Hoffnung
für schwierige
Zeiten
Copyright © 2021 by Joyce Meyer Titel der Originalausgabe: Hope for difficult times Originalverlag: FaithWords Hachette Book Group, New York, U.S.A. © Alle Rechte der deutschen Ausgabe bei Joyce Meyer Ministries GmbH Postfach 76 10 01 22060 Hamburg www.joyce-meyer.de Tel. +49 (0) 40/88 88 4 11 11 Print-ISBN: 978-3-948795-07-8 ePub-ISBN: 978-3-948795-54-2 Bestellungen bitte an die oben stehende Adresse richten. 1. Auflage, Juli 2021 Bibelzitate wurden meist folgender Bibelausgabe entnommen: Neues Leben. Die Bibel © 2002 / 2006 / 2017 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten. Sonstige verwendete Bibelausgaben: Bibeltext der Schlachter © 2000 Genfer Bibelgesellschaft, CH-1204 Genf (mit SLT gekennzeichnet). Amplified Bible, Classic Edition. Copyright © 1954, 1958, 1962, 1965, 1987 by The Lockman Foundation (mit Amplified Bible gekennzeichnet und direkt aus dem Englischen übersetzt). Übersetzung: Jokim Schnöbbe Lektorat: Esther Keith Coverlayout: Marleen Steckel Satz: Satz & Medien Wieser, Aachen Druck und Verarbeitung: CPI books GmbH Alle Rechte vorbehalten! Vervielfältigung oder Abschrift, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.
INHALT Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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1. Voller Hoffnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 2. Was tun, wenn man festsitzt? . . . . . . . . . . . . . . . . 19 3. Eine hoffnungsvolle Haltung . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 4. Mit Gottvertrauen durch den Sturm . . . . . . . . . . 33 5. Alles wird neu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 6. Wie du Hoffnung schöpfen kannst . . . . . . . . . . . 49 Schlusswort: Machst du eine schwierige Zeit durch? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Hast du eine Beziehung zu Gott? . . . . . . . . . . . . . . . . 63
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Einleitung
EINLEITUNG Ich freue mich sehr, dass du »Hoffnung für schwierige Zeiten« lesen möchtest. Vielleicht hast du gerade irgendeine Not. Vielleicht fühlst du dich überfordert oder überwältigt von dem, was in deinem Leben los ist. Ich kenne deine genauen Umstände zwar nicht, aber eins weiß ich mit Sicherheit: Du bist nicht allein. Gott liebt dich und wir tun es auch. Ich habe dieses Büchlein geschrieben, um dich zu ermutigen und dein Herz mit Hoffnung zu füllen. Ich möchte dich wissen lassen, dass Gott auch inmitten deiner momentanen Schwierigkeiten auf deiner Seite ist und dass bei Gott nichts unmöglich ist (vgl. Lukas 1,37). Er hat einen guten Plan für deine Zukunft und hinter den Kulissen ist er bereits aktiv, um dir zu helfen (vgl. Jeremia 29,11). Möglicherweise hat dich ein unvorhergesehenes Unglück getroffen und du bist dir nicht sicher, wie sich die Situation wieder normalisieren kann und wie du vorwärtsgehen kannst. Oder möglicherweise hast du gesundheitliche Probleme, die durch ärztliche Hilfe bisher nicht gelöst werden konnten. Viele Menschen leben von einem Tag auf den anderen, verunsichert, was die Zukunft bringen wird. 7
HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
Wenn wir etwas unglaublich Schweres durchmachen, können wir versucht sein, resigniert aufzugeben. Doch es gibt eine viel bessere Option: Wir können unser Vertrauen auf Gott setzen und hoffnungsvoll bleiben. Hoffnung – was genau ist das? Hoffnung ist die zuversichtliche Erwartung, dass etwas Gutes passieren wird. Sie ist eng mit dem verknüpft, was wir glauben. Wer zu hoffen wagt, der wird mit Freude und Frieden erfüllt. Unser Feind, der Teufel, möchte, dass wir hoffnungs-los sind. Er will uns einreden, dass alles verloren ist und dass nichts je gut ausgeht. Gott hingegen möchte uns Hoffnung einverleiben, damit wir glaubensvoll werden und viel Gutes von ihm erwarten. Genauer gesagt nennt die Bibel ihn den