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Bengt Wedemalm Im Dienste des Großen Königs

Pferdemarkt 1

D – 31737 Rinteln

Germany

Telefon (05751) 7019 229 info@king2come.de www.king2come.de

1. Auflage, August 2023

ISBN 978-3-98602-063-7

Copyright © 2023 – Vivianne Wedemalm

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf zu kommerziellen Zwecken kopiert oder nachgedruckt werden. Die Verwendung von kurzen Zitaten oder vereinzeltes Kopieren von Seiten für den persönlichen Gebrauch oder zum Gruppenstudium ist gestattet.

20 Frankreich und die Schweiz 121

21 Verfolgung um Seines Namens willen 127

22 Geistliche Väter 137

Erinnerungen an Bengt 143

Vorwort von Tor Holmgren

Zum ersten Mal traf ich Bengt Wedemalm in der schwedischen JMEM-Basis (Jugend mit einer Mission). Als damals junger Mann hatte er lange Haare und trug eine Lederjacke. Gerade erst errettet war er aber schon äußerst entschlossen, Gott auf dem Missionsfeld zu dienen. Das fand ich sehr beeindruckend.

Einige Jahre später begegneten wir uns erneut in Uppsala bei der Gemeinde „Wort des Lebens“ und waren gemeinsam in der dortigen Missionsarbeit tätig. Ich erinnere mich an viele Begebenheiten auf dem Missionsfeld, aber die Ereignisse in Albanien stechen heraus. Schon nach wenigen Monaten veränderte sich dieses Land auffallend und dies setzte sich in den darauffolgenden Jahren fort. Gott öffnete eine Tür, damit dort das Evangelium gepredigt werden konnte. Die Initiative dafür ergriff Bengt mit einem Besuch bei einem Minister der Regierung. Von ihm erhielt er die Erlaubnis, mitten in der Hauptstadt des am stärksten abgeschotteten Landes der Welt eine Evangelisation zu veranstalten. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes gab es eine Live-Übertragung im staatlichen Fernsehen. Natürlich waren viele andere Mitarbeiter aus Uppsala beteiligt, damit dies von „Wort des Lebens“ umgesetzt werden konnte. Zur Ehre Gottes geschah ein Wunder, welches die Nation in den kommenden Monaten veränderte. Es geschah direkt vor unseren Augen. Wir erfuhren, was der Glaube für die Öffnung einer ganzen Nation zu tun vermag.

Bengt besaß eine einzigartige Eigenschaft; ein einfacher und starker Glaube in Verbindung mit der Sorge um die Menschen, die er traf. Er lebte seinen Glauben und setzte ihn in die Tat um. Bengt sprach nicht nur darüber oder hielt eine schöne

Powerpoint-Präsentation. Der alle Grenzen sprengende und das Unmögliche möglich machende Geist des Glaubens wirkte durch sein Leben.

Wenn du mit Gott gehst, stellt Er dich manchmal vor die Herausforderung, Ihn mehr denn je zu suchen. Eine solche Zeit erlebte ich 2011. Damals sprach Gott zu mir über die Zukunft und notwendige Veränderungen, um Seinem Plan folgen zu können.

Ein paar Monate später erhielt ich von meinem guten Freund Bengt einen Anruf. Er fragte mich, ob ich ihn auf eine Reise durch Europa begleiten wolle. Er habe anderen etwas mitzuteilen. Ich sagte zu, denn ich befand mich im Gebet für „das Öffnen von Türen“. Außerdem war ich gerne zusammen mit Bengt gereist. Wir verbanden uns erneut und sehr intensiv und arbeiteten seither zusammen.

Ich konnte beobachten, wie die Kraft des Heiligen Geistes in diesem Dienst wirkte, um Menschen zu helfen, ihr Leben veränderte, ihren Körper heilte und sie befreite. Alle Ehre sei Gott!

Im Herbst 2020 reisten wir nach Albanien, um an einer 30-Jahr-Feier der Verkündigung des Evangeliums in diesem Land teilzunehmen. Bengt predigte bei einer Konferenz mit Direktübertragung aus einer Gemeinde. Außerdem lud man Bengt in die beliebteste Sendung des größten säkularen Fernsehsenders ein. Er sollte mitteilen, warum „ein schwedischer Mann während des Kommunismus nach Albanien geht, um dort das Evangelium zu predigen“.

