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395344000/1 – 7399 – Mack_Konfirmation feiern typoscript [AK] – 25.08.2011 – Seite 1 – 3. Korrektur

Cornelia und Ulrich Mack

Konfirmation feiern Informationen und Anregungen


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Inhalt Vorwort an die Eltern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Einführung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Konfirmation heißt: Fest machen.. . . . . . . . . . . . . . . . Das Leben fest machen.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zum Geschenk der Taufe Ja sagen .. . . . . . . . . . . . . . . Zur Gemeinde gehören.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Das Fest vorbereiten.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Langfristige Planung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kleidung .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einladungen .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dekoration .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tischkarten .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tischordnung .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ablauf des Tages .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Checklisten .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Der Abend und der Morgen vor der Konfirmation .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Der Gottesdienst. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anfangsliturgie .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Katechismus .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Predigt .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Verpflichtung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Segnung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schlussliturgie.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusätzliche Teile .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Weitere Hinweise .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Familienfeier.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Essen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tischgebete und Lieder.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Programmtipps .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Abschluss .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Grüße, Geschenke, Dank .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Feiern in Scheidungs- oder Patchworkfamilien .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Feiern nach einem Trauerfall .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Konfirmationssprüche.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60


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Einführung Konfirmation heißt: Fest machen Fest machen – das gilt im doppelten Sinn. Zuerst: ein Fest machen. Ihr Kind wird erwachsen. Aus dem Kleinkind ist ein Teenie geworden. Sie beziehungsweise er fängt an, sein Leben selbst zu gestalten. Das ist ein Grund zum Feiern. Ein Grund zur Freude darüber, was aus Ihrem Sprössling in 14 Jahren geworden ist. Ein Grund zu zeigen, wie wichtig Ihnen Ihr Kind ist. Manche Eltern werden dabei wehmütig. Wie war es doch nett, als das Kind laufen lernte oder als es in den Kindergarten kam! Doch diese Zeit kehrt nicht mehr zurück. Manche Eltern werden dabei auch traurig. Bei weitem nicht alle Erwartungen wurden erfüllt. Da sind auch Enttäuschungen, vielleicht Verletzungen oder auch Selbstvorwürfe. Manche Eltern werden sorgenvoll. Wie wird es weitergehen – in der Schule, in der Ausbildung, in den Jahren der körperlichen, seelischen und sozialen Reife? Manche Eltern werden unsicher. Bisher war die Beziehung harmonisch und vertrauensvoll. Aber jetzt in der Pubertät ändert sich so vieles. Wo bisher Offenheit und Verständnis war, macht sich Verschlossenheit und Verlegenheit breit. Jugendliche in der Pubertät sind von ihren Gefühlen gebeutelt. 7


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Ihre Verunsicherung bekommen die Eltern am häufigsten in Form von Aggressivität oder Antriebslosigkeit, Unlust oder Unausgeglichenheit zu spüren. Meistens sind die Eltern beziehungsweise die Mutter die Zielscheibe aller ungeklärten Gefühle. Dabei merken viele Jugendliche nicht, wie verletzend ihr Verhalten ist. Spricht man sie darauf an, verstehen sie nicht, wovon die Eltern reden. Darum möchten wir Sie gerade für die Zeit der Konfirmationsvorbereitung ermutigen: •• Machen Sie sich bewusst, dass die Zeit des Erwachsen- und Selbstständigwerdens eine innere Ablösung vom Elternhaus benötigt. Auch Sie als Eltern waren einmal jung und haben die Pubertät durchlebt. Dabei ist Ihnen heute vermutlich nicht mehr bewusst, wie verunsichernd oder verletzend Ihr Verhalten damals auf Ihre Eltern gewirkt hat. •• Nehmen Sie es darum nie persönlich, wenn Sie verbal angegriffen werden. Die Jugendlichen meinen es nicht so, wie es bei Ihnen ankommt. Behalten Sie Ihre Souveränität bei. •• Sie dürfen davon ausgehen, dass Ihr Kind Sie wertschätzt, dies nur im Moment einfach nicht so offen zeigen kann. Nach außen, also in der Peergroup oder im Freundeskreis, argumentieren Jugendliche häufig mit den Inhalten, die Sie ihnen vermittelt haben. Das würden sie Ihnen gegenüber aber nicht zugeben. Denn sie sind in einer inneren Ablösungsphase von Ihnen. •• In der Pubertätszeit erleben junge Menschen körperliche und seelische Veränderungen, die verunsichern. Oft haben 8- oder 10-jährige Kinder ein stabileres 8


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Selbstbewusstsein als 14-Jährige. Manche Stacheln, die Pubertierende aufstellen, sind Zeichen solcher Verunsicherung. •• Suchen Sie immer wieder das Gespräch mit Ihrem Kind. Sehr häufig kommt es in dieser Phase zu Streitigkeiten, lauten Worten, verschlossenen oder knallenden Türen sowie trotzigen Reaktionen. Auch wenn Sie als Eltern den Eindruck haben, das Kind müsste sich entschuldigen, weil der Hauptanteil am Streit beim Kind liegt, wird Ihr Kind dies genau andersherum empfinden. Es wird sich als unschuldiges Opfer sehen. Darum sollten Sie als Eltern den ersten Schritt machen. Es ist Ihre Verantwortung als Erwachsene, dass die Tür zum Herzen der Jugendlichen offen bleibt. Deshalb ist es besonders wichtig, nicht nachtragend zu sein, sondern immer wieder neu erste Schritte der Versöhnung zu wagen. •• In unseren Beziehungen sind wir nicht nur aufei­ nander angewiesen, sondern können uns an Gott, den Versöhner, wenden. Meistens haben auch wir als Eltern einen gewissen Anteil an der Eskalation einer Situation. Für diesen – in unseren Augen sicher sehr geringen Anteil – können wir um Entschuldigung bitten und so das Gespräch wieder eröffnen. Als Eltern sind wir emotional stabiler als unsere Kinder und haben da­ rum Verantwortung dafür, dass wieder Friede in den Beziehungen einkehrt. Wir sprechen hier übrigens immer wieder von Ihrem »Kind«. Eigentlich müssten wir »Sohn« und »Tochter« sagen. 14- oder 15-Jährige wollen oft keine »Kinder« mehr sein. Sie sind Jugendliche geworden, Kids oder Teenies. Aber Ihr 9


