Cunningham / Hamilton / Rogers
Warum nicht!
Loren Cunningham und David Joel Hamilton mit Janice Rogers
WARUM NICHT! Frauen in christlich-kirchlichen F端hrungspositionen
EDITION JMEM GUSTAV W INTER HERRNHUT
1. Auflage 2014 Copyright © 2000 Loren Cunningham und David J. Hamilton Für die deutsche Ausgabe © 2014 EDITION JMEM Die Originalausgabe erschien in Englisch unter dem Titel: Why not Women? A fresh look at scripture on women in missions, ministry and leadership Übersetzung: Eine ungenannte Dienerin des Herrn und Dörte Kleinsorge Vertrieb in Deutschland, der Schweiz, Österreich und anderen deutschsprachigen Ländern: EDITION JMEM Jugend mit einer Mission Haldenstraße 41 D-72213 Altensteig www.jmem.de/shop und im christlichen Buchhandel
Kontakt für Buchhandlungen: ASAPH Buch- & Musikvertrieb GmbH Postfach 2889 58478 Lüdenscheid Tel. 02351-9693-0 asaph@asaph.net
Herstellung: Gustav Winter Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH Printed in Germany / ISBN 9-78398163-280-4
Zum Titelbild: Wir haben uns bewusst für das Bild einer Frau entschieden, die ihren Weg ins Leben erkämpfen musste. Lizete dos Santos André ist ein ermutigendes Beispiel dafür, dass, trotz ihrer hoffnungslosen Ausgangssituation als Frau, ein Weg mit Gott in eine Zukunft mit großer Verantwortung und weit reichendem Einfluss möglich ist. »Lizete ist Anwältin und stammt aus Mosambik. Als Mitarbeiterin der Generalbundesanwaltschaft von Mosambik arbeitet sie an der Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschenrechte, besonders wo Minderjährige betroffen sind. Ihr Spezialgebiet ist der Menschenhandel und wie Betroffene und aus dem Menschenhandel befreite Opfer wieder in die Gesellschaft integriert werden können. Sie strebt einen weiteren Abschluss im internationalen Recht an und will sowohl in Afrika als auch auf der ganzen Welt für Gerechtigkeit in ihrem Fachbereich eintreten. Ihre Leidenschaft ist »to be a voice for the voiceless« (die Stimme für die Sprachlosen erheben). Lizete ist eine Frau, die die harte Seite des Lebens kennengelernt hat. Sie weiß nur zu gut was es bedeutet, nichts zu haben und schutzlos ausgeliefert zu sein. Sie wuchs in einem Stamm im Norden Mosambiks auf und musste alle, teilweise sehr schrecklichen Zeremonien und Bräuche, die diese Kultur für junge Mädchen vorsieht, über sich ergehen lassen. Heute weiß sie, dass Gott selbst diese fürchterlichen Erlebnisse zum Guten gebraucht. Gott gab ihr ein Herz für die Schwachen, Unterdrückten und besonders für die Kinder, die selbst keinen Fürsprecher haben. Für ihre Leidenschaft, Gerechtigkeit zu schaffen, steht sie immer wieder auf und kämpft. Sie wurde zu einer Stimme, die sich gegen Ungerechtigkeiten in ganz Afrika einsetzt. Diese starke Frau hat Glauben. Einen Glauben, den die Widerstände in dieser Welt nicht erschüttern können.« Weitere Infos über voice for the voiceless: http://avoice4.org/
WIDMUNG DES HERAUSGEBERS In einer meiner Bibeln machen die Übersetzer Eva zu Adams »Gehilfin«. Lediglich in der Fußnote steht klein gedruckt, dass es sich eigentlich um eine gleichwertige Partnerin handelt. Weltbilder gründen sich auf solch eine zu treffende aber nicht zutreffende Wortwahl und ziehen Leid und Missverständnisse nach sich, die für die Unterdrückung von Frauen in kirchlichen Strukturen lange Grundlage waren und in unserer Zeit dem Geschlechterkampf, Feminismus und Genderismus Öl aufs Feuer gießen. Dabei sind wir Menschen das Problem. Von jeher und mit unzähligen Beispielen verdeutlichend setzt Gott Frauen »ohne Ansehen des Geschlechts« in allen Lebenslagen ein auch wenn dies nicht in unsere theologischen Konzepte passen sollte. Dieses Buch will starre Positionen aufweichen. Dazu werden relevante Bibelstellen sorgfältig literarisch und theologisch betrachtet sowie der historische Kontext ausgeleuchtet. Der so entstehende Blick auf kultur-historische Zusammenhänge hilft, das eigene Weltbild zu hinterfragen und neu zu ordnen um Raum, viel Raum zu machen. Der Gott der Bibel sieht die Sache überraschend anders als wir. Die Veröffentlichung dieses Buches widme ich meiner Frau Kathrin, einer ausgezeichneten Leiterin, und damit stellvertretend all den wunderbaren, von Gott begabten und geliebten Frauen, die treu ihre Wege gehen und dabei Widerstand, Unverständnis und Anfeindung aushalten müssen. Ihr seid Helden.
Horst O. Koch Edition JMEM in Deutschland
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Inhalt
Dank ............................................................................. 8 Vorwort ......................................................................... 9 Es ist höchste Zeit! ...................................................... 12 Woher wissen wir, was wir glauben? ............................ 34 Gaben und Berufung ................................................... 57 Prophetinnen, Evangelistinnen und Lehrerinnen in der Bibel ................................................................. 73 Töchter der Pandora .................................................... 92 Töchter der Venus...................................................... 110 Evas Töchter .............................................................. 121 Das verzerrte Bild ...................................................... 131 Jesus riss die Mauern nieder ....................................... 144 Paulus stellte seine Welt auf den Kopf ....................... 169 50 n. Chr.: Das Evangelium kommt in die Sündenstadt ............... 185 Wer ist das Haupt? (Teil I zu 1. Korinther 11, 2 – 16) ............. 210 Beten und Prophezeien (Teil II zu 1. Korinther 11, 2–16) ........ 233 Sollen Frauen schweigen? (Teil I zu 1. Korinther 1, 26– 40) .... 244 Lernen, wie man dient (Teil II zu 1. Korinther 14, 26 –40) ...... 257 »Erlaube einer Frau das Lehren nicht« (Teil I zu 1. Timotheus 2, 1 – 15) ............................................ 271 Paulus’ gnädige Lösung (Teil II zu 1. Timotheus 2, 1–15) ...... 288 Auch weibliche Leiter (1. Timotheus 3, 1 –13) .................... 300 Ein Schlusswort von D. Hamilton .............................. 305 Ein Schlusswort von L. Cunningham .......................... 311 Empfohlene Hilfsmittel ............................................. 317 Fußnoten ................................................................... 320 Die Autoren .............................................................. 383
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Dank Wir möchten den vielen Menschen danken, die uns geholfen haben, dieses Buch Wirklichkeit werden zu lassen. Unser besonderer Dank geht an Curtis und Lucy Allen Larry Allen Retha Badenhorst Juanita Barton Cindy Bentch Baron Bettenhausen Tom Bloomer Randy Bremer Linda Bridges Bob und Millynne Brown Darlene Cunningham John Darnall Bob Dowds Evangelische Marienschwestern in Phoenix, Arizona Anete Ferreira Robin Fischer Jeff Fountain Dawn Gauslin François Gibert Len und Phyllis Griswold Christine Hamilton Keith und Marilynn Hamilton
John Henry Verdun und Mary Alice Hering Catherine Clark Kroeger Aimee Krol Sarah Lanier Barry und Renee Malina Howard Malmstadt Dennis und Carrie Martinoski Jimi Miller Matt Misselbeck Barbie Odom Jim Rogers Mike und Carol Saia Carol Scott Dean Sherman Ron und Judy Smith David und Sharon Swarr Paul und Bertha Swarr Larry und Carolyn Todd Carolyn van Cise Pam Warren Gerrit und Celeste Wolfaardt
Dieses Buch widmen wir unseren Töchtern und Enkeltöchtern. Mögen sie niemals eine menschliche Einschränkung ihrer göttlichen Bestimmung erleben.
