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GÜTERSLOHER VERLAGSHAUS

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Hannes Jaenicke / Judith Adlhoch

WUT ALLEIN REICHT NICHT Wie wir die Erde vor uns schützen können

Gütersloher Verlagshaus

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Inhalt 6 8

Vorwort Einleitung: Zeit zu handeln

Brennpunkt Erde 22

Der Lebensraum Erde verliert das Gleichgewicht

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Von Handys, Laptops und Gorillas

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Willkommen Wolf

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Im Einsatz für unsere nächsten Verwandten: die Orang-Utans

Brennpunkt Meer

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Wir brauchen das Meer – und das Meer braucht uns

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Der Hai hat ein Image-Problem

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Da vergeht selbst dem Delfin das Lächeln

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Brennpunkt Luft Zwei Grad, die die Welt bewegen

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»Kuckuck, Kuckuck!«, ruft’s noch aus dem Wald

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Wenn Eisbären winken

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… und die andern müssen’s ausbaden

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Happy End?

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Liebe Leserinnen und Leser, als uns das Angebot gemacht wurde, ein Buch zur ZDF-Reihe »Hannes Jaenicke: Im Einsatz für ...« zu schreiben, lehnten wir aus Zeitgründen dankend ab. Meine Partner und ich steckten in den Vorbereitungen zu zwei neuen Filmen (Gorillas und Delfine) und hatten alle Hände voll zu tun. Aber dann fanden im Herbst 2009 zwei Ereignisse statt, die uns umstimmten: Das erste war die deutsche Bundestagswahl und das zweite die Klimakonferenz in Kopenhagen. Die Wahl versprach wegen des Erfolgs der FDP wenig Gutes in Bezug auf die Umweltpolitik, die Klimakonferenz war bekanntlich ein solches Debakel, dass ich kopfschüttelnd vor Wut vor dem Fernseher saß und zwei Dinge realisierte: Politik und Industrie werden auch weiterhin wenig zum Umweltschutz beitragen außer Geschwätz und Greenwash. Und der Schwarze Peter bleibt wie immer beim sogenannten Endverbraucher hängen. Und das sind Sie und ich. Dank der erschreckend erfolgreichen Arbeit der Industrie-Lobbyisten weltweit bleibt unserer Klimakanzlerin a.D. Angela Merkel, US-Präsident Obama und ihren Kollegen seit Jahren nichts anderes übrig, als unermüdlich grün daherzureden und grüne Politik-Ziele zu proklamieren. Aber was ist tatsächlich passiert? Nichts. Außer einem weiterhin rasant ansteigenden CO2-und Methan-Ausstoß weltweit, einem ebenso stark ansteigenden Artensterben und einer immer schnelleren und nicht mehr reparablen Umweltzerstörung und Plünderung unserer Ressourcen. Von der Vermüllung des Planeten ganz zu schweigen. Wut und Gerede reichen also nicht. Deshalb haben wir das Buch nun doch gemacht. Erstens, weil das Umwelt-Thema seit der Kopenhagener Konferenz aus den Medien verschwunden ist. Zweitens, um zu dokumentieren, wie es um unser Zuhause, Mutter Erde, und einige ihrer Bewohner bestellt ist. Drittens, um zu zeigen, was wir tun können, um zu retten, was zu retten ist. Und wie einfach das sein kann.

