Skip to main content

394860

Page 1

Gerdi Stoll & Ute Mayer

Nur für Großeltern


Inhalt Vorwort.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Einleitung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9   1. Großeltern früher und heute – Ute Mayer .. . 15   2. Großeltern in aller Welt – Ute Mayer. . . . . . . 19   3. Chancen der Großelternschaft.. . . . . . . . . . . 32 Von Buchwürmern mit Nickelbrille – Ute Mayer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 Alltagserlebnisse mit den Enkelkindern – Gerdi Stoll. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Wenn Enkel eine Reise tun … – Gerdi Stoll. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 Wenn Großeltern eine Reise tun … – Gerdi Stoll. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Wenn die Enkel größer werden – Gerdi Stoll .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 Großeltern als lebendige Zeitzeugen – Gerdi Stoll .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51   4. Das Miteinander der Generationen.. . . . . . . 63 Tipps für den Umgang mit den Eltern der Enkel – Gerdi Stoll .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 Zeit für mich – Gerdi Stoll.. . . . . . . . . . . . . . 79 Tipps für den Umgang mit den Eltern oder Schwiegereltern – Ute Mayer . . . . . . . 83


5. Mit den Augen der Enkel – Ute Mayer.. . . . 88   6. Den Alltag der Enkel verstehen.. . . . . . . . . 92 Sprachgebrauch der Enkel – Ute Mayer. . . 92 Erlebniswelt der Enkel – Gerdi Stoll. . . . . . 95   7. Patchwork-Großeltern – Ute Mayer .. . . . . . 102   8. Großeltern und Alleinerziehende – Ute Mayer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105   9. Leih-Großeltern – Gerdi Stoll.. . . . . . . . . . . . 111 10. Großeltern im Schmerz – Gerdi Stoll.. . . . . . 119 Krankheit und Tod.. . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 Fehlgeburt, Abtreibung, Selbstmord.. . . 125 Scheidung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 11. Wenn die Enkel ausbleiben – Gerdi Stoll.. . . 132 12. Großeltern in der Bibel – Ute Mayer.. . . . . . 134 13. Geistliche Großelternschaft – Gerdi Stoll.. . 138 14. Gebete für Enkelkinder – Gerdi Stoll .. . . . . 147 Statt eines Nachworts.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154 Tipps und Informationen.. . . . . . . . . . . . . . . . . 156 Anmerkungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157


1. Großeltern früher und heute Welche Erinnerung haben Sie an Ihre Großeltern? Welches Bild entsteht vor Ihrem inneren Auge? Oma mit Dutt oder vielleicht die Haare noch in einem spinnenfädenfeinen Haarnetz? Opa auf den Spazierstock gestützt? Die Kleidung ein wenig abgetragen und etwas abgewetzt? Vieles hat sich heute im Gegensatz zu früher verändert. Großeltern, die wie selbstverständlich mehr oder weniger geliebt bis geduldet als fester Bestandteil einer Großfamilie leben, gibt es kaum mehr. Nur noch selten wohnen mehr als zwei Generationen unter einem Dach. Großeltern heute sind zwischen Anfang 40 und 70 plus – vieles ist möglich. Junge Großmütter sind vielleicht nicht viel älter als die Frau von gegenüber, die deutlich über vierzig noch einen Nachzügler oder sogar das erste Kind bekommen hat. Damit gestaltet sich der Alltag dieser Großmütter natürlich recht unterschiedlich. Die einen sind noch oder wieder voll im Berufsleben, die anderen sind in Rente und haben mehr oder weniger Zeit. War die Rolle oder das Bild der Großeltern früher meist festgelegt auf alt, grauhaarig und eher einge15


