Inhalt
Einleitung: Wir sind weit vorangekommen (aber haben auch noch weit zu gehen) . . . . . . . .
7
Teil I
Gottes Gabe der Zuversicht 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.
Zuversicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Um es mal klarzustellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Benutzt Gott Frauen im Verkündigungsdienst? . . . . . . . . Sieben Geheimwaffen einer kühnen Frau . . . . . . . . . . . . . . Die Frau, die ich nicht leiden konnte . . . . . . . . . . . . . . . . . . Selbstzweifel überwinden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Kraft der Vorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wenn die Welt nein sagt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sind Frauen wirklich das schwächere Geschlecht? . . . . Schritte zur Unabhängigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
17 33 45 57 75 97 111 129 139 159
Teil II
Kühn und furchtlos leben 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17.
Das Wesen der Angst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Angst und ihre Verwandten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Der Zusammenhang von Angst und Stress . . . . . . . . . . . . Sich für Kühnheit entscheiden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gewinner geben niemals auf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Werden Sie eine mutige Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Los geht’s, Lady! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
181 201 223 233 245 255 271
Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 283
Frauen, die vertrauen 0 Greenberg, Susan H. & Anna Kuchment. »The Family Moon«. Newsweek, 9. Jan. 2006, S. 47.
6
Wir sind weit gekommen
EINLEITUNG
Wir sind weit gekommen (haben aber auch noch weit zu gehen) »Eine Frau muss doppelt so gut wie ein Mann sein, um halb so weit zu kommen.« – Fannie Hurst
Die meiste Zeit der Weltgeschichte haben Frauen sich nicht der ihnen gebührenden Achtung erfreuen können, noch ihren rechten Platz in der Gesellschaft gehabt. Obwohl in der westlichen Welt diese Ungerechtigkeit zu einem Großteil korrigiert wurde, gibt es immer noch viele Kulturen in der Welt, in denen die Frauen schrecklich misshandelt werden. Das ist tragisch. Frauen sind ein wertvolles Geschenk, das Gott der Welt gegeben hat. Sie sind kreativ, sensibel, mitfühlend, intelligent, begabt und – laut der Bibel – dem Mann gleichgestellt. Gott hat den Mann zuerst geschaffen, dann aber schnell festgestellt, dass dieser eine Gehilfin brauchte. Keine Sklavin, sondern eine Gehilfin. Er schuf die Frau aus einer Rippe Adams und nannte sie Eva. Bemerkenswert dabei ist, dass Eva aus Adams Seite genommen wurde – aus der Nähe seines Herzens – nicht aus seiner Fußsohle. Frauen wurden nicht geschaffen, um sie als Fußabtreter zu benutzen, sie respektlos zu behandeln, sie zu tyrannisieren oder herabzusetzen. Eva wurde geschaffen, weil Adam sie brauchte. Gott sagte, Adam sei ohne sie nicht vollständig. Das gilt auch heute noch. Männer brauchen Frauen, und das nicht nur als Köchin, Haushälterin, Sexpartnerin oder Gebärmaschine. 7
Frauen, die vertrauen
Ich sagte, Adam war ohne Eva nicht vollständig. Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich ganz deutlich hinzufügen: Man muss nicht unbedingt heiraten, um vollständig zu sein. In Anbetracht der Tatsache, dass 43 Prozent aller ersten Ehen wieder geschieden werden – und 60 Prozent aller Wiederverheirateten –, ist die Ehe eindeutig nicht das Ein und Alles eines glücklichen Daseins1. Auch wenn die meisten sich eine Ehe wünschen und gerne einen lebenslangen Gefährten hätten, ruft und befähigt Gott viele Männer und Frauen dazu, ihr Leben lang Singles zu bleiben. Da dieses Buch für Frauen geschrieben ist, möchte ich betonen, dass Sie als Frau nicht verheiratet sein müssen, um Ihr Leben zu genießen und Großes zu vollbringen. Nur weil die meisten Frauen heiraten, heißt das noch lange nicht, mit Ihnen stimme etwas nicht oder fehle in Ihrem Leben, wenn Sie es nicht tun.
