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© 2025 Toby Meyer – www.toby-meyer.ch

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar. Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der Schlachter Bibelübersetzung entnommen. Bibeltext der Schlachter, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten. Alle Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage verwendet. Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten wurden vom Autor vorgenommen.

elb Revidierte Elberfelder Bibel, © 2006 SCM R.Brockhaus, Witten. eü Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Kath. Bibelanstalt GmbH, Stuttgart.

gnb Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft , Stuttgart hfa Hoff nung für alle, © by Biblica, Inc.®, hrsg. von Fontis. lut Lutherbibel, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart. nlb Neues Leben Bibel, © 2017 SCM R.Brockhaus, Witten.

Um schlaggestaltung: Toby Meyer

Corporate Design: spoon design, Olaf Johannson

Lektorat: Gabriele Kohlmann

Satz: Gabriel Walther – www.gabrielwalther.com

Druck: CPI Clausen & Bosse GmbH, Birkstr. 10, 25917 Leck Printed in Germany

1. Auflage 2025

© 2025 Grace today Verlag, 63679 Schotten, Deutschland, mail@gracetoday.de

Paperback: ISBN 978-3-95933-428-0, Bestellnummer 372428

E-Book: ISBN 978-3-95933-429-7, Bestellnummer 372429

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. www.gracetoday.de

INHALT

20 Wir kennen niemanden mehr nach dem Fleisch .....................74

21 Keime und Viren werden abgetötet, wenn sie deine Haut berühren.................................................76

22 Gott hat alle Menschen zu Gerechten gemacht.......................79

23 Errettung bedeutet nicht nur, irgendwann in den Himmel zu kommen ..................................82

24 Dein Geist kommt durch Bestätigung hervor...........................83

25 Wenn das Wort Gottes in dir Gestalt annimmt .........................92

26 Die alte Natur wird verkümmern ..............................................95

27 Trenne dich von den Lügen ......................................................98

28 Wie du dein Herz von der Wahrheit über dich überzeugst ....101

29 Das Wort Gottes ist die einzige Wahrheit ...............................108

30 Wer mich sieht, der sieht den Vater .......................................111

31 Wir haben im Geist dasselbe Verlangen wie der Vater ..........114

32 Wir haben drei Arten von Willen .............................................117

33 Du bist NUR noch die neue Schöpfung ..................................119

34 »IN CHRISTUS« ist der Schlüssel für Gottes Umgang mit uns ....................................................127

35 In seinem Licht sind wir Licht ................................................133

36 Der am blinden Vater Isaak verübte Streich...........................136

37 Du bist EINS mit Jesus

38 Die ganze Menschheit wurde neu geschaffen.......................143

39 Gott hat uns in Christus noch einmal hergestellt ..................145

40 Die letzte Spezies ist besser als die erste..............................147

41 Wir sind noch besser dran als Adam vor dem Sündenfall .....150

42 Du hast das göttliche ZOE-Leben...........................................151

43 Wir sind in die Sabbatruhe hineingeboren.............................155

44 Wir sind als Ebenbild Gottes geschaffen ...............................159

45 Gott ist schöpferisch – wir sind schöpferisch ........................160

46 Ihr seid Götter.........................................................................162

47 Gott gleich zu sein ..................................................................165

48 Wenn Menschen dir begegnen, dann begegnen sie Gott......167

49 Jesus ist das Haupt, und wir sind sein Leib ..........................171

50

51 Dein Leib als lebendiges Opfer ..............................................182

52 Du bist von Jesus gezeugt .....................................................193

53 Sämtliche Dinge, die Christus von sich sagt, sagt er von uns.......................................................................196

54 Gleichwie Christus ist, so sind auch wir in dieser Welt .........200

55 Jesus hat sich wie ein Samenkorn vermehrt .........................201

56 Zeugung vom Heiligen Geist und Taufe im Heiligen Geist .....204

57 Ich habe unter Minderwertigkeitsgefühlen gelitten ..............210

58 Kapitulation vor Gott ..............................................................213

59 Christus hat dich übernommen..............................................216

60 Als ich zu heilen begann ........................................................219

61 Heute erlebe ich täglich, dass Leute geheilt werden ............223

62 Befreiung in Amerika .............................................................226

63 Jesus sagte: »Ihr werdet größere Taten tun als ich« .............228

64 Satans Taktik ist es, uns unserer Identität zu berauben........230

65 Vergiss nie wieder, wie du gestaltet bist ...............................232

66 Kein steinernes, sondern ein fleischernes Herz ....................233

67 Du bist frei und wild ...............................................................235

68 Deine Position in himmlischen Regionen ..............................236

69 Du bist souverän wie ein Adler...............................................239

70 Verhalte dich nicht so, als lebtest du noch in der Welt..........241

71 »Meine Wege höher als eure Wege« – gilt das noch? ............246

72 Unser Geist ist nun konstant und fortwährend vom Geist Gottes geführt .......................................................247

73 Die neue Schöpfung braucht keine Seelsorge .......................250

74 Die Vergangenheit erlösen .....................................................251

75 Nicht mehr zurückschauen ....................................................258

76 Wenn andere auf dich neidisch sind ......................................259

77 Angehörige sagten, er sei von Sinnen! ..................................261

78 Für das Nehmen sind wir selbst verantwortlich ....................264

79 Habe ich zu wenig geglaubt? .................................................266

80 Ein Kleinkind, das lernt, aufzustehen ....................................272

81 »Gott segne dich« ist aus dem alten Bund ............................275

82 Wir arbeiten nicht, um zu VERdienen, sondern um zu dienen ...........................................................277

