Reinhard Bonnke
Glaube für das Unmögliche Zwölf inspirierende Erlebnisse mit der Kraft Gottes
Originally published in English under the title: Even Greater Faith published by Whitaker House 1030 Hunt Valley Circle, New Kensington, PA 15068, USA
Copyright © 2004, 2022 Reinhard Bonnke. All rights reserved.
Deutsche Übersetzung © 2024. Alle Rechte vorbehalten.
Pferdemarkt 1
D – 31737 Rinteln
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1. Auflage, Juli 2024
ISBN 978-3-98602-069-9
Bild von Reinhard Bonnke auf der Buchrückseite: von Oleksandr Volyk (Christ for all Nations)
Die Bibelzitate wurden, wenn nicht anders angegeben, der Revidierten Elberfelder Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, entnommen.
Reinhard Bonnke ist ein großartiger Mann Gottes, der auch in dir eine Leidenschaft dafür entfachen wird, Gott für das Unmögliche zu glauben.
Joyce Meyer
Bestseller-Autorin und Bibellehrerin
Vorwort
Das Privileg beim Verfassen einer Bucheinleitung beinhaltet, dass der Autor keinen Einspruch gegen diese Worte einlegen kann. Deshalb nehme ich mir die Freiheit zu folgenden Worten, die mein Freund Reinhard Bonnke sicher nicht billigen würde, könnte er diese vor dem Druck lesen. Hier folgt nun also ohne den Widerspruch des Evangelisten, was ich zu sagen habe.
Wahrhaftigkeit erfordert aus meiner Sicht, Reinhard Bonnke als einen Evangelisten anzuerkennen, dessen weitreichender Dienst international äußerst dynamisch und durchschlagend ist. Die bloßen Statistiken über Millionen von Menschenseelen, die im letzten Vierteljahrhundert zu Christus geführt wurden, als auch über Tausende entstandener oder sich mit rasantem Wachstum drastisch vergrößernder Gemeinden bezeugen die Stichhaltigkeit meiner Behauptung.
So sehr ich die obige Einschätzung für wahr halte, so wenig will ich damit einen Wettbewerb zwischen den Berufungen entfachen. Ebenso pauschalisiere ich damit nicht die großartigen Leistungen vieler anderer bemerkenswerter Leiter, welche der Heilige Geist in der heutigen Generation eingesetzt hat. Doch wir sehen eine unvergleichliche Bilanz wundertätiger Gnade und Kraft darin, wie Reinhard der klaren Kraft des Christentums des ersten Jahrhunderts den Weg ins 20. und 21. Jahrhundert bereitet hat. Überall hinterließ Reinhard eine Spur heiligen Feuers – in ganz Afrika und in anderen heidnischen Hochburgen der Erde.
Ich neige weder zur Schmeichelei noch zur Übertreibung, aber ich habe einfach zu viel vom Feuer des Geistes Gottes gesehen, welches in Reinhard Bonnkes Evangelisationen wirkte. Und ich habe zu viele Berichte über die Frucht der ewigen Werke Gottes gehört, die auch nach den Evangelisationen fortbesteht.
An dieser Art bleibender Frucht – geboren aus einem mit Integrität und Heiligkeit des Lebens erfüllten Dienst, angetrieben von einem selbstlosen Eifer für die Seelen, wie ich ihn noch bei keinem anderen Menschen gesehen habe – werden wir Jesus zufolge die wahren Diener des Evangeliums erkennen.
In diesem Buch erzählt der Evangelist einige der Wundergeschichten, die aus seinen Evangelisationen hervorgekommen sind. Bei einigen dieser Veranstaltungen kamen mehr als eine Million Menschen in einem einzigen Gottesdienst zusammen. Und es ist üblich (falls ein solches Wort für derartige Wunder angemessen ist), dass sich mehr als 100.000 Menschen bei einer einzigen Veranstaltung zu Christus bekennen!
Meine Worte über Reinhard Bonnkes Einzigartigkeit in unserer Zeit mögen einige in Frage stellen. Das verstehe ich, denn auch ich kenne andere bemerkenswerte und großartige Leiter, sowohl lebende als auch jene, die jetzt in der Herrlichkeit sind. Es ist schwierig, einen Dienst zu bemessen. Es geht also hier nicht darum, den Dienst um des Ruhmes willen anzupreisen, sondern einfach die Ergebnisse seiner Verkündigung des Namens Jesus, des Namens über allem, zu würdigen. Auf jeden Fall möchte ich dir dieses Buch empfehlen.
