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DEREK PRINCE

Wer bin Ich? Entdecken Sie sich im Spiegel Gottes

I nternationaler BibelLehrdienst

Ein Arbeitszweig von Derek Prince Ministries International


Originally published in English as audio cassettes under the title:

Who am I?

Copyright © Derek Prince Ministries International

Internationaler BibellehrdiEnst

All rights reserved.

IBL-Deutschland Schwarzauer Str. 56 D-83308 Trostberg Tel: 08621-64146 Fax: 08621-64147

Derek Prince Ministries - International P.O. Box 19501 Charlotte, North Carolina, 28219-9501 U.S.A.

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German translation published by permission Copyright © 2001 Derek Prince Ministries - International

IBL-Schweiz Bachstr. 1 CH-8952 Schlieren Tel: 01 738 6080 Fax: 01 738 6081 www.ibl-dpm.net

Übersetzung: Sigi Ferguson Layout: IBL-Deutschland Druck: Verlag A. Erdl, Trostberg Umschlaggestaltung: Martin Kronbichler 1. Auflage November/Dezember 2001

ISBN 3-932341-40-6 Alle Bibelzitate, wenn nicht anderweitig vermerkt, entstammen der revidierten Elberfelder Übersetzung (EÜ=Einheitsübersetzung, LU=Luther 1984, GN=Gute Nachricht). Wer bin ich? 2


Inhalt: Kapitel 1: Entdecken Sie sich im Spiegel Gottes

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Kapitel 2: Werden Sie von Ihrem Geist oder Ihrer Seele regiert?

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Kapitel 3: Warum Sie einen Körper haben

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Kapitel 4: Der Höhepunkt der Betimmung für unser Leben

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Die in diesem Buch enthaltenen Texte entstammen Vorträgen von Derek Prince. Diese Abschrift der Audioaufzeichnungen sind redaktionell leicht bearbeitet worden, wobei der Vortragsstil bewußt aufrechterhalten wurde. Wer bin ich? 3


Entdecken Sie sich im Spiegel Gottes

Kapitel 1: Entdecken Sie sich im Spiegel Gottes Dies ist das erste von insgesamt vier Kapiteln innerhalb einer Serie von Lehrbotschaften, die sich mit dem Thema “Wer bin ich” auseinandersetzen. Der Untertitel dieses Kapitels deutet an, wohin wir uns wenden, um diese Frage zu beantworten. Ziel dieser Lehrbotschaft ist es, uns selbst gewissermaßen einen Spiegel vorzuhalten, in dem wir uns betrachten können. Dieser Spiegel zeigt uns jedoch nicht unser äußeres Erscheinungsbild, sondern das, was wir in keinem anderen Spiegel sehen können - er zeigt uns unsere wahre innere Natur. Bevor ich dieses Thema weiterverfolge, halte ich es für hilfreich auf einige Aspekte meines persönlichen Hintergrunds einzugehen, die im Zusammenhang mit diesem Thema relevant sind. Ende Juli 1941, als ich dem Herrn Jesus Christus in einer britischen Armeebarracke persönlich begegnete, entdeckte ich zwei Dinge, die ich seither niemals in Zweifel stellte: Erstens, dass Jesus lebt; und zweitens, dass die Bibel der Wahrheit entspricht. Ich kam zu diesen beiden Schlussfolgerungen in ein und derselben Nacht. Aber lassen Sie mich nun erklären, wie ich zu diesem Schluss kam. Ehe ich diese “Entdeckung” machte, war ich ein professioneller Philosoph. Sie werden in Ihrem Leben wohl nicht vielen Menschen begegnen, auf die diese Beschreibung zutrifft - es gibt nicht viele davon - und das ist wahrscheinlich gut so! Wer bin ich? 4


Entdecken Sie sich im Spiegel Gottes

Wenn ich den Ausdruck “professioneller Philosoph” benutze, möchte ich damit sagen, dass ich damit mein Geld verdiente. Keine immense Summe Geld, aber immerhin genug, um damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich hatte einen Lehrstuhl in Philosophie am Kings College, Cambridge (Großbritannien) inne. Wir wollen uns an dieser Stelle nicht näher mit den relativen Vorzügen der britischen Universitäten befassen - dieses Thema wollen wir für den Moment einmal beiseite stellen. Ich war Philosoph, weil ich nach einer Antwort suchte. Ich glaube, ich war einer jener Menschen, die mit einer Frage in ihrem Inneren geboren wurden. Diese Frage lautete: “Was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Wozu bin ich hier; was lohnt sich, zu tun; was lohnt sich nicht, zu tun?” Ich war innerhalb der Landeskirche Großbritanniens aufgewachsen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ich dort eine Antwort finden würde. Als ich 18 Jahre alt war, beschloss ich daher, nach Cambridge zu gehen und in der Philosophie nach einer Antwort zu suchen. “Philosophie” bedeutet wörtlich “Liebe für die Suche nach Weisheit”. Ich bin so “gepolt”, dass sich mein Verstand im abstrakten Bereich sehr zuhause fühlt - er fährt sich nicht gerne in praktischen Details fest. Was zum Beispiel Automobile anbelangt, so kenne ich mich nur in zwei Dingen aus - wie man es in Bewegung setzt und wie man es zum Stoppen bringt. Daher ist es schon immer meine Lebensphilosophie gewesen, jemanden zu kennen, der mehr über Autos versteht als ich selbst! Wenn es jedoch um abstrakte Dinge und um Logik geht, so hat Gott mir meiner Meinung nach eine natürliche Gabe in diesem Bereich gegeben. Ich ging also sieben Jahre lang meinem Philosophiestudium Wer bin ich? 5


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in Cambridge nach, und ich glaube objektiv sagen zu können, dass ich dabei Erfolg hatte. Ich erhielt zwei Jahre hintereinander das hochbegehrte Forschungsstipendium der Universität und war einer der Jüngsten, die jemals zum Professor des Kings College Cambridge ernannt wurden. Aber dann begann der 2. Weltkrieg und ich wurde entwurzelt - was mir zum Vorteil gereichte, wie ich später feststellte. In der Philosophie hatte ich jedoch nicht die Antwort gefunden, nach der ich suchte. In meinen Studien befasste ich mich ausführlich mit der griechischen Philosophie sowie mit einem Großteil der damaligen zeitgenössischen Philosophie, die heutzutage wahrscheinlich als längst überholt angesehen wird. Außerdem schloss mein Studium auch die Lehre von einigen der übrigen europäischen Philosophen mit ein. Als ich dann in die Armee einberufen wurde, fiel es mir schwer, mich zu entscheiden, was ich an Lesestoff mitnehmen sollte. In der Armee kann man schließlich keine Bibliothek mit sich herumtragen! Außerdem sind Bücher schwer und man muss sie selbst tragen. Schließlich kam mir der Gedanke, dass es ein Buch gibt, das eigentlich ein philosophisches Buch und darüber hinaus wahrscheinlich das am meisten gelesene Buch der Welt ist, das die menschliche Geschichte beeinflusst hat wie kein anderes. Ein Buch, über dessen Inhalt ich sehr wenig wusste. Das Buch, das mir dabei in den Sinn gekommen war, war die Bibel. Nach all diesen Überlegungen sah ich es als meine philosophische Pflicht an, die Bibel zu studieren. Ich kaufte mir also eine schöne, neue, schwarze Bibel - der Gedanke, dass eine Bibel eine andere Farbe außer schwarz haben könnte, war damals unvorstellbar für mich - nahm sie mit, als ich zur Armee ging und fing an, darin zu lesen. Wer bin ich? 6


