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Susanna Hugsinger

Von Flügelklammern zu Adlerschwingen

Die Bibelverse Jesaja 43,1, Maleachi 3,19, Johannes 3,6–8 und Römer 8,31 sind zitiert nach der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Die übrigen Bibelworte sind frei wiedergegeben.

Die Ereignisse in diesem Buch habe ich so geschildert, wie ich sie erlebt und in Erinnerung behalten habe. Zum Schutz meiner Familie habe ich alle Namen geändert außer denen von Pater Erwin Keller und Pater Emiliano Tardif sowie Personen des öffentlichen Lebens. Auch wurde auf konkrete Ortsangaben verzichtet oder es wurden erfundene Ortsnamen angegeben.

Flügelklammern für Rasse- und Ziergeflügel sind eine Alternative zum Flügelstutzen – sie hindern das Tier z. B. am Überfliegen von Zäunen; werden sie abgenommen, ist es wieder flugfähig.

DURCHBRÜCHE

Von Flügelklammern zu Adlerschwingen

Adelberg, Edition PJI, Erste Auflage, Mai 2024

Copyright © 2024 by Susanna Hugsinger

Alle Rechte vorbehalten

Eine Publikation der Agentur PJI UG

Grabenweg 20, D-73099 Adelberg info@agentur-pji.com • https://edition-pji.com

Titelfoto: Dreamstime: Kantver, Sval77, Michele Cornelius

Lektorat: Gabriele Pässler, g-paessler.de

Printed in Germany

ISBN: 978-3-944764-68-9

Susanna

meinen Kindern, Enkelkindern und Schwestern sowie all den Frauen und Männern, die in den Wirren ihres Lebens nach Sinn und Bestimmung suchen

Vorwort

Susanna nimmt uns mit hinein in ihre bewegte und bewegende Lebensgeschichte.

Ich kenne Susanna seit über 30 Jahren, den letzten Teil ihrer Geschichte habe ich live miterlebt. Es fasziniert mich, was aus der ängstlichen, vom Leben gebeutelten Frau geworden ist! Wenig Selbstbewusstsein, erlebter Missbrauch und daraufhin schreckliche Scham, der Verlust ihrer Kinder und schließlich noch der Suizid des geschiedenen Ehepartners – schon einer dieser Schläge reicht aus, um einen Menschen so zu Boden zu werfen, dass er nicht mehr aufstehen kann!

Ganz anders bei Susanna: Stück für Stück durchbricht sie die Schalen religiösen Krampfes, falscher Schuldgefühle und ständiger Ablehnungserfahrungen. Klar, es braucht Eigeninitiative und Mut, sich diesen scheinbar unüberwindlichen Herausforderungen zu stellen; absolut ehrlich und authentisch beschreibt die Autorin ihre Kämpfe und Irrwege.

Was aber in allem leise und fast zärtlich hindurchdringt, ist die Liebe eines himmlischen Vaters, der Susanna immer wieder neu unaufdringlich seine Hand entgegenstreckt. Es braucht viele Schritte und schwerwiegende Entscheidungen, loszulassen, bis sie endlich durchbricht zu einem Leben in Freiheit.

Dieses Buch macht Mut zu glauben, dass Gottes Erbarmen über seinen Kindern stärker ist als jede noch so schmerzliche Erfahrung. Er hat Heilung auch für zerbrochene Herzen und zerplatzte Lebensträume!

Danke, liebe Susanna, dass du deine Ängste überwunden hast und uns deine heilsame Geschichte erzählst.

Eine langjährige Wegbegleiterin

Prolog

Entspannt saß ich auf meinem geliebten Felsen am Meer. Der gleichmäßige Rhythmus der Wellen und ein sanfter Wind, der meine Schultern leicht umspielte, führten mich in eine tiefe Ruhe. Ich fühlte mich meinem Schöpfer nahe wie selten und ungewöhnlich frei und leicht.

Plötzlich stand es wie ein Spruchband vor meinem inneren Auge: „Von Flügelklammern zu Adlerschwingen“! Ich hatte in keiner Weise an mein Schreib-Projekt gedacht; aber mir war sofort klar: Dies sollte der Titel meiner Lebensgeschichte sein.

„Kann das sein?“, fragte ich mich. „Ich, Susanna, mit Adlerschwingen? Ist das nicht geradezu lächerlich? Bin ich nicht meilenweit entfernt von dem, was der majestätische Adler symbolisiert?“ Ja, es gab diese besonderen Momente, wo ich den Eindruck gehabt hatte, Dinge von oben betrachten zu dürfen, wo mir plötzlich Weisheit, Erkenntnis, Leichtigkeit zuflossen, oder auch die Momente, in denen ich mich durch und durch frei und leicht fühlte. Aber das waren Ausnahmen, leider! War ich nicht oft eher wie ein Huhn, den Blick gesenkt, ab und zu einen sehnsüchtigen Blick zum Himmel werfend? Steht mir, Susanna, dieser Vergleich mit einem Adler zu?

Hat da wirklich gerade Gott zu mir gesprochen? Verunsichert fragte ich mich das wieder und wieder. Aber das Bild mit der Überschrift war so klar und deutlich vor meinen Augen erschienen, wie ich es noch selten erlebt hatte!

Und dann flammte tief aus meiner Seele auf einmal eine Erinnerung auf, die ich längst vergessen glaubte:

„Hör auf, Vati! Bitte, bitte hör doch auf!“, bettelte ich verzweifelt. Tränenüberströmt stand ich am Zaun. Erneut fasste Vater mit sicherem Griff ein Hühnchen und beschnitt unbeirrt seine kleinen, zerbrechlichen Flügel. Das jämmerliche Gackern ging mir durch Mark und Bein. Warum bloß plagte er die jungen Tiere so? Vor wenigen Wochen erst waren sie geschlüpft. In der Küche neben dem Kohleherd wurden sie liebevoll gefüttert und gewärmt. Wir Kinder waren außer uns vor Freude, wenn wir die flauschigen Küken in unseren Händen halten und ganz vorsichtig streicheln durften. Richtig lieb hatten wir sie gewonnen.

Und jetzt! So eine Quälerei! Ich war fassungslos. Unbeeindruckt von meinem Kummer setzte Vater seine Arbeit fort. „Es ist höchste Zeit, dass ihnen die Flügel beschnitten werden!“, erklärte er. „Gestern sind schon wieder ein paar über den Zaun geflogen und du weißt, wie lange wir uns geplagt haben, bis sie wieder eingefangen waren. Hühner sind nicht zum Fliegen da, sondern zum Eierlegen. Einzig und allein dazu! Allenfalls dürfen sie flattern. Und überhaupt: Weißt du nicht, wie schnell sie gefressen werden, wenn sie den Schutz des Geheges verlassen? Willst du etwa schuld daran sein, wenn der Fuchs sie holt?!“

Nein, das wollte ich natürlich nicht. Das wäre noch schrecklicher! Mein Schluchzen wurde leiser. Es stimmte ja, die ganze Familie hatte am Abend zuvor die jungen Hühnchen mühsam ins Gatter zurücktreiben müssen. Den von Mutti frisch gepflanzten Salat hatten sie zu ihrem großen Ärger bereits abgefressen.

