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395273000/1 – 7179 – Horn_Vater und Mutter ehren typoscript [AK] – 28.06.2011 – Seite 1 – 3. Korrektur

Ute Horn

Vater und Mutter ehren? Meine Lebensspuren verstehen


395273000/1 – 7179 – Horn_Vater und Mutter ehren typoscript [AK] – 28.06.2011 – Seite 5 – 3. Korrektur

Inhalt Ute Horn – ein Interview . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Vorwort: Ehre – heute kein Thema mehr?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Einleitung: Wie es zu diesem Buch kam.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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1. Kapitel: Eltern ehren – aber wie? .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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2. Kapitel: Wie aus Erziehung Beziehung wird.. . . . . . . . . . . . . . .

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3. Kapitel: Was geschah vor meiner Geburt?.. . . . . . . . . . . . . . . . . 67 4. Kapitel: Von leiblichen und sozialen Eltern . . . . . . . . . . . . . . . . 77 5. Kapitel: Wenn Eltern mehr nehmen als geben. . . . . . . . . . . . . . 98 6. Kapitel: Mutter- und Vatertag – Lust oder Frust? . . . . . . . . . . . 112 7. Kapitel: Wenn die Schwiegereltern hinzukommen. . . . . . . . . . 121 8. Kapitel: Rollentausch – Was nun? .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 9. Kapitel: Warum sagt Gott: »Ehre Vater und Mutter«?.. . . . . . . 145 Nachwort .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 170 Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 172 Literatur/Medien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174


395273000/1 – 7179 – Horn_Vater und Mutter ehren typoscript [AK] – 28.06.2011 – Seite 19 – 3. Korrektur

1. Kapitel: Eltern ehren – aber wie? Manchmal hört man Eltern beim Abschied sagen: »Mach mir Ehre.« Oder anders ausgedrückt: »Bringe mich in keine unangenehme Lage, lege keine Schande auf unsere Familie oder auf mich.« Was bedeutet es eigentlich Vater und Mutter zu ehren? Jeder von uns hat Eltern: leibliche Eltern, Pflegeeltern, Adoptiveltern, Stiefeltern oder auch Nenn­ eltern. Haben Sie Ihre Eltern einmal gefragt, wann und ob sie sich von Ihnen geehrt fühlen? Der Begriff »Ehre« wirkt manchmal etwas verstaubt, wie aus dem Mittelalter, als man sich um der Ehre willen duellierte. Oder vielleicht fallen Ihnen bei diesem Stichwort eher die Ehrenmorde muslimischer Familien ein, wenn Väter und Brüder die Ehre der Familie retten wollen und eine junge Frau töten, wenn sie gegen den Sittenkodex der Familie verstößt. Wie würden Sie nachfolgende Fragen beantworten? •• Was bedeutet es, eine andere Person zu ehren? •• Was bedeutet es, geehrt zu werden? •• Wann fühlen Sie sich von Ihren Kindern geehrt? Ich glaube, dass sich jeder Mensch danach sehnt, als Person und für das, was er tut, geehrt zu werden. Ganz besonders wertvoll ist das Lob aus dem Munde von Eltern und Kindern. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als meine Mutter einmal in der Küche stand und sagte: »Du warst als Kind immer so unordentlich und hast meistens die Türen der Schränke offen stehen gelassen. Ich hätte nie gedacht, dass du mal so eine tüchtige Hausfrau wirst. Alle Achtung! Wie ordentlich deine Schränke sind.« Von einer Mutter so ein Lob zu hören, wiegt viel mehr, als wenn man die gleichen Worte von einer Freundin hört. So treffen auch Worte von Kindern ganz anders das Herz der Eltern. Einer meiner Söhne schenkte mir einmal ein Holzherz mit dem Wort »Danke«. Es liegt immer auf meinem Schreibtisch. Ein anderer Sohn überreichte mir eine Karte, auf die Folgendes gemalt wurde: Ein Jun19


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Vater und Mutter ehren?

ge fährt auf einem Fahrrad nach Hause. Aus dem Haus kommt eine Duftwolke, die sich über das Fahrrad ausbreitet und in der Folgendes steht: »Hmmmmm, es riecht immer schon von Weitem so gut nach Essen, wenn ich nach Hause komme.« »Ehren« beinhaltet für mich Dankbarkeit, Versöhnung, Interesse, Anteilnahme und Liebe, worauf ich im Nachfolgenden näher eingehen möchte.