Nach der Lektüre wirst du nicht mehr dieselbe Person sein. Denn hier entdeckst du Geschichten vom Wirken des Heiligen Geistes. Er verherrlicht Jesus auf Schritt und Tritt, verwandelt, heilt und führt Seelen in das wunderbare Leben und die Herrlichkeit Christi hinein.
Diese Begebenheiten berichtet einer Seiner Diener. Ich denke, auch du wirst genießen, ihm zu begegnen und zu erfahren, was Reinhard so effektiv darin macht, Menschen dem teuren Retter vorzustellen – dem Herrn Jesus Christus.
Jack W. Hayford
Vorstand des The King’s Seminary Los Angeles, Kalifornien
Einführung
Vertreter der Allmacht
Ich bin Reinhard Bonnke und Evangelist. Vielleicht hast du schon von meinen Evangelisationen gehört, vielleicht auch nicht. Das spielt keine Rolle. Bitte, stelle dich jetzt mal an meine Seite.
Womöglich möchtest du dies nicht tun. Dir mag der Gedanke nicht gefallen, dass ich Evangelist bin. Mein Name mag für dich seltsam klingen. Wenn ich Englisch spreche, schrecken manche Leute vor meinem deutschen Akzent zurück. Du stimmst vielleicht nicht mit meinem kirchlichen Hintergrund oder meinen Überzeugungen überein. Das spielt keine Rolle. Stell dir vor, dass du neben mir auf einer großen Open-Air-Bühne stehst, während sich Menschen aus allen Richtungen um uns versammeln.
Ich möchte dich so nah bei mir haben, dass ich meinen Arm um deine Schulter legen kann. Du sollst spüren, welche Begeisterung durch meine Adern fließt. Sei so nah bei mir, dass du mich atmen hörst. Warum? Damit du erkennst, ich bin – genau wie du – nur ein Mensch. Und du sollst wissen, was ich erlebt habe, kann auch in deinem Leben geschehen.
Deshalb also stehen wir nun gemeinsam auf dieser Bühne. Heute Abend sehen wir vielleicht etwas, was bisher noch kein Auge in der Weltgeschichte gesehen hat. Die Menge hat sich versammelt, und wir blicken in ein Gesichtermeer, das sich bis zum Horizont erstreckt. Diese Menge besteht aus 1.600.000 Menschen!
Kannst du dir eine so große Menschenmenge vorstellen? Keine Kirche oder Kathedrale wäre groß genug, um auch nur einen Bruchteil von ihnen aufzunehmen. Keine Stadt der Welt verfügt über ein ausreichend großes Sportstadion, um auch nur einen kleinen Teil von ihnen unterzubringen. Die Menschen sind hier auf einer riesigen Freifläche in Form eines natürlichen Amphitheaters versammelt. Deshalb können wir sie sehen und sie sehen uns. Sie stehen alle – sie sitzen nicht.
Das sind mehr als dreimal so viele Menschen wie 1969 beim berühmten Musikfestival Woodstock in Amerika. Woodstock veränderte eine ganze Generation, aber diese Menge lässt Woodstock klein erscheinen. Stell dir vor, wie sehr sich die Welt verändern könnte, kämen diese vielen Menschen zu Jesus. Monatelang hatte mein Missionsteam Vorbereitungen für diese Versammlung getroffen. Meine Mitarbeiter bauten die modernste Tontechnik auf und setzten laser- und computergesteuerte Techniken ein, um meine Stimme bis an den Horizont hörbar zu machen. So kann ich in das Mikrofon flüstern und werde dennoch so gehört, als stünde ich jedem Menschen in der Menge direkt gegenüber. Was würdest du sagen, wenn ich dir jetzt das Mikrofon übergäbe? Was würdest du sagen?
Ich fange an zu predigen und sage den Menschen, dass Gott sie liebt und Seinen einzigen Sohn in den Tod gegeben hat, damit sie in das ewige Leben mit Ihm eintreten können. Ich bitte sie, Jesus als ihren Retter anzunehmen. Bist du darauf vorbereitet? – 1.093.000 verlorene Seelen reagieren darauf!
Dies geschah tatsächlich so bei unserer Millenniums-Evangelisation im nigerianischen Lagos. An diesem Abend wiederholten 1.093.000 Menschen das Gebet des Sünders. Dann füllten sie Registrierungskarten aus, um ihre Annahme Christi und ihr Interesse an einer Nachbetreuung zu erklären. Am Ende dieser sechstägigen Veranstaltung zählten wir insgesamt
3.450.000 für Jesus entschiedene Menschen! Kannst du darauf ein „Halleluja“ sagen?!