Da! Entsetzt kniff ich die Augen zu und wandte den Kopf ab. Das Beschneiden der Flügel war nur der Anfang gewesen – jetzt legte Vati den armen Hühnchen mit geübtem Griff Klammern an. Flügelklammern, speziell dafür gekauft!

Verstört lief ich zu Mutter in die Küche, um ihr mein Leid zu klagen; aber auch sie zeigte für meinen Schmerz wenig Verständnis: „Die Hühnchen gewöhnen sich ganz schnell daran, dass sie nicht mehr fliegen können“, versuchte sie mich zu trösten. Ich schüttelte den Kopf. Das konnte ich mir kaum vorstellen.

Tagelang machte ich einen Bogen um das Hühnergehege. Es war zu traurig zu sehen, wie die Tiere plötzlich ihrer Freiheit beraubt waren. „Von Flügelklammern zu Adlerschwingen“: Ja, jetzt ergab das einen Sinn. War nicht vieles in meiner Kindheit zu einer solch hässlichen Klammer geworden, hatte mich in meiner Entwicklung eingeschränkt und mich auf Um- und Irrwege geführt?

Jetzt schien mir dieser Titel wie eine Verheißung: Gott will mich weiter in die Freiheit führen! Er will mich klarer sehen und die Dinge von oben betrachten lehren! Tiefe Freude erfüllte mich.

Teil I Kindheit

Susanna, etwa 8 Jahre alt

Kapitel

1

Wurzeln

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, 1911 und 1914, wurden meine Eltern in Familien von Kleinbauern hineingeboren – Vater im Schwarzwald, Mutter gleich an der Schweizer Grenze.

Mein Vater

Die Eltern von Großmutter Martha waren arme Tagelöhner gewesen; vermutlich deshalb war sie für ihre Kinder sehr auf sozialen Aufstieg bedacht – diese Einstellung hat nicht nur meinen Vater sehr geprägt, sondern durch ihn auch meine Geschwister und mich.

Opa Wilhelm hingegen stammte aus einer angesehenen Familie in einem Schwarzwalddorf. Als Kleinbauern lebten sie zwar bescheiden, dennoch wurde ihnen ein gewisses Standesbewusstsein nachgesagt –immerhin besaßen sie Land und Vieh und hoben sich dadurch von den Tagelöhnern eindeutig ab. Es erstaunt, dass Oma Martha, aus ärmlichen, ja, schwierigen Verhältnissen stammend, in diese Familie einheiraten konnte.

Vaters Jugend war – wie damals üblich – von Arbeit geprägt: Vor der Schule musste er täglich den Stall ausmisten und die Kühe melken. Die sechs Kilometer zur Schule gingen er und seine fünf Geschwister barfuß; nur im Winter gab es Schuhe, die wurden von einem Kind zum nächsten weitervererbt. Hausaufgaben machen, „lernen“, durften sie erst bei Anbruch der Dunkelheit, wenn alle Arbeit auf dem Feld und im Stall erledigt war.

Trotz aller Mühen liebte mein Vater Johann die Arbeit auf dem Hof. Seine tiefe Sehnsucht war es, Bauer zu werden; die Erfüllung seines

Herzenswunsches scheiterte am Erbrecht: Zu seiner großen Enttäuschung ging er leer aus.

Vermutlich damals entstand in ihm dieses starke Gefühl des Benachteiligtseins, das sein späteres Leben ungut geprägt hat. Immerhin durfte er nach der Volksschule eine Schlosserlehre machen, statt sofort in der Fabrik Geld verdienen zu müssen; in jener schwierigen Zeit der Weimarer Republik war das keinesfalls selbstverständlich: Viele Männer seiner Generation blieben aufgrund ärmlicher Verhältnisse und mangelnder Bildungschancen ihr Leben lang ungelernte Arbeiter.

Meine Mutter

Auch die Großeltern meiner Mutter waren im Dorf angesehen und zwar aufgrund ihrer tiefen Frömmigkeit. Auch sie bewirtschafteten einen kleinen Bauernhof; von ihren zehn Kindern erreichten sieben das Erwachsenenalter.

Alle Söhne und Schwiegersöhne mussten im Ersten Weltkrieg an die Front – und wie durch ein Wunder blieben alle sechs jungen Männer am Leben. Urgroßmutter Susanna soll Tag und Nacht für ihre Söhne gebetet haben. Einer von ihnen lag bereits totgeglaubt im Massengrab, im letzten Moment wurde eine leichte Regung bei ihm entdeckt, so wurde er wieder „zusammengeflickt“. Er ist der Urgroßvater meiner beiden Kinder Matthias und Anna und der Bruder meiner Großmutter Frieda (meine Mutter und meine erste Schwiegermutter, die andere Großmutter meiner Kinder, waren Kusinen).

Oma Frieda heiratete Großvater Friedrich. Er war das einzige Kind der Familie, das bei der hohen Kindersterblichkeit damals überlebt hatte, und Frieda zog 1913 als Bäuerin in sein Elternhaus ein. Kaum ein Jahr später wurde meine Mutter geboren – Elisabeth, genannt Liesel.

Das junge Glück endete jäh: Der Erste Weltkrieg begann und schon bald musste Großvater an die Front. Seine Mutter war verstorben, der Vater pflegebedürftig; so musste Oma Frieda das Bauerngeschäft mit einem einzigen Knecht allein bewerkstelligen.

Notgedrungen wurde die kleine Liesel tagsüber zu einer kinderlosen Verwandten gebracht, die prägte sie nachhaltig mit ihren engen moralischen Vorstellungen und ihrer gesetzlichen Frömmigkeit.

Im Alter von etwa vier Jahren muss Mutter etwas Schlimmes widerfahren sein; aus einem lustigen Wildfang sei plötzlich ein stilles, ängstliches Kind geworden, erzählte sie einmal nachdenklich. Weshalb löste der Knecht von einem Tag auf den anderen eine so unerklärliche Angst in ihr aus? Sie fand darauf keine Antwort.

Das Schicksal war grausam: Gegen Ende des Krieges geriet Opa Friedrich in französische Kriegsgefangenschaft und die Jahre an vorderster Front und in menschenverachtender Zwangsarbeit hinterließen traurige Spuren – das Erleben von Tod, Elend und Ungerechtigkeit veränderten den jungen Mann fast bis zur Unkenntlichkeit. Erst 1923 kam Friedrich nach Hause, körperlich und seelisch völlig am Ende.

Das Leben der neunjährigen Liesel veränderte sich abrupt: Ein ihr fremder, unberechenbarer Mann nahm ihr die geliebte Mutter weg – so empfand sie es; und Frieda, die jahrelang die viele Arbeit gemeistert und alle Entscheidungen allein getroffen hatte, musste sich von einem Tag auf den anderen völlig unterordnen. Aus dem einst liebevollen Ehemann war ein unbeherrschter, jähzorniger Tyrann geworden. Die kleine Liesel fürchtete ihren Vater, ging ihm am liebsten aus dem Weg.

