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FUNDAMENTE DES CHRISTLICHEN GLAUBENS – Tägliche Andachten (Herbst)

Ursprünglich auf Englisch veröffentlicht unter dem Titel Foundations for Christian Living

© 2011 by Derek Prince Ministries – International © der deutschen Fassung: 2022 Internationaler Bibellehrdienst e. V. D-83308 Trostberg

Übersetzung: Janine Tracy

Umschlag und Layout:

Ewald Sutter, Azar GbR

Druck: CPI books GmbH, 25917 Leck Coverfoto: cocoparisienne | pixabay.com

ISBN: 978-3-944602-50-9

1. Auflage Mai 2022

IBL-Deutschland

Söldenhofstr. 10 83308 Trostberg

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Alle Bibelzitate stammen aus der Schlachter 2000 Bibel, es sei denn, sie sind anderweitig gekennzeichnet.

Alle Rechte, auch die Übertragung in fremde Sprachen, sind vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf ohne schriftliche Genehmigung des Internationalen Bibellehrdienstes e.V. in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder ein anderes Verfahren), auch nicht für Unterrichtsgestaltung, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Derek Prince

TÄGLICHE ANDACHTEN HERBST

FUNDAMENTE

DES CHRISTLICHEN GLAUBENS

40. WOCHE

Unterschiedliche Schicksale nach dem Tod

MERKVERS

„Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat.“

(Pred 12,7; ELB)

Das dreieinige Wesen des Menschen

In dieser Woche werden wir im Detail untersuchen, was die Bibel über die Auferstehung der Toten lehrt.

Der erste Punkt, der klar festgestellt werden muss, ist, dass der Teil des Menschen, der auferweckt werden soll, sein Körper ist – nicht sein Geist oder seine Seele. Genauer gesagt, ist die Auferstehung, von der die Bibel spricht, eine Auferstehung des Körpers.

Um zu verstehen, was das bedeutet, ist es notwendig, kurz das gesamte Wesen des Menschen zu analysieren, wie es in der Bibel offenbart wird.

Paulus sprach das folgende Gebet für die Christen in Thessalonich:

„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes [Wesen], der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus!“ (1 Thess 5,23)

Im ersten Teil dieses Verses verwendet Paulus die Formulierung „heilige euch durch und durch“. Das zeigt, dass es ihm um die gesamte Natur oder Persönlichkeit eines jeden Christen geht, für den er betet. Im zweiten Teil des Verses zählt Paulus die drei Elemente auf, aus denen die Gesamtnatur oder Persönlichkeit des Menschen besteht: Geist, Seele und Leib.

Wieder lesen wir:

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein.“ (Heb 4,12)

Dieser Vers gibt die gleiche Dreiteilung der Gesamtpersönlichkeit des Menschen in Geist, Seele und Leib wieder. In diesem Fall wird der Körper durch die hier erwähnten physischen Teile repräsentiert, d. h. durch das Mark und das Bein (Knochen).

GEBET

Herr,

ich danke Dir für Dein Wort, das mein ganzes Wesen durchdringt. Und danke auch dafür, dass Du mir durch Dein Wort zeigst, ob es noch Bereiche in meinem Leben gibt, in denen mein Leben nicht den Erwartungen entspricht, die Dein Wort an mich stellt. Heilige mich und reinige mich, Herr, damit ich vor Dir wandle und handle, wie es Dir gefällt.

Amen!

Wir sind nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen

Zum weiteren Verständnis des Aufbaus der Gesamtpersönlichkeit des Menschen können wir uns dem ursprünglichen Bericht über die Schöpfung des Menschen zuwenden, der am Anfang der Bibel steht.

„Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich.“ (1 Mose 1,26)

In diesem Vers werden zwei Worte verwendet, um die Beziehung des Menschen, des Geschöpfes, zu Gott, dem Schöpfer, auszudrücken. Das erste Wort ist Bild, das zweite ist ähnlich (oder Gleichnis).