Seit 1975 bin ich Evangelist und habe in dieser Zeit vielleicht zu 100 Millionen Menschen von Angesicht zu Angesicht gepredigt. Aber allein in den letzten dreieinhalb Jahren habe ich erlebt, wie mehr als 34 Millionen Menschen zum Herrn kamen. Noch nie habe ich Menschenmengen mit einem solchen Hunger nach Gott erlebt. Nie zuvor.
Obwohl ich seit 30 Jahren mit einer großartigen Organisation zusammenarbeitete, um diese Ernte zu erleben, sind wir erstaunt über solche Geschehen. Und ich möchte dich davon überzeugen: Wenn du ein Nachfolger Jesu bist, kann dir das Gleiche passieren – sogar ohne eine solche Organisation.
Bitte, bleibe weiter neben mir stehen. Du glaubst es vielleicht noch nicht, aber du gehörst auf dieser Bühne an meine Seite.
Obwohl du und ich zwar Menschen sind, sind wir als Kinder Gottes viel mehr als das. Wir sind Botschafter und Vertreter der Allmacht. Das bedeutet, uns steht unbegrenzte Macht zur Verfügung und in Gottes Reich sind keine großen Männer am Werk. Es ist vielmehr ein großer Gott, der in den Menschen mit kindlichem Glauben wirkt. Du hast bisher noch nicht erlebt, was Gott durch dich tun will. Ich hoffe, du wirst von ganzem Herzen daran glauben, wenn du die Geschichten in diesem Buch zu Ende gelesen hast.
Vielleicht bist du Hausfrau, Verkäuferin, Polizist, Lehrer, Student, Sekretärin, Postbote, Imbissbesitzer, Pastor oder Manager – schaue in den Spiegel. Wenn du zu Jesus gehörst, bereitet dir Gott eine Bühne. Er wird Menschen um dich scharen, ob viele oder wenige, ob eine verlorene Seele oder eine verzweifelte Menge von Millionen. Es spielt keine Rolle. Die Botschaft ist dieselbe. Du kennst sie ebenso gut wie ich.
Der Herr sagt uns in Seinem Wort, dass es Ihm gefällt, die Einfältigen zu benutzen, um die Weisen zu verblüffen; die
Schwachen, um die Starken zu beschämen; Menschen ohne große Referenzen, um Seine Wahrheit Königen und Präsidenten und riesigen Menschenmengen mitzuteilen, welche verzweifelt das Evangelium hören wollen. Du kannst dich an keinem Ort vor Seinem Ruf verstecken. Nimm dies nicht auf die leichte Schulter. Du hast es geschafft, bis hierher zu lesen.
Dann wird dich dieses Buch auch in eine göttliche Begegnung führen.
Ich bin Reinhard Bonnke. Alles, was ich tue, schaffst du zehnmal so gut. Ich möchte dir helfen, dich auf die kommenden Erntetage vorzubereiten. Komm in meine Nähe und ich werde dir Geschichten erzählen. Diese werden dich von der Wahrheit meiner Worte überzeugen.
Du schaffst das!
Warum bewerten wir die menschlichen Eignungen für den Dienst so hoch?
Der Apostel Paulus sagte: Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Wir sind durch Gottes Allmacht qualifiziert, nicht durch unsere erbärmlichen Stärken.
1
Vom Segen aus den Schuhen gefegt
Sie stand weinend außerhalb meines Blickfeldes am äußersten Rand der Menge. Zweihunderttausend Menschen hatten sich an diesem Tag im Uhuru Park versammelt. Ich predigte und wir erlebten, wie Tausende zum Herrn kamen und Heilungen stattfanden. Ich war begeistert über einen weiteren Tag, an dem ich auf den Herrn hören und erleben durfte, wie Seine Macht Sünder rettet. Aber Teresia Wairimu war keine Sünderin und kam nicht zur Bühne. Und ich wusste gar nicht, dass sie dort war.
Bevor ich 1988 in ihre Heimatstadt Nairobi kam, hatte sie unzählige Tage lang in ihr Kopfkissen geweint. Ihr Traum war in den letzten Monaten zerplatzt. Sie hatte Gott dienen wollen, indem sie sich ihrer Familie widmete. Der Kummer über diesen Verlust zerrte wie ein wütender Sturm an ihrer Seele.