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Ich machte die Entdeckung, dass dies das erste Buch war, das mir wirklich ein Rätsel war. Es war mir völlig unverständlich - ich wusste nicht, wie ich es einordnen sollte und ich fand es äußerst langweilig. Dennoch begann ich meine Lektüre mit der ersten Seite und beschloss, dass ich mich von keinem Buch geschlagen geben würde. Nichts würde mich davon abhalten, es von Anfang bis Ende durchzulesen. Nachdem ich etwa neun Monate mit diesem Buch gekämpft hatte, begegnete ich schließlich dem Autor und vom nächsten Tag an sah ich die Bibel als vollkommen sinnvoll an. Diese Änderung meiner Einstellung der Bibel gegenüber fand nicht allmählich statt, sondern stellte sich auf einen Schlag ein. Und so habe ich mich nun von 1941 an bis zum heutigen Tag mit dem Studium der Bibel beschäftigt und kann aufrichtig sagen, dass ich sie heute reichhaltiger, aufregender und aufschlussreicher finde als am ersten Tag. Sie ist mir nie langweilig vorgekommen und je mehr ich darin lese, desto mehr entdecke ich, wieviel es noch zu lernen gibt. Ich habe den Eindruck, dass ich im Zusammenhang mit dem Christentum noch eine weitere Aussage machen muss. Im Jahr 1944, als ich noch in der britischen Armee in Palestina diente, berief Gott mich ganz speziell, verbal, als Lehrer der Heiligen Schrift. Dieser Ruf war so klar und präzise wie nichts anderes in meinem Leben. Und seit diesem Zeitpunkt ist es mein Bestreben, diesem Ruf Folge zu leisten. Ich habe das Privileg genossen, weltweit reisen zu können und Christen zu dienen, die aus vielen Ländern und den verschiedensten kulturellen und konfessionellen Richtungen stammen. Seit Anfang der sechziger Jahre gehöre ich der sogenannten charismatischen Bewegung an, obwohl ich die Taufe im Heiligen Geist nicht auf diesem Wege erfuhr. Ich war nämlich so “unwissend”, dass ich im Heiligen Wer bin ich? 7


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Geist getauft wurde ohne zu wissen, dass man eigentlich auf diese Erfahrung einige Zeit warten “muss”. Ich befand mich in diesem Moment auch nicht in einer Kirche, sondern wurde in dem gleichen Raum der Armeebaracke vom Heiligen Geist getauft, in dem ich auch errettet worden war. Und da ich auf Grund meiner großen “Unwissenheit” keine Ahnung hatte, dass man ungefähr sechs Monate warten “muss”, um die Gaben des Heiligen Geistes zu empfangen, gab mir Gott die Gabe der Interpretation auch gleich mit dazu! Und so kam es, dass ich damals auch jedesmal die Interpretation erhielt, nachdem ich in anderen Sprachen gesprochen hatte. Ich möchte jetzt aber nicht näher auf diesen Punkt eingehen. Jedenfalls kenne ich mich in weiten Kreisen des Leibes Christi heutzutage ziemlich gut aus. Ich liebe das Volk Gottes, und ich bin Gott dankbar für das, was er heute auf der ganzen Erde tut. Aber als Bibellehrer liegt mir eines sehr auf dem Herzen: Ich habe den Eindruck, dass die Mehrzahl von Gottes Volk kein wirklich starkes, solides Fundament biblischer Kenntnisse besitzt. Das ist der Grund, weshalb ich die “Grundlagenserie” verfasst habe mit dem Ziel, die großartigen, grundlegenden Wahrheiten des christlichen Glaubens auf klare, leichtverständliche und nicht-theologische Art und Weise zu präsentieren. Ich begegne überall Menschen, die Tagungen und Konferenzen oder vielleicht auch Bibelschulen und Bibelinstitute besuchen und dort eine Vielzahl von Informationen aller Art erhalten. In vielen Fällen fehlt ihnen jedoch etwas, mit dem sie all diese Informationen in Verbindung bringen können. Gott gab mir so etwas wie ein gedankliches Bild einer Person, die ein Grundstück gekauft hatte, um ein Haus darauf zu bauen. Diese Person sammelt alle Materialien, die für ein Haus gebraucht Wer bin ich? 8


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werden, legt aber nie das Fundament für das Haus bzw. - wenn sie es tatsächlich legt - vergisst, die tragende Wand zu errichten. Die Person kann also wirklich nichts anfangen mit all dem gesammelten Material. Dann besucht diese Person eine andere Tagung, kommt zurück und sagt zu ihrem Freund: “Schau dir doch einmal diese wunderschöne Badezimmereinrichtung aus Marmor an, die ich gekauft habe! Ist sie nicht toll?” Es mag sehr wohl eine wunderschöne Badezimmereinrichtung sein, aber was können Sie damit anfangen, wenn Sie keine Leitungen dafür installiert haben? Sie lassen sie einfach nutzlos herumliegen. Oder er kommt zurück und sagt: “Schau Dir mal die schöne Eichentüre an, die ich gekauft habe.” Aber Sie können nicht viel anfangen mit einer Tür, wenn Sie keine Wand haben, in die Sie sie einsetzen können. Deshalb ist es mein Hauptanliegen - überall und in allem, was ich tue - eine Grundlage zu legen, die einfach und praktisch ist, nicht theologisch oder kompliziert, auf der die Menschen dann all die wunderbaren Wahrheiten aufbauen können, die sie später sammeln werden bzw. bereits gesammelt haben. Und ich bin zuversichtlich, dass dies auch auf das zutreffen wird, was ich hier lehren werde. Das Thema “Die Natur des Menschen” ist sehr umfangreich. Es schließt Psychologie, Physiologie und viele weitere “Ologien” mit ein, die zu lehren ich nicht die Kompetenz besitze. Ich möchte Ihnen jedoch einen Rahmen geben, in den Sie die speziellen Kenntnisbereiche einordnen können, die Sie sich aneignen werden bzw. bereits angeeignet haben. Als Seelsorger werden Sie sich z. B. mit der Psychologie sowie mit anderen Aspekten damit zusammenhängender Prinzipien vertraut machen. Wer bin ich? 9


