes und weist auf den Urheber hin. Wie Jesus bei Seinem ersten Wunder in Kana ein Zeichen setzte (vgl. Johannes 2,11), so ist Chris heute ein lebendiger Wegweiser. Sein Buch ist ein „Ausbruch aus der Box des Gewöhnlichen“, welches uns dazu einlädt, Gottes Gegenwart, Kraft und Liebe neu zu entdecken. Gipfelpunkt dieser gemeinsamen Reise war für mich der Tag im Juli 2023, als ich Christoph im Geyerschen Teich taufen durfte. In diesem Moment wurde das Wunder zum Siegel. Die Taufe war das sichtbare Zeichen (semeion) seiner neuen Identität in Christus – ein öffentliches Bekenntnis, dass er mit Jesus gestorben und zu einem völlig neuen Leben auferweckt wurde (vgl. Römer 6,4). Dieses Buch trägt den Titel „Jenseits des Unmöglichen“. Es ist das Werk eines Mannes, dessen Geschichte wissenschaftlich kaum zu erklären ist, aber aufgrund von Gottes Wirken Realität wurde. Christoph schreibt nicht als jemand, der über den Dingen steht, sondern als jemand, der durch das Feuer gegangen ist und dort dem begegnet ist, der das Unmögliche möglich macht. Möge dir die Geschichte von Christoph den Mut geben, Gott wieder neu zu vertrauen – und dabei stets den Blick auf das größte aller Wunder zu richten: Die Liebe Gottes, die uns niemals loslässt. Thomas Georgi
Gründer von CampFire Schneeberg 9
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Prolog
A
n den grünen Topfpflanzen vorbei bahnt sich mein Blick aus dem Fenster auf die schneebedeckten Dächer der Nachbarn. Dabei schreien doch die Tasten des Notebooks vor mir nach Aufmerksamkeit. Ein Buch schreiben – viel Zeit ist seit jenem Entschluss vergangen, der sich einst in der Psychiatrie festsetzte. Es gibt keine wirklich treffende Beschreibung für die in diesem Moment einströmenden Gefühle. Der Kampf gegen die Tränen ist aussichtslos. Aber warum kämpfen? Es sind Freudentränen! Tränen der Dankbarkeit darüber, dass mein Leben nicht mehr den Erinnerungen früherer Tage gleicht. Die Diagnose „unheilbar krank“, die Zeit, in der ich es kaum zur Toilette schaffte, die physische Trennung von meiner Frau und dem damals einjährigen Sohn, unmenschliche Symptome und Momente der Angst – all dies wurde weggewischt von der gewaltigen Hand Gottes. Gedanken an Jahre der Qualen klopfen hin und wieder an meinem Herzen, war doch selbst ein Einkauf im Supermarkt oder ein lockerer Smalltalk noch vor einiger Zeit weiter entfernt als ich, ein Sachse, von einer hochdeutschen Aussprache. Doch alle aufkommenden Bedenken sind entwaffnet und kraftlos. Sie finden keine offene Tür. Abenteuerlich gestaltet sich das Aufeinandertreffen mit ferneren Bekannten. Menschen sehen mich und ihnen bleibt buchstäblich der Mund offenstehen. Ein Gesichtsausdruck, der einen Gedanken offenbart: „Das geht nicht! Wie kann es sein, dass du gerade vor mir stehst?“ Ein Arzt zitierte einst im meistgelesenen Buch der Welt die bedeutendste Persönlichkeit aller Zeiten: „Bei den Menschen ist das unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich“ (vgl. Lukas 18:27). Was mancher 11
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als verstaubtes Märchen abtut, kann in deinem Leben sichtbar werden. Meine Geschichte ist ein Beweis dafür! Die Story dieses Buches liefert das Potenzial dafür, dein Denken zu sprengen. Sie liefert einen Ausbruch aus der Box des Gewöhnlichen für jeden, der bereit ist, alle festen Überzeugungen des Herzens auf den Prüfstand zu stellen. Viele Aspekte sind anders als in den Büchern, die du möglicherweise sonst in der Hand hältst. Ich bin weder ein gelernter Schriftsteller, noch hatte ich vor diesen ersten Zeilen ein festes Konzept im Auge. Ein sich zuspitzender Spannungsbogen wird zumindest stückweise bereits dadurch zerstört, dass