Seit ihrer Kindheit wollte Teresia so gerne dem Herrn dienen. Ihre Gemeindebesuche hatten in ihr den Wunsch geweckt, einen Prediger zu heiraten. Als sie endlich volljährig wurde, lernte sie einen charmanten europäischen Missionar kennen. Durch diesen Mann fügte sich in ihrem Kopf alles zusammen. Der Wunsch, Gott und diesem Missionar zu dienen, verschmolz zu einer Einheit. Sie konnte nichts Schlechtes daran erkennen. Ihre Eltern waren nicht damit einverstanden. Sie sahen in der Verbindung zweier Rassen die Garantie für eine Katastrophe. Außerdem entstammten sie einer angesehenen Geschäftsfamilie und schämten sich schon bei dem Gedanken, ihre
Tochter könnte außerhalb der traditionellen afrikanischen Kultur heiraten. Aber im Bann der Liebe und durch ihren intensiven Wunsch, dem Herrn zu dienen, war Teresia sicher, Gott habe ihr durch diesen wunderbaren Christen die Antwort auf ihre Gebete gegeben. Sie war bereit, ihn gegen den Willen ihrer Eltern zu heiraten.
Zwölf Jahre später holte sie diese Entscheidung ein, denn ihr Ehemann und Missionar wandte sich gegen sie. Kein noch so großer Appell an seinen christlichen Glauben änderte etwas daran. Gnadenlos nutzte er ein von Männern dominiertes Gerichtssystem aus, um sich von ihr scheiden zu lassen. Er ließ sie und ihre Tochter ohne jegliche Unterstützung zurück.
Diese Geschichte berührt mein Herz immer wieder. Wie Teresia kannte auch ich schon als Kind die Sehnsucht, Gott zu dienen. Mit gerade mal zehn Jahren hörte ich in Deutschland die Stimme des Herrn. Er rief mich nach Afrika. Auch kannte ich den Wunsch, mit jemandem verheiratet zu sein, der diese Berufung teilt. Ich mag mir nicht vorstellen, wo ich heute wäre und wie ich dem Ruf Gottes folgen sollte, hätte sich meine geliebte Anni jemals gegen mich gewandt. Allein der Gedanke daran verursacht so viel Schmerz in meinem Herzen, um alle Predigten in mir verstummen zu lassen. Teresias Leidensweg berührt mich zutiefst.
Als sie an diesem heißen und dunstigen Tag weinend im Uhuru Park stand, konnte sie die große Kluft zwischen uns beiden spüren. Diese war größer als der körperliche Abstand. Ich predigte mit einer Zuversicht, die sie nicht kannte. Sie war von ebendiesem Mann, dem sie am meisten hatte gefallen wollen, grausam zurückgewiesen worden. Sie stand dort und machte sich Vorwürfe, weil sie sich durch ihren Wunsch nach einem Partner im Dienst so schlecht entschieden hatte. Außerdem warf sie sich vor, dass sie ihre Ehe trotz der Probleme ihres Mannes nicht retten konnte. Sie dachte, die Probleme ihres
Vom Segen aus den Schuhen gefegt
Mannes wären womöglich ihre Schuld. Sie war einfach nicht gut genug gewesen, nicht so wie Jesus, um sein Herz ändern zu können. Ihre Gedanken drehten sich im Kreis wie die Flügel einer unaufhörlich drehenden Windmühle und schlugen sie immer weiter nieder.
Sie wusste nicht, wohin sie sich wenden sollte. Ihre Familie würde sie nun ablehnen und ihr sagen, sie hätte nur bekommen, was sie verdiente. Sie konnte sich nicht einmal dazu durchringen, ihnen von der Scheidung zu erzählen. Die Kirche handelte auch nicht besser. Scheidung bedeutet eine schreckliche Schande unter den kenianischen Christen; der Todeskuss für jeden, der einen Dienst anstrebt.
Teresia fand nur Zuflucht in Gott. Obwohl sie sich abgelehnt fühlte, wusste Teresia im Innersten ihrer Seele, Gott hatte sie nicht zurückgewiesen. Sie wurde von einem schlechten Ehemann, aber nicht von einem guten Gott verstoßen. Sie klammerte sich an die Hoffnung, eines Tages, irgendwie, irgendwo, würde sich Gott erheben und ihren Füßen einen festen Grund geben, auf dem sie wieder stehen konnte; einen Platz, den ihr kein Teufel der Hölle jemals nehmen könnte.
Deshalb weinte sie, als sie am äußersten Rand der Menschenmenge im Uhuru Park stand. Ihrer Beschreibung nach hörte sie meine Stimme, die das Wort Gottes mit positiver Kraft und Autorität predigte. Schon der Klang dieser Predigtweise, ließ Hoffnung in ihrem Herzen aufkeimen. Sie hatte das Evangelium noch nie auf diese Art gehört. Die ihr bekannten Pastoren waren in Priesterseminaren ausgebildet worden. Dort wurde ihnen beigebracht, bei ihren Zuhörern keine Hoffnungen zu wecken, damit niemand enttäuscht wird und in seiner Verzweiflung womöglich Gott die Schuld gibt. Sogar die Hoffnung des Evangeliums wird verwässert, um die Ungläubigen nicht zu verärgern.