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Es ist jedoch sehr gefährlich, diese Prinzipien losgelöst von dem gesamten Zusammenhang biblischer Wahrheit zu betrachten. Man kann sehr leicht in Irrtum verfallen, einseitig orientiert sein und ineffektiv werden, den Menschen wirklich zu helfen. Denn letztendlich brauchen alle Menschen die Wahrheit von Gottes Wort. Alles andere reicht einfach nicht aus. Nachdem dies nun zum Ausdruck gebracht wurde, hoffe ich, dass Sie die Richtung verstehen können, in der ich vorangehen möchte. Ich möchte zunächst den Gebrauch des Wortes “Spiegel” erklären und dazu im Brief des Jakobus, Kapitel eins, beginnend mit Vers 22 einige Verse lesen. Jakobus spricht hier über das, was das Wort Gottes erwartungsgemäß für Sie tun kann. In Wirklichkeit sagt er, dass es wie ein Spiegel funktioniert. Aber er sagt auch, dass es wichtig ist, den Spiegel richtig zu gebrauchen. Denn was würde Ihnen ein normaler tatsächlicher Spiegel nützen, in den Sie hineinschauen und der Ihnen zeigt, wie Sie aussehen - der Sie erkennen lässt, dass Ihr Gesicht schmutzig ist, Ihre Kleider Flecken haben und Ihre Haare ungekämmt sind - wenn Sie sich dann von dem Spiegel abwenden und vergessen, was Sie gerade darin gesehen haben, und Sie nichts tun, um es zu ändern? Und er sagt, genau so verhält es sich, wenn wir in den Spiegel von Gottes Wort sehen: Dieser Spiegel zeigt uns allerdings nicht unser äußeres körperliches Erscheinungsbild, sondern etwas, das sonst nirgendwo offenbart wird - er zeigt uns unsere innere Natur. Und Jakobus sagt, wenn wir in diesen Spiegel sehen, tun wir gut daran, auf das, was wir darin sehen, zu reagieren: Wenn unsere Haare unordentlich aussehen, müssen wir sie kämmen; wenn unser Gesicht schmutzig ist, müssen wir es waschen; wenn unsere Kleider fleckig oder zerrissen sind, müssen wir sie säubern oder reparieren lassen. Um es auf einen Nenner zu bringen: Das Entscheidende ist, dass wir auf das, was Wer bin ich? 10


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wir sehen, reagieren! Und das möchte ich jedem sagen, der mein Buch liest. Hier geht es nämlich nicht um eine interessante Folge von Theorien! Ganz im Gegenteil: Ich kann Ihnen garantieren, dass eine Veränderung in Ihrem Leben stattfinden wird, wenn Sie das, mit dem Sie hier konfrontiert werden, annehmen und im Glauben daraufhin handeln! Wenn das nicht der Fall ist, werde ich zugestehen müssen, mein angestrebtes Ziel nicht ereicht zu haben. Lasst uns nun gemeinsam diese Worte aus Jakobus 1, Vers 22 lesen: “Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen! Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war. Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter des Wortes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein.” Wir wollen uns hier nicht mit allen Einzelheiten befassen, aber Sie sehen zweifellos, dass diese Aussage ganz eindeutig ist: Die Bibel ist ein Spiegel, der Ihnen nicht Ihr äußeres Erscheinungsbild zeigt, sondern Ihre innere Natur - er zeigt Ihnen, wie Sie “von innen” aussehen. Im Laufe meines Philosophiestudiums kam ich zu der Schlussfolgerung, dass es drei Dinge gibt, die der Mensch nur Wer bin ich? 11


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durch göttliche Offenbarung verstehen kann: Er kann weder den Ursprung des Universums, noch den Ursprung oder die Natur des Menschen verstehen. Diese drei Dinge sind nur durch göttliche Offenbarung zu verstehen. Dies ist keine gute Nachricht für die Humanisten, die gerne glauben möchten, dass der Mensch jedes Problem lösen kann. Genauer gesagt, sie widerstrebt ihnen gewaltig. Aber das ist ihr Problem, nicht meines. Ich werde also mein Bestes tun, diesen Spiegel hochzuhalten und lade Sie ein, hineinzuschauen. Nun möchte ich die Schriftstelle heranziehen, die eigentlich den Schlüsselvers für diese gesamte Serie von Lehrbotschaften darstellt - 1. Thessalonicher 5,23. Dabei handelt es sich um ein Gebet, das der Apostel Paulus für die Christen, den Leib Christi, gebetet hat. Er betete speziell für die Christen in Thessalonich, aber sein Gebet ist offensichtlich für uns alle gemeint. “Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!” 1. Thess 5,23 Ich habe immer wieder gesagt, dass ich es für sehr sinnvoll halte, wichtige Schriftstellen in eine Proklamation oder ein Gebet “umzuwandeln”. Damit meine ich, dass ich diese Bibelstelle ganz persönlich mache: “Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige mich völlig; und vollständig möge mein Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft meines Herrn Jesus Christus!” Ich möchte Sie nun dazu auffordern, diesen Bibelvers als Wer bin ich? 12


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Ihr persönliches Gebet auszusprechen - ein äußerst wirksames Gebet - in dem Glauben, dass Gott Ihnen durch diese Lehrbotschaften eine Antwort darauf geben wird. In diesem Gebet bitten Sie Gott, Sie zu heiligen. Wenn es eines gibt, das der Leib Christi meiner Ansicht nach dringend nötig hat in unseren Tagen, dann ist es Heiligkeit. Es handelt sich hier also um ein sehr wichtiges Gebet. Vielleicht können Sie es aussprechen, wenn Sie diesen Vers jetzt noch einmal lesen: “Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige mich völlig; und vollständig möge mein Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft meines Herrn Jesus Christus!” Ich möchte Ihnen an dieser Stelle gerne etwas Persönliches mitteilen: Ich habe lange darüber nachgedacht, was es eigentlich bedeutet, wenn ich sage, dass mein ganzer Körper untadelig bewahrt werden soll bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Ich bin zuversichtlich, dass ich Ihnen eine Basis für die Beantwortung dieser Frage vermitteln kann, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich bisher selbst eine vollständige Antwort darauf gefunden habe. Genau das macht die Bibel ja so reizvoll, es gibt immer etwas Neues darin zu entdecken! Ich möchte mich nun Hebräer 4,12 zuwenden, das uns einen weiteren Einblick in die Natur des Wortes Gottes gibt. Der Autor des Hebräerbriefs sagt uns, dass es wie ein Sezierinstrument funktioniert; es seziert jedoch etwas, das kein menschlicher Arzt seziern kann. Ich möchte nun an Hand von Hebräer 4,12 die Dinge aufzeigen, die durch das “Sezierinstrument” Gottes voneinander getrennt werden: “Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und Wer bin ich? 13


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schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens;...” Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Aussage lenken, dass es durchdringt bis zur Unterscheidung von Seele und Geist. In der englischen Version sagt der Autor des Hebräerbriefes “durchdringend sogar bis zu der Scheidung von Seele und Geist” - d. h., die schwierigste “Trennungsoperation”, die es jemals vollbringen müßte, ist die Trennung von Seele und Geist. Und damit kommen wir auf die Aussage in 1. Thessalonicher 5,23 zurück, wo es heißt, dass eine vollständige Person - denn Paulus spricht hier von einer völligen Heilung - aus drei Komponenten besteht: Geist, Seele und Körper. Ich denke, für die meisten Menschen stellt es kein Problem dar, dass sie einen Körper haben - mit Ausnahme der Philosophen! Ich kann mich nämlich noch gut daran erinnern, wie wir an der Universität in Cambridge ein ganzes Semester lang darüber diskutierten, ob unser Körper nun wirklich existiert oder nicht. Aber mit diesem Thema wollen wir uns hier nicht auseinandersetzen, denn damit manövriert man sich in eine Höhle, in die alle Fußspuren hinein- und keine jemals wieder herausführen. Gott sei Dank, dass meine Fußspuren wieder aus dieser Höhle herausführten - was in der Tat eine rühmliche Ausnahme ist! Wir werden grundsätzlich miteinander übereinstimmen, dass wir einen Körper haben. Ich bin mir sicher, dass unter allen Christen auch Übereinstimmung darüber herrscht, dass wir eine Seele haben. Aber sehr viele Christen sind sich der Tatsache überhaupt nicht bewusst, dass sich Geist und Seele voneinander Wer bin ich? 14