83 Für eine Tatsache benötigst du keinen Glauben....................278

84 Die Jünger hätten den neuen Bund noch nicht verstanden ...........................................................281

85 Wir müssen den Körper Jesu essen und sein Blut trinken ....284

86 Warum Gottes Plan des »neuen Bundes« verborgen war......286

87 Gebet, zu erkennen, was doch alle Erkenntnis übersteigt ....288

Zum Titelbild des Buches

An einem Outreach Day, an dem ich Street Worship machte, kam eine Frau auf mich zu und schenkte mir einen Gegenstand, den sie selbst hergestellt hatte. Sie sagte mir, sie hätte von Gott den Auft rag erhalten, dies für mich anzufertigen, und habe sich dann von IHM führen lassen. Sie kreierte für mich ein prophetisches Gebilde. Zu Hause ausgepackt, sah ich diese Skulptur aus Speckstein. Ich fragte Gott: »Was bedeutet das? Was willst du mir damit zeigen?« Dann kam mir sofort der Gedanke: Es ist eine Kombination aus einem Herzen und einer Taube – somit eine Verbindung zwischen menschlichem Geist und Gottes Geist. Von der Form und Farbe her erkenne ich Anzeichen eines roten Herzens und einer weißen Taube. Wer dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit IHM – das ist die neue Schöpfung: eine Verbindung zwischen dem menschlichen Geist und Gottes Geist! Genau mit diesem Thema beschäft ige ich mich seit einiger Zeit. Das ist genau mein Thema! Einen Tag später betrachtete ich die Skulptur erneut, und Gott sagte mir, ich solle dieses Jahr ein Buch über die »neue Schöpfung« schreiben.

Hinweise

Gewisse Wörter wurden vom Autor zur Betonung durch GROSSBUCHSTABEN hervorgehoben. Sämtliche Bibelstellen sind kursiv gesetzt und wurden, wenn nicht anders angegeben, aus der Schlachter-Übersetzung übernommen. Der Einfachheit halber sind Bibelstellen oft nur in Teilen angeführt. Bei Bedarf können die Bibelstellen selbst nachgeschlagen und im Zusammenhang gelesen werden. Zwischen den Kapiteln sind manchmal Songtexte eingefügt. Es handelt sich dabei um eigene Songs des Autors als

Ergänzung zum jeweiligen Thema. Im Folgenden sind einige Begriffspaare aufgelistet, die aus der Bibel stammen und in diesem Buch immer wieder verwendet werden. Sie verdeutlichen die Gegensätzlichkeit von Altem und Neuem bzw. Fleischlichem und Geistlichem. Diese Aufl istung ist nicht vollständig, soll aber Klarheit schaffen, dass trotz der unterschiedlichen Formulierung eigentlich immer das Gleiche gemeint ist und diese Begriffspaare somit synonym verwendet werden können:

altes Wesen – neues Wesen altes Leben – neues Leben alter Mensch – neuer Mensch alte Schöpfung – neue Schöpfung sündige Natur – göttliche Natur Natürliches – Geistliches

Fleisch – Geist

Sünder – Gerechter

Kind des Teufels – Kind Gottes aus dem Fleisch geboren – aus Gott geboren von Adam abstammend – von Jesus abstammend

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH

Vorwort

Wir wurden dazu erzogen, uns am Sichtbaren zu orientieren und uns vom Natürlichen ausgehend zu defi nieren. Die meisten von uns schauen in den Spiegel und denken, das, was sie dort sehen, mache sie aus. Viele Menschen identifi zieren sich mit ihrem äußeren Erscheinungsbild. Doch die Welt hat eine oberflächliche Defi nition davon, was Schönheit ist. Dennoch versuchen viele, diesem falschen Maßstab gerecht zu werden. Die meisten Menschen leiden unter einem Minderwertigkeitskomplex. Wenn wir sagen: »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm«, denken wir sofort an die Abstammung unserer natürlichen Vorfahren. Andere identifizieren sich mit dem, was sie sich im Leben erarbeitet haben, zum Beispiel durch Karriere, Job oder religiösen Dienst. Wir verbinden unsere Identität mit dem, was wir tun und was wir im Leben erreicht haben.

Die Wahrheit der »neuen Schöpfung« hingegen ist so groß und tief, dass es schwer ist, sie in Worte zu fassen. Unser natürlicher Verstand könnte diese übernatürliche Realität niemals begreifen. Diese Wahrheit über die neue Schöpfung muss man im Herzen ergreifen, um davon wirklich erfasst zu werden und sie zu erleben. Das gelingt nur, indem man darüber nachsinnt – solange, bis das eigene Herz von dieser Wahrheit überzeugt ist. Und erst DANN, wenn unser Herz diese Wahrheit glaubt, erleben und fühlen wir diese krass-schöne Realität der neuen Schöpfung! Die Bibel versucht, diese Wahrheit mit verschiedenen Metaphern und Bildern zu illustrieren. In diesem Buch werden diese gesammelt und mit persönlichen Zeugnissen und zusätzlichen Geschichten ausgelegt. Ich wünsche dir viel Inspiration und anregende Impulse, darüber nachzudenken! Dein Leben wird sich radikal verändern! Und an dieser Stelle möchte ich alle Ehre dem Herrn geben!

