Skip to main content

446756

Page 1

20 TIPPS FÜR EINEN

GLÜCKLICHEN

TAG


Inhalt Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

9

Teil I: Nach dem Aufwachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

15

1 Unterhalte dich mit Gott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

17

2 Habe große Träume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

27

3 Entscheide dich, anderen zu helfen . . . . . . . . . . . . . . . . . .

39

4 Überprüfe deine Erwartungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

51

5 Lass dir vor nichts grauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

61

Teil II: Neue Schritte wagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

69

6 Lerne etwas Neues . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

71

7 Finde dich nicht ab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

79

8 Investiere in dich selbst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

87

9 Sei abenteuerlustig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

97

10 Tu etwas, das dir Spaß macht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 11 Lebe wahrhaftig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 Teil III: Mit alten Mustern brechen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129 12 Gebiete den Sorgen Einhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 13 Mach langsamer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 14 Lehne Negativität ab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 15 Habe Geduld mit dir selbst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159 16 Empfange Gnade und gib sie weiter . . . . . . . . . . . . . . . . . 167


Teil IV: Bevor es zu spät ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175 17 Beende deine Projekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177 18 Vergib und vergiss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185 19 Sei dankbar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195 20 Staune! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205 Gebet um Errettung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214 Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216


ÂťIch aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer FĂźlle zu schenken.ÂŤ Johannes 10,10


Einleitung

Einleitung »Ich habe einfach einen schlechten Tag.« Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich von anderen schon diese gemurmelten Worte gehört habe (oder sie selbst gemurmelt habe). Ich stecke im Stau. Ich verschütte meinen Kaffee, bevor ich überhaupt den ersten Schluck trinke. Die Kinder treiben mich in den Wahnsinn. Der Wasserhahn in der Küche tropft. Der Chef ist schlecht drauf. Das Auto macht wieder dieses komische Geräusch. Ich habe einfach einen schlechten Tag! Es gibt zwar nicht viele Tage, an denen all diese Dinge gleichzeitig passieren (zum Glück), aber wir wissen, dass selbst eins dieser Vorkommnisse unsere Geduld auf die Probe stellen, unsere Perspektive verdrehen oder unsere Freude rauben kann. Viel zu oft schreiben wir so etwas als einen »schlechten Tag« ab und resignieren vorläufig. Morgen wird es wieder besser, hoffen wir, während wir unbewusst dem heutigen Tag die weiße Fahne der Kapitulation zuwedeln. Doch »schlechte Tage« haben es an sich, dass sie sich häufen. Ist dir das schon einmal aufgefallen? Aus einem schlechten Tag wird eine schlechte Woche. Aus einer schlechten Woche wird ein schlechter Monat. Und ehe man sich’s versieht, wird aus einem schlechten Monat ein schlechtes Jahr. Viele von uns sagen in der letzten Dezemberwoche immer das Gleiche: »Ich kann es kaum erwarten, bis dieses Jahr endlich vorbei ist!« Falls du das kennst, falls du je heute aufgegeben und auf morgen gewartet hast, dann ist dieses Buch für dich. Weißt du, ich glaube keine Sekunde lang, dass du dich von deinem Alltag wie eine Geisel festhalten lassen musst. Ganz gleich was um dich herum los ist, wenn du dich entschieden hast, Jesus Christus nachzufolgen, dann lebt der Geist Gottes in deinem Innern. Friede, Freude, Kraft, Geduld – durch Jesus hast du das alles. Deine Hoffnung und dein Glück hängen nicht von dem Drum9