Als sie zehn Jahre alt war, gab es einen großen Lichtblick in ihrem jungen Leben: Ihre geliebte Schwester Irma kam zur Welt. Sobald das Kind abgestillt war, durfte sich Liesel weitgehend allein um das Baby kümmern. Als allerdings elf Monate später noch Berta geboren wurde, fiel Oma Frieda in eine schwere Depression. Auf Liesels zarten Kinderschultern lag nun eine große Last: Sie musste sich auf einmal um zwei Kleinkinder kümmern und nebenbei noch der Mutter im Haushalt zur Hand gehen. Auch nachdem Oma Frieda sich einigermaßen erholt hatte, war es weiterhin Liesels Aufgabe, die kleinen Schwestern zu versorgen; Zeit zum Spielen blieb da keine. So war es ein Glück, dass ihr die Schule große Freude machte und das Lernen ihr ausgesprochen leichtfiel. Der Unterricht war für sie ein Ausgleich für die viele Arbeit zu Hause.

Kapitel 1 | Wurzeln

Liebe auf den ersten Blick

Nach der Schlosserlehre musste mein Vater Johann eine neue Enttäuschung einstecken: Sein Meister konnte ihn nicht übernehmen, dafür reichte das Geld nicht; so musste Vater notgedrungen das geliebte Schwarzwaldtal verlassen und in der Fremde sein Glück suchen. So gelangte er ins Heimatdorf meiner Mutter; dort gab es eine aufstrebende Maschinenfabrik und gut ausgebildete Schlosser wie er waren sehr gesucht.

Wie damals üblich, mietete sich Vater als „Zimmerherr“ bei einer Familie ein. So wohnte er zur Miete in einer kleinen Kammer, lebte äußerst bescheiden und legte jeden übrigen Groschen beiseite. Sein Herzenswunsch war, möglichst bald eine Familie zu gründen.

Bei einem Dorffest lernte er Mutter kennen. Bei Vater war es Liebe auf den ersten Blick, Liesel dagegen brauchte ein wenig Zeit. Eigentlich wäre sie wie ihre Lieblingstante Sophie am liebsten ins Kloster eingetreten, die wenigen Männer in ihrem bisherigen Leben hatten in ihr kein Verlangen nach Nähe geweckt; andererseits konnte sie sich doch nicht vorstellen, auf Kinder zu verzichten, und der Johann erschien ihr vertrauenswürdig. Er war katholisch und fromm, darüber hinaus sparsam und fleißig – und nicht zuletzt blieb er beharrlich dabei, um sie zu werben.

Die Bauerntochter und der Fabrikarbeiter

Fabrikarbeiter waren bei den Bauern wenig angesehen; das zu erleben verletzte das Selbstwertgefühl meines Vaters schwer, er empfand es als weitere Ungerechtigkeit in seinem Leben. Selbst Kleinbauern wie mein Großvater zeigten einen gewissen Standesdünkel; in ihren Augen waren Arbeiter Faulenzer, also zog Vater nach Feierabend umgehend seine älteste Arbeitskleidung an und half fleißig im Stall und auf dem Feld seines zukünftigen Schwiegervaters. Deshalb gab es von Großvaters Seite keinen Einwand gegen die Verbindung mit seiner Liesel; schließlich hatte ihm das Schicksal den ersehnten Sohn verwehrt, der ihm hätte zur Hand gehen können.

Meine Eltern heirateten kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, im Mai 1939. Vater hatte es geschafft, auf einem Wiesengrundstück von

Großvater in viel Eigenarbeit ein Haus zu bauen; das war der Lohn für seine Sparsamkeit. So konnte er seiner geliebten Liesel von Anfang an ein würdiges Nest bieten; das erfüllte ihn, den bisher verachteten Fabrikarbeiter, mit großem Stolz.

Mutter wurde umgehend schwanger und litt nun unter ständiger Übelkeit, aber bald brachte die gesunde, temperamentvolle Luise Freude ins Haus. Vater hatte auf einen Stammhalter gehofft – beim nächsten Kind würde das sicher klappen, tröstete er sich.

Dunkle Wolken

Bald jedoch türmten sich über der jungen Familie dunkle Wolken auf: Vater verschleppte eine schwere Bronchitis, die wuchs sich aus zu einer Rippenfellentzündung. Um es sich mit dem Schwiegervater nicht zu verderben, hatte er sich nicht geschont; und nun war er ernsthaft krank und musste wochenlang liegen. Die Bauern zeigten wenig Verständnis dafür, insbesondere Mutters Schwester Irma, damals siebzehn Jahre alt, ließ plötzlich Wörter fallen wie „Faulenzer“ und „Drückeberger“. Das konnte Vater nicht auf sich sitzen lassen! Wieder kurierte er sich nicht richtig aus – mit weitreichenden Folgen: Auf eine Krankheit folgte die nächste und seine Nieren nahmen schweren Schaden.

Über zehn Jahre lang war mein Vater immer wieder wochenlang bettlägerig, mehrmals war er sogar längere Zeit im Krankenhaus. Deprimierend! Die erzwungene Untätigkeit drohte ihn schier zu ersticken.

Mutter musste erleben, wie ihr Mann sich durch die Krankheit nachteilig veränderte; hinzu kamen ständige Geldsorgen – denn wenn Vater nicht arbeiten konnte, verdiente er keinen Pfennig! Erst nach dem Krieg erkämpften die freien Gewerkschaften wichtige Errungenschaften wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Gefühle von schwerer Minderwertigkeit setzten Vater enorm zu, sie machten ihn unzufrieden, ungeduldig und immer häufiger auch ungerecht in seinem Handeln, sogar seiner geliebten Liesel gegenüber: Immer öfter brüllte er unbeherrscht im Zorn und weckte in Mutter böse Erinnerungen an die schlimme Zeit mit ihrem Vater.

Wenn Vater arbeitsunfähig war, musste Mutter umso fleißiger auf dem Hof ihrer Eltern mithelfen, die Familie war ja dringend angewiesen auf deren Almosen in Form von Milch, Mehl und Kartoffeln.

Als im Frühjahr 1943 dann noch meine Schwester Theresa geboren wurde, fiel die Stimmung in der Familie auf einen Tiefpunkt: So, wie Oma Frieda nach der Geburt der kleinen Berta, fiel auch Mutter in eine Depression und es dauerte wochenlang, bis sie sich davon erholte. In dieser Zeit brauchte sie täglich die Unterstützung ihrer Schwester Irma; das war umso belastender, als sich zwischen Vater und Irma eine zunehmende Antipathie entwickelt hatte.

Könnte es sein, dass unterschiedliche politische Einstellungen den Konflikt noch verstärkten? Es waren die letzten Jahre der NS-Zeit; jedenfalls trugen die permanenten Spannungen zwischen den beiden nicht gerade zu Mutters Genesung bei.

Im absoluten Widerspruch

Der Krankenstand meines Vaters brachte allerdings einen gewaltigen Vorteil mit sich: Aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit war er für den Kriegsdienst untauglich. Krank und immer wieder arbeitsunfähig, hatte er mehr als genug Zeit, sich mit der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Vater, von Jugend auf politisch interessiert, machte sich die Mühe, das schwer lesbare Buch „Mein Kampf“ von der ersten bis zur letzten Seite durchzuackern, und kam als frommer Katholik zu dem klaren Schluss, Hitlers Thesen ständen in absolutem Widerspruch zum christlichen Glauben.