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unterscheiden. Ich musste einmal in einer Bibelschule im Westen Kanadas lehren, wo jedes Wort mit “ologie” enden musste. So wurde z. B. Kirchengeschichte “Ekklesiologie”, das Studium der Errettung “Soteriologie” und das Studium des Heiligen Geistes “Pneumatologie” genannt. Wenn ich mich recht erinnere, musste ich Theologie lehren - was ziemlich langweilig war - wobei ich an ein Textbuch gebunden war. Die Bibelschule gehörte zwar der pfingstlerischen Denomination an, aber der Verfasser dieses Textbuchs war kein Pfingstler. Das Buch machte keinen Unterschied zwischen Geist und Seele, weshalb ich immer wieder Probleme hatte, daraus zu lehren. Auf Grund dieser Erfahrung wurde mir voll bewusst, dass wir eine sehr wichtige Unterscheidung verschleiern, wenn wir nicht begreifen, dass sich Geist und Seele voneinander unterscheiden lassen. Die oben erwähnte Schriftstelle in Hebräer dagegen bringt jedoch offensichtlich zum Ausdruck, dass nur das Wort Gottes diese Unterscheidung vornehmen kann. Wenn wir uns an irgendeine andere Quelle wenden, werden wir keine Antwort auf diese Frage bekommen. Und ich denke, diejenigen unter Ihnen, die mit irgendeinem Bereich der Psychologie zu tun haben, würden bestätigen, dass die Mehrzahl der modernen Psychologen weltlicher Prägung die Unterscheidung zwischen Geist und Seele nicht anerkennen. Ich glaube, die einzigen Menschen, die diesen Unterschied verstehen können, sind diejenigen, die sich Gottes Wort zuwenden und in den “Spiegel” schauen, der uns diese Unterscheidung aufzeigt. Nun möchte ich mich wieder mit dem Ursprung des Menschen befassen, wobei ich den Menschen betrachten möchte, Wer bin ich? 15


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so wie Gott ihn erschaffen hat. Ich bin überzeugt davon, dass Gott den Menschen erschaffen hat, ich habe damit absolut kein Problem. Ich kann Ihnen versichern, dass die Bibel etwas für mich getan hat, was keine Philosophie jemals zustande brachte: Sie hat mich mit mir selbst bekannt gemacht, indem sie mir erklärt hat, wer ich eigentlich bin. Und seitdem ich mich mit den Aussagen der Bibel beschäftige, finde ich ständig neue Beweise, dass sie auf mich zutreffen. Sie hilft mir, mich selbst auf eine Weise zu verstehen, wie es mir keine Richtung der Philosophie jemals ermöglicht hatte. Wir wollen also zu dem biblischen Bericht über die Schöpfung des Menschen durch Gott zurückgehen. Und die Bibel ist so wunderbar, dass sie dieses ausserordentlich erstaunliche Ereignis in einem relativ kurzen Vers beschreibt. Als ich dagegen die Lehre des Philosophen Kant studierte, nahmen einige seiner Sätze zwei volle Seiten ein, bevor schließlich ein Punkt erschien. Was eine Erleichterung es danach war, an die Bibel zu gelangen! Nun zurück zu unserem biblischen Text, 1. Mose 2,7: “..., - da bildete Gott, der Herr, den Menschen, (aus) Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.” Einige englische Versionen neueren Datums - wie z. B. die “New International Version”/NIV) - benutzen hier den Ausdruck “ein lebendes Wesen” anstatt “eine lebende Seele” - eine Änderung, die ich persönlich nicht begrüße. Ich gebe der “älteren” englischen Version bei weitem den Vorzug: Der Mensch wurde eine lebende Seele. In diesem Zusammenhang ist eine Kenntnis des Hebräischen äusserst hilfreich, denn es ist wichtig, dass Sie die hebräischen Wörter verstehen, die hier benutzt werden: Wo Wer bin ich? 16


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es heißt, “da bildete Gott, der Herr ...”, wird das Verb benutzt, von dem das hebräische Substantiv “Töpfer” abgeleitet wird. Es deutet also an, dass etwas aus Ton geformt wird. Obwohl hier das Wort “Staub” benutzt wird, sagt uns der vorherige Vers, dass ein Dunst aufstieg und die Erde bewässerte. Es war also kein trockener Staub, sondern feuchter Staub, der sich formen ließ wie Ton. Und dann heißt es hier, dass Er den Atem des Lebens in die Nase des neugeformten Menschen blies, so dass er eine lebende Seele wurde. Meiner Ansicht nach ist das äusserst dramatisch und lebendig - und ich bin naiv genug, zu glauben, dass es genau so geschah, wie es hier beschrieben ist. Wenn Sie damit ein Problem haben, dann üben Sie wenigstens Nachsicht mit mir. Ich glaube, dass der hier beschriebene Gott, der Herr, die Person ist, die später in der menschlichen Geschichte als Jesus von Nazareth offenbart wurde. Denn Johannes sagt am Anfang seines Evangeliums, dass alles durch Ihn erschaffen wurde, und dass nichts in der gesamten Schöpfung ohne Ihn erschaffen wurde. Er war also die Person, die in diesem Schöpfungsprozess im Auftrag des Vaters handelte. Und was so interessant ist im Umgang Gottes mit dem Menschen ist die Tatsache, dass Er sich dabei jedesmal niederbeugen muss. In meiner Vorstellung ist die Schöpfung also der Moment, wo dieses wunderbare, herrliche, göttliche Wesen sich niederkniet, Seine göttlichen Hände in den Ton steckt und einen Körper formt. Die perfekteste Gestalt, die jemals geformt wurde. Viel großartiger als alles, was Michelangelo jemals hätte produzieren können. Aber sie war völlig leblos, sie war einfach nur Ton. Dann beugte sich dieses göttliche Wesen noch tiefer hinunter und presste Seine göttlichen Lippen gegen die Lippen aus Ton Wer bin ich? 17


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und Seine göttlichen Nasenflügel gegen die Nasenflügel aus Ton, und atmete den Atem des Lebens aus. Ich möchte hier das Verb “atmen” besonders betonen, weil es ein aussergewöhnlich kraftvolles Wort im Hebräischen ist: “Naphach”. Wenn Sie nicht vertaut sind mit semitischen oder ähnlichen Sprachen, werden Sie den letzten Buchstaben - der als “hhhhhch” wiederzugeben ist - nicht richtig aussprechen können. Denken Sie einmal über die Bedeutung dieses Wortes nach. Die hebräische Sprache ist eine der Sprachen, deren Tonqualität oft den Sinn des jeweiligen Wortes andeutet. Das hebräische Wort für Donner beispielsweise ist “ra-am”, und das Wort für Erdbeben ist “rai ash”. Wenn man das letzte Wort richtig ausspricht, kann man förmlich hören, wie die Erde ins Rutschen kommt. Das ist ein sehr gutes Beispiel. Es ist auch interessant, dass der Buchstabe “P” im Englischen als “plosive” - d.h., als Explosivlaut - bezeichnet wird. Wenn Sie einmal Phonetik gelernt haben, dann wissen Sie vielleicht noch, dass ein Explosivlaut ein Buchstabe ist, der eine Explosion verursacht, wenn man ihn ausspricht. Im Englischen gibt es nur einen wirklich guten Explosivlaut, den Buchstaben “P”. Wenn ich zum Beispiel das englische Wort “pepper” korrekt ausspreche, können Sie hören, das jedes “P” in diesem Wort ein Explosivlaut ist. In dem oben erwähnten hebräischen Wort “Naphach” (“Atem”) findet also erst diese Explosion statt und dann kommt dieses lange anhaltende Ausatmen. Und ich sehe so richtig vor mir, wie Gott Sein alles in diesen einen Atemzug hineinlegte. Es war kein müder Atemzug. Er konzentrierte Sein ganzes Sein auf diesen Akt des Atmens und dann gab Er sich selbst mit diesem Atemzug. Und das Resultat war gewaltig - um es milde auszudrücken - denn was zuvor eine Gestalt aus Ton war, wurde nun ein lebendes menschliches Wesen: Gehirn, Herz, Lungen - jedes einzelne Organ begann zu arbeiten. Können Sie Wer bin ich? 18