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Vorwort
Heute habe ich Jenny getroffen. Sie leitet einen lokalen Dienst und trägt die Verantwortung einer Abteilung in einem nationalen Netzwerk. Sie ist im Rat der Pastoren und Institutionsleiter, der die geistliche Ausrichtung für Australien bestimmt. Steht ihre apostolische Pionierarbeit im Widerspruch zur Heiligen Schrift? Ist ihr prophetisches Lehren ein Eingriff in eine biblische Männerdomäne? Jenny wird von ihren männlichen Kollegen in der Stadt sehr geschätzt, aber ich weiß, dass in dieser Generation ein unterschwelliger Zweifel besteht. Frauen wie Jenny tragen normalerweise schmerzvolle Erinnerungen in sich, denn fast alle Frauen wurden irgendwann gering geschätzt oder abgelehnt. Wer kann dieses Problem lösen? Gibt es jemanden, dessen Weisheit nur auf lebenslanger praktischer Erfahrung gründet? Gibt es einen Gelehrten, dessen Werk einer genauen Prüfung standhält? Jemand, dessen Kenntnis des Urtextes der Bibel und der Kultur von damals ausreicht, um klar und eindeutig aufzuzeigen, was die Bibel über die Stellung der Frau sagt? Das ist viel verlangt! Doch das Buch, das Sie in der Hand halten, ist der Versuch von zwei Männern, uns biblische Einsichten in dieses schwierige Thema zu geben. Loren Cunningham, der Gründer einer der größten Missionsgesellschaften der Welt, und David Hamilton, ein begeisterter Bibellehrer, tragen mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Erfahrung dazu bei, dieses brisante Thema zu ergründen. In den 40 Jahren, die seit der Gründung von »Jugend mit einer Mission« vergangen sind, haben Loren
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und Darlene Cunningham hunderttausende junger Leute Männer und Frauen – zum Dienst gefördert. In Wort und Tat haben sie generationsbedingte, geschlechtliche und ethnische Barrieren durchbrochen. Sie haben in andere Menschen investiert, um sie in ihre von Gott gegebene Bestimmung zu führen. Sie haben diese Menschen ermutigt, dem Ruf Gottes zu folgen und ihre von Gott gegebenen Talente einzusetzen. Heute ist Loren Cunningham einer der führenden Leiter in christlicher Mission. Nach meinem Wissen ist er der Erste in der Geschichte, der mit dem Evangelium von Jesus Christus in jedem einzelnen Land der Erde gedient hat. Ich kenne niemanden, der wie er die ganze Welt in seinem Herzen trägt. Ständiges Reisen und Dienste bei allen »Konfessionen des Leibes Christi« gaben ihm eine einzigartige Sicht für die Möglichkeiten der Gemeinde, den großen Auftrag zu erfüllen. Gleichzeitig konnte er auch erkennen, welche Hindernisse den Traum Gottes vereiteln können. Die Breite seiner Perspektive in der Mission und die vielen Jahre der Zurüstung und Förderung von Leitern geben ihm die Autorität, die Kernfragen dieses Buches praktisch anzusprechen. Er hat vielen Leiterinnen die Tür zu Schlüsselpositionen im Leib Christi geöffnet. Nur wenige sind besser qualifiziert als er, um auf die Frage »Warum nicht auch Frauen?« zu antworten. Lorens Mitautor, David Hamilton, ist ebenfalls ein bewährter Missionar, der in mehr als hundert Ländern gedient hat. David liebt Sprachen. Er hat nicht nur mehrere moderne Sprachen erlernt, sondern auch die Originalsprachen der Bibel studiert. Ich habe niemanden gefunden, der das Thema dieses Buches so umfassend und tiefgreifend angeht wie David Hamilton. Alle Bibeltexte, die Frauen betreffen, hat er erforscht und mit der griechischen und römischen Geschichte verglichen. Er hat Literatur aus der Antike, von Homer bis in die Zeit der frühen christlichen Kirche, gründlich studiert. Ebenso durchfors-
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tete er die jüdisch-rabbinische Literatur der Mischnah und den Talmud, was Frauen betrifft. Für seine Doktorarbeit zu diesem Thema hat er mehr als vierhundert Bücher und Artikel aus der Bibliografie hinzugezogen. David ist ein brillianter Wissenschaftler und dennoch einer der demütigsten Menschen, die ich kenne. Ich vermute, dass niemand in den letzten zweitausend Jahren dieses Thema und die damit verbundenen schwierigen Fragen so detailliert ergründet hat wie er. Aufgrund seines Charakters und seiner konsequenten Nachfolge Jesu kann ich ihn nur empfehlen. John Dawson Gründer der Internationalen Koalition für Versöhnung Adelaide, Australien
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KAPITEL 1
Es ist höchste Zeit! Loren Cunningham
Ich habe einen Traum: Die aufstrebende Generation des Jahrtausendwechsels erwacht geistlich und bewegt die Welt! Ich sehe, wie das Evangelium endlich jede Person auf der Welt erreicht und jede Nation und Volksgruppe mit Jesus Christus vertraut wird. Der Apostel Simon Petrus hatte denselben Traum, und den Anfang seiner Erfüllung erlebte er am Pfingsttag.1 Der Prophet Joel sagte voraus, dass sich sein Traum in den letzten Tagen erfüllen werde, in denen Söhne und Töchter prophezeien würden.2 Der König David träumte denselben Traum und sagte voraus, dass ein großes Heer von Frauen die Gute Nachricht verkünden werde.3 In naher Zukunft wird das Herz der geistlichen Erweckung aus Menschen bestehen, die jetzt noch in der Universität – oder jünger – sind. Eine junge Generation, die nicht nur durch Musik und Mode, sondern auch durch gemeinsames Denken und die schnelle Verbindung per Internet weltweit verbunden ist. Diese Verbindung wird helfen, die Botschaft, die Jesus vor 2.000 Jahren gebracht hat, schnell zu verbreiten. Wenn ich mir das vorstelle sehe ich, wie jedes heranwachsende Mädchen weiß, dass es wertvoll und nach dem Bild Gottes gestaltet ist, und dass sie all das Potenzial entfalten kann, das Gott ihr mitgegeben hat. Ich sehe, wie der Leib Christi Leiter anerkennt, die der Heilige Geist beruft, also Menschen, die er begabt, gesalbt und bevollmächtigt hat – ohne Rücksicht auf Rasse, Farbe oder Geschlecht. Es wird eine Generation sein, die einfach fragt: »Wen möchte Gott
