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Originally published in the USA by:

e Miracle of the Scarlet read Expanded Edition

Copyright © 2017 – Dr. Richard Booker

Deutsche Übersetzung © 2023

ISBN 978-3-98602-060-6 Alle Rechte vorbehalten.

Pferdemarkt 1 D – 31737 Rinteln Fon (05751) 7019 229 info@king2come.de www.king2come.de

1. Auflage, Februar 2023

Die Bibelzitate sind in der Regel der Revidierten Elberfelder Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, entnommen. Folgende weiteren Bibelübersetzungen kamen zum Einsatz (im Text jeweils mit den Kürzeln in den Klammern gekennzeichnet):

• Hoffnung für alle® (HFA): Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®, Brunnen Verlag, Basel, Gießen.

• Luther Bibel, 2017 (LU): Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers, revidierte Fassung, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2016.

• Schlachter 2000 (SLT): Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft

Der Alte Bund 72

Die Zeremonie wird beschrieben 73

Das Siegel der Beschneidung 77

Austausch der Namen 77

Doch Abraham hat keinen Sohn 77

Abrahams Glaubenstest 78

Der Test 79

Abraham opfert Isaak 80

Eine Braut wird erwählt 82

Rückblick 82

Was glaubte Abraham? 83

Der Neue Bund 83

Eine übernatürliche Geburt 84

Die Bundesverheißungen halten 85

Der vollkommene Ersatz 85

Jesus, die Auferstehung 86

Die himmlische Braut 86

Die wahren Kinder Abrahams 87

Das Kind Gottes 87

In den Bund eintreten 88

Die Stiftshütte 91

Hintergrund 91

Gottes Visitenkarte 92

Der Bund wird neu bestätigt 93

Das Alte und das Neue 95

Der Alte Bund 96

Die irdische Stiftshütte 96

Der Neue Bund 106

Sein Blut reicht aus 113

Gemeinschaft nicht Vaterschaft 115

Das Heiligtum 116

Der goldene Leuchter 116

Der Schaubrot-Tisch 118

Der Räucheraltar 119

Das Allerheiligste 120

Die Bundeslade 121

Der Bund währt ewig 123

Die Opfer 127

Rückblick 127

Eine Nation voll des Lammes 193

Das Bundesmahl 194

Eine Hausreinigung 194

Teilnahme an der Mahlzeit 195

Der Becher 195

Das Brot 197

Das Passahfest im Tempel 197

Tempellämmer 198

Zum Passahfest kommen 199

Jerusalems Schlachthaus 199

Der Neue Bund 200

Das Mahl im Neuen Bund 202

Das Lamm am Kreuz 203

Blut und Wasser 205

Es ist ein Fest 206

Das Lamm auf dem Thron 207

Der König kommt 208

Die Bestimmungen des Bundes 209

Es gibt nur ein Lamm 210

Eine geistliche Hausreinigung 211

Der Türschwellen-Bund 215

Rückblick auf das Passahfest 216

Ein blutiges Türbündnis 218

Beispiele für den Türschwellen-Bund 220

Die Heiligkeit des Türschwellen-Altars 222

Der Türschwellen-Blutsbund und die Ehe 224

Die Türschwelle überqueren 225

Die Türschwellen-Blutweihe 226

Symbole des Türschwellen-Blutsbundes 226

Das Symbol der roten Hand beim Bund 228

Der größere Türschwellen-Überquerungsbund 229

Der Salzbund 237

Die Bedeutung von Salz 238

Salz in der Bibel 241

Salz und Blut 241

Der Salzbund bei heiligen Opfern 242

Der Salzbund in der Priesterschaft 245

Der Salzbund im Königreich 247

Der Gebrauch von Salz gegen böse Geister 248

Salz als Segen und als Fluch

Eine

Danke

Meine Liebe und Dankbarkeit gelten folgenden Personen: Den Lesern des Manuskripts mit ihren hilfreichen Anmerkungen und wichtigen Ermutigungen.

Peggy, meiner Frau und Gefährtin seit über 50 Jahren, für das erste und zweite Tippen des Manuskripts. Ich bin sehr dankbar für ihre Freundschaft. Viele Frauen haben Hervorragendes geleistet, aber sie übertrifft alle. Voller Liebe widme ich ihr dieses Buch.

Auch möchte ich meinem vertrauten Freund Randy McLemore danken, der am 29. Juni 2002 zum Herrn ging. Randy liebte dieses Buch, verschenkte viele Exemplare und half bei der Verbreitung seiner Botschaft. Alle, die ihn kannten und liebten, vermissen ihn sehr. Bei Randys Beerdigung trugen seine Sargträger einen scharlachroten Faden an ihrem Revers. Damit wollten sie bezeugen, welchen Einfluss dieses Buch auf ihr Leben hatte. Sie legten Wert darauf, dass ich es sah und erklärten, warum sie ihn trugen. Wow!

Meine Begegnung mit Gott

DIE GESCHICHTE VOM WUNDER DES BLUTROTEN FADENS

Mit dieser Ausgabe feiern wir das 35. Jubiläum der Erstveröffentlichung des Buches Das Wunder des blutroten Fadens. Und dieses Vorwort macht deutlich, dass dies wirklich ein Wunder ist. Ich möchte meinen lieben Freunden im Verlag Destiny Image für ihre Mitarbeit bei der Publikation dieser Jubiläumsausgabe danken.

Um den Herrn insbesondere für Seine Treue zu ehren, habe ich mein persönliches Zeugnis hinzugefügt. Darin beschreibe ich meine Begegnung mit Gott und wie diese Geschichte über das Blut des ewigen Bundes zu einem Buch wurde. Ich hoffe, es wird dich segnen zu lesen, wie ein außergewöhnlicher Gott das Leben eines gewöhnlichen Menschen verändern kann.

Ich habe auch zwei wichtige Kapitel über den Türschwellen-Bund und den Salzbund hinzugefügt. Das Schreiben dieser Kapitel hat mich völlig begeistert und motiviert. Immer wieder sagte ich: „Wow, Herr, Du bist großartig.“ Ich bete, dass du beim Lesen die gleiche Offenbarung und Freude erlebst wie ich.

