CAROL COX
Detektivin aus
Leidenschaft
3 CHICAGO, ILLINOIS JANUAR 1882 Es waren schlimme Zeiten. Ellie zog den Kopf ein und trat dem eiskalten Wind entgegen, der durch die Straßen von Chicago brauste wie ein Zug durch einen Tunnel. Sie kämpfte sich vorwärts und versuchte, die Enttäuschung über ein weiteres erfolgloses Vorstellungsgespräch abzuschütteln. Niemand schien gewillt, eine ehemalige Garderobiere als Sekretärin oder Bürokraft einzustellen. Ihre Probezeit als Mitarbeiterin bei Marshall Field & Company hatte gerade einmal einen Tag betragen – weniger sogar. Irgendwie hatte sie es fertiggebracht, vier Stammkunden zu vergraulen, bevor ihre Schicht vorüber war. Gemessen daran, wie der Abteilungsleiter über sie geschimpft hatte, schien sie einen neuen Rekord aufgestellt zu haben. Vielleicht sollte sie einfach aufgeben und sich irgendwo als Dienstmädchen anstellen lassen. Das entsprach gewiss nicht ihren Vorstellungen davon, wie sie den Beginn des neuen Jahres verbringen würde. Noch vor ein paar Wochen hatte sie von Spaziergängen an der Seine geträumt und davon, wie sie durch die sonnigen Straßen Roms flanieren würde, doch – wie sagte man so schön – in der Not fraß der Teufel Fliegen. Ihre Karriere am Theater, das einzige Leben, das sie kannte, war zu einem abrupten Ende gekommen. Dafür hatten Harold Stiller und die anderen Angestellten am Orpheum gesorgt. Die Theaterwelt war eine eingeschworene Gemeinschaft, klein genug, dass sich ein böses Wort schnell herumsprach – besonders, wenn es durch geschickt platziertes Geflüster unterstützt wurde. 26
Ellie bog um die nächste Straßenecke, zog ihren Umhang enger um sich und stapfte weiter. Sie musste irgendwie an Geld kommen, und zwar schnell. Ihre mageren Ersparnisse würden schon in ein paar Tagen aufgebraucht sein und was dann? Sie hatte nichts, was sie verkaufen konnte, es sei denn, es fand sich jemand, der Interesse an Magdalenas zurückgelassenen Kostümen hatte. Und selbst wenn: Ellie bezweifelte, dass der Erlös dazu reichen würde, sie länger als bestenfalls ein paar Wochen über Wasser zu halten. Knapp 800 Meter trennten sie von dem Zimmer, wo sie zur Miete wohnte. Ellie schaute zu dem bleiernen Himmel auf und hoffte, dass der drohende Schneefall ausbleiben würde, bis sie ihre Unterkunft erreicht hatte. Die sonst von Fußgängern überfüllte Straße war bis auf sie und zwei Männer, die vor ihr gingen, vollkommen leer. Sie brachte noch zwei weitere Häuserblocks hinter sich, als die Männer anhielten und den Gehweg blockierten. Ellie ging an ihnen vorbei, darauf bedacht, nicht in die Matschhaufen im Rinnstein zu treten, die der gestrige Sturm zurückgelassen hatte. »Ich versichere dir«, sagte der eine Mann zu dem anderen, als sie gerade an ihnen vorbeiging. »Wenn wir keine andere Frau finden, die wir hinschicken können, sind wir erledigt.« Ellie verlangsamte ihre Schritte, hielt unweit der beiden an und tat so, als würde sie die Bänder ihres Umhangs justieren. Als sie einen raschen Blick zurückwarf, sah sie den Kleineren der beiden den Kopf schütteln. »Wir stecken in der Klemme, keine Frage, aber woher sollen wir eine neue weibliche Agentin zaubern? Alle, die wir haben, sind bereits eingespannt.« Der große Mann streckte seinen rechten Ellenbogen aus und zuckte zusammen. »Was bleiben uns denn noch für Optionen? Den Auftrag ablehnen? Der Boss will Frauen einsetzen und ich will ihm das nicht ausreden.« Sein Begleiter stampfte mit den Füßen auf und zog den Kragen seines Mantels höher. »Ich riskiere nicht, eine Frau alleine nach Ari27
