Inhalt
Eine vortrefflichere Lebensweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Teil 1: Erkannt an unserer Frucht 1. Durch die gute Frucht bleiben Sie, wohin Sie die Gaben führen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2. Motivation durch unsere Gaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3. (Etwas zu viel) Motivation durch unsere Gaben . . . . . . . 4. Gute Frucht von innen nach außen tragen . . . . . . . . . . . . 5. Frucht prüfen und Betrug erkennen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6. Frucht für gute Zeiten und als Vorrat für weniger gute Zeiten . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Teil 2: Die Frucht entfalten 7. Liebe – Sie haben sie in sich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8. Treue – niemals aufgeben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9. Güte – Gutes tun . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10. Geduld – an nichts Mangel haben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11. Freundlichkeit – gut mit einander auskommen . . . . . . . 12. Friede bewahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13. Demut – gesteuerte Stärke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14. Freude – durch sie werden Sie mit allem fertig . . . . . . . . 15. Selbstbeherrschung – die richtigen Entscheidungen treffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Schluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225 Gebet für eine persönliche Beziehung zum Herrn . . . . . . . . . 227 Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
Schlüssel zum außergewöhnlichen Leben
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Eine vortrefflichere Lebensweise
Einleitung: Eine vortrefflichere Lebensweise Gott hat uns die Mittel zur Verfügung gestellt, um ein effektives, erfülltes, kraftvolles und lohnendes Leben zu führen. Sicher, Wissensaneignung und Ausbildung haben ihren Platz in der Vorbereitung darauf, wie wir leben sollen. Wenn wir jedoch ein wahrlich außergewöhnliches Leben führen möchten, jenseits aller Vorstellungskraft, dann geht das nur, indem wir die wichtigen Dinge im Leben erkennen und uns nach ihnen ausrichten. Und Gott ist derjenige, der weiß und uns mitteilt, was wichtig ist. Gott ist es wichtig, dass wir seine eigenen Charakterzüge annehmen – dass wir mehr Liebe, Frieden und Freude in unserem Leben haben; mehr Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung – Eigenschaften, die in der Bibel die Frucht des Geistes genannt werden1. Diese Eigenschaften des Geistes Gottes sind schon in uns, wenn sein Geist in uns lebt – in denen von uns, die Jesus Christus als das einzig annehmbare Opfer für unsere Sünden anerkannt haben, die sich von ihren Sünden abgewandt und Jesus als persönlichen Retter angenommen haben. Als Christen beten viele von uns, dass Gott kraftvoller durch uns wirken möge, um anderen zu helfen. Das ist auch ganz richtig. Es ist Gottes Wille. Er hat uns besondere Fähigkeiten und übernatürliche Kraft zur Verfügung gestellt, von der Bibel auch Geistesgaben2 genannt, die eben diesem Zweck dienen3. Doch ich glaube, dass unsere oberste Priorität dem Entfalten der Frucht des Geistes gewidmet sein sollte. Während der ersten Jahre meines Dienstes bat ich Gott in meinen Gebetszeiten fast immer, dass jene besonderen Fähigkeiten und übernatürliche Kraft – die Geistesgaben – durch mich wirken mögen. Ich würde sie brauchen, dachte ich, um einen 7