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einsetzen?« Es wird für Männer und Frauen eine totale Gleichberechtigung geben. Man wird auf die hören, die der Heilige Geist aussendet und ihnen folgen. Diese neue Generation wird nicht an die Tradition gebunden sein, die Frauen daran hindert, dem Ruf Gottes zu folgen, wie es in meiner Generation der Fall war. Stattdessen werden sie auf das Wort Gottes schauen, mit dem Wissen, dass der Heilige Geist nie etwas tun wird, was dem Wort widerspricht. Diese Generation, die die Bibel ohne kulturelle Scheuklappen studiert, wird entdecken, dass Gott sowohl Frauen als auch Männer gebraucht hat, um ihrer jeweiligen Generation die Gute Nachricht zu verkünden und Gottes Wort zu prophezeien. Lass dich vom Jetstream mitnehmen Manchmal müssen wir bereit sein, eine neue Richtung einzuschlagen. Vielleicht hilft ein Beispiel. Während ich dies schreibe, befinde ich mich in diesem Jahr auf meiner dritten Dienstreise um die Welt. In den mehr als vierzig Jahren, in denen ich ständig auf Reisen war habe ich etwas entdeckt: Wenn ich mit der Sonne nach Westen fliege, leide ich weniger unter dem Jetlag, als wenn ich in entgegengesetzter Richtung nach Osten fliege. Wenn ich die Zeitzonen westwärts überquere, kämpft mein Kopf nicht damit, in dem Land zu bleiben, das ich soeben verlassen habe. Wenn ich dagegen ostwärts ziehe, fliege ich mit dem Jetstream. Mein Flugzeug fliegt schneller, selbst wenn es in die Richtung geht, die gegen meine mentale Gewohnheit geht und also meinem Kopf zuwider ist. Ich glaube, das ist ein Vergleich für das, was der Herr mit dieser neuen Generation tun möchte. Anstatt wie bisher bequemen alten Wegen, Denkweisen und Traditionen zu folgen, wird sie umkehren und mit dem Jetstream, dem beschleunigenden Wind des Geistes, gehen und die schnelle Erfüllung
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des großen Auftrages sehen – wovon der Prophet, der Apostel und der König träumten – wovon Gott selbst träumt. Für die ältere Generation wird es sehr schwierig sein, die Wahrheiten dieses Buches überzeugend umzusetzen. Zu viele kulturelle Fesseln und traditionelle Hindernisse halten sie von der Erfüllung des Traumes zurück. Ein Beispiel: Ich war in der Hauptstadt einer bestimmten Nation und hörte von einer wichtigen Gebetsbewegung, die von Frauen in einem ihrer Häuser geleitet wurde. Diese Frauen beteten für verschiedene Leiter und erzielten dramatische Resultate. Die Frau des Premierministers lernte Jesus kennen. Verschiedene Kabinettsmitglieder kamen in das Haus, in dem die Frauen beteten, und übergaben ihr Leben Jesus. Doch dann war die Gebetsbewegung zu Ende. Warum? Einige Leute im Land begannen zu lehren, dass Frauen nicht in einem öffentlichen Gemeindedienst stehen und deshalb auch keine Gebetstreffen halten dürften, wenn nicht ein Mann dabei sei. Außerdem seien Frauen leichter zu täuschen als Männer und bräuchten deshalb »geistliche Deckung«, um als Gruppe beten zu können. Die Frauen waren damit zwar einverstanden, doch keiner der Männer war je erschienen, um ihnen diese »Deckung« zu geben. Deshalb wurden die Gebetstreffen abgesagt und eine wirkungsvolle Arbeit des Heiligen Geistes dadurch gestoppt. Diese Geschichte illustriert, was unser geistlicher Feind auf der ganzen Welt tut, meist jedoch auf subtilere Art und Weise. Ich reise normalerweise durch 30 bis 40 Länder pro Jahr und sehe solche Situationen überall. Dieser Angriff, der schon Jahrhunderte andauert, ist eine der Hauptkrisen der Kirche des 21. Jahrhunderts. Einige sagen, dass das Thema »Frauen im Dienst« das kontroverseste Thema ist, mit dem die Kirche seit der Reforma-
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tion konfrontiert ist. Oft argumentieren bibelgläubige Menschen eher mit Ärger als mit Liebe und Wahrheit darüber. Andere versuchen, es zu ignorieren und denken, das sei nicht ihr Thema, sondern ein nebensächlicher Konflikt. Doch dieses Thema ist kein bloßes Wortgefecht und keine Nebensache, sondern es berührt das Herz der Gemeinde selbst. Wenn wir das Thema der Frau und ihrer Rolle betrachten, betreten wir gleichsam eines der ältesten Schlachtfelder der Menschheit – es ist immer noch der Krieg der Schlange gegen die Frau. In dieser »Strategie der Schlange« gibt es interessante Aspekte, die wir miteinander näher betrachten wollen. 1. Der Angriff auf die Evangelisten Der Teufel weiß, dass seine Zeit begrenzt ist. Er tut was er kann, um die Vollendung des großen Auftrags hinauszuzögern. Eine seiner Taktiken ist, die Anzahl der Arbeiter zu reduzieren. Ich sehe das Thema »Frau im Dienst« aus der Sicht eines Missionsleiters mit vier Jahrzehnten Erfahrung. Zwei Drittel aller bibelgläubigen Christen sind Frauen. Fredrik Franson sagte: »Wenn zwei Drittel aller Christen von der Aufgabe zu evangelisieren ausgeschlossen sind, ist der Verlust für die Sache Gottes so groß, dass er schwer zu beschreiben ist.«4 Jesus hieß uns, die Augen zu öffnen, auf die Felder zu schauen und zu erkennen, dass die Ernte reif sei, doch gebe es nur wenige Arbeiter.5 Wenn wir das riesige Missionsfeld betrachten, vor dem wir stehen, und die winzige Arbeitstruppe, die wir aufbringen – warum sollten wir dann noch Arbeiter ausschließen, die Gott doch berufen hat? Wir brauchen nicht weniger Arbeiter, wir brauchen mehr! Doch der Feind versucht, die Anzahl der Erntearbeiter auf jede ihm mögliche Weise zu reduzieren. Ich glaube, dass er hinter der Verwirrung steckt, die wegen der Frau und ihrer
