Andreas Schwantge
Uli kann’s nicht lassen
Inhalt
1. Der gestohlene Mercedes
7
2. Auf heißer Spur?
17
3. Das Verhör
29
4. Gefährliche Wege
43
5. In den Händen der Diebe
55
6. Flucht
67
7. Der Schreck
79
Noch eine Frage
82
Uli und seine Name: Ullrich, genannt Uli, Professor oder Kommissar Kennzeichen: sehr dürr, groß, runde Hornbrille, kurzgeschnittenes Haar, altmodische Kleidung Wichtig: unglaublich gute Schulnoten (außer in Sport, da unsportlich), Klassensprecher, der „Anführer“ der Freunde
Name: Mechthild, genannt Meggi Kennzeichen: schlank, kurzgeschnittene, dunkelbraune Haare Wichtig: unzertrennliche Freundin von Sandra
Name: Georg, genannt Banni Kennzeichen: schlank, krumme Haltung, unkämmbare, blonde Haare, sehr blasse Hautfarbe Wichtig: Körperbau und Gesichtsform gleichen oft einer Banane, begriffsstutzig, aber sehr treu, Bruder von Sandra
Freunde
Name: Peter Strohmann, genannt Pepp Kennzeichen: mollig, kurzgeschnittene, braune Haare, rundes Gesicht, strahlende Augen Wichtig: meistens recht frรถhlich, Bruder von Muck
Name: Sandra, genannt Radieschen Kennzeichen: schlank, schulterlange, hellblonde Haare (oft Pferdeschwanz) Wichtig: ihr meistens misslungener Pferdeschwanz trug ihr den Namen Radieschen ein, Schwester von Banni, aber sehr klug
Name: Markus Strohmann, genannt Muck Kennzeichen: ziemlich dick (genauer: fett), kurzgeschnittene, braune Haare Wichtig: Witzbold, Bruder von Pepp
1. Der gestohlene Mercedes „Mensch, Uli! Versuch es doch wenigstens!“ Meggi fuhr sich aufgeregt durch ihre dunkelbraunen Haare. „Nun lass uns doch nicht so lange betteln!“, forderte auch ihre Freundin Sandra, deren misslungener Pferdeschwanz ihrem Spitznamen Radieschen wieder einmal alle Ehre machte. „Ich hab’s euch doch schon gesagt. Ich will mit solchen Sachen nichts mehr zu tun haben“, erwiderte Uli. Er zog die Stirn in Falten und stöhnte leise. Wenn sie ihn nur ‚mit solchen Sachen‘ in Ruhe lassen würden! Uli war nicht nur Klassensprecher, sondern auch der Anführer seiner Freunde. Seitdem er die Schulklasse von dem Verdacht eines Diebstahls befreit und sogar eine Diebesbande dingfest gemacht hatte, war zu seinem Spitznamen „Professor“ auch noch der „Kommissar“ hinzugekommen (siehe Uli in Lebensgefahr). Sie standen, wie so oft, in einer Ecke des Schulhofes zusammen. Die meisten anderen Schüler waren schon auf dem Heimweg. Uli lehnte sich an die Mauer zum Nachbargrundstück. Immer wieder schüttelte er energisch den Kopf. „Nein! Nein und nochmals nein!“, sagte er leise. „Mensch, Uli ...!“ Radieschen hob fragend die Arme. Wie konnte man ihn nur überreden? Nun mischten sich auch noch Pepp und sein Bruder Muck in das Gespräch auf dem Schulhof ein. „Komm, Uli!“, drängte Pepp. „Wenn es zu gefährlich wird, gehen wir natürlich sofort zur Polizei.“ „Ich weiß nicht …“ Ulis Stimme klang unsicher. 7
„Oh, oh!“ Mit diesem sinnvollen Kommentar hatte Banni eigentlich schon alles gesagt, was er dazu meinte. Radieschen, seine Schwester, schüttelte den Kopf. „Wenn du nur mal was Gescheites sagen würdest!“ „Was hab ich denn verkehrt gemacht?“ Bannis Gesicht glich einem Fragezeichen. „Also, Uli – nun gib deinem Herzen einen Ruck und sag ja“, begann Pepp von Neuem. „Na gut“, meinte Uli leise. „Ich kann’s ja mal versuchen – aber …“ Doch Ulis weitere Worte gingen in den Rufen seiner Freunde unter. „Klasse!“ „Prima!“ „Du schaffst das schon!“ „Na endlich …!“ Um was ging es eigentlich? Meggi hatte es schon vor dem Frühstück erfahren: Der Mercedes des Nachbarn war gestohlen worden. Auch wenn Meggis Mutter nicht viel von dem Diebstahl wusste, eine Bemerkung hatte Meggi hellhörig gemacht: „Die Polizei scheint noch nichts zu wissen.“ Deshalb hatte sie sofort daran gedacht, dass Uli die Autodiebe suchen sollte. Wenn die Polizei nichts wusste … Uli würde bestimmt etwas herausbekommen. In ihrem Übermut dachte Meggi nicht daran, dass die Polizei viel mehr Erfahrung hatte, als Uli. Aber – warum sollte man es nicht selbst versuchen und ein wenig nachforschen? „Und was willst du jetzt unternehmen, Uli?“, fragte Pepp, nachdem sich die erste Begeisterung gelegt hatte. 8
„Mm – zuerst sollte ich einmal wissen, was eigentlich passiert ist.“ „Das Auto ist weg. Direkt aus der Garage. Einfach über Nacht. Das hat Meggi doch gesagt!“, schaltete sich Banni ein. „Ja, Banni. Aber ich sollte etwas mehr wissen“, antwortete Uli ruhig. Radieschen lächelte ihre Freundin Meggi an. Uli hat angebissen, sagten ihre Augen. Und zwar richtig, antwortete Meggis Gesicht. Nachdenklich stand Uli zwischen seinen Freunden. „Meggi“, sagte er endlich, „zuerst muss ich wissen, wie alles genau war. Heute Nachmittag komme ich deshalb bei euch vorbei. Aber nun muss ich zum Essen nach Hause, sonst kriege ich Ärger. – Also, später sehe ich mir alles an …“ Dann fügte er gedankenverloren hinzu: „Kannst ja schon mal bei eurem Nachbarn vorfühlen, ob ich mit ihm reden darf.“ Meggi nickte. Dann trennten sich die Freunde, und jeder ging nach Hause. „Hoffentlich wird es recht spannend“, sagte Pepp zu seinem Bruder beim Heimweg. „Lass das bloß nicht Uli hören. Sonst zieht er noch zurück.“ „Ja, ja – aber ein bisschen Abenteuer darf schon drin sein.“ Wie immer war Uli sehr schnell mit seinen Hausaufgaben fertig. Er war ja der Klassenbeste. Gewiss hatte er das auch seinem Fleiß zu verdanken, aber er lernte eben auch sehr leicht. Warum sollte man aber diese Klugheit nur für Unbe9