Im Laufe der Jahre fragten viele Menschen nach einem Studienbuch für Das Wunder des blutroten Fadens. Ich freue mich, nun mitteilen zu können, dass ich ein separates Studienbuch für den Einzel- und/oder Gruppengebrauch geschrieben habe. Es ist ein einfach zu handhabender Leitfaden, der dich tiefer in diese dynamische, lebensverändernde Geschichte führt.

Auf deiner Suche nach mehr Erkenntnis von Gott trägt das Studienhandbuch dazu bei, die Offenbarung dieser Lehre in dir lebendig werden zu lassen.

Leitest du eine Studiengruppe oder liest und studierst du alleine, so hoffe ich, dass du dir ein Exemplar besorgst und es parallel zu diesem Buch liest. Du kannst das Studienhandbuch direkt in meinem Online-Shop unter www.rbooker.com bestellen.

DIE OFFENBARUNG ÜBER DAS BLUT

Als ich in einer Gemeinde in Wisconsin aus dem Wunder des blutroten Fadens lehrte, kam eine Frau auf mich zu, um mir ihr Zeugnis mitzuteilen. Sie erzählte mir, sie hätte den Herrn um eine Offenbarung über die Macht Seines Blutes gebeten. Und auf folgende Weise erhörte Gott ihre Bitte:

Kurze Zeit nach diesem Gebet musste sie operiert werden. Während des Eingriffs versagte die Maschine, an der sie angeschlossen war. Anstatt Blut in ihren Körper zu pumpen, entzog sie diesem das Blut. Das lebensspendende Blut verließ ihren Körper und sie spürte, wie sie immer schwächer wurde.

Sie war dem Tode schon nahe, als der Arzt die Situation erkannte. Er stellte die Maschine so ein, dass sie ordnungsgemäß arbeitete. Als ihr Blut wieder in ihren Körper zurückfloss, spürte sie, wie ihr Leben zurückkehrte. Mit jedem Tropfen des lebensspendenden Blutes, das wieder in ihren Körper strömte, wurde sie zunehmend stärker. Dann offenbarte ihr der Herr, sie hätte gerade die Kraft Seines Blutes erlebt.

Das Leben des Leibes, so erinnert uns 3. Mose 17:11, liegt im Blut. Wir können nicht leben, wenn kein lebensspendendes Blut durch unseren Körper fließt. Nun ist aber das menschliche Blut verdorben und nur das Blut Jesu ist rein und trägt das Leben Gottes in sich. Johannes sagte dazu:

Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Johannes 1:14

Gottes Volk ist Christi Leib auf Erden. Sein Geist lebt in denen, die im Blutsbund mit Ihm stehen. Geistlich gesprochen, gibt uns

Meine Begegnung mit Gott

der Geist Gottes eine Bluttransfusion, die unser verdorbenes, menschliches Lebensblut durch das göttliche Lebensblut Jesu ersetzt. Er ist in uns und wir sind in Ihm. Fließt jedoch Sein Blut aus uns heraus, werden wir geistlich schwach und tot sein.

Uns ist bekannt, dass die Gemeinde Jesu im Westen schwach, blutarm und kränklich ist. Viele Prediger haben Jesu Blut aus ihren Botschaften entfernt und uns eine kraftlose Transfusion mit Unterhaltung, Wohlfühlen und Selbsthilfe gegeben. Folglich ist ein Großteil der organisierten Gemeinde im Westen dem Tode nahe.

Das Volk Gottes kann nur wiederbelebt werden, wenn das Blut Jesu geistlich in unser Leben zurückgepumpt wird. Eine Transfusion und Offenbarung Seines Blutes wird uns zu einem gottgefälligen Leben befähigen. Sie wird unser Leben und das Leben der uns umgebenden Menschen verändern. Nur dies wird die Gemeinde und Zivilisation im Westen vor dem sicheren geistlichen Tod bewahren.

Das Wunder des blutroten Fadens erklärt, wie ich dies in meinem Leben erfahren durfte. Ich bete, der Herr des Himmels möge dieses Buch benutzen, um „das Blut Jesu“ geistlich in dein Leben „zu pumpen“. Denn so kannst du in der Kraft Seines lebensspendenden Blutes wandeln. Wenn dich dieses Buch segnet, gib es bitte an deine Familie, Freunde und andere weiter, die ebenfalls diese Offenbarung und Erfahrung auf ihrem Lebensweg brauchen.

MEIN EIGENES ZEUGNIS

1974 hatte ich eine Begegnung mit Gott und eine Offenbarung des Blutes Jesu, was mein Leben für immer veränderte. Warum Gott mich für eine göttliche Aufgabe vorbereitet und ausgewählt hat, weiß ich nicht. Denn ich betrachte mich als einen normalen, alltäglichen Amerikaner, der ein normales, alltägliches amerikanisches Leben führt und sehe mich nicht als etwas Besonderes. Ich hatte keine Ahnung, dass ich zu einem

bestimmten Zweck geboren wurde oder Gott einen Plan für mein Leben hatte. Kommt dir das bekannt vor? Weißt du, warum du geboren wurdest oder welchen Plan Gott für dein Leben hat?

Heute habe ich Geburtstag. Gerade als ich den letzten Satz beendet hatte, überreichte mir jemand eine Geburtstagskarte. Ich öffnete sie und las Folgendes: „Du wurdest von einem liebenden Gott zu Seinem besonderen Zweck geschaffen. Möge der heutige Tag eine Feier Seines wunderbaren Planes für dich sein.“ Man könnte denken, dies sei nur ein Zufall. Doch, nachdem ich über 40 Jahre lang mit Gott unterwegs bin, glaube ich stattdessen, dass diese Geburtstagskarte tatsächlich von Ihm stammte.

Früher verbrachte ich ein arbeitsreiches Leben und tat alles, was Amerikaner so tun. Ich dachte überhaupt nicht daran, eines Tages meine erfolgreiche Karriere aufzugeben, um ohne eine Einkommensquelle aus der Bibel zu lehren und christliche Bücher zu schreiben. Ich war nur ein Geschäftsmann, der sich auf die Suche nach Gott machte.