Schon 1933 bei der „Machtergreifung“ hatte sich Vater entschieden gegen Hitler ausgesprochen und unter Arbeitskollegen aus seiner Meinung keinen Hehl gemacht. Einmal wurde er angeschwärzt und landete dafür eine Nacht im Gefängnis. Später, als Familienvater, musste er sich natürlich mit seinen Ansichten zurückhalten; immerhin bewies er den Mut, bis zum Ende der NS-Herrschaft den Eintritt in die NSDAP zu verweigern und auf den Hitlergruß zu verzichten. Damit nahm er im Dorf viel Ablehnung in Kauf; umso mehr Anerkennung bekam er nach dem Krieg: Als

1945 die Franzosen einrückten, mussten fast alle Dorfbewohner einen oder sogar mehrere Soldaten der Besatzungsmacht in ihren Häusern aufnehmen; unsere Familie blieb davon verschont.

Während der Kriegsjahre hörte Vater mit einem gleichgesinnten Freund zusammen regelmäßig den Schweizer Rundfunk. Das war strengstens verboten: Niemand sollte durch Auslandssender erfahren, wie desolat es auf den Schlachtfeldern wirklich aussah und wie weit Deutschland vom angeblich kurz bevorstehenden Endsieg entfernt war. Beim Nachrichtenhören saßen die beiden Männer unter einer Decke, damit keine verräterischen Geräusche auf die Straße dringen konnten. Die kleine Luise, die von alledem nichts verstand, verplapperte sich einmal in der „Kinderschule“ (Kindergarten); das hätte schlimme Folgen haben können.

Ungeklärtes Geheimnis

Eines hätten meine Schwestern und ich gerne noch geklärt, solange unsere Eltern bei wachem Verstand waren; aber als es sich in Luises Erinnerung drängte, war es dafür bereits zu spät:

Was hatte es auf sich mit dem seltsamen zerlumpten Mann, der gegen

Ende des Krieges eines Morgens von der Schweizer Grenze her auf unser Haus zuhumpelte? Luise entdeckte ihn als Erste. Umgehend schickte Mutter die Kleine den weiten Fußweg zu Oma, um eine Kleinigkeit zu erledigen; bisher war es ihr streng verboten gewesen, allein dorthin zu gehen. Warum war der Speicher plötzlich zugesperrt und der Schlüssel abgezogen? Weshalb wurde die Fünfjährige jetzt jeden Tag mit kleinen Aufträgen außer Haus betraut?

Handelte es sich bei dem humpelnden Mann vielleicht um einen Fahnenflüchtigen? Oder gibt es womöglich einen Zusammenhang zwischen dieser Episode und den Briefen aus Israel, die unsere Eltern in den 1950er-Jahren regelmäßig erhielten? Schade, dass wir Kinder uns damals nur für die wunderschönen Auslands-Briefmarken interessierten.

Teil V Kampf um die Kinder

Kapitel 25

Mit den Kindern allein

Schwieriger Start

Und schon begann das neue Schuljahr. Beim Blick auf den Stundenplan atmete ich erleichtert auf: Mein Chef hatte Wort gehalten und mich immer erst zur zweiten Unterrichtsstunde eingeteilt. Ich hatte morgens also genügend Zeit, die Kinder in die Waldsiedlung zu bringen, Matthias zur Schule und Anna in den Kindergarten, und auf der Fahrt nach Hardt konnte ich mich eine ruhige Viertelstunde lang auf meinen Unterricht einstellen.

Dennoch brachte der Schulbeginn auch Probleme mit sich – mir machte sehr zu schaffen, dass Matthias und Anna unter dem Wohnungswechsel erheblich mehr litten, als ich erwartet hatte; oft jammerten sie nach ihren Freunden in der Waldsiedlung. Auf den Vater hingegen kamen sie kaum zu sprechen.

Matthias war jetzt Drittklässler und für ihn war es besonders schwierig: Seine bisher beste Freundin wandte sich abrupt von ihm ab. Täglich waren die beiden zu zweit zur Schule gepilgert und fast jeden Nachmittag hatten sie miteinander gespielt – aber jetzt wollte Carola auf einmal nur noch neben Mädchen sitzen und mit Matthias absolut nichts mehr zu tun haben.

Ob Carolas Eltern dahintersteckten? Ich suchte das Gespräch mit der Mutter, bekam aber nur ausweichende Antworten. Matthias fühlte sich schmerzlich im Stich gelassen, wochenlang litt er still vor sich hin.

Auf seine neue Lehrerin war ich gleich am Anfang zugegangen; leider zeigte sie für die Probleme meines Kindes keinerlei Verständnis. Sie war

jung und unerfahren, hielt mich vielleicht für eine überbesorgte Mutter und behandelte mich dermaßen von oben herab, dass es mir tagelang zu schaffen machte.

Jetzt rächte sich, dass ich unsere Eheprobleme nach außen hin zu verbergen gesucht hatte: Nachdem ich mit den Kindern ausgezogen war, gab es verständlicherweise viel Tratsch – und Volker streute nach Kräften das Gerücht, ich hätte mich eines anderen Mannes wegen von ihm getrennt. So schoben die meisten die Schuld mir zu; vermutlich war das auch der Grund für die Reaktion von Carolas Mutter. Nur, was konnte der arme Matthias für die Probleme seiner Eltern?!

Auch Anna vermisste ihre früheren Spielkameradinnen. In der Aue gab es fast keine gleichaltrigen Kinder – und zu den wenigen, die manchmal draußen herumsprangen, fanden meine beiden keinen Kontakt. In der Waldsiedlung wohnten fast ausnahmslos junge Familien, jetzt schienen wir von überwiegend älteren Menschen umgeben zu sein; leider war mir das bei der Wohnungssuche nicht bewusst gewesen. So blieb mir nichts anderes übrig, als Matthias und Anna auch nachmittags möglichst oft quer durch die Stadt zu ihren alten Spielkameraden zu bringen. Dadurch blieb von meiner ohnehin knapp bemessenen Zeit viel auf der Strecke. Zu meinem Erstaunen kamen die Kinder von dort aus kein einziges Mal auf die Idee, ihren Papa zu besuchen!

Für die Besuche beim Vater hatten wir ohne Anwalt und Jugendamt eine einvernehmliche Lösung gefunden: Die kurzen Wochenenden – damals war nur jeder zweite Samstag schulfrei – verbrachten die Kinder bei Volker, die langen bei mir. Bei ihrem allerersten Besuch beim Papa jammerte Anna: „Ich will jetzt heim zu meiner Mama!“ Sie hatte Fieber bekommen und Volker schien damit überfordert zu sein; so brachte er die Kinder vorzeitig zu mir zurück.

So sehr ich mich auf ein ruhiges Wochenende gefreut hatte, war ich doch ungemein erleichtert: Zumindest Anna schien den Umzug akzeptiert zu haben. Auch die Tatsache, dass sie nicht mehr einnässte und einkotete, war eine klare Bestätigung.

Ein Helfer auf vier Beinen

Schon nach wenigen Wochen im neuen Zuhause lernten wir beim Rad fahren zwei Dreizehnjährige kennen, Jochen und Manuela. Die beiden Schulkameraden verbrachten ihre Freizeit täglich auf einem Bauernhof ganz in der Nähe; dort pflegten und bewegten sie ein früher verwahrlostes Pony. Sie schlugen vor, Matthias und Anna abwechselnd an der Longe reiten zu lassen – was bei meinen Kindern natürlich Begeisterung auslöste! Besonders Anna genoss das Reiten, aber auch für Matthias war das Zusammensein mit den sympathischen Jugendlichen eine willkommene Abwechslung. So machten wir mit dem Pony Samba mehrmals wöchentlich ausgedehnte Spaziergänge durch die Natur.