Männer und Frauen: Seite an Seite Ich glaube, die meisten Frauen besitzen einen sechsten Sinn, den Gott den Männern nicht gegeben hat. Er ist allgemein als weibliche Intuition bekannt und ist kein Mythos; es gibt ihn wirklich. Die Lage sieht nämlich wie folgt aus: Männer sind meist sehr logisch veranlagt, Frauen dagegen mehr auf Gefühle ausgerichtet. Ein männlicher Manager mag sich zum Beispiel bei einem JobInteressenten den Lebenslauf, die Bewerbung, den Notendurchschnitt und die Bewertungen früherer Arbeitgeber anschauen und sich gemäß den »Fakten« entschließen, die Person anzustellen. Die weibliche Kollegin dieses männlichen Managers mag sich dagegen mehr instinktiv leiten lassen, durch ihr »Bauchgefühl«. In ihrer Bewertung desselben Bewerbers nimmt sie vielleicht intuitiv einige Eigenarten in der Persönlichkeit wahr, einige subtile aber destruktive Haltungen, die sich nicht auf dem Papier zeigen. Dadurch sind Frauen noch lange nicht bessere Leiter als Männer, auch ist das kein Indiz für eine besondere Frequenz zwischen Gott und Frauen, in die sich Männer nicht einklinken kön8
Wir sind weit gekommen
nen. Die weiblichen Gefühle können einer Frau sogar Schwierigkeiten bereiten, und sehr häufig bedarf sie der Logik des Mannes, die in der linken Gehirnhälfte sitzt, um einen klaren Durchblick zu bekommen. Der Punkt ist, dass Frauen und Männer sich gegenseitig brauchen. Sie können sich ergänzen, genau wie in dem Beispiel von den männlichen und weiblichen Chefs, das ich gerade gegeben habe. Weder der Mann noch die Frau haben das Gesamtbild deutlich oder komplett gesehen. Deshalb sollten Männer und Frauen harmonisch zusammenarbeiten, Seite an Seite, und sich dabei als Gleichberechtigte respektieren. Der Ordnung halber hat Gott es so eingerichtet, dass sich eine verheiratete Frau ihrem Ehemann unterordnet. Ich weiß, viele Frauen mögen dieses »unter«-Wort nicht. Aber sehen Sie es doch einmal so: Zwei Menschen können nicht gleichzeitig ein Auto fahren und sich dabei um das Steuerrad und die Bremskontrolle streiten. Notwendigerweise wird einer der beiden auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Es war jedoch nie Gottes Absicht, dass Frauen dominiert werden und ihnen das Gefühl gegeben wird, ihre Ansichten seien belanglos. (Mein Mann Dave kann Ihnen bezeugen, wie hilfreich eine Beifahrerin im Auto ist, die spüren kann, wann wir uns verfahren haben – und die nicht zu stolz ist, nach dem Weg zu fragen!)
9
Frauen, die vertrauen
Wie gut kennen Sie die Welt der Frauen? Neuere Umfragen von Frauen in den Vereinigten Staaten haben einige faszinierende Offenbarungen über Frauen gebracht. Machen Sie das folgende Quiz, bei dem Sie bestimmen müssen, ob die jeweilige Aussage richtig oder falsch ist, und sehen Sie, inwieweit sich Ihre Erfahrungen und Einstellungen mit denen anderer Frauen decken. 1. Die meisten amerikanischen Frauen bekommen jede Nacht genug Schlaf. 2. Frauen haben nur am Wochenende eine Pause von ihren Haushaltsaufgaben und Verantwortlichkeiten. 3. Bei den meisten Wiederverheiratungen sind keine Kinder mit im Spiel. 4. Die meisten Mütter sagen, sie verbringen mehr wertvolle Zeit mit ihren Kindern als ihre eigenen Mütter es mit ihnen getan haben. 5. Mehr als alles andere wünschen sich Frauen mehr Zeit für sportliche Aktivitäten zu haben. 6. Die meisten verheirateten Frauen sind damit zufrieden, wie viel Zeit sie mit ihren Ehemännern verbringen. 7. Mehr als Kinder vermissen Frauen im Eheleben Zeit für Sex. 8. Die meisten Mütter sagen, ihre Ehemänner seien als Väter so wie sie erwartet hatten. 9. Die meisten Mütter sagen, sie – nicht ihre Ehemänner – kümmern sich um die Probleme in ihren Familien. 10. Die Mütter sagen mehrheitlich, sie hätten nicht genug Zeit für sich selbst.
10
Wir sind weit gekommen
Antworten auf »Wie gut kennen Sie die Welt der Frauen?« 1. Falsch. Nur 15 Prozent der Frauen bekommen mindestens acht Stunden Schlaf pro Nacht2. 2. Falsch. Die Hälfte aller heutigen Frauen verbringen ihre Wochenenden mit Hausarbeit und anderen Haushaltsaufgaben3. 3. Falsch. Bei 65 Prozent aller Wiederverheiratungen sind Kinder aus früheren Ehen mit dabei4. 4. Richtig. 70 Prozent aller Mütter sagen, sie verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern als ihre eigenen Mütter es getan haben5. 5. Falsch. 69 Prozent aller Mütter würden gerne mehr Freizeit mit ihren Kindern verbringen. Sportliche Aktivitäten kamen mit 67 Prozent gleich danach6. 6. Falsch. 79 Prozent aller Frauen möchten mehr Zeit mit ihren Ehemännern verbringen7. 7. Falsch. Zwar vermissen heutige Mütter mehr Zeit im Bett mit ihren Männern, aber weit mehr vermissen Schlaf (69 Prozent) als Sex (22 Prozent)8. 8. Richtig. 56 Prozent aller Frauen sagen, ihre Männer seien als Väter so, wie sie es sich vorgestellt haben – obwohl sie zugeben, dass dies nicht immer positiv zu werten ist. Auf der anderen Seite gibt es unter den 44 Prozent, die die gegenteilige Antwort gegeben haben, auch einige, bei denen die Männer ihre Erwartungen in Sachen Vatersein überstiegen haben9. 9. Richtig. Diese Antwort mag einige Männer schockieren, aber 60 Prozent aller Mütter sagen, sie lösen die Probleme in ihren Familien10. 10. Richtig. Überwältigende 90 Prozent der heutigen Mütter sehnen sich nach mehr Zeit für sich selbst11.
11
Frauen, die vertrauen
Als Resultat jahrelanger Misshandlung und einer falschen Weltanschauung im Hinblick auf Frauen haben viele von uns die Zuversicht verloren, die Gott uns zugedacht hat. Unsere Gesellschaft leidet unter einer Epidemie verunsicherter Leute. Dieses Problem Fragen Sie Frauen des 21. verursacht große BeziehungsschwieJahrhunderts: »Wie ist Ihr rigkeiten und ist mit ein Grund für Selbstwertgefühl?«, dann die hohe Scheidungsrate. werden die meisten zuFragen Sie Frauen des 21. Jahrhungeben: »Ich hasse mich.« derts: »Wie ist Ihr Selbstwertgefühl?«, dann werden die meisten zugeben: »Ich hasse mich.« Selbst wenn nicht alle eine gar so heftige Meinung von sich selbst haben, werden sie immer noch zugeben, dass sie sich selbst nicht mögen. Bei dieser negativen Einstellung spielen drei Faktoren eine Rolle: 1. Die lange Vergangenheit männlicher Misshandlung von Frauen hat das vage Gefühl in uns erzeugt, wir seien irgendwie »weniger« als Männer. Weniger wertvoll. Weniger achtbar. 