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Dieses Buch könnte die letzte Gelegenheit sein, einige wunderbare Tierarten kennenzulernen, bevor sie endgültig von unserem Planeten verschwinden: Gorilla, Wolf, Orang-Utan, Hai, Delfin, Kuckuck, Eisbär. Sie alle sind akut vom Aussterben bedroht. Ihr übermächtiger Feind: der Mensch. Sein Motiv: Konsum, Profit, Ignoranz. Es würde dieses Buch und besagte TV-Dokumentationen nicht geben ohne meine Mitstreiter Judith Adlhoch, Markus Strobel und die Crew der Münchner Tango Film. Ihnen und allen Umweltaktivisten/innen, die mich so unglaublich engagiert unterstützt haben, möchte ich von Herzen danken. Aufschlussreich war es auch, eine Reihe spannender Interviews führen zu dürfen, die hier in Auszügen abgedruckt sind. Mein Dank gilt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, den Umweltministern Dr. Norbert Röttgen und Sigmar Gabriel sowie vor allem Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS Deutschland. Die vollständigen Interviews sind auf meiner Homepage zum Buch www.wut-allein-reicht-nicht.de nachzulesen. Und last not least: Ohne meine Lektorin Renate Hofmann vom Gütersloher Verlagshaus wäre dieses Buch nie entstanden. Auch ihr einen ganz speziellen Dank!

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Einleitung Zeit zu handeln

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Zeit zu handeln

»Fiasko«. »Debakel«. »Desaster«. Die Kommentatoren in den Medien lassen ihrer Wut angesichts

der mageren Ergebnisse auf der UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 freien Lauf. Auch ich kann es nicht fassen: Da treffen sich Regierungsvertreter aus 192 Staaten zwölf Tage lang, um endlich einen weltweit gültigen Klimaschutzvertrag zu schließen – und was kommt dabei heraus? Ein unverbindliches Abschlussdokument namens »Copenhagen Accord«. Eine zweieinhalbseitige Absichtserklärung mit hohlen Versprechen. Warum musste nun auch der 15. Klimagipfel scheitern? Obwohl sich die Experten aus aller Welt längst darüber einig sind, dass wir Menschen nur noch höchstens 20 Jahre Zeit haben – dann muss das Ruder herumgerissen und der CO2-Ausstoß drastisch reduziert sein. Obwohl wir alle ebenso wie die Politiker die Folgen unseres schier unstillbaren Konsumverhaltens mit eigenen Augen sehen. Obwohl der Druck von Umweltorganisationen so stark ist wie nie zuvor – und obwohl im Vorfeld der Konferenz die Hoffnung mitschwang, diese Klimakonferenz sei zu groß, um zu scheitern. Offenbar ist die UN-Klimakonferenz aber zu groß und damit zu schwerfällig, um zentrale Punkte wie die Gerechtigkeitsfrage zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu klären – immerhin sind die ärmsten Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, besonders stark betroffen, aber am wenigsten in der Lage, sich vor den Folgen zu schützen – und die dringend notwendigen Entscheidungen zu treffen:

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Die Industrienationen, allen voran China, Indien, die USA, Kanada und die EU, werden von einflussreichen Wirtschaftslobbys in Schach gehalten, indem diese nicht müde werden, den

Die UN-Klimakonferenz: Zu groß, um die Erde schützen zu können?!

wirtschaftlichen Kollaps heraufzubeschwören, sobald von Kohlendioxid-(CO2-)Grenzwerten die Rede ist. Und zwar den neuesten Erkenntnissen zum Trotz: »Unser ›Wirtschaftswachstum‹ ist in Wahrheit Wirtschaftsvernichtung«, bringt Franz Alt es auf den Punkt.1 Und der indische Ökonom und UN-Sonderbeauftragte Pavan Sukhdev prognostiziert, die Weltwirtschaft werde aufgrund der großen Umweltschäden in den nächsten 40 Jahren um mehr als 5 Prozent schrumpfen bei gleichzeitigem Wachstum der Bevölkerung um 52 Prozent.2

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Auszug aus dem Interview mit Dr. Norbert Röttgen, Bundesumweltminister

Hannes Jaenicke Ist nach Kopenhagen die Zeit der Versuche, global zum Thema Umwelt und Naturschutz zu kooperieren, vorbei?

Dr. Norbert Röttgen Es ist eben die Aufgabe dieser Zeit, dass wir eine globale Ordnung schaffen und uns von Rückschlägen nicht zurückwerfen lassen dürfen. Ich gebe ja zu, manchmal kann man sich wie Sisyphos vorkommen, der Stein rollt immer wieder ein bisschen zurück, aber die Aufgabe ist, ihn immer wieder den Berg hochzurollen.