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kraftvollen Dienst zu haben. Und das stimmt. Wir alle brauchen sie. Doch kümmerte ich mich unterdessen wenig um die Frucht des Geistes. Dann, eines Tages, machte mir der Herr klar: »Joyce, wenn du nur halb so viel für die Frucht des Geistes gebetet hättest wie für die Gaben, wenn du nur halb soviel Kraft und Zeit hineingesteckt hättest, sie zu entwickeln, dann hättest du bereits beides.« In derselben Bibelstelle, die uns dazu aufruft, nach den Geistesgaben zu eifern4, besonders nach den größeren Gaben, steht auch, dass es noch einen vortrefflicheren Weg gibt5. Dieser vortrefflichere Weg ist die Liebe6. Der folgende Vers gibt ein Beispiel vom Zusammenspiel zwischen Gaben und Liebe: Und als er hinausging, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Schwachen. Matthäus 14,14 Eine der besonderen Fähigkeiten der übernatürlichen Kraft, die Gott uns zum Gebrauch verfügbar gemacht hat, sind die Gaben der Heilung7. Im obigen Beispiel sehen wir in Jesus zuerst die Frucht des Geistes, »Liebe« in Form von Mitleid, und erst dann sehen wir ihn die Geistesgabe »Heilung« anwenden. Erst sehen wir die Frucht, dann die Gabe. Der vortrefflichere Weg »Liebe« ist die Frucht des Geistes. Liebe ist die Frucht, aus der alle anderen Früchte wachsen8. Wenn Gottes Liebe die Grundlage unserer Taten bildet, dann repräsentieren wir ihn gut, denn Gott ist Liebe9. Jesus sagte: ... der Baum wird durch seine Frucht erkannt und beurteilt. Man kann einen guten Baum an seinen Früchten erkennen10, und das trifft auf uns genauso zu. Durch unsere Früchte werden wir erkannt11, nicht durch Gaben. Unsere Liebe zueinander zeichnet uns als Jesu Nachfolger aus12 und durch unsere Frucht wird Jesus erkannt. Wer die Frucht des Geistes – die Natur Gottes – entfaltet, der entfaltet den Charakter Jesu Christi. Laut 2. Korinther 5,20 sind wir Gottes Botschafter. Durch uns, die Gläubigen in Jesus Christus, appelliert Gott an die Mensch8
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heit. Das ist eine große Verantwortung, die wir ernst nehmen sollten. Als Beispiel, wie wir jemanden durch die Einfachheit der Frucht des Geistes berühren können, möchte ich die Worte einer Karte zitieren, die Dave und ich heute erhalten haben:
Wenn Gottes Liebe die Grundlage unserer Taten bildet, dann repräsentieren wir ihn gut, denn Gott ist Liebe.
Liebe Joyce, lieber Dave, Worte können gar nicht ausdrücken, zu was für einem Segen Gott euch für mich gemacht hat. Ich war immer völlig gestresst, habe mir um Kleinigkeiten Sorgen gemacht und Gott als selbstverständlich hingenommen. Doch eure Bücher und Kassetten, und besonders euch beide und eure Familie selbst erleben zu dürfen, hat mein Leben verändert! Die Menschen, die bei euch und in eurem Dienst arbeiten, sind die wunderbarsten, echtesten und wärmsten Menschen, die mir je begegnet sind. Danke für das geistliche Wachstum, zu dem ihr mir verholfen habt! D. L. Was wäre passiert, wenn die Frau meine Bücher gelesen und meine Kassetten angehört hätte, aber dann von meinem Verhalten enttäuscht gewesen wäre, als sie mit mir zusammen war? Wenn meine Familie oder ich reizbar, grob oder unfreundlich ihr gegenüber gewesen wären? In dem Fall hätten wir keinen positiven Einfluss auf sie gehabt; vielleicht hätte sie uns sogar als Heuchler gesehen, und das hätte dem Anliegen Christi Schaden zugefügt. Jeder möchte geliebt werden, und Gott offenbart sich durch seine Liebe13. Weil das so ist, glaube ich, dass dem Herzen Gottes nichts wichtiger ist, als dass wir uns darauf konzentrieren, seine Liebe auszudrücken, um Menschen zu Jesus zu ziehen. Menschen sind hungrig, sie sehnen sich nach etwas Echtem. Wenn sie die Frucht in uns schmecken und sehen, wie gut sie ist14, werden sie die Quelle der Frucht finden wollen – den 9