Die Bibel spricht sogar von den unvorhergesehenen Plänen Gottes für uns. Der Apostel Paulus erlebte sicherlich eine göttliche Überraschung. Er schrieb aus eigener Erfahrung:

Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Uns aber hat Gott es offenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes 1. Korinther 2:9-10

Die meisten Menschen sind auf der Suche nach Gott, suchen aber an den falschen Stellen. Und sie wissen nicht einmal, dass sie nach Ihm suchen. Vielleicht haben sie viel erreicht, erkennen aber, in ihrem Leben fehlt etwas. Ihnen mangelt nicht das gewisse Etwas, sondern Gott.

Doch es gibt gute Nachrichten: Suchst du wirklich und aufrichtig nach Gott, wirst du Ihn letztendlich finden. Dieses Versprechen wird uns im Buch Jeremia gegeben.

Meine Begegnung mit Gott

Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt …

Jeremia 29:13 (Hfa)

Gott offenbart sich nicht dem zufälligen Sucher. Aber sehnst du dich verzweifelt nach Ihm und bist bereit zu tun, was Er dir sagt, wird Er sich dir offenbaren.

DIE STRASSE NACH EMMAUS UND DAS 3. BUCH MOSE

Gott offenbarte sich mir, als ich die Bibel in 3. Mose zu lesen begann. Wahrscheinlich ist dies nicht dein Lieblingsbuch in der Bibel, sondern steht eher ganz unten auf deiner Liste. Aber es ist mein Favorit, weil ich dort Gott begegnet bin. Denn beim Studieren dieses Buches hatte ich ein Emmaus-Erlebnis. Was meine ich mit einer solchen Erfahrung?

Du erinnerst dich, Jesus erschien nach Seiner Auferstehung zwei Seiner Jünger auf dem Weg zum Dorf Emmaus. Sie hielten Jesus für den Messias, hatten aber bei Seiner Kreuzigung alle Hoffnung verloren. Sie wussten nicht, dass Er von den Toten auferstanden war. Und als Er ihnen erschien, erkannten sie Ihn nicht. Er war der letzte Mensch, von dem sie dachten, sie würden Ihn jemals lebend wiedersehen.

Doch dann offenbarte Jesus ihnen, dass das Alte Testament (die Hebräische Bibel) ein Bild von Ihm ist. Lukas erklärt:

Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn; und er wurde vor ihnen unsichtbar. Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften öffnete? Lukas 24:31-32

Und dann teilten die beiden Jünger gemäß Lukas anderen mit, was der Herr ihnen aufgetragen hatte (Lukas 24:35).

Durch Seinen vorherbestimmten Plan führte Gott mich als dritten Jünger auf der Straße nach Emmaus. Mit anderen Worten: Gott ließ mich an der Lehre teilhaben. Er ließ mich hören, was Jesus zu den beiden Jüngern sagte. Und dies geschah, als ich gerade 3. Mose studierte, und zwar so schnell, dass ich es nur als Himmelssekunde erklären kann. Ein augenblickliches, helles Bild leuchtete auf wie das Blitzlicht einer Kamera. Um es in der Computersprache auszudrücken: Gott lud die gesamte Bibelgeschichte in einem Nu in meinen Geist herunter. Ich sah in einer visuellen Offenbarung, dass die Hebräische Bibel (das Alte Testament) ein Bild von Jesus war und wie alle Teile der Bibelbücher zusammenpassen. Der Herr öffnete meine geistlichen Augen, um durch Offenbarung zu sehen, was ich durch das Studium allein nicht erkennen konnte.

EINE BEGEGNUNG MIT DEM ALLMÄCHTIGEN

Himmlische Begegnungen mit irdischen Begriffen zu erklären, ist sehr schwierig. Menschliche Worte lassen uns da im Stich. Ich kann es nur wie folgt ausdrücken: Die Offenbarung des Wortes Gottes brannte in meinem Herzen. Es ging nicht nur um Wissen oder Information, sondern um Offenbarung – denn Gottes geoffenbartes Wort trägt Gottes Leben in sich. Die lebendigen Worte des lebendigen Gottes sprangen mir von den Seiten der Bibel entgegen und wurden in mir lebendig. Sein Leben manifestierte sich in mir, durch mich und aus mir heraus. Mit anderen Worten, ich erhielt eine geistliche Transfusion mit dem Blut Jesu.

Diese Offenbarung brennt seit über 40 Jahren in meiner Seele. Ganz gleich, was ich in meinem Leben erfahre – Gutes oder Schlechtes, Freude oder Traurigkeit, Glück oder Enttäuschung –, diese Offenbarung stärkt mich und motiviert mich, den Kurs zu halten, das Rennen zu laufen und den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen. Und wie die beiden Jünger auf dem Weg nach

Emmaus hat mich der Eifer Gottes dazu gebracht, weiterzugeben, was der Herr mich gelehrt hat.

Dieses Brennen des Geistes war nicht nur in meiner Seele, sondern auch in meinem Körper. Vor dieser Erfahrung wusste ich absolut nichts über das Übernatürliche und mir wurde sogar von Pastoren gesagt, dass Gott keine Wunder mehr tut. Ich entdeckte jedoch Folgendes: Bei einer Begegnung mit dem Allmächtigen kann man mit ungewöhnlichen, übernatürlichen Erscheinungen rechnen. Denke nur einmal darüber nach, welch „außerweltliche“ Erfahrung es sein muss, wenn sich der allmächtige Gott einem Menschen offenbart. Der Himmel kommt herab und die Herrlichkeit erfüllt deine Seele. Ich spreche hier nicht von Religion und nicht einmal von „gerettet werden“, sondern von einer Begegnung mit dem Schöpfer des Universums.

Alle Menschen in der Bibel, die eine Begegnung mit dem lebendigen Gott hatten, waren völlig aufgelöst. Wenn Gott erscheint, verändert sich alles. Deine Welt wird auf den Kopf gestellt. Nichts wird je wieder so sein wie vorher. Sinn, Zweck und Ausrichtung deines Lebens werden für immer festgesetzt. Für die Ungläubigen kann ich nur Folgendes sagen: Ein Mensch, der eine Begegnung mit Gott hatte, wird niemals mehr jemandem ausgeliefert sein, der nur eine Lehrmeinung über Gott hat und darüber streiten will.