20 TIPPS FÜR EINEN GLÜCKLICHEN TAG

herum ab. In der Bibel steht, dass der Geist, der in dir lebt, größer ist als der Geist, der die Welt regiert (siehe 1. Johannes 4,4). Ja, es wird schwere Tage geben. Es läuft nicht immer alles wie geplant. Wir wissen nur zu gut, wie das ist, wenn wir uns im Laufe eines Tages mit Schwierigkeiten auseinandersetzen müssen. Manchmal sind es kleinere Sachen (das Vorstellungsgespräch verläuft nicht so gut, das Baby bekommt Zähne, man schneidet sich beim Rasieren), und manchmal sind es größere Sachen (man verliert seinen Arbeitsplatz, der Arzt ordnet eine Computertomografie an, um die Ehe ist es nicht gut bestellt). Was es im Einzelnen auch ist, diese Herausforderungen sollten nicht deine Lebenseinstellung bestimmen. Du kannst auch aus schlechten Tagen noch glückliche Tage machen! Sonne oder Regen, gute Nachricht oder schlechte Nachricht, von Freunden umgeben oder allein, auf der Bergspitze oder unten im Tal – du kannst jeden Tag deines gottgegebenen Lebens genießen. Es kommt nicht darauf an, was um dich herum passiert, sondern was in dir passiert! Deine Entscheidung, wie du auf eine Situation reagieren willst, ist von viel größerer Bedeutung als die Situation selbst. Das begeistert mich. Du musst dich nicht mit einem schlechten Tag arrangieren. Dir stehen viele Mittel zur Verfügung, wie du deinen Tag verbessern kannst! Ich mag das Gefühl der Hilflosigkeit nicht, und vermutlich geht es dir ganz ähnlich. Deswegen finde ich es so ermutigend, dass mir Möglichkeiten offenstehen, die meinen Tag verbessern können, und ich hoffe, dich ermutigt das auch. Seit mehr als vierzig Jahren verfolge ich nun das Ziel, Menschen die biblischen Wahrheiten nahezubringen. Dabei ist mir etwas aufgefallen. Den meisten ist nicht klar, dass sie sich mit zu wenig zufriedengeben und sich das Beste, das Gott für sie bereithält, entgehen lassen. Sie finden sich mit »Gut genug« und »Ach, es könnte schlimmer sein« ab. Sie begreifen nicht, dass Gott einen anderen Weg für sie hat, einen Weg, der wie der

10


Einleitung

erste Sonnenstrahl am Morgen ist, der immer heller leuchtet, bis das volle Licht des Tages erstrahlt (siehe Sprüche 4,18). Trifft das auf dich zu? Hast du möglicherweise dein Lager an einem Platz aufgeschlagen, an dem du Tag für Tag gerade so über die Runden kommst, obwohl Gott dich an einen Ort bringen möchte, an dem du jeden einzelnen Tag wirklich genießen kannst? Solltest du dir nicht sicher sein, möchte ich dir einige Fragen stellen, die vielleicht mehr Klarheit schaffen: • Wird dein Lebensglück jeden Tag von äußeren Faktoren bestimmt: Wie deine Kollegen dich behandeln? In welcher Stimmung dein Partner ist? Von unvorhergesehenen Herausforderungen oder Hürden? Oder selbst vom Wetter? • Hast du oft den Eindruck, in einer Achterbahn der Gefühle zu sitzen – an einem Tag hocherfreut und am nächsten sehr entmutigt? • Graut dir manchmal vor dem anstehenden Tag oder der kommenden Woche, weil du dir vorstellst, was alles schieflaufen könnte? • Ist dein Leben – deine Ehe, dein Beruf, deine Familie, deine Beziehungen – eigentlich gar nicht so schlecht, könnte aber noch viel besser sein? • Beneidest du manchmal das Leben anderer? • Hast du dich damit abgefunden, dein ursprüngliches Ziel nicht erreicht zu haben? Wenn du auch nur eine dieser Fragen mit Ja beantwortet hast, bin ich so froh, dass du dieses Buch in den Händen hältst, und zwar aus zwei Gründen. Erstens weiß ich, wie frustrierend solche Gefühle sein können (glaube mir, ich habe das alles selbst durchgemacht), und zweitens weiß ich, wie befreiend es ist, das Beste aus jedem Tag herausholen zu können. Ich bin überzeugt: Gott wird dir zu dieser Freiheit verhelfen! Er hat etwas grundlegend Besseres für dein Leben auf Lager. Während du dich mit den Inhalten dieses Buchs beschäftigst, wird Gott dich ermutigen, anleiten und inspirieren, damit du