1. Eltern zu ehren bedeutet, ihnen dankbar zu sein Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer3 schreibt: »Im normalen Leben wird es einem gar nicht bewusst, dass der Mensch unendlich mehr empfängt, als er gibt und dass Dankbarkeit das Leben erst reich macht. Man überschätzt das eigene Wirken und Tun in seiner Wichtigkeit gegenüber dem, was man nur durch andere geworden ist.« Oft verstehen wir erst, was unsere Eltern geleistet haben, wenn wir selbst heiraten und Kinder bekommen. Vorher scheint unser Blick in vielen Fällen nur auf den Mangel gerichtet zu sein, auf das, was unsere Eltern uns nicht gegeben haben. Schon für die Schwangerschaft und Geburt können wir dankbar sein. Und wie sieht es mit den vielen unterbrochenen Nächten aus, in denen wir gestillt und gewickelt wurden. Kennen Sie die Sorgen, die sich Ihre Eltern Wir bekommen mehr machten, die Stunden am Bett, wenn Sie krank als wir geben. waren? Geld musste verdient werden, Geschenke wurden besorgt und eingepackt. Es gab gemeinsame Urlaube, Feiern oder Ausflüge. Wurden Sie in der Schule unterstützt? Wie haben Sie Ihre Lehrstelle bekommen? Wer hat Ihnen geholfen, Ihren Beruf zu finden? Angeregt durch diese Gedanken empfinden Sie vielleicht auch den Wunsch Ihren Eltern einmal »Danke« zu sagen. Kinder können erst mit Abstand wertschätzen, was die Eltern für sie getan haben. Dies geschieht im Vergleich mit anderen Familien, wenn man vorübergehend bzw. endgültig auszieht oder wenn man selbst Eltern wird. Mein 17-jähriger Sohn schrieb mir einen Brief 20


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1. Kapitel: Eltern ehren – aber wie?

aus Amerika, wo er ein Auslandsjahr verbrachte. So weit weg von zu Hause spürte er, was wir für ihn bisher getan hatten. Er konnte seinen Dank nun in Worte fassen. Es gibt keine bewegenderen Briefe als Dankesbriefe aus der Tiefe des Herzens geschrieben. Zu Hause kann man kein Heimweh bekommen. Dafür muss man weggehen. Und so scheint das ebenso mit Dankbarkeit zu sein. Wir benötigen ein wenig Abstand. Es war selbstverständlich, dass jeden Mittag ein selbst gekochtes Essen auf dem Tisch stand, bis man in einer anderen Familie erlebte, dass sich die Kinder mittags eine Fertigsuppe machten, weil die Mutter arbeitete. Auf einmal sah Mit Abstand kann ich man das Essen mit anderen Augen und sagte: Eltern wertschätzen. »Danke, dass du jeden Mittag kochst. Ich freue mich darüber.« Meine Kinder machten sich einen Spaß daraus, schon auf der Straße, aber spätestens beim Öffnen der Tür, zu erraten, was ich gekocht oder gebacken hatte. Oft wurde ich mit einer Frage begrüßt: »Mama, habe ich richtig gera- Dankbarkeit macht ten? Gibt es heute Pfannkuchen, Nudelauflauf oder das Leben reich. Kassler mit Kartoffelbrei und Apfelmus?« Bei Tisch unterhielten sie sich darüber, wer es herausbekommen hatte. Wie oft dachte ich, was uns verloren geht, wenn wir nur noch auftauen, Dosen öffnen oder Fertiggerichte warm machen. Ich selbst liebe auch die Düfte nach frisch gebackenem Brot, Kuchen und frisch zubereiteten Speisen. Macht das unser Leben nicht reich? •• Wofür sind Sie dankbar? •• Was haben Sie im Elternhaus gelernt? »Papa, weißt du, warum ich mich traue, das Licht am Fahrrad zu reparieren?«, fragt der zehnjährige Markus seinen Vater. »Warum denn?« »Weil ich dich fragen kann, wenn ich nicht weiterweiß. Du hast mir schon so oft geholfen.« »Mama, ich bin so froh, dass ich Kuchen und Kekse backen kann«, sagt mir mein Sohn. »Da hat man immer ein cooles Geschenk, es spart viel Geld und man bekommt eine Menge Anerkennung, wenn man sagen kann, dass das Mitgebrachte aus eigener Herstellung ist.« 21


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Vater und Mutter ehren?