Die Kraft des geoffenbarten Wortes Gottes explodierte aus meinem Geist in meine Seele hinein und manifestierte sich in meinem Körper wie Feuer. Manchmal waren meine Hände so heiß, dass ich dachte, ich würde verbrennen. Ich versuchte, meine Hände mit kaltem Wasser zu kühlen. Aber das half nichts, denn das Feuer kam von innen. Ich wusste, käme jemand in meine Nähe, würde er das heilige Feuer des Geistes Gottes sehr konkret spüren können. Nun ist dies kein normales Erlebnis, aber gewiss ist es biblisch.

Johannes der Täufer sagte, Jesus würde uns mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen (siehe Matthäus 3:11). Die Bibel spricht vom Gewicht der Herrlichkeit Gottes (siehe 2. Korinther 4:17). Meine Begegnung mit Gott

Was ist damit gemeint? Es bedeutet, das begrenzte Geschöpf kann nicht zu viel Offenbarung und Manifestation des unbegrenzten Schöpfers ertragen. Als Gott beispielsweise auf dem Berg Sinai erschien, war Seine Gegenwart zu viel für das Volk. Sie baten Mose, für sie mit Gott zu sprechen (siehe 2. Mose 20:19).

Bei meiner göttlichen Begegnung war das Gewicht Seiner Herrlichkeit so schwer, dass ich einige Male weder gehen noch stehen konnte. Ich kroch in meinem Haus umher und versuchte, zur Couch zu gelangen. Dabei konnte ich mich nur langsam auf meinen Ellbogen und Knien weiterziehen, um ein paar Meter voranzukommen. Dort angekommen, brauchte ich all meine Kraft, um mich auf die Couch zu rollen. Ich konnte nur noch regungslos daliegen, bis sich das Gewicht Seiner Herrlichkeit erhob. Ich konnte mich nicht bewegen. Diese Momente vergisst man nie.

Der grenzenlose Schöpfer kann den begrenzten Menschen nur ein wenig von sich offenbaren. Würde Er sich zu sehr manifestieren, müssten wir sterben. Da ich dachte, genau dies würde bei mir der Fall sein, versteckte ich mich unter meinem Schreibtisch und flehte Gott an, mir nicht noch mehr zu zeigen. Mir war, ich müsse explodieren. Glaube mir, genauso ist alles geschehen. Die Kraft Seines lebendigen Wortes war mehr, als mein zerbrechliches menschliches Fleisch ertragen konnte.

ALLES AUFGEBEN, UM SEINEM RUF ZU FOLGEN

Gott sei Dank weiß Er, was wir ertragen können. Und ich brauchte eine so starke Manifestation Seiner Gegenwart, damit eine so drastische Veränderung in meinem Leben stattfinden konnte. Ich bin für immer dankbar, dass Gott sich auch meiner Frau Peggy offenbarte. So hatte sie den Glauben an Gott und das Vertrauen in Ihn, um Seine Berufung auf uns anzunehmen. Es bedeutete, meine Karriere aufzugeben und ohne Geld und erkennbare Unterstützung auszukommen.

Meine Begegnung mit Gott

Mit 32 Jahren fand diese Begegnung statt, welche mein Leben für immer veränderte. Damals befand ich mich auf dem Höhepunkt meiner Karriere und genoss meine Position als Direktor des Weiterbildungsbereiches für Management-Informations-Systeme bei einer großen Ölgesellschaft in Houston, Texas. Aber begegnet man dem lebendigen Gott auf eine so eindrückliche Weise, ist alles unwichtig, was man früher schätzte. Augenblicklich verlor ich jegliches Interesse an meiner Karriere und meinem Job. Ich schaute mir keine Footballspiele mehr an, schaltete den Fernseher aus, und auch jede andere Ablenkung blieb auf der Strecke. Ich wollte nur noch „das Buch essen“. Mir war klar, ohne jede wache Minute in der Gegenwart Gottes zu verbringen, um Sein heiliges Wort zu studieren, könnte ich nicht weiterleben.

Da das Feuer Gottes in meinem Herzen so heiß brannte, konnte ich meinen Job nicht mehr ausführen. Peggy und ich begriffen, dass Gott mich zu einem Leben des Studiums und des Dienstes berufen hatte. Aber was sollten wir tun? Diese Arbeit wurde nicht besonders gut bezahlt. Ohne meine bisherige Arbeit hätten wir keine Aktien mehr, die wir verkaufen und keine Anleihen, die wir einlösen könnten, keine Abfindung oder Rente, nicht einmal irgendwelche Ersparnisse, keine Unterstützer und keine bekannte Geldquelle zur Bezahlung von Rechnungen. Obwohl es einen Unterschied zwischen Glauben und Einbildung gibt, gab uns der Herr den Glauben, Ihm für Seine Versorgung zu vertrauen, als wir

Seinem Ruf und Seinem Plan für uns folgten.

Damals gab es niemanden, der uns als Mentor zur Seite stand oder uns half, die dramatische Veränderung in unserem Leben zu verstehen. Natürlich begriffen die Leute nicht, wie ich so einfach meinen Job aufgeben konnte, ohne eine andere Einkommensquelle zu haben. Wir verstanden es auch nicht, aber das spielte keine Rolle. Der Eifer Gottes verzehrte uns und nur das zählte. Wie man so sagt: Vogel, friss oder stirb! Doch der Herr war gnädig und ermutigte uns mit folgender Schriftstelle:

Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.

Matthäus 6:33

Wir waren überzeugt, Gott wollte, dass ich die Bibel lehre und christliche Bücher schreibe. Zu Anfang sollte ich meine Erfahrung und Offenbarung über den Blutsbund mitteilen. In jenen Tagen verstanden nur wenige Christen die Dienstgabe des „Lehrers“. Wir verbrachten viel Zeit mit der Erklärung meiner Berufung. Da wir alles uns Bekannte und Vertraute verließen, brauchten wir Gottes Bestätigung. Diese erfuhren wir auf verschiedene Weisen. Eine davon war so klar, dass wir wussten, wir hörten von Ihm. Das ereignete sich folgendermaßen.