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Baum des Lebens15. Sie werden bereit sein, Jesus als den Weg anzunehmen und mit Gott eine persönliche, ewige Beziehung einzugehen, sowie das überfließende, außergewöhnliche Leben auf Erden zu erleben, für das Jesus gekommen ist16. Gott hat uns Gaben als Hilfe für Menschen gegeben, und bis zu einem gewissen Grad können wir die Gaben nutzen, ohne die Frucht zu entfalten. Wie anfangs erwähnt, dachte ich nicht viel über die Frucht nach, als ich mit dem Dienst anfing, vom Entfalten der Frucht ganz zu schweigen. Ich hatte beim Lehren eine sehr ausgeprägte Kommunikationsgabe und fungierte meiner Berufung gemäß, aber praktisch ohne Frucht. Menschen mögen die in uns wirkenden Gaben sehen, doch meistens schauen sie näher hin und untersuchen die Qualität unserer Frucht, bevor sie sich öffnen, um von uns zu empfangen. Wenn wir den Leuten zeigen, dass wir etwas Echtes besitzen, dann hören sie uns zu und werden für das empfänglich, was der Heilige Geist ihnen durch uns geben möchte. Indem Sie mit guter Frucht auf kleine Begebenheiten in Ihrem täglichen Leben reagieren, können Sie den Leuten die Echtheit von dem zeigen, was – oder wer – in Ihnen lebt. Wenn jemand Sie beim Einkaufen anrempelt, Ihnen auf einen Zeh tritt oder sogar einen Einkaufswagen über Ihren Fuß rollt, seien Sie trotzdem nett. Lernen Sie, wie man gutmütig reagiert, besonders wenn Sie einen Hang zu Irritation und Ärger haben. Um die Situation in ein angenehmes Erlebnis zu verwandeln, könnten Sie sogar mit der Person schäkern, die Sie ja nicht mit Absicht angerempelt hat, auf Sie getreten und über Sie gerollt ist! Menschen können Jesus in Ihrer geduldigen und sogar freudigen Reaktion sehen, selbst bei solch einer Kleinigkeit. Wenn ein anderer Autofahrer Ihnen den Weg abschneidet und Sie fast von der Straße drängt, lässt Ihre Selbstbeherrschung Sie für den anderen beten, anstatt auf ihn zu schimpfen. Wenn Sie allerdings jemand mit Absicht von der Straße drängt, wird die Frucht der Geduld oder Güte alleine nicht reichen! In solch einem Fall brauchen Sie die reife Frucht des Friedens, die Ihnen einen klaren Kopf schenkt, damit Ihnen der Heilige Geist sagen 10
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kann, was zu tun ist. Und vielleicht benötigen Sie auch sein eingreifendes Bewahren. Aber unter normalen Umständen braucht man nur gütig reagieren, wenn sich eine Gelegenheit bietet, wodurch anderen Menschen die Chance geboten wird, die Quelle der Liebe in uns zu suchen und zu finden. In der Bibel steht, dass wir Briefe Christi sind, die von allen Menschen gelesen werden. Wir sind die Empfehlungsschreiben unseres Dienstes17. Wenn andere Leute unsere gute Frucht sehen – als Einzelpersonen und als Dienst in der Zusammenarbeit mit anderen Christen –, sind sie von unserem Zeugnis beeindruckt. Sie lesen in uns den Charakter dessen, den wir vertreten: Jesus. Solche Frucht entfalten wir, indem wir die Bibel im Detail lesen und anwenden. Dazu kommt noch, Gott zu suchen und zu beten. Doch der Anfang der Fruchtentfaltung wird schon allein durch die vielen kleinen Entscheidungen gemacht, die wir den Tag hindurch treffen – stellen unsere Taten doch die Frucht zur Schau. Wir sollen in die Welt gehen, den Heiligen Geist durch uns fließen lassen und somit den Menschen Gottes Liebe zeigen – seine Geduld, Freundlichkeit, Güte und die andere Frucht –, und ihnen mit seinen Gaben helfen. Indem wir uns auf die Wichtigkeit ausrichten, die Gott auf die Entfaltung der Geistesfrucht legt, schwingt die Tür der Geistesgaben für uns weit auf. Folgen Sie dem vortrefflicheren Weg der Liebe. Empfangen Sie Gottes Liebe und lassen Sie sie in ihren vielen Formen und Kraftauswirkungen aus sich heraus zu anderen hinfließen. Schmecket und sehet, dass der HERR gütig ist! Glückselig der Mann, der auf ihn traut!18 Wer auf den Herrn traut und sich in ihm birgt, ist froh und glücklich, ist so gesegnet, dass er zu beneiden ist19. Und keinen Mangel haben die, die ihn fürchten20. Froh, glücklich, gesegnet, keinen Mangel – diese Ausdrücke beschreiben das außergewöhnliche Leben, das Gott uns wünscht.