Auf der festlichen Konferenz mit vielen Gemeindeleitern aus ganz Albanien und der Kirche in Tirana geschah etwas Besonderes. Sie wollten Gott ihre Dankbarkeit zeigen, indem sie Seinen Diener für dessen Gehorsam bei der Verkündigung des Evangeliums in ihrem Land ehrten. Bengt wurde der Titel „Glaubenskämpfer” mit einer kristallenen Gedenktafel verliehen und man dankte ihm, dass er mit dem Evangelium

Christi nach Albanien gekommen war. Das war natürlich eine große Ehre, erinnerte aber auch daran, was Gott durch jeden von uns tun kann, wenn wir Seinem Wort gehorsam sind und tun, was Er uns aufträgt.

Ich hoffe, dass dieses Buch dich ermutigt und dazu herausfordert, dem nachzugehen, was Gott für dein Leben vorbereitet hat. Dies erfordert deine Mitarbeit; ohne dem Willen Gottes nachzujagen, wird es nicht geschehen.

Es erfordert einige Mühe und Disziplin, Gottes Plan zu entdecken und sich damit zu verbinden, doch jedem ist dies in Christus möglich. Im Geist des Glaubens!

Tor Holmgren, Partner bei Bengt Wedemalm Ministries

Vorwort

von Pastor Giorgio Mattioli

Bengt war einzigartig. Bei unserer ersten Begegnung begrüßte er mich mit einigen italienischen Worten und seinem typisch breiten Lächeln. Er gab mir das Gefühl, willkommen zu sein.

Wenn er predigte, berichtete er über seine Erlebnisse mit Gott und es war, als wäre man in die Apostelgeschichte hineinversetzt worden.

Bei seinen Missionseinsätzen geschahen Wunder über Wunder. Die Risiken waren hoch, aber die Antwort des Himmels war gewaltig. Bengts Mut bei der Verkündigung des Evangeliums ist meines Erachtens unerreicht.

Einmal erzählte mir Bengt von seinem Besuch in einer großen türkischen Moschee. Er bot dem Imam direkt auf der monumentalen Eingangstreppe die Stirn, indem er Jesus laut proklamierte. Der Wortwechsel wurde immer lauter, bis sie sich regelrecht anbrüllten. Plötzlich hielt der Imam inne und

gestand Bengt, er sei von seinem Mut beeindruckt, denn bei den ihm bekannten Christen sei dies nicht üblich.

Bengt erzählte mir von einer weiteren Begebenheit in Zagreb. Zur kommunistischen Zeit Jugoslawiens predigte er auf einem Platz in Zagreb und man forderte ihn zum Verlassen des Landes auf, wenn er keine Verhaftung riskieren wolle. Er verließ das Land, besorgte sich aber im Handumdrehen einen neuen Pass und schon bald predigte er wieder auf genau diesem Platz. Vor ein paar Jahren, als wir zusammen in Zagreb waren, zeigte er mir diese Stelle.

Der Herr befähigte Bengt, viel Frucht für das Reich Gottes hervorzubringen. Ich hatte das Privileg, eine Frucht zu erleben, und zwar die gesalbte Gemeinde, die durch Bengts Einsatz in Zagreb entstanden ist. – Ich bin glücklich, Bengt, den Apostel des Unmöglichen, persönlich gekannt zu haben.

Pastor Giorgio Mattioli

Pastor der Gemeinden „Gesu’ Fonte D’Acqua Viva“, Italien

Vorwort von Damir Šićko Alić

Ich kenne Bengt seit 1986. Wir trafen uns zum ersten Mal in Dubrovnik und reisten gemeinsam durch das ehemalige Jugoslawien, predigten das Evangelium auf der Straße und in einigen Gemeinden. Wir schliefen im selben Zelt und er versuchte, etwas Kroatisch zu lernen, während er mir gleichzeitig etwas Englisch beibrachte.