2. Die Welt hat ein falsches, unrealistisches Bild davon erzeugt, wie Frauen aussehen und sich benehmen sollen. In Wirklichkeit hat Gott nicht jede Frau als mageres Wesen mit makellosem Teint und langen, wehenden Haaren geschaffen. Auch war es nicht die Absicht, dass jede Frau zwischen einer Karriere und allen anderen Pflichten als Ehefrau, Mutter, Bürgerin und Tochter hin- und hertanzt. Alleinstehende Frauen sollten nicht den Eindruck bekommen, ihnen fehle etwas, weil sie nicht verheiratet sind. Verheiratete Frauen sollten nicht den Eindruck bekommen, sie müssen eine Karriere haben, um vollständig zu sein. Wenn sie sich dafür entscheiden, ist das wunderbar, aber wir müssen uns die Freiheit der Individualität bewahren. 3. Viele Frauen hassen sich und haben kein Selbstvertrauen, weil sie missbraucht, abgelehnt, verlassen oder auf andere Weise emotional verletzt wurden. Frauen müssen eine Erweckung erleben und das Wissen über ihren unendlichen Wert 12
Wir sind weit gekommen
wiedererlangen. Durch dieses Buch hoffe ich, eben solch eine Erweckung zu erzeugen. Während meiner Kindheit habe ich viele Jahre sexuellen Missbrauchs durchstehen müssen. Der Missbrauch hat sich erheblich auf meine Zuversicht und das Selbstbild, das ich in mir trug, ausgewirkt. Innerlich war ich angsterfüllt, auch wenn ich mich nach außen als stark und sicher gab, als jemand, der sich um die Meinung anderer nicht scherte. Ich schuf ein vorgetäuschtes Ich, damit niemand das echte Ich entdecken würde. Ich war mit Scham und Schuldgefühlen darüber beladen, was mir ein Mann angetan hatte. Ehrlich gesagt habe ich deswegen viele Jahre lang von Männern allgemein nicht viel gehalten. Heute jedoch, so glaube ich, bin ich eine recht ausgeglichene Frau. Ich habe einen wundervollen Ehemann und vier erwachsene Kinder. Ich bin die Vorsitzende und Gründerin eines weltweiten Mediendienstes, der Millionen von Menschen Errettung durch Jesus Christus bringt, wie auch Freiheit und Ganzheit für ihr Leben. Mein Mann, meine Kinder und ich arbeiten alle zusammen im vollzeitlichen Dienst. Auf meiner Lebensreise habe ich viel darüber gelernt, was »wahre Zuversicht« ist, und es wird mir ein Vorrecht sein, alles mit Ihnen zu teilen, was Ihnen helfen kann, die von Gott vorgesehene Frau zu werden. Er möchte, dass Sie kühn, mutig und zuversichtlich sind, respektiert, bewundert, befördert, gefragt und, mehr als alles andere, geliebt werden. Gott hat einen wunderbaren Plan für Ihr Leben, und ich bete, dass Sie durch das Lesen dieses Buches diesen Plan mehr denn je realisieren können. Sie können mit erhobenem Haupt leben und mit Zuversicht über sich selbst und Ihre Zukunft erfüllt sein. Sie können kühn sein und neue Schritte wagen – selbst Dinge tun, die kein Mann und keine Frau jemals getan haben. Sie haben das Zeug dazu!