dieses Buch unter meinem Namen auf den Markt kam. Kurz gesagt: Die kommenden Seiten füllt kein Profi, sondern ein Mensch, dessen Herz davon übersprudelt, eine Geschichte zu erzählen, die wissenschaftlich und medizinisch keinen Sinn ergibt. Davon zeugen auch die an vielen Stellen eingefügten Tagebucheinträge. Sie verdienen keine Auszeichnung für poetische Schönheit. Stattdessen sind es eher kurze Aussagen eines Mannes, der sich an den jeweiligen Abenden, an denen sie entstanden, oft nicht sicher war, ob er es überhaupt physisch schaffen würde, die Erlebnisse auf der erzwungenen Reise durch ein höllisches Tal auf dem vor ihm liegenden Papier zu vermerken. Ist nachfolgend kein Datum inkludiert, waren sie oft allgemeingültig für einen längeren, qualvollen Zeitraum. Doch wer ist dieser Mann? Mein Name ist Christoph Bauer, derzeit 37 Jahre alt und in Chemnitz lebend. Familienvater, überzeugter Christ, Sportler und beruflich nach dem Master-Abschluss in Rechnungslegung und Unternehmenssteuerung ein Stück von der klassischen Karriereschiene eines BWLers abgewichen. Und zwar unter anderem aufgrund des unerwarteten Lebensverlaufs im Alter von 30 bis 33 Jahren, der den Kern der nachfolgenden Seiten bildet. 12
Prolog
Ich bin einer, der oft ein Stück vom Mainstream-Weg abwich. Als alle in der Schule anfingen zu skaten, ging ich zum Boxen. Während Mitstudenten sich einen Nebenjob suchten, verdiente ich mein Geld erfolgreich mit Sportwetten. Wirklich! Da standen wohl mein Faible für Zahlen, Statistik und rationales Denken in einem optimalen Verhältnis. Heute ist es zur Priorität meines Lebens geworden, die Schönheit und Kraft von Jesus und natürlich Seine Liebe für jeden Menschen zu verkünden. Also den Gott, der mich aus allen Qualen befreite. Neugierig geworden? Dann lass uns einsteigen – im fernen Südamerika. Auf nach Buenos Aires!
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Zeitliche Einordnung der Kapitel Erste Symptome
12/2019 03/2020
1 1. Crash
02/2021
Psychiatrie
09/2021
2 3 11/2021 4 Auszug
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02/2022
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03/2022 7 1. Zeitungsartikel
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05/2022 06/2022
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07/2022 Tag X
08/2022
2. Zeitungsartikel
05/2023
Marathon
05/2025
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Boca, mi buen amigo La Boca, Buenos Aires – 11.03.2020
M
ühelos, fast mechanisch, erklimmen meine Füße auf jahrzehntealtem Beton Stufe um Stufe. Der Herzschlag erreicht sekündlich neue Höchstwerte. Höchstwahrscheinlich weniger wegen der körperlichen Belastung als vielmehr dem bevorstehenden Erlebnis. Endlich fällt der erste Blick in die riesige Schüssel „La Bombonera“, eines der bekanntesten Fußballstadien unseres Planeten. Einst kickte hier die inzwischen verstorbene FußballIkone Diego Maradona, heute immerhin Carlos Tévez. Viel prägender als die 22 Protagonisten auf dem Rasen sind die 50.000 frenetischen Argentinier auf den Rängen. Doch der Schein des Flutlichts, die atemberaubende Stimmung und der Siegesjubel der Menschen täuscht über viele Realitäten hinweg – in meinem Leben, als auch auf den Straßen von Buenos Aires ... Die Sonne ist über La Boca, dem gewiss bekanntesten der 48 Stadtteile von Argentiniens Hauptstadt, längst untergegangen. Reiseführer warnen vor dem Besuch nach Anbruch der Dämmerung: Armutsviertel, Bandenkriminalität, regelmäßiger Gebrauch von Schusswaffen. Selbst Einheimische sind wachsam. Wer hier einen Parkplatz ergattert und von Privatpersonen eine Zahlungsaufforderung ohne rechtliche Grundlage erhält, fällt mit seiner Reaktion die Entscheidung, 15