Fast jeden Tag denke ich noch an ihn und vermisse ihn sehr. Er war ein sehr guter Freund und Prediger des Evangeliums. Außerdem half er bei der Gründung unserer Gemeinde in Zagreb und war dabei, Gemeinden in ganz Kroatien ins Leben zu rufen.

Wenn uns Bengt Geschichten von seinen Reisen durch Europa und darüber hinaus erzählte, mussten wir immer lachen. Seine Berichte ermutigten uns, weil er immer auf Gott verwies, der ihm bei allen seinen Unternehmungen half. Deshalb bin ich sehr froh, dass er diese Erlebnisse nun in diesem Buch mitteilt. Beim erneuten Lesen können wir wieder lachen und werden erneut angespornt.

Eines geht mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich an ihn denke. Er hat den Herrn wirklich geliebt und Ihm aus reinem Herzen gedient. Im vollzeitlichen Dienst für Jesus stand er nicht wegen des materiellen Gewinns, und er war weder manipulierbar noch käuflich, sondern Bengt stand für seine Überzeugungen ein.

Zu Anfang meines Dienstes hatte ich kein Geld, aber Bengt organisierte Hilfe und Unterstützung für mich. So konnte ich mit ihm und seinem Team reisen. Als ich später die Gemeinde gegründet hatte, war er nicht an unserem Geld interessiert und stellte keinerlei finanzielle Forderungen an uns. Er diente Gott nicht für weltliche Reichtümer, sondern um des himmlischen Lohnes willen. In seinen Gedanken war er immer auf das Evangelium und die Gemeinde konzentriert. Ihn trieb in erster Linie an, was und wie wir etwas mehr oder besser machen könnten.

Ich kannte Bengt über 30 Jahre lang und habe ihn immer als einen Liebhaber Gottes gesehen, der aus reinem Herzen für den himmlischen Lohn arbeitete. Die Gemeinde braucht mehr Menschen wie ihn.

Ich bin sicher, viele von uns vermissen ihn hier auf der Erde, aber er kann jetzt seine himmlische Belohnung genießen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit vielen Menschen, und wir werden ihnen im Himmel erneut begegnen. Auf Bengt freue ich mich ganz besonders.

Damir Šićko Alić

Leiter des Gemeindenetzwerks „Wort des Lebens”, Kroatien

Vorwort von Pastor Juan Cano

Im Jahr 2000 holte ich einen Prediger vom Flughafen ab, den wir in unsere Duisburger Gemeinde eingeladen hatten. Da ich weder wusste, wer er war, noch wie er aussah, hielt ich ein Schild mit der Aufschrift: „Willkommen zur Ernte“ hoch. Die Türen öffneten sich und dieser große Mann kam auf mich zu. „Ich bin Bengt”, sagte er mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Genau in diesem Moment geschah etwas im geistlichen Bereich. Seit dieser Zeit waren wir miteinander verbunden.

Jedes Mal, wenn Bengt uns besuchte, ob es damals in Deutschland war oder später hier in Spanien, empfanden wir als Familie und sogar als ganze Gemeinde, dass er ein Teil von „Pasion por Cristo“ war. Er erlebte unser Wachstum mit und sagte mir, als ich noch in Deutschland war, Folgendes: „Geh nach Spanien, dort wird dein Dienst explodieren.“ Er hatte völlig Recht. Er hatte uns von Anfang an im Blick – als wir bescheiden anfingen, bis zu dem Moment, als der Herr uns in Seiner Gnade mit einer großen Zahl von Menschen gesegnet hatte, die wir alle tauften. Er erlebte das Gemeindewachstum, wie unser Radiosender begann ... Bengt war die ganze Zeit über dabei.