Als ich ein Buch von Frances Roberts mit dem Titel On the Highroad of Surrender (King‘s Farspan, Inc., 1973) in die Hand nahm und mir das Inhaltsverzeichnis ansah, wurde mein Blick wohl übernatürlich auf eine besonders inspirierende Thematik gelenkt. Diese lautete „Meine Worte können nicht warten“. Ich blätterte auf Seite 38 und las folgendes:

Die Stunde ist vorangeschritten, und die Zeit zum Dienen ist begrenzt. Zögere nicht, sondern beeile dich, das Werk zu vollenden. Ich habe noch eine andere Arbeit für dich, die nur auf die Beendigung der gegenwärtigen Aufgabe wartet. Tue das dir am nächsten Liegende. Ich bahne einen Weg für dessen Erfüllung, damit du nicht zögern und fragen musst, wie die Vorräte beschafft werden sollen. Hat dir jemals etwas in der Gegenwart gefehlt? Hast du nicht jedes Mal im Glauben an mich als deine einzige Hoffnung gehandelt? Ja, Kind, ich sage dir, geh voran. Die Verheißungen Gottes kennen keine Grenzen.

Meine Worte können nicht warten. Aber du bist damit in der Annahme umgegangen, als würde die Zukunft warten. Auf! Zögere nicht länger. Gehorche mir, und zwar schnell. Es gibt eine offene Tür, die sich schon bald schließen kann. Einige Herzen stehen kurz davor, sich in ihrer Entmutigung dem Irrtum zuzuwenden, wenn du nicht redest. Gib die

Meine Begegnung mit Gott

Botschaft weiter und vertraue mir, was ich daraus mache. Ich habe alles unter Kontrolle und werde den Lauf der Dinge lenken. Analysiere nicht die Situation, versuche auch nicht, dich vor Missverständnissen oder meine Worte vor Ablehnung zu schützen.

Sieh, der Geist begleitet das Wort. Du kannst wissen und darauf vertrauen, dass mein Geist das geschriebene Wort salbt. Er bringt Licht, Offenbarung und das Bekenntnis, dass Gott wirklich gesprochen hat. Gib dich hin und arbeite. Ich werde den Segen und den Lohn hinzufügen. Denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen und dir meine Worte gegeben. Auch werde ich nicht zulassen, dass sie beiseitegelegt werden, weder von dir noch von anderen. Erneuere deinen Glauben. Schau direkt auf mich. Ich werde dich ermächtigen und alles möglich machen, wenn du dich im Gehorsam bewegst.

Wow! Welch eine Antwort von Gott. Mit dieser Bestätigung schrieb ich Das Wunder des blutroten Fadens und viele andere Bücher. Diese hat Gott gemäß Seiner Zusage benutzt, um vielen Menschen Licht, Offenbarung und Ermutigung zu bringen. Obwohl es nie einfach war und es viele Hindernisse gab, ist Gott Seinem Wort treu geblieben. Er ist ein treuer, bündnishaltender Gott.

Beim Schreiben dieser Zeilen sind Peggy und ich seit 50 Jahren verheiratet und stehen seit über 40 Jahren im Dienst. Ohne Peggy hätte ich den Willen Gottes für mein Leben nicht verwirklichen können. Es gibt viele großartige Frauen auf der Welt, aber für mich ist sie die Größte. Unser gemeinsames Leben begann, als wir uns in der Silvesternacht 1964 bei einem Blind Date kennenlernten. Sogar unsere Namen sind prophetisch. Mein Name lautet Booker und ich schreibe Bücher. Peggys Mädchenname ist Harper und sie spielt Harfe.

Wir haben immer noch das gleiche Glaubensleben wie in jenen frühen Tagen und vertrauen darauf, dass Gott für unsere Bedürfnisse sorgen wird. Obwohl wir ohne Geld angefangen haben und immer noch von Tag zu Tag ohne bekannte Einkommensquelle

leben, wurden wir so gesegnet, dass wir Hunderttausende Dollar spenden konnten. Damit konnten wir anderen helfen und das Reich Gottes auf der Erde voranbringen.

DAS WUNDER DIESES BUCHES

Es gibt so viele Geschichten über die Treue Gottes, die ich gerne mit dir teilen würde. Das Wunder des blutroten Fadens hat seinen eigenen Werdegang. Der geistliche Widerstand gegen die Offenbarung der Macht Seines Blutes versuchte dieses Buch zu verhindern. Beispielsweise wollten Verlage ein Buch von mir, als einem unbekannten Autor, nicht veröffentlichen. Allein das Öffnen der Post geschah unter gespanntem „Atem anhalten“. Wir hatten Stapel von Ablehnungsschreiben und vorgedruckten Zurückweisungspostkarten. Das war zwar entmutigend, doch durch den Eifer Gottes angespornt, bemühten wir uns weiter und gaben nicht auf, das Buch in Druck zu bringen. Dies war nichts, was wir tun konnten oder wollten; stattdessen war es etwas, das wir tun mussten.

Als das Buch schließlich auf unsere Kosten veröffentlicht wurde, ging Das Wunder des blutroten Fadens durch die Hände verschiedener Verlage. Da einige von diesen in Konkurs gingen, war das Buch nicht mehr erhältlich. Eine Zeit lang war es in einem staubigen Lagerhaus eingeschlossen und unzugänglich. Andere Male wurden die Druckplatten des Buches zerstört oder 5.000 Exemplare waren falsch gedruckt und mussten vernichtet werden. Verstehst du, was geschah? Aber wie auch immer man es sieht, geistliche Kräfte wollen nicht, dass Menschen dieses Buch lesen. Sie fürchten die Kraft des Blutes Jesu.

Wir sind für immer dankbar, wie Gott dieses Buch benutzt hat, um das Leben von Tausenden von Menschen einschneidend zu beeinflussen. So sagte ein Freund: „Dieses Buch ist etwas völlig Neues.“ Die Tatsache, dass es nach 35 Jahren immer noch gedruckt wird, ist an sich schon ein Wunder. Aber Gott ist treu. Himmel

Meine Begegnung mit Gott

und Erde werden vergehen, aber Gottes Wort bleibt für immer. Wir freuen uns, dass Gott uns lange genug hat leben lassen, um die Früchte dieses Buches zu sehen. Denn wir bekamen von sehr vielen Menschen auf der ganzen Welt Rückmeldungen. Wenn dieses Buch auch für dich ein Segen ist, dann lasse es uns bitte erfahren.

