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394659000/1 – 6617 – McDowell_Wer ist dieser Mensch typoscript [AK] – 14.10.2010 – Seite 3 – 2. Korrektur

Josh & Sean McDowell

Wer ist dieser Mensch?


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Inhalt Vorwort zur überarbeiteten Neuauflage .. . . . .

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1. Meine Geschichte .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11   2. Was ist an Jesus so anders? . . . . . . . . . . . . . . . 21   3. Jesus – Schwindler, Wahnsinniger oder der Herr? .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41   4. Was sagt die Wissenschaft? .. . . . . . . . . . . . . . 57   5. Der Neue Atheismus .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63   6. Sind die biblischen Berichte zuverlässig?.. . . 87   7. Für eine Lüge sterben? .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117   8. Wem nützt ein toter Messias?.. . . . . . . . . . . . 135   9. Die dramatische Wandlung des Saulus .. . . . 143 10. Ein Toter – auferstanden? .. . . . . . . . . . . . . . . . 155 11. Der verheißene Messias? .. . . . . . . . . . . . . . . . . 175 12. Gibt es nicht doch einen anderen Weg?. . . . 187 13. Er hat mein Leben verändert .. . . . . . . . . . . . . 195 Über die Autoren.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207 Anmerkungen .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209


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Vorwort zur überarbeiteten Neuauflage Als ich mich 1976 mit zwölf Schreibblöcken, 48  Stunden Freizeit und sehr viel Kaffee hinsetzte, um das Buch zu schreiben, das später »Wer ist dieser Mensch?« heißen sollte, tat ich das in der Hoffnung, dass es anderen Jesusnachfolgern helfen würde, Fragen über ihren Glauben zu beantworten. Gleichermaßen sollte es geistlich Suchende dazu inspirieren, sich mit dem Anspruch Jesu auseinanderzusetzen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass die Geschichte meines persönlichen Weges vom Skeptiker zum Glaubenden sich über 20 Millionen Mal verkaufen, in beinahe 100 Sprachen übersetzt werden und Leser auf der ganzen Welt dazu inspirieren würde, den christlichen Glauben näher und intensiver zu betrachten. Und ich bin jedes Mal verlegen und fühle mich geehrt, wenn jemand mir sagt, dass mein Buch in seinem Leben etwas bewirkt hat. Es erstaunt mich immer wieder, wie viel in der Welt passiert ist, seit die erste Auflage von »Wer ist dieser Mensch?« veröffentlicht wurde. Es gab (und gibt) ständig neue Erkenntnisse, die etwas über Jesus Christus als historische Person aufdecken. Der »Neue Atheismus« ist auf der Bühne unserer modernen Kultur erschienen, mit Büchern, die das Ende des christlichen Glaubens und den Tod Gottes proklamieren. Und während die heutige Generation so viele neue Probleme und Möglichkeiten hat, sieht sie sich dennoch weiterhin mit uralten Fragen konfrontiert: Wer ist Jesus? Welche Beweise gibt es dafür, dass 9


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er der Sohn Gottes war? Und selbst wenn das alles wahr wäre, was verändert sich dadurch in meinem Leben? Aufgrund all dessen beschloss ich, dass es an der Zeit ist, »Wer ist dieser Mensch?« passend für das 21.  Jahrhundert ganz neu zu überarbeiten. Also bat ich meinen Sohn Sean, einen bekannten Referenten, Lehrer und Autor zu den Themen Apologetik und Bibel, das Buch gemeinsam mit mir auf den neuesten Stand zu bringen. Sean mit seiner hervorragenden akademischen Qualifikation (Magisterabschlüsse in Philosophie und Theologie) und Erfahrung als Autor brachte eine zeitgemäße Perspektive zum postmodernen Glauben ein. Wir beide haben ein ganz neues Kapitel geschrieben, anderes Material überarbeitet, Diskussionsfragen hinzugefügt und dem Buch einen »frischen Anstrich« verpasst. Das Ergebnis ist eine überarbeitete Neuauflage von »Wer ist dieser Mensch?«, die dennoch nichts von ihrer kompromisslosen Untersuchung der Fakten und unerschrockenen Suche nach der Wahrheit eingebüßt hat. Mein und Seans tiefster Wunsch ist es, dass dieses Buch eine ganz neue Generation von Menschen auf der Suche nach geistlicher Klarheit von Grund auf verändert. Josh McDowell