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aktiven Teilnahme am Dienst der Gemeinde entstanden ist. Und – traurig genug – es gibt Leute, die den Dienst der Frau verunglimpfen oder sogar verhindern, weil sie an der Tradition und an falsch interpretierten Schriftstellen hängen. So nehmen sie unwissentlich an der teuflischen Strategie teil. 2. Der Angriff auf die Männer und ihren Dienst Der Versuch, die Frauen am Gehorsam gegenüber Gottes Ruf in ihrem Leben zu hindern, scheint auf den ersten Blick nur gegen die Frauen gerichtet zu sein, doch wenn wir tiefer blicken, richtet er sich auch gegen die Männer. Der Feind appelliert an den Stolz der Männer, indem er ihnen suggeriert, die Frauen seien nicht ebenbürtig und weniger wert. Einige Kulturen nennen diese Haltung »Macho«, doch sie ist nichts anderes als Stolz. In den folgenden Kapiteln dieses Buches wird David zeigen, wie die Mächte der Finsternis Aristoteles, Plato und andere alte Philosophen dazu benutzt haben, den Gedanken zu verbreiten, Frauen seien geringer, ja »Untermenschen«. Diese Haltung fand bei einigen der alten jüdischen Rabbinern ein Echo, indem sie die gottgegebene Ebenbürtigkeit der Frau im Garten Eden gegen eine Sicht eintauschten, die der Frau einen weit geringeren Wert einräumte. All dies förderte den Stolz und die Überheblichkeit des Mannes. Die Sünde des Stolzes ist die Weigerung zu akzeptieren, wer man wirklich ist. Stolz beginnt, wenn man denkt, man sei besser als andere. Er ist die Grundlage für Rassismus, Nationalismus und viele andere »Ismen«. Stolz ist die Entscheidung, eine Lüge über sich selbst zu glauben. Stolz kann einen letztendlich zerstören. Luzifer stürzte gemäß Jesaja 14 auf Grund von Stolz von seinem Platz im Himmel. Jetzt greift der Teufel die Männer mit Stolz an, indem er ihnen erzählt, sie seien besser als die Frauen. Wegen einiger anatomischer Unterschiede suggeriert er ihnen, nur sie
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könnten bestimmte geistliche Dienste tun, zu denen Frauen nicht fähig seien. Du siehst die Resultate dieses Angriffs auf die Männer in den Gemeinden rund um die Welt. Geh in eine Gemeinde in Asien, Afrika, Lateinamerika, Europa, Nordamerika – irgendwo. Du wirst weit mehr Frauen als Männer finden. Und die wirklichen Gebetskämpfer des weltweiten Fürbittegebetsdienstes sind meistens Frauen. Warum? Weil Männer die Lüge geglaubt haben, sie stünden geistlich irgendwie über den Frauen. Der Stolz des Mannes stört seine Nähe zu Gott und behindert das Wachstum seines Dienstes. Manchmal haben Leiter versucht, ein besseres Gleichgewicht herzustellen, indem sie noch stärker an den Stolz der Männer appellierten. Die Kirche hat den Männern spezielle Titel, Stellungen, Kleidung und Geld gegeben, um Versammlungen zu leiten, die zum größten Teil aus Frauen bestehen. In vielen Teilen der Welt habe ich alleinstehende Männer gesehen, die Lohn für die Leitung einer Gemeinde bekommen, die nur mit Frauen gefüllt ist. Im Leib Christi wurden auch oft Leute vorgezogen, die zum Leiten noch nicht fähig waren. Junge, unerfahrene Männer wurden über geistlich fähigere Frauen gesetzt. Eine Missionarin in Asien wurde Jahr für Jahr als Leiterin abgelehnt und immer wieder jüngeren Männern unterstellt, obwohl sie ausgezeichnete Leiterqualitäten aufwies. Sie sagte: »Sechzehn Jahre lang versicherte man mir, ich hätte das Potential, aber ich wurde trotzdem nicht die Leiterin!« Sobald wir Gottes Offenbarung auf diesem Gebiet wirklich entdecken, werden wir die Männer zu dem befreien, was sie sein sollen: In geistlicher Kraft Leitende, Seite an Seite mit den Frauen. Dann werden unsere Gemeinden ein ausgewogenes Gleichgewicht an Männern und Frauen aufweisen, die Gott nachfolgen.
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3. Der Angriff auf die Frauen Schon seit dem Garten Eden, seit Gott Satan sagte, dass der Nachkomme der Frau seinen Kopf zertreten werde, hat der Teufel die Frauen auf der ganzen Welt grausam angegriffen. In Ländern mit biblischen Prinzipien geht es Frauen viel besser als in Ländern ohne christliches Erbe. Doch auch in Europa und Nordamerika erleiden Frauen öfter Ungerechtigkeit als Männer. In den Vereinigten Staaten verdienen Frauen immer noch nur 74 Prozent des Lohnes, den Männer für die gleiche Arbeit bekommen.6 Viele dieser Frauen haben Mühe, sich selbst und ihre Kinder durchzubringen – bedingt durch die steigende Scheidungsrate und Väter, die arbeitslos oder asozial sind und für ihre Kinder keinen Unterhalt bezahlen können. Dazu kommt, dass in diesem Jahr allein in den USA etwa 400.000 Teenagermädchen Mutter werden und ihr Kind ohne die Hilfe des jungen Mannes, von dem sie schwanger waren, aufziehen müssen.7 Diese Frauen sind immer noch besser dran als ihre über 100.000 Geschlechtsgenossinnen, die in diesem Jahr in den USA vergewaltigt werden.8 Viele weitere werden schon als kleine Mädchen von Männern belästigt; ungefähr eines von drei Mädchen wird sexuell missbraucht, bevor es das Erwachsenenalter erreicht.9 Niemand weiß, ob die Misshandlung von Frauen wirklich zunimmt, oder ob einfach mehr und genauer darüber berichtet wird. Mehr als 800.000 Frauen Amerikas werden in diesem Jahr von ihren Männern oder Freunden geschlagen. Mehr als 1.000 werden es nicht überleben.10 Wie trüb dieses Bild von den Frauen auch scheinen mag, wenn man Länder ohne christliches Erbe ansieht, wird es noch schlimmer. »World Vision« berichtet Folgendes:11 450 Millionen Frauen leiden aufgrund schlechter Ernährung während der Kindheit an körperlichen Behinderungen. In vielen Gesellschaften essen die Mädchen und ihre Mütter erst dann, wenn die Männer und Jungen satt sind.