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Sohn oder Ihre Tochter bleibt trotzdem Ihr Kind. Und auch weil »Kind« sprachlich einfacher ist als »Ihr Sohn beziehungsweise Ihre Tochter« wählen wir diese neutrale Form. Gerade an der Schwelle zum Erwachsenwerden ist es sehr wichtig, einen jungen Menschen einerseits als jungen Erwachsenen zu achten, ihn oder sie aber auch als Kind lieb zu haben. Es also nicht nur zu ermahnen, nicht zuerst zu kritisieren, nicht mit Erwartungen oder Enttäuschungen unter Druck zu setzen. Sondern: mit ihm ein Fest – Konfirmation – zu feiern. Genauer: für es ein Fest zu machen. Das bedeutet darum immer auch: • Ermutigung geben, • Hoffnung vermitteln, • Freude teilen. Konfirmation heißt: ein Fest machen – aber noch mehr: das Leben fest machen. Dies ist der ursprüngliche Sinn dieses Festes.

Das Leben fest machen Schon der Name macht es deutlich. Das lateinische Wort »confirmare« bedeutet: »fest machen, sicheren Halt gewinnen«. Das Wort »firm« kommt davon her und auch »Firmung« oder »Konfirmation«. Konfirmation heißt: sein Leben im Glauben fest machen. Im Vertrauen auf Gott Halt gewinnen. Junge Menschen suchen nach einem inneren Halt für ihr Leben: Worauf ist wirklich Verlass? Sie fragen: Wo 10


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komme ich her? Wer hat mich gewollt? Wer liebt mich, so wie ich bin? Thema des Konfirmandenunterrichts ist immer auch: • • • • • •

Gott hat dich gewollt, so wie du bist. Er hat dir Begabungen gegeben. Er will dich in deinem Leben leiten. Jesus Christus will dein bester Freund sein. Er ist heute für dich da. Ein Leben in der Verbindung mit Jesus wird ein erfülltes, sinnvolles Leben sein – ganz egal, was ein Mensch leisten kann und was nicht.

Dies zu vermitteln und den Jugendlichen zugleich einen Weg in die Gemeinde am Ort zu eröffnen, ist das Ziel des Konfirmandenunterrichts. Es hat darum seinen tiefen Sinn, dass dieser Unterricht nicht wie in der Schule mit einer Klassenarbeit oder mit einer Prüfung endet, sondern eben mit einem Fest. Einem Fest-mach-Fest. Einem Fest des Glaubens.

Zum Geschenk der Taufe Ja sagen Die Konfirmation wurde in den evangelischen Kirchen im Lauf der Jahrhunderte nach der Reformation eingeführt. Was war der Grund dafür? Er liegt – kurz gesagt – in der Kindertaufe. Man sagte: Zur Taufe gehört das Ja des Glaubens. Wenn ein Erwachsener getauft wird, dann wird er selbst gefragt, ob er getauft werden und ob er zu Jesus Christus und seiner Gemeinde gehören will. Aber Säuglinge kann man nicht 11


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fragen. Darum beantworten Eltern und Paten die Frage, ob sie die Taufe ihres kleinen Kindes möchten. Doch wenn ein Mensch erwachsen wird und selbst Entscheidungen treffen kann, soll er begreifen, was es heißt, getauft zu sein. Er soll auch selbst zu seiner Taufe Ja sagen können. Darum wurde beides eingeführt: der Konfirmandenunterricht und das abschließende Fest. In Württemberg geschah dies am 4.  April 1723, am Sonntag nach Ostern, genannt Quasimodogeniti (d. h. wie die neugeborenen Kinder). Die Konfirmation wurde vor allem als »öffentliche Bestätigung und Erneuerung des Taufbundes zwischen Gott und Mensch verstanden. Bei der Verpflichtung hatte der Konfirmand dem dreieinigen Gott aufs Neue zu versprechen, nach seinem Willen und Wort zu glauben, zu leben und zu sterben. Die Konfirmation war Voraussetzung für die Zulassung zum Abendmahl und für die Annahme einer Patenschaft.«1 Die Mitte der Konfirmationsfeier erinnert bis heute an die Taufe. Die Jugendlichen werden – in der Regel etwa 14  Jahre nach ihrer Taufe – gefragt: »Wollt ihr im Glauben annehmen, was Gott euch in der Taufe geschenkt hat?« Wie die Frage beim Fest Ihres Kindes genau lautet, und wie die Konfirmanden darauf antworten, werden Sie beim Elternabend oder durch Ihr Kind selbst erfahren. Manchmal werden Kinder zum Konfirmandenunterricht angemeldet, die noch nicht getauft sind. Wann und wie dann die Taufe gefeiert wird, ist örtlich verschieden: manchmal an einem Sonntag am Anfang der Unter1

Gottschick, Konrad/Schäfer, Gerhard. Auf dem Weg zur Fülle der Zeit – Lesebuch zur Geschichte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Stuttgart: Quell Verlag, 1991, S.  167 f.

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