Vielleicht hast auch du dich schon einmal gefragt, warum so viele Christen krank sind, obwohl in der Bibel steht: »Durch seine Striemen wurden wir geheilt«, oder warum so viele in Depressionen, Ängsten oder Süchten gefangen sind, obwohl in der Bibel steht: »Christus hat uns zur Freiheit befreit«, oder warum so viele Christen Ungerechtigkeiten erleben oder selbst ungerecht leben, obwohl in der Bibel steht: »… damit wir in Christus zur Gerechtigkeit Gottes würden.« Der Grund ist der, dass wir nicht wissen, wer wir wirklich sind. In Hosea 4,6 fi nden wir die Bestätigung: Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis. Du wirst immer zu dem werden, was dein Herz heute über dich glaubt. Sprüche 4,23: Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus. Sprüche 23,7: Denn wie er in seiner Seele berechnend denkt, so ist er. Der Schlüssel ist, dass du dein Herz von der Wahrheit darüber überzeugen musst, wer du wirklich bist!

Wir haben Jesus mit Religion verwechselt. Wir wurden gelehrt, dass wir Christus ähnlicher WERDEN müssen, obwohl in der Bibel steht: »So wie Christus ist, so SIND wir in dieser Welt.«

Uns wurde beigebracht, dass wir durch religiöse Anstrengungen Christus ähnlicher werden müssen, dabei steht in der Bibel: »In CHRISTUS sind wir eine neue Schöpfung« – und nicht in unseren eigenen Anstrengungen. Der Schlüssel, um Christus ähnlicher zu werden, liegt darin, zu glauben, dass wir es bereits SIND. Nur die Wahrheit der Gnade, dass du bereits gerecht gemacht WURDEST, hat die Kraft, durch die du auch gerecht LEBST. Ein Hund bellt nicht, um ein Hund zu WERDEN, sondern weil er ein Hund IST. Eine Katze miaut nicht, um zu einer Katze zu WERDEN, sondern weil sie eine Katze IST. Ein Christ lebt nicht gerecht, um gerecht zu WERDEN, sondern weil er gerecht IST. Schon seit dem Garten Eden war es stets die Taktik des Feindes, uns zu verführen und uns glauben zu lassen, dass wir noch WERDEN müssen, um uns

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH

so von dem Glauben abzubringen, dass wir eigentlich schon SIND.

Gehen wir ganz zum Anfang der Bibel:

01 Der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen

Gott sagte in 1. Mose 1,26 (lut): Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen … über die ganze Erde. Ganz am Anfang der Bibel sagte Gott also: »Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns gleich …« Das ist eine krasse Aussage. Was bedeutet »nach unserem Bild oder Ebenbild«? Es bedeutet »genaues Abbild von Gott«. Man gebraucht diesen Ausdruck zum Beispiel in Sätzen wie: »Sie ist das Ebenbild ihrer Mutter«. In so einem Fall gleicht die Tochter der Mutter so sehr, dass sie sich im Spiegel anschauen könnte und dort im Grunde das Gesicht ihrer Mutter sähe. Was hier im Natürlichen gilt, das gilt auch für uns im Geistlichen. Gott hat den Menschen als sein Ebenbild geschaffen. Auf der Ebene des Geistes sind wir sein genaues Abbild. Wenn wir in den »geistlichen Spiegel« schauen – das Wort Gottes –, sehen wir darin das Ebenbild Gottes, unseren geistlichen Menschen. Würde der Mensch Gott direkt anschauen, wäre es also so, als würde er sein Spiegelbild sehen. Der Mensch sieht, wie er selbst ist, wenn er Gott anschaut, weil er das Spiegelbild Gottes ist. Wenn jemand von uns sagen würde: »Ich bin Gottes Ebenbild« oder »Ich bin Gott gleich«, dann würde man das sofort als Blasphemie verurteilen. Aber tatsächlich ist das nicht einfach eine menschliche Behauptung, sondern GOTT SELBST hat es gesagt. Darum müssen wir diese Aussage ernst nehmen. Doch dann kam der Sündenfall. War das mit dem »Ebenbild Gottes« nun nicht mehr gültig oder nur noch unter gewissen Bedingungen? Dieser

Gott befahl Adam in 1. Mose 2,16–17: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!

Satan hat die Menschen von Anfang an dazu verleitet, ihrer Identität gegenüber blind zu sein. Er täuschte ihnen vor, dass sie etwas noch nicht seien, was sie in Wirklichkeit bereits waren. Indem Satan sie davon überzeugte, dass sie noch wie Gott WERDEN müssten, hörten sie auf zu glauben, dass sie wie Gott SIND. Das hat er bereits bei Eva auf eine hinterlistige, versteckte Art und Weise getan, als er zu ihr in 1. Mose 3,1 sagte: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? Da sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen; aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt! Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöff net, und ihr werdet sein WIE GOTT und werdet erkennen, was Gut und Böse ist! Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre, und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.

Als Gott sagte: »an dem Tage … sterben«, meinte er offensichtlich nicht, dass der Mensch aufhören würde zu existieren. Eine Rebe, die vom Weinstock getrennt wird und abgeschnitten am Boden liegt, existiert weiter, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie austrocknet und verdorrt. Für Gott bedeutet »gestorben«, von ihm getrennt zu sein. Genau das passierte mit dem Menschen: Er wurde

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH Frage wollen wir nun nachgehen und erkunden, was die Bibel im Einzelnen dazu zu sagen hat.

von der Quelle des Lebens abgeschnitten – von Gott getrennt. Das göttliche »lebendige Wasser« floss nicht mehr nach. Das göttliche Leben, das Adam noch in sich hatte, reichte immerhin aus, um rund 1000 Jahre zu existieren, bis das Leben in ihm schließlich »ausgetrocknet« war. Hätte er sich durch den Sündenfall nicht von Gott getrennt, wäre das Leben nachgeflossen, und er hätte wohl ewig gelebt und wäre nie gestorben.