Hannes Jaenicke Die Amerikaner haben 2008 die Einfuhr von Eisbär-Trophäen verboten, und seitdem ist der Jagdtourismus von amerikanischen Eisbärenjägern wie vorher nach Kanada kollabiert. In Deutschland dagegen blüht er. Auf der Jagdmesse in Dortmund haben wir an sechs Ständen gedreht, die EisbärenJagden für 40.000 Euro verkauften – und die waren ausgebucht. Andererseits hat die EU den Import von Robbenprodukten aus Kanada verboten. Wir importieren also keine Robbenfelle mehr, obwohl das Tier nicht mal gefährdet ist. Es gibt folglich Alleingänge, von denen zumindest eine Signalwirkung ausgeht.

Dr. Norbert Röttgen Ich glaube, dass man mit dem Ansatz keine Lösung findet. Die USA haben zwar, bedingt durch ihre Größe, andere Möglichkeiten, aber kein einzelnes Land kann das Problem wirklich lösen, höchstens ab und zu ein Symbol setzen. Darum ist es das Wichtigste, internationale Regeln zu schaffen. Man muss sich klar-

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machen, dass sowohl der Klimawandel als auch das Artensterben global und folglich nicht durch einen einzigen Staat, weder durch die USA noch durch China, noch durch Europa, geschweige denn durch Deutschland zu lösen sind. Aus diesem Grund dürfen wir uns nicht das Recht nehmen, uns von der Langsamkeit und den Rückschlägen abschrecken und uns von dem globalen Ansatz abbringen zu lassen.

Hannes Jaenicke Auch wenn es für viele Tierarten schon zu spät ist?

Dr. Norbert Röttgen Es ist richtig, wir haben keine Zeit zu verlieren. Denn den Zeitverlust bezahlen wir mit Artensterben, mit Tierartensterben, Pflanzenartensterben und dem Fortschreiten der Erderwärmung mit all den Folgen, die dann irgendwann unausweichlich werden. Wir leben in einer entgrenzten Welt. Wir müssen die Weltordnung neu, und zwar kooperativ entwickeln und wenn wir daran scheitern, werden wir an den Problemen scheitern und können sie nicht stattdessen national lösen.

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Die Vielfalt zu schützen sei deutlich billiger, als weiterhin ihre Zerstörung zuzulassen.

Doch die KlimawandelZweifler und -Leugner bekommen immer wieder Rückenwind.

Doch die Klimawandel-Zweifler und -Leugner bekommen immer wieder Rückenwind. Diesmal von der aktuellen Weltwirtschaftskrise, die die ÖkoVersprechen der Politiker auf eine harte Probe stellt, einem langen Winter mit Dauerfrost und von einem Lapsus in dem UNO-Klimabericht vom Februar 2007. Sofort fallen die Klimawandel-Leugner,

unterstützt von verantwortungslosen Journalisten und Industriemanagern, über die Klimaforscher her und stellen die ebenso absurde wie gefährliche Frage: Gibt es den Klimawandel überhaupt? Auch Schwellenländer wie Indien und Brasilien befürchten, frühzeitige Abgasziele könnten ihr wirtschaftliches Wachstum gefährden, und wehren sich zudem vehement und selbstbewusst gegen jede öffentliche Überprüfung von Emissionszahlen. Die Entwicklungsländer wiederum sind auf finanzielle und technologische Unterstützung angewiesen, wenn es zum Beispiel darum geht, weitere Entwaldung zu vermeiden. Aber der reiche Norden weigert sich, die Kosten des Klimawandels einfach so zu bezahlen – und Vorbedingungen, so der sudanesische Chefunterhändler, lasse man sich von den Industrieländern sicher nicht diktieren. Ein wesentlicher Anteil am Scheitern der Kopenhagener Klimakonferenz wird aber der Wirtschaftsmacht China angekreidet, weil sich diese weigert, ihren Abgasausstoß offenzulegen. Die nationale Statistikbehörde arbeite absolut zuverlässig und transparent, heißt es aus Peking. Zudem sieht sich China selbst als »Entwicklungsland« in Sachen Kohlendioxid-Ausstoß: Nachdem sich einige Länder 200 Jahre lang auf Kos-

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ten der Umwelt entwickelt hätten, solle jetzt den Entwicklungsländern erlaubt werden, mehr CO2 auszustoßen als den Industrieländern. Und der chinesische Botschafter Wu Hongbo betont zwei Monate später anlässlich einer Klimaschutz-Debatte in Berlin, man könne seinen Landsleuten schließlich nicht verbieten, auch mal Auto fahren zu wollen.3 »Pollution-Poker« der (CO2-)Supermächte … Das Kyoto-Abkommen, das 2005 in Kraft getreten ist und 2012 auslaufen wird, war ein wichtiger Schritt nach vorn, die Konferenz in Kopenhagen jedoch nur ein Zickzacklauf um den heißen Brei. Hier wurden die Regierungschefs ganz offensichtlich nicht von der Vernunft regiert – sonst hätten wir jetzt einen vernünftigen Klimaschutzvertrag –, sondern von Emotionen wie Stolz und Furcht sowie kurzsichtigen Machtund Wirtschaftsinteressen. Je stärker die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen der einzelnen Staaten von notwendigen Klimaschutzmaßnahmen berührt werden, desto unwahrscheinlicher wird ein globaler Konsens in Form eines internationalen Klimaschutzabkommens. Gleiche Verpflichtungen bei völlig ungleichen Verhältnissen? Eine politische Illusion … Zwar richten sich die jüngsten Hoffnungen nun auf den weiteren Verhandlungsprozess für ein neues Klimaabkommen und auf die Konferenz in Mexiko-City im Dezember 2010. Aber können wir darauf warten, dass sich das träge Politmonstrum in Sachen Klimaschutz irgendwann bewegt – zumal Klima- und Wirtschaftsfragen heute nicht mehr voneinander zu trennen sind? Klimawandel. Das klingt so sanft, so gefährlich harmlos. Und Klimakatastrophe? Dieser Begriff verleitet dazu, in Schockstarre zu verfallen: »Da kann ich ja sowieso nichts mehr dran ändern …«

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Auszug aus dem Interview mit Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes

Jochen Flasbarth Deutschland ist eines der ganz wenigen Industrieländer, das seine CO2-Minderung unabhängig von allen anderen Industriestaaten gesetzt hat. Die vorherige Bundesregierung knüpfte ihre Festlegungen an Bedingungen: Nur wenn die EU insgesamt 30 % CO2-Minderung bis 2020 bestimmt, verpflichtet sich Deutschland zu 40 %. Die EU richtete sich ihrerseits nach allen anderen Industriestaaten – Amerikanern und Japanern –, die ebenfalls in dieser Größenordnung von 30 % mitmachen müssten. Das ist von der neuen Regierung im Herbst aufgelöst worden; das deutsche 40-Prozentziel steht – unabhängig von den Ergebnissen der Klimakonferenz und den Zusagen anderer Staaten. Das ist jetzt Regierungspolitik und damit Leitlinie der Politik. Als Umweltbundesamt haben wir Vorschläge unterbreitet, wie man diese 40 % erreichen kann. Mich ärgert dabei, dass die EU immer noch in der alten Logik verharrt, die Sie gerade genannt haben: Wir machen unsere 30 % nur, wenn die anderen auch mitspielen. Und darin lag meines Erachtens in Kopenhagen auch das Glaubwürdigkeitsproblem der EU. Die hinter der deutschen Positionierung liegende Logik ist die Folgende: Wir glauben daran, dass wir durch den Umbau unserer Wirtschaft bis 2020 mit 40 % weniger Treibhausgasen auskommen können und bis 2050 dann mit 80 bis 95 % weniger. Wir sind davon überzeugt, dass es global richtig und für Wirtschaft und Gesellschaft eine richtige Innovationsstrategie ist. Wir sehen es nicht als eine Bürde, als eine Last, die wir tragen müssen, sondern wir glauben, dass uns dieser Weg Zukunftschancen eröffnet.