Aber dieser Reinhard Bonnke, den sie an diesem Tag erlebte, predigte das kompromisslose Evangelium, ohne sich um die Folgen zu kümmern. Er rief die Gute Nachricht mit Begeisterung in sein Mikrofon. Die Art, wie er sprach und sich auf der Bühne bewegte, verriet jedem: Dieser Mann glaubt an seine Botschaft und würde sein Leben dafür einsetzen. Er benimmt sich so, als würde er diesen Gott wirklich kennen, über den er predigt.
Wenn Reinhard Bonnke so sein kann, dachte Teresia, dann kann ich das auch. Und sie weinte Tränen der Sehnsucht und Hoffnung.
Als ich die Kranken zur Bühne bat, beobachtete Teresia, wie ich ihnen die Hände auflegte. Blinde Augen öffneten sich, Lahme begannen zu gehen, Taube konnten plötzlich Wort für Wort wiederholen, was ich ihnen zuflüsterte. Es war, als würde eine weitere Seite in der Apostelgeschichte geschrieben werden.
Teresia erkannte, in mir war ein lebendiges Feuer, das über die kalte religiöse Asche ihrer eigenen Erfahrung hinausging.
Nach dieser Gabe verlangte sie an diesem Tag unter Tränen. Sie wollte sich mit nichts Geringerem zufriedengeben. Aus der Tiefe ihrer Seele rief sie: „Gott, oh bitte Gott, wenn du Bonnke 100.000 Seelen geben kannst, gib mir hundert, nur hundert, Herr, und ich werde eine glückliche Frau sein.“
Bei diesen Worten wusste Teresia tief in ihrem Herzen, Reinhard Bonnke müsste ihr die Hände auf den Kopf legen und für sie beten, um eine Antwort von Gott zu erhalten. Was soll das? Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht erklären, außer zu sagen, sie hatte den Glauben, wie die Frau, die den Saum des Mantels von Jesus berührte. Es war nicht Jesu Idee, dass die Frau in der Bibel so vorgehen sollte. Die Frau kam selbst auf den Gedanken. Jesus war gerade auf dem Weg zur Heilung einer anderen Person, als sie Ihm nachlief und den Saum Seines Mantels berührte. Daraufhin wurde sie geheilt.
Vom Segen aus den Schuhen gefegt
Jesus wandte sich ihr zu und sagte: „Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht.“
Teresias Glaube glich dem dieser Frau. Irgendwie wusste sie, dass ich ihr die Hände auflegen und für sie beten musste, damit sie in ihren vollen göttlichen Segen eintreten konnte.
Dies ist kein Schema, um etwas von Gott zu bekommen. Weder in meinen Händen noch in meinem Gebet liegt eine besondere Kraft, genauso wenig wie im Saum von Jesu Gewand eine besondere Heilkraft steckte. Es kam auf den Glauben der Frau in der Bibel an. Und Teresias Glaube verlieh dem Gedanken, dass ich ihr die Hände auflege, seine besondere Kraft.
An diesem Tag verließ Teresia den Uhuru Park, ohne die Gelegenheit zum Gebet wahrnehmen zu können. Die Menschen drängten sich mit zu vielen Nöten um die Bühne, und Gott führte mich zu denen, die Er heilte. Ich wusste ja nicht einmal, dass sie dort war.
Acht Jahre vergingen, bevor sich unsere Wege wieder kreuzten. Während dieser Zeit hatte sich Teresia in Nairobi ein neues Leben aufgebaut. Ihre Tochter war inzwischen zu einer jungen Frau herangewachsen. Teresia erhob sich aus der Asche ihrer zerbrochenen Träume und knüpfte neue Beziehungen zu einer kleinen Gruppe von Christinnen. Diese Frauen suchten bei ihr nach geistlicher Führung und von Zeit zu Zeit predigte sie zu ihren Freundinnen. Aber ihrem Dienst fehlte die Kraft, die sie an jenem Tag im Uhuru Park erlebt hatte. Aufgrund ihrer gescheiterten Ehe war ihr Geist immer noch zerbrochen. Sie wusste, noch war sie nicht in der höchsten Berufung Gottes für ihr Leben angekommen.
Während dieser acht Jahre verfolgte Teresia auch meine Predigttermine in meinem Rundbrief. Sie war immer auf der Suche nach einer Stadt, in der ich vor einer kleineren Menschen-