Ich wollte dir diesen Hintergrund mitteilen, damit du etwas über den Autor und die Geschichte von Das Wunder des blutroten Fadens erfahren kannst. In diesem Buch habe ich nicht nur Informationen verarbeitet, sondern es entstand aus der Offenbarung und Manifestation Gottes. Er berief mich, dir mitzuteilen, was Er mir auf der Straße nach Emmaus zeigte. Ich hoffe, du wirst dadurch nicht nur die Geschichte der Bibel besser kennenlernen, sondern vor allem auch den Autor, der sie geschrieben hat, nämlich Gott selbst.

Nach all diesen Jahren und jetzt Jahrzehnten, betrachte ich mich immer noch als einen gewöhnlichen Menschen. Doch ich bin einem außergewöhnlichen Gott begegnet – und das kannst du auch. Ich bete, dass auch du beim Lesen und Studieren von Das Wunder des blutroten Fadens eine Begegnung mit dem lebendigen Gott hast. Möge Er dir mehr von sich offenbaren, und mögen Seine Worte mit Feuer und Kraft in dir lebendig werden. Mögen sie Licht und Offenbarung bringen und das Bekenntnis, dass Gott wirklich zu deinem Herzen gesprochen hat. Mögest du eine frische Transfusion des reinen, heiligen und Leben spendenden Blutes Jesu erhalten.

Vorwort

Hast du beim Bibellesen schon einmal die Hoffnung gehabt, dass alles einen Sinn ergibt? Aber dann hatte es weder Hand noch Fuß. Wahrscheinlich hast du mit 1. Mose angefangen und erwartet, dass sich die losen Enden beim Durcharbeiten schon zusammenfügen.

Doch auf deinem Weg bis zur Offenbarung geschah etwas Frustrierendes. Als du Kapitel für Kapitel durchgingst, fiel dir auf, die losen Enden passen nicht zusammen. Stattdessen wurden sie immer verworrener ... durch Rituale, Ereignisse, Bräuche und seltsame Vorgänge, die in kein Muster zu passen schienen.

Anstatt ein fertiges Kleidungsstück zu finden, das mit göttlicher Wahrheit zu einem gottgegebenen Muster gewoben ist, schienen lose Enden in alle Richtungen zu laufen und keine Ordnung war in dem Gelesenen erkennbar. Voller Verzweiflung gabst du auf.

Nun, so ging es mir. Ich war schon Christ, als ich die Bibel las, aber ich konnte alles nie ganz zusammenfügen. Besonders rätselhaft war für mich, wie die Hebräische Bibel (Christen nennen sie das Alte Testament) und das Neue Testament zusammenhängen, wenn überhaupt. Die Bibel schien aus zwei verschiedenen Büchern zu bestehen, die irgendwie unter einen Buchdeckel gesteckt wurden. Das habe ich laut nie so gesagt, grübelte aber darüber nach.

Beziehe ich mich ab jetzt auf die Hebräische Bibel, gebrauche ich den Ausdruck „Altes Testament“, denn dieser Name wird von den meisten Menschen beim Bezug auf den ersten Bibelteil verwendet. Damit will ich nicht sagen, die Hebräische Bibel sei veraltet und nicht mehr relevant oder durch das Neue Testament ersetzt worden. Sie ist nur in dem Sinne alt, weil sie chronologisch vor dem „Neueren Testament“ geschrieben wurde. Genau genommen sind die Lehren des Neuen Testaments eine Fortsetzung der Lehren des Ersten Testaments, da sie ihr Ziel in Jesus finden.

Wie wenig wusste ich darüber, dass beide Testamente dieselbe Geschichte erzählen und Gott Sein Buch gut geordnet hat. Er folgte dabei einem göttlichen Muster.

Nachdem Gott mich mit Seinem Heiligen Geist erfüllt hatte, offenbarte Er mir nach und nach Sein Muster. Er zeigte mir, dass die Bibel von 1. Mose bis zur Offenbarung nur eine Geschichte erzählt: Gott hat einen Blutsbund mit sich selbst zugunsten der Menschheit geschlossen durch Jesus von Nazareth, den Sohn Gottes, den Messias der Juden und den Retter der Heiden. Und alle, die es wollen, können in diesen Bund mit Ihm eintreten.

Der Blutsbund ist der „blutrote Faden“, der sich durch die gesamte Bibel zieht. Alle anderen Lehren sind mit ihm verwoben. Verstehst du den Blutsbund, fügen sich die losen Enden der Bibel zusammen und du erkennst die Ordnung und das himmlische Muster Gottes.

Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Ich möchte dir helfen, das wunderschöne „Gewand des Heils“ zu erkennen, welches Gott in Seinem heiligen Wort verwoben hat. Er möchte, dass du es anziehst und trägst. Dies wird dein Leben wie meines für immer verändern. Möge der eine wahre Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs dich segnen, wenn du Seinen unfassbaren Bund entdeckst, der uns durch Jesus voll und ganz offenbart wurde.

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Einführung in ein

verstaubtes altes Buch

DIESES STAUBIGE ALTE BUCH

Nachdem ich Christ geworden war, versuchte ich viele Jahre lang, in den Worten der Bibel Leben zu finden. Ich glaubte wohl, dass die Bibel Gottes inspiriertes Wort ist, aber in meinem Geist wurde sie nie lebendig. Wenn ich in der Bibel las, liefen alle Geschichten aneinander vorbei. Es war, als würde ich ein Briefmarkenalbum bestücken. Wenn man das schon einmal gemacht hat, weiß man, wie trocken der Mund nach dem Ablecken all dieser Briefmarken ist. Genauso hat mich die Bibel in meiner Seele zurückgelassen, trocken und durstig. Natürlich sollte es nicht so sein, aber so war es nun einmal.

Vielleicht beschreibt dies auch deine Erfahrung mit der Bibel. Wenn ja, soll sich das nun ändern. Gottes heiliges Wort wird von den Seiten in dein Herz hineinspringen. Dein Leben wird nie mehr dasselbe sein.