schränkt im Bewegungsradius (Schaukelstuhl, Ofenbank), so zeigt nicht zuletzt die Werbung heute die aktiven, mobilen Großeltern, die ihr Leben genießen: Da ist der Motorradfahrer, der sich eben den Helm aufsetzt, von hinten zu sehen. Der Familienvater steht mit der ca. 10-jährigen Tochter im Vorgarten und gibt gute Ratschläge: »Bei diesem Wetter? Zieh dich warm genug an! Es wird bald dunkel!« Man könnte meinen, er sei um seinen halbwüchsigen Sohn besorgt. In der nächsten Filmsequenz ist die strahlende Großmutter zu sehen, die sich fröhlich zu Opa auf das Motorrad schwingt. – Und der Opa meint grinsend: »Junge, lass gut sein. Jetzt reg dich mal nicht so auf!« Die Enkelin verfolgt alles übrigens mit einem zufriedenen und verschmitzten Lächeln! Die Rolle der Großeltern ist allen Unkenrufen zum Trotz auch in der modernen Familie nicht (mehr) wegzudenken. Großeltern unterstützen die Eltern häufig bei der Kinderbetreuung. Nach einer europaweiten Studie kümmern sich Großeltern zu 50-60  % gelegentlich um ihre Enkel, manche sogar regelmäßig einmal in der Woche. Fallen die Großeltern als Betreuungspartner der Enkel aus – bedingt durch die Mobilität der Eltern –, so suchen sich die Eltern heute oft Leih-Großeltern. Ältere Menschen (manchmal selbst Großeltern, 16


deren Enkel weit weg wohnen) werden zu ErsatzGroßeltern und einem wichtigen Bezugspunkt der Kleinfamilie. Jede öffentliche Betreuungsmöglichkeit steht und fällt mit der Gesundheit des Kindes. Da kleine Kinder nun einmal häufig krank sind, ist eine Oma, die den kleinen Patienten meist besonders liebevoll betreut, nicht mit Geld aufzuwiegen. Kleine Kinder haben in der Regel einen guten Kontakt und viel Vertrauen zu ihren Großeltern. So fällt es den Eltern auch leichter, das Kind dort in der Obhut zu lassen. – Sei es für Zeiten der Berufstätigkeit oder um einmal ungestört einen Abend zu zweit zu verbringen. Und der Ehe der Eltern tut das auf lange Sicht gut! Auf diese Art investieren Großeltern doppelt – in das Leben ihrer Kinder und Enkelkinder. Aber auch die andere Seite gibt es: Großeltern, die noch berufstätig sind und deshalb nur wenig Zeit für die Kinder und Enkel haben. Oder auch Großeltern, die endlich die neue Freiheit genießen möchten – auf Reisen sind, sich fortbilden etc. Jahrelang haben sie auf so vieles um der Kinder willen verzichtet. Ist es da nicht auch legitim, dass sie nun noch einmal oder endlich ihre Träume verwirklichen? 17


Auch ein Nein zur regelmäßigen Kinderbetreuung muss erlaubt sein. Je kleiner ein Kind ist, desto anstrengender ist es, es zu beaufsichtigen. Nicht alle Großeltern fühlen sich noch fit genug dafür. Müssen sie auch nicht! Die Erlebnisse, die die heutige Großelterngeneration zum Teil noch geprägt haben (Krieg, politische und gesellschaftliche Umbrüche), kennen junge Großeltern nicht mehr aus dem eigenen Erleben. Die Großelterngeneration, die wir als Kinder kannten, gibt es nicht mehr. Auch hier ist die Entwicklung nicht stehen geblieben. Das können wir positiv oder negativ sehen – ändern werden wir es nicht können.

18


Bimbo hatte auch gut und tief geschlafen und verspürte plötzlich großen Durst. So trottete er gemütlich zum Wasser, noch ganz benommen, bückte sich hinunter und … bildete so mit Rücken, Kopf und Rüssel die schönste Wasserrutsche für Babu. Den beiden ging gleichzeitig ein Licht auf und schon waren sie wieder mitten drin in einer Wasserschlacht. Doch wie es so üblich ist, dass Menschen und Tiere größer und kräftiger werden, so war es natürlich auch bei den beiden. Bald durfte Babu mit Bimbo üben und kleinere Arbeiten ausführen. Sie lernten eifrig miteinander und freuten sich über das Lob von Babus Vater. Aber das Spiel am Abend machte ihnen immer noch Spaß. Babu pflegte seinen Elefanten gerne und freute sich auf die Zeit, wo er wie die Großen in der Gruppe mitarbeiten durfte.« Elfriede Stoll

Alltagserlebnisse mit den Enkelkindern Die Enkelkinder sind wieder einmal für ein paar Tage zu Besuch. Am Morgen geht plötzlich die Gästezimmertür auf und fröhliche Schlafanzuggestalten stehen erwartungsvoll auf der Matte. Ein anderes Bett, ein anderes Zimmer, ein anderes Haus – die Großelternumgebung hat ihre eigene 38


Faszination. Manchmal schlüpfen sie dann noch in unser ganz besonderes Großelternbett. Mit der Fernbedienung können das Kopf- und Fußende nach oben und unten bewegt werden. So liegen wir miteinander noch eine Weile in den Federn und lassen unseren Kreislauf von unseren technisch begabten Enkeln nach oben und nach unten bewegen. Für sie ein köstlicher Schmunzelgenuss. Beim Anziehen und Zähneputzen im Bad wird viel erzählt und gelacht. Beim Frühstück ist auch Opa noch mit dabei. Wie viele Neckereien mit ihm hat es da schon gegeben! Auf dem Programm steht ein Einkaufsbummel. Der Weg ist überschaubar. So können wir uns unterwegs Zeit nehmen: Was gibt es da nicht alles im Schaufenster zu sehen! Selbst auf dem Gehweg geht es lebendig zu. Da krabbelt ein kleiner, bunter Käfer, der ganz genau beobachtet sein will. Im Bäckerladen lachen uns die frisch gebackenen Brezeln entgegen. Heute lassen wir sie uns nicht entgehen. Der Weg geht weiter. In der Tasche haben wir altes Brot mitgenommen und wollen an der Neckarbrücke die Enten füttern. Welch ein Getümmel im Wasser! Welch eine Begeisterung über das bunte Tiertreiben! Im Supermarkt wird sofort nach einem Auto-Einkaufswagen Ausschau gehalten. Zum Glück haben 39


Oma und Opa einen »Großeltern-Führerschein«, um ihre Enkel unversehrt durch die Gänge zu schieben. Auf dem Rückweg werden noch viele Entdeckungen gemacht: Kran und Bagger sind voll im Einsatz beim Bau einer neuen Unterführung. Da muss man doch stehen bleiben und eine Weile zuschauen! Bis wir wieder zu Hause angekommen sind, ist der Gesprächsstoff nicht ausgegangen. Da gibt es auch wichtige Fragen, z. B. von kleinen Enkeldamen: »Oma, darf ich nachher deine lauten Schuhe anziehen (Schuhe mit Absatz!)? Können wir wieder mal die Fußnägel lackieren? Darf ich Ohrringe von dir ausleihen?« Wenn da nicht ein Oma-Herz schwach wird! Als Großeltern allein zu Hause hätten wir unsere Alltagsaufgaben sehr schnell erledigt und wären unseren weiteren Pflichten zügig nachgegangen. Enkelkinder geben einen andeEnkel (3 ½) zum Opa, mit dem ren Zeittakt an. Mit ihnen den er ein Spiel begonnen hat: »Opa, kannst du für mich weiAlltag zu erleben, ist erfüllte terspielen? Ich möchte jetzt Zeit. Kinderaugen und Kinderlieber Fernseh schauen.« herzen bereichern unseren durch Stress oft so eingeschränkten Erwachsenenhorizont. In der warmen Jahreszeit genießen wir die Mahlzeiten miteinander im Freien. Ganz natürlich, wie 40


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
394860 by Fontis-Shop - Issuu