zona zu schicken, egal, was er sagt. Um ehrlich zu sein, finde ich nicht, dass das ein Ort für Frauen ist – auch wenn viele dort leben. Weibliche Agenten in diesem Fall einzusetzen, ist keine gute Idee.« »Lass uns endlich reingehen und dieser elenden Kälte entkommen, dann kannst du es ihm ja sagen.« »Das werde ich mit Sicherheit nicht. Das letzte Mal, als ich mit dem Kerl aneinandergeraten bin, hat es Stunden gedauert, bis wir das geklärt hatten. Ich habe Karten für die Premiere des neuen Stücks im Orpheum heute Abend.« Die beiden verstummten und schoben sich an Ellie vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Sie folgte ihnen die Straße weiter zu einem Gebäude und versuchte, sich einen Reim auf das zu machen, was sie gerade mitgehört hatte. Arizona! Wer wäre nicht bereit, sofort alles stehen und liegen zu lassen, um Chicagos trostlosen Winter gegen einen endlos weiten Himmel und strahlenden Sonnenschein einzutauschen? Einen Job in der Wärme würde sie sofort annehmen, auch wenn es sich dabei um eine niedere Tätigkeit handeln mochte. Ellie eilte zu dem Eingang, durch den die beiden Männer verschwunden waren, und hielt kurz inne, als sie die Aufschrift auf dem Fenster las: Pinkerton National Detective Agency. Detektive! Ihre Stimmung hellte sich weiter auf. Vielleicht würde sie ja doch noch zu ihrem Abenteuer kommen. Sie trat einen Schritt zurück, um ihren Umhang und ihre windzerzauste Frisur zu richten, und wog ihre Chancen ab. Zugegebenermaßen war sie keine ausgebildete Detektivin, doch nach dem von ihr belauschten Gespräch war klar, dass diese offenbar Mangelware waren. Eine Anstellung als – wie hatte es der Mann genannt? – Agentin verlangte Köpfchen und Mut. Nur gut, dachte sie sich, dass sie beides zur Genüge besaß. Und nach Jahren am Theater war ihre Beobachtungsgabe hervorragend geschult. Das sollte sie doch ausreichend qualifizieren. Sie richtete sich auf und marschierte in das Gebäude hinein. 28
Sie entdeckte die Männer am anderen Ende des großen, offenen Raums, allerdings wurde ihr der Weg durch einen schweren Eichenschreibtisch versperrt, an dem eine Sekretärin mit stechendem Blick saß. Als Ellie eintrat, sah sie auf. »Kann ich Ihnen helfen?« »Ich möchte mich um die Stelle bewerben.« Sie hob die Stimme, genauso, wie sie es so oft bei Magdalena beobachtet hatte. Sofort fuhren die Köpfe der beiden Männer herum. »Was haben Sie da gerade gesagt, junge Dame?« Der größere, schlanke Mann mit dem dichten grauen Haar kam auf sie zu. »Ich habe Ihr Gespräch auf der Straße mitangehört. Ein glücklicher Zufall für uns beide, wie ich finde.« Ellie gab sich große Mühe, ihre Worte möglichst selbstbewusst klingen zu lassen. Sie hob das Kinn, schaute ihm direkt in die Augen und versuchte, Intelligenz und Mut auszustrahlen. Der Mann musterte sie von Kopf bis Fuß, dann streckte er ihr seine Hand entgegen. »Ich bin James Fleming. Kommen Sie doch mit nach hinten, dort können wir uns ungestört unterhalten.