11


20 TIPPS FÜR EINEN GLÜCKLICHEN TAG

dieses bessere Leben sehen und erleben kannst. Das glaube ich von Herzen. Gott möchte nämlich, dass du dein Leben jeden Tag genießen kannst. Nicht nur gelegentlich. Nicht nur, wenn die Luft sauber ist und die Vögel zwitschern. Und nicht nur an Wochenenden oder im Urlaub. Jeder Tag ist ein neuer Tag mit Gott an deiner Seite … und das ist eine neue Chance, das einzigartige, wunderbare, sinnerfüllte Leben zu genießen, das Gott dir geschenkt hat. Einer meiner Lieblingsverse in der Bibel ist Johannes 10,10, weil uns Jesus in dem Vers verspricht: »Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.« Das ist eine lebensverändernde, hoffnungsspendende Bibelstelle, die uns ganz klar zeigt: Gott möchte nicht nur, dass wir am Leben sind, sondern dass wir ein Leben in ganzer Fülle haben. Er möchte, dass wir mit Freude leben, einer Freude, die förmlich übersprudelt! Meine Leidenschaft als Bibellehrerin besteht darin, Menschen beizubringen, wie sie das Leben führen können, das Jesus ihnen durch sein Leben und seinen Tod ermöglicht hat. Deshalb haben wir unsere Fernsehsendung auch Das Leben genießen genannt, und deshalb freue ich mich riesig über dieses Buch! Ich habe es in vier gleich wichtige Abschnitte unterteilt: »Nach dem Aufwachen«, »Neue Schritte wagen«, »Alte Muster brechen« und »Bevor es zu spät ist«. Diese Abschnitte sollen dich systematisch durch deinen Tag führen und dir zeigen, wie du aus diesem Tag – und aus jedem Tag – etwas Gutes machen kannst. Ich glaube, du könntest jedes beliebige Kapitel zu jeder beliebigen Zeit aufschlagen und die Prinzipien darin auf deinen Alltag anwenden – dann wird dein Tag schon gleich besser. Also, bist du bereit für ein neues Maß an Freude, Zufriedenheit und Begeisterung über dein Leben? Mach dich darauf gefasst. Dieses Buch steckt voller biblischer Anweisungen, praktischer Tipps, inspirierender Geschichten und hilfreicher Beob-

12


Einleitung

achtungen. Nach unserer gemeinsamen Zeit wirst du bestimmt die nötigen Werkzeuge in der Hand haben, um jeden Tag deines Lebens zu verbessern. Statt zu murmeln: »Ich habe einfach einen schlechten Tag«, kannst du rufen: »Ich erlebe einen weiteren großartigen Tag mit Gott!«

13


Einleitung

Tei l I

Nach dem Aufwachen HĂśre meine Stimme am Morgen, Herr. FrĂźh am Morgen trage ich dir meine Bitten vor und warte voll Ungeduld. Psalm 5,4

15


Unterhalte dich mit Gott

KAPITEL 1

Unterhalte dich mit Gott Ein Christ zu sein, ohne zu beten, ist genauso unmöglich, wie am Leben zu sein, ohne zu atmen. Martin Luther