Gott der Hoffnung (vgl. Römer 15,13 SLT). Er ist voller Erbarmen und ermöglicht uns Neuanfänge. Aufgrund des sexuellen, verbalen und seelischen Missbrauchs, den ich in meiner Kindheit durch meinen Vater erlitten hatte, entwickelte sich bei mir eine Haltung der Hoffnungslosigkeit. Mir war so viel Schlechtes widerfahren, dass ich zunehmend mit Schlechtem rechnete – selbst nachdem ich Christin geworden war. Heute kann ich jedoch ehrlich sagen, dass Gott mich von einem negativen und pessimistischen Menschen zu einem hoffnungsvollen Menschen gemacht hat, zu jemanden, der überall etwas Gutes von Gott erwartet. 8
Einleitung
Nach und nach half er mir, die Kraft der Hoffnung zu entdecken. Er hat mir klargemacht, was das für meine Gedanken, Worte, Einstellungen und jeden Lebensbereich bedeutet. Wenn ich heute auf Schwierigkeiten stoße oder Rückschläge erlebe, kann ich weiter an der Hoffnung festhalten, weil ich weiß, dass Gott alles zum Guten führt! Vielleicht hast du viel Schmerz, eine Enttäuschung oder einen Rückschlag erlebt und kannst dir nicht vorstellen, wie die Dinge wieder besser werden sollen. Der Teufel will dir weismachen, dass sich nichts zum Positiven verändern wird. Doch Gott möchte dich wissen lassen, dass er dich liebt und dass du ihm vertrauen kannst. Er ist in der Lage, aus deinen Wunden Wunder zu machen! Du kannst dazu beitragen, indem du nie die Hoffnung aufgibst. Gott ist gut. Rechne jeden Moment mit ihm. Diese Seiten beinhalten einige der wichtigsten Lektionen, die Gott mir in diesem Bereich beigebracht hat, Lektionen, die deinen Glauben stärken und dir helfen werden, das Leben mit einer ganz neuen Haltung anzugehen. Ein Mensch, der voller Hoffnung bleibt – der weiter an die Zusagen Gottes glaubt und partout nicht aufgibt –, kann niemals wirklich besiegt werden. Denn selbst inmitten von Lebensstürmen setzt so jemand sein Vertrauen weiter auf Gott. Gott erfüllt ihn mit 9
HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
einem tiefen Frieden und einer unbeschreiblichen Freude und sorgt dafür, dass jede Situation zum Guten führt. Wie gesagt ich weiß nicht genau, was du bisher im Leben durchgemacht hast oder in welcher Lage du dich gerade befindest. Aber ich weiß, dass Gott dich enorm liebt und dass seine Augen auf dir ruhen. Er wird dir helfen (vgl. Römer 8,38-39; Psalm 33,18). Er ist der Gott, der dir Hoffnung schenkt. Er ist derjenige, der selbst deine größten Schwierigkeiten in etwas Großartiges verwandeln kann.
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Voller Hoffnung
Kapitel 1
Voller Hoffnung Wir sind die »Zeig’s mir«-Generation. Wir wollen etwas sehen, bevor wir es glauben. Den meisten von uns fällt es schwer, zu glauben, dass Gott sich für uns einsetzt, solange es dafür keine konkreten Hinweise gibt. Doch so läuft das bei Gott nicht. Er arbeitet hinter den Kulissen. Du magst momentan keine Anzeichen dafür sehen, aber glaubst du trotzdem, dass Gott gerade jetzt in deinem Leben aktiv ist? Glaubst du, dass er einen guten Plan für deine Kinder oder deine Ehe hat? Dass er sich um das kümmert, wofür du schon seit Jahren betest? Jeremia 29,11 sagt dir, was Gott für dich geplant hat, nämlich dir eine Zukunft und Hoffnung zu geben. Mit anderen Worten, Gott sucht förmlich nach Möglichkeiten, dir Gutes zu tun! Vielleicht fällt es dir schwer, dich selbst als positive, glaubens- und hoffnungsvolle Person zu sehen. Falls dies der Fall sein sollte, weiß ich genau, wie du dich fühlst! Manche von uns haben einfach Angst davor, wieder zu hoffen, weil wir schon so viele Enttäuschungen erlebt haben, und meinen, wir könnten keinen Schmerz mehr ertragen. 11
HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
Doch Gott ist der Gott der Hoffnung, der uns Neuanfänge ermöglicht. Mit ihm an unserer Seite ist es nie zu spät, neuen Glauben und neue Hoffnung zu schöpfen. Wir dürfen Gutes erwarten.