Bald durften Matthias und Anna überall mithelfen; mit großem Eifer misteten sie die Ställe aus, fütterten die jungen Ziegen und striegelten Samba. Ich atmete auf. Das Reiten und die Arbeit im Stall wirkten bei den Kindern wahre Wunder, sie vermissten ihre alten Spielkameraden jetzt deutlich weniger.

Neue Freundschaften

Ebenfalls sehr hilfreich für die Umstellung war meine wachsende Freundschaft mit Hilda, wir wohnten nicht weit voneinander und konnten einander bequem auch zu Fuß erreichen. Matthias und Anna verstanden sich gut mit ihren beiden Mädchen Esther und Caroline und oft machten wir am Wochenende gemeinsam einen Ausflug. Dann hatten die Kinder ihren Spaß und wir Mütter genossen es, dass wir uns in Ruhe austauschen konnten.

Hilda war musikalisch und allgemein musisch sehr begabt. Ihren erlernten Beruf übte sie nicht aus, sondern lebte recht bescheiden vom Unterhalt ihres getrennt lebenden Ehemannes; der hatte sie und die beiden Kleinkinder verlassen, nachdem er eine Arbeitskollegin geschwängert hatte. Noch immer hielt Hilda voller Hoffnung an ihrer Ehe fest, obwohl ihr Mann bereits seit drei Jahren mit der anderen Frau und dem gemeinsamen Sohn zusammenlebte.

Dass wir beide mit unseren Kindern allein zurechtkommen mussten, diese Tatsache schweißte Hilda und mich trotz mancher Unterschiede mehr und mehr zusammen.

Endlich angekommen

Als die Herbstferien begannen, hatte sich im Leben von uns Dreien eine gute Routine eingestellt: Täglich nach Unterrichtsschluss holte ich die Kinder bei Johanna ab, manchmal lud sie uns sogar zum Mittagessen ein. Es tat gut, sich an den gedeckten Tisch zu setzen; aber noch weit mehr genoss ich die Gespräche mit meiner Freundin: Mit ihr konnte ich über alle aktuellen Probleme reden und besonders schätzte ich ihre nüchterne, pragmatische Art, Schwieriges anzugehen. Für ihre Freundschaft war ich ihr unendlich dankbar!

Aber ich merkte, wie sehr ich auch Leidensgenossinnen wie Hilda brauchte: denn beim Anblick glücklicher Familien zog sich jedes Mal mein Herz schmerzhaft zusammen. Wie sehr wünschte ich mir, ebenfalls in einer heilen Beziehung leben zu können! Dann half es mir zu wissen, dass ich nicht allein war mit meinem Kummer.

Trotz permanenten Zeitmangels war ich erheblich zufriedener als früher, allmählich konnte ich mich wieder einigermaßen entspannen. Auch die Beziehung mit Heinz tat mir gut. Zwischen uns lagen zwar etwa 500 Kilometer; aber wenn am Abend die Kinder schliefen und ich endlich mit meiner Arbeit fertig war, erkundigte er sich mehrmals wöchentlich nach unserem Ergehen.

Heinz hatte für meine Sorgen immer ein offenes Ohr. Nach den Gesprächen mit ihm fiel ich meistens todmüde ins Bett und schlief sofort ein.

Kapitel 26

Neue Welten

tun sich auf

Herbstferien bei Annmarie

Wir freuten uns riesig auf die Herbstferien. Annmarie, eine einstige Kollegin aus dem Hochschwarzwald, hatte uns für eine Woche eingeladen; seit ein paar Jahren lebte sie allein mit ihren drei Kindern in einem großen Haus inmitten herrlicher Natur.

Margitta, Michaela und Martin verstanden sich auf Anhieb blendend mit Matthias und Anna; das verschaffte Annmarie und mir viel Muße zum Austausch. Zwölf Jahre lang hatten wir uns nicht mehr gesehen, aber schnell entstand wieder eine große Vertrautheit zwischen uns. Es gab unendlich viel zu erzählen!

Sechs Wochen nach der Geburt ihres dritten Kindes hatte Annmaries Ehemann völlig überraschend angekündigt, er wolle in Südamerika ein Forschungsprojekt übernehmen – die Begründung: Er sei einfach kein Familienmensch und brauche seine Freiheit. Annmarie war völlig am Boden zerstört; sie hatte bis dahin geglaubt, in einer intakten Ehe zu leben.

Zum Glück standen ihr Freunde aus der katholischen Kirchengemeinde sowie Arbeitskollegen mit Rat und Tat zur Seite.

Lange Zeit hoffte Annmarie, ihr Mann käme zurück; aber der ließ nur sporadisch von sich hören, und dann erzählte er begeistert von seiner spannenden Arbeit in Argentinien. Wie es Annmarie und den Kindern ging, interessierte ihn herzlich wenig.

Total fasziniert

Ich war schockiert, als ich das alles hörte. Hilda, Annmarie und ich –jede von uns musste mit ihrer eigenen traurigen Geschichte fertigwerden; durch die Schicksalsschläge, die auch sie erlitten hatten, fühlte ich mich mit beiden tief verbunden.

Meine beiden Freundinnen gingen mit ihrem Leid sehr unterschiedlich um: Während Hilda zu Hause blieb, sich ausschließlich um die Kinder kümmerte und in ihrer Freizeit musizierte, stürzte sich Annmarie mit aller Kraft in den Beruf. Da ihr Mann nur gelegentlich kleinere Geldbeträge überwies, musste sie nahezu allein für den Unterhalt ihrer vierköpfigen Familie sorgen.

Für mich war es schier unvorstellbar, wie sie als alleinerziehende Mutter mit drei Kindern ein volles Deputat bewältigte! Gut, sie brachte für ihre Kinder nicht immer die nötige Geduld auf – was ich schade fand –; dennoch bewunderte ich zutiefst, wie sie alles managte.

Aber noch etwas anderes faszinierte mich an Annmarie: Irgendwie strahlte sie etwas Besonderes aus, etwas fast Geheimnisvolles. Gleich am zweiten Abend, sobald die Kinder schliefen, wollte ich der Sache auf den Grund gehen.

Mit gewissem Stolz erklärte sie mir, seit einiger Zeit habe sie einen „Weg der Erkenntnis und Erleuchtung“ eingeschlagen. Wie zufällig lerne sie immer wieder Menschen kennen, die ihr die nächsten Schritte auf diesem besonderen Weg zeigten.

Trotz der späten Stunde war ich sofort hellwach: Hatte ich nicht in dem „Oberstufenkurs“ bei Dr. Schulz das gleiche Ziel verfolgt, allerdings nur, um dann kläglich zu scheitern?

Begeistert informierte Annmarie mich über das Wirken übersinnlicher Kräfte zu unserer geistigen Unterstützung. Sie erklärte, wie Meditation uns helfen könne, mit diesen Kräften in Kontakt zu treten; dadurch könnten wir unsere „innere Mitte“ finden – was auch immer das bedeuten mochte. Ich verstand nicht alles, doch fragte ich nicht weiter nach; allzu unwissend und unerfahren wollte ich meiner selbstbewussten Freundin dann doch nicht gegenübertreten. Kapitel

Sollte es tatsächlich möglich sein, mit unsichtbaren guten Mächten zusammenzuarbeiten, wie Annmarie behauptete? Sie war davon fest überzeugt. „Weiße Magie“ nenne man das, erklärte sie, im Unterschied zur schwarzen Magie – mit der wolle sie natürlich nichts zu tun haben! Sie stehe zwar erst am Anfang dieses meditativen Weges, spüre aber bereits eine positive innere Veränderung: Sie sei mehr bei sich selbst, fühle sich selbstbewusster und sicherer.