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Durch die gute Frucht bleiben Sie, wohin Sie die Gaben führen
Kapitel 1 Durch die gute Frucht bleiben Sie, wohin Sie die Gaben führen Viele Leute, deren Gaben ihnen die Türen zur Erfüllung ihrer Wünsche öffnen, besitzen nicht die erforderlichen Eigenschaften, um dauerhaft in der Erfüllung zu leben. Oder sie bleiben eine Zeit lang auf einer bestimmten Stufe stehen, auf die ihre Gaben sie geführt haben, aber entwickeln sich dann nicht weiter. Indem wir die Charaktereigenschaften der Geistesfrucht entwickeln, die ja schon in uns Christen wohnen, können wir in das gesegnete, außergewöhnliche Leben treten, das wir uns wirklich wünschen. Wenn wir als Christen wissen, was Gott für uns bereitet hat und offen sind, von ihm zu empfangen, wird sein Geist uns die nötige Kraft geben, um die Frucht und das von Gott vorgesehene Leben zu entfalten1. Ich bin dankbar, dass Gott meine Gaben nicht hat wachsen lassen, bis ich ihn einige Jahre lang an meiner Frucht arbeiten ließ. Als Gott die Lehrgabe in mich legte, war sie sehr ausgeprägt. Damals lehrte ich eigentlich genauso, wie ich das heute – Jahre später – auch tue. Meine Gabe versetzte mich wie gewünscht in einen Dienstbereich, doch mein Dienst wuchs nicht so, wie ich es wollte, weil ich keine Frucht entwickelt hatte. Gott stellt uns verschiedene Gaben zur Verfügung2, doch die Frucht des Geistes müssen wir entfalten. Wenn der Heilige Geist in uns lebt, haben wir alles, was er hat. Seine Frucht ist in uns. Der Same ist gepflanzt. Um die Gaben auf derart kraftvolle Weise benutzen zu können, wie Gott es sich wünscht, müssen wir die Fruchtsamen in uns wachsen und reifen lassen. Das tun wir, indem wir sie kultivieren. Wir können alle Früchte dadurch kultivieren, dass wir uns 15
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auf die erste und letzte Frucht der insgesamt neun ausrichten: auf Liebe und Selbstbeherrschung. Diese beiden sind wie Buchstützen, die den Rest zusammenhalten. Alle Früchte wachsen aus der Liebe Alle Früchte wachsen aus und sind sogar eine Form von Liebe, der Liebe, doch Selbstdoch Selbstbeherrschung hält sie zubeherrschung hält sie sammen. zusammen. Während Sie so durch den Tag leben, konzentrieren Sie sich auf das Entfalten der Liebesfrucht. Sie werden merken, dass Sie mit Ihren Mitmenschen nicht ungeduldig sind. Sie können gar nicht anders, als freundlich zu sein. Sie gehen mit Leuten gütig um und sind unterstützend und treu, statt überheblich. Es