Schon sehr früh im Leben gilt der Satz der ersten italienischen Ärztin, Maria Montessori: »Hilf mir, es selbst zu tun.« Oder anders ausgedrückt: »Gib mir einen Fisch und ich habe heute zu essen. Lehre mich, Fische zu fangen und ich werde für den Rest des Lebens zu essen haben.« Haben Ihre Eltern Sie zur Lebenstauglichkeit erzogen? Auch wenn Sie als Kind nicht wertgeschätzt haben, dass Sie Rasen mähen, Unkraut jäten, Zimmer aufräumen, waschen und bügeln lernen mussten, können Sie heute sagen: »Ich habe gelernt, auch ohne Lust zu arbeiten. Ich wurde erzogen und heute kann ich mich selbst disziplinieren. Ich habe Fähigkeiten trainiert, die mir heute helfen, nicht ständig den Handwerker zu rufen oder mich jeden Tag von Fast Food zu ernähren.«

2. Eltern ehren bedeutet, mit ihnen versöhnt zu sein »Ehre Vater und Mutter« heißt für mich, um Vergebung zu bitten und zu vergeben.

Eigenes Versagen Mir ist wichtig, bei mir anzufangen. Wo habe ich meine Eltern verletzt, enttäuscht oder zu wenig beachtet? Als Kind, in der Pubertät oder später? Spätestens mit der Pubertät beginnt dieses Kreisen um das eigene Ich, das Einfordern von Rechten, aber meistens ohne die Pflichten erfüllen zu wollen. Es gibt oft Diskussionen bis hin zu Streit. Da geht es auch schon mal laut zu und man verletzt sich gegenseitig, sagt Dinge, die man besser nicht gesagt hätte. Man würde am liebsten nur nach Lust und Laune leben. Es gehört zu diesem Kinder brauchen auch die Lebensabschnitt dazu, sich abzugrenzen, zu Vergebung ihrer Eltern. hinterfragen, diskutieren zu lernen und die eigenen Grenzen auszutesten. Das Losreißen tut den Eltern weh. Fragen Sie Ihre Eltern, ob sie sich durch Ihr Verhalten damals immer noch verletzt fühlen. Vielleicht haben Sie auch 22


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1. Kapitel: Eltern ehren – aber wie?

Sätze gesagt wie: »Ich hasse dich. Du bist peinlich. Du hast ja keine Ahnung. Du hast mir gar nichts mehr zu sagen.« Wie waren Sie als Heranwachsender? Sind Sie über Nacht einfach weggeblieben und haben sich nicht an Absprachen gehalten? Haben Sie Ihre Pflichten vernachlässigt? Noch am Sterbebett habe ich meinen Vater gefragt: »Vati, trägst du noch irgendeinen Groll gegen mich in dir? Habe ich dich verletzt und brauche noch deine Vergebung?« Er schüttelte den Kopf und fragte auch umgekehrt, ob ich noch verletzt sei? Dazu muss der eigene Vater kein Christ sein. Man kann jeden Menschen um Vergebung bitten. Auch wenn die Vergebung von Schuld die zentrale Botschaft des Christentums ist, ist Versöhnung auch ohne den christlichen Glauben ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Leider müssen wir auch manchmal erleben, dass sich zwei Menschen so ineinander verhakt haben, dass sie nicht bereit sind, sich zu versöhnen. Trotzdem mache ich Mut um Vergebung zu bitten, wenn Sie den Eindruck haben, schuldig geworden zu sein. Oft ist uns gar nicht bewusst, dass sich der andere verletzt fühlt. Man hat nie darüber gesprochen. Oder der andere hat die Verletzung verdrängt. Mein Ratschlag ist nachzufragen.

Versagen der Eltern In unserer Gesellschaft ist es Tradition, über Tote nur Gutes zu sagen und für manche ist »nichts Negatives erwähnen« gleichbedeutend mit ehren. Jahrhundertelang war es nicht erlaubt, Eltern zu beschuldigen, etwas falsch gemacht zu haben. Es stand einem Jüngeren nicht zu, einen Älteren zu beurteilen oder sogar zu verurteilen. Durch die 68er-Revolution ist es fast ins Gegenteil umgeschlagen. Die Jungen machten die ältere Generation für jedes Versagen verantwortlich. Das Elternhaus war an allem schuld. Der junge Mensch musste nicht mehr die Verantwortung für sein Handeln, sein Versagen in der Schule oder seine Sucht übernehmen. Die Ursache für seine Probleme lag in der Herkunftsfamilie. Ich plädiere weder für den einen noch für den anderen Weg. Wie in so vielen Fällen scheint der gesunde Mittelweg die Lösung zu sein. 23


395273000/1 – 7179 – Horn_Vater und Mutter ehren typoscript [AK] – 28.06.2011 – Seite 24 – 3. Korrektur

Vater und Mutter ehren?