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Frauen machen zwar die Hälfte der Weltbevölkerung aus, besitzen jedoch nur ein Prozent des Vermögens. Von den 1,3 Milliarden in Armut lebenden Menschen sind 70 Prozent Frauen. Für ein Mädchen ist es doppelt so wahrscheinlich, keine Schulbildung zu bekommen, wie für einen Jungen. Zwei Millionen Mädchen, meist in Afrika und im Mittleren Osten, werden durch Beschneidung verstümmelt, um ihre sexuelle Lust abzutöten. Falls sie diese Prozedur überleben, wachsen sie auf und sehen sich konfrontiert mit schmerzhaftem Geschlechtsverkehr, möglicher Unfruchtbarkeit und einer größeren Wahrscheinlichkeit, bei der Geburt eines Kindes zu sterben. Die Times schreibt:12 In Brasilien ist es erlaubter Mord, eine untreue Frau zu töten, umgekehrt jedoch nicht. In Russland kann die Anstellung in einem Büro für eine Frau beinhalten, dass sie mit dem Chef schlafen muss. In Indien kommt es vor, dass sich ein Mann mit seinen Eltern verschwört, die junge Braut zu töten, wenn er ihre Mitgift bekommen hat. Danach kann der junge Mann wieder heiraten und eine weitere Mitgift entgegennehmen. Es gibt jährlich sechstausend solcher Fälle, die Zahl ist steigend. Frauen ohne Identität Ein Gebiet der Welt liegt mir, was das Leiden der Frauen angeht, besonders schwer auf dem Herzen: Es sind die Länder in Nordafrika und im Mittleren Osten. In einem nordafrikanischen Flughafen habe ich vor ein paar Jahren etwas erlebt, das mich heute noch verfolgt. Ich schlenderte durch eine moderne Passage zollfreier Läden, die mit Luxusgütern angefüllt waren. Plötzlich kam ein dunkler Mann mit Stoppelbart durch den Eingang des Flughafens, eine junge Frau an einem dicken Seil um die Taille
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hinter sich her ziehend. Er riss sie hinter sich her, als ob sie eine Kuh wäre, und schrie sie fluchend an. Ich sah ihr Gesicht – keine Ahnung, warum es nicht verschleiert war – ein attraktives, intelligentes Gesicht voller Scham. Ich fragte mich, was ich tun sollte, schaute mich um und dachte, ein Wächter oder ein Polizist würde einschreiten. Mindestens 40 Personen, die Wächter inbegriffen, befanden sich hier in dieser gesicherten Umgebung, doch niemand achtete darauf. Niemand schien im Entferntesten zu bemerken, dass der Mann etwas Außergewöhnliches tat. Dann, nachdem er die Frau schnell durch die Passage gezogen hatte, war er verschwunden. Wer war diese Frau? War der Mann aus einem anderen arabischen Land hierher gekommen, um eine Frau einzukaufen? Oder hatte ich eben einen flüchtigen Blick auf den internationalen Sklavenhandel erhascht, der – obwohl verboten – andauert? Und warum war ich scheinbar der Einzige in diesem überfüllten Flughafen, der sich betroffen fühlte? Immer noch sehe ich das Gesicht dieser jungen Frau, das Demütigung und Verzweiflung widerspiegelte. Immer noch fühle ich die Frustration meiner totalen Ohnmacht. Ich konnte ihr nicht helfen. Bei einer andern Gelegenheit flog ich mit Swiss Air in die Hauptstadt eines der konservativsten Länder im Mittleren Osten. Als ich in Zürich an Bord des Flugzeugs ging, war es voll von Männern und Frauen in typisch westlicher Kleidung. Kurz vor der Landung begannen die Frauen zu den Toiletten zu laufen. Als sie wieder herauskamen, waren sie von Kopf bis Fuß in schwarze Gewänder, die Tschadors, gehüllt. Ich konnte nicht mehr unterscheiden, welche von ihnen welche gewesen war. Die Frauen hatten kein Gesicht und keine Identität mehr. Es waren nur noch anonyme, in Schwarz gehüllte Gestalten.
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Immer wieder schmerzt mich das Fehlen der Frauen an öffentlichen Orten in vielen mittelöstlichen Nationen. Die wenigen, die ich gesehen habe, waren von Kopf bis Fuß verhüllt. Stets eilten sie schweigend, schnell und geisterhaft durch die Straßen. Viele religiöse Obrigkeiten begrenzen Frauen am liebsten auf das Haus, in dem sie wohnen. In Afghanistan hatte die Taliban-Regierung Gesetze geschaffen, die Mädchen den Schulbesuch und Frauen die Arbeit außer Haus verboten. Sie verlangte sogar, die Fenster von Frauenwohnungen im Erdgeschoss schwarz zu übermalen! Einige der Frauen, die so in ihren Häusern eingesperrt waren, besaßen eine ausgezeichnete Schulbildung. Unverheiratete Frauen hatten keine Möglichkeit, sich selbst zu versorgen. Berichten gemäß begingen viele von ihnen Selbstmord. Wenn eine Frau ein religiöses Gesetz, das Frauen betrifft, übertritt (purdah), wird sie schwer bestraft, oft durch die eigenen Familienmitglieder, die ihr am nächsten stehen. In »Nine parts of desire« (Die neun Teile der Sehnsucht) berichtet eine britische Journalistin über die Hinrichtung einer jungen Frau in einem Parkhaus einer arabischen Hauptstadt im Jahre 1977. Eine Dokumentation ihrer Ermordung wurde über BBC ausgestrahlt und führte dazu, dass der britische Botschafter dieses Land verlassen musste. Was hatte die Frau verbrochen? Sie hatte versucht, aus dem Land zu fliehen, um einer erzwungenen Heirat zu entkommen.13 Vor ein paar Jahren habe ich ein Buch gelesen mit dem Titel »Princess« (Ich, Prinzessin aus dem Hause Al Saud)14, geschrieben von einem westlichen Reporter und einem anonymen weiblichen Mitglied einer wohlhabenden Familie aus dem Mittleren Osten. Im Buch erzählt die Frau von einer angesehenen Familie, die sich um ihren Swimmingpool versammelte, um zuzuschauen, wie der Vater eine seiner Töchter ertränkte. Was hatte die Tochter verbrochen? Sie hatte sich im geheimen mit fremden Menschen getroffen.15 Die-
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ses Buch erzählt auch von der Steinigung eines dreizehnjährigen Mädchens, das zuhause von einer Bande junger Männer vergewaltigt worden war. Ihre Peiniger gingen straffrei aus.16 Eine andere junge Frau wurde für den Rest ihres Lebens in einem isolierten Raum im obersten Stock des Hauses ihrer Familie eingesperrt. Der Raum war speziell abgedichtet, damit man ihr Schreien nicht hören konnte.17 Nicht alle Moslems behandeln Frauen schlecht. Tatsächlich gibt es viele, die Frauen Ehre und Respekt entgegenbringen. Persönlich glaube ich, dass diese unmenschlichen Praktiken nicht wirklich aus der Lehre einer Religion stammen. Sie sind kulturell übernommen und aus frühester Zeit weitergereicht worden – aus den Lehren der alten Griechen. Doch diese schrecklichen Praktiken sind in verschiedenen Nationen des Mittleren Ostens immer noch erlaubt und sogar gesetzlich verankert. In einigen Ländern werden weibliche Vergewaltigungsopfer wegen Ehebruchs ins Gefängnis geworfen, während ihre Peiniger keine Strafe erhalten.18 Ehrenmorde von Frauen und Mädchen nehmen sogar zu. Eine Frau muss nichts Unmoralisches getan haben, um getötet zu werden. Ihr Vater, ihr Ehemann, ihre Brüder oder ihre Onkel dürfen sie töten, wenn schlecht über sie geredet wird. Niemand weiß die genaue Anzahl von Ehrenmorden. In nur einer Region in einem dieser Länder wurden in einem Jahr 350 junge Frauen – einige nicht älter als zwölf – ermordet. Die beliebteste Methode, Frauen zur Rettung der Ehre zu töten, besteht darin, sie bei lebendigem Leib zu verbrennen oder mit Säure zu übergießen.19 Der geheime Holocaust Vor wenigen Jahren fand ich im letzten Teil der New York Times einen Artikel mit dem Titel »100 Millionen werden vermisst«20. Der Artikel erklärte, dass Demographen voraussa-