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erklären, wie die wunderbare Natur des Menschen entstanden ist? Die Ärzte erzählen uns, dass ein menschliches Auge aus mehr als 3 Millionen funktionierenden Teilen besteht. Wenn Sie glauben können, dass all das “zufällig” enstanden ist, dann können Sie Dinge glauben, die ich absolut nicht glauben kann. Ich persönlich glaube, dass der Sinn Gottes in diese Tongestalt hineingehaucht wurde und ihr Anweisungen gab, das zu werden, was Gott für sie geplant hatte. Und so entstand aus diesem Atemzug ein lebendes menschliches Wesen. Das Innere des Menschen ist gewiss unendlich wundervoll, aber selbst sein Körper ist wunderbar. So sagte David viele Jahre nach der Schöpfung: “Ich bin auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht ... und meine Seele erkennt es sehr wohl.”(s. Ps 139,14). Ich finde das sehr wichtig, denn es zeigt, dass göttliche Heilung absolut logisch ist. Wenn der Heilige Geist aus einer Tongestalt einen lebendigen Körper erschaffen konnte, dann kann Er sicherlich auch jede Krankheit heilen bzw. jede körperliche Fehlfunktion beheben. Um es auf die Praxis zu beziehen, muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich diese Dinge im Laufe meines Dienstes - der niemals primär auf Heilung ausgerichtet war - persönlich erlebt habe. Ich kann mich beispielsweise an einen Mann erinnern, dessen eines Bein fünf Zentimeter kürzer war als das andere; und ich habe gesehen, wie sein Bein begann, herauszuwachsen, bis es genau so lang war wie das andere - nicht auf einmal, sondern in Etappen. Ich unterhielt mich einmal mit einem Arzt darüber, der mir sagte, wenn ich verstehen könnte, was alles zusammenkommen muss, damit ein Bein fünf Zentimeter länger wird, dann würde mir bewusst werden, was für ein großartiges Ereignis diese Heilung war. Wir haben erlebt, wie blinde Augen geöffnet wurden - die Augen einer pakistanischen Frau zum Beispiel, die von Geburt Wer bin ich? 19


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an blind war und im Alter von ungefähr 60 Jahren ihr Augenlicht bekam. Ich möchte an diesem Punkt nicht länger verweilen, möchte aber sagen, dass es sich hier nicht um eine Theorie handelt - es funktioniert wirklich. Sie gehen schließlich nicht zu einem Schuster, wenn Ihre Uhr repariert werden muss, oder? Sie bringen sie zum Uhrmacher. Wenn also Ihr Körper reparaturbedürftig ist, was wäre logischer, als ihn dem anzuvertrauen, der ihn geschaffen hat? Ich danke Gott für Ärzte und alle anderen Personen, die ihren Beitrag leisten, um Krankheiten zu bekämpfen. Es ist durchaus nicht meine Absicht, Ärzte gering zu achten, ich möchte jedoch eines hervorheben: Der Arzt, der hinter allen Ärzten steht, ist der Schöpfer. Nun wollen wir uns Gedanken machen darüber, was sich im folgenden Szenario abspielt: Der Geist kam von oben: der Erdboden, die Erde, kam von unten; sie begegneten einander und brachten etwas hervor, das zuvor nicht existierte: eine lebende Seele. Jetzt können Sie vielleicht verstehen, dass wir Menschen somit eine potentielle Spannung in uns tragen: Wir haben etwas in uns, das von oben kommt; und wir haben etwas in uns, das von unten kommt. Sie persönlich haben diese Spannung wohl noch nie erlebt, wenn ein Teil von Ihnen sich nach oben ausstreckt und ein anderer Teil Sie herunterzieht, oder? Der Philosoph Plato beschreibt dies folgendermaßen: “Der “Streitwagen” der Seele hat zwei Pferde, ein weißes und ein schwarzes. Das weiße Pferd will nach oben, und das schwarze will nach unten gehen.” Das ist natürlich nur eine bildliche Darstellung, aber ich glaube, sie bringt die eigentliche Wahrheit zum Ausdruck. Wer bin ich? 20


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Aus diesem schöpferischen Akt kam also dieses dreieinige Wesen hervor: Der Geist kam von oben, die Seele war das Resultat und der Körper war der Ton, der umgewandelt wurde. Ich möchte diesen Gedanken nun im Hebräischen ein wenig weiterverfolgen. Das Ganze fasziniert mich einfach; wenn ich kein Philosoph bzw. kein Prediger wäre, dann wäre ich wahrscheinlich ein Student der Linguistik - Sprachen üben nun einmal eine Faszination auf mich aus. Ein arabisches Sprichwort besagt, dass sich hinter jeder Sprache eine Person verbirgt. Ich nehme an, Sie sind sich bewusst, dass Sie Menschen in ihrer eigenen Sprache begegnen müssen, wenn Sie wirklich eine Beziehung zu ihnen aufbauen wollen. Und diejenigen von Ihnen, die zweisprachig aufgewachsen sind, wissen sicherlich, dass es gewisse Dinge gibt, die Sie nie in irgendeiner anderen Sprache ausdrücken können, sondern nur in Ihrer Muttersprache. Aber zurück zu unserem Thema: Das hebräische Wort für “Geist” ist “ruach”, das Wort für “Seele” ist “nefesh”. “Ruach” ist nicht erschaffen und spendet Leben , “nefesh” dagegen wurde erschaffen und ist daher abhängig. Wenn Sie kurz 1. Korinther 15 aufschlagen - das großartige Kapitel über die Auferstehung, ein Thema, mit dem ich mich hier jedoch nicht befassen werde werden Sie diesen Unterschied erkennen. In 1. Korinther 15,45 sagt Paulus: “So steht auch geschrieben: ‘Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele’, der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist.” Beachten Sie den Unterschied: Der Geist schenkt Leben, Wer bin ich? 21