Das ursprüngliche hebräische Wort, das hier mit „Bild“ übersetzt wird, wird an vielen anderen Stellen des Alten Testaments mit „Schatten“ übersetzt. Im modernen Hebräisch kommt dieselbe Wurzel heute in der verbalen Form vor, die „sich fotografieren lassen“ bedeutet. Diese anderen Assoziationen des Wortes weisen darauf hin, dass es sich hier bei der Erschaffung des Menschen in erster Linie auf die äußere Form oder das Aussehen des Menschen bezieht. Sogar in der äußeren Form des Menschen gibt es eine Entsprechung zwischen dem Menschen und Gott, die in der niederen Tierschöpfung nicht zu finden ist.

Die Entsprechung zwischen Mensch und Gott geht jedoch über die bloße äußere Form hinaus. Das zweite hebräische Wort, das hier verwendet wird und mit „ähnlich“ übersetzt wird, ist in seiner Anwendung viel allgemeiner. Es bezieht sich auf die gesamte Persönlichkeit des Menschen. Es weist darauf hin, dass es eine Entsprechung zwischen

dieser Gesamtpersönlichkeit des Menschen und dem Wesen oder der Natur Gottes selbst gibt.

Ein wichtiger Aspekt dieser Übereinstimmung zwischen der Natur Gottes und der Natur des Menschen liegt in der Offenbarung der drei Elemente der Gesamtpersönlichkeit des Menschen – Geist, Seele und Körper. Wir können also sagen, dass der Mensch ein dreifaltiges Wesen ist – eine Gesamtpersönlichkeit, die jedoch aus den drei konstituierenden Elementen Geist, Seele und Körper besteht.

Entsprechend offenbart die Bibel auch, dass das Wesen Gottes dreifaltig ist – das heißt, es gibt nur einen wahren Gott, doch innerhalb dieser einen Gottheit erkennen wir die drei verschiedenen Personen des Vaters, des Sohnes und des Geistes.

Die Bibel stellt uns also eine Ähnlichkeit oder eine Übereinstimmung zwischen der gesamten Persönlichkeit des Menschen und dem gesamten Wesen Gottes vor. Wir können diese Entsprechung zwischen dem Menschen und Gott kurz wie folgt zusammenfassen: Die Bibel offenbart einen dreifaltigen Menschen, der nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geschaffen wurde.

GEBET

Himmlischer Vater,

was für ein Segen und ein Vorrecht ist es, dass unser ganzes Wesen tatsächlich dem Deinen entspricht. Das ist so anders als das, was heute allgemein in der Welt gelehrt wird, nämlich dass der Mensch eine Tierart wäre. Danke, dass wir uns wesentlich von ihnen unterscheiden, weil wir Dir ähnlich sind!

Amen!

Die Auferstehung ist eine Auferstehung unseres Körpers

In 1 Mose erfahren wir weitere Einzelheiten über die ursprüngliche Erschaffung des Menschen.

„Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.“ (1 Mose 2,7)

Hier sehen wir, dass die Gesamtpersönlichkeit des Menschen ihren Ursprung in zwei absolut unterschiedlichen und getrennten Quellen hat. Der physische, materielle Teil des Menschen – sein Körper – wird aus dem Staub der Erde geformt. Der unsichtbare, immaterielle Teil des Menschen hat seinen Ursprung im Atem (Odem) des allmächtigen Gottes. Dieser unsichtbare, immaterielle Teil des Menschen wird hier „die Seele“ genannt. Wie wir bereits gesagt haben, wird er jedoch an anderen Stellen der Heiligen Schrift ausführlicher als die Kombination von Geist und Seele definiert.

Die Bibel weist darauf hin, dass Geist und Seele nicht identisch sind, sondern zwei verschiedene Elemente darstellen, die zusammen den immateriellen Teil des Menschen bilden. Es liegt jedoch außerhalb des Rahmens der vorliegenden Studie, eine genaue Abgrenzung zwischen dem Geist und der Seele des Menschen zu definieren.

