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Frauen in der Welt – Frauen in der Mission Geschichte und Gegenwart des Deutschen Frauen-Missions-Gebets-Bundes DFMGB Im Auftrag des Vorstands zusammengestellt von Ursula Pasut


Inhalt Vorwort   Vorbemerkungen der Verfasserin

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Panorama: Frauen in der Welt – Frauen in der Mission   7 Ein Streifzug durch die Missionsgeschichte   13 Der Deutsche Frauen-Missions-Gebets-Bund – DfmGB – entsteht   19   Wachstum und Struktur des DFMGB 32 Zugehörigkeit zum DFMGB – damals und heute   39 Prägende Personen im DFMGB   46   Frauen wuchern mit ihren Talenten 84 Erfahrungen mit dem Gebet   93 Der DFMGB feiert seine Geschichte   109   Ein Blumenstrauß zum Hundertjährigen 116 Geschichte im Bild – Der Baum   122   Gebetskreise haben ihre Geschichte 129 Der DFMGB hat ein Stück Europa in seiner Geschichte   136 Der Frauenmissionsgebetsbund in Österreich   146 Schlusswort

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Verzeichnis der Bezirke mit Missionarinnen und Gebetskreisen   Literaturverzeichnis

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Der Deutsche Frauen-Missions-Gebets-Bund – DfmGB– entsteht   Wie kam es nun zu der Gründung des DFMGB? Es gab ­einen Motivator ersten Ranges, Pastor Ernst Lohmann, und eine Gruppe von Frauen, die sich motivieren ließen. Nehmen wir einmal die geschichtlichen Unterlagen, die erhalten geblieben sind und lassen zugleich unserer Fantasie etwas freien Lauf. Es könnte dann Folgendes geschehen sein: Ein Nachmittag im Herbst des Jahres 1899. In der Maaßen­ straße in Berlin liegt die Wohnung der Exzellenz von Redern, die dort von ihrer Tochter Hedwig liebevoll betreut wird. Heute nun hat die Tochter Besuch. Einige Freundinnen sind gekommen. Es ist keine zufällige Begegnung, sondern eine durchaus ge­plante. Hedwig von Redern ist die Gastgeberin, da sie nicht gut außer Haus sein kann. Doch hat ihre Mutter sie für diesen Nachmittag natürlich freigegeben. Ihre Besucherinnen sind Gräfin Elisabeth Waldersee und Jenny von Plotho, die beide in Berlin wohnen. Außerdem sind Jeanne Wasserzug und Lu von Hochstetter aus Bad Freienwalde angereist, wo sie an der Frauenmission und Bibelschule Malche tätig sind. Nun sitzen also diese fünf Frauen beisammen am gedeckten Kaffeetisch und es gibt eine angeregte Unterhaltung. Jeanne Wasserzug wendet sich an Hedwig von Redern: »Werte Heta, ich – oder sollte ich besser sagen: wir – freuen uns sehr, dass Du uns heute Nachmittag in Dein gemütliches Zuhause eingeladen hast. Deine Frau Mutter gibt Dich heute für ein paar Stunden frei? Und dürfen wir fragen, wie es der Exzellenz von Redern geht?« »Mutter war unpässlich in den letzten Tagen. Der Herbst bringt das so mit sich. Doch ich bin froh sagen zu können, es geht wieder besser. Und was das betrifft, dass sie mich freigegeben hat

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für unsere Zusammenkunft: Es ist ihr sehr recht, wenn ich etwas Abwechslung habe durch meine Freundinnen. Sie lässt auch ausrichten, dass sie Euch alle herzlich willkommen heißt, nur nicht kräftig genug ist, um es Euch persönlich zu sagen, was sie gern getan hätte.« Eine auffallend stattliche Frau, Gräfin Elisabeth Waldersee, wendet sich an Hedwig von Redern: »Heta, unsere Freundin Jeanne hat uns auf dem Wege hierher schon einiges erzählt. Sie hat ja eine besondere Botschaft für uns aufgetragen bekommen, und zwar von unserem verehrten Herrn Pastor Lohmann. Er meint, es ginge uns alle an.« Dann wendet sie sich an die zierlichste Person in diesem kleinen Kreis: »Werte Jeanne, sagen Sie uns doch nochmals ganz genau, was es eigentlich ist, das Pastor Lohmann Ihnen mitgeteilt hat.« Nun nimmt auch die vierte in der Runde das Wort, es ist Jenny von Plotho. Sie sagt: »Ja, Fräulein Wasserzug, erzählen Sie uns alles nochmals von vorn. Ich bin schon auf dem Wege hierher bei unserem Gespräch recht beeindruckt gewesen, aber so schnell kann ich den Gedanken des Herrn Pastor gar nicht folgen.« Und die fünfte in der Runde – Lu von Hochstetter – pflichtet sofort bei: »Ja Jeanne, bitte sei so gut und wiederhole alles nochmals. Wir beide sprachen ja schon in Bad Freienwalde miteinander darüber, aber ich muss gestehen, obwohl mir diese Gedanken immer wieder durch den Kopf gehen, könnte ich nicht sagen, ich habe es begriffen, was unser verehrter Herr Pastor uns eigentlich sagen möchte.« Hedwig von Redern, die als Gastgeberin vor allem darauf bedacht ist, ihren Gästen am Tisch gerecht zu werden, fällt nun auch in das Gespräch ein: »Ihr macht mich nun doch sehr gespannt. Ich weiß ja noch gar nichts. Aber bitte, liebe Jeanne, stärke Dich erst einmal in aller Ruhe. Wir fallen ja alle regelrecht über Dich her.«

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Etwas schuldbewusst sagt nun auch Elisabeth von Waldersee, die als erste das Thema anschnitt: »Du bist eben diejenige, mit der unser Herr Pastor eine wichtige Unterredung hatte, wenn ich es recht verstanden habe. Lass Dich aber nicht zu sehr von uns bedrängen, trinke eine gute Tasse Kaffee in aller Ruhe zuvor. Wir werden schon noch alles zu hören bekommen, was für uns wichtig ist.« Jeanne Wasserzug folgt dem Rat der Freundinnen. Es gibt ei­nige biographische Aufzeichnungen über diese zierliche Schwei­zer­in, die als fröhliche, vollmächtige Bibellehrerin das Leben vieler Frauen entscheidend prägte. So ist sie auch jetzt ein ruhender Pol in der gespannten Atmosphäre. Sie ergreift das Wort und spricht ruhig und bestimmt: »Also, meine Lieben. Ja, das ist schon eine sehr wichtige Sache, die unser Herr Pastor Lohmann mir darlegte. Ihr kennt ihn ja und wisst, er kann sich recht in Begeisterung reden, wenn ihm etwas am Herzen liegt. Es war im Sommer, kurz nach seiner Rückkehr aus Schweden. Da ließ er mich zu sich bitten und ich dachte, er wolle mir wohl einige Vorschläge für den Unterrichtsplan an unserer teuren Malche für das folgende Halbjahr machen. Aber nein, etwas ganz anderes kam. Er sagte ungefähr Folgendes: ›Ich habe gesehen, was Frauen ausrichten können, wenn sie sich zusammenschließen und eines Sinnes für die Sache der Weltmission eintreten und aktiv werden. Das muss es auch in unserem Land geben. Sorgen Sie dafür!‹« Gräfin Waldersee unterbricht sie und sagt fast heftig: »Mission, ja meint er denn, wir sollten alle zum Missionsdienst in ein fernes Land gehen? Sie, werte Jeanne, waren doch schon dort, in einem fremden Land. Er kann doch nicht uns alle dahin schicken wollen!« Schnell und vermittelnd wirft Hedwig von Redern ein: »Nicht

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doch, werte Gräfin, unsere Jeanne ist ja noch nicht am Ende mit dem, was der Herr Pastor sagte, oder?« »Natürlich meint er Mission in fernen Ländern und einfach überall, wo sie nötig ist«, fährt nun Jeanne Wasserzug unverändert ruhig fort. »Ihr wisst alle, wie weit sein Herz ist und wie stark und tief er fühlt mit der Not all derer, die Hilfe brauchen. Und er sagte ausdrücklich: ›Frauen an die Front!‹ Jawohl, so hat er es ausgedrückt. Aber, werte Gräfin, er meint wohl nicht, dass wir alle so schnell wie möglich ausreisen sollen. Nein, er meint einen Einsatz ganz und gar für die Mission in aller Welt, der aber hier bei uns geschehen kann und muss. Also, er hat mir ja nicht gesagt, wie er sich das genau vorstellt, aber er sagte: ›Ich bitte Sie alle, die Sie den Herrn Jesus als Ihren Heiland lieben, vereinen Sie sich und beraten Sie miteinander. Fragen Sie unseren Herrn auf jegliche Weise, wie Sie es können: Beten Sie, hören Sie auf Gottes Wort, tauschen Sie ihre Gedanken miteinander aus. Tun Sie etwas! Es muss mehr getan werden als bisher‹. Und er wiederholte mehrmals: ›Wenn Frauen zusammenstehen für eine Sache, können sie viel tun.‹ Ja, und er betonte es: ›Frauen gehören auch an die Front.‹ Sicher meint er ja die Front in geistlicher Wei­se, im Glaubensleben, aber auch örtlich. Natürlich sollen auch noch mehr aufs Missionsfeld hinausgehen. Nur uns persönlich, die wir hier zusammen sind, meint er damit nicht unbedingt.« Lu von Hochstetter greift den Gedanken der Front auf: »Das Gebet ist ja auch und vor allem Dienst an der geistlichen Front. Wie heißt es doch in der Schrift: ›Nehmt die ganze Waffen­rüstung Gottes … zum Gebet und Flehen im Geist‹. Das ist doch immer der Anfang der Dinge, die in Gottes Reich von Bedeutung sind. Wir sollen beten und wir tun es ja auch. Da meint er wohl auch, zusammen beten, nicht wahr Jeanne«?

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»Ja, dieses Zusammenstehen, das ist ihm so wichtig. Und wir sollen andere Frauen, vor allem solche, die darin noch müßig sind, auch ansprechen, sie auch aktivieren.« Jenny von Plotho sagt sinnend: »Wir haben ja schon alle unsere Kreise und unsere Gruppen, wo wir mit anderen beten. Was meint er denn darüber hinaus?« »Nun, er denkt an einen Zusammenschluss von Frauen in großem Ausmaß. Das war ja der tiefe Eindruck, den er in Schweden erhielt. Aber wie wir das hier machen sollen, das hat er nicht gesagt, sondern das sollen wir eben herausfinden. Wir sollen anfangen, wir sollen darum beten, wir sollen uns in dem Sinne ganz bewusst an die Front begeben. Dann werden andere auch kommen.« Und dann fügt sie ganz fröhlich hinzu: »Er hat übrigens auch schon mit unserer verehrten Frau von Bethmann-Hollweg gesprochen und auch ihr Interesse daran geweckt.« Ein erstauntes: »Ja so, das wäre ja wunderbar!«, kommt aus der Runde. Hedwig von Redern, die ebenso intensiv zugehört hat wie alle anderen, sagt nun: »Ehe wir irgend etwas nach außen hin beginnen, sollten wir immer wieder vor allem dafür beten, allein und zu zweit, zu dritt, wie es sich ergibt. Wollen wir uns darauf für heute einigen?« Sie sieht fragend in die Runde. »Wir beten ganz dringlich darum, dass Gott uns Weisung gibt, wie wir diese beiden Dinge in größerem Umfang anfangen sollen: Zusammenstehen im Gebet für die Mission, und um weitere Frauen beten, die mit uns darin einstimmen wollen und sich anregen lassen. Wir wollen glauben, dass es noch viele Frauen in unserem Land gibt, die wir dafür gewinnen könnten. Aber wie, das wird uns dann wohl klar werden. Ist euch das so recht?« Gräfin Waldersee antwortet als erste: »Werte Heta, du hast es gut und klar gesagt, wie immer. Das wollen wir tun, nicht

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