13
Frauen, die vertrauen
14
Wir sind weit gekommen
I TEIL
Gottes Gabe der Zuversicht
15
Frauen, die vertrauen
16
Zuversicht
Kapitel
1
Zuversicht
Was ist Zuversicht? Ich glaube, Zuversicht bedeutet, sich seiner Fähigkeiten sicher zu sein – anstatt sich über seine Unfähigkeiten Sorgen zu machen. Eine Frau mit Zuversicht möchte stets dazulernen, weiß sie doch, dass sie mit ihrer Zuversicht durch die Tore des Lebens schreiten kann, gespannt darauf, was sich auf der anderen Seite befindet. Sie weiß, dass jedes Unbekannte eine Chance darstellt, mehr über sich selbst herauszufinden und ihre Fähigkeiten zu entfalten. Menschen mit Zuversicht konzentrieren sich nicht auf ihre Schwächen, sie entwickeln ihre Stärken und holen das Beste aus ihnen heraus. Auf einer Skala von eins bis zehn bin ich zum Beispiel etwa eine Drei im Klavierspielen. Nun, wenn ich lange und hart üben würde – und mein Mann den Lärm aushielte –, dann könnte ich vielleicht eine durchschnittliche Fünfer-Pianistin werden. Als öffentliche Rednerin mag ich jedoch eine Acht sein. Wenn ich meine Zeit und Kraft also in diese Fähigkeit stecke, kann ich eventuell bis zur Stufe zehn gelangen. In diesem Licht betrachtet ist es nicht schwer zu sehen, wo Sie Ihre Kraft investieren sollten. Die Welt benötigt keine Mittelmäßigkeit. Wir brauchen wirklich keinen Haufen voller Vierer und Fünfer, die den Durchschnitt erfüllen. Diese Welt braucht Zehner. Ich glaube, jeder kann in einem Bereich eine Zehn sein. Leider gibt es da ein Problem. Häufig arbeiten wir so sehr an unseren Schwächen, dass wir unsere Stärken nie entwickeln. Die Dinge, auf die wir uns kon17
Frauen, die vertrauen
zentrieren, wachsen in unseren Augen – sogar viel zu stark. Wir können ein großes Problem aus einer Sache machen, obgleich sie nichts weiter als eine kleine Unannehmlichkeit gewesen wäre, hätten wir sie nur im Verhältnis zu unseren Stärken betrachtet. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie haben mit Zahlen nicht viel am Hut. Sie haben große Mühe, in Restaurants 15 Prozent Trinkgeld zu berechnen, und Ihr Scheckbuch haben Sie schon seit 1987 nicht mehr aufgerechnet. Sie könnten ganz davon gepackt sein, dass Sie Ihre »Matheaufgaben« nicht hinbekommen. Sie könnten sich Algebra für Dummies und andere themenbezogene Bücher kaufen, vielleicht sogar einen Kurs an der Volkshochschule belegen. Weil Sie so darauf versessen wären, Ihre Mathematikkenntnisse zu verbessern, würden Sie viel Zeit verbrauchen, die Sie Ihren Stärken widmen könnten: Sonntagsschulunterricht, kreatives Schreiben oder Spendensammeln für Wohltätigkeitszwecke. Mit anderen Worten: Sie stehlen Zeit und Kraft von den Zehnern in Ihrem Leben, bloß, um eine lausige Drei auf eine mittelmäßige Fünf zu bringen. Wäre es nicht viel sinnvoller, das Mathezeug an jemand anderen zu delegieren? Sie könnten von Anbietern im Internet Gebrauch machen, die Ihre Finanzen berechnen und automatisch Fehler oder Überziehungen erkennen. Und beim Essengehen wenden Sie sich doch einfach an Ihre Begleiter, um das Trinkgeld auszuknobeln. Es gibt sogar Trinkgeld-Richtlinien, die man sich in die Tasche stecken kann. Ich erinnere mich an ein Interview mit einem Ehepaar in der Fernsehsendung unseres Dienstes. Ich fragte den Mann, der übrigens ein Prediger war, nach seinen Schwächen. Seine Antwort lautete: »Wissen Sie, ich konzentriere mich nicht auf sie. Ich habe bestimmt welche, aber im Moment kann ich sie Ihnen gar nicht nennen, weil ich nicht auf sie achte.« Lachend erwiderte ich, dann könne ich ja später seine Frau fragen. Bestimmt würde sie seine Schwächen kennen, selbst wenn er es nicht tat. Als sie später in der Sendung dazu kam, bin ich kurzerhand mit dieser Frage herausgeplatzt. Sie sagte dazu: »In meinen Augen ist mein 18