Für unsere Zwecke reicht es aus, wenn wir sagen, dass die Gesamtpersönlichkeit des Menschen zwei verschiedene ursprüngliche Quellen hat: 1) Der physische, materielle Teil des Menschen (sein Körper) ist

von unten – von der Erde. 2) Der unsichtbare, immaterielle Teil des Menschen (sein Geist und seine Seele) ist von oben – von Gott selbst.

Beim Tod wird das unsichtbare, immaterielle Element des Menschen (sein Geist und seine Seele) aus seinem irdischen Gefäß befreit.

Danach wird der materielle Teil des Menschen (sein Körper) durch den Prozess der Bestattung wieder in die Erde zurückgebracht, aus der er gekommen ist, und kehrt durch Zersetzung wieder zu seinen ursprünglichen Elementen zurück. Selbst wenn es keine eigentliche Bestattung gibt, ist der Körper des Menschen nach dem Tod immer einem Prozess des Zerfalls oder der Verwesung unterworfen, der ihn schließlich wieder in seine ursprünglichen materiellen Elemente zurückführt. Folglich wird auch der Körper des Menschen durch die Auferstehung aus denselben materiellen Elementen wieder auferstehen.

GEBET

Herr, wir danken Dir für Dein Wort, das uns den gesamten Prozess zeigt, was mit uns geschieht, auch nach dem Tod. Und danke, dass dies für Christen eine Botschaft der Hoffnung und des ewigen Lebens ist. Bitte hilf mir, für viele Menschen in meiner Umgebung ein Zeugnis dieser Wahrheit zu sein.

Amen!

Der Geist des Menschen getrennt von seinem Körper

Nirgendwo in der Bibel wird angedeutet, dass der immaterielle Teil des Menschen – sein Geist und seine Seele – nach dem Tod denselben Prozessen der Beerdigung und Verwesung ausgesetzt sein wird, die auch den Körper erwarten. Im Gegenteil, an vielen Stellen der Schrift wird deutlich, dass das Schicksal des geistlichen Teils des Menschen nach dem Tod ein ganz anderes ist als das seines Körpers.

Die erste solche Stelle finden wir im Buch Prediger. „Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, damit Gott sie prüfe und damit sie einsehen, dass sie an und für sich [wie das] Vieh sind. Denn das Geschick der Menschenkinder und das Geschick des Viehs ist ein und dasselbe: Die einen sterben so gut wie die anderen, und sie haben alle denselben Odem, und der Mensch hat dem Vieh nichts voraus; denn es ist alles nichtig. Alle gehen an denselben Ort: Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt auch wieder zum Staub zurück. Wer weiß, ob der Geist des Menschen aufwärtssteigt, der Geist des Viehs aber abwärts zur Erde fährt?“ (Pred 3,18-21)

In Übereinstimmung mit dem gesamten Thema dieses Buches legt Salomo sein Hauptaugenmerk auf den physischen, materiellen Teil des Menschen – seinen Körper. Zu Recht weist er daher darauf hin, dass es in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen dem Schicksal des Menschen und dem der niederen Tiere beim Tod gibt. Nach dem Tod wird der Körper des Menschen, genau wie der jedes Tieres, in die Erde

zurückgebracht, aus der er stammt, und zerfällt dort wieder in seine Bestandteile.

Salomo weist aber auch darauf hin, dass diese Ähnlichkeit zwischen dem Schicksal des Menschen und dem der Tiere beim Tod mit dem physischen Körper endet. Sie gilt nicht für den Geist des Menschen. Der Geist des Menschen – sein immaterieller Teil – hat ein anderes Schicksal als der Geist der Tiere.

„... der Geist des Menschen aufwärtssteigt, der Geist des Viehs aber abwärts zur Erde fährt?“ (Pred 3,21)

GEBET

Vater,

danke, dass Du uns, wie Dein Wort in Psalm 2 sagt, „fast göttlich“ gemacht hast. Bitte hilf mir, in meinem Leben ein würdiger Vertreter meines himmlischen Vaters zu sein, denn Dein Wort sagt mir, dass ich wie Du aussehe. Danke für Deine Kraft dafür, jeden Tag.

Amen!

Der Geist in Erwartung des Gerichts

Gestern haben wir gelesen, wie Salomo beschreibt, wie der Atem des Menschen nach oben steigt, und der der Tiere zur Erde. Was ist unter dem Satz zu verstehen, den Salomo über den Geist des Menschen nach dem Tod des Körpers sagt? Er sagt: „Wer weiß, ob der Geist des Menschen aufwärtssteigt, …“.

Zunächst stellen wir fest, dass dies mit dem Bericht über die Erschaffung des Menschen übereinstimmt, aus dem hervorgeht, dass der Körper des Menschen von unten, von der Erde, kam, sein Geist aber von oben, von Gott (siehe 1 Mose 2,7). Da der Geist des Menschen beim Tod vom Körper befreit wird, ist die Richtung seines Geistes wieder nach oben gerichtet – zu Gott.

In Prediger 12,7 kehrt Salomo zum Thema Tod zurück und sagt:

„Und der Staub wieder zur Erde zurückkehrt, wie er gewesen ist, und der Geist zurückkehrt zu Gott, der ihn gegeben hat.“ (Pred 12,7)

So ist die Lehre Salomos in Prediger über die Bestimmung des menschlichen Geistes nach dem Tod kurz aber klar und stimmt mit Hinweisen in vielen anderen Stellen der Schrift überein. Nach dem Tod kehrt der Körper des Menschen in den Staub zurück, aber die Bestimmung seines Geistes ist nach oben gerichtet, zu Gott.

Was geschieht, wenn der Geist des Menschen beim Tod aus dem Körper freigesetzt wird und vor Gott, den Schöpfer, gebracht wird?

Es scheint keine eindeutige Offenbarung der Heiligen Schrift zu diesem Punkt zu geben. Die Schrift ermöglicht es uns jedoch, in diesem Zusammenhang zwei eindeutige Grundsätze aufzustellen. Erstens:

Diese Erscheinung des Menschengeistes vor Gott ist nicht das endgültige Gericht, das erst nach der Auferstehung stattfinden wird. Zweitens: Die Geister der Bösen und Gottlosen können keinen dauerhaften Zugang zur Gegenwart Gottes haben.

Daraus können wir schließen, dass das Erscheinen des Menschengeistes vor Gott unmittelbar nach dem Tod vor allem einen Zweck hat: das göttliche Urteil zu vernehmen, das jedem Geist den Zustand und den Platz zuweist, den er vom Zeitpunkt des Todes bis zur Auferstehung und zum endgültigen Gericht einnehmen muss. Danach wird jeder Geist in den ihm zugewiesenen Zustand und an den ihm zugewiesenen Ort versetzt und verbleibt dort, bis er bei der Auferstehung des Leibes wieder zurückgerufen wird.

GEBET

Vater,

danke, dass nicht nur für dieses Leben hier auf der Erde meine Zukunft sicher ist, sondern dass dies auch für meine weitere Zukunft gilt, nämlich dass ich nach meinem Tod für immer in Deiner Herrlichkeit sein darf. Danke, dass ich aufgrund dieser wunderbaren Erkenntnis beruhigt sein und mich auf Dein Kommen freuen kann, Herr Jesus!

Amen!

Die Gerechten getrennt von den Bösen

Wie ist der Zustand der verstorbenen Geister in dieser Zeit zwischen Tod und Auferstehung? Zweifellos gibt es darüber vieles, was Gott in der Bibel nicht zu offenbaren bereit war. Zwei Tatsachen werden jedoch deutlich gemacht: 1) Nach dem Tod gibt es eine vollständige und dauerhafte Trennung zwischen den verstorbenen Geistern der Gerechten und der Bösen. 2) Der Zustand der verstorbenen Geister der Gerechten war in der Zeit vor dem Tod und der Auferstehung Christi anders als jetzt, in der gegenwärtigen Zeit.

Über diese beiden eindeutig feststehenden Tatsachen hinaus lüftet die Bibel von Zeit zu Zeit einen Teil des Schleiers zwischen dieser Welt und dem Jenseits und gewährt uns einen kurzen Blick auf das, was jenseits davon liegt.

Ein Beispiel dafür ist der biblische Bericht über das Gericht Gottes über den unterdrückenden König von Babylon.

„Das Totenreich [Scheol] drunten gerät in Aufregung wegen dir, in Erwartung deines Kommens; er stört deinetwegen die Schatten auf, alle Anführer der Erde; er lässt von ihren Thronen aufstehen alle Könige der Heidenvölker. Sie alle ergreifen das Wort und sprechen zu dir: Auch du bist kraftlos geworden wie wir, bist uns gleich geworden!“ (Jes 14,9-10)

Dieser Bericht enthüllt bestimmte Fakten über den Zustand der verstorbenen Geister. Sie besagt nicht, dass sie ein Bewusstsein von den gegenwärtigen Ereignissen auf der Erde haben. Sie zeigt jedoch, dass es zumindest eine gewisse Erinnerung an Ereignisse gibt, die sich während des irdischen Lebens dieser verstorbenen Geister ereignet haben.

Darüber hinaus ist klar, dass die Persönlichkeit nach dem Tod intakt bleibt, dass eine Person von einer anderen erkannt wird, dass es eine Kommunikation zwischen einer Person und einer anderen gibt und dass es ein Bewusstsein für die gegenwärtigen Bedingungen an diesem Ort der verstorbenen Geister gibt. Darüber hinaus besteht in gewissem Maße eine Übereinstimmung zwischen dem Zustand eines Menschen in dieser Welt und seinem Zustand im Jenseits. Diejenigen, die in dieser Welt Könige waren, werden auch in der nächsten Welt als Könige anerkannt.

Ein ähnliches Bild wird uns vom Abstieg des Geistes des verstorbenen Königs von Ägypten in den Scheol (Totenreich) gegeben (siehe Hes 32,17-32).

„Menschensohn, erhebe eine Wehklage über die Menge in Ägypten und lass sie mit den Töchtern mächtiger Völker hinabfahren in die untersten Örter der Erde, zu denen, die in die Grube hinabgefahren sind. Wen übertriffst du an Lieblichkeit? – Fahre hinab! Lege dich zu den Unbeschnittenen!“ (Hes 32,18-19)

Der König von Ägypten wurde von den Geistern anderer großer Männer empfangen, die vor ihm in die Grube hinabgestiegen waren.

Dieser Abschnitt zeigt, dass er dieselben Merkmale aufweist, die bereits in der Passage aus Jesaja erwähnt wurden. Es gibt ein Fortbestehen der Persönlichkeit, das Erkennen einer Person durch eine andere, die Kommunikation zwischen einer Person und einer anderen und das Bewusstsein der gegenwärtigen Bedingungen an diesem Ort der verstorbenen Geister.

GEBET

Vater, ich weiß zwar nicht, wie es genau sein wird, aber mit der Ermutigung des Paulus, wie er an die Römer schreibt, sage ich: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben – dass wirklich nichts – mich jemals von Deiner Liebe trennen kann, die Du mir durch das Opfer Deines Sohnes Jesus ein für alle Mal bewiesen hast. Ich danke Dir, Herr! Amen!

Lazarus war an einem Ort der Ruhe

Wenden wir uns nun dem Neuen Testament zu und sehen wir, welches weitere Licht auf das Schicksal des geistigen Teils des Menschen nach dem Tod geworfen wird. Die erste neutestamentliche Stelle, die wir betrachten wollen, ist die wohlbekannte Geschichte des Bettlers Lazarus, der täglich am Tor des reichen Mannes gelegen hatte (siehe Lk 16,19-31). Es gibt keinen Hinweis darauf, dass diese Geschichte nur ein Gleichnis ist. Sie wird von Christus selbst als eine tatsächliche historische Begebenheit erzählt, die sich irgendwann vor diesem Zeitpunkt des irdischen Wirkens Christi ereignet hat – also in der Zeit vor Christi Tod und Auferstehung. Im Folgenden beschreibt Christus das Schicksal von Lazarus und dem reichen Mann nach ihrem Tod.

„Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er den Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme! Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt. Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, sodass die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.“ (Lk 16,22-26)

Vieles in diesem Abschnitt bestätigt die Schlussfolgerungen, die wir bereits aus dem Alten Testament gezogen hatten. Nach dem Tod kehrt

der Körper durch das Begräbnis zur Erde zurück, aber der Geist geht in eine neue Art der Existenz über. In dieser Existenz nach dem Tod bleibt die Persönlichkeit bestehen; eine Person wird von einer anderen erkannt; es gibt ein Bewusstsein für die gegenwärtigen Verhältnisse. Es gibt auch eine gewisse Erinnerung an das vorherige Leben auf der Erde. Dies geht aus den Worten Abrahams an den reichen Mann hervor: „Sohn, bedenke ...“

All dies stimmt mit dem Bild überein, das im Alten Testament gegeben wird. Der Bericht bei Lukas fügt jedoch eine weitere, sehr wichtige Tatsache hinzu. Nach dem Tod ist das Schicksal der Geister der Gerechten ganz anders als das der Geister der Bösen. Sowohl Lazarus als auch der reiche Mann befanden sich im Reich der verstorbenen Geister, das im Hebräischen „Scheol“ und im Griechischen „Hades“ genannt wird, aber ihre Schicksale dort waren ganz unterschiedlich. Der Geist des reichen Mannes befand sich an einem Ort der Qualen, der Geist des Lazarus an einem Ort der Ruhe. Zwischen diesen beiden Orten befand sich eine unüberwindbare Kluft, die von keiner Seite aus überquert werden konnte.

Der Ort der Ruhe, der für die verstorbenen Geister der Gerechten vorgesehen ist, wird hier „Abrahams Schoß“ genannt. Dieser Titel deutet darauf hin, dass dieser Ort für die Geister all derer bestimmt ist, die auf ihrer irdischen Pilgerreise den Spuren des Glaubens und des Gehorsams gefolgt sind, die Abraham vorgezeichnet hat, der deshalb „der Vater aller Gläubigen“ genannt wird.

GEBET

Himmlischer Vater, ich möchte Dir erneut danken, dass meine Zukunft in der Ewigkeit in Jesus Christus gesichert ist. Und heute möchte ich für meine ganze Familie und besonders für die jungen Leute bitten, dass Du sie ermutigst, eine ähnliche Entscheidung zu treffen, die ihre Zukunft hier auf der Erde, aber auch später im Himmel sichert. Amen!

Über den Autor

Derek Prince (1915–2003) wurde als Sohn britischer Eltern in Indien geboren. Er erhielt eine humanistische Ausbildung mit Griechisch und Latein am Eton College und am King’s College, Cambridge, in England. Nach seiner Promotion erhielt er ein Fachlektorat (vergleichbar mit einer Professur) in Antiker und Moderner Philosophie am King’s College. Prince studierte ferner Hebräisch, Aramäisch und moderne Sprachen in Cambridge und an der Hebrew University in Jerusalem. Als Student war er ein Philosoph und selbsternannter Agnostiker.

Als er während des 2. Weltkrieges im Britischen Sanitätsdienst war, begann Prince die Bibel als „ein philosophisches Werk“ zu studieren. Bekehrt durch eine machtvolle Begegnung mit Jesus Christus, wurde er ein paar Tage später im Heiligen Geist getauft. Auf Grund dieser Begegnung kam er zu zwei Schlussfolgerungen: Erstens, dass Jesus Christus lebt; zweitens, dass die Bibel ein wahres, relevantes und aktuelles Buch ist. Diese Schlussfolgerungen veränderten sein gesamtes Leben, das er von da an dem Studieren und Lehren der Bibel als dem Wort Gottes widmete.