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1. Meine Geschichte Thomas von Aquin schreibt, dass jede Seele einen brennenden Durst nach Glück und Sinnerfüllung spürt. Diesen Durst begann ich erstmals als Teenager zu spüren. Ich wollte glücklich sein. Ich wollte, dass mein Leben einen Sinn hat. Mich verfolgten die drei Grundfragen des menschlichen Lebens: »Wer bin ich?«, »Warum bin ich in dieser Welt?«, »Wo gehe ich hin?« Ich wollte Antworten, also begann ich schon als Schüler, danach zu suchen. Dort, wo ich aufwuchs, war jeder irgendwie religiös, also meinte ich, meine Antworten ebenfalls in der Religiosität finden zu können. Ich engagierte mich hundertfünfzigprozentig in der Kirche. Ich ging zur Kirche, sobald sich ihre Türen öffneten – morgens, nachmittags, abends. Doch wahrscheinlich hatte Was meinen Sie? ich die falsche Kirche er- Stimmen Sie dem Philosophen Thomas von wischt, denn drinnen fühlte Aquin zu, wenn er sagt, dass ich mich schlechter als drau- jede Seele einen brennenden ßen. Ich stammte von einer Durst nach Glück und Sinnerfüllung spürt? Farm in Michigan und brachte einen angeborenen Sinn fürs Praktische mit, der mir sagte: Wenn etwas nicht funktioniert, dann lass es sein. Also warf ich die Religion wieder über Bord. Dann meinte ich, meine Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens vielleicht in einer guten Bildung finden zu können, also schrieb ich mich an

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einer Universität ein. Es dauerte nicht lange, bis ich bei den Professoren der unbeliebteste Student war. Ich verwickelte sie in ihren Büros in lange Gespräche und bedrängte sie, mir Antworten auf meine Fragen zu geben. Wenn sie mich kommen sahen, schalteten sie das Licht aus, ließen das Rollo herunter und Alle schlossen die Tür ab. In einer Universität kann dach­ man vieles lernen, aber die Antworten, die ten, ich sei der ich suchte, fand ich nicht. Die Lehrkräfte glücklichste und meine Kommilitonen hatten ebenso Mensch auf viele Probleme, ebenso viel Frust, ebenso dem Campus. viele unbeantwortete Fragen wie ich. Doch das Leben, das Eines Tages sah ich auf dem Campus einen ich führte, Studenten, auf dessen T-Shirt stand: »Folge war die mir nicht, ich habe mich verlaufen«. Genauso Hölle. wirkten alle an der Universität auf mich. Auch die Bildung brachte mir keine Antworten. Ich begann zu denken, dass Ansehen mir vielleicht Glück und Sinnerfüllung bringen könnte. In einer leitenden Position wollte ich mich mit einer guten Sache identifizieren, mich ihr vollkommen widmen und dann damit auf dem ganzen Campus bekannt werden. Die Leute mit dem meisten Ansehen an der Universität waren die Studentensprecher, die im Übrigen auch für die Finanzen verantwortlich waren. Also ließ ich mich in mehrere Studentenausschüsse wählen. Es war eine be­rauschende Erfahrung, jeden auf dem Campus zu kennen, wichtige Entscheidungen zu treffen, das Geld der Universität für die Redner auszugeben, die mich interessierten, und das Geld der Studenten, um Partys zu organisieren. 12


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Doch auch die Sache mit dem Ansehen verlor rasch ihren Reiz, so wie alles andere, was ich ausprobiert hatte. Montagmorgens wachte ich auf, meistens mit Kopfschmerzen als Folge des Vorabends, und fürchtete mich vor den elenden fünf Tagen, die vor mir lagen. Ich kämpfte mich von Montag bis Freitag durch und lebte nur für die Partynächte am Freitag, Samstag und Sonntag. Am Montag dann begann der ganze sinnlose Kreislauf von vorn. Ich ließ keinen merken, dass mein Leben sinnlos war; dazu war ich zu stolz. Alle dachten, ich sei der glücklichste Mensch auf dem Campus. Keiner schöpfte Verdacht, dass mein Glück nur Fassade war. Es hing von den äußeren Umständen ab. Wenn es gut für mich lief, fühlte ich mich gut. Wenn es mies lief, fühlte ich mich mies. Ich zeigte es einfach nur nicht. Ich war wie ein Boot auf dem Meer, das von den Wellen hin und her geworfen wird. Ich hatte kein Ziel, Was meinen Sie? keine Richtung – mein Leben Sind Sie gern mit Menschen zusammen, die feste war mir aus der Hand geglit- Überzeugungen haben? ten. Doch ich kannte keinen, Was ist an solchen der anders lebte. Ich kannte Begegnungen erfrischend – und was frustrierend? keinen, der mir sagen konnte, wie ich anders leben könnte. Ich war frustriert. Nein, es war noch schlimmer. Es gibt ein hartes Wort, das das Leben beschreibt, das ich führte: Hölle. Etwa zu jener Zeit fiel mir eine kleine Gruppe von Leuten auf – acht Studenten und zwei Lehrkräfte –, die anders als die anderen zu sein schienen. Sie schie-

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nen zu wissen, wer sie waren und wohin sie gingen. Und sie hatten feste Überzeugungen. Menschen mit festen Überzeugungen sind erfrischend, und ich bin gern mit ihnen zusammen. Ich bewundere Menschen, die an etwas glauben und dafür einstehen, selbst wenn ich mit ihrem Glauben nicht übereinstimme. Für mich war klar, dass diese Leute etwas hatten, das ich nicht hatte. Sie waren ekelhaft glücklich. Und an ihrem Glück änderte sich nichts durch die jeweils aktuellen Umstände des Universitätslebens. Sie hatten offenbar eine innere Quelle der Freude und ich fragte mich, worin diese bestand. »Das Noch etwas anderes an diesen Leuten Chris­ tentum! erregte meine Aufmerksamkeit – ihre EinHa! Das ist stellung und Umgangsweise untereinander. etwas für Sie liebten einander wirklich – und nicht denkfaule Schwächlinge, nur einander, sondern auch die Menschen aber nicht für außerhalb ihrer Gruppe. Und ich meine Intellektuelle.« nicht, dass sie nur über Liebe redeten: Sie Natürlich sehnte ich mich unter nahmen Anteil am Leben anderer Menall meiner schen und halfen ihnen bei ihren Nöten Großspurigkeit und Problemen. Das war mir völlig fremd, nach dem, doch es zog mich unglaublich an. was diese Leute hat­ Es geht mir wie den meisten anderen ten. Leuten auch: Wenn ich etwas sehe, das ich will, aber nicht habe, suche ich nach einem Weg, es zu bekommen. Also beschloss ich, mich mit diesen faszinierenden Menschen anzufreunden. Einige Wochen später saß ich an einem Tisch im Studentenwerk und unterhielt mich mit einigen Mitgliedern dieser Gruppe. Das Gespräch drehte sich 14


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um das Thema Gott. Ich war ziemlich skeptisch und unsicher, was dieses Thema betraf, und deswegen setzte ich ein überlegenes Gesicht auf. Ich lehnte mich zurück und tat so, als gäbe es nichts, was mich weniger interessierte. »Das Christentum! Ha!«, polterte ich. »Das ist etwas für denkfaule Schwächlinge, aber nicht für Intellektuelle.« Natürlich sehnte ich mich unter all Das meiner Großspurigkeit nach dem, was diese Chris­ Leute hatten. Doch mein Stolz wollte ihnen tentum ist nicht zeigen, wie sehr ich mich danach keine Religi­ sehnte. Das Thema ärgerte mich, aber on. Religion ist der menschliche es ließ mich nicht los. Also wandte ich Versuch, sich mich an eine aus dieser Studentendurch gute Werke gruppe, eine hübsche Frau (ich dachte den Weg zu Gott zu bahnen. Chris­ damals, alle Christen seien hässlich), tentum hingegen und fragte sie: »Sag mal, warum seid bedeutet: Gott ihr so ganz anders als die anderen Stukommt in Jesus denten und Lehrkräfte auf dem CamChristus zu den Men­ pus? Was hat euer Leben verändert?« schen. Ohne Zögern oder Verlegenheit schaute sie mir geradeheraus in die Augen, todernst, und sagte zwei Worte, die ich nie in einer intelligenten Diskussion auf einem Universitätscampus zu hören erwartet hätte: »Jesus Christus.« »Jesus Christus?«, schnappte ich. »Ach, um Gottes willen, komm mir doch nicht mit diesem Müll. Ich hab die Nase voll von Religion. Ich hab die Nase voll von der Kirche. Ich hab die Nase voll von der Bibel.« Sofort schoss sie zurück: »Ich habe nicht Religion gesagt, sondern Jesus Christus.« Damit gab sie mir 15


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etwas zu verstehen, was ich vorher nicht gewusst hatte. Das Christentum ist keine Religion. Religion ist der menschliche Versuch, sich durch gute Werke den Weg zu Gott zu bahnen. Christentum hingegen bedeutet: Gott kommt in Jesus Christus zu den Menschen. Das kaufte ich ihr nicht ab. Nicht eine Minute lang. Erstaunt über den Mut und die Überzeugung der jungen Frau entschuldigte ich mich für mein aggressives Verhalten. »Aber Religion und religiöse Leute hängen mir zum Hals raus«, erklärte ich. »Damit möchte ich nichts zu tun haben.« Dann stellten mich meine neuen Freunde vor eine Herausforderung, die ich kaum fassen konnte. Sie forderten mich heraus, rigoros intellektuell zu untersuchen, was Jesus Christus von sich behauptet – dass er Gottes Sohn ist; dass er in einem menschlichen Körper und Was meinen Sie? Wie würden Sie unter echten Männern und Frauen »Religion« definieren? lebte; dass er für die Sünden der Menschheit starb; dass er begraben und drei Tage später wieder zum Leben erweckt wurde und dass er immer noch lebt und auch heute das Leben eines Menschen verändern kann. Ich hielt diese Herausforderung für einen Witz. Jeder mit auch nur ein bisschen Verstand wusste, dass das Christentum auf einem Mythos beruhte. Ich dachte, nur ein Vollidiot kann an diesen Mythos glauben, dass Jesus Christus von den Toten zurückkam. Normalerweise wartete ich im Unterricht nur darauf, dass ein Christ sich zu Wort meldete, damit ich ihn auseinandernehmen konnte. Ich dachte, wenn

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