Das musste es wohl sein, was mich bei ihr so sehr angesprochen und meine Neugier geweckt hatte! Innere Sicherheit und Selbstbewusstsein, das brauchte ich auch – und etwas, was endlich meine innere Leere füllte!

In mir erwachte der dringende Wunsch, einen neuen Versuch Richtung tieferer Erkenntnis zu wagen. Hatte mich nicht schon immer eine große Sehnsucht nach übernatürlichen Erfahrungen bewegt? Bereits als Kind hatte ich gespürt, dass es etwas gibt zwischen Himmel und Erde, was wir mit unseren natürlichen Augen nicht sehen können.

Oder hatte ich mir alles nur eingebildet, war das nur das Resultat meiner frommen Erziehung gewesen? Offensichtlich doch nicht!

Die katholische Kirche hatte mich herb enttäuscht und bei Dr. Schulz war ich in eine krankhafte Abhängigkeit geraten. Doch jetzt schöpfte ich neue Hoffnung, ebenfalls zu tieferer Erkenntnis und Erleuchtung gelangen zu können.

Nichts wie los!

Am nächsten Abend konnte ich es kaum erwarten, bis die Kinder im Bett lagen und wir endlich loslegen konnten. Geduldig lehrte mich Annmarie, Tarotkarten zu legen und das chinesische „Buch der Wandlungen“, I Ging, zu befragen; auf diese Weise versuchten wir, aus der unsichtbaren Welt Rat zu holen.

Besonders beschäftigte mich die Frage, ob meine Freundschaft mit Heinz eine Zukunft hatte; auch Annmarie ging es vor allem um ihre Beziehungen.

Abend für Abend legten wir Karten und befragten das I Ging; doch zu meiner Enttäuschung bekamen wir keine befriedigenden Antworten, zumindest entsprachen sie nicht unseren geheimen Wünschen. Manchmal waren sie sogar voller Widersprüche! Aber wir waren ja noch ganz am Anfang dieses Weges, trösteten wir einander.

Tagsüber unternahmen wir Ausflüge mit den Kindern, kochten gemeinsam und verbrachten erholsame Zeiten mit gemeinsamem Spiel. Nach einer erlebnisreichen Woche fiel uns der Abschied richtig schwer; aber in acht Wochen waren ja Weihnachtsferien und so beschlossen wir, auch die gemeinsam zu verbringen.

Der Engel auf der Autobahn

Auf der Heimfahrt planten wir einen Abstecher bei meinen Eltern ein. Meine Mutter fühlte sich unwohl, was leider nicht zu übersehen war. Sie jammerte selten, aber diesmal klagte sie über häufiger auftretende Herzschmerzen.

Auf meine dringende Bitte hin, doch unbedingt schnellstens einen Arzt aufzusuchen, winkte sie ab und meinte, der könne ihr auch nicht helfen. Offensichtlich war sie sehr deprimiert über meine Lage und sah gar keine Möglichkeit, uns zu helfen.

Beim Abschied ließ sie sich zu einem Satz hinreißen, der eigentlich gar nicht zu ihr passte: „Jetzt ist dein Leben halt verpfuscht.“

Diese Äußerung entmutigte mich schwer, auf der Rückfahrt ging sie mir ständig durch den Kopf. Mutter hatte ja recht: Mein Lebenstraum von einer glücklichen Familie war zerplatzt. Im Alltag hatte ich keinen Partner und trotz der Kinder war ich einsam. Die körperliche Nähe fehlte mir so sehr, das konnten die Telefonate mit Heinz niemals ersetzen. Zudem war es nur eine Frage der Zeit, bis unser schönes Haus verkauft werden musste, voraussichtlich mit großem finanziellen Verlust; mir blieb wohl nichts anderes übrig, als den Rest meines Lebens zur Miete zu wohnen.

Statt eines sicheren Autos, was Volker ja so wichtig gewesen war, fuhr ich inzwischen einen alten klapprigen R4. Den hatte ich mir nach dem Auszug für wenig Geld gekauft, da Volker darauf bestanden hatte, unseren Volvo zu behalten.

Voll tiefen Selbstmitleids ergab ich mich meinem Trübsinn: Was hatte mein Leben überhaupt noch für einen Sinn? Wären da nicht die Kinder, wäre es wirklich am besten, auf der Stelle tot umzufallen …

Unmittelbar nach dem wie üblich dicht befahrenen Stuttgarter Kreuz ließ es plötzlich einen heftigen Schlag. Wie von Geisterhand geführt, steuerte ich von der mittleren Spur auf den Standstreifen, wo ich zum Stehen kam – etwa drei Meter vor der Absperrung einer langen Baustelle. Gott sei Dank! Noch ein kleines Stückchen weiter und wir wären schutzlos mitten auf der Fahrbahn gestanden!

Ich schaltete die Warnblinkleuchte ein und stieg aus. Schockiert besah ich das Malheur: Ein Hinterreifen war geplatzt.

„So ein Mist, das fehlt mir gerade noch!“, schimpfte ich laut.

Eilig hieß ich die Kinder aussteigen und sich unterhalb der Böschung in Sicherheit bringen, während ich die Stelle absicherte.

Dann betrachtete ich ratlos mein Auto. Noch nie hatte ich eigenhändig ein Rad gewechselt, Technik gehörte überhaupt nicht zu meinen Stärken. Mobiltelefone gab es damals noch nicht; mir blieb wohl nichts übrig, als mit den Kindern zur nächsten Notrufsäule zu pilgern oder aber ein Auto anzuhalten und einen Fremden um Hilfe zu bitten.

Aber viel Zeit zum Überlegen blieb mir nicht: Kaum war dieser Gedanke verflogen, hielt direkt hinter mir ein Lieferwagen. Ein kräftiger junger Mann im blauen Anton stieg aus, schritt mit einem Werkzeugkasten bewaffnet auf unser Auto zu, öffnete nach knappem Kopfnicken in meine Richtung den Kofferraum und stellte mit aller Selbstverständlichkeit unser Gepäck auf den Asphalt; dann löste er mit erheblichem Kraftaufwand die verrosteten Schrauben, die das Ersatzrad festhielten. Wortlos wechselte er ruckzuck das Rad, hob das Gepäck wieder ins Auto und fuhr nach einem weiteren knappen Kopfnicken weiter.

Ich stand einfach nur sprachlos da.

Kapitel 26 | Neue Welten tun sich auf

War das eben mit normalen Dingen zugegangen? Ich kniff mich in den Arm: Nein, ich träumte nicht. Ich hatte gerade etwas ganz Besonderes erlebt!

Auf einmal erfüllte mich eine Freude, wie ich sie schon seit Jahren nicht mehr verspürt hatte. Was ich eben mit eigenen Augen gesehen hatte, war kein Zufall gewesen, das wusste ich mit absoluter Sicherheit. Es musste tatsächlich eine höhere Macht geben, der wir persönlich wichtig waren! Eine höhere Macht, die uns beschützt und uns geholfen hatte!