Fundamente sind wichtig, und zwar aus folgendem Grund: Ein Fundament bestimmt, wie groß, wie stark und wie erfolgreich etwas sein kann. Stell dir vor, du könntest endlich das Haus deiner Träume bauen. Jedes Kind hat sein eigenes Schlafzimmer. Für Freunde und Angehörige stehen mehrere Gästezimmer zur Verfügung. Das Haus bietet eine Menge Platz, um Feste zu feiern. Die Küche ist groß genug, dass sich die Familie beim Kochen dazugesellen und plaudern kann. Und am allerwichtigsten: Es gibt ganz, ganz viel Stauraum. Nun, um ein derartig großes Haus bauen zu können, musst du auch ein entsprechend großes Fundament legen. Eins nach dem anderen. Der Boden muss zuerst geebnet werden, die exakten Maße des Hauses müssen bestimmt und die Rohrleitungen gelegt werden. Außerdem muss der Beton gegossen und getestet werden. All das ist notwendig und muss geschehen, bevor du dein Traumhaus zu Gesicht bekommst! Das, was für den Bau deines Traumhauses gilt, gilt auch für den Bau deines Traumlebens. Der Start eines jeden Tages ist das Fundament, das bestimmt, wie schön und erfolgreich dein Tag sein wird.

17


20 TIPPS FÜR EINEN GLÜCKLICHEN TAG

Du kannst nicht erwarten, einen Tag voller Freude, Optimismus, Gelegenheiten und persönlicher Entwicklung zu erleben, wenn du nicht das richtige Fundament dafür gelegt hast. Wer murrend und schimpfend aufwacht, bei dem ist das Versagen schon vorprogrammiert. Wenn dir am Morgen vor den anstehenden Aufgaben graut, wird es dir viel schwerer fallen, diese zu meistern. Wenn du zu lange im Bett liegen bleibst und den Tag in Eile beginnen musst, um schnell fertig zu werden und noch rechtzeitig loszukommen, wirst du höchstwahrscheinlich den ganzen Tag gestresst sein und hinterherhinken. Fundamente sind wichtig. Deshalb lautet das erste Kapitel in diesem Buch »Unterhalte dich mit Gott«. Das ist das Fundament dieses Buches. Und es kann auch das Fundament deines Tages sein. Jeden Morgen eine Unterhaltung mit Gott zu führen, ist das beste Fundament, das du legen kannst! Mehr noch, in meinem eigenen Leben habe ich festgestellt, dass ich nur dann einen glücklichen Tag habe, wenn ich zuerst die Verbindung mit Gott herstelle, bevor ich irgendetwas anderes in Angriff nehme. Nimm dir die Zeit, mit Gott zusammen zu sein, bevor du tust, was an dem Tag getan werden muss. Genau das ist Gebet: ein Zusammensein mit Gott! Es kann ganz entspannt ablaufen, wie ein Gespräch zwischen zwei Freunden, ohne pompöses Gehabe. Die Evangelien erzählen uns eine Menge über die Wunder, die Lehren und das Herz von Jesus, aber sie verraten uns nicht viele Details über seinen Tagesablauf. Markus 1,35 bildet eine Ausnahme. In dem Vers lesen wir: Am nächsten Morgen ging Jesus allein an einen einsamen Ort, um zu beten. Was für eine bemerkenswerte Bibelstelle! Sie gewährt uns einen Einblick in das Alltagsleben von Jesus. Jesus nahm sich Zeit am Morgen, um mit Gott allein zu sein und zu beten. Offensichtlich war es Jesus wichtig, seinen Tag im Gespräch mit Gott zu beginnen. Sollte es uns dann nicht auch wichtig sein? Moment mal! Bevor du mir sagst, dass du kein »Morgenmensch« bist, sollst du wissen, dass sich selbst wenige Minuten 18


Unterhalte dich mit Gott

im Gespräch mit Gott am Morgen sehr positiv auf den Rest des Tages auswirken. Falls du danach noch etwas Zeit brauchst, um richtig aufzuwachen, oder falls du lieber am Abend eine längere Zeit mit Gott verbringst, ist das in Ordnung. Aber gib deinem Tag zumindest einen göttlichen Startschuss! Sag Gott, dass du ihn willst und brauchst. Bitte ihn um Führung und Hilfe, damit du den Tag gut bewältigen kannst.