Was hat das mit dem »Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen« zu tun? Wenn sich der Mensch entscheidet, von diesem Baum zu essen, erklärt er damit, dass er selbst entscheiden will, was für ihn richtig oder falsch ist. Er verlässt sich auf seinen eigenen Verstand, anstatt auf Gott zu vertrauen. Er entscheidet sich, getrennt bzw. unabhängig von Gott zu leben – er will sein »eigener Gott« sein. Auch die Menschen heute, die unabhängig von Gott leben wollen, essen immer noch von diesem verbotenen Baum.

Gott sagte in 1. Mose 3,22: Der Mensch ist geworden wie einer von uns und weiß, was gut und böse ist. Gott sagte mit anderen Worten: Der Mensch ist wie Gott geworden, aber nur hinsichtlich der Eigenschaft , zu erkennen, was gut und was böse ist. Diese Fähigkeit hatte der Mensch vor dem Sündenfall offensichtlich nicht. Der Mensch war wohl in Bezug auf die Entscheidung, was gut und was böse ist, völlig abhängig von Gott. Die Fähigkeit zur »Erkenntnis von Gut und Böse« ist die notwendige Voraussetzung, um richten zu können. Wir sind eigentlich nicht dazu geschaffen worden, zu richten. Wir sind dazu geschaffen, Gott zu vertrauen. Wir sind dazu geschaffen, unbeschwert zu leben. Gott ist derjenige, der richtet. Wir sind nicht geschaffen worden, um das Joch zu tragen, zwischen Gut und Böse zu entscheiden. Wir sind geschaffen worden, um in Unbeschwertheit und Freiheit zu leben. Seitdem der Mensch von diesem Baum genommen hat, hat er sich selbst verdammt und sich die Bürde auferlegt, sein »eigener

In 1. Mose 1,26 sagte Gott jedoch: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns gleich; die sollen herrschen … über die ganze Erde. Wie wir hier gerade lesen, war der Mensch also VOR dem Sündenfall WIE GOTT. Gott selbst sagte: »Lasst uns Menschen machen, die uns GLEICH sind« – also wie GOTT. Und in 1. Mose 3,22 lesen wir, dass der Mensch NACH dem Sündenfall wie GOTT wurde: »Der Mensch ist wie einer von uns geworden« – also wie GOTT. Was stimmt jetzt? War der Mensch VOR dem Sündenfall wie Gott? Oder war der Mensch NACH dem Sündenfall wie Gott? Was ist nun richtig? Lass es mich so formulieren:

Vor dem Sündenfall war der Mensch von der Abhängigkeit her wie ein »Liebes-Sklave« und vom Wesen her wie »Gott«.

Nach dem Sündenfall war der Mensch von der Abhängigkeit her unabhängig wie ein »Gott« und vom Wesen her wie ein »Sklave«.

Mit dem Ausdruck »Liebes-Sklave« ist nicht das gemeint, was wir normalerweise unter einem »Sklaven« verstehen. Das Wort »Sklave« ist in unserem Denken sehr negativ behaftet. Aber ein »Sklave Gottes« zu sein, ist wohl das Schönste, was es gibt, weil er einen immer gerecht behandelt, liebevoll ist und unendlich viel Gunst schenkt. Er gab dem Menschen sogar die Autorität, über die ganze Erde zu herrschen – hier die Bestätigung in Psalm 8,7: Du hast ihn [den Menschen] zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt. »LiebesSklave« ist einfach ein Ausdruck, um diese wunderschöne Art der

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH Gott« zu sein. Es ist eine enorm große Last, »Gott zu sein«, weil es eine riesige Verantwortung mit sich bringt. Wir sind oft schon mit den alltäglichen Entscheidungen überfordert. Warum wollen wir zwischen Gut und Böse entscheiden? Adam und Eva haben jedenfalls von diesem Baum genommen. Offensichtlich waren die Menschen hinsichtlich der Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, nach dem Sündenfall »wie Gott«.

»Abhängigkeit von Gott« zu beschreiben. Adam und Eva waren vor dem Sündenfall, obwohl sie von Gott abhängig waren, dennoch keine Marionetten, denn sie hatten immer die Wahl, zu gehorchen oder es nicht zu tun. Sie lebten aber in einer unbeschwerten, wunderschönen Abhängigkeit von Gott, die eine Freiheit mit sich brachte, die seit dem Sündenfall jeder Mensch vermisst. Man erlebt die wahre Freiheit nur dann, wenn man das Glück ohne Mühe direkt aus der Hand Gottes genießen kann.