Gab es diesen persönlichen Gott meiner Kindheit womöglich doch?

Eines wurde mir in diesem Moment jedenfalls klar: Mein Leben und auch das Leben meiner Kinder musste einen tieferen Sinn haben! Trotz allem Irrsinn, der hinter uns lag! War dieses Erlebnis nicht ein glasklarer Beweis dafür?

Mit einem dankbaren Lächeln setzte ich die Kinder wieder ins Auto und nahm mir einen Augenblick Zeit, um ruhig zu werden, bevor ich weiterfuhr. In der Gewissheit, bei einer höheren Macht geborgen zu sein, setzte ich schließlich die Fahrt fort.

Meine Freude hielt noch tagelang an – ich hatte ganz neue Zuversicht, was mein zukünftiges Leben anging.

Allmählich verblasste das Erlebnis wieder.

Heinz spendet Trost

An einem Wochenende – Matthias und Anna waren bei ihrem Vater –kam Heinz zu Besuch. Ich erwartete ihn voller Vorfreude und Anspannung zugleich: Wie würde sich unsere Freundschaft entwickeln?

Bei Sonnenschein wanderten wir durch die spätherbstliche Natur. Erinnerungen an die glückliche Zeit mit Volker flammten auf und großer Schmerz überwältigte mich.

Zum Glück musste ich meinen Kummer vor Heinz nicht verbergen, sondern konnte offen mit ihm darüber reden. Er verstand mich und nahm mir nicht übel, dass ich unablässig von Volker erzählte. Sein Einfühlungsvermögen und sein aktives Zuhören schafften eine große Nähe zwischen uns. Von ihm ging etwas Beruhigendes aus und etwas Beschützendes –und genau das brauchte ich damals.

Ich war froh, dass in der Beziehung mit Heinz keine Lügen und Heimlichkeiten nötig waren. Auch Matthias und Anna lernten ihn im Laufe der Zeit kennen und mochten ihn. Anita ging nach wie vor eigene Wege und sicher würde er sich bald von ihr trennen, dachte ich und das fühlte sich sehr tröstlich an.

Sollte sich meine Sehnsucht nach einer vollständigen Familie vielleicht mit Heinz erfüllen? Jedenfalls versprach mein Freund, mich so bald wie möglich wieder zu besuchen.

Anhang Jesus real erleben

Anhang A

Eheseelsorge und Heilungsdienst

In der Landeskirche wurden Martins Gaben nicht wirklich angenommen; deshalb beschlossen wir zu Beginn von Martins Ruhestand 2001, uns einer charismatisch geprägten freikirchlichen Gemeinschaft anzuschließen. Dort übernahm Martin mit großer Freude verschiedene Dienste: Er leitete einen Hauskreis, sporadisch hielt er die Predigt und er bildete sich weiter zu bestimmten Aspekten der Seelsorge. Durch seine väterliche Ausstrahlung fühlten sich Männer aller Altersstufen zu ihm hingezogen, darunter auch Jugendliche, und bald war er als Seelsorger gut ausgelastet.

Eheberatung

Seit ich durch meinen Ruhestand ebenfalls Freiraum hatte, wandten wir uns mit großer Freude gemeinsam der Eheseelsorge zu. Dass gleichzeitig mein erstes Enkelkind geboren wurde, war natürlich eine riesengroße Freude.

Nach unser beider gescheiterten Ehen war es Martin und mir ein besonderes Anliegen, Paaren zu helfen, die in Schwierigkeiten steckten. Unsere eigenen schmerzlichen Erfahrungen wirkten sich dabei oft hilfreich aus.

Am liebsten bereiteten wir Paare auf die Ehe vor. Ob es junge Menschen waren, denen es noch in vielem an Erfahrung fehlte, oder Menschen in fortgeschrittenem Alter, von denen ein Partner oder auch beide vor der zweiten Ehe standen: Jedes Mal war es für uns eine gute, uns selbst bereichernde Herausforderung; jede Hochzeit empfanden wir als kleinen Erfolg.

Paaren dienten wir grundsätzlich gemeinsam, wobei wir uns gut ergänzten: Martins Stärke bestand in einer wertschätzenden und strukturierten Gesprächsleitung, während mir vom Heiligen Geist immer wieder

Eindrücke und Bilder21 geschenkt wurden; die halfen, den Hintergrund eines Problems aufzudecken oder Lösungswege zu zeigen.

Heilungsdienst

Seit ich zum Glauben an Jesus Christus gekommen war, interessierte mich neben der Seelsorge ganz besonders der Heilungsdienst.

Als in Weil ein HealingRoom22 (Heilungsraum) gegründet wurde, war ich sofort Feuer und Flamme; von Anfang an besuchte ich begeistert jedes Seminar und jede Fortbildung zur Vorbereitung auf die neue Aufgabe. Besonders wertvoll war mir die Lehre über Gebetsseelsorge23, die konnte ich bald auch in der gemeinsamen Eheberatung mit Martin einbringen. In unserem HealingRoom treffen sich einmal in der Woche Männer und Frauen jeden Alters aus verschiedenen christlichen Gemeinden, um für Kranke zu beten. Nach einer intensiven geistlichen Vorbereitungszeit mit Abendmahl werden die Beter in Zweiergruppen eingeteilt, um dann einzelnen Menschen zu dienen. Vor jedem Gespräch bitten sie Gott um Eindrücke vom Heiligen Geist.

21 Im Gebet können in unserem Inneren spontan prophetische Bilder und Eindrücke entstehen, von denen wir klar spüren, dass sie nicht aus uns selbst kommen. Was ich in Frankfurt über meinen Vater sah, war solch ein prophetisches Bild; hinzu kam der Eindruck (Gedanke, „Blitzgedanke“), dass ich mich um ihn kümmern solle.

Bei prophetischen Bildern und prophetischen Eindrücken spürt der Empfangende, dass sie nicht aus dem eigenen Denken kommen noch aus der eigenen Erfahrung, Erinnerung oder gar Fantasie, sondern vom Heiligen Geist geschenkt worden sind; deshalb spricht man dann von „Geistesgaben“, Gaben des Heiligen Geistes.

Die Geistesgaben (vgl. insbesondere 1. Korinther 12,1–11) sind sogenannte Dienstgaben; das heißt: Sie sind dazu da, anderen Menschen in Liebe zu dienen. Durch die Kraft des Heiligen Geistes in uns können Wunder unterschiedlichster Art geschehen, wie in 1. Korinther 12 und in der Apostelgeschichte zu lesen – so kann es durch Gebet zu erstaunlichen inneren und äußeren Heilungen kommen.

22 Etwa 1914 erhielt der Kanadier John G. Lake (1870–1935) von Gott den Auftrag, von Südafrika nach Spokane (USA) zu ziehen, um den Kranken Amerikas zu dienen. Mit anderen Christen zusammen richtete er dort „Healingrooms“ ein, dort wurde für Kranke gebetet; schon nach wenigen Jahren gab es Tausende dokumentierter Heilungen und bald darauf wurde Spokane zur „gesündesten Stadt der Welt“ erklärt.