« Ellie folgte ihm und hörte, wie die Sekretärin die Nase hochzog, als sie an ihrem Schreibtisch vorbeiging. Die abschätzende Geste ignorierte sie. Es tat nichts zur Sache, was die Sekretärin denken mochte: Sie entschied nicht darüber, ob Ellie den Auftrag bekam oder nicht. »Das ist Ambrose Gates«, sagte Mr Fleming und winkte seinen Partner heran. Fleming führte sie durch einen Gang zu einem der hinteren Büroräume und schob Ellie einen Holzstuhl hin, bevor er selbst hinter dem unaufgeräumten Schreibtisch Platz nahm. Gates setzte sich auf einen Stuhl neben ihn, von dort aus konnte er Ellie gut beobachten. Fleming warf ihr einen anerkennenden Blick zu. »Sie haben es wahrlich geschafft, auf sich aufmerksam zu machen, Miss …« »Moore. Elizabeth Moore«, ergänzte Ellie. »Wie gesagt, ich habe Ihr Gespräch auf der Straße mitbekommen. Es scheint, als suchen Sie nach einer Frau für eine ganz bestimmte Aufgabe, und dafür möchte ich mich anbieten.« 29
Gates gab ein ersticktes Husten von sich und wischte sich mit einer Hand über den Mund. »Das ist eine sehr kühne Einstellung, die Sie da an den Tag legen, Miss Moore. Wir bewundern Ihre Tatkraft, aber Sie wissen nicht, was dieser Job Ihnen abverlangt.« Ellie setzte sich noch aufrechter hin. »Die genauen Einzelheiten vielleicht nicht, aber ich habe die Aufschrift an Ihrem Fenster gelesen und jedermann weiß, was die Pinkertons tun. Sie sind die besten Detektive der ganzen Welt.« Fleming stützte sich mit den Ellenbogen auf den Schreibtisch und legte die Fingerkuppen aneinander. »Und was lässt Sie annehmen, für diese Art von Arbeit qualifiziert zu sein?« »Nun … erstens bin ich eine Frau.« Ellie hoffte, dass ihr kleiner Scherz die Stimmung etwas aufhellen würde, doch in keinem der beiden Gesichter zeichnete sich auch nur die Spur eines Lächelns ab. Sie räusperte sich und setzte erneut an. »Zum einen bin ich sehr einfallsreich und kann spontan reagieren. Und ich verfüge über eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe.« Gates nickte. »Da muss ich Ihnen zustimmen. Sie haben offensichtlich ein Talent fürs Lauschen.« Ellie merkte, wie sich ihr Lächeln langsam auflöste, und rückte es schnell wieder zurecht. »Ist das denn nicht von Vorteil, wenn man als Pinkerton-Agent arbeitet?« Flemings Mundwinkel zuckte kurz auf. »Das mag sein, aber es gibt noch andere Dinge zu beachten. Unter anderen Umständen würden wir Sie vielleicht in Erwägung ziehen, aber dieses Mal leider nicht.« Ellie hatte genug Vorsprechen am Theater gesehen, um eine drohende Ablehnung erkennen zu können. Ihr Magen fuhr Achterbahn. Sie konnten sie nicht einfach wegschicken. »Aber Sie sagten doch, dass Sie noch jemanden für diesen Auftrag benötigen, und ich bin bereit, nach Arizona zu gehen oder wohin auch immer Sie mich schicken wollen. Ich gestehe, dass ich keine Erfahrung habe, aber was meinen Sie, wie viele ausgebildete Detektivinnen an Ihre Tür klopfen werden?« 30
Gates lehnte sich vor und sein Ausdruck wurde sanfter. »Es tut mir leid. Es ist nichts Persönliches. Ihr Aussehen entspricht einfach nicht unseren Vorstellungen.« Ellie presste die Lippen aufeinander. Also war es nicht nur das Theater, das Schönheiten bevorzugte. »Ich verstehe. Ich bin nicht hübsch genug für den Job.« Fleming verschränkte die Arme. »Das ist es nicht. Mr Pinkerton hat bestimmt, dass wir ein Team von zwei Frauen losschicken, eine jüngere Dame und eine mittleren Alters. Die junge Frau haben wir bereits. Was wir jetzt brauchen, ist eine ältere Dame, die sich als ihre Tante ausgeben könnte, eine betuchte Witwe.