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gen können, wie viele Jungen und Mädchen wo auf der Welt geboren werden. Neuere Statistiken zeigen, dass in der aktuellen Generation tatsächlich 100 Millionen Mädchen vermisst werden. Sie wurden von ihren Familien aufgrund des Geschlechts getötet. Viele Millionen dieser Mädchen fehlen in Indien und China, wo Mütter routinemäßig abtreiben lassen, wenn sie erfahren, dass sie mit einem Mädchen schwanger sind. »Alle wollen einen Sohn, also machen sie eine Ultraschalluntersuchung, und wenn es ein Mädchen ist, lassen sie es abtreiben ... Die Ultraschall-Methode hat große Freude gebracht.«21 Andere Mädchen werden ausgetragen, zur Welt gebracht und dann zum Sterben ausgesetzt. Nach diesem Artikel ist ein anderer Grund für das Fehlen der 100 Millionen Mädchen der Tod durch Verwahrlosung. In vielen Entwicklungsländern tut die Familie alles Mögliche, um für einen kranken Sohn medizinische Hilfe zu bekommen. Doch wenn ein Mädchen krank wird, lässt man es oft sterben.22 Es ist wichtig zu bemerken, dass der Artikel der New York Times zeigt, dass diese Mädchen vor allem in der Bevölkerung nicht-christlicher Länder vermisst werden. Sogar in sehr ärmlichen, christianisierten Ländern von Afrika südlich der Sahara, in der Karibik und in Lateinamerika wächst die Anzahl der Mädchen normal mit der der Jungen.23 Nur die Länder mit eingeschränktem christlichem Erbe schlachten so viele Kleinkinder aufgrund ihres Geschlechts ab. Denken wir darüber nach. Ich habe diesen Artikel im letzten Teil der Zeitung gefunden. Da werden hundert Millionen Menschen getötet, und trotzdem ist für so eine Story kein Platz auf der Titelseite! Stattdessen nimmt der teuflische Anschlag auf Frauen in der ganzen Welt in aller Stille seinen Lauf. Die Degradierung der Frauen ist nicht nur ein Problem in fernen Ländern mit wenig christlichem Gedankengut, das
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Problem ist allgegenwärtig. Lesen wir die Notizen von Leuten aus westlichen Ländern: Der prominente Autor Kurt Vonnegut sagte: »Eine Frau auszubilden ist dasselbe, wie Honig über eine schöne Schweizeruhr zu gießen. Sie wird nicht mehr funktionieren.« Der ehemalige U.S. Vizepräsident Spiro Agnew sagte: »Drei Dinge sind schwer zu zähmen: der Ozean, ein Verrückter und Frauen. Vielleicht können wir den Ozean schon bald zähmen; doch Verrückte und Frauen brauchen ein bisschen länger.« Der ehemalige Tennisprofi Bobby Riggs sagte: »Frauen sind ungefähr fünfundzwanzig Prozent so gut wie Männer, deshalb sollten sie etwa fünfundzwanzig Prozent soviel Geld wie Männer verdienen.« Der frühere polnische Präsident Lech Walesa sagte: »Frauen sind da, damit man Spaß mit ihnen hat. In der Politik sehe ich Frauen nicht gern. Statt alle verrückt zu machen, sollten sie bleiben, was sie sind – Blumen.«24 4. Der Angriff auf Gottes Charakter Wenn Frauenfeindlichkeit auch noch von Christen ausgelöst wird, sendet sie die Botschaft aus, Gott sei ungerecht. Eine Frau, die diese Ungerechtigkeit einst spürte, war die berühmte Krankenschwester Florence Nightingale. Nightingale wollte Missionarin werden, aber es gab für sie keine Möglichkeit. Sie sagte: »Ich hätte (der Kirche) meinen Kopf, meine Hände und mein Herz gegeben. Doch sie wollte sie nicht.«25 Das war im 19. Jahrhundert. Vor ein paar Jahren war ich in Simbabwe, um auf einer christlichen Konferenz zu predigen. Nach dem Gottesdienst kamen eine junge Frau und ihr Mann zu mir, um mit mir zu sprechen. Die Frau hatte vor kurzem ihr Seminar als eine der Klassenbesten abgeschlos-
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sen. Und jetzt wurde ihr weder erlaubt zu predigen noch zu lehren. Ihr Mann sagte: »Das ist so unfair!« Ich musste ihm zustimmen. Wenn christliche Leiter ungerecht handeln, wirft dies auch einen Schatten auf Gottes Charakter. Ungläubige sehen es und denken: »Wenn Christen so sind, muss Gott ebenfalls ungerecht sein. Denn wenn Gott einer Person Gaben gibt und ihr dann verbietet, sie zu gebrauchen, ist er dann nicht ungerecht?« Gerechtigkeit, aber auch Gericht müssen im Hause Gottes anfangen.26 Das Thema der Freiheit und Gleichheit für Frauen wird mit oder ohne Kirche entschieden. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass das Volk Gottes – also Männer und Frauen – die Leitung übernehmen muss, wenn Gott verherrlicht werden soll. Wenn wir das nicht tun, verpassen wir die beste Möglichkeit seit dem Kampf der Menschen für die Sklavenbefreiung. Wenn wir die Gelegenheit jetzt nicht ergreifen, wird die Kirche um Generationen zurückfallen. 5. Der Angriff auf das Bild Gottes Der Teufel greift nicht nur den Charakter Gottes an, sondern tut auch alles in seiner Macht Stehende, um das Bild Gottes zu zerstören. Er weiß, dass Frauen und Männer gemeinsam nach Gottes Bild geschaffen sind.27 Er greift Familien und Ehen an, weil er weiß: Wenn Ehemänner und -frauen in Einheit handeln, spiegeln sie die Einheit der Dreieinigkeit wider. Der Feind stiftet Schwierigkeiten zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz. Die Beziehung zwischen Mann und Frau ging schon im Garten Eden zu Bruch, und seither hat der Teufel alles getan, um den Konflikt weiter anzuheizen. Satan versucht, durch die radikale feministische Frauenbewegung einen Keil zwischen Mann und Frau zu treiben. Dabei benutzt er den Schmerz und die Ablehnung, die Frauen
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bislang erlitten haben. Weil Männer und Frauen zusammen den physischen Ausdruck von Gottes Bild im Menschen darstellen, fördert der Teufel Homosexualität und Lesbentum. Gott gab uns geschlechtliche Unterschiede, die wir schützen müssen und derer wir uns erfreuen sollen. Satan aber benutzt Ablehnung und emotionale Verletzungen, um die Offenbarung des Bildes Gottes zu zerstören. Viele Christen fürchten weibliche Prediger, weil sie damit den radikalen Feminismus in Verbindung bringen. Doch ich stimme mit Pastor David Johnson von der Christlichen Missionsallianz überein, der sagt: »Mein ganzes Leben lang habe ich gehört, die Akzeptanz weiblicher Prediger sei eine rückgratlose Anpassung an den Feminismus. Jedoch das Ausschließen der Frauen aus dem Dienst ist in Wirklichkeit eine sündige Anpassung an eine Kultur, die sich nicht sehr von der männerdominierten jüdischen Kultur unterscheidet, die Jesus zu sprengen gekommen ist. Nicht der Feminismus beeinflusst die Kirche, sondern die Kirche hat der Kultur erlaubt, ihr das Werk Christi zur Befreiung der Frau zu rauben.«28 Wenn jungen, in den militanten Feminismus verwickelten Frauen gezeigt würde, wie radikal Jesus im Umgang mit Frauen war, würden Tausende ihn als ihren Retter und Erlöser erkennen, als die Quelle der Gerechtigkeit, die sie suchen. Wenn wir diese fünf Angriffe des Feindes betrachten, könnten wir entmutigt sein. Doch Jesus ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören.29 Er ist gekommen, um Gottes Plan für die Menschen und den Bestimmung von Mann und Frau wieder herzustellen. Jesus stellt die Frauen ins Rampenlicht Bei den drei wichtigsten Ereignissen im Leben Jesu – seiner Geburt, seinem Tod und seiner Auferstehung – standen Frauen im Rampenlicht.