Er war ein Mann des Glaubens, ein Mann des absoluten Glaubens. Auf ihm lag die gleiche Salbung und der gleiche Geist wie zuvor auf Lester Sumrall und davor auf Smith Wigglesworth. Bengt und ich spürten immer, wie gleichgesinnt wir waren, uns im selben Geist und in der gleichen Salbung bewegten. Bei jedem Telefonat sprachen wir zuerst 20-30 Sekunden lang in Zungen, bevor wir verständlich redeten. Und warum? Weil wir immer diese Gemeinschaft und Einheit im Geist spürten. Er war Teil der Gemeinde „Pasion por Cristo“; die ganze Gemeinde liebte und respektierte ihn. Bis zum heutigen

Tag hatte bei uns nur er die Gabe, Wunder zu wirken – wie in 1. Korinther 12:10 beschrieben –, was viele andere Pastoren bestätigen. Auch bewegte sich Bengt Wedemalm einzigartig in der Gabe der Heilung. Er hatte nicht nur den Glauben, sondern die besondere Heilungsgabe. In der Gemeinde betete er beispielsweise für Kinder mit Kopftumoren und sie wurden geheilt. Mütter holten ihre sterbenskranken Kinder auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus und brachten sie in die Gemeinde. Man brachte sie noch mit all den Schläuchen an die lebenserhaltenden Maschinen angeschlossen in den Armen ihrer Mütter. Bengt Wedemalm betete für sie und sie wurden sofort geheilt. Ich konnte auch die Heilung einer blinden Frau miterleben. Die Farbe trat in ihre Augen zurück und sie konnte wieder sehen. Dies habe ich mit eigenen Augen beobachtet. Beeindruckend! Gott, der Vater, benutzte Bengt auf eine Art und Weise, die wir bis dahin noch nicht erlebt hatten. Wir hatten nicht die gleiche Kraft, Autorität und den Glauben wie Bengt. Er wird immer in unseren Herzen sein und wir bedauern sehr, dass er gegangen ist, um beim Herrn zu sein.

Bengt setzte sehr hohe Standards bezüglich Integrität. Er lebte völlig in der Furcht und Heiligkeit des Herrn. Welch erstaunliche Liebe für das Wort Gottes. Und er hatte bemerkenswerte Offenbarungen.

Meine Frau Victoria und ich liebten Bengt. Bei jedem seiner Besuche verbrachten wir gerne mit ihm Zeit als Familie und sprachen über den Herrn und den Dienst. Ich danke dem Herrn für Bengts Leben, für diesen absolut loyalen und aufrechten Mann, freundlich und bescheiden, aber voll der Kraft des Heiligen Geistes.

Für mich ist es ein echtes Privileg, diese Worte zu sagen, denn er war einer jener Generäle Gottes, die wir heute mehr denn je brauchen. Bengt als Freund, als Vorbild und als Mann Gottes kennengelernt zu haben, ist für mich ein Schatz, für den ich dem Herrn danke. Er hat in mir den Wunsch geweckt, nach Israel zu

gehen und das Volk Israel zu ehren. Wenn unsere Gemeinde „Pasion por Cristo“ heute nach Israel reist, dann, weil Bengt dieses Verständnis für Israel in uns geweckt hat. Mit Bengt haben wir mehrere Reisen dorthin unternommen, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Gott segne seine Familie und Freunde. Dieser Mann hat bei uns allen seine Spuren hinterlassen.

Gemeinde „Pasion Por Cristo”, Madrid

Ich hoffe und bete, dieses Buch möge ein Segen für dein Leben sein. Ich bete, der Geist des Glaubens möge in deinem Leben geweckt werden und dich zu einem Menschen machen, welcher das Werk fortsetzt und noch Größeres zu Gottes Ehre tut!

Bengt

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Rumänien

„Brüder, ich glaube, der Herr teilt uns mit, wir sollten Rumänien so bald wie möglich verlassen!“, sagte ich zu meinen beiden Freunden.

Während der vergangenen Woche waren Micael Lundin, Bo Sander und ich durch Rumänien gereist, um zu predigen und Videoaufnahmen zu machen. Dabei lag der Schwerpunkt auf der laufenden Erweckung in den Untergrundgemeinden und der heftigen staatlichen Verfolgung. Trotz der zahlreichen Versuche der „Securitate“, der rumänischen Geheimpolizei, uns aufzuhalten und zu verhaften, war es eine gute Zeit gewesen. Wir mussten durch Hintertüren von Gemeinden und Hotels fliehen, weil die Securitate an der Eingangstür oder in der Lobby auf uns wartete.