In den 1980er-Jahren eröffnete Cal Pierce die Healingrooms neu und wieder erlebten Tausende eine heilsame Gottesbegegnung. Seitdem sind weltweit Heilungsräume eröffnet worden, auch im deutschsprachigen Raum.

23 Diese Art von Seelsorge geht sehr in die Tiefe, auch sie geschieht mithilfe der Geistesgaben; dadurch können sogar frühkindliche Traumata heil werden.

Mit heilsamen Worten aus der Bibel, Worten des Trostes, manchmal aber auch der Ermahnung oder der Aufdeckung von Schuld, kann den Ratsuchenden geholfen werden. Es ist wunderbar zu erleben, wie die Bilder und Eindrücke der Beter bei den Hilfesuchenden oft auf Widerhall stoßen, Krankheitsursachen aufdecken und Blockaden lösen.

So dürfen wir als Team hautnah erleben, wie durch Gottes Liebe und Güte in Geist, Seele und Körper Heilungsprozesse in Gang kommen –manchmal geschieht die Heilung langsam und prozesshaft, mitunter aber auch sofort.

Fast immer spielen Vergebung und Versöhnung eine zentrale Rolle sowohl beim inneren Heilwerden als auch beim körperlichen Gesunden. Es ist erstaunlich, wie Menschen auf einmal frei atmen können, ihr ganzer Körper sich entspannt und ihr Gesicht zu strahlen beginnt, wenn sie Vergangenes loslassen, anderen die Schuld vergeben und sich für Versöhnung öffnen!

Bis heute erleben wir viele große und kleine Wunder – aber auch Enttäuschung bleibt nicht aus: Menschen mit chronischen psychiatrischen Erkrankungen konnten wir bisher selten dauerhaft helfen. Sie gehen zwar stets ermutigt und innerlich gestärkt nach Hause, kommen aber häufig wieder mit den gleichen Problemen, dankbar für die liebevolle Zuwendung, das Angenommensein und unser erneutes Gebet.

Auch unter den körperlich Kranken werden nicht alle geheilt – und körperliche Heilung ist auch nicht das Wichtigste. Wichtig ist, dass die Menschen eine Berührung von Gott erfahren, die ihnen in wenigstens einem ihrer Lebensbereiche weiterhilft. Besonders segensreich ist es, wenn die Hilfesuchenden selber Bilder und Eindrücke von Gott empfangen, die ihnen zeigen, dass Gott spürbar in ihr Leben eingreift.

Nicht selten erleben Menschen Gott hier zum allerersten Mal als liebenden Vater oder sie empfangen erstmals selbst einen Eindruck vom Heiligen Geist; oder ihnen wird eine Unversöhnlichkeit bewusst, die körperliche Krankheit ausgelöst oder bisher Heilung verhindert hat –, um nur wenige Beispiele zu nennen.

In Anhang C, „Krankheit und Heilung“, komme ich nochmals auf einige Aspekte dieses Themas zu sprechen.

Trisomie 22 – heute Gymnasiastin

Exemplarisch hier ein Bericht von unserem bisher sensationellsten Heilungswunder:

Eines Abends rief mich Sabine an. Sabine war Ende dreißig und völlig verzweifelt: Überraschend hatte sich bei ihr ein Baby angekündigt. Die Familienplanung war bereits abgeschlossen, doch hatte das Kleine vom ersten Augenblick an ihr Herz erobert – und nun durch den Praena-Test war eine schreckliche Nachricht über sie hereingebrochen: Das Kind leide an Trisomie 22. Dieser Gendefekt ist nicht therapierbar, er führt zu schwerster Mehrfachbehinderung, die betroffenen Babys kommen in der Regel tot zur Welt oder sterben nach wenigen Wochen.

Sabine wurde dringend zur Abtreibung geraten, sie war am Boden zerstört. Ich riet ihr, zum HealingRoom zu kommen und für sich beten zu lassen.

Ein Ehepaar mit starkem Glauben betete für Sabine und ihr ungeborenes Kind; anschließend waren alle drei überzeugt, dass ein Heilungswunder geschehen war: In ihrem Herzen hatten sie das heilsame Wirken von Jesus gespürt.

Es war Gnade pur, dass Sabine an diesem Glauben festhalten konnte; denn kurz darauf wurde die schreckliche Diagnose erneut medizinisch bestätigt – und wieder wurde sie geradezu dazu gedrängt, das Kind möglichst rasch abzutreiben.

Die kleine Marina kam als zwar als Frühchen zur Welt, war aber kerngesund. Die Ärzte wollten es nicht glauben; sie untersuchten die Nachgeburt und konnten in 75 Prozent der Zellen Trisomie 22 nachweisen. So etwas hatten sie noch nie erlebt, sie bezeichneten das gesunde Baby als glattes Wunder.

Nicht nur die Eltern, unser ganzes Team war überglücklich und äußerst ermutigt. Marina ist gesund und munter, sie besucht erfolgreich das Gymnasium.

Im selben Verlag erschienen:

Was wurde aus der Kraft, die vor 2000 Jahren die ersten Christen auszeichnete? Peter Ischka wollte es wissen – und begab sich auf den Spuren von Paulus auf eine leidenschaftliche Suche nach der Kraft des Glaubens. Herrliche Panoramabilder begleiten den spannenden Text.

Geschichte und Gegenwart verschmelzen: Istanbul, Konstantinopel, die Höhlenkirchen der Kappadokier – und die apokalyptischen Orte.

An der türkischen Südküste sollte Peter Ischka vieles selbst erleben, wovon in der Apostelgeschichte berichtet wird: Er bekommt den „Auftrag“, einen wegen seiner Bekehrung Eingesperrten aus dem Gefängnis zu befreien. Lesen Sie, wie das Unmögliche geschah.

Am Tag darauf: Kirschgroße Nierensteine verschwinden nach schlichtem Gebet. Muslime erleben Träume und Visionen von Jesus, sogar ein störrischer Esel wird von dieser Kraft berührt.

DIESES BUCH

LIEST SICH WIE

DIE FORTSETZUNG

DER APOSTELGESCHICHTE

Gebunden, 160 S.,17 x 26 cm, 80 Farb- und 34 SW-Bilder

Best.-Nr: 453.3778 ISBN 978-3-944764-01-6

Leseprobe auf www.edition-pji.com ¤ 17,95

Von klein auf kämpft Susanna mit massiver Minderwertigkeit und Unsicherheit.

Sexueller Missbrauch, unglaubwürdige Frömmigkeit, Ablehnung, Enttäuschungen ziehen sie vom Glauben weg auf ungewöhnliche spirituelle Wege und zu einer permanenten Suche nach Liebe und Halt.

Endlich am ersehnten Ziel angekommen, findet sich die engagierte Lehrerin in einer desolaten, missbräuchlichen Ehe wieder. Trotz sorgfältig geplanter Flucht verliert sie die Kinder – ihr schlimmster Albtraum wird bittere Realität, sie stürzt in tiefe Verzweiflung. Ein unerbittlicher Kampf ums Sorgerecht droht die Kinder zu zerreißen. Da trifft Susanna eine schwerwiegende Entscheidung ...

Eine spannungsgeladene Biografie, eingebettet in die sozialen und politischen Hintergründe der 1940er- bis 1980er-Jahre.

Susanna Hugsinger

Authentisch schockierend Mut machend

ISBN 978-3-944764-68-9

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