Vor dem Sündenfall hatte der Mensch eine sehr nahe und innige Beziehung mit Gott. Der Mensch hatte eine solche Vertrauensbeziehung mit Gott, dass er sich auch ohne Kleider nicht nackt fühlte. Der Mensch war nicht auf sich selbst fokussiert, sondern auf Gott. Er war völlig abhängig von IHM und lebte diese Unbeschwertheit. Der Mensch hatte ein Gottesbewusstsein und erst nach dem Sündenfall ein Selbstbewusstheit. Er war erst danach auf sich selbst fokussiert und fühlte sich nackt. Er empfand Scham. Vor dem Sündenfall muss das Leben tausendmal schöner gewesen sein als nach dem Sündenfall. Vor dem Sündenfall konnten Adam und Eva zum Beispiel in der Kühle des Abends mit Gott im Garten Eden spazieren gehen. Sie konnten im sogenannten »Lust-Garten« einfach von den Bäumen pflücken und ein Leben im Paradies genießen, in dem sie rundum versorgt waren, weil sie eben von Gott abhängig waren. Sie mussten nicht hart arbeiten und sich abrackern, um über die Runden zu kommen, wie danach, als sie auf sich selbst gestellt waren. Doch nach dem Sündenfall, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse genommen hatten, änderte sich alles. Sie hatten keinen unmittelbaren Kontakt mehr mit Gott. Sie waren unabhängig von Gott. Es gab Dornen und Unkraut im Boden, Adam musste hart arbeiten, um zu überleben. Eva musste bei der Geburt ihrer Kinder Schmerzen erleiden. Der Tod kam, und mit ihm alle Vorstufen des Todes wie Krankheit,

Jesus hat in Lukas 15 die Geschichte vom verlorenen Sohn erzählt. Der jüngere Sohn wurde ebenfalls dazu verleitet, unabhängig von seinem Vater zu leben. Er wollte auf sich selbst gestellt sein. Er gab sich diesem Reiz hin, sein »eigener Gott« zu sein und unabhängig vom Vater zu leben. Das unabhängige Leben des verlorenen Sohnes endete im Schweinestall. Bei den Schweinen zu sein, war in der damaligen Kultur das Niedrigste, was ein Mensch erleben konnte. Tiefer konnte man nicht fallen.

Satan will uns immer wieder schmackhaft machen, unabhängig von Gott zu leben. Jedoch zeigt es sich immer wieder, wie die Konsequenzen daraus unser Leben verderblich beeinflussen. Das Leben der Menschheit in Unabhängigkeit von Gott endete mit

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH Armut, Sorgen, Depressionen, Angst, Minderwertigkeit, Scham und anderes mehr. Adam und Eva schämten sich plötzlich und verhüllten ihre Nacktheit mit Blättern. Vor dem Sündenfall war das nicht nötig. Sie fühlten sich wohl vor Gott, auch wenn sie nackt waren. Sie fühlten sich Gott ebenbürtig, gleichgestellt, gleichwertig. Was ist beim Sündenfall passiert? Gott fragte Adam in 1. Mose 3,11: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Gott hatte ihnen das nie gesagt. Wer hat es Adam und Eva eingeredet? Gott hat nicht vergessen, dass der Mensch sein Ebenbild ist. Aber der Mensch hat es vergessen und ein verzerrtes Bild von sich selbst bekommen. Der Mensch hat vergessen, wer er ist. Das ist die Folge der Ursünde. Er hat einer Lüge geglaubt. Der Mensch lebt seit dem Sündenfall am Ziel vorbei. Das ist das größte Problem der Menschheit. Daraus resultieren alle anderen Probleme der Welt. Der Mensch sah sich auf einmal als minderwertig an; er distanzierte sich von Gott und schämte sich vor IHM, weshalb er sich mit Blättern bekleidete. Doch Gott war barmherzig und bekleidete den Menschen mit einem Tierfell, das die Gerechtigkeit des Opferlamms repräsentierte, das später noch kommen sollte.

Krieg, Katastrophen, Krankheiten, Armut und vielen weiteren Negativitäten. Wenn wir von Gott abgeschnitten sind, kann kein Leben mehr nachfließen.

Solange eine Rebe mit dem Weinstock verbunden ist, fl ießt ständig die DNA des Weinstocks nach. Die Rebe bekommt Impulse, wie sie wachsen und Frucht ausbilden soll. Sie wird rund um die Uhr mit allem versorgt, bekommt immer genügend Wasser und Nährstoffe. Wenn eine Rebe abgeschnitten ist, ist sie auf sich selbst gestellt und wird mit der Zeit verdorren.

02 Warum hat Gott den »Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen« in den Garten gestellt?

Diese Frage wurde mir schon des Öfteren gestellt, wenn ich auf der Straße mit Passanten über Gott spreche. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und bin zu folgendem Schluss gekommen: Wenn Gott dem Menschen einen freien Willen geschenkt hat, muss er ihm auch eine Wahlmöglichkeit schaffen, Ja oder Nein zu sagen. Wenn der Mensch NUR »Ja« sagen könnte, wäre er gar nicht in der Lage, seinen freien Willen auszuleben. Er wäre eine Marionette. Was würde ein »Ja« vor dem Traualtar bedeuten, wenn man nicht auch »Nein« sagen könnte? Eine Liebesbeziehung kann nur dann funktionieren, wenn sich beide aus freien Stücken füreinander entscheiden. Gott hat uns vor der Grundlegung der Welt auserwählt und sich für uns entschieden. Jetzt liegt es nur an jedem Einzelnen von uns, sich auch für Gott zu entscheiden – erst DANN besteht die Beziehung. Für eine Beziehung braucht es immer zwei. Gott hat uns durch die vielen Bäume und diesen »Baum der Erkenntnis von Gut und Böse« eine Wahlmöglichkeit gegeben. Aber um die Entscheidung so einfach wie möglich zu halten, hat er die

Von jedem Baum des Gartens sollst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben. Adam und Eva wurden von Gott deutlich darüber informiert, wie die Lösung lautet. Sie wurden von Gott auch klar über die Konsequenzen informiert, falls sie sich entscheiden sollten, von diesem verbotenen Baum zu essen. Wie wir wissen, entschieden sich Adam und Eva trotzdem dafür, gegen Gottes Anweisung zu handeln und gaben sich der Verführung der Schlange hin. Sie waren Gott somit ungehorsam und dem Teufel gehorsam. Sie haben sich dem Teufel hingegeben.