Mit Gott reden Einige Menschen starten ihren Tag nicht mit Gott, weil sie sich nicht darüber im Klaren sind, was für eine Ehre und was für ein Privileg es ist. Ich benutze in diesem Kapitel absichtlich die Formulierungen »mit Gott reden« und eine »Unterhaltung« und ein »Gespräch« mit Gott führen, statt ausschließlich von »Gebet« zu reden, weil Gebet eigentlich ganz unkompliziert ist. Da uns so oft gesagt wird, dass wir beten sollen, betrachten wir den Austausch mit Gott nicht mehr als Vorrecht, sondern als eine religiöse Pflicht. Dabei muss ein Gebet weder wortgewandt noch lang sein. Aber es wäre dumm, das Leben ohne Gebet meistern zu wollen. Gebet ist im Grunde ein Ausdruck der Abhängigkeit von Gott. Entweder drücken wir unsere eigene Abhängigkeit aus oder – wenn wir für andere beten – die von anderen. Auch bedeutet Gebet, Gott zu loben und zu danken. Im Gebet können wir ihm Dinge anvertrauen, wie zum Beispiel unsere Nöte und Sorgen. Bei Gott ist kein Thema tabu. Wir können mit ihm über alles reden, ohne Angst haben zu müssen, dass er uns falsch verstehen, kritisch beurteilen oder uns unsere Fehler vorhalten wird. Das Gespräch mit Gott öffnet ihm die Tür zu unserem Tag. Er kann sich dann unserer Probleme und Situationen annehmen und das regeln, was wir alleine nicht regeln können. Das 19


20 TIPPS FÜR EINEN GLÜCKLICHEN TAG

Gespräch mit Gott verändert nicht immer sofort alle Umstände, aber es verändert etwas in uns. Es gibt uns die Kraft, die wir brauchen, um den Tag mit einem Lächeln auf den Lippen zu bewältigen. Es hilft uns zu glauben, dass wir nicht allein sind – und diese Zusicherung brauchen wir alle. Das Gebet für andere Menschen verändert diese Menschen. Meistens bleiben unsere Bemühungen, andere zu verändern, erfolglos, selbst wenn sie wirklich Veränderung bräuchten. Gott bekommt das viel besser hin. Vor Kurzem las ich etwas, das ich sehr interessant fand: Aufgrund unserer Gebete für andere gibt Gott diesen Menschen Impulse, die sie sonst nicht gehabt hätten! Vielleicht verspüren sie mit einem Mal den Wunsch, ihr Verhalten oder ihre Entscheidungen zu ändern, ohne zu erkennen, dass Gott dahintersteckt. Es bringt nicht viel, Menschen überreden oder eine Veränderung in ihnen erzwingen zu wollen. Das ruft nur Verbitterung oder Sturheit hervor, sodass sie am Ende noch entschlossener sind, so zu bleiben, wie sie sind. Wenn Gott jedoch Menschen anspricht, ist er viel überzeugender als wir. Als Dave und ich 1967 heirateten, brachte ich viele seelische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten mit in die Ehe, weil ich als Kind missbraucht worden war. Dave hatte keine Ahnung, wie schwerwiegend meine Probleme waren oder dass ich sie überhaupt hatte. Genau wie viele Brautpaare wussten auch wir nur sehr wenig voneinander, als wir uns vor dem Traualtar das Jawort gaben. Gott sei Dank war Dave ein Mann, der die Kraft des Gebets verstand. Statt mich immer wieder aufzufordern, dass ich meine Einstellungen und mein Verhalten änderte, sprach er mit Gott über mich! Gut, teilweise stellte er mich auch zur Rede, was meine Launenhaftigkeit und meinen Egoismus betraf, aber vor allem war er mir ein stilles Vorbild. Er vertraute darauf, dass Gott das Nötige in mir bewerkstelligen würde. Trotzdem war es damals oft sehr entmutigend für ihn. Er erzählte mir später, dass er sich manchmal ins Auto setzte und 20