Als er 1945 in Jerusalem aus dem Militärdienst entlassen wurde, heiratete er Lydia Christensen, die dort Gründerin eines Kinderheims war. Durch ihre Heirat wurde er damit augenblicklich Vater ihrer acht Adop-

tivtöchter, von denen sechs jüdischer, eines palästinensisch-arabischer und eines englischer Abstammung waren. Gemeinsam erlebte die Familie die Wiedergeburt des Staates Israel 1948. In den späten 1950-iger Jahren adoptierten sie eine weitere Tochter als Prince als Leiter einer pädagogischen Hochschule in Kenia tätig war.

1963 wanderte die Familie Prince in die Vereinigten Staaten aus und er wurde Pastor einer Gemeinde in Seattle. Im Jahr 1973 wurde Prince einer der Gründer von „Intercessors for America“. Sein Buch Shaping History through Prayer and Fasting (deutscher Titel: Die Waffe des Betens und Fastens) machte vielen Christen weltweit ihre Verantwortung bewusst, für ihre Regierungen zu beten. Viele sind der Meinung, dass die Untergrundübersetzungen dieses Buches maßgeblich zum Zusammenbruch der kommunistischen Regime in der UdSSR, Ostdeutschland und in der Tschechoslowakei beigetragen haben.

Lydia Prince starb 1975 und Prince heiratete Ruth Baker (eine alleinstehende Frau mit drei adoptierten Kindern) 1978. Wie schon seine erste Frau traf er seine zweite Frau, als sie dem Herrn in Jerusalem diente. Ruth starb im Dezember 1998 in Jerusalem, wo sie seit 1981 gelebt hatten.

Bis wenige Jahre vor seinem eigenen Tod in 2003 im Alter von 88 Jahren, fuhr Prince unbeirrt mit dem Dienst, zu dem Gott ihn berufen hatte, fort, indem er um die Welt reiste, um Gottes offenbarte Wahrheiten zu vermitteln, für die Kranken und Leidenden zu beten und um seine prophetischen Eindrücke über Weltereignisse im Licht der Bibel zu teilen. Er ist international als Bibellehrer und geistiger Patriarch anerkannt, Derek Prince hat einen Lehrdienst gegründet, der sechs Kontinente umfasst und über 60 Jahre andauert. Er ist der Autor von mehr als 60 Büchern, 600 Audio- und 100 Videobotschaften, von denen viele in über 100 Sprachen übersetzt und veröffentlicht worden sind. Er war ein Vorreiter bei der Lehre solch bahnbrechender Themen wie Generationsflüche, der biblischen Bedeutung Israels und der Dämonenlehre.

Die Radiosendungen von Prince, mit denen er 1979 begann, wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt und berühren auch heute noch Leben. Dereks Hauptbegabung, nämlich die Bibel und ihre Lehren auf eine klare und einfache Weise zu erklären, half dabei, ein Fundament des Glaubens im Leben von Millionen aufzubauen. Seine nicht konfessionsgebundene Vorgehensweise machte seine Lehre für Menschen aller radikalen und religiösen Hintergründe gleichermaßen relevant und hilfreich und es wird geschätzt, dass seine Lehren mehr als den halben Globus erreicht haben.

Im Jahr 2002 sagte er: „Es ist mein Wunsch – und ich glaube es ist Gottes Wunsch – dass dieser Dienst die Arbeit fortsetzt, die Gott durch mich vor über 60 Jahren begonnen hat, bis Jesus wiederkommt.“

Derek Prince Ministries International erreicht weiterhin Gläubige in über 140 Ländern mit Dereks Lehrmaterial und erfüllt damit den Auftrag, weiterzumachen, „bis Jesus wiederkommt.“ Dies wird durch den Einsatz von mehr als 30 Derek Prince Büros weltweit, einschließlich Primärdiensten in Australien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Russland, Südafrika, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten erreicht. Für aktuelle Informationen über diese und andere Standorte weltweit besuchen Sie bitte www.derekprince.org.

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