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Seine Geburt In einem späteren Kapitel werden wir den alten Glauben, der Vater sei die einzige Lebensquelle eines Kindes, untersuchen. Die Urväter glaubten, dass der männliche Same kleine menschliche Wesen enthalte, die sich im Kopf des Mannes bildeten. Dieser Glaube führte zum griechischen »Kopf-Konzept«. Die Frau war nur die »Erde« für das winzige Menschlein, in der es bis zur Geburt wachsen konnte. Es ist klar: Wer von den Frauen denkt, sie seien nichts als Dreck, wird sie auch wie Dreck behandeln. Gott nahm diese Idee und stellte sie auf den Kopf, indem er Jesus zur Welt kommen ließ – ohne irdischen Vater, allein durch eine Frau. Denke darüber nach! Maria war die einzige menschliche Quelle für die DNS Jesu. Sein Tod Jesu Tod war der Hauptgrund, um auf die Erde zu kommen; das war sein wichtigster Dienst. Im Alten Testament wurden Menschen durch die Salbung mit Öl beauftragt und zum Dienst ordiniert. Samuel gab sich große Mühe, dies im Geheimen für David zu tun. Hätte König Saul die Zeremonie bemerkt, hätte er beide töten lassen. Doch die Zeremonie musste stattfinden, das war wichtig. Samuel salbte David als äußeres Zeichen dafür, dass Gott David zu etwas Wichtigem berufen hatte. Wer salbte Jesus? Wer bevollmächtigte ihn zu seinem bedeutsamsten Dienst hier auf Erden? Es waren zwei Frauen. Sein Cousin Johannes taufte ihn, doch zwei Frauen »ordinierten« ihn. In der letzten Woche vor seinem Tod wurde Jesus in Lazarus’ Haus von Maria gesalbt.30 Wenige Tage später kam eine Frau in das Haus, in dem Jesus beim Essen saß. Sie leerte den ganzen Inhalt einer Alabasterflasche, ein teures Salböl, über seinen Kopf aus. Jesus sagte, weil sie dies getan habe, werde man überall darüber sprechen, wo das
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Evangelium verkündigt werde.31 Damit stellte er sie ins Rampenlicht. Seine Auferstehung Nach seiner Auferstehung ehrte Jesus wiederum die Frauen, indem er zuerst Maria Magdalena erschien. Frauen waren die ersten, die das Grab leer vorfanden. Jesus hieß sie, zu den anderen zu gehen und ihnen zu erzählen, dass er lebt.32 Somit waren Frauen die Ersten, die Jesu Befehl hörten, zu gehen und weiterzusagen. Während der Zeit der Apostel dienten Frauen gemeinsam mit Männern, eine Tatsache, die uns in den späteren Kapiteln dieses Buches deutlich aufgezeigt wird. Doch im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehr beeinflusst durch die sie umgebenden Kulturen als durch das Wort Gottes. Nur zu außergewöhnlichen Zeiten, Erweckungszeiten, bekamen Frauen wieder die Freiheit, Gott zu gehorchen und (am Wort) zu dienen. Frauen in Erweckungsbewegungen Wenn Gott durch seinen Geist ein dramatisches Werk anfängt, stehen Frauen oft in der ersten Reihe. Historiker sagen, dass am Anfang Frauen als Diener (am Wort) in den meisten geistlichen Erweckungen akzeptiert waren. Später, als die Erweckungsbegeisterung sich zu einer organisatorischen Struktur abkühlte, wurden die Frauen herausgedrängt.33 Eine der größten geistlichen Erweckungen der Geschichte fand im 18. Jahrhundert in der Bewegung der Herrnhuter im Osten Deutschlands statt. Es war eine Gottesbewegung, die sich in der ganzen Welt verbreitete, weil Männer und Frauen als Missionare hinauszogen. Die Herrnhuter waren die ersten protestantischen Missionare. Sie begannen mit einer 24-Stunden-Gebetswache für die Unerreichten der
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Welt, die mehr als hundert Jahre andauerte. Vor wenigen Jahren waren Darlene und ich zu Besuch in Herrnhut, wo alles begonnen hatte. Wir standen in dem einfachen Museum und betrachteten die Gemälde an den Wänden. Darauf waren die Helden der Herrnhuter Missionsbewegung zu sehen, unter ihnen viele Frauen. Die geistliche Erweckung, die England und Amerika veränderte, wurde von George Whitefield sowie John und Charles Wesley im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert geleitet. Die Wesleybrüder hatten eine bemerkenswerte, gottesfürchtige Mutter namens Susanna. Neben einer ernsthaften Gebetszeit, die sie sich jeden Tag nahm, fand Susanna Zeit, jedes ihrer neun überlebenden Kinder zu unterrichten. Frau Wesley predigte auch zu mehr als zweihundert Leuten pro Woche in den Gebetstreffen, die sie in der Gemeinde ihres Mannes leitete. Kein Wunder, dass ihr Sohn John für die Kleingruppen, die so genannten Klassen, weibliche Leiter bevorzugte, die diese Erweckung so wirkungsvoll weitertrugen. Wesley sagte: »Da Gott die Frauen zur Bekehrung der Sünder benützt, wer bin ich, dass ich Gott widerstehen könnte?« Im frühen 19. Jahrhundert wirkte Gott erneut in einer Erweckung durch Charles Finney in Amerika, der Frauen zum Beten und Sprechen während der öffentlichen Anbetung einlud. Als Finney die Oberlin-Universität gründete, war sie die erste amerikanische Universität, an der Frauen studieren durften. (Es war auch die erste Universität, an der Farbige studieren konnten.) Finney war der erste protestantische Leiter, der Frauen in Theologie unterrichtete. 1853 wurde Antoinette Brown, eine seiner ehemaligen Studentinnen, als erste Frau Amerikas ordiniert.35 Ein anderer evangelikaler Leiter des 19. Jahrhunderts, Dwight L. Moody, war eifrig bestrebt, Frauen predigen zu lassen. Das Moody Bibelinstitut bot bis ins Jahr 1929 Frauen Pastorenkurse an.36 A. J. Gordon, der Gründer der Gor-
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don-Universität, verteidigte Frauen im öffentlichen Dienst.37 A. B. Simpson, der die christliche Missionsallianz gründete (CMA), ließ Frauen auf allen Leitungsebenen zu. Frauen arbeiteten nicht nur als Pastorinnen, Evangelistinnen und Lehrerinnen, sogar vier der acht Vizepräsidenten von CMA waren Frauen.38 In der Heiligungsbewegung des 19. Jahrhunderts gab es zwei einflussreiche Frauen: Phoebe Palmer und Hannah Whitall Smith.39 Das Buch von Palmer »The way of holiness« (Der Weg der Heiligung) erschien bis zum Jahr 1867 in 52 Auflagen. Smith schrieb im Jahr 1875 »Das Geheimnis eines glücklichen Christenlebens«. Dieses Buch ist für Christen auf der ganzen Welt immer noch ein beliebter Klassiker. Smith spielte eine leitende Rolle, indem sie Männer und Frauen mit Hilfe eines gedruckten Blattes der »Keswick Higher Life«Bewegung in England unterrichtete. So brachte sie Tausende von Menschen in eine engere Beziehung mit Gott. Auch in anderen gottgewirkten Bewegungen wurden die Frauen freigesetzt. Die Methodistenkirche von Wesley ordinierte ihre erste Frau im Jahr 1863. General William Booth ließ Frauen predigen und teilte ihnen Leitungsaufgaben innerhalb der Heilsarmee zu. Die Kirche der Nazarener und andere Heiligungskirchen des späten 19. Jahrhunderts ordinierten ebenfalls Frauen.40 Nach Beginn der Pfingsterweckung an der Azusa-Street in Los Angeles im frühen 20. Jahrhundert wurden verschiedene Predigerinnen bekannt. Nur eine von vielen war Maria Woodworth-Etter, die einige der größten Evangelisationen in Amerika durchführte, bis sie im Jahr 1924 starb. Weibliche Missionare übernehmen die härtesten Jobs In der Mission begannen die Frauen wirklich zu glänzen. Dr. Ralph Winter nannte es »ein Explodieren von weiblicher
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Energie« in der Mission.41 Nur wenige wissen, dass berühmte Frauenuniversitäten wie Bryn Mawr, Radcliffe, Wellesley und Smith gegründet wurden, um Frauen zu Missionarinnen auszubilden.42 Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es 40 evangelikale missionarische Organisationen, die von Frauen geleitet wurden.43 Armeen von Missionarinnen zogen aus, nicht nur um zu evangelisieren, sondern auch um Krankenhäuser und Schulen zu eröffnen – inklusive einer 8000 Studenten fassenden Universität in Korea und einer der weltbesten Schulen für medizinische Ausbildung in Vellore, Indien.44 Missionarinnen waren die ersten, die die Bibel für Hunderte von Sprachgruppen übersetzten, und sie taten es an den unwirtlichsten und abgelegensten Orten. Wie ein Schreiber meinte: »Je schwieriger und gefährlicher die Arbeit, desto höher die Anzahl Frauen im Vergleich zu Männern.«45 Zweimal so viele Frauen wie Männer gingen als Missionare nach China. Weil Frauen am biblischen Unterrichten an Bibelschulen von den Männern gehindert wurden, lehrten sie die Frauen in ihren Häusern und an den Flüssen beim Kleiderwaschen. Sie brachten so viele chinesische »Bibelfrauen« hervor, dass Frauen in den unregistrierten Gemeinden von China bis heute markanter hervortreten als Männer. 40.000 von aktuell 50.000 Hauskirchen in China werden von Frauen geleitet.46 Ich lese liebend gerne Geschichten von Missionsheldinnen. Gott schien es geradezu Vergnügen zu bereiten, Frauen an den unmöglichsten Orten und unter den widerwärtigsten Bedingungen einzusetzen. Gladys Aylward, bekannt als »die kleine Frau«, wirkte in einer der schwierigsten Regionen von China. Sie war von allen Missionsgesellschaften abgelehnt worden. Ohne finanziellen Rückhalt reiste sie trotzdem nach China, indem sie mit dem Zug von London startete und sogar Kriegsgebiete in Russland und Zentralasien
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durchquerte. Die Jahre ihres Dienstes in China trugen ihr den Ruf ein, absolut furchtlos zu sein. Einmal ging sie allein zu einer blutigen Gefängnisrevolte, die sie mit nichts als ihrer Autorität in Jesus zum Stillstand brachte. Hudson Taylors Frau Maria führte Gruppen von Missionarinnen auf langen Predigtkampagnen tief ins Innere Chinas, wo niemand aus dem Westen je gewesen war.47 Die Missionarin Lottie Moon von den Southern Baptists war im späten 19. Jahrhundert beim Evangelisieren, bei der Gründung von Gemeinden und bei der Ausbildung eingeborener Pastoren so erfolgreich, dass ihr Leiter sagte: »Ich schätze, eine allein stehende Frau in China ist so viel wert wie zwei verheiratete Männer.«48 Wenn wir auf das zurückblicken, was Jesus zur Befreiung der Frauen getan hat und was der Heilige Geist in Zeiten von Erweckung und missionarischem Eifer vollbracht hat, müssen wir entschlossen alles in unserer Macht Stehende tun, um auch die freizusetzen, die Gott heute ruft. Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht versehentlich dem Feind helfen, die Arbeitskräfte zu schwächen oder ihre Zahl zu verringern. Wir müssen die Hindernisse beseitigen, damit diese neue Generation der Leitung Gottes folgen kann. Als Jesus seinen Freund Lazarus von den Toten auferweckte, kam dieser lebendig aus dem Grab, aber er war noch mit Leichentüchern umwickelt. Jesus befahl den Umstehenden, ihn zu lösen und zu befreien. Lazarus brauchte Hilfe, um frei zu werden. Viele Tausende von Frauen haben heute neues Leben in Jesus, aber sie sind immer noch mit Leichentüchern menschlicher Traditionen und kulturellen Gedankengutes gebunden. Ihnen wird weisgemacht, sie seien Bürger zweiter Klasse, sie könnten den höchsten Berufungen im Königreich Gottes nicht folgen.
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Es ist 2000 Jahre her, dass Jesus gekommen ist, um Freiheit für die Gefangenen auszurufen. Es ist Zeit, die Frauen zu befreien. Es ist höchste Zeit!