Zuversicht
Mann perfekt; ich konzentriere mich nicht auf seine Schwächen. Er hat so viele Stärken, dass ich mich einfach darauf ausrichte und ihm helfe, sein Potential voll auszuschöpfen.« Ich brauchte nicht lange, um zu begreifen, warum diese Beiden immer so glücklich und gut gelaunt waren – und warum sie so eine wunderbare Ehe hatten. Positives Denken und Handeln wird bei zuversichtlichen Menschen zur Gewohnheit. Deshalb genießen sie das Leben und erreichen so viel. Jemand ohne Zuversicht ist wie ein Flugzeug, das mit leeren Treibstofftanks auf der Startbahn steht. Das Flugzeug kann zwar fliegen, ohne Treibstoff hebt es aber nicht ab. Zuversicht ist unser Treibstoff. Unsere Zuversicht, unser Erfolgsglaube gibt uns die nötige Starthilfe und lässt uns jede Lebensherausforderung erfolgreich meistern. Ohne Zuversicht wird eine Frau in Furcht leben und sich nie erfüllt fühlen. Zuversicht lässt uns das Leben mit Zuversicht lässt uns das Kühnheit, Offenheit und Ehrlichkeit Leben mit Kühnheit, angehen. Sie befähigt uns, sorgenfrei Offenheit und Ehrlichkeit zu leben und uns sicher zu fühlen. angehen. Sie befähigt uns, Durch sie können wir authentisch lesorgenfrei zu leben und ben. Wir müssen kein falsches Bild abuns sicher zu fühlen. geben, denn wir sind uns unserer Durch sie können wir Identität sicher – selbst wenn wir anauthentisch leben. ders als unsere Mitmenschen sind. Ich glaube ganz fest daran, dass uns Zuversicht erlaubt, anders zu sein, einzigartig zu sein. Gott hat jeden Menschen einzigartig erschaffen, und trotzdem versuchen die meisten Leute ständig, wie jemand anders zu sein – und werden dadurch todunglücklich. Glauben Sie mir: Gott wird Ihnen nie dabei helfen, jemand anders zu sein. Er möchte, dass Sie Sie sind! Da können Sie ganz sicher sein! Leute mit einem Mangel an Zuversicht sind sich dagegen in überhaupt nichts sicher. Sie sind wankelmütige, unentschlossene Menschen, die sich ständig am Leben die Zähne ausbeißen. Wenn sie einmal eine Entscheidung treffen, werden sie sogleich von Selbstzweifeln gequält. Sie kritisieren sich im Nachhinein 19
Frauen, die vertrauen
selbst (und kritisieren dann die Kritik der Kritik der Kritik) und leben folglich nicht kühn genug. Sie führen ein kleines, enges Leben und verpassen das große, lohnende Leben, das Gott für sie bereit hat. Vielleicht kennen Sie einige von Gottes Verheißungen für sein Volk: Verheißungen des Friedens, Glücks, Segens und so weiter. Aber wissen Sie auch, dass alle Verheißungen Gottes für jeden einzelnen gelten? Sie haben richtig gelesen. Gott begünstigt keinen, wenn es darum geht, seine Verheißungen zu erfüllen. Allerdings verknüpft er einige Verheißungen mit bestimmten Vorraussetzungen, genau wie Eltern ihrem Kind einen besonderen Ausflug als Belohnung für ein gutes Zeugnis versprechen. Ähnlich fordert Gott von uns, dass wir uns ihm im Glauben nähern, womit eine tiefe Zuversicht im Hinblick auf Gottes Vertrauenswürdigkeit und das Einhalten all seiner Versprechen