ist nicht mehr Ihr Bestreben, besser als andere dazustehen. Wenn Sie nicht von Liebe motiviert sind, ist es sehr schwierig, in der Frucht zu agieren. Doch selbst wenn es für Sie normal geworden ist, Ihre Motivationsquelle im Ausdrücken von Gottes Liebe zu suchen, wird es Zeiten geben (am Anfang noch sehr häufig), wo Sie sich überhaupt nicht geduldig, freundlich, freudig, friedvoll – noch nicht einmal nett – fühlen! Genau dann brauchen Sie Selbstbeherrschung, um weiterhin der Frucht gemäß zu reagieren, auch wenn Ihnen nicht danach zumute ist. Wenn bei Ihnen die Frucht der Selbstbeherrschung noch wachsen muss, fangen Sie mit kleinen Entscheidungen im normalen Tagesablauf an. Reagieren Sie mit dieser Frucht auf Situationen, die Ihres Weges kommen, wie oben erläutert. Ziemlich bald werden Sie sich diese Reaktionen zur Gewohnheit machen. Dann ist der Same der Selbstbeherrschung in Ihnen zu einer kleinen Pflanze herangewachsen. Wenn Ihnen Selbstbeherrschung erst einmal zur Gewohnheit geworden ist, wird Ihr Temperament nicht mehr ganz so schnell überrumpelt werden wie am Anfang. Im Anfängerstadium spazieren Sie vielleicht im Supermarkt herum und denken, alles sei in Ordnung. Sie sind bestens gelaunt, sind dankbar, dass Sie gerade keine Probleme haben, und überhaupt ist alles wunderbar. Dann 16
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passiert plötzlich etwas eigentlich Unbedeutendes. Jemand rempelt Sie an, tritt Ihnen auf den Zeh, rollt einen Einkaufswagen über Ihren Fuß oder begeht einen anderen allzu menschlichen Fehler. Und da Sie noch keine reife Frucht besitzen, reagieren Sie ärgerlich oder ungeduldig, statt sich für geduldige Gutmütigkeit zu entscheiden und eventuell sogar die andere Person wegen des Vorkommnisses freundlich zu necken. Aber keine Bange. Je mehr Sie sich im Entfalten der Früchte üben, desto mehr reifen sie. Zuerst müssen Sie sich wirklich im Zaum halten, doch schließlich wird es ganz natürlich, so zu reagieren, wie Jesus es in einer ähnlichen Situation getan hätte. Sie mögen denken: Wo kam das denn her? Ich dachte, ich wäre lieb und nett. Manchmal denken wir, nur weil wir Christen sind, hätten wir die Frucht des Geistes schon gänzlich entfaltet. Doch wenn wir unerwartet überrumpelt werden, wird unsere Frucht »ausgepresst«, und dann merken wir, wie unreif unsere Frucht doch ist. Solche Vorkommnisse sind Prüfungen, die uns in Wirklichkeit gut tun, weil sie Stellen aufzeigen, an denen wir schwach sind und noch wachsen müssen.