FÜR MICH IST ES EIN GEHEIMNIS

Ich hatte eine gute Ausbildung erhalten und Erfolg in meinem Beruf als Computerfachmann. Aufgrund meines Werdegangs waren Ordnung und Logik für mich sehr wichtig. Genau danach suchte ich in der Bibel immer wieder, wurde aber nie so richtig fündig. Für mich bestand das größte Rätsel darin, wie das Alte Testament und das Neue Testament zusammenhängen. Ich hatte

mir die Heilsbotschaft Gottes durch Jesus im Neuen Testament zu Herzen genommen. Aber ich konnte, wenn überhaupt, kaum einen für mich relevanten, geistlichen Wert im Alten Testament erkennen. Für mich war es eine historische Sammlung jüdischer Schriften. Doch mir war nicht klar, was dies mit dem Zimmermann aus Nazareth im Neuen Testament zu tun hatte. Ich dachte, das Alte Testament sei für Juden und das Neue Testament für Christen geschrieben worden und es handle sich somit um verschiedene Bücher für verschiedene Menschen. Wow, da hatte ich mich aber ziemlich geirrt!

Etwas anderes verwirrte mich noch mehr. Wie konnte dieses staubige Alte Testament, das vor Tausenden von Jahren von Menschen in einer orientalischen, ländlichen Umgebung geschrieben wurde, einem modernen, kultivierten, westlich-technisch orientierten, autobahnfahrenden Großstadtmenschen etwas zu sagen haben? Denn so war ich. Ich konnte einen Computer programmieren, die Finanznachrichten der Wall Street interpretieren und die Schlagworte der neuesten Managementmoden zitieren. Doch die Bibel konnte ich nicht verstehen.

Oft nahm ich die Bibel in die Hand und begann zu lesen, fest entschlossen, einen Sinn darin zu erkennen. Aber meine guten Absichten währten nicht sehr lange. Schon bald stellte ich sie zurück ins Regal. Dort nahm sie ihren Platz zwischen den anderen Büchern ein und sammelte Staub und Spinnweben an. Ich verstand nicht, dass die Bibel ein geistliches Buch ist. Und man kann sie nur verstehen, wenn der Geist Gottes sie hungrigen Herzen offenbart.

EIN GÖTZE, DER NICHT HELFEN KONNTE

1974 offenbarte Gott mir den Hauptgrund, warum ich die Bibel nicht verstehen konnte. Er zeigte mir, dass ich einen Götzen in meinem Leben hatte, nämlich meine Karriere. Sie war mir wichtiger als Gott. Weil ich meine Karriere mit großem Eifer verfolgte, brachte sie mir materielle Annehmlichkeiten und menschliches

Einführung in ein verstaubtes altes Buch

Lob. Doch dieser Götze war teuer. Er kostete mich die Fähigkeit, den frischen Lebensatem des allmächtigen Gottes zu empfangen und in meinem Geist strömen zu lassen. Inzwischen habe ich gelernt, diesen Kompromiss kann sich kein Mensch leisten. Denn nur Gott kann die Sehnsüchte und Schreie des menschlichen Herzens stillen. Allein Gott kann einer ruhelosen Seele Frieden bringen und die Leere in jedem von uns füllen.

Meine Karriere und das damit verbundene Drumherum erfüllten meine Lebensbedürfnisse nicht. Dennoch hielt mich dieses Hindernis davon ab, die Fülle Gottes zu erkennen. Ich erlebte, was ich „die Diskrepanz zwischen christlichem Glauben und Erfahren“; nenne. Gott verspricht allen, die durch Jesus zu Ihm kommen, Seine Gnade und Herrlichkeit persönlich zu offenbaren. Nun, ich war durch Jesus zu Ihm gekommen, aber ich erlebte Seine Gnade und Herrlichkeit nicht.

Gott konnte sich mir gar nicht durch die Bibel offenbaren, weil ich mich Ihm nicht nähern wollte. Aber inmitten des weltlichen Erfolgs wurde mir letztendlich klar, ich würde nie wirklich erfüllt sein, bis ich Gott von ganzem Herzen suchte und Ihm mein Leben vollständig übergab.

GOTT SPEIST DIE HUNGRIGEN

Und wieder nahm ich die Bibel zur Hand. Aber dieses Mal hatte ich mehr als nur ein beiläufiges Interesse. Jetzt war ich hungrig nach Gott. Mehr als alles andere auf der Welt wollte ich die Kraft Seines Auferstehungslebens erfahren.

Ich wollte durch Seinen Geist in meinem Inneren gestärkt werden und Weisheit und Offenbarungswissen von Gott empfangen. Ich wollte die Weite, Länge, Höhe und Tiefe der Liebe Gottes kennen, von Seiner Fülle erfasst werden und die Gemeinschaft mit meinem Schöpfer erleben.

Gott erhörte diesen Wunsch meines Herzens und erfüllte mich mit Seinem Geist. Mit dieser neuen Hingabe, Energie

und Motivation versuchte ich erneut, die Bibel zu verstehen. Nachdem ich die Spinnweben abgestaubt hatte, führte mich Gott, das 3. Buch Mose aus dem Alten Testament zu lesen. Für mich war das 3. Buch Mose immer das trockenste aller Bibelbücher gewesen. Warum sollte Gott mich dieses Buch lesen lassen? Warum sollte Er mich nicht etwas Relevantes und Spannendes lesen lassen, wie das Johannesevangelium?

EIN HIMMLISCHES PORTRAIT

Schon bald fand ich es heraus. Da der Heilige Geist mich nun lehrte, sah ich immer mehr von Gottes Ordnung in der Bibel und das Bild, welches Gott von 1. Mose bis zur Offenbarung gemalt hatte. Sobald ich das große Ganze erkannte, fügten sich die einzelnen Teile zusammen und ergaben einen Sinn. Und das mit sehr wenig Aufwand meinerseits.

Was Gott mir im Alten Testament zeigte, war eine erstaunliche Entdeckung. Es war ein Bild von Jesus. Zuerst konnte ich nicht glauben, was ich da sah. Es war fast zu schön, um wahr zu sein. Aber je mehr ich das Alte Testament studierte, desto klarer wurde das Bild. Gott zeigte mir, Er hatte das gesamte Alte Testament als Bild für Seine Heilsbotschaft durch Jesus von Nazareth geschenkt. Das Bild zeigte sich durch scheinbar bedeutungslose Rituale, Bräuche, Orte, Namen und unzusammenhängende Ereignisse nur schemenhaft. Aber alle Einzelteile gehörten zum gleichen Bild. Das Bild wurde scharfgestellt, als Gott den Schleier von meinen geistlichen Augen zog. Ich konnte Jesus im ganzen Alten Testament erkennen.