Ich muss nicht alles gutheißen, was meine Eltern tun oder getan haben. Ich darf Schuld beim Namen nennen. Ich darf mich mit dem Versagen der Eltern auseinandersetzen und auch mit ihnen darüber reden. Aber dann muss auch der Tag kommen, an dem ich einen Schlussstrich ziehe und sage: »Ich übernehme jetzt die Verantwortung für mein Leben selbst. Ich mache meine Eltern nicht mehr für alles verantwortlich und lasse sie los. Ich vergebe.« Ich beobachte, dass meine Reaktionen auf bestimmte Umstände oder Verletzungen viel mehr Macht in meinem Leben haben als der Auslöser selbst. Vielleicht hat Ihr Vater zu Ihnen gesagt: »Du hast zwei linke Hände.« Oder: »Aus dir wird nie etwas.« Ihre Reaktion auf eine Macht bekommen diese Sätze nur, wenn Sie die Verletzung beeinflusst Aussagen in sich aufsaugen, Sie entmutigt aufgeIhr Leben oft mehr als ben und Ihr Handeln danach ausrichten. die Verletzung. Ihre Eltern haben Ihnen das mitgegeben, was sie hatten. Wenn Sie Ihnen Mangel mitgegeben haben, dann deshalb, weil sie selbst auch in ihrem Leben Mangel erlebt haben. •• Was werfen Sie Ihren Eltern noch vor? •• Welchen Etiketten aus der Vergangenheit glauben Sie noch? •• Welche Aussagen haben noch Macht über Sie? Was auch immer Ihre Eltern gesagt oder getan haben: es darf nicht so viel Einfluss über Sie haben, dass Sie keinen neuen Weg gehen können. Ich beobachte bei vielen Menschen, dass sie Bei fehlender Vergebungs­ bei fehlender Vergebungsbereitschaft oft vom bereitschaft kann man im Opfer zum Täter werden. Laufe der Zeit vom Opfer Maria beklagte sich über die schlechte Be­zum Täter werden. ziehung zu ihrer Tochter. Daraufhin wird sie gefragt: »Wie war denn die Beziehung von dir zu deiner Mutter?« »Auch schlecht«, kommt die Antwort. Kai hat entsetzlich darunter gelitten, dass sein Vater die Familie verließ, als er acht und sein Bruder vier Jahre alt war. Und was tut er selbst? Er lässt sich von seiner Frau scheiden, obwohl er Vater von fünf Kindern ist. 24


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1. Kapitel: Eltern ehren – aber wie?

Claudia hat ihre Mutter immer dafür verachtet, dass sie ihren Vater herumkommandierte. Sie ist aber blind dafür, dass sie das Gleiche mit ihrem Mann tut. Nicht nur ihr Partner leidet unter ihrer Dominanz. Beziehungsmuster können sich leider von Generation zu Generation wiederholen, oft auch ungewollt. So hat man den Eindruck, sowieso nichts ändern zu können und dem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein. Aber das stimmt nicht. In meinem Leben habe ich beobachtet, dass mangelnde Vergebung mich in diesen Beziehungsmustern hält und vor allem Auswirkungen bei mir hat und mein Leben massiv beeinflusst.

3. Eltern ehren bedeutet, Interesse an ihrem Leben zu zeigen Wer von uns kennt die Personen wirklich, mit denen er oft über Jahre hinweg zusammenlebt? Vielleicht würde man die Lieblingsschokolade nennen können. •• Kennen Sie die Träume und Wünsche Ihrer Eltern? •• Wissen Sie, in welchen Umständen sie groß wurden? •• Haben Sie sich wirklich einmal dafür interessiert, was sie prägte?

Ehrliches Nachfragen »Mama, was bedeuten dir die mitgebrachten Tulpen auf einer Skala von eins bis zehn?«, fragte der zwanzigjährige Manuel seine Mutter. »Ich möchte, dass du ehrlich bist. Magst du überhaupt Tulpen? Und welche Farbe liebst du an Blumen? Ehrlich gesagt, weiß ich das nämlich nicht. Früher hast du immer alles toll gefunden, was wir dir malten und schenkten.« Deine Mutter kennt dich, Vor einiger Zeit bekam ich nachstehende aber du kennst sie nicht. E-Mail: »Deine Mutter kennt dich, aber du kennst sie nicht«, sagte der deutsche Schriftsteller und Journalist Paul Ernst (1866-1933). 25


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