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Max Lucado

Gott ganz vertrauen


Inhalt

Dank. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Sein Reden, unsere Entscheidung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Sein Reden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17   1.  Der Autor des Lebens – Der Gott, der träumte.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19   2.  Der Jagdhund des Himmels – Der Gott, der dranbleibt.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23   3.  Komm und sieh – Der Gott, der kam.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31   4.  Wunder um Mitternacht – Der Gott des perfekten Timings.. . . . . . . . . . . . . . . . . . 35   5.  Das Geheimnis der Vergebung – Der Gott der großen Gnade.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43   6.  Das Brot des Lebens – Der Gott, der meine Seele nährt.. . . . . . . . . . . . . . . . . . 49   7.  Für länger als für ewig – Der Gott, der rückhaltlos liebt.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55   8.  Lektionen aus dem Garten – Der Gott, der das Heilige zurückfordert.. . . . . . . . . . . 61


9.  Umgang mit Geburtstagen – Der Gott des durchgreifenden Sieges.. . . . . . . . . . . . . . 69 10.  Musik zum Tanzen – Der Gott, der die Melodie gibt.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 11.  Eine ganz andere Art von Held – Der Gott, der deinen Namen kennt.. . . . . . . . . . . . . . . 83 12.  In seiner Hand gehalten – Der Gott, der dich nicht fallen lässt.. . . . . . . . . . . . . . . 91 13.  Ein Aschenputtel-Märchen – Der Gott, der seine Schönheit verschenkt.. . . . . . . . . . 95 14.  Der Prediger schlimmer Botschaft – Der Gott des hartnäckigen Glaubens.. . . . . . . . . . . . . 103 15.  Der endgültige Zeuge – Der Gott, der seine Aussage beweist. . . . . . . . . . . . . . 111 Unsere Entscheidung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 16.  Von innen nach außen – Einmal oder zweimal geboren?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . 121 17.  Der Hui-Pfui-Mensch – Die Menge oder der Christus?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 18.  Das ganz alltägliche Missgeschick – Sorge oder Vertrauen?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 19.  Ihr Platz im Orchester Gottes – Hand anlegen oder auf Kontra gehen?. . . . . . . . . . . . 145


20.  Ungeheure Liebe – Verdienen oder empfangen?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155 21.  Gottes Lieblingstraum – Spaltung oder Einheit?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 22.  Gott als angeblicher Pedant – Vertrauen Sie ihm oder beschimpfen Sie ihn?.. . . . . . 165 23.  Das Gleichnis vom Sandwich-Schild – Auf Ihre Art oder auf seine?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171 24.  Die Attraktivität der Heiligkeit – Wegweisend oder irreführend?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . 175 25.  Vor dem Etikettieren genau hinschauen – Fürsorge oder Verurteilung?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181 26.  Den Messias sehen – Wie sehen Sie ihn?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 27.  Petrus, ich und Wile E. Coyote – Schuld oder Gnade?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193 28.  Bereit für die Heimkehr – Bereit oder nicht?.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201 29.  Die Höhlenmenschen – Werden Sie das Licht weitergeben?.. . . . . . . . . . . . . . . 209 30.  Wenn Sie nur wüssten …. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213 Anmerkungen.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217


Sein Reden, unsere Entscheidung Ein guter Pilot tut alles, um seine Passagiere sicher ans Ziel zu bringen. Ich bekam einmal ein gutes Beispiel dafür zu sehen, als ich über Missouri flog. Die Stewardess forderte uns auf, uns hinzusetzen, weil Turbulenzen drohten. Es war ein rauer Flug, und die Passagiere reagierten nicht besonders willig; also warnte sie uns erneut. »Die Maschine wird bald schlingern. Zu Ihrer eigenen Sicherheit: Nehmen Sie Ihre Plätze ein.« Die meisten taten es. Einige aber nicht, also änderte sie ihren Tonfall: »Meine Damen und Herren, zu Ihrer eigenen Sicherheit: Nehmen Sie Ihre Plätze ein!« Ich dachte, nun säße endlich jeder an seinem Platz. Doch offensichtlich täuschte ich mich, denn die nächste Stimme, die wir zu hören bekamen, war die des Piloten. »Hier spricht Flugkapitän Braun«, meldete er sich. »Es sind schon Passagiere verletzt worden, weil sie zur Toilette gingen, statt auf ihren Plätzen zu bleiben. Ich möchte unsere Positionen ganz klarstellen. Meine Verantwortung ist es, Sie durch den Sturm zu bekommen. Ihre Verantwortung besteht darin zu tun, was ich Ihnen sage. Nehmen Sie also Platz und schnallen Sie sich an!« Etwa in diesem Augenblick öffnete sich die Toilettentür und ein Mann mit verlegenem Grinsen trat heraus und trottete an seinen Platz. Hatte der Pilot mit seinem Verhalten Unrecht? War er grob oder rücksichtslos? Nein, ganz im Gegenteil. Ihm war ein peinlich berührter Mensch in Sicherheit lieber als ein ungewarnter mit Verletzungen. Gute Piloten tun alles, um ihre Passagiere sicher nach Hause zu bringen. 13


Und Gott tut das auch. Hier nun eine Schlüsselfrage: Wie weit soll Gott gehen, um Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen? Wenn Gott zwischen Ihrer ewigen Sicherheit und Ihrem irdischen Komfort zu wählen hat, wofür – hoffen Sie – wird er sich entscheiden? Antworten Sie nicht zu schnell. Denken Sie ein wenig darüber nach. Wenn Gott Sie stehen sieht, während Sie eigentlich sitzen sollten, wenn er Sie in Gefahr und nicht in Sicherheit sieht, wie weit möchten Sie, dass er dann geht, damit Sie auf ihn aufmerksam werden? Was wäre, wenn Gott Sie in ein anderes Land führen würde? (Wie er es bei Abraham tat.) Was wäre, wenn er Sie aus dem Ruhestand herausrufen würde? (Denken Sie nur an Mose!) Wie wäre es mit der Stimme eines Engels oder dem Bauch eines Fisches? (à la Gideon und Jona.) Wie wäre es mit einer Beförderung (wie bei Daniel) oder einer Degradierung (wie bei Simson)? Gott tut, was nötig ist, um Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Ist das nicht die Botschaft der Bibel? Das unablässige Nachstellen Gottes. Gott auf der Jagd. Gott auf der Suche. Unter dem Bett nach versteckten Kindern spähend, die Büsche nach verlorenen Schafen abklopfend. Mit den Händen trichterförmig vor den Lippen in die Schlucht hinunterrufend. Mit uns Jakobs in den schlammigen Jabboks des Lebens ringend (siehe 1. Mose 32). Bei all ihren Haken und Ösen hat die Bibel eine einfache Geschichte. Gott erschuf den Menschen. Der Mensch wies Gott zurück. Gott wird nicht aufgeben, bis er ihn zurückgewinnt. Von Mose in Moab bis Johannes auf Patmos lässt sich seine Stimme vernehmen: »Ich bin der Pilot. Du bist der Passagier. Meine Aufgabe besteht darin, dich heimzuholen; du hast die Verantwortung zu tun, was ich sage.« Gott ist ebenso kreativ wie hartnäckig. Dieselbe Hand, die Israel Manna schickte, schickte Usa in den Tod. Dieselbe Hand, die das Volk Israel befreite, ließ sie auch gefangen nach Babylon führen. Ebenso behutsam wie streng. Zart und zupackend. 14


Beharrlich treu. Geduldig drängend. Tolerant in seinem Eifer. Sanft rufend. Leise donnernd. Ein sachtes Grollen. So sah Johannes Jesus. Im Johannesevangelium gibt es zwei Themen: die Stimme Gottes und die Entscheidung des Menschen. Und da dieses Buch auf Johannes beruht, begegnet Ihnen hier dasselbe Tandem: sein Reden, unsere Entscheidung. Jesus sagte: »Ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin die Tür. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich werde wiederkommen und euch zu mir holen.« Jesus verkündet – lädt uns immer wieder ein, setzt uns aber nie unter Druck: Als er vor dem Gelähmten stand: »Willst du gesund werden?« (Johannes 5,6). Auge in Auge vor dem geheilten Blinden: »Glaubst du an den Menschensohn?« (Johannes 9,35). Einige Schritte vor Lazarus’ Grab, Marthas Herz prüfend: »Jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nimmermehr sterben. Martha, glaubst du das?« (Johannes 11,26). Als er Pilatus’ Beweggründe auf die Probe stellte: »Sagst du das von dir aus, oder haben dir’s andere über mich gesagt?« (Johannes 18,34). Als Johannes Jesus das erste Mal sprechen hört, stellt Jesus eine Frage: »Was sucht ihr?« (Johannes 1,38). Zu den letzten Äußerungen Jesu gehört wieder eine Frage: »Liebst du mich?« (21,17). Das ist der Jesus, an den Johannes sich erinnert. Die ehrlichen Fragen. Die donnernden Herausforderungen. Die sanfte Berührung. Nie dorthin gehend, wo er nicht eingeladen war; doch wenn er eingeladen war, nie ablassend, bis er fertig war – bis eine Entscheidung gefallen war. Gott wird flüstern. Er wird schreien. Er wird uns berühren und uns am Ärmel zupfen. Er wird unsere Lasten wegnehmen; er wird sogar unsere Segnungen wegnehmen. Selbst wenn 15


tausend Schritte zwischen ihm und uns liegen: Er wird alle bis auf einen einzigen gehen. Doch diesen letzten Schritt wird er uns überlassen. Es liegt an uns. Bitte verstehen Sie: Sein Ziel besteht nicht darin, Sie glücklich zu machen. Sein Ziel besteht darin, Sie zu dem oder der Seinen zu machen. Sein Ziel ist nicht, Ihnen zu geben, was Sie sich wünschen, sondern Sie mit dem zu versorgen, was Sie brauchen. Und wenn es ein Rütteln oder Schütteln erfordert, um Sie in Ihren Sitz zu bekommen, dann lassen Sie sich rütteln. Irdische Unannehmlichkeiten sind ein guter Tausch gegen himmlischen Frieden. Jesus sagte: »In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden« (Johannes 16,33). Wie konnte er mit solcher Autorität sprechen? Was gab ihm das Recht, Befehle zu erteilen? Ganz einfach. Er weiß, wie der Pilot, was wir nicht wissen, und er kann sehen, was uns verborgen bleibt. Was wusste der Pilot? Er wusste, wie er das Flugzeug zu steuern hatte. Was sah der Pilot? Stürmische Wolken im Anmarsch. Was weiß Gott? Er weiß, wie er die Geschichte zu steuern hat. Was sieht Gott? Ich glaube, Sie haben verstanden, worum es geht. Gott möchte Sie sicher nach Hause bringen. Stellen Sie ihn sich einfach als Ihren Piloten vor. Stellen Sie sich als seinen Passagier vor. Betrachten Sie dieses Buch als Lektüre auf dem Flug – und überlegen Sie es sich lieber zweimal, bevor Sie zum stillen Örtchen gehen.

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Sein Reden Es gab einmal einen Menschen, der Gott herausforderte, zu reden. Lass den Busch brennen wie bei Mose, Gott. Und ich werde folgen. Lass die Mauern einstürzen wie bei Josua, Gott. Und ich werde kämpfen. Stille die Wogen wie auf dem galiläischen Meer, Gott. Und ich werde hören. Und so saß der Mensch neben einem Busch, an einer Mauer und in der Nähe des Meeres und wartete, dass Gott reden würde. Und Gott erhörte den Menschen und antwortete ihm. Er sandte Feuer, nicht auf einen Busch, sondern auf eine Kirche. Er brachte eine Mauer zum Einsturz, doch nicht aus Steinen, sondern aus Sünde. Er stillte einen Sturm, nicht des Meeres, sondern einer Seele. Und Gott wartete, dass der Mensch antworten würde. Doch weil der Mensch auf Büsche sah und nicht auf Herzen; auf Steine und nicht auf Menschenleben, auf Meere und nicht auf Seelen, kam er zu dem Schluss, Gott habe nichts getan. Schließlich blickte er zu Gott empor und fragte: Hast du deine Macht verloren? Und Gott blickte ihn an und sagte: Hast du das Gehör verloren?

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Im Anfang war das Wort … Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Johannes 1,1 und 14


1. Kapitel

Der Autor des Lebens Der Gott, der träumte

An jenem großen Schreibtisch sitzend, schlägt der Autor das große Buch auf. Es enthält keine Wörter. Es enthält keine Wörter, weil keine Wörter existieren … Und es existieren keine Wörter, weil keine Wörter gebraucht werden. Da gibt es keine Ohren, sie zu hören, und keine Augen, sie zu lesen. Der Autor ist allein. Und so nimmt er die große Feder und beginnt zu schreiben. Wie ein Künstler seine Farben und ein Schnitzer seine Werkzeuge sammelt, so sammelt der Autor seine Wörter. Es sind drei. Drei einzelne Wörter. Aus diesen dreien werden eine Million Gedanken fließen. Doch an diesen drei Wörtern wird die Geschichte aufgehängt werden. Er greift zur Feder und buchstabiert das erste: Z-e-i-t. Zeit existierte nicht, bevor er sie schrieb. Er selbst ist zeitlos, doch seine Geschichte würde in die Zeit eingebunden werden. Die Geschichte würde einen ersten Sonnenaufgang, ein erstes Sandtreiben haben. Einen Anfang … und ein Ende. Ein letztes Kapitel. Er kennt es, bevor er es schreibt. Zeit. Ein Fußbreit in den Lenden der Ewigkeit. Behutsam, zärtlich schreibt der Autor das zweite Wort. Einen Namen: A-d-a-m. Als er ihn schreibt, sieht er ihn vor sich, den ersten Adam. Dann sieht er all die anderen. In tausend Gebieten, tausend Ländern sieht der Autor sie. Jeden Adam. Jedes Kind. Augenblicklich geliebt. Unaufhörlich geliebt. Jedem schreibt er eine Zeit zu. Jedem benennt er einen Ort. Keine Zufälle. Keine unerwarteten Umstände. Nichts als Komposition. 19


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