« Er lächelte, als er seine Hände weit ausbreitete und aufstand. »Das ist offensichtlich keine Rolle für Sie.« Er geleitete Ellie zum Eingangsbereich des Gebäudes und wünschte ihr noch einen schönen Tag. Draußen hatte sich der Himmel verdunkelt und Schnee wirbelte über den Gehsteig. Die perfekte Kulisse für Ellies düstere Stimmung. Sie war nicht gut genug, um Magdalena nach Europa zu begleiten. Sie war für keine der offenen Stellen gut genug. War sie überhaupt für irgendetwas gut genug? Sie zitterte und lief weiter in der Hoffnung, ihr Zimmer vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Tränen rannen ihr über das Gesicht und sie wischte sie weg, bevor sie auf ihren Wangen festfroren. Sie war so kurz davor gewesen. Sowohl Fleming als auch Gates hatte ihr Auftritt beeindruckt, auch wenn sie es nicht hatten zugeben wollen. Und obwohl sie überhaupt keine Ahnung davon hatte, wie man Verdächtige verhörte oder Beweise sammelte, hörten sich die Tarnungen, von denen die Männer ihr erzählt hatten, wie Rollen in einem Theaterstück an. Es hätte Spaß gemacht, eine Brücke von ihrem altbekannten Leben zu dem einer Agentin zu schlagen. Und an einen warmen Ort zu ziehen. Ellie hob die Hand, um einen weiteren Schwall Tränen wegzuwischen. Hier war sie nun, perfekt geeignet für den Auftrag und zum Gehen bereit, und die Detektive selbst hatten gesagt, dass sie dringend jemanden brauchten. Warum konnten sie die Rolle nicht einfach an Ellie anpassen? 31
Als ihr Magen rumorte, drückte sie ihre Hand gegen den Bauch und dachte daran, wie sie ihren Hunger stillen würde, wenn sie erst zu Hause angekommen war. In Arizona Detektivin zu spielen, wäre ein Abenteuer gewesen, doch es gab durchaus dringlichere Gründe, weshalb sie den Job wollte – etwa, sich ein Dach über dem Kopf leisten zu können. Oder etwas zu essen, dachte sie, als ihr Magen erneut protestierte. Nur noch ein Häuserblock, dann wäre sie zu Hause. Musik drang aus einem der nahe gelegenen Saloons und Ellie wechselte auf die andere Straßenseite. Das Geräusch von Fußschritten ließ sie aufblicken. Ellie sah eine junge Frau, etwa ihren Alters, über die Straße stolpern. Der verschlissene Umhang des Mädchens hielt die Kälte offensichtlich kaum ab, denn die Finger, mit denen sie ihn eng am Hals zusammenhielt, waren blau gefroren, genau wie die Haut um ihre grell geschminkten Lippen. Ellie sah, wie das Mädchen im Saloon verschwand. Sie zitterte, doch diesmal wurde das Zittern von mehr als nur der Kälte ausgelöst. Was trieb eine Frau dazu, das Leben einer Hure in Chicago zu führen? Nur die größte Verzweiflung konnte einen Menschen auf den Gedanken bringen, den eigenen Körper zu verkaufen. Dass man bettelarm und ganz alleine war, ohne die Unterstützung von Freunden und Familie. Umstände, die ihren sehr ähnlich waren. Ellies Schritte verlangsamten sich. Würde sie selbst eines Tages mit der Entscheidung konfrontiert werden, welche diese Frau getroffen hatte? Und wie würde sie sich dann entscheiden? Eher würde sie verhungern. Und ihr blieb vielleicht auch gar nichts anderes übrig, wie sie feststellen musste, als sie in ihr Zimmer zurückkehrte und ihr letztes Geld zählte. Wenn sie ihre Ersparnisse nicht weiter anrührte, würde sie sich eine weitere Wochenmiete leisten können. Aber nur, wenn sie sich nichts zu essen kaufte. Die Entscheidung zwischen Hungertod und Entwürdigung stand vielleicht früher an, als sie dachte. 32
Sie sank auf dem Rand ihres schmalen Betts zusammen und vergrub das Gesicht in den Händen. Es musste einen Weg geben, an Geld zu kommen, ohne seine Ehre einbüßen zu müssen. Wieder spielte sie mit dem Gedanken, Magdalenas abgelegte Kleider zu verkaufen. Vielleicht wäre irgendeine Schneiderin bereit, Geld zu bezahlen für ein fertiges Kleid, das sie nur noch an eine ihrer Kundinnen anpassen musste. Das würde Ellie vielleicht nur einen Hungerlohn einbringen, aber ein Hungerlohn konnte ausreichen, um Körper und Geist beisammenzuhalten. Sie warf sich neben dem Korb mit den Kostümen auf die Knie und sandte ein Stoßgebet gen Himmel. Wenn Gott sie hörte, hatte er vielleicht genug Mitleid, ihr diesen einen Wunsch zu erfüllen. Ellie fingerte an den Verschlüssen herum und klappte den Deckel des Korbs auf. Sie hob das Julia-Kostüm vom Stapel und legte es beiseite auf ihr Bett. Da es ein historisches Kleid war, würde sich niemand außerhalb des Theaters dafür interessieren. Sie grub sich tiefer durch den Stapel Kleidung und Theaterrequisiten und zog ein dunkelgraues Kleid heraus, das Magdalena bei einer der letzten Produktionen getragen hatte. Ellie hielt es hoch und wünschte sich, die eine Öllampe im Raum würde ein helleres Licht geben. Ja, das könnte gehen. Der einfache Schnitt erlaubte es jedem Schneider, ohne viel Aufwand Änderungen vorzunehmen, und mit einigen Bordüren ließ sich dieses Gewand in ein wirklich elegantes Stück verwandeln. Ermutigt griff sie erneut in den Korb und riss die Hand mit einem erschrockenen Aufschrei zurück, als sie etwas Fellartiges ertastete. Ellie ergriff einen ihrer Stiefel und schob damit die Kleidung von dem beängstigenden Objekt weg, nur um mit einem erleichterten Lachen festzustellen, dass es sich hierbei nicht um irgendein Nagetier, sondern um eine von Magdalenas Perücken handelte. Sie nahm die Perücke hoch und schüttelte sie leicht, um die grauen Strähnen wieder zurechtzurücken. Die Erinnerung an Magdalenas Empörung darüber, eine alte Frau spielen zu müssen, entlockte 33
Ellie ein Kichern. Allerdings hatte ihre Darbietung begeisterte Kritiken geerntet. Als Ellie gerade die Perücke neben dem Julia-Kostüm auf dem Bett ablegen wollte, kam ihr plötzlich ein Gedanke. Mit klopfendem Herzen hob sie die Perücke wieder hoch und hielt sie über das dunkelgraue Kleid. Beides zusammen erweckte das Bild einer respektablen älteren Dame, vielleicht sogar einer Witwe, der tristen Farbe des Kleides nach zu urteilen. Eine Witwe, die perfekt dafür geeignet war, ihre Nichte nach Arizona zu begleiten. Ellie wühlte sich weiter durch den Korb und verteilte seinen Inhalt im ganzen Raum, bis sie gefunden hatte, was sie suchte: den Schminkkoffer, mit dessen Hilfe sie Magdalena in so viele verschiedene Figuren verwandelt hatte. Sie setzte den Koffer auf ihrem Schoß ab und schloss die Augen. Im Geiste ging sie ihren Bestand durch und die Aufgabe, die ihr bevorstand. Dann nickte sie zufrieden, stand auf und machte sich ans Werk. Wenn Magdalena in der Lage war, eine ältere Frau zu spielen, dann konnte sie das auch.
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