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die Seele empfängt Leben. Der Geist ist existent in sich selbst, die Seele dagegen ist vom Geist abhängig. Sie werden vielleicht lächeln über all diese Erläuterungen, aber Sie werden sie wahrscheinlich nicht vergessen. Ich sagte bereits, dass der Klang hebräischer Wörter häufig einen Hinweis auf ihre Bedeutung enthält. Stellen Sie sich nun bitte einmal eine Person vor, die fest schläft - ich meine, eine Person, die wirklich im tiefsten Schlaf ist - und die dabei diese regelmäßigen Atemgeräusche macht: “Nefesh, nefesh” - ein und aus, ein und aus. Verstehen Sie, worum es hier geht? Hier haben wir die abhängige Seele. Aber wenn Sie das Wort “ruach” aussprechen, können Sie dies hinausziehen, solange Ihr Atem reicht. Das ist nur eine lebendige Demonstration, die den Unterschied zwischen “nefesh” und “ruach” veranschaulicht. Nun wollen wir den nächsten Aspekt dieser Sache näher betrachten, wobei ich versuchen werde, Ihnen die Verbindung zwischen Geist, Seele und Leib aufzuzeigen. Wir beginnen also mit einer Verbindung von Wind und Feuer, d.h., mit dem Geist Gottes - dem “ruach” - der herabkommt und sich im Geist des Menschen niederlässt. Das ist die bedeutendste Komponente des Menschen. (Sie werden sich erinnern, dass Paulus von Geist, Leib und Seele spricht). Dieser Geist wiederum beinflusst einen weiteren Teilbereich des Menschen - nämlich die Seele. Bei unserer Betrachtung der Seele unterscheiden wir drei verschiedene Bereiche. Die meisten Bibellehrer sind sich einig, dass die Seele aus dem Willen, dem Intellekt und den Emotionen besteht. Und dann gibt es noch eine dritte Komponente, die den Menschen ausmacht - den Körper. An Hand von 1. Mose 3,1-7 wollen wir uns nun ganz kurz Wer bin ich? 22


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die tragische Geschichte vom Fall des Menschen ansehen. Sicherlich sind die meisten von Ihnen mit dieser Bibelstelle vertraut. In Mose 3,1-7 heißt es: “Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? Seien Sie auf der Hut, wenn der Teufel Ihnen eine Frage stellt! Die Frau war sehr unklug und hätte diese Frage nicht beantworten sollen. Aber leider tat sie es doch. Einer meiner Freunde, ein Pastor, sagte einmal in diesem Zusammenhang, Eva hätte in diesem Moment sagen sollen: “Ich unterhalte mich nie mit fremden Schlangen, wenn mein Mann nicht dabei ist.” Bedauernswerterweise sagte sie dies jedoch nicht. Wie anders wäre wohl die Geschichte der Menschheit verlaufen, wenn sie tatsächlich so reagiert hätte! “Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir; aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens (steht), hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt! Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben!” Wie Sie sehen, hat Satan seine Taktik nie geändert - warum sollte er? Schließlich benutzt er sie ja jedesmal mit Erfolg! Das einzige, was er tun muss, ist unseren Glauben in das Wort Gottes zu erschüttern. Dabei geht er nicht direkt zur Attacke über, sondern er beginnt mit einer Frage. Wenn wir töricht genug sind, sie zu beantworten, legt er los. Er möchte mit seiner Wer bin ich? 23


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Taktik Folgendes erreichen: Erstens möchte er, dass wir Zweifel bekommen; zweitens, dass wir unseren Glauben an Sein Wort verlieren und drittens, dass wir in Ungehorsam verfallen. Und ich sage Ihnen, wenn wir aufhören, an Sein Wort zu glauben und wenn wir nicht Buße dafür tun, werden wir mit Sicherheit in Ungehorsam verfallen. Darüber besteht überhaupt kein Zweifel! Wenn Sie sich einmal die Zeit nehmen, zu analysieren, wie er sich jedes Mal verhält, wenn er in Ihr Leben eingreift, so werden Sie feststellen, dass seine Taktiken immer die gleichen sind. Und warum sollte er sie auch ändern, wenn sie doch so gut funktionieren? Schließlich hat er mit diesen drei Taktiken unzählige Millionen von Menschenleben zu Fall gebracht. Aber zurück zu unserem Bibeltext; der Teufel antwortete also: “Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, daß an dem Tag, da ihr davon eßt, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses. Und die Frau sah, ...” Können Sie den Abstieg erkennen? Die Frau fiel vom Bereich des Glaubens in den Bereich der Sinne ab, indem sie ihren Sinnen mehr vertraute als dem Wort Gottes. Und die Frau sah, daß der Baum gut zur Speise und daß er eine Lust für die Augen und daß der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.” Beachten Sie die drei grundlegenden Arten der Versuchung, die Johannes in seinem ersten Brief anspricht: Die Lust des Fleisches - “gut zur Speise”; die Lust der Augen - schön anWer bin ich? 24


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zusehen; und der Stolz des Lebens - macht weise. Ich werde klug sein; ich werde genauso klug sein wie Gott. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass dies an sich keine schlechte Motivation ist: Es ist gut, wie Gott sein zu wollen; es ist gut, Gut und Böse unterscheiden zu können. Was war dann das Böse daran? Es ist nämlich äusserst wichtig, dass wir das erkennen. Das Böse daran war das Verlangen, von Gott unabhängig zu sein. Und das Wesen der Sünde liegt primär nicht darin, Böses zu tun, sondern es liegt in eben diesem Verlangen, von Gott unabhängig zu sein. Und letztendlich wird nichts und niemand in diesem gesamten Universum von Gott unabhängig sein. Gott wird es schlicht und einfach nicht zulassen. Es gibt eine gewisse Zeit der Gnade, aber danach kommt der Tag, wenn alles, was Gott nicht untergeordnet ist, verbannt werden wird. Dafür wird es weder im Himmel noch auf Erden einen Platz geben, sondern es wird verbannt werden an einen Ort, den Jesus als “äusserste Finsternis” bezeichnete. Das müssen wir ganz klar sehen. Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass das Problem nicht unbedingt damit gelöst ist, dass wir aufhören, Böses zu tun. Und jedem der gefallenen Nachkommen Adams haftet etwas an, das nicht von Gott abhängig sein will. Wenn Sie ehrlich genug sind, werden Sie mir zugestehen, dass ich nicht die einzige Person bin, die dieses Problem hat. Jedes Mal, wenn ich mich einem Problem gegenüber sehe - selbst heute noch, nach beinahe fünfzig Jahren als Christ - ist meine erste instinktive Reaktion die Frage, was ich in dieser Situation tun soll. Gott sei Dank bin ich jedoch mittlerweile soweit, dass ich normalerweise einsichtig genug bin, zu sagen: “Gott, was soll ich tun?”

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Aber da steckt wirklich etwas ganz Bestimmtes in Adam und seinen Nachkommen - nämlich ein Rebell, wenn ich es einfach beim Namen nennen darf. In jedem einzelnen von uns steckt tatsächlich ein Rebell, den Paulus den “alten Menschen” oder den “alten Adam” nennt. Interessanterweise spricht Paulus in diesem Zusammenhang nie von dem “alten jüdischen Menschen”, bzw. dem “alten nichtjüdischen Menschen” oder dem “alten katholischen Menschen”. Dieser “alte Mensch” ist der Gleiche in uns allen. Später sammeln sich zwar noch nationale oder kulturelle Merkmale an, aber der ursprüngliche Rebell ist der Gleiche, unabhängig von unserer nationalen oder kulturellen Zugehörigkeit. Unser Feind taucht also in Form einer Schlange auf, und er greift nicht unseren Geist, sondern unsere Seele an. Meinem Ermessen nach wird jeder größere Kampf bzw. jedes Problem in unserem Leben als Christ auf dem Schlachtfeld unserer Seele ausgetragen. Die Seele ist das Schlachtfeld. Wir brauchen uns nicht zu verdammen, wenn auch unsere Seele ein Schlachtfeld ist. Jeder Heilige des Herrn ist durch ähnliche Kämpfe gegangen. Das ist ganz einfach das Resultat des Sündenfalls. Also verdammen Sie sich nicht, halten Sie sich nicht für eine schreckliche Person, aber vergessen Sie nicht, dass Sie lernen müssen, welche Tricks der Teufel benutzt und wie man damit umgeht. Wie Sie gesehen haben, hatte Satan also den Geist umgangen - er sucht sich immer den illegalen Weg aus. Er wandte sich nicht an den Ehemann, sondern an seine Frau. Er wandte sich nicht an den Geist, sondern an die Seele. Und er kommt mit seinen Vorschlägen auf uns zu. Wenn unsere Seele darauf reagiert, wird damit etwas in Bewegung gesetzt und das Resultat Wer bin ich? 26