Große Erwartungen Eine Definition von Hoffnung lautet »eine positive und zuversichtliche Erwartung«. Allzu oft nehmen wir eine passive Haltung ein. »Schau’n wir mal«, sagen wir und warten ab, ob etwas für uns gut laufen wird oder nicht. Doch Gott möchte, dass wir positive Erwartungen hegen, ganz bewusst. Er möchte, dass wir aktiv mit Gutem rechnen. In diesem Sinne möchte ich dich fragen: Was erwartest du? Was siehst du vor deinem inneren Auge? Was malst du dir aus? Wie sprichst du über deine Zukunft? Denkst du morgens beim Aufstehen: »Na ja, irgendwie werde ich diesen Tag schon überstehen?« Oder stehst du mit der Erwartungshaltung auf, dass heute der Tag sein könnte, an dem du ein Erfolgserlebnis hast? Wir sagen von einer schwangeren Frau manchmal, dass sie »guter Hoffnung« ist. Sie erwartet ein Kind und je länger die Schwangerschaft anhält, desto mehr wächst ihre Erwartung. 12
Voller Hoffnung
Meine Schwangerschaften veranschaulichen das besonders gut, weil ich meine vier Kinder alle ungefähr einen Monat über den errechneten Entbindungstermin hinaus trug. Mein Arzt sagte mir, ich sei die Einzige ihm bekannte Frau, die ihre Kinder so lange trage wie ein Elefant! Gegen Ende jeder Schwangerschaft sagte ich mir jeden Morgen beim Aufwachen: »Heute ist der Tag. Heute muss der Tag sein!« Ich hatte meinen Krankenhauskoffer gepackt und war bereit. Ständig überprüfte ich alles, was ich an Vorbereitungen getroffen hatte, zuversichtlich, dass das Baby jeden Moment kommen würde. Bei jedem kleinen Stechen dachte ich: »Jetzt ist es so weit! Es kommt!« Genau diese Erwartungshaltung sollten wir in Bezug auf Gott haben! Er hat einen unbegreiflich guten Plan für unser Leben. Wir dürfen damit rechnen, dass das Gute vor der Tür steht. Die Hoffnung sagt: »Die Dinge mögen zwar schon lange so sein, wie sie sind, doch Gott ist ein Gott des Unmöglichen – und Dinge können sich ändern.«
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HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
Bist du ein Gefangener der Hoffnung? Früher war ich selbst der pessimistischste Mensch, den ich kannte. Ich war definitiv eine »Das Glas ist halb leer«-Person. In jeder Situation sah ich die Nachteile. Das erklärt, warum ich so unglücklich war. Zweifel und eine negative Haltung ziehen uns nach unten. Hoffnung hingegen setzt Freude frei! Hoffnung bedeutet, dass man eine zuversichtliche Denkweise und Einstellung hat. Ein hoffnungsvoller Mensch weigert sich, in irgendeiner Weise negativ zu sein. Obwohl so jemand ebenfalls Lebensstürme zu spüren bekommt und sie bewältigen muss, bleiben seine Gedanken, seine Einstellungen und Gespräche von Hoffnung geprägt. Häufig tappen wir in die Falle, darauf zu warten, dass wir uns optimistisch und hoffnungsvoll fühlen. Hoffnung ist jedoch die Entscheidung, zuversichtlich zu bleiben und uns von unseren Gefühlen nichts vorschreiben zu lassen. Tatsächlich können wir uns fest entschließen, zuversichtliche und hoffnungsvolle Gedanken zu hegen, dann ziehen unsere Gefühle schließlich nach! Mich begeistert, wie die Amplified Bible – eine englische Bibelübersetzung – Sacharja 9,12 wiedergibt: Kehrt wieder zur Festung [der Sicherheit und des
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Voller Hoffnung