Dies ereignete sich Ende November 1989, nur zwei Wochen vor Beginn der Revolution in Timisoara, die zum Sturz der kommunistischen Diktatur und zur Hinrichtung von Nicolae und Elena Ceausescu führte.

Wir folgten dem, was wir für die Führung Gottes hielten, und fuhren mit unserem Mietwagen schnellstens zur Grenze von Rumänien und Ungarn. Nach stundenlangem Verhör ließen uns die Zollbeamten passieren. Sie waren sehr aufgebracht über die Videoproduktionen von Bo Sander und leider beschlagnahmten sie einige davon. Ich war das alles schon gewohnt; dies war also „wie üblich“.

Eine Stunde später wurde uns klar, wir gehörten zu den letzten, die Rumänien verließen, bevor die Grenzen wegen landesweiter Unruhen für fast einen Monat geschlossen wurden!

Etwa sechs Wochen danach besuchte ich wieder eine der Gemeinden in Bistrita, wo ich während unserer letzten Reise gepredigt hatte. Ich wurde wie ein Prophet empfangen, und es schien, als sei die ganze Stadt in die Gemeinde gekommen.

Der Pastor sagte mir: „Letztes Mal hast du davon gesprochen, dass Gott Rumänien retten wird. Außerdem hast du uns sogar ein Lied beigebracht: ‚Rumänien wird gerettet’. Das war ein prophetisches Wort und Lied. Denn es geschah nur ein paar Tage nach deiner Abreise. Rumänien ist gerettet.“

In Bistrita verbrachten wir einige großartige Tage, denn viele Menschen lernten den Herrn Jesus kennen.

Mit dem Umsturz im Herbst 1989 begannen aufregende „Zeiten der Veränderung“.

In den folgenden Jahren besuchte ich Rumänien immer wieder und später war es eine große Freude, an größeren Orten unter freiem Himmel predigen zu können. Die Zeit der Untergrundgemeinden war beendet.

Insbesondere erinnere ich mich an eine Veranstaltung in der Stadt Marghita im Nordwesten Rumäniens. Per Brief erhielt ich die Einladung, eine Evangelisation im Fußballstadion durchzuführen. Die Gemeinde versprach, sich um die gesamte Werbung und alle praktischen Dinge rund um die Veranstaltung zu kümmern. Vor einer Zusage erkundigte ich mich normalerweise bei jemandem und sprach auch mit Pastoren und Organisatoren. Diesmal tat ich das aber nicht.

Ende des Frühjahres 1990 reiste ich zusammen mit dem befreundeten Journalisten Thomas Arnroth dorthin. Völlig überrascht sah ich in der Stadt keinerlei Plakate oder Transparente mit Werbung für unsere Veranstaltung. Die Evangelisation sollte am Tag nach unserer Ankunft beginnen.

Als wir mit den verantwortlichen Pastoren zusammenkamen, sagten sie in einem sehr gebrochenen Englisch, sie glaubten, Gott würde die Menschen ohne ihr Zutun zu den Gottesdiensten schicken.

Ich erkundigte mich nach dem Übersetzer. Daraufhin lächelte der Hauptpastor und sagte: „Ihr seid doch Charismatiker? Ihr sprecht einfach in Zungen und es wird Rumänisch sein. Ganz einfach!“

Nun bedauerte ich, nicht schon vorher jemanden zur Sondierung geschickt zu haben. Ich bat dringend um einen Übersetzer und am Abend vor der Veranstaltung begann man mit der Suche nach diesem.

Zwar bin ich ein charismatischer Prediger und spreche auch in anderen Zungen, wie es die Bibel lehrt. Ebenso habe ich erlebt, wie mir der Heilige Geist die besondere Gabe der Zungenrede gibt, in der ich in einer anderen, mir nicht bekannten Sprache rede und eine Botschaft weitergebe. Einmal geschah dies vor ein paar Jahren in Hamburg. Ich predigte in einem unserer damals regelmäßigen Gottesdienste im „Tanzsaal an der Alster“. Am Ende des Gottesdienstes fühlte ich mich gedrängt, laut in Zungen zu beten. Dann bemerkte ich, wie sich das Sprachengebet plötzlich in eine wunderschöne Sprache verwandelte. So betete ich etwa fünf Minuten lang, als eine Frau auf mich zu rannte, niederkniete und mich auf Englisch fragte: „Warum kennst du meine Sprache?”