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ist, dass es Satan dadurch gelingt, unseren direkten Kontakt mit Gott zu unterbrechen. Können Sie das erkennen? Wenn er sich an unsere Seele wendet und diese dann darauf reagiert, ist unser Kontakt mit Gott unterbrochen. Genau das ist nämlich die Konsequenz des Sündenfalls. Wir wollen uns nun kurz mit diesem Resultat des Sündenfalls befassen, und dabei drei verschiedene Bereiche näher betrachten. So wie ich es sehe, starb dabei der Geist des Menschen und wurde von der einzigen Quelle des Lebens, Gott, abgeschnitten. Wenn Sie in 1. Mose 2,17 nachlesen, werden Sie sehen, dass sich Gott an den Mann wandte, Er richtete Seine Worte also nicht an die Frau. Ist Ihnen das jemals aufgefallen? Wer hat Seine Worte dann an die Frau weitergegeben? Der Mann, denn das war seine Aufgabe. Gott sagte also zu Adam: “... an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben!” Adam lebte 900 Jahre lang - d. h., seine körperliche Existenz umfasste einen Zeitraum von 900 Jahren - seine geistliche Existenz endete jedoch mit dem Moment, wo er Gott ungehorsam wurde. In diesem Moment wurde sein Geist von Gott abgeschnitten, so dass er danach gewissermaßen wie eine elektrische Apparatur funktionierte, deren Verbindung zur Batterie abgeschnitten ist. Die Apparatur “läuft” zwar noch weiter, aber ihr Leistungsvermögen lässt immer mehr nach. Ich möchte an dieser Stelle auf zwei Bibelstellen in Epheser 2 zurückgreifen, um zu sehen, was Paulus in diesem Zusammenhang zu sagen hat. In Epheser 2,1 heißt es: “Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, ...” Nicht physisch tot, sondern geistig tot, da sie durch ihre Wer bin ich? 27


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Vergehungen und Sünden von Gott abgeschnitten waren. Und in Epheser 4,18 sagt Paulus dann in Bezug auf die Nicht-Juden in ihrem reuelosen Zustand: “.. sie sind verfinstert am Verstand, fremd dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist ...” Wir sind also fremd, abgeschitten vom Leben Gottes durch unseren Ungehorsam. Ich verstehe das so, dass die Seele dann ein verlorener Rebell wird. Die Seele ist der Bereich in Ihnen, die Entscheidungen trifft. (Mit diesem Aspekt werden wir uns im nächsten Kapitel genauer befassen). Es ist die Seele, die sagt: “Ich will” bzw. “Ich will nicht”, und es ist die Seele, die gerettet wird. Wenn die Seele sagt: “Ich will Jesus annehmen”, dann wird sie erettet. Wenn sie jedoch sagt: “Lass mich in Ruhe mit dem Zeug!”, dann ist sie verloren. Ohne Christus ist jedes menschliche Wesen ein verlorener Rebell, der ziellos herumirrt, ohne den wahren Sinn des Lebens zu erkennen. Deshalb sagt Paulus im Hinblick auf Übertretungen und Sünden in Epheser 2,2-3: “... in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.” Wer ist der Geist, der in den Söhnen des Ungehorsams wirkt? Der Fürst der Macht der Luft. Können Sie erkennen, wie er wirkt? Als ein Geist im Bereich der Seele. “...Unter diesen hatten auch wir einst alle unseren Verkehr...” Wer bin ich? 28


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Es gibt keinerlei Ausnahmen, Juden oder Nicht-Juden, Katholiken oder Protestanten, es macht absolut keinen Unterschied. Wir sitzen alle im selben Boot. “... indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur aus Kinder des Zorns waren wie auch die anderen.” Warum waren wir Kinder des Zorns? Weil wir Söhne des Ungehorsams waren. Was nun den Körper anbelangt, so sehen wir uns Epheser 4, 22 an, wo Paulus über die Transformation spricht, die in uns stattfinden sollte, wenn wir gläubig werden. “... daß ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die trügerischen Begierden zugrunde richtet, ...” In der englischen Übersetzung (“King James”-Version) wird hier das Wort “korrupt” gebraucht, um die physische Natur des gefallenen Menschen zu beschreiben, der in der Tat der “Korruption”, dem Verfall, unterworfen ist - ein Prozess, der schließlich mit dem körperlichen Tod enden wird. Und obwohl hier im Englischen wie auch im Deutschen der Ausdruck “deceitful lusts” - also trügerische Begierden - gebraucht wird, heißt es stattdessen im griechischen Urtext wortwörtlich “die Begierden der Täuschung” Wie hat Satan demnach also unseren Fall in die Wege geleitet? Durch die Macht der Täuschung. Dann schauen wir uns die Alternative in Epheser 4, Vers Wer bin ich? 29


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24 an, die uns sagt, dass wir den neuen Menschen anziehen sollen, der “nach Gott in Gerechtigkeit und wahrer Heiligkeit geschaffen wurde”. Die wortwörtliche Übersetzung aus dem Hebräischen dagegen lautet “in der Heiligkeit der Wahrheit”. Täuschung führt also zu Korruption und Verfall, während die Wahrheit Heiligkeit hervorbringt. Meinem Ermessen nach hörte die Liebe Gottes für Adam und seine Nachkommen niemals auf. Das ist eine der erstaunlichen Tatsachen der Geschichte. In Jakobus 4,5 der “American Standard”-Version - die ich für eine korrekte Übersetzung dieser Schriftstelle halte - heißt es: “Eifersüchtig sehnt sich Gott nach dem Geist, den er gemacht hat, damit er in uns wohnen kann.” (Wörtl. Übersetzung aus dem Englischen) Bei der Schöpfung des Menschen blies Gott einen Teil von sich selbst in uns hinein, und diesen Teil Seiner göttlichen Natur hat Er niemals aufgegeben. Er sagte nie: “Auf Wiedersehen! Ich verlasse Dich jetzt!” Im Gegenteil, jahrtausendelang sehnte Er sich eifersüchtig danach, die unterbrochene Beziehung zu dem Geist, den Er gemacht hat, wiederherzustellen. Und Jesus sagte in Lukas 19,10, dass er gekommen war, um zu suchen und zu retten, was verloren war. Das, was Gott ursprünglich in den Menschen hineingelegt hatte, und das dann getrennt und abgeschnitten und - wenn ich es einmal so ausdrücken darf - schließlich von den “Fluten der Rebellion” davongetragen wurde. Jesus kam, um das zu suchen und zu retten, was verloren war. Unmittelbar bevor sie Jesus kreuzigten, sagte der Hohepriester über ihn, dass die Menschen nicht verstanden, dass es der Nation zum Vorteil gereichte, wenn ein Mensch starb Wer bin ich? 30