Unterhalte dich mit Gott

einfach über unsere Situation weinte. Er wusste nicht, was er tun sollte, aber er glaubte, dass Gott es wusste. Also hielt er weiter an seinem Gottvertrauen fest und redete mit ihm. Er bat Gott nicht nur, mich zu verändern, sondern ihm auch das nötige Durchhaltevermögen zu schenken. Versuche nicht, mit aller Kraft etwas zu erreichen, das nur Gott bewirken kann. Lade ihn lieber in jeden Lebensbereich ein und staune über das, was er alles hinbekommt. Ich empfehle dir nicht nur, morgens eine Unterhaltung mit Gott zu führen, sondern das Gespräch den ganzen Tag lang fortzusetzen. Je mehr du mit ihm redest, umso besser wird dein Tag.

Auf Gottes Stimme achten Da ein Gespräch sowohl Reden als auch Zuhören beinhaltet, möchte ich dich ermutigen zu glauben, dass du Gottes Stimme hören kannst. Viele Menschen sind sich nicht sicher, ob Gott wirklich zu ihnen spricht. Vielleicht glauben sie, dass Gott früher einmal, in biblischen Zeiten, mit Menschen sprach, sind sich aber nicht sicher, ob er das heute immer noch tut. Aus diesem Grund fragen sie sich: • Ist Gott wirklich an meinem Leben interessiert? • Sind ihm die vielen Kleinigkeiten meines Alltags wichtig und will er daran teilhaben? • Kann ich Gott um Hilfe bitten, obwohl ich so viel falsch gemacht habe? Ich bin froh, dir aufgrund der Bibel, meiner persönlichen Erfahrung und der Erfahrung anderer sagen zu können, dass Gott weiterhin mit Menschen spricht und definitiv mit dir sprechen möchte. Doch um ihn hören zu können, musst du auch hinhören. Als junge Christin ging ich mehrere Jahre lang in eine Kirche, ohne zu wissen, dass Gott immer noch zu uns Menschen spricht. Ich glaubte aufrichtig an Jesus Christus, ich hielt die 21


20 TIPPS FÜR EINEN GLÜCKLICHEN TAG

religiösen Vorschriften und Feiertage ein und ging jeden Sonntag in die Kirche. Ich tat alles, was ich damals zu tun wusste. Aber es reichte nicht, um mein Verlangen nach Gott zu stillen. Ganz gleich wie viele Gottesdienste ich besuchte, ich spürte eine große Sehnsucht nach einer tieferen Gemeinschaft mit Gott. Ich wollte mit ihm über meine Vergangenheit sprechen und seine Gedanken hinsichtlich meiner Zukunft hören. Doch damals sagte mir niemand, dass Gott in alle Aspekte meines Lebens eng eingebunden sein wollte und auf ganz unterschiedliche Weise zu mir sprechen konnte. Niemand bot mir eine Lösung an für die tiefe Unzufriedenheit, mit der ich lebte. Erst als ich die Bibel intensiver studierte, erkannte ich, dass Gott tatsächlich mit mir reden will und einen guten Plan für mich hat, der mit Frieden und Zufriedenheit einhergeht. Ich begriff, dass Christsein nicht nur bedeutet, die richtigen Regeln zu befolgen und die richtigen Veranstaltungen zu besuchen. Meine Beziehung zu Gott ist eine zutiefst persönliche Angelegenheit, und Kommunikation ist ein wichtiger Teil jeder persönlichen Beziehung. Man kann durchaus sagen, dass gute Kommunikation die Grundlage für eine gute Beziehung ist! Gute Kommunikation ist die Grundlage für eine gute Beziehung!