Es steht in Römer 6,16: Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen. Satan kann uns nicht einfach kontrollieren oder zur Sünde zwingen. Das Einzige, was er hat, sind Lügen, Manipulationen und Täuschungen. Genauso ist es auch heute: Satan – der »Verkläger der Brüder« – versucht, die Menschen durch Lügen zu beeinflussen. Er flößt ihnen negative Gedanken über ihre Nächsten ein, damit die Menschen sich danach gegenseitig verletzen. Satan kann Menschen nicht direkt zerstören. Satan zerstört die Menschen, indem er sie täuscht und schlechte Dinge wie gute wirken lässt. Er will ihnen Lügen als Wahrheiten verkaufen. Aber nur, wenn Menschen sich entscheiden, diese Lügen anzunehmen, sie zu glauben und entsprechend zu handeln, kann Satan durch diese Menschen dann auch tatsächlich Einfluss auf die Welt nehmen.

Genauso funktioniert es auch bei Gott. Wenn wir Gottes Wahrheiten, die Dinge in seinem Wort, glauben und entsprechend handeln, dann kann Gott diese Welt beeinflussen – genau durch uns Menschen. Die Verwaltung der Erde liegt in der Hand des Menschen, weil Gott sie ihm übertragen hat. Gott gab dem

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH Lösung bereits verraten. Die Lösung fi ndet sich in 1. Mose 2,17:

Menschen die Autorität, über die Erde zu herrschen. Gott beeinflusst diese Welt durch Menschen. Das Gleiche gilt für Satan. Damals wie heute kann Satan auf dieser Erde nichts ausrichten, außer durch uns Menschen. Und weil Adam und Eva Satan freiwillig gehorcht haben, wurden sie zu »Sklaven von Satan« oder »Sklaven der Sünde«. Darum sagte Jesus in Johannes 8,44: Ihr habt den Teufel zum Vater. Was meinte Jesus damit? Der Teufel hat ja nicht wirklich Menschen gezeugt. Gott war der ursprüngliche, wahre Vater. Aber das ist wohl eine rechtliche Sache. In Römer 6,16 steht: Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr. Und wenn man sich jemandem als Sklave hingibt, um ihm zu gehorchen, dann ist man nicht nur dessen Sklave, sondern man übergibt ihm automatisch auch alles, was einem selbst zuvor gegeben wurde.

Adam wurden die Autorität und die Vollmacht gegeben, über die Erde zu herrschen. Wenn ein Mensch einer Lüge Satans Glauben schenkt und sich ihm auf diese Weise unterordnet, übergibt dieser Mensch damit auch gleich seine Autorität, über die Welt oder seine Umstände zu herrschen. Das gilt damals wie heute. Satan hat in dem Maße Raum, in dieser Welt zu agieren, wie wir Menschen es ihm lassen. Nicht Gott und auch nicht Satan hat die Kontrolle, sondern der Mensch hat die Kontrolle und die Autorität, über die Welt zu herrschen, weil Gott ihm beides übergeben hat. Nicht GOTT hat die Verantwortung, die Welt zu verwalten, sondern der MENSCH. Wir Menschen haben die Verantwortung, über diese Welt zu herrschen. Hier nochmals zwei Bibelstellen als Bestätigung: Gott sagte in 1. Mose 1,26: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns gleich; die sollen HERRSCHEN … über die GANZE ERDE. Und in Psalm 8,7 heißt es: Du hast ihn [den Menschen] zum HERRSCHER über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt.

Und ja, Satan ist ebenfalls ein Geschöpf Gottes. Vor seinem Fall hieß Satan Luzifer und er war Lobpreisleiter im Himmel. Gott hatte ihn als Engelsfürst geschaffen. Wie jedes andere Wesen hat er einen freien Willen. Und den nutzte er für die Entscheidung, gegen Gott zu rebellieren. Er wollte sich in Unabhängigkeit über Gott erheben. Darum musste er den Himmel verlassen. Seitdem ist er der Fürst dieser Welt. Deshalb sagte Jesus zum Beispiel in Johannes 14,30: … denn es kommt der Fürst dieser Welt. Satan hat immer noch die Fähigkeiten, Kräfte und Weisheiten, die er damals als Engelsfürst von Gott bekommen hatte, aber er nutzt sie nun in Rebellion gegen Gott, um das Böse voranzutreiben. Doch als Gott den Menschen schuf, gab er dem Menschen die Autorität über die Welt. Nicht Satan hat die Autorität über die Welt, sondern der Mensch. Allerdings kann der Mensch Raum geben, wem er will. Er kann den Lügen Satans glauben und diesem somit Raum zur Zerstörung geben. Genauso aber kann der Mensch den Wahrheiten Gottes glauben und IHM somit Raum für Segen geben. Gott hat dem Menschen die Autorität über die Erde gegeben. Gott ist sogar dann gütig, wenn der Mensch diese Gabe nicht vorteilhaft nutzt. Gott wird das Geschenk der Autorität, zu herrschen, niemals zurücknehmen. Gott verlangt ein Geschenk, das er gegeben hat, nicht wieder zurück. Gott wird diese gegebene Autorität nicht wieder zurücknehmen. Auch dann nicht, wenn der Mensch untreu damit umgeht. Gott ist treu, auch wenn der Mensch untreu ist. Gott bleibt gütig und gibt uns gute Dinge, sogar dann, wenn wir nicht gut damit umgehen. In 2. Timotheus 2,13 heißt es: Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich selbst nicht verleugnen. Gott kann sich nicht verleugnen. Er kann nicht gegen seine Natur handeln, er kann zum Beispiel nicht untreu, ungütig oder ungerecht sein. Ein König kann das, was er bestimmt hat, nicht wieder zurücknehmen, denn damit würde er sich unglaubwürdig