Wohlstands] zurück, ihr Gefangenen der Hoffnung! Schon heute verspreche ich, dass ich euch doppelten Ersatz geben werde! Was bedeutet es, ein Gefangener der Hoffnung zu sein? Es bedeutet, dass man unabhängig von den momentanen Lebensumständen die Hoffnung nicht aufgibt, sondern weiter darauf vertraut, dass Gott seine Versprechen hält. Der Teufel weiß nicht, was er mit Gefangenen der Hoffnung anstellen soll. Er mag sie zwar weiter mit negativen Gedanken angreifen, kann ihnen aber keinen Schaden zufügen, solange sie fest entschlossen sind, ihr ganzes Vertrauen auf Gott zu setzen. Gott möchte dich segnen und dich für den Schmerz und Verlust deiner Vergangenheit doppelt entschädigen (vgl. Jesaja 61,7). Entscheidend ist der Teil, den du beizutragen hast. Dein Beitrag ist, zu glauben, zu vertrauen und zu hoffen.
Anker werfen In Hebräer 6,19 steht: Diese [Hoffnung] halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele (SLT). Analysieren wir diese Bibelstelle einmal. Vermutlich wissen wir alle, was ein Anker ist. Wenn man will, dass
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HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
ein Boot auf dem Wasser an einer Stelle bleibt, wirft man den Anker, wodurch das Boot nicht weiter wegtreiben kann, als die Ankerkette lang ist. Nun heißt es in diesem Vers, dass Hoffnung ein Anker der Seele ist. Unsere Seele besteht aus unseren Gedanken, unserem Willen und unseren Emotionen. Unsere Seele sagt uns, was wir denken, was wir wollen und was wir fühlen. Was bedeutet es nun, dass Hoffnung unser Seelenanker ist? Wenn alles düster aussieht, wenn nichts Sinn zu ergeben scheint, wenn sich uns das Gefühl aufdrängt, dass Gottes Zusagen sich in unserem Leben nie erfüllen werden, dann ist Hoffnung der Anker, der uns zurückzieht und sagt: »Dranbleiben! Gottes Zusagen werden sich erfüllen!« Aber führen wir diesen Gedanken noch etwas weiter aus. Die Amplified Bible fügt bei Hebräer 6,19 hinzu, dass der Anker der Hoffnung nicht wegrutschen oder zerbrechen kann. Durch diesen Anker der Hoffnung können wir uns im Leben vorwagen, weil wir wissen, dass er nie wegrutschen oder zerbrechen wird. Einige Menschen erleben die Zusagen und die Kraft Gottes nicht, weil sie keine Schritte im Glauben wagen. Erst durch das Vorwagen können Gottes Pläne umgesetzt werden! Dazu ein Beispiel aus meinem eigenen Leben. Seit mehr als 40 Jahren bereise ich nun die Welt und lehre 16
Voller Hoffnung
die Bibel. Aber es kommt immer noch vor, dass ich vor einer Konferenz keine besondere Kraft Gottes verspüre, und ich fühle mich nicht immer angemessen befähigt oder vorbereitet. Bevor ich auf die Bühne trete, habe ich schon häufiger gedacht: »Herr, ich hoffe, dass du dich heute hier blicken lässt, sonst bin ich in großen Schwierigkeiten.« Doch dann, wenn ich auf die Bühne trete und mich der Aufgabe widme, die Gott mir meiner Meinung nach gegeben hat, fängt er an zu wirken und hilft mir, meinen Vortrag zu halten. Bis jetzt hat er mich noch kein einziges Mal im Stich gelassen! Bei vielen von euch wartet Gott nur darauf, dass ihr euch vorwagt, in dem Wissen, dass der Anker der Hoffnung euch immer hält. Er wartet darauf, dass ihr euren Teil tut, damit er sich in eurem Leben blicken lassen und euch in Erstaunen versetzen kann. Lass dich von deinen Lebensstürmen nicht vom Kurs abbringen. Wirf den Anker der Hoffnung. Er verleiht dir eine Festigkeit, durch die du dich vorwagen kannst. Denn solange du deine Hoffnung auf Gott setzt, wirst du nicht enttäuscht werden.