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Doch was vor unseren Augen durch uns Menschen passiert, ist letztlich nichts anderes als qualvolle Grausamkeit. Und es wäre von jedem Einzelnen unverantwortlich, davor die Augen zu verschließen: Wir entreißen Tieren, Pflanzen und nachfolgenden Generationen von Menschen die Lebensgrundlage und verwandeln die Erde gleichzeitig in eine gigantische Müllhalde. Ich selbst habe viel zu lange gebraucht, meine persönliche Wut über die Ignoranz und fadenscheinigen Lippenbekenntnisse von Politikern und Wirtschaftsbossen in Aktivität umzusetzen. Wir dürfen es einfach nicht »denen da oben« überlassen. Schließlich geht es hier nicht um ein paar Prozentpunkte der Mehrwertsteuer, sondern um ein paar Grad der Erderwärmung. Und was das bedeutet, ist absolut nicht kuschelig: weltweiter Wassermangel, das Aussterben Hunderter Tierarten, das Umkippen ganzer Ökosysteme, Überflutung von Küstengebieten, riesige Flüchtlingsströme … Angesichts solcher Horrorszenarien fühlen wir uns schnell ohnmächtig. Diesem Gefühl nachzugeben hieße aber, der gierigen Wirtschaftslobby in die Hände zu spielen. Also müssen wir dagegen ankämpfen, indem wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir als Konsumenten eine ungeheure Macht besitzen: die Macht der Nachfrage. Wenn wir unser Konsumverhalten ändern, muss der Markt reagieren. Das Dümmste, was wir tun können, ist zu resignieren. Das Klügste, was wir tun können, ist, unsere stärkste Waffe zu

Das Dümmste, was wir tun können, ist zu resignieren.

benutzen: unseren Geldbeutel. So führte zum Beispiel der Tankstellenboykott der deutschen Autofahrer 1995 dazu, dass die Brent Spar (Öltank von Shell und Esso) nicht einfach im Meer versenkt, sondern umweltgerecht demontiert und entsorgt wurde. Viel klüger und menschlicher ist es – und das sind wir der Erde als Homo sapiens [lat.: kluger/weiser Mensch] schuldig –, genau hinzuschauen, hinzuhören, sich zu informieren, betroffen und wütend zu sein … und zu handeln. Jetzt.

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Brennpunkt Erde

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UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE

Hannes Jaenicke Wut allein reicht nicht Wie wir die Erde vor uns schützen können Gebundenes Buch, Pappband mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 19,8 x 25,0 cm

ISBN: 978-3-579-06761-2 Gütersloher Verlagshaus Erscheinungstermin: September 2010

„Wir müssen handeln, und zwar jetzt!“ - Authentisch, ehrlich, tatkräftig. Hannes Jaenicke im Einsatz für unsere Erde - Wie wir die Erde vor uns schützen können. Hannes Jaenicke weiß, dass Wut allein nicht reicht, um die Welt zu verbessern, aber sie ist ein Anfang. Sie ist der Beginn eines Umwelt- und Klimaschutzprogramms, das hilft, die Erde vor uns Menschen und unserer Ausbeutung und Zerstörung zu schützen. Nach dem Riesenerfolg der Sendungen "Im Einsatz für... " im ZDF deckt Hannes Jaenicke in diesem Buch auf, welcher Umweltkrimi tagtäglich auf dieser Welt gedreht wird: das Aussterben von unzähligen Tierarten, die Zerstörung des Klimas und damit das Ende der Erde, wie wir sie kennen.


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