Ich kann Gott also alles erzählen, was ich durchmache, darf aber auch damit rechnen, dass er auf vielfältige Weise zu mir spricht. Dasselbe gilt für dich. Wünschst du dir eine positive Veränderung in deinem Leben? Dann erwarte, dass Gott zu dir spricht, und lerne, sein vielfältiges Reden wahrzunehmen. Wenn ich darüber spreche, Gottes Stimme zu hören, fragen mich Menschen oft: »Joyce, wie geht das? Spricht Gott in einer hörbaren Stimme zu uns?« Nun, er kann fraglos in einer hörbaren Stimme sprechen (Beispiele dafür finden wir in der Bibel), aber in den meisten Fällen tut er es auf andere Weise. Hier sind einige Wege, wie Gott zu dir sprechen will: 22


Unterhalte dich mit Gott

Gott spricht durch die Bibel. Gottes Kommunikationsmittel Nummer eins ist die Bibel. Deshalb ist es so wichtig, sie nicht nur oberflächlich zu lesen, sondern sich eingehender mit ihr zu beschäftigen. Unterweisung, Zusagen, Hoffnung, Wegweisung, Vorbilder – dort findet man alles! Wer die Stimme Gottes hören möchte, dem kann ich die tägliche Bibellese nur wärmstens empfehlen. Was in der Bibel steht, ist Gottes Wort an dich! Ja, die Bibel ist für alle Menschen, aber ich schlage dir vor, sie als ganz persönlichen Liebesbrief an dich zu lesen. Lies die Bibel mit der Überzeugung, dass Gott dir dadurch seinen Willen für dein Leben offenbart.

Gott spricht durch inneren Frieden. Angenommen du musst eine Entscheidung treffen und bittest Gott dabei um Hilfe. Welche Option ruft am meisten Frieden hervor? Häufig wird auf diese Weise deutlich, welche Richtung du einschlagen solltest. Gottes Wegweisung für dein Leben wird immer von Frieden begleitet.

Gott spricht durch Weisheit und den gesunden Menschenverstand. Einer der praktischsten Wege, wie man Gottes Stimme hören kann, ist durch Weisheit und den gesunden Menschenverstand. Weisheit erkennt die Wahrheit in einer Situation, während der gesunde Menschenverstand ein gutes Urteil darüber fällt, wie mit dieser Wahrheit umzugehen ist. Ich halte Weisheit für etwas Übernatürliches, weil sie nicht von Menschen kommt, sondern ein Geschenk Gottes ist.

23


20 TIPPS FÜR EINEN GLÜCKLICHEN TAG

Gott spricht durch eine innere Stimme. In dem Moment, in dem wir uns bewusst entscheiden, Jesus Christus nachzufolgen, erwachen wir in unserem Geist. Wir werden innerlich empfänglich für die Stimme Gottes. Wir hören sein Flüstern und spüren, wie er uns sanft in eine bestimmte Richtung drängt, auch wenn wir den Grund dafür nicht immer kennen. Er führt uns tief in unserem Herzen. Er leitet und korrigiert uns durch seine unaufdringliche Stimme, die wir in unserem Geist wahrnehmen können. Ich nenne dies oft ein »Wissen« tief in unserem Inneren. Wir wissen einfach, was in einer bestimmten Situation zu tun ist. Wir spüren eine Klarheit oder Gewissheit, die nicht vom Kopf kommt, sondern vom Herzen. Es gibt noch viele weitere Kommunikationswege, die Gott nutzt. Er spricht durch andere Menschen, durch die Natur, durch eigene Gedanken, durch Vorkommnisse in unserem Umfeld, durch Umstände, durch Predigten, durch Lieder, durch christliche Bücher. Dies sind nur einige Wege, wie Gott zu seinen Kindern spricht. Die Bibel zeigt uns auch, dass Gott manchmal Träume und Visionen benutzt. Allerdings muss alles, was wir meinen, von Gott gehört zu haben, immer mit seinem geschriebenen Wort übereinstimmen. Selbst in den Fällen, in denen die Bibel uns keine genauen Anweisungen gibt, können wir auf ihren Seiten das Wesen Gottes erkennen. Wenn wir sein Wesen kennen, können wir zwischen dem Reden Gottes und anderen Quellen unterscheiden.

