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Lauter Liedergeschichten


Inhalt Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Gib mir die richtigen Worte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Die Bäume rauschen im Wind . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Es ist niemand zu groß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Es ist Krieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Es geht ohne Gott (in die Dunkelheit) . . . . . . . . . . . 22 Gott lädt uns ein zu seinem Fest . . . . . . . . . . . . . . . 26 Was hat wohl der Esel gedacht? . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Wenn wir Gott in der Höhe ehren . . . . . . . . . . . . . . 33 Grablegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Ist schon alles gesagt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin . . . . 47 Ich schütte mein Herz vor dir aus . . . . . . . . . . . . . . 50 Komm in unser dürres Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 Ich lass dich nicht fallen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Nicht erst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 Gut, dass wir einander haben . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 In deinem Haus bin ich gern, Vater . . . . . . . . . . . . . 65 Höchst erbauliche Gedanken . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66


Es ist gut, an deinem Tisch zusammen zu sein . . . . 71 Von deinen Worten können wir leben . . . . . . . . . . . 74 Kreu zwor trätsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Kreuzschnabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Ich wollte dich verteidigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 Singt das Lied der Lieder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 Ins Wasser fällt ein Stein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Womit hab ich das verdient? . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 Wir sind die Meckerer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 Vater der Barmherzigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 Ein jeder trage die Last des andern . . . . . . . . . . . . 103 Du bist mein Rabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106 »Der da oben« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109 Abend (Ich gehe weiter) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123 Letzte Worte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 Das wird ein Staunen geben . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132 Lebe wie die Lilien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136 Geh unter der Gnade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 Die Lieder · Die CDs · Die Rechte . . . . . . . . . . . . . 142


Gib mir die richtigen Worte Gib mir die richtigen Worte, gib mir den richtigen Ton. Worte, die deutlich für jeden von dir reden – gib mir genug davon. Worte, die klären, Worte, die stören, wo man vorbeilebt an dir. Wunden zu finden und sie zu verbinden – gib mir die Worte dafür. Gib mir die guten Gedanken, nimm mir das Netz vom Verstand, und lass mein Denken und Fühlen vor dir spielen so wie ein Kind im Sand. Staunend und sehend, prüfend, verstehend nehm ich die Welt an von dir; sie zu durchdringen, dir wiederzubringen – gib mir Gedanken dafür.

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Gib mir den längeren Atem; mein Atem reicht nicht sehr weit. Ich will noch einmal verstohlen Atem holen in deiner Ewigkeit. Wenn ich die Meile mit einem teile, die er alleine nicht schafft, lass auf der zweiten mich ihn noch begleiten – gib mir den Atem, die Kraft.

Dieser Text ist ein Gebet, wie ich es oft vor einem Konzert, vor einer Predigt oder einem Gottesdienst, bei dem ich die musikalische Gestaltung übernommen habe, spreche. Es ist eine immer wiederkehrende Bitte auch während der langen Arbeit an meinen Liedtexten, in denen es eben nicht nur um Reim und Rhythmus, sondern um Inhalte und um den richtigen Ton geht. Es ist aber darüber hinaus auch eine Bitte an Gott, mir die Kraft und das Geschick zu einem glaubwürdigen Leben in dieser Welt zu geben. Zunächst muss er dazu meinen Verstand von den Fesseln befreien, in die mich die unzähligen Einflüsse meiner Umgebung jeden Tag neu legen wollen und legen. Dann kann ich die Welt anschauen, wie er sie sieht. Eigentlich fängt also dieses Gebet in der zweiten Strophe an, die ich gut und gern als mein persönliches intellektuelles Credo bezeichnen kann. Was ich in meinem literaturwissen-

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schaftlichen Beruf zu tun habe, ist die sachgemäße Durchdringung und Aufbereitung eines Stoffes – ob das nun die sprachliche Kommunikation ist, eine dichterische Form oder ein historischer Zusammenhang. Das alles aber nicht in einem scheinbar wertfreien Raum zu tun (den es objektiv gar nicht gibt), sondern in der Verantwortung vor dem Geber auch der geistigen Gaben – das macht auch scheinbar vergängliche und schon bald überholte Ergebnisse meines Denkens wertvoll. Deshalb ist mir nach den Schritten des Staunens, Sehens, Prüfens und Verstehens wichtig, alles Erforschte unter dem Blickwinkel des Schöpfers zu ordnen und ihm »wiederzubringen«. Mit diesem neuen Blick sehe ich die Menschen, die von ihm entfernt sind und doch von ihm geliebt werden. Ich erbitte mir Worte, um sie zu erreichen mit dem Evangelium, der frohen Nachricht von der Vergebung unserer Schuld durch Jesus Christus und von dem Neubeginn, den er uns ermöglicht. Dann aber soll es auch in meinem Alltag die überzeugenden Taten der Liebe geben, die das Gesagte noch einmal durch die Tat nachbuchstabieren. Oft bin ich bei meinem Bemühen, andere zu einem Leben mit ihm einzuladen und sie in seinem Namen zu lieben, zu kurzatmig, ungeduldig oder kraftlos. Deshalb die Bitte um den langen Atem für die zweite Meile (Matthäus 5,41). Und weil Beten ja, wie Jesus sagt, im stillen Kämmerlein geschehen soll (Matthäus 6,6), wird es zu einem »verstohlenen« Atemholen in seiner Ewigkeit. Das kann vor einem Konzert geschehen, vor der Bibelarbeit im Hauskreis, vor dem Geschichtenerzählen im Kindergottesdienst oder aber auch am Anfang eines ganz normalen Arbeitstages.

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