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH

03 Darf der Hauseigentümer nach der Schlüsselübergabe einfach jederzeit das Haus betreten?

Das Ganze ist vergleichbar mit der Situation, wenn du ein Haus mietest. Ab dem Moment, in dem der Hauseigentümer dir den Schlüssel übergibt, darf er selbst nicht mehr einfach so ins Haus spazieren, obwohl ihm das Haus gehört. Denn der Eigentümer hat mit dem Schlüssel auch die Verantwortung für das Haus und die Vollmacht zu dessen Verwaltung an dich abgetreten. Würdest du in diesem Haus ein Chaos anrichten, dann hätte das nichts mit dem Hauseigentümer zu tun. Wenn du zum Beispiel in seinem Haus, in dem du wohnst, jemanden umbringst, wäre es lächerlich zu sagen: »Der Hausbesitzer hat das zugelassen.« Es ist allein deine Sache. Genauso lächerlich ist es, wenn man sagt: »Gott hat es zugelassen«, dass jemand umgebracht wurde. Obwohl Gott der Eigentümer dieser Welt ist, hat das Chaos auf dieser Welt nicht er zu verantworten. Wenn jemand an Krebs gestorben ist oder jemand bei einem Erdbeben ums Leben kam, hat das nichts mit Gott zu tun. Er wollte nicht, dass die Konsequenz der Sünde – der Tod – in die Welt kommt. Deswegen sagte er zu Adam: »Esst NICHT vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, sonst müsst ihr sterben.« WIR haben die Autorität über die Erde bekommen. Es ist allein UNSERE Sache. Denn UNS wurden die Verantwortung über die Erde und die Vollmacht zu ihrer Verwaltung gegeben. Gott hat UNS den Schlüssel übergeben. Später bestätigte Jesus UNS, dass

Darf der Hauseigentümer nach der Schlüsselübergabe … 23 machen. Gott kann die Autorität, über die Erde zu herrschen, die er dem Menschen gegeben hat, nicht einfach so zurücknehmen. Das wird erst dann geschehen, wenn die von IHM festgelegte Zeitspanne abgelaufen ist. Darauf werde ich später noch eingehen.

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH wir binden und lösen können. Jesus sagte in Matthäus 18,18: Was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein. Was bedeutet »binden und lösen«? Die Juden damals verstanden genau, was es bedeutet. Heute würde man dazu »für legal oder illegal erklären« bzw. »erlauben oder nicht erlauben« sagen. Wir sind diejenigen, die den Hebel in der Hand haben. Wir sind es, die ausführen, was Gott in seinem Wort festgelegt hat. So wie die Polizei eine ausführende Autorität des Gesetzes der staatlichen Regierung ist, so sind wir eine ausführende Autorität des Gesetzes der himmlischen Regierung. So wie die Polizei die Rechte durchsetzt, die der staatliche »König« festgelegt hat, so setzen wir Söhne Gottes die Rechte durch, die Christus der höchste König für uns erworben und festgelegt hat. Matthäus 18,18: … das wird IM HIMMEL gelöst sein. Ich verstehe dieses »im HIMMEL« so, dass die Dinge, die wir für legal oder illegal erklären, Gott vom Himmel her bestätigen wird, damit es auch so geschieht. Also die Entscheidung, ob etwas auf der Welt passiert oder nicht passiert, liegt in unserer Verantwortung. Aber Gott bewirkt es, sobald wir es aussprechen. Es wäre illegal, wenn Gott einfach über unsere Köpfe hinweg eingreifen würde. So wie es illegal wäre, wenn der Hauseigentümer einfach über deinen Kopf hinweg das Haus betritt und aufräumt, wenn du ein Chaos veranstaltet hast. Denn er hat DIR den Schlüssel zur Verwaltung gegeben.

Natürlich kommt Gott auch so sehr gern überall dort hinein, wohin wir ihn einladen. Wenn wir Gott grundsätzlich aus der Gesellschaft ausschließen, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass es so chaotisch aussieht in unserer Welt. Gott respektiert unseren freien Willen. Die meisten Menschen wollen unabhängig sein. Auf der einen Seite wollen wir die »Freiheit«, unabhängig von Gott selbst entscheiden zu können, was für uns richtig oder

falsch ist. Auf der anderen Seite schieben wir die Verantwortung und Schuld dann doch wieder Gott in die Schuhe, wenn etwas Schlimmes auf der Welt passiert. Das macht keinen Sinn.

Als ich auf der Straße evangelisierte, sagte ein junger Atheist zu mir: »Aber wenn Gott gut wäre, dann müsste er doch irgendwann mal eingreifen.« Wir wollen, dass Gott einfach so Kriege, Armut und Krankheiten beendet. Aber dann müsste Gott die Autorität über die Erde zurücknehmen. Wird Gott mal die Kontrolle über die Erde haben?