Keine Einbahnstraße Wie du siehst, ist die Kommunikation mit Gott keine Einbahnstraße. Beten bedeutet nicht nur, Gott alle deine Nöte zu nennen. Genauso wenig bedeutet es, nur still dazusitzen und auf etwas zu warten. Gebet bedeutet, mit Gott zu reden und dann 24


Unterhalte dich mit Gott

die Ohren aufzusperren, während du durch deinen Tag gehst. Genau wie in jeder anderen Beziehung auch sind Reden und Zuhören ganz entscheidend, um einander näher zu kommen. Der erste Schritt besteht darin, Gott etwas zu sagen. Dann kommt das Zuhören. Gott antwortet nicht immer sofort, aber zu gegebener Zeit wird er dir seinen Willen schon klarmachen. Ein Mann, der mir ein großes Vorbild ist, sagte kürzlich, dass wir durch unsere Fehler von Gott hören. Gott verlangt nicht von dir, dass du alles gleich beim ersten Mal perfekt hinbekommst. Solange dein Herz am rechten Fleck ist und du dir aufrichtig Gottes Wegweisung wünschst, wird er dich Schritt für Schritt anleiten. Irgendwann kommt dann der Tag, an dem dich jemand fragt: »Wie kann ich Gottes Stimme hören?«, und dann wirst du der Person sagen können, was du über die Jahre gelernt hast. Ich möchte dieses Kapitel mit einer starken Empfehlung beenden. Wenn du im Laufe des Tages merkst, dass es etwas gibt, das dir deine Kraft oder Freude raubt und dich veranlasst zu sagen: »Ich bin so froh, wenn dieser Tag endlich vorbei ist« oder »Heute ist einfach kein guter Tag«, dann halte inne und sprich mit Gott über das, was dir den glücklichen Tag verdirbt, den Gott eigentlich für dich vorgesehen hat. Du kannst mit ihm jederzeit und an jedem Ort über alles reden. Er hört dir zu!

Nicht vergessen: • Das, was für den Bau deines Traumhauses gilt, gilt auch für den Bau deines Traumlebens. Der Start eines jeden Tages ist das Fundament, das bestimmt, wie schön und erfolgreich dein Tag sein wird. • Deine Unterhaltungen mit Gott sollten ganz natürlich sein. Er ist dein Freund und er ist an allem interessiert, was dich beschäftigt. • Gott spricht heute immer noch und er möchte mit dir reden! 25


20 TIPPS FÜR EINEN GLÜCKLICHEN TAG

• Die Kommunikation mit Gott ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht nur darum, Gott deine Nöte mitzuteilen, und auch nicht, nur still auf etwas zu warten. Es geht ums Reden und Zuhören!

PRAKTISCHE TIPPS ... für die Unterhaltung mit Gott • Mach dir am Morgen eine Tasse Kaffee (oder was du am liebsten trinkst) und verbringe Zeit im Gespräch mit Gott, bis du die Tasse ausgetrunken hast. • Sprich so mit Gott wie mit einem Freund. Stelle Fragen und erzähle ihm von deinem Frust. Sei total offen und ehrlich. • Habe Geduld mit dir selbst, während du lernst, Gottes Reden wahrzunehmen. Gib dich nicht geschlagen, wenn du einen Fehler machst. Du bist Gottes Kind, und Kinder brauchen immer einige Wiederholungen, um etwas Neues zu lernen. • Lass den Tag – bevor du ins Bett gehst – kurz Revue passieren. Dabei wird dir oft klar werden, dass Gott dir an dem Tag etwas gesagt und dich geführt hat. Du wirst feststellen, dass etwas, das dir wie ein Zufall oder Glücksfall vorkam, in Wirklichkeit Gottes Reden war.

26


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook