Skip to main content

395370

Page 1

Jolanda Sch채rer

Mein packender Lebensbericht


Inhalt Statt eines Vorworts … gleich deren drei! 9 1. Ein bewegtes Leben … 15 2. Wo alles begann 16 3. Kinder- und Jugendzeit 20 4. For Teenies’ eyes only 24 5. Alles völlig vergeben(s)! 29 6. Wieder zu Hause: Alles easy!? 31 7. (M)ein Leben – mit Peter? 35 8. Entscheidungen 38 9. Zurück zu den Wurzeln 42 10. Ein Wunder ist geschehen! 45 11. Zurück im Alltag 52 12. Der große Unbekannte ... 54 13. Dem goldenen Käfig entronnen 60 14. An Mädchen und Frauen! 63 15. Andernorts, zur gleichen Zeit ... 67 16. Vorstellungsgespräch – oder: die erste Begegnung mit Beat 69 17. Wald hat es in sich ... 72 18. Wir werden eine Familie! 77 19. Der Umzug 80 20. Aller Anfang ist (nicht) leicht 83 21. Eingeschlossen! 88 22. Noch mehr Bewahrung! 92 23. Weiter aktiv und bewegt 98 24. Ganzer Einsatz für das Leben! 101 25. Top of Europe 108 26. Und das Asthma heute? 110 27. Ich verschenke Euch mein Leben 112 28. Für Dich, ganz persönlich 118 29. Fitness-Wörterbuch 120 30. Meine Tipps, um fit zu bleiben oder zu werden 123 31. Kontaktadressen 125


10. Ein Wunder ist geschehen! Es war an einem herrlichen Abend zu Hause. Ich las meine Bibel, wie ich es oft am Abend tat. Während des Lesens berührte ich meinen Hals. Ich fühlte einen Knoten. Seltsam, der war doch sonst nie da! Etwas ungewöhnlich kam er mir schon vor. Eine gute Freundin von mir, die Krankenschwester war, riet mir auf meine Anfrage hin, einen Arzt zu konsultieren. Nach einiger Zeit befolgte ich ihren Rat. Es folgten weitere Untersuchungen, es wurde Blut abgenommen – und dann erfuhr ich das Resultat: »Ein Schilddrüsentumor mit sehr stark erhöhtem Blutwert.« Als ich das hörte, hatte ich interessanterweise eine große Ruhe in mir. Ich dachte: »Hey, Joli, eigentlich müsstest du jetzt erschüttert sein oder sonst etwas! Was ist mit dir los?« Und ich wusste in diesem Moment: Jesus trägt mich, er schenkt mir seine Ruhe und Gelassenheit. Ich dachte: »Vielleicht darf ich einer Krankenschwester im Spital von Jesus erzählen. Habe ich vielleicht darum diesen Tumor? Jesus weiß alles! Ich weiß mich in seinen Händen geborgen.« Ich hatte bereits einen Termin in einem größeren Spital für eine letzte Untersuchung vor der Ope­ra­tion. In der Zwischenzeit wur­ de ich zu einem christlichen Kon­ zert im Unterland eingeladen. Zu­sammen mit meiner Schwes­ter fuhr n Niks Die Geschichte vo ich hin. Kaum dort angekommen, h fast um. Kollegen warf mic gesellte sich ein jüngerer, gepflegf den Von einem Tag au ter, langhaariger »Indianertyp« mit von anderen wurde er sei­nem Kollegen zu uns. Der Typ rogenhieß Nik. Er bekannte sich wie sein seiner schweren D ommen Kollege zu seinem Christsein. Wir abhängigkeit vollk kamen sofort in ein interessantes befreit! Gespräch, und er versprach, mich

45


zu besuchen, wenn er im Engadin sein sollte. Er erzählte mir die Geschichte seines Kollegen. Die warf mich fast um. Der junge Mann war von einem Tag auf den anderen durch Jesus Christus von seiner schweren Drogenabhängigkeit vollkommen befreit worden! Dies zu hören, war so stark und sehr ermutigend für mich. Ich wusste: »Also tut Jesus doch immer noch Wunder! Es ist kein Märchen!« Tatsächlich ging es nicht allzu lange und Nik kam zu Besuch ins Engadin, da er gerade in einem Ferienlager mit Jugendlichen hier war. Es war aufbauend, mit Nik und all seinen Kollegen zusammen zu sein. Da war auch ein ehemaliger Moslem aus Indonesien. Er erzählte mir seine Geschichte und wie er ein überzeugter Christ geworden war. Er zeigte mir seine Narben an den Fußsohlen und am Rücken. In seiner Heimat war er misshandelt und geschlagen worden, nur  weil er Christ geworden war. Er konnte jedoch flüch­ten. Sein Cousin aber wurde umgebracht. Man hielt ihn für den Konvertierten … Mir ging diese Lebensgeschichte sehr zu Herzen, und ich stellte mir die Frage: »Wäre ich auch bereit, für Jesus Verfolgung zu erleiden?« Bis heute glaube ich: Ja, im Wissen darum: Nichts kann mich von der Liebe Jesu trennen! Ich liebe ihn, und ich gehe seinen Weg – koste es, was es wolle! Kompromisslos! Gerade dieser Indonesier hatte so eine enorme AusWäre ich auch strahlung. Er konnte seinen Fein­bereit, den vergeben und war nicht verbitVerfolgung zu leiden? tert. Im Gegenteil: Er war von der Ich liebe Jesus, und ich Liebe Gottes geprägt. Seine Augen gehe seinen W eg – koste es, strahlten. was es wolle! Der Tag kam, an dem Nik mich einlud, zu ihm nach Thun in den

46


Gottesdienst zu kommen, um seine Kirchengemeinde kennenzulernen. So überlegte ich eine ganze Weile hin und her, ob ich die weite Strecke vom Engadin nach Thun zurücklegen sollte – nur für einen sonntäglichen Gottesdienst. Nik bot mir an, bei seinen Eltern zu übernachten; sie hätten genug Zimmer, denn sie führten ein Altersheim. Also entschloss ich mich doch noch, zum Gottesdienst nach Thun zu reisen. In Niks Dorf angekommen, wurde ich sehr herzlich von seinen zwei Schwestern und seinen Eltern willkommen geheißen. Nik war als Kind aus Indien adoptiert worden, darum sein dunkler Teint und die langen, schwarzen (sehr gepflegten) Haare. Er kam mir mit seinen langen Haaren wie Simson (der Gottgeweihte aus dem Alten Testament) vor. Als Nik nach seiner Heirat die Haare kurz geschnitten hatte, tat es mir ehrlich gesagt richtig leid. Am Sonntagmorgen besuchte ich nun den Gottesdienst zusammen mit Nik. Der Ablauf war für mich ungewohnt, aber megaschön und herzlich. Alt und Jung waren da versammelt, Menschen aus allen Schichten. Es faszinierte mich sofort, wie diese unterschiedlichen Menschen in Jesus Christus eins waren. Es wurde gesungen und gebetet und prophetisch geredet. Derjenige, der prophetisch sprach, sagte: »Da ist jemand, der hat ganz schlechte Blutwerte. Diese Person soll doch nach vorne kommen; wir beten für sie.« Paff! Ich wusste ganz klar: »Da meint Jesus mich persönlich!« Es waren doch weit über 100 Personen in diesem Raum! »Warum trifft es ausgerechnet mich?«, fragte ich mich und wagte eine volle Stunde lang nicht nach vorne zu gehen. Bis mir Nik einen Rippenstoß versetzte: »He, da bist du gemeint!« Ich nahm allen Mut zusammen und ging nach vorn, während um mich herum fröhlich weitergesungen wurde. Ich sagte den zwei Verantwortlichen, warum ich nach vorne käme: schlechte Blutwerte und ein Schilddrüsentumor. Sie beteten für mich. In dieser Zeit erfüllte

47


mich eine unbeschreibliche Freude. Wahrscheinlich strahlte ich wie die Sonne ... Ich ging dann glücklich zurück an meinen Platz und verfolgte ge­spannt, aber völlig entspannt den weiteren Verlauf des Gottesdien­s­tes. Anschließend war ein gemeinsames Mittagessen, organisiert von all diesen Leuten. Auch das machte auf mich einen großen Eindruck: ihre Liebe und ihre ungeheuchelte Herzlichkeit. Ich brauchte meine Visitenkarte nicht zu zücken; Herkunft und Besitz zählten nicht. Weder was ich bin noch was ich habe, war wichtig – sie freuten sich einfach an meinem Dasein. Das war für mich sehr, sehr eindrücklich.

Als ich im Bett lag, tastete ich meinen Hal s ab. Ich hatte sofort die Gewissheit, dass Jesu s meinen Tumor geheilt hatte!

Erst am Abend, als ich schon im Bett lag, tastete ich meinen Hals ab. Und es war kein Tumor mehr da! Ich hatte sofort die Gewissheit, dass Jesus mich geheilt hatte. Ich ließ einen Freudenschrei los, rannte in Niks Zimmer und erzählte ihm die Freudenbotschaft. Daraufhin rannte Nik ganz begeistert mitten in der Nacht ins Schlafzimmer der Eltern und brachte auch ihnen diese schöne Nachricht. Es war ein Wunder geschehen.

»Jesus antwortete ihnen: ›Geht zurück zu Johannes und berichtet ihm, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote werden zum Leben erweckt und den Armen wird die gute Botschaft verkündet. Und sagt ihm weiter: Gott segnet die, die keinen Anstoß an mir nehmen.‹« – Matthäus 11,4-6

48


Niks Familie und ich verbrachten noch einige schöne Stunden bei ihnen zu Hause. Ich war sehr fasziniert von ihrer Offenheit und Spontaneität. Musizieren, Gott loben und preisen gehörte in den Tagesablauf wie essen und trinken. Auch das beeindruckte mich sehr. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete ich mich von Nik und seiner Familie und fuhr zurück ins Engadin.

Ratlose Ärzte Zwei Tage später ging ich aber trotzdem zu der bereits vereinbar­ ten Untersuchung ins Kantonsspital. Zuerst tastete der Arzt meinen Hals ab und sagte, er könne nichts finden. Darauf erklärte ich ihm, dass ich an Jesus Christus glauben würde und eine Gruppe gläubiger Christen für mich gebetet hätte. Jesus habe mich geheilt. Davon wollte der Arzt aber nichts wissen. Er verlor kein weiteres Wort mehr. Ich kam also unter ein Untersuchungsgerät (Szintigraphie), wo noch­mals genau festgestellt werden sollte, wo der Tumor sitzt und wie groß er ist. Ich weiß noch, dass die zwei Assistentinnen sich flüsternd fragten, wo denn der Tumor sei, sie könnten ihn nicht finden! Dieses Mal blieb ich ruhig und lobte Gott von ganzem Herzen im Stillen. Nach kurzem Warten im Zimmer kam der Arzt und sagte, sie hätten keinen Tumor mehr entdecken können. Mir rutschte ein lautes »Halleluja!« heraus, worauf mich der Arzt nur ganz verdutzt und erstaunt anschaute. Dann sagte er: »Wir werden Ihnen noch Blut abnehmen, und dann werden Sie in den nächsten Tagen Bescheid bekommen.« Ich verließ das Spital als der glücklichste Mensch der Welt und im festen Wissen darum, dass Jesus lebt und mich liebt.

49


Einige Tage später kam der Bescheid meines Hausarztes, dass der Blutwert wieder völlig normal sei, als ob nie etwas gewesen wäre. Halleluja! Wie groß ist Gott! Mir bot sich die Gelegenheit, diese wunderbare Nachricht noch einigen weiteren Ärzten zu erzählen, aber keiner sagte darauf nur ein einziges Wort. Einzig ein Schilddrüsenspezialist konnte dies einfach nicht einordnen und fragte mich, ob ich für eine weitere Untersuchung zu ihm in die Praxis kommen könnte. Durch diese Heilung fühlte ich einen enormen Freimut, anderen Menschen von Jesus zu erzählen. In der Klinik zum Beispiel, wo ich gerade arbeitete, hängte ich einen Bibelvers mit einem schönen Hintergrundmotiv auf. Leider musste ich das Poster auf Anordnung des Chefarztes schon bald wieder abhängen. Da und dort eckte ich wohl mit meiner Liebe zu Jesus etwas an ... Diese Freude und Zuversicht, dass Gott heute noch Wunder tut, brachte mein Herz zum Überlaufen. Dass er dieses Wunder an mir getan hatte, war für mich eine direkte Liebeserklärung von Jesus. Es war, als ob er persönlich bei mir gewesen wäre und mich umarmt hätte – obwohl auch das nicht reicht, dieses einschneidende Erlebnis wirklich zu beschreiben!

Meine Erwachsenen-Taufe Während meines Bibelstudiums las ich immer wieder davon, dass sich Erwachsene taufen ließen. Auch ich wollte mich taufen lassen und damit öffentlich bekennen, dass mein Leben nun Jesus gehörte. Ich freute mich sehr auf dieses Ereignis. Viele Freunde und Bekannte waren dabei. Dieses Fest war verbunden mit einem Gottesdienst. Anschließend feierten wir gemütlich zusammen.

50


»Kehrt euch ab von euren Sünden und wendet euch Gott zu. Lasst euch alle taufen im Namen von Jesus Christus zur Vergebung eurer Sünden. Dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. (…) Diejenigen, die glaubten, was Petrus gesagt hatte, wurden getauft …« – Apostelgeschichte 2,38.42

Zu meiner Erwachsenentaufe bekam ich folgenden Bibelvers geschenkt: »Doch diese Welt vergeht mit all ihren Verlockungen. Aber wer den Willen Gottes tut, wird in Ewigkeit leben.« – 1. Johannes 2,17

51


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook