Roland Werner
Von Jesus bewegt Nachfolge mit Kopf, Herz, Hand und FuĂ&#x;
Inhalt 000
Nachfolge mit Kopf, Herz, Hand und Fuß ....................
7
001
von Jesus bewegt – Eine Begegnung mit Auswirkungen ............................
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002
von Jesus überrascht – Wie Jesus unsere Vorstellungskraft sprengt .................
13
003
von Jesus geschockt – Der Skandal des Kreuzes ...........................................
19
004
von Jesus berührt – Was sein Kreuz für uns bedeutet .................................
27
005
von Jesus fasziniert – Wer und was Jesus auch noch alles ist .........................
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006
von Jesus verändert – Die Wirklichkeit der Lebenserneuerung .......................
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007
von Jesus gelehrt – Wie das Leben gelingt ...............................................
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008
von Jesus beauftragt – Wie wir die Welt verändern können .............................
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009
von Jesus beschenkt – Was Jesus alles für uns bereithält .................................
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010
von Jesus gefragt – Wie das Leben ganz hell wird ......................................
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Anmerkungen ...........................................................
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006 von Jesus verändert – Die Wirklichkeit der Lebenserneuerung Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, ein Neues ist geworden.38
Jede Begegnung mit Jesus verändert. Das war damals so, als er unterwegs war auf den Wegen und Straßen, auf den Hügeln und Feldern, in den Dörfern und Städten. Das ist auch heute so, wenn Menschen ihm wirklich begegnen.
Eine ganz persönliche Antwort Doch was wird eigentlich anders durch diese Begegnung mit Jesus? Ein Blick in die Evangelien zeigt: Jesus ging immer genau auf die Frage oder das Problem des Menschen ein, dem er gerade begegnete. Das, was die Leute damals beschäftigte, unterscheidet sich nicht sehr von unseren Problemen. Es geht um Krankheit und Einsamkeit, um Schuld und Verzweiflung, um Hoffnung und Sehnsucht, um Zweifel und Angst, um Identität und Lebenssinn. Immer, wenn Jesus einem Menschen begegnete, war Veränderung die Folge. Eine Veränderung zum Besseren, jedenfalls dann, wenn die Leute das zuließen. 39
Willst du gesund werden? Den Gelähmten, der seit Jahren allein und verlassen am Teich Bethesda lag, sprach er direkt an. Wo andere achtlos vorübergegangen waren, nahm Jesus ihn wahr und sprach ihn direkt an.39 Diese Begegnung veränderte das Leben des Mannes für immer. Er hatte Heilung erfahren, Heilung an seinem Körper und Heilung seiner Seele. Jesus überwand seine Krankheit und holte ihn aus seiner Einsamkeit.
Gib mir dieses lebendige Wasser! Die Frau, die ausgegrenzt am Rande der Gesellschaft lebte, bat Jesus um Hilfe.40 Er überwand ihre Isolation und nahm sie ernst mit ihrer Geschichte. Und er bot ihr eine neue Lebensmöglichkeit an. Ihre tiefe Sehnsucht nach Anerkennung und Geborgenheit wurde gestillt, als sie ihn als Messias erkannte und sie das lebendige Wasser kennenlernte, das von diesem Augenblick an ihr Innerstes erfüllte.
Musste der Messias nicht leiden? Die beiden Männer, die alle Hoffnung verloren hatten und die nur noch alles vergessen wollten, begleitete Jesus auf ihrem Weg.41 Sie konnten ihr Herz bei ihm ausschütten, Sie konnten ihr Herz ihren Frust und ihre ganze Verzweiflung bei bei ihm ausschütten. ihm loswerden. Behutsam erklärte er ihnen, warum alles so kommen musste, und öffnete ihre Augen für eine ganz andere Sicht. Erst am Ende erkannten sie, dass der unbekannte Fremde, der mit ihnen auf dem Weg gewesen war, kein anderer war als Jesus selbst. Der, den sie für tot gehalten hatten, lebte und hatte ihnen neue Hoffnung und einen neuen Lebenssinn gegeben.
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Wenn ich ihn nicht selbst berühre … Thomas, der voller Zweifel war, ließ sich auch durch seine engsten Freunde nicht überzeugen.42 Für ihn war klar: Ein Toter war und blieb tot. Das, was seine Freunde ihm erzählten, war zu schön, um wahr zu sein. Jesus sollte wieder am Leben sein? Eine Kreuzigung überlebte keiner! Dafür sorgten die römischen Soldaten schon. Das war ihr Beruf, und dafür standen sie auch mit ihrem eigenen Leben gerade. Keiner, der einmal ans Kreuz angenagelt war, kam da wieder lebendig herunter. Und doch war da die Aussage seiner Freunde. Waren sie alle verrückt geworden? Waren sie alle Opfer einer Massenhysterie? Sie behaupteten, dass Jesus ihnen wieder begegnet sei, lebendiger als je zuvor. Was sollte er nun glauben? In dieser Situation begegnete Jesus ihm, liebevoll und persönlich. Er ging auf seine Zweifel ein: »Thomas, komm her, lege deine Hände in die Wunden, fühle, betaste mich, damit du merkst, dass ich es wirklich bin!« Diese Begegnung veränderte das Leben von Thomas für immer. Aus einem Zweifler war ein Überzeugter geworden. Thomas wurde ein Apostel, der bis in ferne Länder reiste, um den Menschen die Nachricht zu bringen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
Eine ganz besondere Frau Maria war eine ganz außergewöhnliche Frau. Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Bruder lebte sie in einer Wohngemeinschaft im kleinen Ort Bethanien am Abhang des Ölbergs. Anders als viele FrauSie wollte mehr vom Leben. Erst recht, en ihrer Zeit war sie nicht damit zufrieden, seit sie Jesus kennenden Platz einzunehmen, den ihr die Gesellgelernt hatte. schaft zuwies. Sie wollte mehr vom Leben. Erst recht, seit sie Jesus kennengelernt hatte. Sie wollte von ihm lernen, was wahres Leben ist. Sie wollte die Sache mit Gott immer besser verstehen und vor allem so viel wie irgend möglich von Jesus lernen. Sie wollte eine Schülerin, eine Nachfolgerin von Jesus sein, genau wie die Männer, die mit Jesus unterwegs waren. So setzte sie sich auf den Boden, zu Füßen 41
von Jesus. Das war die Position der Schüler damals, zu Füßen ihres Meisters zu sitzen. Damit beanspruchte Maria, auch eine vollwertige Schülerin von Jesus zu sein. Das war so unerhört, dass sie dafür kaum Verständnis fand. Selbst ihre Schwester Martha kritisierte sie. Doch Jesus nahm sie in Schutz: »Maria hat das gute Teil ausgesucht. Niemand soll ihr das nehmen!« Kein Wunder, dass Maria das niemals vergaß.43 Kein Wunder, dass sie einige Zeit später als Einzige wirklich verstand, was vor Jesus lag. Sie spürte, dass Jesus bald sterben würde. So nahm sie eine Alabasterflasche, gefüllt mit kostbarem Nardenöl, brach sie auf und übergoss Jesus mit diesem teuren Parfüm. Die Kritik, die sie sich hierfür einfing, wurde mehr als wettgemacht durch das Verständnis von Jesus. Maria war eine Frau, die durch die Begegnung mit Jesus zu ihrer wahren Identität finden konnte.44
Hart wie Stein? Er war der beste Freund von Jesus. Das dachte er zumindest. Jesus konnte sich ganz und gar auf ihn verlassen. Simon, mit Spitznamen »Petrus«, Felsenmann, gehörte von Anfang an zu der eingeschworenen TrupAuf ihn konnte Jesus pe um Jesus. Wenn alle ihn im Stich lassen sich hundertprozentig verlassen! Das würden, er nicht! Auf ihn konnte Jesus sich war jedenfalls seine hundertprozentig verlassen! Das war jedenÜberzeugung. falls seine Überzeugung. Das versicherte er Jesus auch selbstbewusst: »Meister, ich bin bereit, mit dir bis in den Tod zu gehen!« Doch dann kam alles ganz anders. Dort im Garten überfiel ihn eine ungeheure Müdigkeit. Er konnte einfach nicht wach bleiben. Als dann die Soldaten kamen, passierte alles zu schnell. Judas, der Verräter, hatte ihnen den Weg gezeigt. Ganz offen war Jesus auf ihn zugegangen. »Freund, verrätst du mich mit einem Kuss?« Das waren seine Worte, als Judas ihn zur Begrüßung umarmte. Dass das das verabredete Zeichen war, an dem die Soldaten Jesus erkennen sollten, war allzu offensichtlich. Als Petrus dann das Schwert zückte, um überhaupt irgendetwas für Jesus zu tun, musste er sich noch eine Zurecht42
weisung anhören: »Steck dein Schwert weg!« Die anderen Nachfolger von Jesus waren schließlich alle weggelaufen. Am Ende hatten dann nur noch er und Johannes den Mut aufgebracht, dem Trupp nachzuschleichen, der Jesus abführte. Im Hof des Palasts des Hohenpriesters konnte er mitbekommen, wie sich die Dinge weiterentwickeln würden. Dort kam es dann zur Katastrophe. Eine Dienerin hatte nicht lockergelassen. Immer wieder hatte sie Petrus bedrängt: Du bist doch auch einer von denen, die zu Jesus gehören! Dreimal stritt er das ab. Dreimal leugnete er, Jesus überhaupt zu kennen. Das war die dunkelste Stunde seines Lebens. Wie sollte es jetzt weitergehen? Es schien alles so sinnlos. Petrus war enttäuscht von sich selbst. Mehr als das. Wie konnte er sich selbst je wieder in die Augen blicken? Petrus war am Ende. Doch anders als bei Judas, der sich das Leben nahm, als er seinen Fehler erkannte, lebte in Petrus noch ein Funken Hoffnung. Denn er hatte Jesus in die Augen geschaut, dort im Hof, wo sich Petrus am Kohlefeuer wärmte.45 Jetzt war es einige Tage später. Die Ereignisse hatten sich überschlagen. Jesus war hingerichtet worden. Das war wirklich das Ende! Dann, zwei Tage später, war das Grab leer. Petrus hatte es mit eigenen Augen gesehen. Und am Abend des gleichen Tags war Jesus plötzlich in ihrer Mitte. »Friede sei mit euch!« Das waren seine Worte. Wie Balsam legten sie sich auf die wunde Seele von Petrus und seinen Freunden. Sollte das wirklich wahr sein? Ja, es war wahr! Jesus lebte! Er hatte den Tod überwunden. Jetzt konnte alles neu werden.46 Und doch war da noch ein tiefer Zweifel in Petrus. Eine Angst, eine Sorge. Würde es jemals wieder so werden können wie vorher, wo er und Jesus die besten Freunde gewesen waren? Schließlich war er an Jesus schuldig geworden. Er war an ihrer Freundschaft schuldig geworden. So unzuverlässig war er, er, den Jesus doch als Fels in der Brandung bezeichnet hatte!
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Eine Frage, die ins Zentrum führt Das waren die Gedanken, die Petrus beschäftigten, als er mit seinen Freunden wieder unterwegs am See Tiberias war. Gemeinsam beschlossen sie, fischen zu gehen, wie Dreimal stellte in alten Zeiten. Nach einer erfolglosen Nacht Jesus ihm die gleiche sahen sie im Morgengrauen einen Mann am Frage. Es war die Ufer stehen. Auf seine Anweisung hin warFrage nach ihrer fen sie noch einmal, ein letztes Mal, die NetFreundschaft. ze aus. Und plötzlich waren sie voller Fische. So voll, dass sie schon anfingen zu reißen! Nur mit gemeinsamer Anstrengung konnten sie sie ans Land schaffen. Dort wartete der Unbekannte schon auf sie. Er hatte ein Kohlefeuer angezündet. Er lud sie ein, ihre Fische dazuzubringen und mit ihm zu essen. Danach sprach er Petrus an: »Simon, hast du mich lieb?« Dreimal stellte Jesus ihm die gleiche Frage. Es war die Frage nach ihrer Freundschaft. Die Frage, ob sich Petrus trotz allem ganz auf die Seite von Jesus stellen wollte. Und es war das Angebot von Jesus an Petrus, noch einmal ganz neu anzufangen. Dreimal hatte er Jesus verleugnet. Dreimal kann Petrus ihm neu seine Freundschaft versichern. Dass es hier an einem Kohlefeuer geschieht, genau wie damals bei der Verleugnung, ist sicher kein Zufall. Jesus schafft eine Situation, in der Petrus Heilung erleben kann. Heilung für seine Vergangenheit. Er vergibt die Schuld von Petrus und holt ihn aus seiner untergründigen Verzweiflung. Dadurch gibt er ihm neuen Lebenssinn und einen Auftrag, der bis weit in die Zukunft reicht.47
Eine Liebe, die alles verändert Alle, die mit Jesus zu tun bekamen, konnten erleben, dass diese Begegnung ihr Leben erneuerte. Das ist noch heute so. Wer Jesus begegnet, wird verändert. Das gilt für jeden von uns. Wir werden verändert durch die Erfahrung seiner Liebe, die ohne jede Vorbedingung gilt. 44
Wir werden verändert durch die Erfahrung seiner Gnade, die alle unsere Fehler, unser Versagen und unsere Schuld überwindet. Ein neues Leben wird möglich. Und zwar ganz konkret.
Auf den Kopf gestellt Das haben die ersten Christen erfahren. Sie erlebten, dass die Begegnung mit Jesus ihr ganzes Leben auf den Kopf stellte. Selbst Typen, bei denen das niemand je gedacht hätte. Saulus war so einer. Er war ein verbohrter Fanatiker, der es sich zum Lebensziel gemacht hatte, die neu entstandene christliche Bewegung auszurotten, mit Stumpf und Stiel. Er arbeitete mit System, holte sich die notwendige Rückendeckung und machte sich auf den Weg, um die Christen auch im Nachbarland Syrien aufzuspüren. Auf dem Weg dorthin, kurz vor seinem Ziel Damaskus, begegnete Jesus ihm. Der, den er für tot gehalten hatte, war lebendig! Der, den er als einen Betrüger, einen Verführer angesehen hatte, war wirklich der Messias, der Sohn Gottes! Das haute Saulus völlig um. Seine ganze Welt stellte sich in diesen Augenblicken auf den Kopf.48 Von diesem Zeitpunkt an wurde er vom Saulus zum Paulus. Vom Christenverfolger zum Völkerapostel. Statt andere umbringen zu wollen, erlebte er jetzt selbst, was es heißt, für seinen Glauben zu leiden. Am Ende besiegelte er sein neues Leben mit seinem eigenen Blut, als er für seinen Glauben in Rom hingerichtet wurde.
Ein neuer Start mitten in einer alten Welt Von Jesus verändert werden – das gehört von Anfang an zum Christsein dazu. Dabei ist diese Veränderung Wenn jemand in zunächst etwas Einmaliges, das grundlegend Christus ist, so ist dann geschieht, wenn ein Mensch zu Jesus er eine neue Schöpfindet. Die Schuld seines Lebens wird verfung. Das Alte ist vergangen, etwas geben, er empfängt neues Leben von Gott, ganz Neues ist enter wird mit dem Heiligen Geist beschenkt. standen. Insofern gilt es vom ersten Augenblick an: 45