So weit weg von Gott war der junge Atheist wohl nicht. Er hatte anscheinend schon das richtige Gespür dafür, wie das Herz Gottes schlägt. Es wird tatsächlich eine Zeit kommen, in der Gott eingreift und die Kontrolle über die Erde haben wird – im »Tausendjährigen Reich«. Jesus kommt bald wieder, und dann wird er ein irdisches Reich aufrichten, in dem er über die ganze Erde herrschen wird. Dann wird vollkommener Frieden herrschen, auch in politischer Hinsicht. Bis dahin haben wir Menschen die Verantwortung und Vollmacht über die Erde und können beides weitergeben, an wen wir wollen. Durch UNS richtet Jesus Gottes Reich schon jetzt auf. Allerdings kann ER es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur in dem Maße aufrichten, wie wir es zulassen. Überall, wo wir Gott in unserem Leben Raum geben und ihm erlauben, durch uns zu wirken, bringen wir den Himmel auf die Erde. Menschen werden befreit, geheilt und gerettet. Es liegt in unserer Hand, wie stark Jesus durch uns wirken kann. In dem Maße, wie wir es zulassen, in dem Maße, wie wir für Jesus leben, uns ihm zur Verfügung stellen und IHN durch uns wirken lassen, in dem Maße kann Jesus diese Welt beeinflussen. Und das gilt für die Dauer dieses Zeitalters, bis Jesus wiederkommt und hier auf Erden regiert und die Kontrolle selbst übernimmt.

Es ist wie bei einer Hausvermietung – die Vollmacht der Verwaltung des Hauses hast du so lang, wie der Vertrag läuft. Nehmen

Die neue Schöpfung - Dein wahres ICH wir Folgendes an: Der Besitzer des Hauses hat mit dir einen Vertrag geschlossen, laut dem er dir das Haus für 6 Jahre vermietet. Dann, im 7. Jahr, wird er selbst darin wohnen und im Jahr darauf das Haus abreißen und ein neues Haus bauen. Genau das macht Gott mit der Erde. So wie wir es der Bibel entnehmen, leben wir jetzt seit rund 6000 Jahren auf der Erde und stehen nun kurz vor dem 7. Jahrtausend, welches wohl das Tausendjährige Reich sein wird. Bald wird Jesus wiederkommen und auf der Erde 1000 Jahre selbst regieren. In diesen 1000 Jahren wird es göttliche Ordnung, politischen Frieden und somit Ruhe geben. Vielleicht ähnlich wie die Woche 7 Tage hat und der 7. Tag ein Ruhetag ist. Im 1000-jährigen Reich wird es wohl keinen Stress mehr geben, weil Jesus regiert. Da werden Frieden und Ruhe herrschen. Denn da werden alle Menschen Jesus gehorchen. Jedes Knie wird sich beugen, jede Zunge bekennen, dass Jesus der Herr ist. Alle Kreaturen, alle Menschen und alle Mächte müssen sich seiner Herrschaft vollkommen unterordnen. Nach dem Tausendjährigen Reich – wenn diese Epoche vorüber ist – wird alles, was jetzt ist, vergehen. Dann wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. In 2. Petrus 3,10 lesen wir: Dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Und in Offenbarung 21,1: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Ja, Gott hat sowohl den Anfang als auch das Ende im Griff. Wenn wir jedoch sagen: »Gott hat alles im Griff«, dann ist es auch wichtig, das Bild der Weltgeschichte in seiner Gesamtheit zu betrachten. Natürlich hat Gott die verschiedenen Zeitalter defi niert und hat diese im Griff. Doch innerhalb dieses Zeitalters, in dem er uns die Vollmacht zur Verwaltung der Erde gegeben hat, hat Gott in Bezug auf DAS, was in dieser Zeit auf der Erde passiert, die Dinge nicht wirklich im Griff. Er müsste die Vollmacht zur

Verwaltung zurücknehmen, damit er alles im Griff hätte. Du sagst: »Aber Gott ist souverän.« Ja, das stimmt. Aber was heißt souverän? Es bedeutet, dass Gott Dinge in Bewegung gesetzt hat. Und Souveränität bedeutet auch, dass ER nicht über das hinausgehen wird, was ER gesagt hat. Und er hat in 1. Mose 1,26 gesagt: Lasst uns Menschen machen … die sollen herrschen … über die ganze Erde. WIR sind diejenigen, die die Verantwortung haben, über die ganze Erde zu herrschen! Das hat Gott in seiner Souveränität selbst entschieden. Wir haben die Verantwortung für die Verwaltung der Erde im Griff. Mal ehrlich – wenn Gott das, was auf der Welt geschieht, im Griff hätte, würden wir dann nicht schon längst den Himmel auf Erden erleben? »Gott hat alles im Griff« ist ein religiöses Klischee, das tröstend klingt, doch eigentlich tröstet es uns nur in unserer Feigheit, die Verantwortung für diese Erde wahrzunehmen.

Wenn wir uns nur bewusst wären, was für einen krassen Einfluss wir haben! Alles, was du sprichst und im Herzen glaubst, das geschieht! Sei es im Negativen oder auch im Positiven! Du kannst mit Gottes Liebe und Gottes Kraft in dir die Welt um dich herum ständig verändern! In dem Maße, wie wir uns Jesus hingeben, in dem Maße kann er durch uns wirken. Er wird uns niemals manipulieren und schon gar nicht kontrollieren. Seine Stimme ist leise und sein Wesen sanft mütig, er wird niemals Druck ausüben. Doch Gottes Kraft , mit der ER durch dich wirken will, ist unendlich groß. Manchmal wünscht man sich, dass Gott Satan am Kragen packen und aus der Welt schaffen würde. Doch das wäre illegal. Gott hat einen LEGALEN Plan ersonnen, um uns aus dem Reich der Finsternis zu befreien! Darauf gehe ich später noch ein!

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