Ich sah sie an und fragte: „Welche Sprache?“

Sie antwortete: „Persisch! Ich komme aus Teheran. Vor ein paar Minuten stand ich noch vor dem Raum und betete: ‚Gott, wenn du der Gott der Christen bist, dann sprich bitte zu mir in einer Sprache, die ich verstehe.‘ Dann bin ich hereingekommen und habe mich hingesetzt. Ein paar Minuten später habe ich gehört, wie du mir eine persönliche Botschaft auf Persisch gegeben hast, sogar mit dem Akzent, den wir in dem Teil von

Teheran, aus dem ich stamme, sprechen. Jetzt weiß ich, dass Jesus Gott ist, und ich möchte Ihm nachfolgen.”

Was für ein Erlebnis! Ich bin ein Schwede, der in England lebt, nach Deutschland reist und dort eine Botschaft auf Persisch spricht. Alles ist möglich und kann geschehen, wenn ich mit Jesus gehe.

In Marghita konnte Pastor Guntha einen englischsprechenden Mann ausfindig machen, der dann im Fußballstadion als mein Dolmetscher fungierte. Er war als Professor an einer Hochschule angestellt und Experte der englischen Sprache. Jedoch war er weder Christ noch besaß er jegliche Bibelkenntnisse. Trotzdem willigte ich ein, mit ihm zu arbeiten, und wir trafen uns ein paar Minuten vor dem ersten Abendgottesdienst. In Wirklichkeit handelte es sich bei dem Fußballstadion lediglich um ein Feld neben dem Gemeindegebäude ...

Der Professor war für den Abend herausgeputzt und rauchte bei unserem Treffen nervös eine Zigarette. Ich begrüßte ihn, gab ihm ein paar Anweisungen und sagte: „Denken Sie nicht nach – einfach sprechen; und bitte, sehen Sie fröhlich dabei aus!“

Auch ohne Werbung kamen viele Leute und es war eine Freude, dies zu erleben. Ich begann zu predigen. In den ersten Minuten fiel dem Professor die Übersetzung schwer, aber nach einiger Zeit wurde er lockerer. Es war ermutigend, wie viele auf den Aufruf zur Errettung reagierten und dann zu hören, wie der Professor übersetzte und sie zusammen mit mir ins Gebet führte.

Als Menschen geheilt wurden, schien der Professor schockiert zu sein.

Der erste Abend war ein Erfolg und am nächsten Abend kamen noch mehr Menschen. Die gesamte erste Reihe war mit der Familie des Professors besetzt. An diesem Abend war er freier und folgte mir sogar auf der Bühne, wenn ich mich bewegte. Ich sprach ein paar Worte der Erkenntnis und sah plötzlich,

wie der Professor die Bühne verließ. Zusammen mit einigen Familienmitgliedern stand er winkend und schreiend vor der Bühne. Er rief mir zu: „Meine Schwester wurde geheilt! Völlig geheilt! Seit Jahren hat sie gelitten! Bengt, es ist fantastisch!“

Er war völlig aufgelöst und man konnte ihn kaum dazu bewegen, wieder auf die Bühne zu kommen. Wir erlebten einige starke Wunder und immer mehr Menschen kamen zu den Gottesdiensten. Nach dem letzten Abend bat der Professor, ein privates Gespräch mit mir zu führen.

Er sagte: „Ich habe diese Woche viele wunderbare Worte gehört, aber ich habe auch gesehen, dass die Worte echt sind. Ich bin sicher, dass Jesus lebt. Kannst du mich jetzt bitte in das Gebet zur Errettung führen?“

Ein Jahr später besuchte ich Marghita wieder. Der Professor und seine Familie waren nun Mitglieder der Gemeinde und er wartete darauf, mich abermals zu übersetzen.

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