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Was tun, wenn man festsitzt?
Kapitel 2
Was tun, wenn man festsitzt? Hast du schon einmal festgesessen? Bist du in deinem Leben schon einmal in eine Sackgasse geraten, in eine scheinbar ausweglose Situation? Ich war schon oft an diesem Punkt, wie sicher die meisten Menschen. Aber ich bin so dankbar, dass Gott mich im Laufe der Jahre Folgendes gelehrt hat: Es gibt keine Sackgasse, aus der er keinen Ausweg kennt! Schauen wir uns zunächst die Geschichte von Josef an, nachzulesen in 1. Mose 37–50. Josef war der Lieblingssohn der zwölf Söhne seines Vaters. Deshalb waren seine Brüder eifersüchtig auf ihn. Eines Tages erzählte Josef seinen Brüdern von einem Traum, den er gehabt hatte. In dem Traum verneigten sie sich alle vor ihm. Es erübrigt sich zu sagen, dass das nicht besonders gut ankam! Daraufhin heckten die Brüder einen Plan aus, um Josef loszuwerden. Erst warfen sie ihn in eine Grube, wo sie ihn sterben lassen wollten. Doch dann beschlossen sie, ihn stattdessen an eine Karawane fremder Händler als Sklave zu verkaufen. Später legten sie sich eine Lüge zurecht, um ihren Vater davon zu überzeugen, dass Josef tot sei! 19
HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
Wie du vielleicht weißt, geht die Geschichte triumphal aus. Josef wird zum Stellvertreter des Pharaos in Ägypten. Schließlich wird er auch wieder mit seiner Familie vereint und alles ist vergeben. Josefs Lebensweg zeigt, dass es immer Hoffnung gibt, ganz gleich, was wir durchmachen. Wir können Gottes Ziele für unser Leben erreichen, weil bei Gott alles möglich ist! Der lehrreichste Teil von Josefs Geschichte ist das, was sich in der Zeit zwischen seinem Abstieg in die Grube und seinem Aufstieg zur Größe ereignete. In dieser Zeit nahm sein Leben wiederholt unerfreuliche Wendungen. Doch eine Charaktereigenschaft, die ihn zu seinem siegreichen Ende führte, war Ausdauer. Aufgrund seines Glaubens an Gott gab er nie auf!
Aufgeben kommt nicht infrage In unserem eigenen Leben fallen wir vielleicht ab und zu in eine Grube. Das kann eine Grube der Krankheit, der finanziellen Not, der Beziehungsprobleme oder anderer Probleme sein. Wann immer wir in einer solchen Grube sitzen, müssen wir uns fest entschließen: Egal, was passiert, Aufgeben kommt nicht infrage! Um von dem berichten zu können, was Gott in unserem Leben getan hat, müssen wir auch manche 20
Was tun, wenn man festsitzt?