Gott ließ mich wissen, nur aus diesem Grund gab Er uns das Alte Testament. Es sollte uns auf Jesus hinweisen, der Gott im Fleisch war und kam, um Seine Schöpfung mit sich zu versöhnen. Viele Menschen sagen, Jesus habe nie behauptet, Gott zu sein. Das stimmt nicht. Jedes Mal, wenn Jesus Seinen Mund öffnete, bekräftigte Er, Gott zu sein. Er sagte aber nie die Worte „Ich

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bin Gott“. Denn es wäre für die Zuhörer ohne Belang gewesen. Jeder könnte daherkommen und das behaupten – was auch viele taten. Jesus stellte Seine Behauptungen innerhalb jenes Rahmens auf, mit dem die Menschen rechneten und den sie verstanden. Dieser Rahmen war der alttestamentliche Schatten und sollte die Menschen zu Ihm als dem Licht der Welt führen.

Manche sagen, es sei blasphemisch zu glauben, Gott sei ein Mensch geworden. Aber Gottes ewiger Bündnisplan verlangt, dass Er zu unserer Erlösung einer von uns wird. Gott wurde unser „naher Verwandter“ in der Person von Jesus von Nazareth. Dies ist die Geschichte der Bibel von 1. Mose bis zur Offenbarung und die Erzählung dieses Buches.

Gott hatte somit geplant, sich zu einer bestimmten Zeit einen Körper wie den unseren zu bereiten und einer von uns zu werden. Da Er Gott ist, wusste Er natürlich alles, was Er dann tun würde. Er wusste, wo Er geboren und mit welchem Namen Er genannt werden würde. Ihm waren die Einzelheiten Seines Lebens bekannt, sogar, wie Er sterben würde. Deshalb malte Er diesen Schatten von sich ins Alte Testament. So hätte Ihn jeder erkennen können, sobald Er auf der Bildfläche erschien. Das gesamte Alte Testament verweist auf Jesus. Es ist ein Bild von einer Person.

Vor einem Treffen mit einer Person, die uns nie zuvor gesehen hat, würden wir ganz ähnlich verfahren. Wir würden uns sehr detailliert beschreiben und sogar im Voraus unseren Treffpunkt festlegen. Auf diese Weise würde die Person, die unser Kommen erwartet, uns bei unserer Ankunft erkennen.

EIN WORT VON JESUS

Jesus bestätigte, dass das gesamte Alte Testament Ihn portraitierte. Folglich war das Alte Testament das einzige geschriebene Wort Gottes, das der Mensch bis zur Zeit Jesu brauchte. Sprachen Jesus und die Verfasser des Neuen Testaments von der „Heiligen Schrift“ oder den „Schriften“, meinten sie damit das Alte Testament.

Es war um 250 v. Chr. aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt worden und entspricht dem Alten Testament in der heutigen protestantischen Bibel. Jesus und die Verfasser des Neuen Testamentes erkannten es als das inspirierte Wort Gottes an. Jesus sagte, alles darin verweise auf Ihn. Bei einem Gespräch mit einigen jüdischen Führern sagte Jesus einmal:

Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt.

Johannes 5:39-40

Was Jesus zu diesen jüdischen Führern sagte, beschrieb meine Situation. Ich hatte die Heilige Schrift durchforstet und nach Leben in Gottes Wort gesucht. Aber sie wurde für mich nicht lebendig, weil ich mich Jesus als Herrn meines Lebens noch nicht vollständig hingegeben hatte. Deshalb konnte Er sich mir nicht offenbaren. Doch als ich Ihn schließlich mehr als alles andere wollte, wurde die Bibel lebendig. Nun war sie mehr als ein schönes Papier mit ein paar rot gedruckten Worten. Sie war von Gott eingegeben und Er hauchte sie durch den Heiligen Geist in meinen Geist und schrieb sie auf mein Herz. Gottes Wort wurde in mir, einem gewöhnlichen Menschen, Fleisch. Aber einige dieser jüdischen Führer wollten Jesus nicht glauben, weil sie das Lob der Menschen mehr liebten als das Lob Gottes. Ihr Stolz und ihre Tradition wurden für sie zu einem Hindernis – wie meine Karriere bei mir. Jesus sagte ihnen:

Meint nicht, dass ich euch bei dem Vater verklagen werde; da ist einer, der euch verklagt, Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben. Johannes 5:45-46

Viele Menschen versuchen heute, Moses Urheberschaft der ersten fünf Bibelbücher in Zweifel zu ziehen. Sie bestreiten auch, dass diese Schriften wörtlich zu verstehen seien. Dieser Angriff auf die Bibel läuft unter dem Namen „höhere Kritik“. Das klingt

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sehr raffiniert, aber Jesus hielt nicht viel von der menschlichen „höheren Kritik“. Jesus sagte, Mose hätte die ersten fünf Bücher der Bibel geschrieben – und zwar über Ihn. Nimmt also ein Mensch nicht klar mit den „Augen seines Geistes“ wahr, was Gott durch Mose über Ihn gesagt hat, wird er oder sie auch Jesus nicht glauben, wenn Er sich als Messias und einziger Retter der Welt präsentiert.

JESUS ERKLÄRT JESUS

Was hat Gott durch die Verfasser des Alten Testaments über sich gesagt? Wieder einmal liefert Jesus dazu die Erklärung. Zu der Zeit des Kommens Jesu hatten die jüdischen Weisen das Alte Testament in drei Abschnitte unterteilt. Diese waren das mosaische Gesetz, die Propheten und die Psalmen. Verwendete man diese Bezüge, sprach man immer über das vollständige Alte Testament. Nach Seiner Auferstehung erschien Jesus Seinen Jüngern in Jerusalem und sagte zu ihnen:

Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und in den Propheten und Psalmen. Lukas 24:44

Mit dieser Aussage behauptete Jesus erneut, dass die Schreiber des Alten Testaments, von 1. Mose bis zu Maleachi, über Ihn schrieben.

Die Jünger müssen verwirrt geschaut haben. Also erklärte Jesus, was die Verfasser des Alten Testaments über Ihn sagten. Lukas hält dies für uns fest und schreibt:

Dann öffnete er ihnen den Sinn dafür, die Schriften zu verstehen, und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten und in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem. Lukas 24:45-47

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