gemeint ist. Gott liebt Sie, in der Erkenntnis dieser Liebe dürfen Sie aufatmen. Das möchte Gott für Sie. Er wünscht Ihnen jene Seelenruhe, die man findet, wenn man sich in seiner Liebe geborgen weiß und frei von quälenden Ängsten und Zweifeln lebt. Zu viele Menschen zucken zusammen, wenn Gott erwähnt wird, weil sie Angst haben, er sitze dort oben im Himmel und warte nur auf einen Ausrutscher, damit er sie bestrafen könne. Ich sage nicht, dass unsere Taten nie Konsequenzen mit sich bringen, aber Gott hat keinen Gefallen daran, uns zu bestrafen. Viel lieber möchte er uns segnen und uns gedeihen sehen. Er ist gnädig, und wenn wir seine Gnade empfangen können, wird er uns häufig Segen schenken, selbst wenn wir vom Gesetz her Strafe verdient hätten. Wunderbarerweise sieht er nicht nur unsere Taten, sondern auch die Einstellung unseres Herzens und unseren Glauben an Jesus. Wenn wir Zuversicht in Gott, in seine Liebe und Freundlichkeit haben, können wir auch mit Zuversicht leben und in den Genuss des von ihm vorgesehenen Lebens kommen. Achten Sie darauf, dass ich von Zuversicht in Bezug auf Gott und nicht auf uns selbst gesprochen habe. Die Leute verstehen unter Zuversicht meist Selbstbewusstsein. Denken Sie nur daran, wie viele 20
Zuversicht
Fernseh-Selbsthilfe-Gurus oder Sportler Ihnen einschärfen, Sie sollen »an sich selbst« glauben. Da erlaube ich mir, anderer Meinung zu sein. Gleich am Anfang möchte ich klarstellen, dass unsere Zuversicht in Christus allein verankert sein muss, nicht in uns selbst, nicht in anderen Menschen, nicht in der Welt oder ihren Systemen. In der Bibel steht, dass wir durch Christus allem gewachsen sind (Philipper 4,13). So könnte man auch sagen, durch Christi Zuversicht sind auch wir zuversichtlich. Oder anders ausgedrückt: »Wir haben nur deshalb Zuversicht in uns selbst, weil er in uns lebt und wir von seiner Zuversicht zehren können.« Stellen Sie sich vor, Sie spielen in einer Basketballmannschaft, deren Kapitän die beste Spielerin der Welt ist und einen unübertroffenen Durchblick auf dem Spielfeld hat. Sie hat die Position des Point Guard, auch Aufbauspielerin genannt (die für die Spielübersicht verantwortliche, verteidigende Spielmacherin; Anm. d. Übers.). Diese Sportlerin kann nicht nur jeden anderen austricksen, sie kitzelt auch das Beste aus ihrer Mannschaft heraus. Sie können mit Zuversicht in jedes Spiel gehen, wissend, dass Ihre Leiterin das Wissen und Können hat, Sie zum Sieg zu führen. Natürlich müssen auch Sie Ihren Teil beitragen, Ihre Rolle im Team erfüllen, aber selbst wenn Sie einmal schlecht in Form sind, gibt Ihnen Ihr Superstar immer Deckung. Sie ist hinter Ihnen. Und bei fortschreitendem Spiel merken Sie, wie ansteckend die Zuversicht Ihrer Leiterin ist. Sie können kühn spielen, weil Ihre Kapitänin Sie inspiriert. Wenn ich also sage, ich sei zuversichtlich – was ich häufig tue –, dann meine ich damit keine Zuversicht in Bezug auf mich selbst und meine Fähigkeiten. Vielmehr meine ich Zuversicht im Hinblick auf Gott, meinen Leiter, und die Gaben, Talente und die Erkenntnis, die er in mich hineingelegt hat. Ich weiß, dass ich ohne ihn nichts bin (Johannes 15,5), doch mit ihm kann ich ein Champion sein, weil er das Beste aus mir herausholt. ... wir rühmen und brüsten uns in Jesus Christus, und setzen keine Zuversicht in das und sind nicht abhängig [in unserer Identität] 21