Prüfungen bestehen. Jesus hat uns gesagt: »Hier auf der Erde werdet ihr viel Schweres erleben. Aber habt Mut, denn ich habe die Welt überwunden« (Johannes 16,33). Jesus hat die Welt entmachtet, sodass sie uns nicht mehr schaden kann. Es ist also unvermeidlich, dass wir Schweres erleben. Manchmal ist uns nach Aufgeben zumute. Doch solange wir uns weiter an Gott klammern – komme, was wolle –, trägt er uns am Ende hindurch. Mehr noch, er macht aus all dem Schlechten sogar etwas Gutes (vgl. Römer 8,28). Winston Churchill soll 1941 in einer Rede vor den Absolventen der Harrow School gesagt haben: »Gebt nie, nie, nie, nie, nie auf! Bei nichts Großem oder Kleinem, Bedeutendem oder Unbedeutendem – gebt nie auf!« Ich weiß nicht genau, in welchem Zusammenhang er das gesagt hat, aber ich glaube, dass der Heilige Geist vielen von uns heute dasselbe sagt: »Gebt nie, nie, nie, nie, nie auf! Denn Gott hält so viel Gutes für euer Leben bereit!« Wenn es hart auf hart kommt, neigen Menschen dazu, aufgeben zu wollen. Manchmal fahren sie sich irgendwo fest und meinen deshalb, sie müssten die Fahrt ganz abblasen. Sie haben möglicherweise das Gefühl, dass sie nicht klug oder talentiert genug sind; vielleicht ist ihnen 21
HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
etwas Traumatisches widerfahren; oder sie haben bei etwas versagt und gravierende Fehler in der Vergangenheit gemacht. Doch der Heilige Geist schenkt uns die Kraft, aus dem Sumpf wieder herauszukommen. Er befähigt uns, ans Ziel zu gelangen, selbst wenn es einige unerwartete Umwege erfordert. Misserfolge bedeuten nicht, dass es keine Optionen mehr gibt. Wir können aus unseren Fehlern lernen. Ich habe festgestellt, dass die Vergangenheit eine gute Lehrerin ist! Selbst wenn Dinge fehlschlagen, sollten wir erneut Schritte wagen. Durch unsere Erfahrungen können wir lernen, was funktioniert und was nicht – und darauf können wir aufbauen. Selbst ein Hindernis kann zu einem Sprungbrett werden, wenn wir es zum Anlass nehmen, weiser zu werden und geistlich zu reifen. Gott möchte, dass wir ein gutes Leben führen. Vertrauen und Ausdauer sind dafür allerdings ein Muss. Der Heilige Geist führt uns einen Glaubensschritt nach dem anderen, hin zu den guten Plänen, die Gott für jeden Einzelnen von uns hat. Es liegt an uns, diese Schritte zu gehen und niemals aufzugeben!
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Was tun, wenn man festsitzt?
Wie man mit Not umgeht Deine Perspektive in der »Grube« kann ebenfalls ganz viel ausmachen. Denk daran, es ist eine Zeit der Prüfung, eine Zeit, in der dein Charakter entwickelt wird. Es ist eine Phase, die ich manchmal die »stillen Jahre« nenne, weil man das Gefühl haben kann, dass nicht viel Nennenswertes passiert. Vielleicht herrscht bei dir aber auch keine Stille, sondern eher Aufruhr. Vielleicht hast du viel Leid zu ertragen und hast das Gefühl, Gott würde nichts dagegen tun. In jedem Fall ist es wichtig, dass du ihm in dieser Zeit vertraust, denn er arbeitet in deinem Inneren daran, dich Jesus immer ähnlicher zu machen. Also, was solltest du tun, wenn du »in der Grube« sitzt? • Gib nicht auf! Widerstehe dem Irrglauben, dass es aus deiner Situation keinen Ausweg gibt. Jesus ist der (Aus)weg. Dies ist eine Zeit, ihm näherzukommen und ihm zu folgen. • Gib Gott nicht die Schuld und glaube nicht, dass er dich für eine Sünde bestraft. Er benutzt die Situation, um in deinem Leben etwas zu bewirken. Das mag sich zwar nicht immer gut anfühlen, aber seine Absichten für dich sind immer gut. 23
HOFFNUNG FÜR SCHWIERIGE ZEITEN
• Tu Gutes, selbst wenn du dich schlecht fühlst oder andere dich schlecht behandeln. Tu anderen so viel Gutes, wie du kannst, so oft du kannst. • Verkrieche dich nicht vor anderen. Schmolle nicht und isoliere dich nicht. Du kannst dich entweder selbst bemitleiden oder stark sein, aber beides gleichzeitig geht nicht! In so einer Zeit gebraucht Gott häufig andere Menschen, um dich zu ermutigen. • Halte dein Wort und komme deinen Verpflichtungen nach. Dies ist eine charakterbildende Zeit und Gott bereitet dich auf deine Aufgabe in »Ägypten« vor. • Hör nicht auf zu glauben. Gib deine Hoffnung nicht auf, dass Gott deine Situation verbessern kann!
Es abschütteln Kennst du die Fabel von dem Esel, der in eine Grube gefallen war? Als der Besitzer seinen Esel in der Grube erblickte, dachte er eine Weile über die Situation nach und kam zu dem Schluss, dass die Grube zu tief und der Esel zu alt sei, um ihn herauszuholen. Besser sei es, ihn darin zu begraben. Er rief einige Freunde und Nachbarn zu Hilfe und zusammen machten sie sich daran, Dreck in die Grube zu schaufeln. 24
Was tun, wenn man festsitzt?
Zunächst schrie der Esel auf, offensichtlich verängstigt von dieser Situation. Nach einiger Zeit fiel dem Besitzer auf, dass der Esel still geworden war, und er dachte, dass er wahrscheinlich gestorben sei. Doch der Esel war nicht gestorben. Als der Besitzer in die Grube blickte, sah er, dass der Esel den Dreck, der auf seinem Rückengelandet war, jedes Mal abschüttelte und unter seinen Hufen festtrat. Das ging mehrere Stunden so, bis der Esel schließlich so viel Dreck unter sich festgetreten hatte, dass er von selbst aus der Grube steigen konnte! Wir können etwas von diesem Esel lernen. Das Leben wirft immer wieder »Dreck« auf uns. Das kann in unseren Beziehungen, unseren Finanzen oder unserer Gesundheit geschehen. Da heißt es, sich nach den Impulsen des Heiligen Geistes zu richten. Er zeigt uns, wie wir den »Dreck« abschütteln und unter uns »festtreten« können. Er befähigt uns, das Gute zu erkennen, das außerhalb der Grube auf uns wartet und dem wir mit jedem Tritt näherkommen! Es gibt immer wieder Hindernisse zu überwinden. Es gibt immer wieder Gruben, die unsere Geduld erfordern. Aber es gibt auch immer wieder neue Versuche, zweite Chancen und Neuanfänge. Es ist nie zu spät. Gib nur nicht auf! Solange du dein Möglichstes tust – solange du an der Hoffnung 25
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festhältst, vorangehst und Gott nicht abschreibst –, wird Gott tun, was dir unmöglich ist. Also, falls du festsitzt und nicht weißt, was du tun sollst, gib die Hoffnung nicht auf. Denn du bist in der perfekten Position für einen Neuanfang.
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Eine hoffnungsvolle Haltung
Kapitel 3
Eine hoffnungsvolle Haltung Weil ich als kleines Mädchen missbraucht worden war, entwickelte ich eine unbestimmte Angst, dass immer irgendetwas Schlimmes kurz bevorstand. Kennst du so eine unbestimmte Angst? Mir war derart viel Schlechtes widerfahren, dass ich schließlich ständig mit Schlechtem rechnete, selbst nachdem ich Christin geworden war. Ich erinnere mich noch an den Morgen, an dem ich Gott endlich fragte: »Was ist das? Warum habe ich ständig dieses ungute Gefühl?« Daraufhin sprach er zu meinem Herzen und sagte: »Das sind böse Vorahnungen.« Einige Tage später stieß ich dann auf Sprüche 15,15. In der Bibelübersetzung, die ich las, heißt es dort, dass für die Unglücklichen und Niedergeschlagenen jeder Tag eine Qual ist, weil sie von sorgenvollen Gedanken und bösen Vorahnungen gequält werden; für ein fröhliches Herz hingegen ist jeder neue Tag ein Fest, unabhängig von den Umständen. Wir alle haben im Leben schwere Zeiten zu bewältigen. Solche Zeiten können dazu führen, dass wir mit
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