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anstatt sie alle, und dass sich daher in diesem einen Menschen alle Kinder Gottes, die überall verstreut waren, zusammenfassen ließen. Ich bin der Ansicht, dass dies in gewisser Weise ein Hinweis ist auf das leidenschaftige Verlangen Gottes, das wieder zusammenzuführen, was verstreut und verloren war. Genau das war ja der Grund, weshalb Jesus gekommen war. 1. Korinther, Kapitel 15 enthält eine wunderbare Offenbarung. Hier die Verse 45 und 47: “So steht auch geschrieben: ‘Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist’. Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch vom Himmel “ (wörtl. a. d. Engl. übersetzt). Jesus trägt zwei verschiedene Titel. Es ist sehr wichtig, dass man diese voneinander unterscheidet, denn es gibt viele Menschen, die sich darüber nicht im Klaren sind. Erstens wird Jesus der “letzte Adam” genannt - nicht der zweite Adam, sondern der letzte. Geistig gesehen stellte Jesus nämlich das Ende von Adams gesamtem verdorbenem Erbe dar. Als Er am Kreuz starb und begraben wurde, wurde dieses ganze verdorbene Erbe mit Ihm begraben. Er war der letzte Adam. Er machte der Sünde ein Ende, indem Er sich selbst opferte. Als Er dann drei Tage später wieder von den Toten auferstand, war er der zweite Mensch, eine neue Gattung “Mensch” - der Anfang einer völlig neuen Rasse, die vorher nie existiert hatte: Die “Gott/Mensch”-Rasse, eine Rasse, in der Gott und Mensch in einer Natur miteinander verschmolzen sind. Und als Petrus zu den Gläubigen spricht, sagt er in 1. Petrus Wer bin ich? 31


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1,3: “Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten ...” Durch die Auferstehung Jesu Christi können wir also wiedergeboren oder von neuem geboren werden, aus dem Bereich der Sünde und des Todes heraus in die neue Rasse hinein, deren “Haupt” Jesus ist. In Kolosser 1, Vers 18 lesen wir, dass Jesus - das “Haupt” - aus den Toten wiedergeboren wurde, weil Er das Haupt ist und wir der Leib. Wir wissen, dass bei der körperlichen Geburt normalerweise der Kopf zuerst aus dem Geburtskanal hervorkommt und dann der Körper. So sind wir also Teil Seines Leibes, wir gehören dieser neuen Rasse an durch unseren Glauben an Seinen Tod und Seine Auferstehung. Verstehen Sie jetzt, was damit gemeint ist? Nun wollen wir uns kurz mit dieser neuen Schöpfung befassen, denn das ist die wunderbarste Offenbarung überhaupt. In 2. Korinther 5,17 sagt Paulus nämlich: “Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (wörtl. a. d. Engl. übersetzt). Das ist sensationell! Die neue Schöpfung ist ganz und gar von Gott. Sie ist völlig neu. Gott flickt uns nicht wieder zusammen, Er repariert uns nicht, Er verbessert uns nicht - Er macht aus uns eine völlig neue Schöpfung in Jesus Christus! Nur Gott allein kann das tun, denn Er ist der Schöpfer. Wer bin ich? 32


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Eine lebhafte Beschreibung, wie diese neue Schöpfung zustande kommt, finden wir in Johannes 20, wo die Erscheinung des auferstandenen Jesus vor Seinen Jüngern geschildert wird. Wir beginnen mit Vers 19, wo Jesus plötzlich hinter verschlossenen Türen erscheint und sagt: “Friede euch! Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite [um ihnen zu beweisen, dass es derselbe Körper war, bei dessen Kreuzigung sie zugegen waren]. Jesus sprach nun wieder zu ihnen: ‘Friede euch! Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch.’ [Und jetzt folgt der Schlüsselvers!] Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist”. Der griechische Text könnte jedoch auch wie folgt übersetzt werden: “... empfangt den Heiligen Atem” - es war der Heilige Geist, aber Er wurde ihnen eingehaucht. Wenn Sie an die alte Schöpfung denken, können Sie erkennen, dass die neue Schöpfung deren genaues Gegenstück ist: Der auferstandene Retter, der vollkommen siegreiche Christus, begegnet Seinen Jüngern und haucht ihnen ein völlig neues Leben ein - ein Leben, das über die Sünde, den Tod, die Hölle, das Grab sowie über Satan triumphiert hat. Ein absolut unbesiegbares Leben. Darum geht es, wenn wir davon sprechen, wiedergeborene Christen zu sein. Es geht darum, dem auferstandenen Jesus zu begegnen und von Ihm das göttliche, ewige Leben der Auferstehung zu empfangen. Können Sie das mit einem “Amen!” bekräftigen? In diesem Moment gingen die Jünger von der Errettung des Alten Testaments in die des Neuen Testaments über. Die Wer bin ich? 33


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Errettung des Alten Testaments schaute (in der Erwartung auf Jesus) nach vorne, während die des Neuen Testaments zurückblickt auf ein vollzogenes historisches Ereignis - die Geburt, die Kreuzigung sowie die Auferstehung Jesu. Wenn man in die Errettung des Neuen Testaments eintreten will, muss man zwei Dinge tun, wie Paulus in Römer 10,9 sagt: Jesus als Herrn bekennen und glauben, dass Gott Ihn von den Toten auferweckt hat. In dem Moment, wo der auferstandene Jesus sich Seinen Jüngern zeigte, glaubten sie zum ersten Mal, dass Gott Ihn von den Toten auferweckt hatte. Da sie Ihn bereits zuvor als ihren Herrn anerkannt hatten, wurden sie nun durch den Vorgang der neuen Geburt gerettet. Petrus sagte in 1. Petrus 1,3, dass sie wiedergeboren wurden. In Vers 23 sagt er dann, dass sie “durch das Wort Gottes” wiedergeboren wurden. Und Johannes zitierte Jesus, als er in Johannes 3 sagte: “Ihr müsst von neuem geboren werden (Vers 7). Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.”(Vers 6) Das also ist die neue Geburt. Ich bin der Ansicht, wenn wir Christen erkennen könnten, was die neue Geburt wirklich bedeutet, wären wir in der Lage, die Welt auf den Kopf zu stellen! Wir sind uns nicht bewusst, was wir damit eigentlich haben: Wir sind dem auferstandenen, siegreichen Christus begegnet; Er hat sich uns offenbart; Er hat uns das göttliche Leben eingehaucht; wir sind wiedergeboren aus dem unvergänglichen Wort Gottes und aus dem Heiligen Geist; das Leben, das in uns ist, ist ewig, unvergänglich und siegreich. Um unsere Betrachtung dieser wunderbaren Offenbarung abzuschließen, wollen wir uns zunächst 1. Johannes, Kapitel 3 und dann 1. Johannes, Kapitel 5 zuwenden - 1. Johannes 3,9: “Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn Wer bin ich? 34


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sein Same bleibt in ihm; ...” Er kann nicht sündigen. Das bedeutet nicht, dass ich nicht wieder sündigen kann, sondern vielmehr, dass ich ein Leben in mir habe, das nicht sündigen kann - das Leben Gottes. Ob ich persönlich sündige oder nicht hängt davon ab, ob ich diesem Leben in mir die Kontrolle übergebe, denn dieses Leben in mir kann nicht sündigen. Und in 1. Johannes 5,4 heißt es dann: “Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.” Die neue Geburt gibt uns also ein Leben, das göttlich, unvergänglich und unbesiegbar ist. Können Sie Gott dafür danken?

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