Samengroße Frucht gleicht samengroßem Dienst Als ich mit meiner Gabe zu dienen begann, war die Frucht in mir zweifellos noch in der Samenstufe! Und in dem Zustand arbeitete ich viele Jahre. Fünf Jahre lang unterrichtete ich in meinem Wohnzimmer etwa 30 Leute in einer wöchentlichen Bibelstunde. Beim Lehren trug ich kurze Shorts, so kurz, wie ich sie bekommen konnte. Und ich rauchte – eine Zigarette nach der anderen. Ich saß dort auf dem Boden meines Wohnzimmers und blies den ganzen Abend lang Rauch in jedermanns Gesicht, während ich die Bibel lehrte! Wie es den Gästen dabei erging, interessierte mich überhaupt nicht. Mir kam es nicht einmal in den Sinn, dass jemand Miss17
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fallen an meinem Rauchen hätte oder mich dafür verurteilen könnte. Es gibt viele Angewohnheiten, die unser christliches Zeugnis in Mitleidenschaft ziehen, und Rauchen ist in dieser Hinsicht wohl nicht schlimmer als viele andere. Trotzdem sollten wir uns gegen Dinge entscheiden, die unserer eigenen oder anderer Leute Gesundheit schaden3. Kurze Shorts zu tragen war in der Atmosphäre auch nicht sehr weise. Zum damaligen Zeitpunkt in meinem Leben tat ich jedoch einfach, wonach ich mich fühlte, ohne über die Auswirkung auf andere Menschen nachzudenken. Liebe hätte da anders gewählt. Sie hätte weise entschieden, Dinge zu tun, die keinen vor den Kopf stießen. Du magst dich fragen, wie oder warum Gott mich benutzen konnte, um sein Wort zu lehren, wenn mein Verhalten doch so unreif war. Für solch eine Frage habe ich volles Verständnis. Die einzige Antwort, die ich dir geben kann, ist, dass Gott nicht nur sieht, wo wir gerade jetzt sind, sondern auch, woher wir kommen und wo wir unsere Tage beschließen werden. Er wusste: Mein Herz ihm gegenüber war am rechten Fleck, auch wenn mein Verhalten sehr unweise war. Er gab mir eine Zeitspanne, in der ich mich verändern konnte, und dafür bin ich dankbar. Die Leute kamen zur Bibelstunde, weil dort Gottes Salbung gegenwärtig war, nicht weil ich schon Vollkommenheit erreicht hatte. Die meisten von ihnen schlugen sich mit den gleichen Problemen herum wie ich, und wir wollten zusammen lernen. Nach einigen Monaten spürte ich den Impuls des Heiligen Geistes, mich anders zu kleiden und mit dem Rauchen aufzuhören, sowie viele andere Lebensgewohnheiten zu verändern. Die Veränderungen waren nicht leicht. Doch meine Liebe für Jesus half mir, die schweren Zeiten der Disziplin durchzustehen. Einige Leser mögen jetzt sagen: »Hey, wenn Gott dich so benutzt hat, während du noch all diese Probleme hattest, warum muss ich mich dann überhaupt ändern?« Hätte ich nicht zugelassen, dass Gott mich veränderte, indem ich in vielen Lebensbereichen mit ihm an der Frucht der Selbstbeherrschung zusammenarbeitete, würde ich immer noch auf meinem Wohnzimmerboden sitzen und 25 oder 30 Menschen 18
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dienen – oder eher ein oder zwei, die aus Loyalität noch zu mir hielten. Hätte ich Gott mich nicht verändern lassen, um mich auf seinen Lebensplan mit mir vorzubereiten, wäre ich nicht in meine jetzige Position des Dienstes hineingewachsen. Ich spreche regelmäßig zu großen Versammlungen auf unterschiedlichen Lehrkonferenzen, und durch mehrere Life In The Word-Einsätze auf der ganzen Welt erreiche ich Leute mit Gottes Liebe und seinem Wort. Es ist ein Segen, die Zeugnisse von Menschen zu hören, die berichten, wie Gott durch diesen Dienst Heilung bringt und ihr Leben auf vielerlei Art umkrempelt. Ja, Gott wird uns dienen lassen, auch ehe er diesen Samen der Geistesfrucht in uns hervorbringen kann. Doch er wird uns nicht auf die Welt loslassen, bis wir etwas reifer geworden sind. Sonst repräsentieren wir ihn nicht richtig. Dazu müssen wir reifen und seinen Charakter immer mehr widerspiegeln. Und während die Frucht wächst, lernen wir, uns von ihm zu nähren, damit wir auch mit den wachsenden Verantwortlichkeiten umgehen können, die er uns auf dem Weg zu einem außergewöhnlicheren Leben anvertraut.
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